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    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1994
    • Fortschritte bei der Beschaffung geistiger Speise

      Als liebevoller Vater versorgt Jehova sein Volk auch mit geistiger Speise, und das selbst in Zeiten der Not. Trotz Verfolgung erhielten die Versammlungen ziemlich regelmäßig Literatur.

      Anfangs standen nur sehr primitive handbetriebene Vervielfältigungsgeräte für das Reproduzieren von biblischen Schriften zur Verfügung. Ein Bruder erinnert sich: „Die Druckqualität ließ zu wünschen übrig, und die Zahl der Exemplare war niedrig. Zum Vervielfältigen brauchte man eine Menge Papier. Es mußte dorthin geschafft werden, wo die Arbeit getan wurde, und die fertigen Zeitschriften mußten verteilt werden — alles natürlich im Schutz der Dunkelheit. Wenn die Polizei einen solchen Ort entdeckte, bedeutete das mehrere Jahre Gefängnis für den Grundbesitzer und die Arbeiter.“

      Es reichte allerdings nicht aus, nur ein wenig Literatur vervielfältigen zu können. Die Quantität und die Qualität der Druckschriften mußte gesteigert werden. Aus diesem Grund erwarb man Ende der 50er Jahre eine Rotaprint-Kleinoffsetmaschine; im Laufe der Zeit kamen weitere hinzu. Ein freundlicher Leiter einer kleinen Druckerei in Krakau zeigte den Brüdern, wie man die Maschine bedient und wie man Aluminiumplatten herstellt. Diese Druckplatten waren sehr langlebig, so daß mehr Exemplare in kürzerer Zeit gedruckt werden konnten.

      Später stellte sich ein Bruder zur Verfügung, der die Technik der fotochemischen Druckplattenherstellung an der polnischen Akademie der Wissenschaften erlernt hatte. Somit gingen die Brüder dazu über, die nötige Ausrüstung selbst herzustellen. Das war ein Erfolg. Jetzt konnte die Schriftgröße fotografisch verkleinert werden, so daß man auf dieselbe Menge des schwer erhältlichen Papiers mehr Text drucken konnte. Außer Zeitschriften wurden nun auch Bücher gedruckt; das erste war das Buch Vom verlorenen Paradies zum wiedererlangten Paradies, das in Polen 1960 erschien.

      Es gab jedoch viele Probleme. Zum Beispiel wurde jetzt mehr Strom gebraucht. Um keinen Verdacht zu erregen, überbrückten die Brüder den Stromzähler. Doch wegen ihres Gewissens überwiesen sie dem Elektrizitätswerk anonym Geld. Bei Danzig entdeckten die Sicherheitskräfte einmal eine „Bäckerei“ der Zeugen, wie die Druckereien genannt wurden. Die Arbeiter wurden vor Gericht gestellt, und man warf ihnen unter anderem vor, unrechtmäßig Strom verbraucht zu haben. Als die Brüder jedoch nachwiesen, daß sie für den Strom anonyme Zahlungen geleistet hatten, wurde dieser Punkt der Anklage fallengelassen. Es wurde ein hervorragendes Zeugnis gegeben.

      Zwischen 1956 und 1969 wurden laut Statistiken der Sicherheitskräfte 34 Produktions- und Verteilungszentren der Zeugen entdeckt und geschlossen. Ein Beamter aus Bromberg prahlte: „Der Nachrichtendienst ist so gut organisiert, daß eine geheime Druckerei der Zeugen Jehovas innerhalb von höchstens sechs Monaten ausfindig gemacht werden kann.“

      Das war eine ziemliche Übertreibung. Aber immerhin war es jedesmal ein großer Verlust, wenn eine Rotaprint beschlagnahmt wurde. Diese komplizierten Maschinen wurden nirgendwo in Polen hergestellt, und wegen der staatlichen Kontrolle war es sehr schwer, sie zu kaufen. Deshalb war ein Großteil der 50 Maschinen, die den Brüdern zur Verfügung standen, mit Jehovas Hilfe von ihnen selbst hergestellt worden.

  • Polen
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1994
    • [Bilder auf Seite 235]

      Von Zeugen hergestellte Druckmaschinen, mit denen sie unter Verbot biblische Schriften druckten, und eine Gruppe von Schwestern, die jahrelang ihre Freiheit und ihr Leben riskierten, um diese Literatur zu drucken und zu verteilen

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