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Kommst du immer zu spät?Erwachet! 1989 | 8. Juni
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Dr. Dru Scott spricht von einer noch heimtückischeren Ursache: „Ein Geschäftsmann, der im Büro alles so weit erledigt hat, daß er zu einer wichtigen Besprechung gehen kann, dreht in der Tür wieder um, weil er ‚nur schnell noch ein Telefonat‘ erledigen will. Eine Rechtsanwältin, die auf dem Sprung zum Flughafen ist, meint, sie müsse ihre Abfahrt hinauszögern, um ‚nur noch schnell einen Vermerk zu diktieren‘. Diese Art der Verzögerung — das Warten bis auf die letzte Minute — bewirkt eine negative Erregung. Zwangsläufig kommt es zu einer aufregenden Hetzjagd.“
Ja, die aufregenden „letzten Minuten“ können — obwohl unangenehm — letztendlich das Bedürfnis nach Erregung befriedigen. Was kannst du tun, wenn du den Verdacht hast, danach „süchtig“ zu sein? Dr. Scott sagt dazu: „Jeder von uns hat das Bedürfnis nach Anregung. Es ist kein Anzeichen von Unreife. Gesunde Menschen erkennen dieses Bedürfnis und lernen, es produktiv zu nutzen.“
Mit anderen Worten: Sieh dir deinen Wochenplan an. Hast du sinnvolle Tätigkeiten geplant, die dein Bedürfnis nach Anregung befriedigen? Oder besteht er nur aus monotoner, uninteressanter Routine? Niemand kann völlig frei wählen, was er tun möchte. Doch wenn du dich bemühst, soviel Anregendes wie möglich zu tun, wirst du die Routine des Lebens leichter ertragen, ohne daß du um der Aufregung willen zu spät kommen müßtest.
„Aber ich bringe unter Druck die besten Leistungen!“
Einige behaupten, sie könnten bessere Leistungen bringen, wenn sie bis zur letzten Minute warteten. Trifft das wirklich auf dich zu — schön und gut. Aber sei ehrlich. Bringst du tatsächlich die besten Leistungen, wenn du bis zur letzten Minute wartest?
In dem Buch Working Smart schreibt Michael LeBoeuf: „Ungeachtet dessen, was einige glauben, können nur wenige — wenn überhaupt jemand — am besten unter Druck arbeiten. ... Erstens macht man wahrscheinlich mehr Fehler, wenn man gezwungen ist, schneller zu arbeiten. ... Zweitens kann etwas Dringendes dazwischenkommen, das einem die wenige kostbare Zeit raubt, die man reserviert hat. ... Drittens bedeutet es, selbst wenn alles gutgeht und man in kurzer Zeit viel schafft, nichts anderes, als daß man weiß, wie man effektiv arbeiten kann, aber dieses Wissen nur nutzt, wenn man unter Druck steht. Man betrügt sich selbst und kann so seine Fähigkeiten nicht voll einsetzen.“
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Kommst du immer zu spät?Erwachet! 1989 | 8. Juni
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[Kasten/Bilder auf Seite 23]
Hilfen im Kampf gegen das „Warten bis zur letzten Minute“
1. Gliedere große, erdrückende Aufgaben in kleine, gut zu erledigende Tätigkeiten.
2. Unternimm konkrete Schritte. Wenn du z. B. das Lesen eines Buches vor dir herschiebst, dann nimm es aus dem Regal und lege es neben deinen Lieblingssessel.
3. Lege dich gegenüber jemandem — einem Freund oder einem Aufseher — fest, wann du mit einem bestimmten Projekt fertig sein willst.
4. Belohne dich für das Erreichen jedes Etappenziels einer umfangreichen Aufgabe.
5. Ertappst du dich dabei, etwas hinauszuschieben, so gestehe dir selbst ein: „Ich verschwende meine Zeit.“ Dies kann schließlich dazu führen, daß du dich unter Kontrolle bekommst, und dich dazu veranlassen, mit dem Hinausschieben aufzuhören.
6. Denke an den Preis für die Verzögerung: Wird die Arbeitslast zunehmen? Werden die Kosten steigen? Was ist, wenn du in letzter Minute krank wirst oder die Aufgabe mehr Zeit in Anspruch nimmt, als du gedacht hast? Könnte es einige Störungen geben? Wird die Qualität deiner „Arbeit in letzter Minute“ leiden. (Aus How to Get Control of Your Time and Your Life von Alan Lakein.)
[Bilder]
Meinst du, immer „noch schnell etwas“ erledigen zu müssen, bevor du zu einem Termin gehst?
Leistest du unter Druck wirklich dein Bestes?
Nutze Wartezeiten, um dich zu entspannen oder um etwas zu tun, was du dir vorgenommen hast
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