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  • Frauen, die das Herz Jehovas erfreuten
    Der Wachtturm 2003 | 1. November
    • Frauen, die das Herz Jehovas erfreuten

      „Möge Jehova deine Handlungsweise belohnen, und möge dir ein vollkommener Lohn von Jehova ... zuteil werden“ (RUTH 2:12).

      1, 2. Wieso ist es gut für uns, über Frauen aus der Bibel nachzudenken, die das Herz Jehovas erfreuten?

      AUS Gottesfurcht widersetzten sich zwei Frauen dem Befehl eines Pharaos. Aus Glauben riskierte eine Prostituierte ihr Leben und beschützte zwei israelitische Kundschafter. Durch Klugheit und Demut konnte eine Frau in einer brenzligen Situation viele Menschenleben retten und den von Jehova ausersehenen König vor Blutschuld bewahren. Aus Glauben an Jehova Gott und aus Gastfreundschaft gab eine Witwe und Mutter einem Propheten Gottes ihr letztes bisschen Essen. Das sind nur einige der vielen biblischen Beispiele von Frauen, die das Herz Jehovas erfreuten.

      2 Wie Jehova solche Frauen ansah und wie er sie segnete, macht deutlich, dass bei ihm geistige Qualitäten, die vom Geschlecht völlig unabhängig sind, an allererster Stelle stehen. In der heutigen Welt, in der hauptsächlich Äußerlichkeiten zählen, ist es nicht leicht, inneren, geistigen Werten den Vorrang zu geben. Und doch kann man es schaffen, wie die Millionen gottesfürchtigen Frauen beweisen, die einen Großteil des Volkes Gottes von heute ausmachen. Diese Christinnen nehmen sich an dem Glauben, der Umsicht, der Gastfreundschaft und an anderen guten Eigenschaften gottesfürchtiger Frauen aus der Bibel ein Beispiel. Selbstverständlich legen auch christliche Männer Wert darauf, die Eigenschaften dieser vorbildlichen Frauen aus alter Zeit nachzuahmen. Um zu sehen, wie wir uns darin noch verbessern können, wollen wir die biblischen Berichte über die erwähnten Frauen etwas genauer untersuchen (Römer 15:4; Jakobus 4:8).

      Frauen, die sich dem Befehl eines Pharaos widersetzten

      3, 4. (a) Warum widersetzten sich Schiphra und Pua dem Befehl des Pharaos, jeden neugeborenen israelitischen Jungen zu töten? (b) Wie belohnte Jehova die beiden Hebammen für ihren Mut und ihre Gottesfurcht?

      3 Bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen wollten sich viele, die des Massenmordes angeklagt wurden, damit herausreden, sie hätten lediglich Befehle ausgeführt. Vergleichen wir das einmal mit dem Verhalten der zwei israelitischen Hebammen Schiphra und Pua, die im alten Ägypten unter einem namentlich nicht genannten tyrannischen Pharao lebten. Das große Bevölkerungswachstum unter den Hebräern machte diesem Pharao Angst, und er befahl den beiden Hebammen, jeden neugeborenen hebräischen Jungen zu töten. Wie reagierten die Frauen auf diesen grausigen Befehl? „Sie taten nicht so, wie der König von Ägypten zu ihnen geredet hatte, sondern sie bewahrten jeweils die männlichen Kinder am Leben.“ Warum siegte bei diesen Frauen nicht die Menschenfurcht? Weil sie ‘den wahren Gott fürchteten’ (2. Mose 1:15, 17; 1. Mose 9:6).

      4 Die Hebammen suchten bei Jehova Zuflucht und er wurde ihnen zum „Schild“, um sie vor dem Zorn Pharaos zu schützen (2. Samuel 22:31; 2. Mose 1:18-20). Doch damit hörte der Segen Jehovas noch längst nicht auf. Schiphra und Pua wurden mit eigenen Kindern belohnt. Und Jehova ehrte diese Frauen sogar damit, dass er ihre Namen und Taten für künftige Generationen in seinem inspirierten Wort verewigte, während der Name des Pharaos im Strom der Zeit verschwunden ist (2. Mose 1:21; 1. Samuel 2:30b; Sprüche 10:7).

      5. Worin ähneln viele Christinnen von heute Schiphra und Pua, und wie werden sie von Jehova belohnt?

      5 Gibt es auch heute Frauen wie Schiphra und Pua? Mit Sicherheit! Jahr für Jahr predigen Tausende von ihnen furchtlos die lebensrettende Botschaft der Bibel in Ländern, wo das auf „Befehl des Königs“ verboten ist, und riskieren dabei ihre Freiheit oder sogar ihr Leben (Hebräer 11:23; Apostelgeschichte 5:28, 29). Aus Liebe zu Gott und ihrem Nächsten lassen sie sich von niemandem abhalten, anderen die gute Botschaft von Gottes Königreich zu überbringen. Viele müssen deswegen Gegnerschaft und Verfolgung auf sich nehmen (Markus 12:30, 31; 13:9-13). Wie schon bei Schiphra und Pua nimmt Jehova genau Notiz von den Taten dieser mutigen Frauen und zeigt ihnen seine Liebe dadurch, dass er ihre Namen in seinem „Buch des Lebens“ bewahrt — vorausgesetzt natürlich, dass sie bis zum Ende treu bleiben (Philipper 4:3; Matthäus 24:13).

      Eine ehemalige Prostituierte erfreute das Herz Jehovas

      6, 7. (a) Was wusste Rahab über Jehova und sein Volk, und was bewirkte dieses Wissen bei ihr? (b) Wie wird Rahab im Wort Gottes geehrt?

      6 Im Jahr 1473 v. u. Z. lebte in der kanaanitischen Stadt Jericho eine Prostituierte mit Namen Rahab. Allem Anschein nach war sie eine gut informierte Frau. Als zwei israelitische Kundschafter bei ihr Schutz suchten, konnte sie präzise Aussagen zu dem Wunder machen, das sich beim Auszug der Israeliten aus Ägypten ereignet hatte. Dabei waren seitdem schon 40 Jahre vergangen! Auch die späteren Siege Israels über die Amoriterkönige Sihon und Og waren ihr nicht unbekannt. Was hat dieses Wissen bei ihr bewirkt? Sie sagte zu den Kundschaftern: „Ich weiß wohl, dass Jehova euch das Land bestimmt geben wird ..., denn Jehova, euer Gott, ist Gott droben in den Himmeln und unten auf der Erde“ (Josua 2:1, 9-11). Was Rahab über Jehova und seine Taten für Israel erfahren hatte, bewegte sie tief und führte sie zum Glauben (Römer 10:10).

      7 Rahabs Glaube motivierte sie zum Handeln. Sie nahm die israelitischen Kundschafter friedlich auf und hielt sich an die lebensrettenden Anweisungen von ihnen, als Jericho von den Israeliten angegriffen wurde (Hebräer 11:31; Josua 2:18-21). Rahabs Glaubenstaten erfreuten mit Sicherheit das Herz Jehovas. Unter göttlicher Inspiration erwähnte der Jünger Jakobus Rahab in einem Atemzug mit Abraham, dem Freund Gottes, und stellte sie als Vorbild für Christen hin. Jakobus schrieb: „Wurde nicht ebenso auch Rahab, die Hure, durch Werke gerechtgesprochen, nachdem sie die Boten gastfreundlich aufgenommen und sie auf einem anderen Weg weggesandt hatte?“ (Jakobus 2:25).

      8. Wie wurde Rahab für ihren Glauben und ihren Gehorsam gesegnet?

      8 Jehova segnete Rahab gleich mehrfach. Durch ein Wunder hielt er sie und alle, die bei ihr Schutz gesucht hatten, am Leben — „die Hausgemeinschaft ihres Vaters und alle, die ihr angehörten“. Danach durften sie „inmitten von Israel“ wohnen, wo sie wie Einheimische behandelt werden sollten (Josua 2:13; 6:22-25; 3. Mose 19:33, 34). Aber das ist noch nicht alles. Jehova ehrte Rahab auch damit, dass sie eine Vorfahrin von Jesus Christus wurde. Wie eindrucksvoll er doch einer ehemaligen kanaanitischen Götzendienerin seine liebende Güte bewies!a (Psalm 130:3, 4).

      9. Warum kann Jehovas Ansicht über Rahab und bestimmte Christinnen im ersten Jahrhundert manchen Frauen heute Mut machen?

      9 Wie Rahab haben in der christlichen Ära, vom ersten Jahrhundert bis heute, viele Frauen ein unmoralisches Leben aufgegeben, um Gott zu gefallen (1. Korinther 6:9-11). Einige von ihnen wuchsen sicher in einer Umgebung auf, die sich mit dem alten Kanaan vergleichen lässt, wo die Unmoral so verbreitet war, dass sie schon als normal galt. Doch ihr Glaube, der sich auf eine genaue Erkenntnis der Heiligen Schrift stützte, veranlasste sie, ihr Leben zu ändern (Römer 10:17). Auch dieser Frauen „schämt sich Gott ... nicht, als ihr Gott angerufen zu werden“ (Hebräer 11:16). Was für eine Ehre!

      Wegen ihrer Verständigkeit gesegnet

      10, 11. Welche Ereignisse, in die Nabal und David verwickelt waren, veranlassten Abigail zum Handeln?

      10 Viele treue Frauen vergangener Zeiten zeichneten sich durch große Verständigkeit aus und waren deswegen für Jehovas Volk ein echter Gewinn. Ein Beispiel dafür ist Abigail, die Frau des reichen israelitischen Grundbesitzers Nabal. Durch ihre Verständigkeit rettete sie Menschenleben und bewahrte David, Israels künftigen König, vor Blutschuld. Wir können den Bericht über Abigail in 1. Samuel, Kapitel 25 nachlesen.

      11 Es beginnt damit, dass David und seine Leute in der Nähe der Herden Nabals lagern, der ein Landsmann von ihnen ist. Aus Gefälligkeit bewachen sie seine Tiere Tag und Nacht. Als ihr Proviant zur Neige geht, schickt David zehn junge Männer zu Nabal. Sie sollen ihn um Lebensmittel bitten. Jetzt hat Nabal die Gelegenheit, sich für Davids Hilfe erkenntlich zu zeigen und ihn als den Gesalbten Jehovas zu ehren. Doch Nabal denkt überhaupt nicht daran! In einem Wutausbruch beleidigt er David und schickt die jungen Männer mit leeren Händen zurück. Daraufhin zieht David mit 400 bewaffneten Männern aus, um Rache zu nehmen. Als Abigail von dem groben Verhalten ihres Mannes erfährt, handelt sie schnell und besonnen. Sie lässt David eine großzügige Lebensmittellieferung zukommen. Damit möchte sie ihn besänftigen. Dann macht sie sich selbst auf den Weg zu David (Vers 2 bis 20).

      12, 13. (a) Wie bewies Abigail ihre Verständigkeit und ihre Loyalität gegenüber Jehova und seinem Gesalbten? (b) Wie verhielt sich Abigail bei ihrer Rückkehr nach Hause, und wie ging die Sache für sie aus?

      12 Beim Zusammentreffen mit David zeigt Abigail durch ihre demütige Bitte um Erbarmen, dass sie große Achtung vor dem Gesalbten Jehovas hat. „Jehova wird für meinen Herrn unfehlbar ein dauerndes Haus schaffen, denn die Kriege Jehovas sind es, die mein Herr kämpft“, sagt sie und fügt noch hinzu, dass Jehova David zum Führer über Israel ernennen wird (Vers 28 bis 30). Gleichzeitig bringt sie eine beachtliche Portion Mut auf, als sie David sagt, dass er Blutschuld auf sich lädt, wenn er unkontrolliert Rache übt (Vers 26, 31). Durch ihre Demut, ihren großen Respekt und ihren klaren Verstand bringt Abigail David zur Besinnung. Er antwortet: „Gesegnet sei Jehova, der Gott Israels, der dich mir an diesem Tag entgegengesandt hat! Und gesegnet sei deine Verständigkeit, und gesegnet seist du, die du mich an diesem Tag davon zurückgehalten hast, in Blutschuld zu kommen“ (Vers 32, 33).

      13 Bei ihrer Rückkehr nach Hause nimmt Abigail ihren Mut zusammen und will ihren Mann von dem Geschenk an David unterrichten. Doch als sie ihn sieht, ist er „so betrunken, wie er nur sein konnte“. Sie wartet also, bis er nüchtern ist, und erzählt es ihm dann. Wie reagiert Nabal? Die Nachricht trifft ihn wie ein Schlag und er erleidet wahrscheinlich eine Art Lähmung. Zehn Tage später stirbt er durch die Hand Gottes. Als David vom Tod Nabals hört, macht er Abigail, die er offensichtlich bewundert und von Herzen achtet, einen Heiratsantrag. Abigail nimmt den Antrag an (Vers 34 bis 42).

      Kannst du wie Abigail sein?

      14. An welchen Eigenschaften, die Abigail hatte, möchten wir vielleicht arbeiten?

      14 Erkennst du bei Abigail Eigenschaften, an denen du — egal ob Mann oder Frau — arbeiten möchtest? Vielleicht würdest du in schwierigen Situationen gern besonnener und verständiger handeln. Oder du wünschst dir, du könntest deinen Standpunkt ruhig und vernünftig vertreten, wenn um dich herum die Gemüter erhitzt sind. So etwas kannst du ruhig in deinen Gebeten erwähnen. Jehova hat versprochen, dass er allen, die „unablässig im Glauben“ bitten, Weisheit, Urteilskraft und Denkvermögen geben wird (Jakobus 1:5, 6; Sprüche 2:1-6, 10, 11).

      15. Unter welchen Umständen ist es für Christinnen besonders wichtig, die Eigenschaften Abigails widerzuspiegeln?

      15 Diese guten Eigenschaften sind besonders wichtig, wenn der Ehemann ungläubig ist und von biblischen Grundsätzen nicht viel hält. Vielleicht ist er sogar ein Trinker. Doch auch solche Männer können sich ändern, und dazu haben schon viele Frauen durch Milde, tiefen Respekt und einen reinen Lebenswandel beigetragen (1. Petrus 3:1, 2, 4).

      16. Wie kann eine Christin unabhängig von ihrer häuslichen Situation beweisen, dass ihr das Verhältnis zu Jehova am allerwichtigsten ist?

      16 Egal vor welchen Problemen du zu Hause stehst, vergiss nie, dass Jehova immer für dich da ist (1. Petrus 3:12). Halte dich deshalb geistig stark. Bete um Weisheit und inneren Frieden. Festige deine Bindung an Jehova durch regelmäßiges Bibelstudium, Gebet, Nachsinnen und christliche Gemeinschaft. Abigail ließ sich von der materialistischen Lebensauffassung ihres Mannes nicht in ihrer Liebe zu Gott und in ihrer Haltung zu Gottes gesalbtem Diener beirren. Sie orientierte sich an gerechten Grundsätzen. Doch auch die Frau eines vorbildlichen Christen ist sich darüber im Klaren, dass sie selber ständig daran arbeiten muss, geistig stark zu sein und zu bleiben. Zwar hat ihr Mann die biblische Verpflichtung, geistig und materiell für sie zu sorgen, doch letztendlich muss sie ‘mit Furcht und Zittern ihre eigene Rettung bewirken’ (Philipper 2:12; 1. Timotheus 5:8).

      Sie erhielt „eines Propheten Lohn“

      17, 18. (a) Wie wurde der Glaube einer Witwe aus Zarephath auf eine ungewöhnliche Probe gestellt? (b) Wie reagierte die Witwe auf Elias Bitte, und wie belohnte Jehova sie dafür?

      17 Zur Zeit des Propheten Elia sorgte Jehova für eine arme Witwe. An dieser Begebenheit sieht man, dass es Jehova sehr schätzt, wenn jemand die wahre Anbetung durch persönlichen Einsatz und materielle Mittel unterstützt. Wegen einer langen Trockenheit sahen damals viele dem Hungertod ins Auge — auch eine Witwe in Zarephath und ihr Junge. Ihre Vorräte waren so gut wie aufgebraucht, und sie wollten noch eine letzte Mahlzeit einnehmen. Da kam ein Besucher vorbei. Es war der Prophet Elia. Er hatte eine äußerst ungewöhnliche Bitte. Obwohl er die Not der Frau sah, wollte er, dass sie ihm von ihrem letzten bisschen Öl und Mehl „einen kleinen runden Kuchen“ backte. Doch dann sagte er noch: „Denn dies ist, was Jehova, der Gott Israels, gesprochen hat: ‚Der große Mehlkrug selbst wird nicht erschöpft, und der kleine Ölkrug, er wird nicht leer werden bis zu dem Tag, an dem Jehova einen Regenguss auf die Oberfläche des Erdbodens gibt‘ “ (1. Könige 17:8-14).

      18 Wie hättest du auf diese eigenartige Bitte reagiert? Die Witwe in Zarephath, die den Besucher offenbar als einen Propheten Jehovas ansah, „tat nach dem Wort Elias“. Wie reagierte Jehova auf ihre Gastfreundlichkeit? Durch ein Wunder versorgte er die Frau, ihren Sohn und Elia während der Dürreperiode mit Nahrung (1. Könige 17:15, 16). Die Witwe aus Zarephath erhielt von Jehova „eines Propheten Lohn“, obwohl sie keine Israelitin war (Matthäus 10:41). Auch Gottes Sohn ehrte diese Witwe, als er sie den ungläubigen Bewohnern seiner Heimatstadt Nazareth als leuchtendes Beispiel hinstellte (Lukas 4:24-26).

      19. Wie spiegeln heute viele Christinnen die Einstellung der Witwe aus Zarephath wider, und wie empfindet Jehova das?

      19 Heute spiegeln viele Christinnen die Einstellung der Witwe aus Zarephath wider. Woche für Woche erweisen sie reisenden Aufsehern und deren Frauen Gastfreundschaft, obwohl sie oft selber nicht viel besitzen und Kinder zu versorgen haben. Viele Frauen laden Vollzeitprediger aus der Umgebung zum Essen ein, helfen Bedürftigen und fördern das Königreichswerk durch eigenen Einsatz und finanzielle Mittel (Lukas 21:4). Nimmt Jehova solche Opfer wahr? Auf jeden Fall! „Gott ist nicht ungerecht, dass er eure Arbeit und die Liebe vergessen würde, die ihr seinem Namen gegenüber erzeigt habt, indem ihr den Heiligen dientet und noch dient“ (Hebräer 6:10).

      20. Worum geht es im nächsten Artikel?

      20 Im ersten Jahrhundert waren etliche gottesfürchtige Frauen in der glücklichen Lage, Jesus und seinen Aposteln wertvolle Dienste zu leisten. Im nächsten Artikel wird darauf eingegangen, wie sie das Herz Jehovas erfreuten. Auch lernen wir Frauen aus der heutigen Zeit kennen, die sich auch unter schwierigen Bedingungen von ganzem Herzen für Jehova einsetzen.

      [Fußnote]

      a In der von Matthäus aufgezeichneten Abstammungsreihe Jesu werden vier Frauen namentlich erwähnt: Tamar, Rahab, Ruth und Maria. Sie alle genießen in Gottes Wort hohes Ansehen (Matthäus 1:3, 5, 16).

  • Treue Christinnen — Wertvolle Dienerinnen Gottes
    Der Wachtturm 2003 | 1. November
    • Treue Christinnen — Wertvolle Dienerinnen Gottes

      „Anmut mag Trug sein, und Schönheit mag nichtig sein; doch die Frau, die Jehova fürchtet, ist es, die sich Lobpreis schafft“ (SPRÜCHE 31:30).

      1. Wie denkt Jehova im Vergleich zur Welt über Schönheit?

      IN DER heutigen Welt wird, vor allem bei Frauen, großer Wert auf das Äußere gelegt. Für Jehova dagegen zählt in erster Linie der innere Mensch, der mit den Jahren sogar immer schöner werden kann (Sprüche 16:31). Die Bibel rät Frauen deshalb: „Euer Schmuck bestehe nicht im äußerlichen Flechten der Haare und im Anlegen goldener Schmucksachen oder im Tragen äußerer Kleider, sondern er sei die verborgene Person des Herzens im unvergänglichen Gewand des stillen und milden Geistes, der in den Augen Gottes von großem Wert ist“ (1. Petrus 3:3, 4).

      2, 3. Wie trugen Frauen im ersten Jahrhundert zur Verbreitung der guten Botschaft bei, und wie war das vorhergesagt worden?

      2 Viele Frauen, von denen in der Bibel die Rede ist, zeichneten sich durch diesen Geist aus. Einige waren in der glücklichen Lage, Jesus und seinen Jüngern wertvolle Dienste zu leisten (Lukas 8:1-3). Später im ersten Jahrhundert waren christliche Frauen eifrige Predigerinnen, unterstützten verantwortliche Männer wie den Apostel Paulus, waren außergewöhnlich gastfreundlich und stellten sogar ihr Haus für Zusammenkünfte zur Verfügung.

      3 In der Heiligen Schrift war schon im Voraus angekündigt worden, dass Frauen in Jehovas Vorsatz eine wichtige Rolle spielen sollten. So wurde in Joel 2:28, 29 vorhergesagt, dass Männer und Frauen, Jung und Alt, heiligen Geist empfangen und die gute Botschaft vom Königreich verbreiten würden. Diese Prophezeiung erfüllte sich ab Pfingsten 33 u. Z. (Apostelgeschichte 2:1-4, 16-18). Wundergaben wie das Prophezeien wurden auch einigen geistgesalbten Frauen verliehen (Apostelgeschichte 21:8, 9). Durch ihren Eifer beim Predigen trugen diese zahlreichen treuen Kämpferinnen zur raschen Ausbreitung des Christentums bei. Schon um das Jahr 60 u. Z. konnte der Apostel Paulus schreiben, dass die gute Botschaft „in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist, gepredigt worden“ war (Kolosser 1:23).

      Lob für Mut, Eifer und Gastfreundschaft

      4. Warum hatte Paulus allen Grund, viele Christinnen des ersten Jahrhunderts zu loben?

      4 Der Apostel Paulus war für den Einsatz mancher Frauen ganz besonders dankbar — ähnlich wie auch heute christliche Aufseher den Einsatz eifriger Frauen schätzen. Paulus nannte verschiedene Frauen namentlich, zum Beispiel „Tryphäna und Tryphosa, Frauen, die im Herrn hart arbeiten“, und „unsere geliebte Persis, denn sie hat viel mühevolle Arbeit im Herrn geleistet“ (Römer 16:12). Euodia und Syntyche ‘haben für die gute Botschaft Seite an Seite mit mir gestritten’, wie Paulus schrieb (Philipper 4:2, 3). Auch Priska und ihr Mann Aquila waren zusammen mit Paulus tätig. Sie und Aquila setzten sogar „ihren eigenen Hals“ für Paulus ein, sodass er schrieb: „Nicht nur ich [sage] Dank ..., sondern auch alle Versammlungen der Nationen“ (Römer 16:3, 4; Apostelgeschichte 18:2).

      5, 6. In welcher Hinsicht ist Priska für Glaubensschwestern von heute ein Vorbild?

      5 Woher nahm Priska ihren Eifer und ihren Mut? Einen Hinweis finden wir in Apostelgeschichte 18:24-26. Dort lesen wir, dass sie ihrem Mann half, den talentierten Redner Apollos auf den neuesten Stand der von Gott offenbarten Wahrheit zu bringen. Priska muss eine Frau gewesen sein, die dem Wort Gottes und den Lehren der Apostel auf den Grund ging. Dadurch eignete sie sich hervorragende Eigenschaften an, durch die sie für Gott, ihren Mann und die damalige Versammlung sehr wertvoll war. Genauso wertvoll sind die vielen einsatzfreudigen Christinnen von heute, die intensiv die Bibel studieren und sich mit der geistigen Speise stärken, die Jehova durch den „treuen Verwalter“ bereitstellt (Lukas 12:42).

      6 Aquila und Priska waren außergewöhnlich gastfreundlich. Während Paulus in Korinth mit ihnen als Zeltmacher arbeitete, wohnte er in ihrem Haus (Apostelgeschichte 18:1-3). Auch als die beiden dann nach Ephesus und später nach Rom zogen, erwiesen sie anderen Gastfreundschaft und stellten ihr Haus für Zusammenkünfte zur Verfügung (Apostelgeschichte 18:18, 19; 1. Korinther 16:8, 19). Bei Nympha und bei Maria, der Mutter von Johannes Markus, fanden ebenfalls christliche Zusammenkünfte statt (Apostelgeschichte 12:12; Kolosser 4:15).

      Frauen, die heute eine Bereicherung sind

      7, 8. Was leisten viele Christinnen von heute in ihrem heiligen Dienst, und worauf können sie zählen?

      7 Wie schon im ersten Jahrhundert spielen treue Christinnen auch heute eine Schlüsselrolle im Vorsatz Gottes, besonders beim Predigen. Und was sie alles leisten! Nehmen wir nur einmal Gwen, die Jehova über 50 Jahre lang, bis zu ihrem Tod im Jahr 2002, treu diente. „Gwens Eifer beim Predigen war in unserer Stadt schon fast legendär“, erzählt ihr Mann. „Bei jedem Menschen, der ihr begegnete, dachte sie: Der wird auf die Liebe und die Verheißungen Jehovas bestimmt positiv reagieren! Sie hielt immer treu zu Gott, seiner Organisation und unserer Familie. Dadurch war sie mir und den Kindern in unserem schönen und erfüllten Leben eine große Stütze — ganz zu schweigen davon, dass sie uns immer wieder liebevoll aufbaute, wenn wir ein Tief hatten. Sie fehlt uns sehr.“ Gwen und ihr Mann waren 61 Jahre lang verheiratet.

      8 Zehntausende unserer Glaubensschwestern — mit oder ohne Ehepartner — sind als Pioniere und Missionare tätig. Sie tragen die Königreichsbotschaft überall hin, ob in hektische Großstädte oder einsame Gegenden. Und dabei geben sie sich mit einem einfachen Leben zufrieden (Apostelgeschichte 1:8). Viele verzichten auf ein eigenes Heim oder auf Kinder, um mehr für Jehova tun zu können. Manche sind mit einem reisenden Aufseher verheiratet, den sie treu unterstützen, und Tausende setzen sich in den Bethelheimen rund um die Welt ein. Zweifellos gehören diese opferbereiten Frauen zu den ‘begehrenswerten Dingen aller Nationen’, die das Haus Jehovas mit Herrlichkeit füllen (Haggai 2:7).

      9, 10. Wie sind christliche Frauen und Mütter von ihrer Familie gelobt worden?

      9 Viele Christinnen haben natürlich familiäre Pflichten zu erfüllen. Aber dennoch steht bei ihnen Gottes Königreich im Vordergrund (Matthäus 6:33). Eine unverheiratete Pionierin schrieb: „Meine Mutter hat durch ihren unerschütterlichen Glauben und ihr gutes Beispiel eine Schlüsselrolle dabei gespielt, dass ich allgemeiner Pionier geworden bin. Sie war eine meiner besten Pionierpartnerinnen.“ Ein Mann sagt von seiner Frau, die mittlerweile Mutter von fünf erwachsenen Töchtern ist: „Unser Zuhause war immer sauber und ordentlich. Bonnie achtete darauf, dass die Wohnung leicht zu pflegen war und nicht so viel herumstand, damit wir uns mehr auf geistige Interessen konzentrieren konnten. Sie wusste auch mit Geld umzugehen. So konnte ich 32 Jahre lang Teilzeit arbeiten und hatte mehr Zeit für die Familie, das Bibelstudium und die Versammlung. Meine Frau hat den Kindern auch beigebracht, wie wichtig es ist, fleißig zu arbeiten. Ich kann nur Gutes über sie sagen.“ Dieses Ehepaar ist zurzeit in der Weltzentrale der Zeugen Jehovas tätig.

      10 Ein Vater von erwachsenen Kindern schreibt über seine Frau: „Was ich an Susan am meisten bewundere, ist ihre tiefe Liebe zu Gott und zu den Menschen und auch, dass sie so verständnisvoll, mitfühlend und ehrlich ist. Ihr Standpunkt war schon immer: Jehova verdient nur das Allerbeste. Das ist ihre Devise im Dienst für Gott und als Mutter.“ Durch die Unterstützung seiner Frau konnte er viele schöne Aufgaben als Ältester, Pionier, stellvertretender Kreisaufseher und in einem Krankenhaus-Verbindungskomitee wahrnehmen. Wie wertvoll solche Frauen doch für ihre Männer, für Mitchristen und vor allem für Jehova sind! (Sprüche 31:28, 30).

      Wertvolle Frauen ohne Ehepartner

      11. (a) Woran sieht man, dass treue Frauen — und besonders Witwen — Jehova am Herzen liegen? (b) Worauf können sich christliche Witwen und andere treue allein stehende Schwestern fest verlassen?

      11 Jehova hat oft zum Ausdruck gebracht, dass er um das Wohl von Witwen besorgt ist (5. Mose 27:19; Psalm 68:5; Jesaja 10:1, 2). Und er hat sich nicht geändert. Witwen, allein erziehende Mütter sowie Frauen, die aus Überzeugung unverheiratet sind oder die noch nicht den richtigen christlichen Ehepartner gefunden haben, liegen ihm auch heute sehr am Herzen (Maleachi 3:6; Jakobus 1:27). Falls du Jehova ebenfalls treu dienst, ohne einen Ehepartner an deiner Seite zu haben, darfst du davon überzeugt sein, dass du in Gottes Augen wertvoll bist.

      12. (a) Wie beweisen viele unserer Glaubensschwestern ihre Treue zu Jehova? (b) Mit was für Gefühlen haben manche zu kämpfen?

      12 Eine ganze Reihe unserer Glaubensschwestern sind unverheiratet geblieben, weil sie sich loyal an Jehovas Rat halten, „nur im Herrn“ zu heiraten (1. Korinther 7:39; Sprüche 3:1). In Gottes Wort wird ihnen zugesichert: ‘Mit einem Loyalgesinnten wird Jehova loyal handeln’ (2. Samuel 22:26). Vielen fällt es allerdings schwer, unverheiratet zu bleiben. Eine Schwester erzählt: „Ich bin fest entschlossen, nur im Herrn zu heiraten, aber ich hab schon oft geweint, wenn meine Freundinnen den idealen Partner geheiratet haben und ich alleine geblieben bin.“ Eine andere Schwester sagt: „Ich diene Jehova schon seit 25 Jahren. Ich möchte ihm unbedingt treu bleiben, aber die Einsamkeit macht mich oft traurig.“ Sie fügt noch hinzu: „In meiner Situation freut man sich, wenn einem immer mal wieder jemand etwas Nettes sagt.“ Was können wir für solche treuen Frauen tun?

      13. (a) Was lernen wir von den Frauen, die Jephthas Tochter besuchten? (b) Wie können wir außerdem noch zeigen, dass uns die unverheirateten Schwestern in unserer Versammlung am Herzen liegen?

      13 Einen Hinweis erhalten wir durch ein Beispiel aus alter Zeit. Als Jephthas Tochter aufs Heiraten verzichtete, war allen bewusst, dass sie damit ein Opfer brachte. Was wurde unternommen, um ihr Mut zu machen? „Von Jahr zu Jahr gingen die Töchter Israels jeweils hin, um der Tochter Jephthas, des Gileaditers, vier Tage im Jahr Lob zu spenden“ (Richter 11:30-40). Auch wir sollten unverheiratete Schwestern, die sich treu an Gottes Gebot halten, aufrichtig loben.a Wie können wir außerdem noch zeigen, dass sie uns am Herzen liegen? Indem wir Jehova darum bitten, dass er diesen lieben Schwestern hilft, ihm treu zu bleiben. Sie verdienen es, immer wieder zu hören, dass sie von Jehova und von der ganzen Versammlung innig geliebt und sehr geschätzt werden (Psalm 37:28).

      Was Alleinerziehenden zum Erfolg verhilft

      14, 15. (a) Warum sollten allein erziehende christliche Mütter Jehova um Hilfe bitten? (b) Wie können sich Alleinerziehende ihren Gebeten entsprechend verhalten?

      14 Auch allein erziehende Mütter sehen sich vielen Schwierigkeiten gegenüber. Doch sie können Jehova bitten, dass er ihnen hilft, ihren Kindern biblische Grundsätze ans Herz zu legen. Natürlich können Alleinerziehende nicht gleichzeitig Vater und Mutter sein. Doch Jehova wird ihnen helfen, ihre vielen Aufgaben zu erfüllen, wenn sie ihn vertrauensvoll darum bitten. Hierzu ein Beispiel: Stell dir vor, du bist mit schweren Einkaufstaschen beladen und musst in einem Hochhaus ganz nach oben. Würdest du die Taschen die Treppen hochschleppen, wenn es gleich daneben einen Aufzug gäbe? Sicher nicht. Versuch also auch nicht, schwere emotionale Lasten allein zu tragen, wenn du doch Jehova um Hilfe bitten kannst. Er fordert dich ja sogar auf, ihn herbeizurufen. In Psalm 68:19 heißt es: „Gesegnet sei Jehova, der täglich die Last für uns trägt.“ Und in 1. Petrus 5:7 findest du die Ermunterung, ‘all deine Sorgen auf Jehova zu werfen, denn er sorgt für dich’. Wenn also Sorgen und Probleme schwer auf dir lasten, dann lade sie bei deinem himmlischen Vater ab, und zwar „unablässig“ (1. Thessalonicher 5:17; Psalm 18:6; 55:22).

      15 Beispielsweise machst du dir als Mutter von schulpflichtigen Kindern bestimmt Sorgen, dass sie schlechtem Einfluss von Mitschülern und Glaubensprüfungen ausgesetzt sein könnten (1. Korinther 15:33). Das sind ganz berechtigte Sorgen — Sorgen, die in deine Gebete gehören. Erwähne sie, wenn du gemeinsam mit deinen Kindern betest, bevor sie sich auf den Schulweg machen — vielleicht nachdem ihr zusammen den Tagestext besprochen habt. Innige, konkrete Gebete hinterlassen bei Kindern oft einen tiefen Eindruck. Wenn du dich geduldig bemühst, Gottes Wort im Herzen deiner Kinder einzupflanzen, wird der Segen Jehovas nicht ausbleiben (5. Mose 6:6, 7; Sprüche 22:6). Schließlich sind ja „die Augen Jehovas ... auf die Gerechten gerichtet und seine Ohren auf ihr Flehen“ (1. Petrus 3:12; Philipper 4:6, 7).

      16, 17. (a) Was berichtete ein Sohn von seiner Mutter, was ihre Liebe zeigt? (b) Wie wirkte sich die Einstellung dieser Mutter auf ihre Kinder aus?

      16 Das kann auch Olivia, eine Mutter von sechs Kindern, bestätigen. Ihr Mann, der ihren Glauben nicht teilte, verließ die Familie kurz nach der Geburt des letzten Kindes. Doch sie stellte sich der Verantwortung, ihre Kinder in den Wegen Gottes zu erziehen. Olivias Sohn Darren, der inzwischen 31 Jahre ist und als Ältester und Pionier dient, war damals etwa 5 Jahre alt. Als ob Olivia nicht schon genug Sorgen gehabt hätte, bekam Darren auch noch eine schwere Krankheit, die ihm bis heute zu schaffen macht. Darren schreibt über seine Kindheit: „Ich weiß noch, wie ich im Krankenhausbett saß und sehnsüchtig auf meine Mama wartete. Jeden Tag setzte sie sich neben mich und las mir aus der Bibel vor. Danach hat sie mir immer das Königreichslied ‚Hab Dank, Herr Jehova‘b vorgesungen. Das ist heute noch mein Lieblingslied.“

      17 Was dieser allein erziehenden Mutter zum Erfolg verhalf, war ihr Vertrauen auf Jehova und ihre Liebe zu ihm (Sprüche 3:5, 6). Ihre gute Einstellung spiegelte sich auch in den Zielen wider, die sie ihren Kindern vor Augen hielt. „Unsere Mutter hat uns immer den Vollzeitdienst ans Herz gelegt“, sagt Darren. „Vier von meinen fünf Schwestern und ich sind dann auch Vollzeitprediger geworden. Aber Mama hat nie damit angegeben. Ich bemühe mich sehr, ihre guten Eigenschaften nachzuahmen.“ Natürlich ist es nicht immer so wie bei Olivia, dass alle Kinder Diener Gottes werden. Doch wenn sich eine Mutter wirklich bemüht, sich an biblische Grundsätze zu halten, kann sie sich darauf verlassen, dass Jehova ihr den richtigen Weg zeigt und ihr liebevoll beisteht (Psalm 32:8).

      18. Wie können wir zeigen, dass wir die Versammlung als eine Einrichtung Jehovas schätzen?

      18 Gott leistet uns durch die Christenversammlung großen Beistand. Dort haben wir ein festes geistiges Ernährungsprogramm und eine christliche Bruderschaft mit reifen Männern, die „Gaben in Form von Menschen“ sind (Epheser 4:8). Diese Ältesten bemühen sich gewissenhaft, allen in der Versammlung beizustehen und besonders für die „Waisen und Witwen in ihrer Drangsal“ da zu sein (Jakobus 1:27). Bleib deshalb immer eng mit Gottes Volk verbunden und kapsle dich nie ab (Sprüche 18:1; Römer 14:7).

      Unterordnung — ein schöner Schmuck

      19. Warum hat die Unterordnung der Frau nichts mit Minderwertigkeit zu tun, und welches biblische Beispiel stützt diesen Gedanken?

      19 Jehova hat die Frau als Gegenstück des Mannes geschaffen (1. Mose 2:18). Ihre Unterordnung hat also überhaupt nichts damit zu tun, dass sie irgendwie minderwertig wäre. Im Gegenteil, die Frau hat eine würdige Stellung, in der sie ihre vielen Gaben und Talente so entfalten kann, wie Gott es möchte. In Sprüche, Kapitel 31 wird beschrieben, wie vielseitig der Wirkungsbereich einer tüchtigen Frau im alten Israel war. Sie half Bedürftigen, baute Wein an und kaufte Land. ‘Auf sie vertraute das Herz ihres Besitzers, und es mangelte nicht an Gewinn’ (Vers 11, 16, 20).

      20. (a) Wie sollte eine Christin ihre von Gott erhaltenen Fähigkeiten oder Gaben nutzen? (b) Welche guten Eigenschaften hatte Esther, und wie konnte Jehova sie deshalb gebrauchen?

      20 Eine bescheidene, gottesfürchtige Frau wird sich nicht ehrgeizig hervortun oder mit ihrem Mann konkurrieren (Sprüche 16:18). Sie sucht nicht in erster Linie in weltlichen Bestrebungen Erfüllung, sondern setzt ihre von Gott erhaltenen Gaben hauptsächlich für andere ein — für ihre Familie, für Mitchristen, Nachbarn und vor allem für Jehova (Galater 6:10; Titus 2:3-5). Das traf auch auf Königin Esther zu. Sie war nicht nur schön, sondern auch bescheiden und konnte sich unterordnen (Esther 2:13, 15). Gegenüber ihrem Mann, König Ahasverus, verhielt sie sich sehr respektvoll. Darin unterschied sie sich auffallend von Waschti, der früheren Frau des Königs (Esther 1:10-12; 2:16, 17). Außerdem ging Esther auch als Königin auf berechtigte Bitten ihres älteren Cousins Mordechai ein. Aber sie war keine Frau ohne Rückgrat! Mutig entlarvte sie den mächtigen Haman als skrupellosen Mann, der die Juden auslöschen wollte. Jehova wies ihr eine wichtige Rolle zu, als es darum ging, sein Volk zu beschützen (Esther 3:8 bis 4:17; 7:1-10; 9:13).

      21. Wie kann eine Christin für Jehova immer kostbarer werden?

      21 Sowohl in der Vergangenheit als auch heute haben viele gottesfürchtige Frauen bewiesen, dass sie einzig und allein Jehova anbeten und ihm völlig ergeben sind. Deshalb bedeuten ihm gottesfürchtige Frauen auch so viel. Liebe Schwestern, lasst euch von Jehova durch seinen Geist Schritt für Schritt zu einem „Gefäß“ formen, das mit den Jahren immer mehr an Kostbarkeit gewinnt — „bereitet für jedes gute Werk“ (2. Timotheus 2:21; Römer 12:2). Für eine solche kostbare Dienerin Gottes gilt: „Gebt ihr den Fruchtertrag ihrer Hände, und mögen ihre Werke sie sogar in den Toren preisen“ (Sprüche 31:31). Das ist unser Wunsch für jede Einzelne von euch.

      [Fußnoten]

      a Hinweise, wie man das tun kann, sind im Wachtturm vom 15. März 2002, Seite 26 bis 28 zu finden.

      b Lied 212 in Singt Jehova Loblieder, herausgegeben von Jehovas Zeugen.

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