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    Erwachet! 1987 | 22. März
    • In vielen Teilen der Welt macht es die Kirchenführer nervös, daß ihre Gläubigen in so großer Zahl aus der Kirche austreten. In dieser Ausgabe wird das Thema durch einen Bericht aus Italien über die Situation in der katholischen Kirche aufgegriffen. In späteren Ausgaben behandelt Erwachet! die Lage, in der sich andere Kirchen befinden.

      [Bildnachweis auf Seite 2]

      R. Krubner/H. Armstrong Roberts

  • Warum macht sie der Mitgliederschwund nervös?
    Erwachet! 1987 | 22. März
    • Warum macht sie der Mitgliederschwund nervös?

      Viele Kirchen verlieren Mitglieder. Die ersten drei Artikel, verfaßt von unserem Korrespondenten in Italien, zeigen, daß sogar der Vatikan in Sorge ist. Beunruhigt zeigen sich auch zahlreiche katholische Zeitungen und Kommentatoren. Worauf führt man den Mitgliederschwund zurück?

      DER Vatikan ist in Sorge. Im vergangenen Mai gab er ein Dokument mit folgendem Titel heraus: Das Phänomen der Sekten und neuen religiösen Bewegungen — eine pastorale Herausforderung. Dieses Dokument ist das Ergebnis einer Studie, die 1984 von vier vatikanischen Stellen in Angriff genommen wurde, um zu ermitteln, warum so viele Katholiken der Kirche den Rücken kehren.

      Unter den vielfältigen Gründen für die zahlreichen Austritte aus der katholischen Kirche, die der Vatikan ausmachte, waren folgende: „Besorgnis wegen der Zukunft; die Frage, was die Wahrheit ist und wie man sie ergründet; der Sinn des Lebens; unbeantwortete Fragen; man fühlt sich verraten, betrogen, ausgebeutet, ignoriert; Enttäuschung über Praxis und Gesetze der Kirche“.

      All das erinnert an den Zustand, in dem sich die Volksmengen befanden, die sich um Jesus scharten: „Sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Matthäus 9:36).a In dem Vatikan-Dokument werden „viele Schwächen und Unzulänglichkeiten im Vorgehen der Kirche“ eingeräumt, und es wird betont, daß „ein Vakuum vorhanden ist, das dringend ausgefüllt werden muß“. In dem Dokument ist auch die Rede davon, daß „diejenigen, die in der kirchlichen Gemeinschaft an der Spitze stehen, es an Führung, an Geduld und an persönlichem Engagement fehlen lassen“.

      In anderen Quellen werden weitere Gründe für die Kirchenaustritte genannt. Der bekannte katholische Theologe Johannes Baptist Metz (Niederlande) stellte folgendes fest: „Unsere westliche Religion ist bis ins Mark verweltlicht. Vom Messianismus ist keine Spur übriggeblieben. Die Herrschaft Gottes hat sich in ihr verloren. Gott zählt weder etwas in den Kirchen noch in der Theologie, noch in bezug auf die sozialen und politischen Fragen unserer Tage.“

      Auf das Verhältnis der spanischen Jugend zur Kirche Bezug nehmend, schrieb Concilium, eine internationale Zeitschrift für Theologie: „Jugend und Kirche sind zwei völlig verschiedene, weit voneinander entfernte Welten.“ In dieser Zeitschrift wurde ferner erwähnt, daß die Lage in den Niederlanden, in Belgien, in der Bundesrepublik Deutschland und in Australien ähnlich ist.

      Ein Pressebericht nannte das päpstliche Dokument den „Alarmruf des Vatikans“. Gemäß dem Dokument sei auch das traditionelle Kirchengemeindesystem zu überdenken. Die Gemeinden müßten „hinausgehen und Zeugnis ablegen“. Ferner heißt es, daß sich die Sekten „bemühen, die Leute herzlich, persönlich und direkt anzusprechen, und zwar dort, wo sie anzutreffen sind, und daß sie sie aus der Anonymität herausholen, indem sie zur Mitwirkung, zu Spontaneität, zu Eigenverantwortung und Engagement anregen“.

      In dem Dokument wird zu „anhaltender Schulung im Glauben“ aufgerufen, um die heutige weitverbreitete religiöse Unwissenheit unter den Gläubigen der Kirche zu bekämpfen. „Die Heilige Schrift“, so heißt es in dem Vatikan-Bericht, „müsse als Element für den Aufbau der kirchlichen Gemeinschaft neu entdeckt werden“ und die Verkündigung müsse eine „biblische Dimension“ haben.

      Im Anschluß an die Selbstkritik schlägt man in dem Dokument einen bedenklichen Ton an: „Zuweilen kann es erforderlich sein, radikale Eingriffe des Staates, die er in seinem eigenen Bereich vornimmt, zu billigen oder sogar zu unterstützen“ (Kursivschrift von uns). Dieses „Ersuchen“ an den Staat, helfend in den Kampf einzugreifen, ist der Presse nicht entgangen. So stellte Marco Tosatti in der Zeitung La Stampa (4. Juni 1986) die Frage: „Nähert sich aufs neue der Schatten des ‚weltlichen Arms‘ im Hinblick auf nichtkatholische Glaubensgemeinschaften, insbesondere im Hinblick auf die sogenannten ‚Sekten‘?“

      Deutet die Erwägung eines Rückgriffs auf die Staatsgewalt an, daß der Vatikan zu den kirchlichen Praktiken des finsteren Mittelalters zurückzukehren gedenkt, um die Glaubensfreiheit zu unterdrücken? Ersuchte Jesus je die politische Obrigkeit, Gegner seiner Lehre unschädlich zu machen? Gingen der Apostel Petrus oder die anderen Apostel so vor, oder waren es nicht vielmehr die Pharisäer, die von Pilatus forderten, Jesus an den Pfahl zu bringen? Ist das Ersuchen um staatliche Hilfe ein Beweis für geistige Stärke oder ein Eingeständnis von Schwäche?

      Nicht alle Katholiken, die der Kirche den Rücken kehren, treten zu einer anderen Religionsgemeinschaft über; doch nicht wenige schließen sich einer bestimmten Glaubensgemeinschaft an. Um welche handelt es sich dabei, und warum entscheidet sich ein nennenswerter Teil derjenigen, die die Kirche verlassen, gerade für diese Gruppe?

      [Fußnote]

      a Zitiert aus der katholischen Neuen Jerusalemer Bibel. Alle Bibeltexte in dieser Artikelserie sind, soweit nicht anders vermerkt, dieser katholischen Bibel entnommen.

      [Bildnachweis auf Seite 4]

      Titelfoto: K. Scholz/H. Armstrong Roberts

  • Warum schließen sich so viele den Zeugen Jehovas an?
    Erwachet! 1987 | 22. März
    • Warum schließen sich so viele den Zeugen Jehovas an?

      IN ZAHLREICHEN Ländern ist genau das der Fall. Deshalb hielten zum Beispiel kirchliche Amtsträger in Bologna (Italien) mit päpstlicher Gutheißung eine Tagung ab, um zu erörtern, wie dem Erfolg der Zeugen Jehovas entgegenzuwirken sei. Die katholische Kirche stieß, wie die Zeitung La Repubblica schrieb, einen „Alarmruf“ aus, weil sich jedes Jahr 10 000 Katholiken den Zeugen Jehovas anschließen.

      „Aus religiöser Sicht“, so der Jesuit Giuseppe De Rosa, „sind die Zeugen Jehovas am gefährlichsten. Sie werden gründlich geschult; sie haben stets die Bibel in der Hand.“

      In einem Leitartikel, der sich vornehmlich mit Jehovas Zeugen beschäftigte, schrieb die Jesuitenzeitschrift La Civiltá Cattolica (18. Februar 1984):

      „Der erste Grund für die Ausbreitung der Bewegung liegt in den Propagandatechniken [gemeint ist die Predigttätigkeit]. Das Werk wird ... gewissenhaft von Haus zu Haus verrichtet, und zwar von Personen, die für diese Tätigkeit gründlich geschult werden und fest überzeugt sind ...

      Der zweite Grund für den Erfolg der Z[eugen] J[ehovas] ist die Anziehungskraft der jehovistischen Botschaft, die die Bedürfnisse, Sehnsüchte und Erwartungen der Menschen unserer Tage befriedigt. Erstens stillt sie das Bedürfnis nach Sicherheit, etwas, was in einer Zeit, in der alles unsicher und unbeständig ist, sehr geschätzt wird. ... Vor allem handelt es sich dabei um eine Zukunftsoffenbarung, die absolute Sicherheit verspricht. Deshalb sind alle, die sie annehmen, von jeder Furcht und Angst befreit und können der Zukunft freudig in der Gewißheit entgegensehen, am großen Gerichtstag Gottes der Vernichtung einer bösen Welt zu entgehen und in ewigem Glück auf der Erde zu leben. Zweitens hilft die jehovistische Botschaft dem einzelnen, Ängste, die diese unheilvolle Welt hervorruft, zu überwinden, denn sie beinhaltet, daß das Ende der unerträglichen Lage von heute nahe ist und daher bald eine neue Ära anbrechen wird; eine neue Welt wird geboren, aus der alle derzeit obsiegenden Bösen entfernt werden. ...

      Der dritte Grund für den Erfolg der Z[eugen] J[ehovas] ist, daß die Bewegung ihren Mitgliedern zu einer klaren und stabilen Identität verhilft und sie herzlich willkommen sind und ein Bruderschafts- und Solidaritätsgefühl verspüren.“

      In dem Vatikan-Dokument wurden die gegenwärtigen Bedürfnisse der Menschen analysiert; und wie das vorangehende Zitat aus der Jesuitenzeitschrift La Civiltá Cattolica zeigt, werden genau diese Bedürfnisse durch die Botschaft, die Jehovas Zeugen verkündigen, gestillt. Das belegt auch der katholische Autor Vittorio Messori in seinem Buch Scommessa sulla morte (Wette auf den Tod). Er schreibt:

      „Es stimmt nachdenklich, wenn man sich bewußt wird, daß eine dieser apokalyptischen Sekten — Jehovas Zeugen — die am schnellsten wachsende Glaubens- oder Religionsgemeinschaft der Welt ist. Sie zählt in vielen Ländern zu den Glaubensgemeinschaften mit den aktivsten Mitgliedern ... und steht wahrscheinlich an erster Stelle, was Inbrunst, Eifer, Tatendrang und das Talent angeht, Proselyten zu machen.

      Ihre sich immer deutlicher abzeichnende Präsenz ist nicht nur auf traditionell christliche Länder beschränkt, sondern erstreckt sich über die ganze Erde, wo sie im Namen Jehovas in kurzer Zeit Ergebnisse erzielen, die die jahrhundertelange Arbeit von katholischen, protestantischen und orthodoxen Missionaren vielfach in den Schatten stellen.

      Dieser beeindruckende Expansionsdrang ist nur demjenigen unbegreiflich, der nicht wahrhaben will, daß ... die Art und Weise, wie Jehovas Zeugen die Bibel deuten, den wirklichen Bedürfnissen nachweislich entspricht, Bedürfnissen, die durch andere Glaubenslehren nicht mehr gestillt werden.

      Man kann sich dem Problem nicht mit der Unterstellung entziehen, das Gedeihen der Zeugen beruhe auf einer geschickten Ausnutzung von Ängsten. Genau das Gegenteil trifft zu: Anders als die ‚offiziellen‘ Kirchen, leugnen sie die Existenz der Hölle, predigen die Vernichtung der Bösen und Ungläubigen sowie eine definitive Nichtexistenz nach dem Tod — eine vielleicht unangenehme Aussicht, aber sicher weniger schrecklich als die Befürchtung, in alle Ewigkeit schreckliche Qualen erleiden zu müssen.“

      Ja, der Gott der Zeugen Jehovas ist ein Gott der Liebe, nicht ein Gott des Schreckens.

      Das folgende Zitat ist der katholischen Zeitschrift Mondo erre (März 1986) entnommen: „Man kommt nicht umhin, zu sagen, daß Jehovas Zeugen die ersten sind, die nach dem Glauben leben, den sie verkündigen. Sie werden nicht zornig, rauchen nicht, scheffeln keinen Reichtum, halten sich aus politischen Diskussionen heraus, ... zahlen ihre Steuern, führen ein tugendhaftes und ehrbares Leben; sie sind glückliche und zuvorkommende Menschen. All das hat sie beliebt gemacht.“

      Ehemalige Katholiken befragt

      Aufschlußreich ist eine Auswahl von Berichten aus erster Hand, die zeigen, warum sich zwei Katholiken für einen anderen Glauben entschieden haben.

      Rosanna C., eine junge Frau aus der Provinz Parma (Norditalien), erzählt:

      Ich hatte eine unbeschwerte Kindheit. Meine Eltern schenkten mir viel Zuneigung und erzogen mich im katholischen Glauben. Als ich älter wurde, stellte sich bei mir ein für junge Menschen nicht ungewöhnlicher Wunsch ein: Ich wollte etwas für Gott tun, ihm dienen. Dieser Wunsch wurde genährt, als ich die Evangelien las, die ich mir in einem Buchladen gekauft hatte. Ich hatte sie zuvor nie gelesen. Was ich las, weckte in mir die Liebe zu Jesus. Mir wurde bewußt, daß er eine Botschaft der Hoffnung für die Menschheit hat, obwohl ich nicht erfaßte, worum es eigentlich ging. Ferner erkannte ich, daß von seinen Jüngern eine tiefe Liebe zu Gott und zu ihrem Nächsten erwartet wird.

      Erwachet!: Warst du als praktizierende Katholikin zufrieden?

      Rosanna: Eigentlich nicht. Im Alter von 17 Jahren lehrte ich 10- bis 12jährige Kinder den Katechismus. Als Mitglied einer Jugendgruppe der Katholischen Aktion besuchte ich Zusammenkünfte und nahm an Exerzitien teil. Ich habe mich kirchlich sehr engagiert. Es gab aber zwei Dinge, die mir nicht gefielen. Die Bibel, das Buch, das ich so sehr respektierte, wurde nie betrachtet. Zudem vermißte ich in der Gruppe echte, selbstlose Liebe und wahre Einheit. Das war jedoch nicht alles, was mir mißfiel. Besonders erschütterte es mich, daß ein Homosexueller und eine Lesbierin in unsere Gruppe aufgenommen wurden und großes Ansehen genossen. An einem Nachmittag konnte ich die Belastung nicht mehr ertragen und brach in Tränen aus.

      Erwachet!: War es für dich einfach, eine Zeugin Jehovas zu werden?

      Rosanna: Nein, gewiß nicht! Als meine Eltern von den Zeugen besucht wurden, war ich anfangs nicht geneigt, mich ihnen anzuschließen. Später beeindruckte mich jedoch das gute Benehmen der Zeugen, und ich entschloß mich, sie kennenzulernen und mit ihnen ein biblisches Gespräch zu führen. Das war für mich entscheidend. Sie gaben mir eine klare Antwort aus der Bibel auf jeden Einwand, den ich erhob. Das beeindruckte mich am meisten.

      Erwachet!: Hast du nach diesem Gespräch irgendeinen Geistlichen um Rat gefragt?

      Rosanna: Ja, mehrere, auch eine Nonne. Aber ihnen lag nicht besonders viel daran, einem „verlorenen Schaf“ zu helfen. Nach einem gründlichen Studium der Bibel symbolisierte ich 1977 meine Hingabe an Jehova durch die Wassertaufe.

      Claudio C., 30 Jahre alt, aus Isérnia (Mittelitalien) sagt:

      Mit zehn Jahren ging ich aus eigenem Entschluß in ein Seminar, das von den Kapuzinermönchen geleitet wurde. Es war mein Wunsch, Gott als Missionar zu dienen. Das Leben im Seminar brachte aufgrund gewisser Umstände Probleme mit sich; was mich aber wirklich störte, war die Weigerung meiner Oberen, mir eine Bibel zu geben, das Buch, das ich unbedingt lesen wollte. Noch betrüblicher war, daß uns ein Priester erklärte, der Mensch sei durch Evolution entstanden. Ich begriff, daß ich meine Absicht, Gott zu dienen, in dem Seminar nicht verwirklichen konnte. Deshalb verließ ich es im Alter von 15 Jahren.

      Erwachet!: Wie bist du mit Jehovas Zeugen in Kontakt gekommen?

      Claudio: Sie sprachen bei uns zu Hause vor. Ich erinnere mich daran, daß ich ihnen eindeutige Fragen stellte und sie mir klare, genaue Antworten gaben. Sie ließen zwei Bücher zurück: Hat sich der Mensch entwickelt, oder ist er erschaffen worden? und Ist die Bibel wirklich das Wort Gottes? Nachdem ich sie gelesen hatte, erkannte ich, daß die Evolutionstheorie unbeweisbar ist und daß die Bibel von Gott inspiriert ist. Mein Bruder schloß sich mir auf der Suche nach der Wahrheit an, und wir fragten uns, ob die Zeugen tatsächlich das wahre Christentum vertreten würden. Um die Antwort zu finden, mußten wir ihre Lehren genauer untersuchen.

      Erwachet!: Was habt ihr daraufhin getan?

      Claudio: Wir unterhielten uns mit drei katholischen Geistlichen und mit Predigern verschiedener protestantischer Glaubensgemeinschaften. Nach einer eingehenden Prüfung waren wir davon überzeugt, daß nur Jehovas Zeugen den Menschen wirklich helfen, die Bibel zu verstehen. Wir wurden als Zeugen Jehovas getauft, und schließlich ging mein Jugendtraum, Gott zu dienen, in Erfüllung.

      Wie steht es mit dir? Bist du bereit, deine religiösen Ansichten mit Gottes Wort, der Bibel, zu vergleichen? Hast du den Mut, dies unvoreingenommen zu tun?

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