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  • Leben und predigen in unmittelbarer Nähe eines Vulkans
  • Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1998
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  • Die vom Vulkan ausgehende Bedrohung
  • Jehovas Zeugen setzen ihre Tätigkeit fort
  • Wie kann man sich für den Ernstfall rüsten?
  • Warnung vor einer weit größeren Katastrophe
Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1998
w98 15. 8. S. 21-24

Leben und predigen in unmittelbarer Nähe eines Vulkans

„ES IST beängstigend. Man kann sich vorstellen, wie das in der Bibel erwähnte Ende der Welt aussehen könnte. Wir müssen stets wachsam bleiben und bemüht sein, Gottes Gunst zu behalten.“ Mit diesen Worten beschreibt Victor, ein Zeuge Jehovas, was es für ihn bedeutet, in unmittelbarer Nähe des aktiven Vulkans Popocatepetl (in Mexiko allgemein Popo genannt) zu leben.

Dieser Vulkan sorgt seit 1994 international immer wieder für Schlagzeilen.a Die Behörden kamen zu dem Schluß, wer sich im Umkreis von bis zu 30 Kilometern um den Krater aufhalte, sei besonders gefährdet. Vor allem südlich des Vulkans besteht erhöhte Gefahr, weil sich der Krater in diese Richtung neigt und dort eine Anzahl tiefer Schluchten liegen, durch die aus dem Krater austretende Lava und Schlamm schnell abfließen würden.

Verständlicherweise fragen sich viele, wie es sich auf Mexiko-Stadt auswirken würde, wenn es zu einem schweren Ausbruch des Vulkans käme. Ist die Stadt in Gefahr? Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob all die Menschen, die im mexikanischen Bundesstaat Morelos, südlich des Vulkans, leben, in Gefahr sind. Und wie lebt es sich in unmittelbarer Nähe eines Vulkans, wenn man nicht weiß, was der nächste Tag bringen wird?

Die vom Vulkan ausgehende Bedrohung

Die Innenstadt von Mexiko liegt etwa 70 Kilometer nordwestlich vom Popocatepetl, einige Außenbezirke hingegen reichen bis auf 40 Kilometer an ihn heran. Theoretisch gehört der Großraum der Stadt mit einer Bevölkerung von 20 Millionen nicht zur Gefahrenzone. Stößt der Vulkan allerdings große Mengen Asche aus, könnte dieses Gebiet je nach Windrichtung ebenfalls betroffen sein.

In der Regel wirkt sich eine Vulkanascheneruption stärker im Osten des Vulkans aus. Dort liegt die Stadt Puebla und eine Reihe kleinerer Städte und Ortschaften. Etwa 200 000 Menschen leben in besonders gefährdeten Regionen. Am Sonntag, dem 11. Mai 1997, schleuderte der Vulkan tonnenweise Asche in die Luft. Die Asche verteilte sich über die ganze Gegend bis hin zum Bundesstaat Veracruz über 300 Kilometer nach Osten. Im Bundesstaat Morelos, südlich des Vulkans, gibt es mehrere Städte und Ortschaften mit einer Bevölkerung von insgesamt etwa 40 000 Personen. Sie alle könnten ebenfalls großer Gefahr ausgesetzt sein.

All diese Umstände berühren auch das Leben und die Tätigkeit von Zeugen Jehovas. In Mexiko-Stadt gibt es über 90 000 Zeugen, die zu etwa 1 700 Versammlungen gehören. Das Zweigbüro der Watch Tower Society liegt außerhalb der Stadt gegen Nordosten, etwa 100 Kilometer vom Vulkan entfernt. Im Zweigbüro sind über 800 freiwillige Mitarbeiter tätig; zusätzlich sind etwa 500 Freiwillige mit einem großen Bauprojekt beschäftigt. Sie alle leben außerhalb der Gefahrenzone.

Im Bundesstaat Morelos gibt es ungefähr 50 Versammlungen der Zeugen Jehovas mit insgesamt über 2 000 Königreichsverkündigern. Dazu zählen die Versammlungen in Tetela del Volcán und Hueyapan, etwa 20 Kilometer vom Krater entfernt. Zu den Versammlungen im Bundesstaat Puebla im Osten gehören etwa 600 Verkündiger, die 20 bis 30 Kilometer vom Vulkan entfernt wohnen. Für sie kann die Lage wirklich sehr gefährlich werden.

Jehovas Zeugen setzen ihre Tätigkeit fort

Ungeachtet der allgegenwärtigen Bedrohung haben Jehovas Zeugen ihr Predigtwerk in dieser Gegend nicht eingestellt. Auch die christlichen Zusammenkünfte finden nach wie vor programmgemäß statt, wodurch allen trotz der widrigen Umstände ein Gefühl der Einheit und Zuversicht vermittelt wird (Hebräer 10:24, 25). In einem Bericht aus einer Versammlung heißt es: „Die Einstellung der Menschen zur guten Botschaft vom Königreich hat sich beachtlich verändert. In einem kleinen Dorf zum Beispiel haben in letzter Zeit 18 Personen in ein Heimbibelstudium eingewilligt.“

Eine andere Versammlung, etwa 20 Kilometer vom Vulkan entfernt, berichtet: „Das Wachstum ist außergewöhnlich. Die Versammlung wurde im November 1996 gegründet. Während der darauffolgenden sechs Monate erfüllten 10 Neue die Voraussetzungen dafür, sich am Predigtdienst zu beteiligen. Manche Verkündiger leben nicht einmal 20 Kilometer vom Krater entfernt. Es werden christliche Zusammenkünfte abgehalten, bei denen etwa 40 Personen anwesend sind.“

Magdalena lebt nur 25 Kilometer vom Vulkan entfernt in San Agustín Ixtahuixtla (Puebla) und ist nach wie vor eifrig beschäftigt, mit Menschen die Bibel zu studieren. Sie berichtet, was nach einem starken Ausbruch geschah:

„Uns wurde gesagt, wir sollten unsere Wohnung verlassen, was wir auch trotz des Ascheregens taten. Obwohl die Lage ernst war, dachte ich an Familie Dorado, mit der ich die Bibel studierte. Zusammen mit anderen Brüdern ging ich zu ihrem Haus, um ihnen zu helfen, an einen sichereren Ort zu gelangen. In der nahe gelegenen Stadt Puebla war ein Hilfskomitee der Zeugen Jehovas schon aktiv geworden. Familie Dorado war sehr beeindruckt, als sie sah, wie wir alle dort behandelt wurden. Unsere Glaubensbrüder hatten bereits an verschiedenen Orten Unterkünfte für uns besorgt. Obwohl weit von zu Hause entfernt, mangelte es uns an nichts. Familie Dorado hatte in der Vergangenheit ein paarmal die Zusammenkünfte besucht, doch alle waren überrascht, welche Liebe ihnen die Brüder entgegenbrachten, obwohl sie sie noch nie gesehen hatten. Einige Wochen nachdem wir wieder nach Hause zurückgekehrt waren, begann die Familie, regelmäßig alle Zusammenkünfte zu besuchen. Nach kurzer Zeit erfüllten sie die Voraussetzungen dafür, Verkündiger der guten Botschaft zu werden. Zwei von ihnen haben sich mittlerweile taufen lassen. Sie sind einige Monate lang Hilfspionier gewesen und haben jetzt vor, den allgemeinen Pionierdienst aufzunehmen.“

Martha, eine 20jährige Zeugin, die 21 Kilometer vom Krater entfernt wohnt, läßt sich durch ihre Behinderung nicht davon abhalten, jede Gelegenheit zum Zeugnisgeben zu nutzen. Als vor drei Jahren der Vulkan wieder aktiv wurde, lernte sie die Wahrheit kennen. In dem steilen Gelände, wo sie wohnt, wäre es für sie schwierig, sich in einem Rollstuhl fortzubewegen; daher reitet sie auf einem Esel in den Predigtdienst. Auch zu den Zusammenkünften reitet sie auf dem Esel. Martha ist Jehova sehr dankbar, zu einer liebevollen Bruderschaft zu gehören, da sie auf die Hilfe der Schwestern in der Versammlung angewiesen ist, um auf den Esel zu steigen beziehungsweise wieder abzusteigen. Jeden Monat setzt sie über 15 Stunden im Dienst ein.

In den abgelegenen Gebieten werden Zeugen Jehovas häufig von ihren Nachbarn unter Druck gesetzt, religiöse Feste mitzufeiern. In Tulcingo, einem Dorf in 20 Kilometer Entfernung vom Vulkan, wurde ein Mann beauftragt, die Zeugen aufzusuchen und sie für die Feiern um Spenden zu bitten. Die Brüder erklärten geduldig, weshalb sie diese religiösen Feste nicht mitfeiern könnten. Der Mann versuchte so beharrlich, Geld von den Brüdern zu bekommen, daß er anfing, mit ihnen Gemeinschaft zu pflegen, und so einige ihrer Glaubensansichten kennenlernte. Er war erfreut, als er die Antworten auf seine Fragen in seiner eigenen katholischen Bibel fand. Gemeinsam mit Frau und Tochter besucht er nun seit einem Jahr regelmäßig die Zusammenkünfte, und er hat den Wunsch geäußert, ein Verkündiger der guten Botschaft zu werden.

Wie kann man sich für den Ernstfall rüsten?

Vulkanologen untersuchen den Popocatepetl unentwegt und veröffentlichen Berichte über die Bedrohung, die von ihm ausgeht, aber niemand kann wirklich vorhersagen, was dort zu welchem Zeitpunkt geschehen wird. Nach Ansicht der Nachrichtenmedien und der Menschen, die in der Nähe des Vulkans leben, kann er jederzeit ausbrechen und stellt somit eine akute Bedrohung dar. Zwar sind die Behörden sehr besorgt und bemühen sich, alles ihnen Mögliche zu tun, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Aber begreiflicherweise müssen sie sich zurückhalten, Warnungen auszusprechen, um nicht eine Massenflucht hervorzurufen, wenn keine unmittelbare Gefahr besteht. Wie sollte man sich in Anbetracht dessen verhalten?

Ein Bibelspruch lautet: „Klug ist der, der das Unglück gesehen hat und sich dann verbirgt, die Unerfahrenen aber sind weitergegangen und müssen die Strafe erleiden“ (Sprüche 22:3). Demzufolge handelt man weise, wenn man nicht einfach ‘weitergeht’, indem man so tut, als werde schon nichts passieren, und den ehrfurchtgebietenden Naturgewalten gewissermaßen nach dem Motto begegnet: „Warten wir’s ab“, sondern wenn man — solange dies noch möglich ist — die erforderlichen Schritte unternimmt, um für die eigene Sicherheit zu sorgen. So jedenfalls denken die Zeugen Jehovas in jener Gegend über die Lage.

Kürzlich trafen sich Vertreter des Zweigbüros der Watch Tower Society mit reisenden Aufsehern aus dem Bundesstaat Puebla, die in enger Verbindung mit den Versammlungen im Gefahrengebiet stehen. Man beschloß, daß reisende Aufseher und Mitglieder eines Hilfskomitees alle Familien besuchen sollten, die weniger als 25 Kilometer vom Krater entfernt wohnen. Diesen Familien wurde nahegelegt, zu erwägen, aus der Gefahrenzone wegzuziehen, bevor es zu einer Katastrophe kommt. Man sorgte für Transport und Unterkünfte, so daß 1 500 Personen in die Stadt Puebla umgesiedelt werden konnten. Einige Familien zogen zu Verwandten in anderen Städten.

Warnung vor einer weit größeren Katastrophe

Rauch, Feuer und Donnergrollen sind eindeutige Anzeichen dafür, daß bald ein Ausbruch des Popocatepetl zu erwarten ist. Wer sicher davonkommen will, muß die Warnungen beachten, die die Behörden aussprechen, und die nötigen Schritte unternehmen. Die Zeugen Jehovas in unmittelbarer Umgebung des Vulkans sind beständig auf der Hut, um für die eigene Sicherheit zu sorgen und anderen zu helfen, die Gefahr zu erkennen und etwas zu unternehmen, bevor es zu spät ist.

Auf globaler Ebene beobachten Jehovas Zeugen aufmerksam, was in der Welt geschieht und inwiefern dies biblischen Prophezeiungen entspricht. Kriege, Erdbeben, Hungersnöte, Seuchen und Verbrechen sind bedeutsame Signale gleich den Anzeichen für die Aktivität eines Vulkans. Sie bilden nach der Voraussage Jesu Christi das kombinierte Zeichen des „Abschlusses des Systems der Dinge“. Zwar kennt niemand den genauen Zeitpunkt, wann das Ende kommen wird, aber daran, daß es kommt und daß es sehr, sehr nahe ist, besteht kein Zweifel (Matthäus 24:3, 7-14, 32-39).

Für Menschen überall ist es heute dringend nötig, die folgende Warnung Jesu wirklich ernst zu nehmen: „Gebt aber auf euch selbst acht, damit euer Herz niemals durch unmäßiges Essen und unmäßiges Trinken und Sorgen des Lebens beschwert wird und jener Tag plötzlich, in einem Augenblick, über euch kommt“ (Lukas 21:34). So zu handeln ist wirklich weise. Genauso, wie man die Warnzeichen für einen Vulkanausbruch nicht auf die leichte Schulter nehmen darf, dürfen wir das Kommen des Menschensohnes, Jesus Christus, nicht außer acht lassen, denn er forderte uns auf: „Deswegen erweist auch ihr euch als solche, die bereit sind, denn zu einer Stunde, da ihr es nicht denkt, kommt der Menschensohn“ (Matthäus 24:44).

[Fußnote]

a Im Erwachet! vom 8. März 1997 wurde über die Bedrohung berichtet, die von diesem Vulkan ausgeht.

[Bilder auf Seite 23]

Martha (auf dem Esel) und andere beim Zeugnisgeben in der Nähe des Popocatepetl

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