Die Grundlage aller Stimmlaute ist die Luftsäule, die aus den Lungenflügeln aufsteigt. Die Lunge wirkt wie ein Blasebalg, der Luft durch die Luftröhre in den Kehlkopf presst, der sich in der Mitte der Kehle befindet. Zwei kleine Muskelfalten liegen sich im Kehlkopf gegenüber, die als Stimmbänder bezeichnet werden. Diese sind die hauptsächlichen stimmbildenden Organe. Die Muskelfalten öffnen und verschließen den Luftweg, der durch den Kehlkopf führt, um Luft hinein- und hinauszulassen sowie Fremdkörper von der Lunge fern zu halten. Beim normalen Atmen entsteht kein Laut, wenn die Luft an den Stimmbändern vorbeistreicht. Nur wenn jemand sprechen möchte, spannen Muskeln die Stimmbänder an, und diese vibrieren, sobald Luft aus der Lunge hindurchgepresst wird. Auf diese Weise entstehen Laute.
Je stärker die Stimmbänder gedehnt werden, desto schneller vibrieren sie und desto höher ist der Ton der Laute. Je entspannter die Stimmbänder dagegen sind, desto tiefer ist der Ton. Nachdem die Schallwellen den Kehlkopf verlassen haben, treten sie in den oberen Teil der Kehle ein, der als Rachen bezeichnet wird. Dann gelangen sie in den Mund und die Nasenhöhle. Dort werden Obertöne hinzugefügt, die den Grundton verändern und verstärken. Der Gaumen, die Zunge, die Zähne, die Lippen und der Kiefer wirken zusammen, die vibrierenden Schallwellen aufzuteilen, die dann als verständliche Sprache den Mund verlassen.
Die menschliche Stimme ist ein Wunder, das an Vielseitigkeit mit keinem von Menschen gebauten Instrument zu vergleichen ist. Sie ermöglicht es, Gefühle und Emotionen auszudrücken, die von zarter Liebe bis hin zu bitterem, unversöhnlichem Hass reichen. Wird die Stimme richtig entwickelt und geschult, kann sie bis zu drei Oktaven umfassen und nicht nur wunderschöne melodische Töne hervorbringen, sondern auch zu Herzen gehende Äußerungen.