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  • Neutrale Christen in einer blutbefleckten Welt
    Der Wachtturm 1986 | 1. September
    • In der Neuzeit

      13. Wie erging es den Bibelforschern in ihrem Bemühen, während des Ersten Weltkrieges von Blutschuld frei zu bleiben?

      13 Im Jahre 1914 brach der erste totale Krieg auf der Weltbühne aus. Alle Schätze der Nationen, einschließlich ihres Menschenpotentials, wurden dem Krieg gewidmet. Viele der Bibelforscher, wie Jehovas Zeugen damals genannt wurden, machten lobenswerte Anstrengungen, von Blutschuld frei zu bleiben. Sie wurden erbittert verfolgt, genau wie Jesus es vorausgesagt hatte (Johannes 15:17-20).

      14, 15. (a) Inwiefern gab Jehova während des Zweiten Weltkrieges Anleitung? (b) Welche eindeutige Stellung bezogen Jehovas Zeugen damals? (c) Inwiefern steht das im Gegensatz zu dem, was weltliche Religionsanhänger taten?

      14 Als im Jahre 1939 wieder ein globaler Konflikt ausbrach, gab Jehova seinen Dienern eindeutige Anleitung. Zwei Monate nach der Kriegserklärung kam eine solche Anleitung in Form von biblischem Studienmaterial im Watchtower vom 1. November 1939 (deutsch: 1. Dezember 1939). Der Artikel „Neutralität“ schloß mit dem Satz: „Alle auf der Seite des Herrn werden sich hinsichtlich der kriegführenden Nationen neutral verhalten und ungeteilt und restlos für den höchsten Herrscher der Theokratie und seinen König einstehen.“

      15 Was war das Ergebnis? Jehovas Zeugen nahmen einheitlich als weltweite Bruderschaft davon Abstand, das Blut unschuldiger Menschen — ihre Brüder in anderen Ländern eingeschlossen — zu vergießen. Während Katholiken, Protestanten, Buddhisten und andere sich gegenseitig hinschlachteten, gehorchten Jesu treue Jünger seinem neuen Gebot, ‘einander zu lieben, so wie er sie geliebt hat’ (Johannes 13:34).

      16. (a) Wodurch erwiesen sich Jehovas Zeugen als ehrliche Bürger? (b) Inwiefern beharrten die Zeugen darauf, Gottes Dinge Gott zurückzuzahlen, und was hatte das für einige zur Folge?

      16 Diese Christen fuhren fort, Cäsars Dinge Cäsar zurückzuzahlen. Als ehrliche Bürger gehorchten sie den Landesgesetzen (Matthäus 22:17-21; Römer 13:1-7). Noch wichtiger war jedoch, daß sie Gott die Dinge zurückzahlten, die ihm gehörten, einschließlich ihres ihm hingegebenen Lebens und ihrer christlichen Anbetung. Als daher Cäsar Dinge forderte, die Gott gehörten, handelten sie in Übereinstimmung mit dem Grundsatz aus Apostelgeschichte 4:19 und 5:29. Ob es um Blutvergießen, waffenlose militärische Arbeit, alternative Dienstleistung oder das Grüßen eines Symbols wie einer Landesfahne ging, treue Christen vertraten den Standpunkt, daß es keinen Mittelweg gibt. Wegen dieser Stellungnahme wurden einige von ihnen hingerichtet (Matthäus 24:9; Offenbarung 2:10).

      Sie gingen keine Kompromisse ein

      17. (a) Wie wurden gemäß einem Buch Jehovas Zeugen von den Nazis behandelt? (b) Welchen Gegensatz bildeten Jehovas Zeugen zu anderen, wenn es um die Begegnung der Herausforderung ging?

      17 In dem kürzlich erschienenen Buch Of Gods and Men (Von Göttern und Menschen) wurde erklärt, daß in Hitlers Drittem Reich Jehovas Zeugen die religiöse Gruppe waren, die „den extremsten Widerstand“ erduldete. Jehovas Zeugen gingen keine Kompromisse ein. Angehörige anderer Religionsorganisationen in Deutschland folgten ihren Militärgeistlichen und brachten dem deutschen Staat religiösen Dienst dar und nahmen so „an ihrer rechten Hand oder auf ihrer Stirn“ das „Kennzeichen“ des politischen wilden Tieres an (Offenbarung 13:16). Sie liehen der politischen Maschinerie Deutschlands ihre rechte Hand, das heißt ihre aktive Unterstützung, und machten ihre Stellung deutlich sichtbar, indem sie „Heil Hitler!“ sagten und die Hakenkreuzfahne grüßten.

      18. (a) Welcher Bericht zeigt, ob Jehovas Zeugen politisch neutral waren? (b) Wie sollte uns dieser historische Bericht heute als einzelne berühren?

      18 Welche Stellung nahmen die wahren Christen in jenem Land ein? In der obenerwähnten Studie heißt es: „Nur die Zeugen Jehovas widerstanden dem Regime. Sie kämpften unverdrossen, und das Ergebnis war, daß die Hälfte von ihnen inhaftiert und ein Viertel hingerichtet wurde. ... Im Gegensatz zu anderen Religionsorganisationen sind sie insofern nicht weltlich, als sie nicht die Anerkennung oder den Lohn der materiellen Welt suchen und sich selbst nicht als deren Angehörige betrachten. Sie sind in politischer Hinsicht ‚neutral‘, da sie bereits einer anderen Welt, nämlich Gottes Welt, angehören. ... Kompromisse werden von ihnen weder angestrebt noch angeboten. ... In der Armee zu dienen, zu wählen oder den Hitlergruß zu leisten hätte bedeutet, die Forderungen dieser Welt über die Forderungen Gottes zu stellen.“ Selbst in den Konzentrationslagern wurde die Friedfertigkeit und Gewaltlosigkeit der Zeugen Jehovas anerkannt. Inwiefern? Insofern, als „man nur einen Zeugen Jehovas mit einem Rasiermesser an einen SS-Führer heranlassen ... [konnte], ohne befürchten zu müssen, der Zeuge würde ihm die Kehle durchschneiden“.

      19. Inwiefern sind Jehovas Zeugen mutig Jesu Beispiel gefolgt, und was ist das Ergebnis?

      19 Jehovas Zeugen waren im Zweiten Weltkrieg ein hervorragendes Beispiel für christliche Neutralität. Einheitlich, ja weltweit folgten sie mutig Jesu Beispiel, indem sie „kein Teil der Welt“ waren; sie besiegten diese blutbefleckte Welt, wie Jesus es getan hatte (Johannes 17:16; 16:33; 1. Johannes 5:4).

  • Neutrale Christen in einer blutbefleckten Welt
    Der Wachtturm 1986 | 1. September
    • [Kasten auf Seite 21]

      Geschichte des Glaubens, des Mutes und der Lauterkeit

      In dem Buch New Religious Movements: A Perspective for Understanding Society (Neue religiöse Bewegungen: eine Perspektive zum Verstehen der Gesellschaft) sind folgende Ausführungen über die Lauterkeit der Zeugen Jehovas während der Nazi-Verfolgung zu lesen:

      „Die Zeugen Jehovas waren aufgrund ihrer Verweigerung der Zusammenarbeit eine Herausforderung an das totalitäre Konzept der neuen Gesellschaft, und durch diese Herausforderung wie auch durch ihr hartnäckiges Überdauern wurden die Architekten der neuen Ordnung nachweislich beunruhigt. Je mehr die Zeugen verfolgt wurden, um so mehr stellten sie eine wirkliche ideologische Herausforderung dar. Die altbewährten Methoden der Verfolgung, Folterung, Inhaftierung und Verspottung konnten keinen einzigen Zeugen zur Nazi-Ideologie bekehren und waren für die Angreifer ein Schuß nach hinten. Angesichts dieser unvorhersehbaren Reaktionen gerieten die Nazis in Panik.“

      „Zwischen diesen beiden rivalisierenden Forderern der Loyalität herrschte ein erbitterter Kampf, und das um so mehr, als die physisch stärkeren Nazis in vieler Hinsicht nicht so sicher waren, nicht so tief verwurzelt in ihrer eigenen Überzeugung und nicht so sehr überzeugt vom Fortbestand ihres 1 000jährigen Reiches. Die Zeugen hatten keinen Zweifel an ihren eigenen Wurzeln, denn ihr Glaube war schon seit der Zeit Abels offenkundig. Während die Nazis Widerstand unterdrücken und ihre Unterstützer überzeugen mußten, indem sie häufig auf das Sprachgut und die Vorstellungswelt des sektiererischen Christentums zurückgriffen, waren sich die Zeugen sicher, daß ihre Mitglieder sogar bis in den Tod totale, unnachgiebige Loyalität bekunden würden.“

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