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Erwachet! 1997
g97 22. 5. S. 4-7

Was ist mit der Unterhaltung geschehen?

WIE konnten die alten Römer, die angeblich auf der Höhe ihrer kulturellen Entwicklung waren, den Todeskampf ihrer Mitmenschen unterhaltsam finden? „Zu erklären ist sie [die Neigung dazu] nur aus dem Haschen nach neuen pikanteren Reizmitteln“, schreibt Gerhard Uhlhorn in dem Buch Der Kampf des Christentums mit dem Heidentum. „Die von allen möglichen Genüssen Blasierten [suchten] eine Aufregung, die sie sonst nirgends mehr fanden.“

Heute haschen ebenfalls viele „nach neuen pikanteren Reizmitteln“. Sie strömen vielleicht nicht zusammen, um sich Live-Vorstellungen von Massakern oder Unzüchtigkeiten anzuschauen. Aber ihre Wahl der Unterhaltung läßt eine ähnliche Besessenheit von Gewalt und Sex erkennen. Das sollen einige Beispiele zeigen.

Kinofilme. In den letzten Jahren hätten Filmemacher eine „deutliche Vorliebe für das Perverse“ gezeigt, erklärte der Filmkritiker Michael Medved. „In der Filmbranche“, meinte er weiter, „herrscht anscheinend die Meinung vor, daß Darstellungen von Grausamkeiten und Geistesgestörtheit eher zur Kenntnis genommen werden und automatisch mehr Anerkennung erhalten als jegliche Versuche, menschliche Größe und Güte darzustellen.“

Wegen der Konkurrenz durch das Fernsehen müssen Filmemacher notgedrungen alle Register ziehen, um die Leute ins Kino zu locken. „Wir brauchen Filme, die unter die Haut gehen, die einschlagen und die sich von allem abheben, was die Leute im Fernsehen sehen“, sagte der Leiter eines Filmstudios. „Das heißt nicht, daß wir auf Blut, hervorquellende Eingeweide und eine ... [derbe] Sprache aus sind, aber das braucht man heutzutage, wenn man einen Film produziert.“ Selbst brutalste Gewaltszenen schockieren viele schon lange nicht mehr. „Die Leute stumpfen gegenüber Effekten völlig ab“, meinte der Regisseur Alan J. Pakula. „Die Zahl der Leichen hat sich vervierfacht, die Sprengkraft verstärkt sich um Megatonnen, und die Zuschauer werden immer abgebrühter. Sie haben eine unersättliche Gier nach brutaler Sensation entwickelt.“

Fernsehen. In vielen Teilen der Welt, zum Beispiel in Brasilien, Europa und Japan, sind freizügige Sexszenen im Fernsehen inzwischen an der Tagesordnung. Der durchschnittliche Fernsehzuschauer in Amerika sieht in einem einzigen Jahr rund 14 000 Szenen, in denen Sex gezeigt oder darauf angespielt wird. „Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, daß der Trend zu erotischen Themen und schamlosen Darstellungen nachläßt“, berichtete ein Forschungsteam. „Frühere Tabuthemen wie Inzest, Sadomasochismus und Sodomie liefern inzwischen einträgliches Filmmaterial für die Hauptsendezeit.“

Gemäß dem Buch Watching America hat der freizügige Wahnsinn im Fernsehen Methode. Es heißt darin: „Sex läßt sich gut verkaufen. ... Sobald die Sender und die Filmindustrie entdeckten, daß sie damit mehr Zuschauer anzogen als abstießen, steigerten sie nach und nach die Absatzmöglichkeiten ihres Produkts, indem sie gestatteten, daß immer mehr Tabus gebrochen und die Darstellungen immer schamloser wurden.“

Videospiele. Das verhältnismäßig harmlose Zeitalter von Pac Man und Donkey Kong ist einer neuen Ära grauenhaft sadistischer Spiele gewichen. Die Professorin Marsha Kinder sagte über diese Spiele, sie seien „schlimmer als Fernseh- oder Kinofilme“. Sie verkünden „die Botschaft, daß man nur durch Gewalt zu Macht kommt“.

Wegen besorgter Stimmen aus der Öffentlichkeit führte eine marktführende Herstellerfirma in den Vereinigten Staaten für ihre Videospiele ein Bewertungssystem ein. Ein Spiel, das mit „MA-17“ bewertet wird — also als „Erwachsenenspiel“ eingestuft wird, das für Personen unter 17 Jahren ungeeignet ist —, kann brutale Gewalt, Sex und Blasphemie beinhalten. Einige befürchten jedoch, daß die Einstufung „Erwachsenenspiel“ solche Spiele nur noch reizvoller macht. „Wenn ich 15 wäre und den Aufkleber ‚MA-17‘ sehen würde“, sagte ein junger leidenschaftlicher Spieler, „würde ich mir das Spiel um jeden Preis besorgen.“

Musik. Eine Zeitschrift, die die Texte populärer Songs unter die Lupe nahm, erklärte, daß Ende 1995 nur 10 der 40 Top-Alben frei von Blasphemie und von Anspielungen auf Drogen, Gewalt und Sex waren. „Es läßt einen erstarren, welche Musik Kindern in der Präadoleszenz geboten wird; vieles davon ist ausgesprochen nihilistisch“, hieß es in der Zeitung St. Louis Post-Dispatch. Die Musik, „die etliche Jugendliche anzieht, ist von Wut und Hoffnungslosigkeit geprägt und nährt das Gefühl, die Welt, einschließlich des Zuhörers, sei zum Untergang verurteilt“.

Death metal, Grunge und Gangsta-Rap scheinen Gewalt geradezu zu verherrlichen. Laut einem Bericht der San Francisco Chronicle „sagen viele Kenner der Branche voraus, daß sich die furchterregendsten Gruppen bald auf dem Weg zur Spitze befinden werden“. Hymnen auf den Zorn und den Tod sind in Australien, Europa und Japan inzwischen populär geworden. Einige Musikgruppen haben freilich versucht, eine mildere Botschaft zu übermitteln. Dennoch, so die Chronicle, „ist der Markt für harmlose Themen offensichtlich nicht allzugroß“.

Computer. Computer sind nützliche Geräte, die sich auf vielerlei vorteilhafte Weise verwenden lassen. Manche verwenden sie allerdings auch für obszöne Zwecke. Dazu gehören nach einem Bericht der Zeitschrift Maclean’s „Bilder und Texte, die von seltsamen fetischistischen Objekten über Prostitution bis hin zu Pädophilie reichen — Material, das viele Erwachsene und erst recht Kinder schocken dürfte“.

Lesestoff. Viele populäre Bücher sind gespickt mit Sex und Gewalt. In den Vereinigten Staaten und in Kanada ist unlängst die „Shock-fiction“ in Mode gekommen — Horrorgeschichten, deren Zielgruppe bereits Achtjährige sind! Diana West schrieb im New York Teacher, durch diese Bücher würden „schon kleine Kinder desensibilisiert, und die mentale Entwicklung wird bereits behindert, bevor sie überhaupt begonnen hat“.

Etliche Comichefte, die in Hongkong, Japan und den Vereinigten Staaten veröffentlicht werden, drehen sich um „heftige und brutale Kriege, Kannibalismus, Enthauptungen, Satanismus, Vergewaltigung und Blasphemie“, hieß es in einer Studie der Nationalen Vereinigung gegen Gewalt im Fernsehen (NCTV). „Der Schweregrad der Gewalt und das entartete Sexmaterial in diesen Zeitschriften sind erschütternd“, sagte Dr. Thomas Radecki, Forschungsleiter der NCTV. „Das zeigt, wie sehr wir uns haben abstumpfen lassen.“

Vorsicht geboten

Die heutige Welt ist unverkennbar von Sex und Gewalt fasziniert, und das spiegelt sich auch in der Unterhaltungsindustrie wider. Die Situation heute gleicht der Situation, die der christliche Apostel Paulus mit den Worten beschrieb: „Da sie jedes sittliche Gefühl verloren haben, haben sie sich einem zügellosen Wandel hingegeben, um mit Gier jede Art Unreinheit zu verüben“ (Epheser 4:19). Aus gutem Grund suchen viele Menschen daher heute auf diesem Gebiet nach etwas Besserem. Wem es ebenso geht, wird froh sein, zu hören, daß eine sinnvolle Freizeitgestaltung noch möglich ist. Darauf geht der folgende Artikel ein.

[Kasten/Bild auf Seite 5]

Fernsehen kann schädlich sein

IN DEN Vereinigten Staaten gab das Fernsehen sein Debüt 1939 anläßlich der Weltausstellung in New York. Ein Journalist, der damals die Ausstellung besuchte, äußerte sich skeptisch über die Zukunft des neumodischen Apparats. „Das Problematische beim Fernsehen“, schrieb er, „ist, daß die Leute sitzen bleiben müssen und ihre Augen praktisch nicht vom Bildschirm lösen dürfen; die Durchschnittsfamilie in Amerika hat dafür keine Zeit.“

Wie falsch er lag! Inzwischen sagt man sogar, daß ein Schüler in Amerika bis zu seinem Schulabgang durchschnittlich 50 Prozent mehr Zeit vor dem Fernsehgerät verbracht hat als im Klassenzimmer. „Kinder, die viel fernsehen, sind aggressiver, pessimistischer, wiegen mehr, sind nicht so einfallsreich, haben weniger Einfühlungsvermögen und sind leistungsschwächer in der Schule als Kinder, die nicht soviel fernsehen“, behauptet Dr. Madeline Levine in ihrem Buch Viewing Violence.

Wozu rät sie? „Man muß Kindern beibringen, daß das Fernsehgerät wie jedes andere Gerät im Haus eine bestimmte Funktion hat. Man läßt den Fön nicht weiterlaufen, wenn die Haare trocken sind, und man schaltet den Toaster ab, wenn das Brot fertiggeröstet ist. Man kennt die spezifische Funktion jedes Geräts und weiß, wann man es ausschalten muß. Kindern muß beigebracht werden, mit dem Fernsehgerät ebenso umzugehen.“

[Kasten/Bilder auf Seite 7]

Freizeitgestaltung rund um den Erdball

Erwachet! bat seine Korrespondenten in verschiedenen Teilen der Welt, über Freizeittrends in ihrer Gegend zu berichten. Hier folgen einige Kommentare.

Brasilien: „Das Fernsehprogramm wird immer niveauloser. Doch da viele Eltern arbeiten und außer Haus sind, bleiben die Kinder oftmals sich selbst überlassen und vertreiben sich die Zeit mit Fernsehen. Sehr beliebt sind auch CD-ROMs mit okkulten Themen und Videospiele, in denen es um rohe Gewalt geht.“

Tschechische Republik: „Seit dem Niedergang des Kommunismus ist das Land mit Unterhaltungsmöglichkeiten überschwemmt worden, die es in diesem Land nie zuvor gab; dazu gehören Fernsehprogramme aus dem Westen und Pornoläden. Junge Leute gehen in Diskos, Kneipen und zum Billard. Aufwendige Werbung und Gruppenzwang üben oft einen großen Einfluß auf sie aus.“

Deutschland: „Leider sind viele Eltern zu abgespannt, um sich um die Freizeitgestaltung ihrer Kinder zu kümmern, daher sind die Jugendlichen, wenn es um das Vergnügen geht, aufeinander angewiesen. Bei manchen führen Computerspiele zu Isolation. Andere gehen zu sogenannten Raves, auf denen die ganze Nacht hindurch getanzt wird und wo Drogen gang und gäbe sind.“

Japan: „Ein beliebter Zeitvertreib für Jugendliche und Erwachsene sind Comichefte, doch diese handeln oftmals von Gewalt und Unmoral und enthalten eine schlechte Sprache. Auch Glücksspiel ist weit verbreitet. Ein weiterer beunruhigender Trend ist, daß etliche Mädchen bei Telefonklubs anrufen, für die im großen Umfang Werbung gemacht wird und die den Wünschen von Männern mit unmoralischen Absichten entgegenkommen. Manche rufen nur aus Spaß an, aber andere lassen sich auf eine bezahlte Verabredung ein, was in manchen Fällen zu Prostitution führt.“

Nigeria: „In ganz Westafrika schießen unkontrollierte ‚Videosäle‘ aus dem Boden. Diese behelfsmäßigen Baracken sind für Personen jeden Alters geöffnet, auch für Kinder. Zu den Standardvorführungen gehören pornographische Filme und Horrorvideos. Im Land gedrehte Fernsehfilme drehen sich hauptsächlich um Spiritismus.“

Südafrika: „Großen Zulauf haben Raves, auf denen Drogen oftmals mühelos erhältlich sind.“

Schweden: „Kneipen und Nachtklubs haben in Schweden großen Erfolg und sind häufig eine Anlaufstelle für Kriminelle und Drogenhändler. Die Unterhaltung im Fernsehen und Videos sind stark mit Gewalt, Spiritismus und Unmoral durchsetzt.“

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