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  • Venezuela
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
    • Im Jahre 1958 kam eine Gruppe von fünf Zeugen mit einem kleinen Flugzeug in dieses Gebiet. Sie gaben bei der indianischen Bevölkerung Hunderte von Zeitschriften ab. Als sich der reisende Aufseher Alberto González etwa 20 Jahre danach mit einer Gruppe von Brüdern von Puerto Ordaz nach Santa Elena begab, wurden dort 1 000 Zeitschriften verbreitet. Damals gab es in der Stadt keinen elektrischen Strom, doch jemand lieh ihnen einen Generator, so daß sie Dias zeigen konnten, an denen sich 500 Personen erfreuten.

  • Venezuela
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
    • In den siebziger Jahren besuchte Willard Anderson, ein Kreisaufseher, Puerto Ayacucho, als es dort nur sieben Verkündiger gab. Die Reaktion in dem Gebiet war außergewöhnlich gut; an einem Vormittag gab er 42 Bücher ab. Optimistisch stellte die Gruppe etwa 20 Stühle für einen Diavortrag auf; doch man stelle sich ihre Überraschung und Freude vor, als 222 Personen erschienen!

  • Venezuela
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
    • Bei einer anderen Gelegenheit versammelten sich mehr als 600 Personen zu einem Vortrag, den Mario Iaizzo, ein Kreisaufseher, hielt.

  • Venezuela
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
    • Remigio Afonso, ein gebürtiger Kanarier, dient in Venezuela als Kreisaufseher. Er hat andere Einwanderer angesprochen und festgestellt, daß in einer Familie manche kein Interesse haben, wohingegen andere in derselben Familie bereitwillig auf die Wahrheit hören. So wollte in Cumaná ein Arabisch sprechendes Ehepaar, das ein Geschäft betrieb, nicht zuhören, dafür aber die Tochter. Remigio berichtet: „Sie bat mich, ihr eine Bibel zu bringen. Ich versprach es ihr, doch sie war gespannt, ob ich mein Wort halten würde. Wir vereinbarten Tag und Stunde, und ich achtete besonders darauf, pünktlich zu sein, was sie sehr beeindruckte. Sie nahm die Bibel und das Buch Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt entgegen, und es wurde vereinbart, daß eine Schwester das Studium fortsetzte, das ich begonnen hatte.

      Als ich kurz danach eine Versammlung in Güiria besuchte, sah ich in einem Ladeneingang gegenüber dem Königreichssaal einen Mann sitzen, der in einem Buch mit einem grünen Einband las. Er rief mich herüber. Er sprach Arabisch und fragte mich, ob das Buch, das er las, von uns sei. Zwar war es in Arabisch, doch ich konnte ihm sagen, daß es das Buch ‚Gott bleibt wahrhaftig‘ sei. Er erzählte mir, er habe das Buch in seinem Heimatland geschenkt bekommen und würde es an niemanden verleihen oder verkaufen. Nachdem ich mich überzeugt hatte, daß er auch Spanisch lesen konnte, bot ich ihm das Wahrheits-Buch an, das er bereitwillig nahm, und wir begannen ein Studium. Er kam in jener Woche zu drei Zusammenkünften und gab beim Wachtturm-Studium sogar Kommentare.“

      Zwei Jahre später begrüßte ein Mann mit einer Aktentasche Bruder Afonso auf einem Bezirkskongreß in Maracay und fragte ihn, ob er ihn wiedererkenne. „Ich bin der Mann aus Güiria“, erklärte er. „Ich habe mich inzwischen taufen lassen und leite jetzt selbst drei Bibelstudien.“ Auf einem Bezirkskongreß in Colombia im darauffolgenden Jahr hatte Bruder Afonso einen Programmpunkt; anschließend eilte eine junge Dame mit Freudentränen in den Augen zu ihm und stellte sich als die junge Frau aus Cumaná vor, der er Zeugnis gegeben hatte. Sie erklärte, daß sie jetzt auch eine getaufte Zeugin ist. Welche Freude solche Erfahrungen machen!

  • Venezuela
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
    • Hilfe durch reisende Aufseher

      Gegen Ende der vierziger Jahre gab es im ganzen Land nur sechs oder sieben Versammlungen, und Donald Baxter, der damals als einziger im Zweigbüro tätig war, besuchte sie, so oft es ihm möglich war.

      Doch nachdem der 21jährige Rubén Araujo 1951 von der Gileadschule zurückgekehrt war, wurde ihm die Aufgabe übertragen, die Versammlungen und die abgelegenen Gruppen im ganzen Land zu besuchen. In jenem Jahr stieg die Zahl der Versammlungen auf 12. Da Rubén kein Auto hatte, reiste er mit dem Bus oder dem Taxi, manchmal auch mit dem Flugzeug oder einem kleinen Boot (chalanas), wenn er abgelegene Orte besuchte.

      Er denkt immer noch zurück an einen Besuch bei einem Wachtturm-Abonnenten in der Nähe von Rubio (Bundesstaat Táchira), dicht an der kolumbianischen Grenze. Der Eigentümer des Bauernhofes sagte, er sei Schweizer und könne kein Spanisch lesen. „Aber Sie können mit meiner Frau sprechen, denn sie liebt die Bibel“, sagte er. „Nachdem ich mit seiner Frau gesprochen hatte“, erinnert sich Rubén, „rief sie ihre Mutter, eine 81jährige Dame. Als diese meine Bücher sah, fragte sie, ob unsere Tätigkeit mit dem Buch Der Göttliche Plan der Zeitalter zusammenhänge. Ihre Augen leuchteten, und sie war auf einmal ganz aufgeregt. Sie fragte: ‚Wollen Sie sagen, Sie wissen etwas über Herrn Rutherford?‘ Ihre Tochter übersetzte ihre Worte ins Spanische, da die ältere Dame nur Deutsch sprach. Diese sagte dann, seit sie das Buch 1920 erhalten habe, habe sie es immer wieder gelesen. Sie habe auch das ‚Photo-Drama der Schöpfung‘ gesehen und den Vortrag ‚Millionen jetzt lebender Menschen werden nie sterben‘ gehört. Als sie vor zwölf Jahren aus der Schweiz nach Venezuela gekommen sei, habe sie den Kontakt zu den Zeugen verloren. ‚Ich habe euch sehr, sehr vermißt‘, sagte sie. Sie zeigte ihre Freude dadurch, daß sie ein Königreichslied in Deutsch sang, und prompt stimmte ich in Spanisch in dasselbe Lied mit ein. Wir sangen mit Freudentränen in den Augen.“

      Keith und Lois West, Absolventen der 19. Klasse der Gileadschule, waren 15 Jahre lang im Kreisdienst tätig. Die Bedingungen, die sie vorfanden, waren nicht immer einfach. Der Besuch in Monte Oscuro im Bundesstaat Portuguesa dient als ein treffendes Beispiel. Keith erzählt: „Da es in der Nacht zuvor in Strömen geregnet hatte, kamen wir mit dem Auto nicht so voran, wie wir es geplant hatten. So ließen wir das Auto stehen und gingen zu Fuß bis zum Fluß. Wir zogen die Schuhe aus und wateten flußaufwärts; dann mußten wir einen Berg hinaufklettern, um zu dem kleinen Königreichssaal zu gelangen. Dort war kein Mensch zu sehen. Doch ein Bruder, der uns begleitet hatte, sagte: ‚Macht euch keine Sorgen. Sie werden schon kommen.‘ Umgehend benutzte er eine Metallfelge als Gong, und daraufhin kamen etwa 40 Personen. Völlig durchgeschwitzt und mit nassen Hosen hielt ich meine Ansprache. Daß ich danach eine schmerzhafte Muskelerkrankung bekam, lag wohl daran, daß das Wasser im Fluß so kalt gewesen war, der Aufstieg so strapaziös und ich die Ansprache in nassen Hosen gehalten hatte. Danach benötigte ich eine Zeitlang Hilfe, wenn ich im Königreichssaal die Bühne hinauf- oder hinunterging, und im Predigtdienst mußte ich regelmäßig Pausen machen.“

      Für die reisenden Aufseher sind die verschiedenen Unterkünfte oftmals eine Herausforderung. Vielfach gibt es kein fließendes Wasser. Unter den Wellblechdächern steigen die Temperaturen in den Räumen auf 30 bis 40 Grad Celsius an. Fliegengitter an Türen und Fenstern sind so gut wie unbekannt, und so teilt man das Zimmer — manchmal auch das Bett — mit der örtlichen Fauna. Auch die entspannte, offene und gesellige Lebensweise venezolanischer Familien erfordert manchmal, daß sich Fremde, die mehr Privatsphäre gewohnt sind, anpassen. Allerdings sind die Freundlichkeit und die Gastfreundschaft der Venezolaner hervorragend, und der Ausspruch „Usted está en su casa“ (fühl dich wie zu Hause) gehört zu der Begrüßung, mit der ein Kreisaufseher bei seiner Ankunft empfangen wird.

      In ganz Venezuela haben die reisenden Aufseher die Filme und Dias der Gesellschaft gezeigt. Die Venezolaner gehen zu gern ins Kino. Daher muß ein Kreisaufseher immer mit sehr vielen Zuschauern rechnen. Die Menschen sitzen auf dem Fußboden, stehen im Saal oder schauen von außen durch die Fenster zu. Ein Mann strich eine Wand seines Hauses zuvorkommenderweise weiß an, so daß sie als Projektionsfläche dienen konnte. In einer Bergsiedlung nahe bei Carúpano stellte ein freundlicher Ladenbesitzer Strom von seinem Betrieb zur Verfügung (die einzige Stromquelle weit und breit) und auch den Raum für die Zuhörer — seine Hahnenkampfarena. Dann brannte er ein Feuerwerk ab, damit die Menschen, die auf den Hügeln wohnten, herunterkämen. 85 Personen kamen, viele davon auf Eseln. Es war eine etwas andere Art von Autokino.

      Gladys Guerrero aus Maracaibo hat reisende Aufseher und deren Frauen besonders gern. Als Nancy Baxter, die Frau eines reisenden Aufsehers, eines Tages in Punto Fijo mit der jungen Frau im Predigtdienst war, bemerkte sie, daß Gladys einen Sprachfehler hatte. Gladys erklärte, sie habe ihn von väterlicher Seite geerbt. Obwohl sie deswegen viel Spott erdulden mußte, konnte sie es nicht ändern. Doch sie war tief berührt, als sich Schwester Baxter die Zeit nahm und ihr beibrachte, bestimmte Wörter richtig auszusprechen und zu gebrauchen. „Ihre Geduld zahlte sich aus“, sagt Gladys. „Jetzt kann ich richtig sprechen.“ Auch andere trugen dazu bei, daß Gladys Fortschritte in geistiger Hinsicht machte.

  • Venezuela
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1996
    • [Bilder auf Seite 236]

      Einige, die zum Teil noch als Kreis- oder Bezirksaufseher dienen (mit ihren Frauen): (1) Keith und Lois West, (2) Alberto und Zulay González, (3) Casimiro Zyto, (4) Lester und Nancy Baxter, (5) Rodney und Eloise Proctor, (6) Remigio Afonso

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