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  • Die würdige Rolle der Frau unter Gottes Dienern in alter Zeit
    Der Wachtturm 1995 | 15. Juli
    • Die würdige Rolle der Frau unter Gottes Dienern in alter Zeit

      „Jehova Gott sprach weiter: ‚Es ist für den Menschen nicht gut, daß er weiterhin allein sei. Ich werde ihm eine Gehilfin machen als sein Gegenstück‘“ (1. MOSE 2:18).

      1. Wie wird in einem Bibellexikon das Los der Frauen in alter Zeit beschrieben?

      „IM Altertum wurde den Frauen nirgendwo im Mittelmeerraum oder im Nahen Osten die Freiheit gewährt, die sie in der modernen westlichen Gesellschaft genießen. Allgemein üblich war die Unterordnung der Frau unter den Mann, wie auch Sklaven den Freien untergeordnet waren und junge Leute den älteren. ... Männliche Nachkommen wurden weit mehr geschätzt als weibliche, und manchmal wurden Mädchen im Säuglingsalter durch Aussetzen dem Tod preisgegeben.“ So wird in einem Bibellexikon das Los der Frauen in alter Zeit beschrieben.

      2, 3. (a) Was wird in einem Bericht über die heutige Situation vieler Frauen gesagt? (b) Welche Fragen entstehen?

      2 In vielen Teilen der Welt sieht es auch heute nicht wesentlich besser aus. 1994 wurde im jährlichen Menschenrechtsreport des US-Außenministeriums erstmals auf die Behandlung der Frauen aufmerksam gemacht. „Daten aus 193 Ländern zeigen, daß Diskriminierung an der Tagesordnung ist“, so war ein Artikel in der New York Times überschrieben, der sich mit diesem Bericht beschäftigte.

      3 Da weltweit eine große Zahl Frauen unterschiedlichster kultureller Herkunft mit den Versammlungen des Volkes Jehovas verbunden sind, entstehen gewisse Fragen: Hat Gott ursprünglich vorgesehen, daß Frauen in der oben beschriebenen Weise behandelt werden sollen? Wie wurden Frauen unter den Anbetern Jehovas in biblischer Zeit behandelt? Und wie sollten Frauen heute behandelt werden?

      Eine „Gehilfin“ und ein „Gegenstück“

      4. Was sagte Jehova, nachdem der erste Mensch im Garten Eden einige Zeit allein verbracht hatte, und was tat Gott dann?

      4 Nachdem Adam im Garten Eden einige Zeit allein verbracht hatte, sagte Jehova: „Es ist für den Menschen nicht gut, daß er weiterhin allein sei. Ich werde ihm eine Gehilfin machen als sein Gegenstück“ (1. Mose 2:18). Obwohl Adam ein vollkommener Mann war, konnte er den Vorsatz des Schöpfers nicht allein ausführen. Jehova erschuf die Frau und schloß die erste Ehe, um dem Bedürfnis abzuhelfen (1. Mose 2:21-24).

      5. (a) Wie wird das hebräische Wort, das sowohl mit „Gehilfin“ als auch mit „Helfer“ wiedergegeben wird, von den Bibelschreibern oft gebraucht? (b) Worauf wird dadurch hingewiesen, daß Jehova die erste Frau als ein „Gegenstück“ bezeichnete?

      5 Sind die Ausdrücke „Gehilfin“ und „Gegenstück“ ein Hinweis darauf, daß die Rolle, die Gott für die Frau vorgesehen hatte, erniedrigend war? Ganz im Gegenteil. Die Bibelschreiber gebrauchten das hebräische Wort (ʽézer), das sowohl mit „Gehilfin“ als auch mit „Helfer“ wiedergegeben wird, oft mit Bezug auf Gott. Jehova erweist sich beispielsweise als „unser Helfer und unser Schild“ (Psalm 33:20; 2. Mose 18:4; 5. Mose 33:7). Gemäß Hosea 13:9 bezeichnete sich Jehova sogar selbst als Israels „Helfer“. Ein Bibelgelehrter erklärte zu dem mit „Gegenstück“ wiedergegebenen hebräischen Wort (néged): „Die erwartete Hilfe beschränkt sich nicht nur auf Beistand bei der täglichen Arbeit oder auf das Kindergebären, ... sondern auf die gegenseitige Unterstützung, die sich aus der Gemeinschaft ergibt.“

      6. Was wurde nach der Erschaffung der Frau gesagt, und warum?

      6 Es war somit keineswegs erniedrigend, daß Jehova die Frau als eine „Gehilfin“ und ein „Gegenstück“ bezeichnete. Die Frau hatte eine eigene geistige, emotionelle und körperliche Beschaffenheit. Sie war ein passendes Gegenstück, eine entsprechende Ergänzung des Mannes. Mann und Frau waren zwar verschieden, aber beide waren erforderlich, um im Einklang mit dem Vorsatz des Schöpfers ‘die Erde zu füllen’. Es war offenbar nach der Erschaffung des Mannes und der Frau, daß „Gott alles [sah], was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“ (1. Mose 1:28, 31).

      7, 8. (a) Welche Auswirkungen hatte der Sündenfall in Eden auf die Rolle der Frau? (b) Welche Fragen erheben sich in bezug auf die Erfüllung von 1. Mose 3:16 für Anbeterinnen Jehovas?

      7 Durch die Sünde änderte sich allerdings einiges für den Mann und die Frau. Jehova sprach beide als Sünder schuldig. „Ich werde die Mühsal deiner Schwangerschaft sehr mehren“, sagte Jehova zu Eva, wobei er von dem, was er eigentlich nur zuließ, so sprach, als würde es von ihm veranlaßt werden. Er fügte hinzu: „Mit Geburtsschmerzen wirst du Kinder hervorbringen, und dein tiefes Verlangen wird nach deinem Mann sein, und er wird über dich herrschen“ (1. Mose 3:16). Seitdem sind viele Frauen von ihrem Mann — oft brutal — beherrscht worden. Statt als Gehilfin und als Gegenstück geschätzt zu werden, wurden sie häufig eher wie Dienerinnen oder Sklavinnen behandelt.

      8 Doch was bedeutete die Erfüllung von 1. Mose 3:16 für Anbeterinnen Jehovas? Wurde ihnen eine Stellung der Minderwertigkeit und der Erniedrigung zugewiesen? Auf gar keinen Fall. Wie verhält es sich allerdings mit Bibelberichten über Sitten und Bräuche sowie Praktiken in Verbindung mit Frauen, die heute in manchen Kulturkreisen wahrscheinlich unannehmbar wären?

      Biblische Bräuche verstehen

      9. Welche drei Dinge müssen wir bei einer Betrachtung der Bräuche in Verbindung mit Frauen in biblischer Zeit im Sinn behalten?

      9 In biblischer Zeit wurden die Frauen unter Gottes Dienern gut behandelt. Bei einer Betrachtung der damaligen Bräuche in Verbindung mit Frauen ist es allerdings sinnvoll, bestimmte Dinge im Sinn zu behalten. Erstens: Wenn die Bibel von unzumutbaren Verhältnissen berichtet, die sich infolge der selbstsüchtigen Beherrschung durch gemeine Männer entwickelt hatten, heißt das nicht, daß Gott eine solche Behandlung der Frauen billigt. Zweitens: Jehova hat zwar gewisse Bräuche unter seinen Dienern eine Zeitlang geduldet, diese jedoch gesetzlich geregelt, um Frauen zu schützen. Drittens: Wir müssen uns unbedingt davor hüten, Bräuche des Altertums mit heutigen Maßstäben zu messen. Bestimmte Bräuche, die einem heute unangenehm erscheinen mögen, wurden von den Frauen damals nicht unbedingt als erniedrigend empfunden. Betrachten wir einige Beispiele.

      10. Wie betrachtete Jehova den Brauch der Polygamie, und was zeigt, daß er seinen ursprünglichen Maßstab der Monogamie nie aufgegeben hat?

      10 Polygamiea: Gemäß dem ursprünglichen Vorsatz Jehovas sollte eine Frau ihren Mann nicht mit einer anderen Frau teilen. Gott erschuf für Adam nur eine Frau (1. Mose 2:21, 22). Die Polygamie wurde erst nach der Rebellion in Eden unter der Nachkommenschaft Kains eingeführt. Sie entwickelte sich schließlich zu einem Brauch, den auch einige Anbeter Jehovas übernahmen (1. Mose 4:19; 16:1-3; 29:21-28). Jehova gestattete zwar die Polygamie, und sie diente zur Vermehrung der Bevölkerung Israels, aber er bewies gegenüber den Frauen Rücksichtnahme, indem er den Brauch gesetzlich regelte, wodurch die Frauen und ihre Kinder geschützt wurden (2. Mose 21:10, 11; 5. Mose 21:15-17). Außerdem gab Jehova seinen ursprünglichen Maßstab der Monogamie niemals auf. Noah und seine Söhne, denen ebenfalls geboten wurde, ‘fruchtbar zu sein und die Erde zu füllen’, waren monogam (1. Mose 7:7; 9:1; 2. Petrus 2:5). Gott bezeichnete sich selbst als monogamer Ehemann, als er sein Verhältnis zu Israel sinnbildlich beschrieb (Jesaja 54:1, 5). Gottes ursprünglicher Maßstab der Monogamie wurde außerdem von Jesus Christus wieder eingeführt und in der Christenversammlung des ersten Jahrhunderts praktiziert (Matthäus 19:4-8; 1. Timotheus 3:2, 12).

      11. Warum wurde in biblischer Zeit ein Brautpreis bezahlt, und wurden Frauen dadurch herabgewürdigt?

      11 Bezahlung eines Brautpreises: In dem Buch Das Alte Testament und seine Lebensordnungen wird gesagt: „Die Verpflichtung, eine Geldsumme an die Familie der Braut zu bezahlen oder eine entsprechende Ersatzleistung zu entrichten, gibt der israelitischen Eheschließung offensichtlich den Anschein eines Kaufvertrags. Aber der ... [Brautpreis] bedeutet weniger einen Kaufpreis für die Frau als ein Kompensationsgeld an die Familie“ (Kursivschrift von uns). Somit diente die Zahlung eines Brautpreises an die Angehörigen der Frau als Ausgleich für den Verlust ihrer Dienste sowie für die Anstrengungen und Ausgaben, die von seiten ihrer Angehörigen erforderlich gewesen waren, um für sie zu sorgen. Statt die Frau herabzuwürdigen, unterstrich der Brautpreis vielmehr ihren Wert für die Familie (1. Mose 34:11, 12; 2. Mose 22:16; siehe Wachtturm vom 15. Januar 1989, Seite 21 bis 24).

      12. (a) Wie wurden verheiratete Männer und Frauen in der Bibel manchmal bezeichnet, und nahmen Frauen Anstoß an diesen Bezeichnungen? (b) Inwiefern ist es bemerkenswert, welche Bezeichnungen Jehova in Eden gebrauchte? (Siehe Fußnote.)

      12 Ehemänner wurden als „Besitzer“ bezeichnet: Eine Begebenheit im Leben Abrahams und Saras, die sich um das Jahr 1918 v. u. Z. zutrug, zeigt, daß es zu jener Zeit offenbar üblich war, einen verheirateten Mann als „Besitzer“ (hebräisch: báʽal) und eine verheiratete Frau als ‘die jemandem Eigene’ (hebräisch: beʽuláh) zu bezeichnen (1. Mose 20:3). Diese Bezeichnungen werden in der Bibel auch später manchmal gebraucht, aber es gibt keinen Hinweis darauf, daß Frauen in vorchristlicher Zeit Anstoß daran nahmen (5. Mose 22:22).b Frauen durften nicht wie Sachwerte behandelt werden. Sachwerte konnten gekauft, verkauft und auch vererbt werden, nicht so eine Frau. „Das Erbe von Vätern ist ein Haus und Vermögen, aber eine verständige Ehefrau ist von Jehova“, lautet ein Bibelspruch (Sprüche 19:14; 5. Mose 21:14).

      Eine würdige Rolle

      13. Was bedeutete es für die Frauen, wenn sich gottesfürchtige Männer an das Beispiel Jehovas hielten und sein Gesetz beachteten?

      13 Wie war es denn um die Rolle der Frauen unter Gottes Dienern in vorchristlicher Zeit bestellt? Wie betrachtete und behandelte man sie? Einfach ausgedrückt: Wenn sich gottesfürchtige Männer an das Beispiel Jehovas hielten und sein Gesetz beachteten, blieb die Würde der Frauen gewahrt, und sie hatten viele Rechte und Vorrechte.

      14, 15. Welche Hinweise gibt es darauf, daß in Israel Frauen geachtet wurden, und warum kann Jehova zu Recht von seinen Anbetern erwarten, daß sie Frauen achten?

      14 Frauen mußten geachtet werden. In dem Gesetz, das Gott Israel gab, wurde geboten, Vater und Mutter zu achten (2. Mose 20:12; 21:15, 17). „Ihr solltet ein jeder seine Mutter und seinen Vater fürchten“, heißt es in 3. Mose 19:3. Als Bathseba bei einer Gelegenheit ihren Sohn Salomo aufsuchte, „erhob sich der König [sogleich], ihr entgegen, und beugte sich vor ihr nieder“, was eine Geste der Achtung war (1. Könige 2:19). In der Encyclopaedia Judaica wird gesagt: „Die prophetischen Vergleiche, daß die Liebe Gottes zu Israel der Liebe eines Mannes zu seiner Frau entsprach, konnten nur in einer Gesellschaft herangezogen werden, in der die Frauen geachtet wurden.“

      15 Jehova erwartet von seinen Anbetern, daß sie — genauso wie er — Frauen achten. Hinweise darauf liefern Bibeltexte, in denen Jehova Erfahrungen von Frauen als Veranschaulichung verwendet und seine eigenen Gefühle mit denen von Frauen vergleicht (Jesaja 42:14; 49:15; 66:13). Das hilft dem Leser zu verstehen, wie Jehova empfindet. Interessanterweise ist das hebräische Wort für „Barmherzigkeit“ oder „Erbarmen“, das Jehova auf sich selbst anwendet, nahe verwandt mit dem Wort für „Mutterleib“ und kann mit „mütterliche Gefühle“ wiedergegeben werden (2. Mose 33:19; Jesaja 54:7).

      16. Welche Beispiele zeigen, daß der Rat von gottgefälligen Frauen geschätzt wurde?

      16 Der Rat von gottgefälligen Frauen wurde geschätzt. Als der gottesfürchtige Abraham bei einer Gelegenheit zögerte, den Rat seiner gottgefälligen Frau Sara zu befolgen, sagte Jehova zu ihm: „Höre auf ihre Stimme“ (1. Mose 21:10-12). Die hethitischen Frauen Esaus „waren für Isaak und Rebekka ein Anlaß zur Bitterkeit des Geistes“. Rebekka äußerte sich schließlich darüber, was für eine Belastung es für sie wäre, wenn ihr Sohn Jakob ebenfalls eine Hethiterin heiraten würde. Wie reagierte Isaak? Der Bericht lautet: „Demzufolge rief Isaak den Jakob und segnete ihn und gebot ihm und sprach zu ihm: ‚Du sollst keine Frau von den Töchtern Kanaans nehmen.‘“ Obwohl Rebekka ihrem Mann gar keinen direkten Rat gegeben hatte, traf er eine Entscheidung, die ihre Gefühle berücksichtigte (1. Mose 26:34, 35; 27:46; 28:1). König David wurde später vor Blutschuld bewahrt, weil er auf das eindringliche Bitten Abigails hörte (1. Samuel 25:32-35).

      17. Was zeigt, daß Frauen ein Maß an Autorität in der Familie hatten?

      17 Frauen hatten ein Maß an Autorität in der Familie. Kinder wurden aufgefordert: „Höre, mein Sohn, auf die Zucht deines Vaters, und verlaß nicht das Gesetz deiner Mutter“ (Sprüche 1:8). Die Beschreibung der „tüchtigen Ehefrau“ in Sprüche, Kapitel 31 beweist, daß eine fleißige verheiratete Frau nicht nur den Haushalt führte, sondern auch Grundstücksgeschäfte tätigen, ein ertragreiches Feld bewirtschaften und ein kleines Geschäft führen konnte und auch für ihre Worte der Weisheit bekannt war. Am wichtigsten war jedoch, daß die lobenswerte Frau Jehova gegenüber Ehrfurcht hatte. Kein Wunder, daß der Wert einer solchen Frau „weit über den von Korallen“ ging! Kostbare rote Korallen wurden als Schmuckstücke und zu Dekorationszwecken hoch geschätzt (Sprüche 31:10-31).

      Frauen, die Gottes besondere Gunst erlangten

      18. Inwiefern wurde in biblischer Zeit einigen Frauen besondere Gunst gewährt?

      18 Die Achtung, die Jehova vor Frauen hat, zeigte sich in der besonderen Gunst, die er einigen von ihnen in biblischer Zeit gewährte. Hagar, Sara und die Frau Manoachs wurden von Engeln aufgesucht, die ihnen göttliche Anleitung überbrachten (1. Mose 16:7-12; 18:9-15; Richter 13:2-5). In der Stiftshütte gab es ‘diensttuende Frauen’, und am Hof Salomos dienten Sängerinnen (2. Mose 38:8; 1. Samuel 2:22; Prediger 2:8).

      19. Wofür gebrauchte Jehova manchmal Frauen, die ihn vertraten?

      19 Mehrmals im Verlauf der Geschichte Israels gebrauchte Jehova Frauen, die ihn vertraten oder für ihn sprachen. Wir lesen mit Bezug auf die Prophetin Debora: „Die Söhne Israels gingen jeweils zu ihr hinauf zum Gericht“ (Richter 4:5). Nach Israels Sieg über den Kanaaniterkönig Jabin erhielt Debora ein ganz besonderes Vorrecht. Das Siegeslied, das schließlich zu einem Bestandteil des von Jehova inspirierten Bibelberichts wurde, war — zumindest teilweise — offensichtlich von ihr komponiert worden (Richter, Kapitel 5).c Jahrhunderte später sandte König Josia eine Delegation, zu der auch der Hohepriester gehörte, zur Prophetin Hulda, die Jehova befragen sollte. Hulda konnte autoritativ antworten: „Dies ist, was Jehova, der Gott Israels, gesagt hat“ (2. Könige 22:11-15). Bei dieser Gelegenheit gebot der König der Delegation zwar, zu einer Prophetin zu gehen, aber dies geschah, um Anleitung von Jehova zu erhalten. (Vergleiche Maleachi 2:7.)

      20. Welche Beispiele lassen Jehovas Sorge um die Gefühle und das Wohl von Frauen erkennen?

      20 Jehovas Sorge um das Wohl von Frauen lassen jene Fälle erkennen, in denen er zugunsten seiner Anbeterinnen handelte. Zweimal griff er ein, um Abrahams schöne Frau Sara davor zu bewahren, daß ihr Gewalt angetan wurde (1. Mose 12:14-20; 20:1-7). Gott erwies Lea, Jakobs weniger geliebter Frau, Gunst, indem er ‘ihren Mutterschoß öffnete’, so daß sie einen Sohn gebar (1. Mose 29:31, 32). Als zwei gottesfürchtige israelitische Hebammen in Ägypten ihr Leben riskierten, um hebräische Knaben vor der Ermordung zu bewahren, zeigte Jehova seine Wertschätzung dadurch, daß er ihnen „Familien schenkte“ (2. Mose 1:17, 20, 21). Er erhörte auch Hannas inbrünstiges Gebet (1. Samuel 1:10, 20). Und als der Gläubiger der Witwe eines Propheten drohte, ihr die Kinder wegzunehmen, wenn sie ihre Schulden nicht bezahlen würde, ließ Jehova sie nicht im Stich. Gott befähigte liebevollerweise den Propheten Elisa, ihren Ölvorrat zu vermehren, damit sie die Schulden bezahlen konnte. Dadurch wurde ihre Familie nicht auseinandergerissen, und ihre Würde blieb gewahrt (2. Mose 22:22, 23; 2. Könige 4:1-7).

      21. Welche ausgeglichene Beschreibung des Loses der Frauen enthalten die Hebräischen Schriften?

      21 Die Hebräischen Schriften vermitteln keineswegs eine geringschätzige Ansicht über Frauen, sondern enthalten eine ausgeglichene Beschreibung ihres Loses inmitten der Diener Gottes. Jehova bewahrte seine Anbeterinnen zwar nicht vor der Erfüllung von 1. Mose 3:16, doch gottesfürchtige Männer, die das Beispiel Jehovas nachahmten und sein Gesetz beachteten, behandelten Frauen mit Würde und Respekt.

      22. Wie hatte sich, als Jesus auf der Erde war, die Rolle der Frau geändert, und welche Fragen erheben sich?

      22 In den Jahrhunderten nach Vollendung der Hebräischen Schriften änderte sich im Judentum die Stellung der Frau. Als Jesus auf der Erde lebte, waren Frauen auf Grund rabbinischer Traditionen in ihren religiösen Vorrechten und in ihrem gesellschaftlichen Leben starken Einschränkungen unterworfen. Beeinflußten solche Traditionen die Art und Weise, wie Jesus Frauen behandelte? Wie sollten christliche Frauen heute behandelt werden? Diese Fragen werden im nächsten Artikel besprochen.

      [Fußnoten]

      a Gemäß dem Deutschen Wörterbuch von Brockhaus-Wahrig bedeutet „Polygamie“ die „Ehegemeinschaft eines Mannes mit mehreren Frauen od. einer Frau mit mehreren Männern“. Der speziellere Begriff „Polygynie“ bezeichnet die „Ehegemeinschaft eines Mannes mit mehreren Frauen“.

      b In den Hebräischen Schriften werden verheiratete Männer und Frauen viel öfter als „Mann“ (hebräisch: ʼisch) und „Frau“ (hebräisch: ʼischscháh) bezeichnet. Jehova gebrauchte in Eden zum Beispiel nicht die Bezeichnungen „Besitzer“ und ‘die jemandem Eigene’, sondern „Mann“ und „Frau“ (1. Mose 2:24; 3:16, 17). In der Prophezeiung Hoseas wurde vorausgesagt, daß Israel nach der Rückkehr aus dem Exil Jehova reuevoll „mein Mann“ nennen würde und nicht mehr „mein Besitzer“. Das kann ein Hinweis darauf sein, daß das Wort „Mann“ einen liebevolleren Beiklang hatte als „Besitzer“ (Hosea 2:16).

      c Bemerkenswert ist in Richter 5:7 der Gebrauch der ersten Person mit Bezug auf Debora.

  • Christinnen verdienen Ehre und Respekt
    Der Wachtturm 1995 | 15. Juli
    • Christinnen verdienen Ehre und Respekt

      „Ihr Ehemänner, wohnt ... weiterhin bei ihnen gemäß Erkenntnis, indem ihr ihnen als einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, Ehre zuteil werden laßt“ (1. PETRUS 3:7).

      1, 2. (a) Worüber machte man sich Gedanken, als Jesus an einem Brunnen mit einer Samariterin sprach, und warum? (Siehe auch Fußnote.) (b) Was zeigte Jesus dadurch, daß er einer Samariterin predigte?

      GEGEN Endes des Jahres 30 u. Z. saß Jesus eines Tages zur Mittagszeit an einem alten Brunnen bei der Stadt Sychar; hier offenbarte er seine Ansicht darüber, wie Frauen behandelt werden sollten. Er war den ganzen Vormittag durch das Hügelland von Samaria gewandert und war deshalb müde, hungrig und durstig an diesem Brunnen angekommen. Während er dort saß, kam eine Samariterin, um Wasser zu schöpfen. „Gib mir zu trinken“, sagte Jesus zu ihr. Die Frau muß ihn daraufhin erstaunt angesehen haben. Sie fragte: „Wie kommt es, daß du, obwohl du ein Jude bist, mich um einen Trunk bittest, da ich doch eine samaritische Frau bin?“ Als die Jünger später zurückkehrten, nachdem sie Lebensmittel gekauft hatten, waren sie überrascht, und sie wunderten sich, daß Jesus „mit einer Frau redete“ (Johannes 4:4-9, 27).

      2 Was veranlaßte die Frau, diese Frage zu stellen, und wie kam es, daß sich die Jünger Gedanken machten? Sie war eine Samariterin, und die Juden verkehrten nicht mit Samaritern (Johannes 8:48). Offensichtlich gab es aber noch einen weiteren Grund, verwundert zu sein. Zu jener Zeit riet die rabbinische Tradition Männern davon ab, in der Öffentlichkeit mit Frauen zu sprechen.a Doch Jesus predigte dieser aufrichtigen Frau ganz offen und enthüllte ihr sogar, daß er der Messias war (Johannes 4:25, 26). Jesus zeigte dadurch, daß er sich nicht an unbiblische Traditionen gebunden fühlte, einschließlich derjenigen, durch die Frauen herabgewürdigt wurden (Markus 7:9-13). Ganz im Gegenteil, durch das, was Jesus tat und lehrte, zeigte er, daß Frauen mit Ehre und Respekt behandelt werden sollten.

      Wie Jesus Frauen behandelte

      3, 4. (a) Wie behandelte Jesus die Frau, die sein Gewand berührt hatte? (b) Wodurch gab Jesus christlichen Männern, vor allem Aufsehern, ein gutes Beispiel?

      3 Jesu herzliches Mitgefühl für die Menschen zeigte sich auch darin, wie er Frauen behandelte. Bei einer Gelegenheit suchte eine Frau, die seit 12 Jahren an einem Blutfluß litt, in einer Volksmenge nach Jesus. Auf Grund ihres Zustands war sie rituell unrein, sie durfte sich also dort gar nicht aufhalten (3. Mose 15:25-27). Doch sie war so verzweifelt, daß sie zwischen den Leuten durchschlüpfte, bis sie sich hinter Jesus befand. Als sie sein Gewand berührte, wurde sie unverzüglich geheilt. Jesus blieb stehen, obwohl er eigentlich zum Haus des Jairus gehen wollte, dessen Tochter schwer krank war. Da er spürte, daß Kraft von ihm ausgegangen war, wandte er sich um, um zu sehen, wer ihn angerührt hatte. Schließlich fiel die Frau zitternd vor ihm nieder. Schalt Jesus sie, weil sie sich in der Volksmenge aufgehalten oder ohne Erlaubnis sein Gewand angerührt hatte? Im Gegenteil, er erwies sich als sehr mitfühlend und freundlich. „Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht“, sagte er. Das war das einzige Mal, daß Jesus eine Frau direkt mit „Tochter“ ansprach. Wie sehr diese Äußerung sie erleichtert haben mußte! (Matthäus 9:18-22; Markus 5:21-34).

      4 Jesus beharrte nicht auf dem Buchstaben des Gesetzes. Er sah den Geist hinter dem Gesetz sowie die Notwendigkeit, barmherzig und mitfühlend zu sein. (Vergleiche Matthäus 23:23.) Jesus erkannte, in welch verzweifeltem Zustand sich die kranke Frau befand, und er berücksichtigte, daß sie aus Glauben gehandelt hatte. Er gab dadurch christlichen Männern, vor allem Aufsehern, ein gutes Beispiel. Wenn eine christliche Schwester persönliche Probleme hat oder in einer besonders schwierigen oder prüfungsreichen Situation steckt, sollten sich Älteste bemühen, die Ursache ihrer momentanen Äußerungen oder Handlungen zu ergründen sowie die Umstände und die Beweggründe zu berücksichtigen. Auf Grund dieser Einsicht werden sie möglicherweise zu dem Schluß kommen, daß statt Rat und Zurechtweisung eher Geduld, Verständnis und Mitgefühl erforderlich sind (Sprüche 10:19; 16:23; 19:11).

      5. (a) Welche Einschränkungen wurden Frauen durch rabbinische Traditionen auferlegt? (Siehe Fußnote.) (b) Wer waren die ersten, die den auferstandenen Jesus sahen und dies bezeugten?

      5 Infolge der Einschränkungen durch rabbinische Traditionen konnten Frauen zur Zeit Jesu nicht als Zeugen vor Gericht aussagen.b Betrachten wir jedoch, was am Morgen des 16. Nisan 33 u. Z. kurz nach Jesu Auferstehung von den Toten geschah. Wer waren die ersten, die den auferstandenen Jesus sahen und den anderen Jüngern bezeugen sollten, daß ihr Herr auferweckt worden war? Es waren jene Frauen, die in Sichtweite der Hinrichtungsstätte gestanden hatten, bis Jesus gestorben war (Matthäus 27:55, 56, 61).

      6, 7. (a) Was sagte Jesus zu den Frauen, die zum Grab gegangen waren? (b) Wie reagierten die Männer unter Jesu Jüngern zunächst auf das Zeugnis der Frauen, und was können wir daraus lernen?

      6 Frühmorgens am ersten Tag der Woche gingen Maria Magdalene und andere Frauen mit Gewürzen zum Grab, um Jesu Leichnam damit zu behandeln. Weil sie das Grab leer vorfanden, lief Maria los, um es Petrus und Johannes zu berichten. Die anderen Frauen blieben am Grab. Kurz darauf erschien ihnen ein Engel und sagte ihnen, daß Jesus auferstanden war. ‘Geht eilends, und sagt es seinen Jüngern’, forderte der Engel sie auf. Als die Frauen loseilten, um die Neuigkeit zu verbreiten, erschien ihnen Jesus. „Geht, berichtet meinen Brüdern“, forderte er sie auf (Matthäus 28:1-10; Markus 16:1, 2; Johannes 20:1, 2). Maria Magdalene, die nichts von dem Engel wußte, kehrte traurig zu dem leeren Grab zurück. Dort erschien ihr Jesus, und nachdem sie ihn schließlich erkannt hatte, sagte er: „Geh ... zu meinen Brüdern hin, und sag ihnen: ‚Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und zu meinem Gott und eurem Gott‘“ (Johannes 20:11-18; vergleiche Matthäus 28:9, 10).

      7 Jesus hätte auch zuerst Männern erscheinen können, zum Beispiel Petrus, Johannes oder anderen seiner Jünger. Statt dessen beschloß er, diese Frauen dadurch zu begünstigen, daß er sie zu den ersten Augenzeugen seiner Auferstehung machte und sie beauftragte, dies den Männern unter seinen Jüngern zu bezeugen. Wie reagierten die Betreffenden zunächst? Der Bericht lautet: „Ihnen [erschienen] diese Reden wie Unsinn, und sie wollten den Frauen nicht glauben“ (Lukas 24:11). Konnte es sein, daß es ihnen deshalb so schwer fiel, das Zeugnis anzunehmen, weil es von Frauen stammte? Sie erhielten jedenfalls im Laufe der Zeit reichlich Beweise dafür, daß Jesus von den Toten auferstanden war (Lukas 24:13-46; 1. Korinther 15:3-8). Auch heute handeln christliche Männer weise, wenn sie die Beobachtungen ihrer Glaubensschwestern berücksichtigen. (Vergleiche 1. Mose 21:12.)

      8. Was zeigte Jesus durch die Art und Weise, wie er Frauen behandelte?

      8 Die Art und Weise, wie Jesus Frauen behandelte, geht wirklich zu Herzen. Wenn er mit Frauen zu tun hatte, war er stets mitfühlend und völlig ausgeglichen, sie wurden von ihm weder erhöht noch herabgesetzt (Johannes 2:3-5). Er wies die rabbinischen Traditionen zurück, die Frauen die Würde nahmen und das Wort Gottes ungültig machten. (Vergleiche Matthäus 15:3-9.) Dadurch, daß Jesus Frauen mit Ehre und Respekt behandelte, erfuhren sie aus erster Hand, wie Jehova Gott über die Behandlung von Frauen denkt (Johannes 5:19). Jesus gab christlichen Männern außerdem ein hervorragendes Beispiel, das sie nachahmen sollen (1. Petrus 2:21).

      Was Jesus mit Bezug auf Frauen lehrte

      9, 10. Wodurch verwarf Jesus rabbinische Traditionen in bezug auf Frauen, und was antwortete er den Pharisäern auf ihre Frage zum Thema Scheidung?

      9 Jesus verwarf die rabbinischen Traditionen, und er würdigte Frauen nicht nur durch sein Handeln, sondern auch durch das, was er lehrte. Betrachten wir beispielsweise, was er in bezug auf Scheidung und Ehebruch sagte.

      10 Jesus wurde zum Thema Scheidung die Frage gestellt: „Ist es einem Mann erlaubt, sich von seiner Frau aus jedem beliebigen Grund scheiden zu lassen?“ Gemäß dem Bericht des Markus sagte Jesus: „Wer immer sich von seiner Frau scheiden läßt [ausgenommen aufgrund von Hurerei] und eine andere heiratet, begeht ihr gegenüber Ehebruch, und wenn eine Frau, nachdem sie sich von ihrem Mann scheiden ließ, je einen anderen heiratet, so begeht sie Ehebruch“ (Matthäus 19:3, 9; Markus 10:10-12). Diese einfachen Worte bewiesen Respekt vor der Würde von Frauen. Wieso?

      11. Was zeigte Jesus mit den Worten „ausgenommen aufgrund von Hurerei“ in bezug auf den Ehebund?

      11 Erstens wies Jesus mit den Worten „ausgenommen aufgrund von Hurerei“ (die im Matthäusevangelium stehen) darauf hin, daß der Ehebund nicht leichtgenommen oder leichtfertig gebrochen werden darf. Die vorherrschende rabbinische Lehre erlaubte einem Mann, sich wegen nichtiger Gründe von seiner Frau scheiden zu lassen, zum Beispiel, weil sie das Essen verdorben oder mit einem Fremden gesprochen hatte. Und eine Scheidung wurde sogar gestattet, wenn ein Mann eine Frau fand, die ihm besser gefiel. Ein Bibelgelehrter schrieb: „Als Jesus unmißverständlich Stellung ... bezog, indem er eine Lanze für die Frauen brach, suchte er der Ehe die ihr zukommende Stellung wiederzugeben.“ Ja, die Ehe soll eine dauerhafte Verbindung sein, in der sich eine Frau sicher fühlen kann (Markus 10:6-9).

      12. Welche Auffassung vertrat Jesus durch die Aussage „begeht ihr gegenüber Ehebruch“?

      12 Zweitens vertrat Jesus durch die Aussage „begeht ihr gegenüber Ehebruch“ eine Auffassung, die von den rabbinischen Gerichtshöfen nicht anerkannt wurde — die Vorstellung, daß ein Mann Ehebruch gegenüber seiner Frau begehen konnte. In einem Bibelkommentar heißt es: „Im rabbinischen Judaismus konnte eine Frau durch Untreue Ehebruch gegenüber ihrem Mann begehen; und ein Mann, der mit der Frau eines anderen Geschlechtsbeziehungen hatte, beging diesem gegenüber Ehebruch. Aber ein Mann konnte niemals Ehebruch gegenüber seiner Frau begehen, ganz gleich, was er tat. Dadurch, daß Jesus den Mann unter dieselbe moralische Verpflichtung stellte wie die Frau, erhöhte er den Status und die Würde der Frauen“ (The Expositor’s Bible Commentary).

      13. Wie zeigte Jesus, daß im christlichen System in bezug auf Scheidung für Mann und Frau derselbe Maßstab gelten sollte?

      13 Drittens erkannte Jesus durch die Worte „nachdem sie sich von ihrem Mann scheiden ließ“ der Frau das Recht zu, sich von ihrem untreuen Ehemann scheiden zu lassen — ein Vorgehen, das offenbar bekannt, aber zu jener Zeit unter dem jüdischen Gesetz unüblich war.c Man sagte: „Die Frau kann mit und auch gegen ihren Willen entlassen werden, der Mann kann nur mit seinem Einverständnis geschieden werden.“ Gemäß Jesu Worten sollte im christlichen System für Mann und Frau derselbe Maßstab gelten.

      14. Was ließ Jesus durch seine Lehren erkennen?

      14 Jesu Lehren offenbaren wirklich aufrichtiges Interesse am Wohl der Frauen. Es ist daher unschwer zu verstehen, warum viele Frauen eine solche Liebe für Jesus empfanden, daß sie mit ihrer eigenen Habe für seine Bedürfnisse sorgten (Lukas 8:1-3). „Was ich lehre, ist nicht mein“, sagte Jesus, „sondern gehört dem, der mich gesandt hat“ (Johannes 7:16). Jesus spiegelte durch das, was er lehrte, die liebevolle Rücksichtnahme Jehovas gegenüber Frauen wider.

      ‘Ihnen Ehre zuteil werden lassen’

      15. Was schrieb der Apostel Petrus über die Frage, wie Männer ihre Frau behandeln sollten?

      15 Der Apostel Petrus hatte mit eigenen Augen beobachten können, wie Jesus Frauen behandelte. Etwa 30 Jahre später gab Petrus zunächst Ehefrauen liebevollen Rat und schrieb dann: „Ihr Ehemänner, wohnt gleicherweise weiterhin bei ihnen gemäß Erkenntnis, indem ihr ihnen als einem schwächeren Gefäß, dem weiblichen, Ehre zuteil werden laßt, da auch ihr mit ihnen Erben der unverdienten Gunst des Lebens seid, damit eure Gebete nicht behindert werden“ (1. Petrus 3:7). Was meinte Petrus mit den Worten ‘ihnen Ehre zuteil werden lassen’?

      16. (a) Was bedeutet das mit „Ehre“ wiedergegebene griechische Wort? (b) Wie wurde Jesus bei der Umgestaltung von Jehova geehrt, und was lernen wir daraus?

      16 Gemäß einem Lexikographen bedeutet das mit „Ehre“ wiedergegebene griechische Substantiv (timḗ) unter anderem „Wert, Preis“ oder „Schätzung“. Andere Formen dieses griechischen Wortes werden mit „Gaben“ und „kostbar“ übersetzt (Apostelgeschichte 28:10; 1. Petrus 2:7). Wir erhalten Aufschluß darüber, was es bedeutet, jemanden zu ehren, wenn wir uns vor Augen führen, wie Petrus eine Form dieses Wortes in 2. Petrus 1:17 gebrauchte. Dort sagte er mit Bezug auf die Umgestaltung Jesu: „Er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Herrlichkeit, als von der großartigen Herrlichkeit Worte wie diese an ihn ergingen: ‚Dieser ist mein Sohn, mein geliebter, an dem ich selbst Wohlgefallen gefunden habe.‘“ Bei der Umgestaltung Jesu ehrte Jehova seinen Sohn dadurch, daß er erklärte, an ihm Wohlgefallen gefunden zu haben, und Gott tat dies vor anderen (Matthäus 17:1-5). Der Mann, der seine Frau ehrt, wird sie daher nie demütigen oder herabwürdigen. Er zeigt statt dessen durch seine Worte und seine Taten — im Privatleben und in der Öffentlichkeit —, daß er sie schätzt (Sprüche 31:28-30).

      17. (a) Warum gebührt christlichen Ehefrauen Ehre? (b) Warum darf ein Mann nicht denken, er sei in Gottes Augen wertvoller als eine Frau?

      17 Eine solche Ehre, sagte Petrus, sollen Christen ihrer Frau ‘zuteil werden lassen’. Es ist kein Gunsterweis, sondern etwas, was einer Frau rechtmäßig gebührt. Warum wird Frauen eine solche Ehre zuerkannt? „Da auch ihr mit ihnen Erben der unverdienten Gunst des Lebens seid“, erklärte Petrus. Im ersten Jahrhundert u. Z. waren alle Männer und Frauen, die den Brief des Petrus erhielten, zu Miterben Christi Berufene (Römer 8:16, 17; Galater 3:28). Frauen trugen in der Versammlung zwar nicht dieselbe Verantwortung wie Männer, aber sie sollten einmal an der Herrschaft mit Christus im Himmel teilhaben (Offenbarung 20:6). Auch heute, wo die meisten Glieder des Volkes Gottes die irdische Hoffnung haben, würde ein Christ einen schweren Fehler begehen, wenn er denkt, wegen seiner Vorrechte in der Versammlung in Gottes Augen wertvoller zu sein als eine Frau. (Vergleiche Lukas 17:10.) Männer und Frauen stehen bei Gott in demselben geistigen Ansehen, denn durch Jesu Opfertod wurde Männern und Frauen dieselbe Möglichkeit eröffnet — von der Verdammnis unter Sünde und Tod befreit zu werden mit der Aussicht auf ewiges Leben (Römer 6:23).

      18. Welchen zwingenden Grund nannte Petrus, warum ein Mann seine Frau ehren sollte?

      18 Petrus nannte einen weiteren zwingenden Grund, warum ein Mann seine Frau ehren sollte, nämlich, ‘damit seine Gebete nicht behindert werden’. Dem Ausdruck „behindert werden“ liegt ein griechisches Verb (enkópto) zugrunde, das wörtlich „einschneiden“ bedeutet. Gemäß einem Wörterbuch „wurde es gebraucht, wenn man Menschen behinderte, indem man die Straße zerstörte oder ein Hindernis direkt auf den Weg legte“ (W. E. Vine, Expository Dictionary of New Testament Words). Ein Mann, der es versäumt, seiner Frau Ehre zuteil werden zu lassen, müßte feststellen, daß sich eine „Straßensperre“ zwischen seinen Gebeten und Gott befindet. Der Mann mag sich unwürdig fühlen, sich Gott zu nahen, oder Jehova mag nicht geneigt sein, ihn anzuhören. Für Jehova ist es offensichtlich sehr wichtig, wie Männer ihre Frau behandeln. (Vergleiche Klagelieder 3:44.)

      19. Wie können Männer und Frauen in der Versammlung im Geist des gegenseitigen Respekts gemeinsam dienen?

      19 Die Verpflichtung, dem Ehepartner Ehre zu erweisen, ist allerdings nicht auf Ehemänner beschränkt. Während ein Mann seine Frau dadurch ehren sollte, daß er sie liebevoll und mit Würde behandelt, sollte eine Frau ihren Mann ehren, indem sie ihm untertan ist und tiefen Respekt zeigt (1. Petrus 3:1-6). Paulus ermahnte Christen außerdem, einander „Ehrerbietung“ zu erweisen (Römer 12:10). Männer und Frauen in der Versammlung werden somit aufgefordert, im Geist des gegenseitigen Respekts gemeinsam zu dienen. Wenn dieser Geist vorherrscht, werden Christinnen nicht durch Gerede die Autorität derjenigen untergraben, die die Führung innehaben. Sie werden statt dessen die Ältesten unterstützen und mit ihnen zusammenarbeiten (1. Korinther 14:34, 35; Hebräer 13:17). Christliche Aufseher ihrerseits werden ‘ältere Frauen wie Mütter, jüngere Frauen wie Schwestern mit aller Keuschheit’ behandeln (1. Timotheus 5:1, 2). Die Ältesten werden den Äußerungen ihrer christlichen Schwestern klugerweise freundliche Beachtung schenken. Wenn eine Schwester, die die theokratische Leitung durch ein Haupt anerkennt, respektvoll eine Frage stellt oder sogar auf etwas hinweist, was der Aufmerksamkeit bedarf, werden sich die Ältesten daher gern mit ihrer Frage oder ihrem Problem beschäftigen.

      20. Wie sollen Frauen gemäß dem Bibelbericht behandelt werden?

      20 Seit dem Sündenfall in Eden wurde Frauen in vielen Kulturen eine unehrenhafte Stellung zugewiesen. Doch das ist nicht die Art der Behandlung, die Jehova ursprünglich für sie vorgesehen hatte. Der Bericht in den Hebräischen und in den Christlichen Griechischen Schriften zeigt deutlich, daß gottgefällige Frauen ungeachtet der kulturellen Ansichten über Frauen mit Ehre und Respekt behandelt werden müssen. Dieses Recht hat Gott ihnen verliehen.

      [Fußnoten]

      a In der International Standard Bible Encyclopedia wird erklärt: „Frauen aßen nicht mit männlichen Gästen, und Männern wurde davon abgeraten, mit Frauen zu sprechen. ... Besonders skandalös war das Gespräch mit einer Frau auf einem öffentlichen Platz.“ In der jüdischen Mischna, einer Sammlung rabbinischer Lehren, wurde der Rat gegeben: „Unterhalte dich nicht viel mit einem Weibe.  ... Jeder, der sich viel mit einem Weibe unterhält, zieht sich Unheil zu, er wird abgehalten von den Worten der Tora, und das Ende ist, daß er die Gehenna ererbt“ (Aboth 1:5).

      b In dem Buch Palestine in the Time of Christ heißt es: „In manchen Fällen wurde die Frau fast auf eine Stufe mit den Sklaven gestellt. Sie durfte beispielsweise nicht vor Gericht aussagen, außer um den Tod ihres Mannes zu bezeugen.“ In der Mischna wird mit Bezug auf 3. Mose 5:1 gesagt: „Das Gesetz über den Zeugniss-Eid gilt nur bei Männern, nicht bei Weibern“ (Schewuot 4:1).

      c Der jüdische Geschichtsschreiber Josephus berichtete im ersten Jahrhundert, daß Salome, die Schwester des Königs Herodes, „ihrem Gatten einen Scheidebrief [schickte], was aber den Gesetzen der Juden zuwider war. Denn [nur] einem Manne ist es wohl bei uns gestattet, das zu thun“ (Jüdische Altertümer, 15. Buch, 7. Kapitel, Absatz 10).

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