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  • Die Rolle der Frau in der Bibel
    Der Wachtturm 1991 | 1. Juli
    • Die Rolle der Frau in der Bibel

      „Diese wird Männin genannt werden, denn vom Mann wurde diese genommen“ (1. MOSE 2:23).

      1, 2. (a) Wie werden nach der Auffassung einiger die Frauen in der Bibel betrachtet? (b) Welcher Vergleich sollte fairerweise angestellt werden, und was wird in einem Nachschlagewerk gesagt?

      WIE werden die Frauen in der Heiligen Schrift betrachtet? Darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. In einem kürzlich erschienenen Buch zu diesem Thema heißt es: „Gegenwärtig besteht die vorgefaßte Meinung, in der Bibel würden die Frauen herabgesetzt.“ Einige behaupten, sowohl im hebräischen als auch im griechischen Teil der Bibel kämen die Frauen schlecht weg. Stimmt das?

      2 Fairerweise wollen wir zunächst untersuchen, wie Frauen in biblischen Zeiten behandelt wurden, und zwar unter Völkern, die nicht Jehova anbeteten. In manchen Zivilisationen des Altertums, die eine Muttergöttin verehrten, wurden die Frauen als Symbol der Fruchtbarkeit geehrt. Hohes Ansehen genossen sie anscheinend in Babylonien und Ägypten. Doch andernorts erging es ihnen nicht so gut. Im alten Assyrien konnte ein Mann seine Frau einfach entlassen, wenn er wollte, und sie sogar töten, falls sie untreu war. Außerhalb des Hauses mußte sie einen Schleier tragen. Sich zu bilden und ein gewisses Maß an Freiheit zu genießen war in Griechenland und in Rom nur wohlhabenden Frauen möglich, von denen viele Kurtisanen waren, d. h. Geliebte hochgestellter Männer (Prostituierte). Es ist daher ermutigend, im Theologischen Begriffslexikon zum Neuen Testamenta zu lesen: „Die Frau ... ist, im Unterschied zu ihrer Einstufung in der übrigen orientalischen (Religions-)Welt, [in den Hebräischen Schriften] als Person (Ruth!) und als Partnerin des Mannes anerkannt.“ Das kommt gut im letzten Buch der Hebräischen Schriften zum Ausdruck, wo der Prophet Jehovas die Frau eines Mannes als seine „Mitgenossin“ bezeichnet und sagt: „An der Ehefrau deiner Jugend möge niemand treulos handeln“ (Maleachi 2:14, 15).

      Als Gegenstück des Mannes erschaffen

      3 (und Fußnote). (a) Welche Aufgaben wurden Adam nach seiner Erschaffung von Jehova übertragen? (b) Was traf vor der Erschaffung Evas auf Adam zu, obwohl er bis dahin keine Frau hatte, und was war auch bei Jesus, dem „letzten Adam“, der Fall?

      3 Gemäß der Bibel erschuf Jehova Adam „aus Staub vom Erdboden“ und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue. Gott brachte die wildlebenden Tiere des Feldes und die fliegenden Geschöpfe zu ihm, so daß er sie beobachten und ihnen Namen geben konnte. Während der Zeit, die Adam auch immer dazu benötigt haben mag, war er allein. Er war vollkommen oder für die Aufgaben, die Jehova ihm bis dahin übertragen hatte, völlig geeignet und wies keinen Mangel auf.b Er hatte „keine Gehilfin als sein Gegenstück“ (1. Mose 2:7, 15, 19, 20).

      4, 5. (a) Was tat Jehova, als es für Adam nicht mehr gut war, weiterhin allein zu sein? (b) Welche langfristige Aufgabe übertrug Jehova Adam und Eva, und was erforderte diese Aufgabe von beiden?

      4 Doch nach einiger Zeit erklärte Jehova, es sei „für den Menschen nicht gut, daß er weiterhin allein sei“, und so ging er daran, Adam eine Gefährtin zu geben, die ihn bei der Erfüllung künftiger Aufgaben unterstützen sollte. Er anästhesierte Adam sozusagen, entnahm ihm eine Rippe und baute daraus eine Frau, ‘Bein von Adams Gebein und Fleisch von seinem Fleisch’. Nun hatte Adam eine „Gehilfin“, ein „Gegenstück“ oder eine Ergänzung. „Auch segnete Gott sie, und Gott sprach zu ihnen: ‚Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde, und unterwerft sie euch, und haltet euch die Fische des Meeres und die fliegenden Geschöpfe der Himmel untertan und jedes lebende Geschöpf, das sich auf der Erde regt‘“ (1. Mose 1:25, 28; 2:18, 21-23).

      5 Beachten wir, daß „sie“ diese Aufgabe erhielten — beide, der Mann und die Frau. Ihre Zusammenarbeit beschränkte sich nicht auf das Füllen der Erde. Sie schloß auch das Unterwerfen der Erde ein und die Ausübung der rechten Herrschaft über alle niederen Geschöpfe. Das erforderte intellektuelle und geistige Fähigkeiten. Diese im Einklang mit Gottes Willen zu entwickeln war sowohl dem Mann als auch der Frau möglich, denn sie verfügten über die nötigen Voraussetzungen.

      Die natürliche Rolle der Frau

      6. (a) Was zeigt die Bibel bezüglich der Körperkraft von Mann und Frau? (b) Was sollten Frauen bedenken, damit sie Jehovas Einrichtung akzeptieren können?

      6 Sich die Erde zu unterwerfen würde natürlich körperliche Kraft erfordern. In seiner unendlichen Weisheit erschuf Jehova zuerst Adam, danach Eva. Sie wurde „aus dem Mann“ erschaffen, „um des Mannes willen“ und offensichtlich mit weniger Körperkraft als der Mann (1. Timotheus 2:13; 1. Korinther 11:8, 9; vergleiche 1. Petrus 3:7). Vielen Feministinnen — und auch einigen anderen Frauen — fällt es anscheinend schwer, dies als feststehende Tatsache zu akzeptieren. Bestimmt wären sie glücklicher, wenn sie versuchen würden, zu verstehen, warum Jehova es so eingerichtet hat, und wenn sie die ihnen zugedachte Rolle übernehmen würden. Menschen, die sich über Gottes Einrichtungen beklagen, könnte man mit einer Nachtigall vergleichen, die in ihrem Nest schmollt, weil sie nicht so kräftig ist wie eine Seemöwe, statt daß sie sich auf einen hohen Ast setzt und aus Dankbarkeit für die ihr von Gott verliehene einzigartige Gabe ein Lied singt.

      7. Warum war Adam in der Lage, die Leitung als Haupt über Eva und alle Kinder auszuüben, die geboren würden, und wäre das für Eva zum Nachteil gewesen?

      7 Zweifellos hatte Adam, bevor Eva erschaffen wurde, in seinem Leben bereits viele Erfahrungen gesammelt. Jehova hatte ihm während jener Zeit gewisse Anweisungen gegeben. Diese mußte Adam seiner Frau mitteilen, so daß er als Wortführer Gottes handelte. Logischerweise sollte er in allen Angelegenheiten, die die Anbetung betrafen, sowie bei allen gottgemäßen Tätigkeiten, die der Erfüllung ihres Auftrages dienten, die Führung übernehmen. Wenn Kinder zur Welt kämen, wäre er das Haupt der Familie. Das würde jedoch seiner Frau nicht zum Nachteil gereichen, sondern zum Vorteil, weil sie jemand hätte, der sie stützen könnte, während sie ihren Kindern gegenüber die ihr von Gott verliehene Autorität ausüben würde.

      8. Welche göttliche Ordnung ist in der Bibel festgelegt?

      8 Gemäß der göttlichen Ordnung hatte sich Adam Gott gegenüber zu verantworten, Eva stand unter der Leitung Adams, ihres Hauptes, alle Kinder würden der Leitung ihrer Eltern unterstehen, und die Tiere waren dem Menschen unterworfen worden. Mann und Frau hatten ihre entsprechende Rolle zu erfüllen, und jeder konnte ein glückliches und ausgefülltes Leben führen. So hätten „alle Dinge anständig und ordnungsgemäß geschehen“ können (1. Korinther 11:3; 14:33, 40, NW, Stud., Fußnote).

      Die Sünde beeinträchtigte die Rolle der Frau

      9, 10. Welche Folgen hatte der Sündenfall für den Mann und die Frau, und was brachte er für viele Frauen mit sich?

      9 Als die Sünde und die Unvollkommenheit in das ursprüngliche Paradies eindrangen, wurde diese ordnungsgemäße Einrichtung ruiniert (Römer 7:14-20). Das brachte für den rebellischen Mann und seine ungehorsame Frau manche Härten mit sich (1. Mose 3:16-19). Viele selbstsüchtige Männer haben seither ihre rechtmäßige Stellung als Haupt mißbraucht, und so wurde Frauen zu allen Zeiten großes Leid zugefügt.

      10 Jehova sah jene besondere Auswirkung der Sünde voraus und sagte zu Eva: „Dein tiefes Verlangen wird nach deinem Mann sein, und er wird über dich herrschen“ (1. Mose 3:16). Dieses mißbräuchliche Herrschen hatte nichts mit dem richtigen Ausüben der Leitung als Haupt zu tun. Es spiegelte den sündigen Zustand des Mannes und auch die Unvollkommenheit der Frau wider, denn mitunter hatten Frauen zu leiden, weil sie versuchten, die Autorität ihres Mannes an sich zu reißen.

      11. Was trifft auf viele Frauen zu, und was schrieb ein Autor über Frauen in patriarchalischer Zeit?

      11 Viele Frauen haben jedoch Erfüllung und Freude gefunden, wenn sie sich an die biblischen Grundsätze hielten. So war es auch in patriarchalischer Zeit. In einem Buch über diese Ära heißt es: „Was in all den Berichten besonders hervortritt, ist die wichtige Rolle, die Frauen spielten, das Ansehen, das sie bei den Patriarchen genossen, ihre mutige Initiative und die Atmosphäre der Freiheit, in der sie lebten“ (Laure Aynard, La Bible au Féminin).

      Frauen unter dem mosaischen Gesetz

      12, 13. (a) Welche Stellung nahmen die Frauen unter dem mosaischen Gesetz ein? (b) Wie erging es den Frauen unter dem mosaischen Gesetz in geistiger Hinsicht?

      12 Gemäß den von Moses übermittelten Gesetzen Jehovas sollten Frauen ‘innig geliebt’ werden (5. Mose 13:6). Die Würde der Frauen in geschlechtlicher Hinsicht war zu achten, und keine Frau durfte sexuell belästigt werden (3. Mose 18:8-19). Männer und Frauen waren vor dem Gesetz gleich, wenn sie des Ehebruchs, der Blutschande oder der Sodomie für schuldig befunden wurden (3. Mose 18:6, 23; 20:10-12). Das fünfte Gebot verlangte, daß Vater und Mutter gleichermaßen geehrt wurden (2. Mose 20:12).

      13 Vor allem räumte das mosaische Gesetz Frauen die uneingeschränkte Möglichkeit ein, ein ausgeprägtes Geistiggesinntsein zu entwickeln. Sie zogen Nutzen aus dem Vorlesen des Gesetzes (Josua 8:35; Nehemia 8:2, 3). Es wurde erwartet, daß sie religiöse Feste beobachteten (5. Mose 12:12, 18; 16:11, 14). Sie hielten den wöchentlichen Sabbat und konnten auch ein Nasiräatsgelübde ablegen (2. Mose 20:8; 4. Mose 6:2). Sie hatten ein persönliches Verhältnis zu Jehova und beteten selbst zu ihm (1. Samuel 1:10).

      14. Was sagt ein katholischer Bibelgelehrter über die hebräische Frau, und was kann über ihre Rolle unter dem mosaischen Gesetz gesagt werden?

      14 Ein katholischer Bibelgelehrter schreibt über die hebräische Frau: „Alle harte Arbeit im Haus fiel mit Sicherheit ihr zu; sie kümmerte sich um die Herden, arbeitete auf den Feldern, kochte, spann usw. All diese offensichtliche Plackerei erniedrigte sie jedoch keineswegs, sondern trug ihr Hochachtung ein. ... Und die wenigen Passagen, die uns einen Blick in die Vertrautheit des Familienlebens gewähren, zeigen, daß eine Israelitin von ihrem Mann geliebt wurde, ein offenes Ohr bei ihm fand und von ihm als gleichwertig behandelt wurde. ... Und es besteht kein Zweifel darüber, daß es sich hier um das normale Bild handelte. Es war ein getreuer Widerschein der in der Genesis heiliggehaltenen Lehre, wo von Gott gesagt wird, er habe die Frau als eine Gehilfin des Mannes erschaffen, zu der er halten sollte (Gn 2:18, 24); und im letzten Kapitel der Sprüche wird der Lobpreis einer guten, von ihren Kindern gesegneten Hausfrau besungen und der Stolz ihres Mannes (Spr 31:10-31)“ (Roland de Vaux, Ancient Israel—Its Life and Institutions). Solange man sich in Israel an das mosaische Gesetz hielt, wurden Frauen bestimmt nicht schlecht behandelt.

      Hervorragende Frauen

      15. (a) Wieso veranschaulicht Saras Verhalten das rechte Verhältnis zwischen einem Mann und seiner Frau? (b) Wieso ist der Fall Rahabs bemerkenswert?

      15 In den Hebräischen Schriften ist von vielen Frauen die Rede, die Jehova Gott in hervorragender Weise dienten. Sara ist ein gutes Beispiel, daß eine gottesfürchtige Frau ihrem Mann unterwürfig sein und ihm auch gleichzeitig helfen kann, Entscheidungen zu treffen (1. Mose 21:9-13; 1. Petrus 3:5, 6). Bemerkenswert ist beispielsweise der Fall Rahabs. Er widerlegt die Anschuldigung, Jehova sei in bezug auf andere Rassen voreingenommen und gegenüber Frauen hart. Rahab war eine nichtisraelitische Prostituierte. Jehova nahm sie nicht nur als eine Anbeterin an, sondern aufgrund ihres großen Glaubens, der durch Werke wie eine veränderte Lebensweise gestützt wurde, sprach er sie sogar gerecht. Zudem belohnte er sie mit dem außergewöhnlichen Vorrecht, eine Vorfahrin des Messias zu werden (Matthäus 1:1, 5; Hebräer 11:31; Jakobus 2:25).

      16. Was wird durch das Beispiel Abigails veranschaulicht, und warum war ihre Handlungsweise gerechtfertigt?

      16 Ein Beispiel dafür, daß Jehova von einer Frau nicht verlangt, sich ihrem Mann sozusagen blind zu unterwerfen, ist Abigail. Ihr Mann war wohlhabend und besaß große Schaf- und Ziegenherden. Aber er war „hart und schlecht in seinen Handlungen“. Abigail lehnte es ab, ebenso schlecht zu handeln wie ihr Mann. Aufgrund ihrer Verständigkeit, Einsicht, Demut und schnellen Reaktion verhinderte sie eine Situation, die sich verhängnisvoll für ihre Hausgemeinschaft ausgewirkt hätte, und sie wurde von Jehova reich gesegnet (1. Samuel 25:2-42).

      17. (a) Welches besondere Vorrecht hatten einige Frauen in Israel? (b) Welche Lehre können christliche Frauen, denen gewisse Dienstvorrechte übertragen worden sind, aus dem Beispiel Mirjams ziehen?

      17 Einige Frauen waren sogar Prophetinnen, wie zum Beispiel Debora zur Zeit der Richter (Richter, Kapitel 4 und 5). Hulda war eine Prophetin in Juda kurz vor der Zerstörung Jerusalems (2. Könige 22:14-20). Ein bemerkenswertes Beispiel ist Mirjam. Sie wird zwar als eine von Jehova gesandte Prophetin bezeichnet, doch anscheinend stieg ihr dieses Vorrecht einmal zu Kopf. Sie anerkannte nicht, daß Jehova ihrem Bruder Moses, der jünger war als sie, die Autorität übertragen hatte, das Volk Israel zu führen, und wurde dafür bestraft, obwohl sie offenbar bereute und wiederaufgenommen wurde (2. Mose 15:20, 21; 4. Mose 12:1-15; Micha 6:4).

      Frauen unter dem Judaismus

      18, 19. Welche Stellung hatten die Frauen unter dem Judaismus, und wie kam es dazu?

      18 Wie wir gesehen haben, schützte das mosaische Gesetz die Rechte der Frauen und ermöglichte ihnen, wenn es befolgt wurde, ein zufriedenes Leben. Aber im Laufe der Zeit, insbesondere nach der Zerstörung Jerusalems im Jahre 607 v. u. Z., entwickelte sich der Judaismus, eine Religion, die mehr auf mündlichen Überlieferungen als auf dem geschriebenen Gesetz Jehovas beruhte. Vom 4. Jahrhundert v. u. Z. an übernahm der Judaismus vieles aus der griechischen Philosophie. Im großen und ganzen schenkten die griechischen Philosophen den Rechten der Frau wenig Beachtung, was dazu beitrug, daß ihr Ansehen im Judaismus entsprechend sank. Im 3. Jahrhundert v. u. Z. trennte man in der Synagoge die Frauen von den Männern und hielt sie davon ab, aus der Thora (mosaisches Gesetz) vorzulesen. Die Encyclopaedia Judaica gesteht ein: „Als Folge davon waren wenige Frauen gebildet.“ Die Bildung war grundsätzlich den Knaben vorbehalten.

      19 Joachim Jeremias schreibt in seinem Buch Jerusalem zur Zeit Jesu: „Im ganzen wird die religionsgesetzliche Stellung der Frau am treffendsten ausgedrückt durch die immer wieder begegnende Formel: ‚Frauen, (heidnische) Sklaven und (minderjährige) Kinder‘ ... Nimmt man zu alledem hinzu, daß es an mißachtenden Urteilen und Stimmungen gegenüber der Frau nicht fehlt, ... so hat man den Eindruck, daß auch im Judentum der Zeit Jesu sich die geringe Wertung der Frau auswirkte.“

      Treue Frauen, die den Messias erwarteten

      20, 21. (a) Wer hielt trotz der verächtlichen Haltung jüdischer Führer gegenüber Frauen gespannt nach dem Messias Ausschau, als die Zeit für sein Kommen näher rückte? (b) Was zeigt, daß Elisabeth und Maria tiefe Gottergebenheit bekundeten?

      20 Diese verächtliche Haltung gegenüber Frauen war ein weiteres Beispiel dafür, daß die jüdischen Rabbis ‘das Wort Gottes durch ihre Überlieferung ungültig machten’ (Markus 7:13). Aber trotz solcher Geringschätzung hielten einige gottesfürchtige Frauen gespannt nach dem Messias Ausschau, als die Zeit für sein Kommen näher rückte. Eine von ihnen war Elisabeth, die Frau des levitischen Priesters Sacharja. Sie und ihr Mann waren „vor Gott gerecht, weil sie allen Geboten und rechtlichen Erfordernissen Jehovas gemäß untadelig wandelten“ (Lukas 1:5, 6). Elisabeth wurde von Jehova insofern begünstigt, als sie — obwohl unfruchtbar und an Jahren vorgerückt — die Mutter Johannes’ des Täufers wurde (Lukas 1:7, 13).

      21 Erfüllt mit heiligem Geist, brachte Elisabeth tiefe Liebe zu einer anderen gottesfürchtigen Frau ihrer Zeit zum Ausdruck, zu einer Verwandten namens Maria. Als gegen Ende des Jahres 3 v. u. Z. der Engel Gabriel Maria davon unterrichtete, daß sie durch ein Wunder ein Kind (Jesus) empfangen werde, bezeichnete er sie als eine „Hochbegünstigte“ und fügte hinzu: „Jehova ist mit dir.“ Bald danach besuchte Maria Elisabeth, die sie und das Kind, das sie erwartete, segnete und Jesus ihren „Herrn“ nannte, obwohl er noch nicht geboren war. Daraufhin äußerte Maria Worte des Lobpreises für Jehova, die ein beredtes Zeugnis ihrer tiefen Gottergebenheit waren (Lukas 1:28, 31, 36-55).

      22. Welche gottesfürchtige Frau zeigte nach der Geburt Jesu, daß sie zu denen gehörte, die auf den Messias warteten?

      22 Nachdem Maria Jesus geboren hatte, brachte sie ihn nach Jerusalem in den Tempel, um ihn Jehova darzustellen. Damals gab die betagte Prophetin Anna, eine andere gottesfürchtige Frau, ihrer Freude Ausdruck. Sie dankte Jehova und sprach mit allen, die gespannt auf den verheißenen Messias warteten, über Jesus (Lukas 2:36-38).

      23. Was sagt der Apostel Petrus von treuen vorchristlichen Frauen, und mit welchen Fragen wird sich der folgende Artikel befassen?

      23 Als die Zeit des irdischen Dienstes Jesu näher kam, gab es also immer noch ‘heilige Frauen, die auf Gott hofften’ (1. Petrus 3:5). Einige dieser Frauen wurden Jüngerinnen Christi. Wie behandelte Jesus sie? Und gibt es auch heute Frauen, die die ihnen in der Bibel zugedachte Rolle gern übernehmen? Mit diesen Fragen befaßt sich der folgende Artikel.

      [Fußnoten]

      a Band 1, Seite 354.

      b Jesus Christus, der „letzte Adam“, war ebenfalls ein vollkommener, für seine Aufgaben völlig geeigneter Mann, obwohl er keine Frau hatte (1. Korinther 15:45).

  • Die Rolle der Frau in der Bibel
    Der Wachtturm 1991 | 1. Juli
    • [Kasten auf Seite 10]

      „DIE FRAU, DIE JEHOVA FÜRCHTET“

      „10 Eine tüchtige Ehefrau, wer kann sie finden? Ihr Wert geht weit über den von Korallen. 11 Auf sie hat das Herz ihres Besitzers vertraut, und es mangelt nicht an Gewinn. 12 Sie hat ihn mit Gutem belohnt und nicht mit Bösem alle Tage ihres Lebens. 13 Sie hat Wolle und Leinen gesucht, und sie arbeitet an allem, woran ihre Hände Lust haben. 14 Sie hat sich gleich den Schiffen eines Kaufmanns erwiesen. Von fern bringt sie ihre Nahrung herbei. 15 Auch steht sie auf, während es noch Nacht ist, und gibt ihren Hausgenossen Speise und ihren jungen Frauen den ihnen beschiedenen Anteil. 16 Sie hat ein Feld in Betracht gezogen und hat es dann erworben; von dem Fruchtertrag ihrer Hände hat sie einen Weingarten gepflanzt. 17 Sie hat ihre Hüften mit Stärke gegürtet, und sie kräftigt ihre Arme. 18 Sie hat empfunden, daß ihr Handel gut ist; ihre Lampe geht bei Nacht nicht aus. 19 Ihre Hände hat sie nach dem Spinnrocken ausgestreckt, und ihre eigenen Hände ergreifen die Spindel. 20 Ihre Handfläche hat sie dem Niedergedrückten hingestreckt, und ihre Hände hat sie dem Armen gereicht. 21 Sie hat für ihre Hausgemeinschaft keine Furcht vor dem Schnee, denn alle ihre Hausgenossen sind mit doppelten Gewändern bekleidet. 22 Decken hat sie sich gemacht. Ihre Kleidung ist aus Leinen und purpurrötlichgefärbter Wolle. 23 Ihr Besitzer ist jemand, der bekannt ist in den Toren, wenn er sich bei den älteren Männern des Landes niedersetzt. 24 Sie hat auch Unterkleider gemacht und hat sie dann verkauft, und Gürtel hat sie den Händlern gegeben. 25 Stärke und Pracht sind ihre Kleidung, und sie lacht eines künftigen Tages. 26 Ihren Mund hat sie mit Weisheit aufgetan, und das Gesetz liebender Güte ist auf ihrer Zunge. 27 Sie überwacht die Vorgänge ihres Haushalts, und das Brot der Faulheit ißt sie nicht. 28 Ihre Söhne sind aufgestanden und haben sie glücklich gepriesen; ihr Besitzer steht auf, und er preist sie. 29 Viele Töchter gibt es, die sich tüchtig erzeigt haben, du aber — du bist über sie alle emporgestiegen. 30 Anmut mag Trug sein, und Schönheit mag nichtig sein; doch die Frau, die Jehova fürchtet, ist es, die sich Lobpreis schafft. 31 Gebt ihr den Fruchtertrag ihrer Hände, und mögen ihre Werke sie sogar in den Toren preisen“ (Sprüche 31:10-31).

  • „Frauen, die im Herrn hart arbeiten“
    Der Wachtturm 1991 | 1. Juli
    • „Frauen, die im Herrn hart arbeiten“

      „Grüßt Tryphäna und Tryphosa, Frauen, die im Herrn hart arbeiten“ (RÖMER 16:12).

      1. In welcher Hinsicht erwies sich Jesu irdischer Dienst als ein Segen für Frauen?

      JESU irdischer Dienst war für jüdische Frauen ein wahrer Segen. Das Werk, das er begann, sollte Frauen aller Rassen Trost und Hoffnung vermitteln und ihnen wieder Würde verleihen. Er setzte sich über die Überlieferungen des Judaismus hinweg, durch die man „das Wort Gottes ... ungültig gemacht“ hatte (Matthäus 15:6). Viele dieser Überlieferungen sprachen den grundlegenden Rechten hohn, die Gott Frauen einräumt.

      Jesu Einstellung zu Frauen

      2. Warum kann gesagt werden, daß Jesu Verhalten gegenüber Frauen zu seiner Zeit revolutionär war?

      2 Welch auffallender Gegensatz doch zwischen Jesu Einstellung zu Frauen und derjenigen der religiösen Führer der Juden bestand! Für die letzteren waren Frauen gemäß der Encyclopaedia Judaica „habsüchtig, Lauscherinnen, faul und eifersüchtig“. Unterhaltungen mit einer Frau erregten Mißfallen, und „es galt als Schimpf für einen Gelehrtenschüler, wenn er mit einer Frau auf der Straße sprach“ (Joachim Jeremias, Jerusalem zur Zeit Jesu; vergleiche Johannes 4:27). Über die verächtliche Haltung führender Persönlichkeiten des Judaismus gegenüber den Frauen könnte noch viel mehr gesagt werden. Aber das hier Erwähnte reicht aus, um zu zeigen, daß Jesu Verhalten gegenüber Frauen zu seiner Zeit wirklich revolutionär war.

      3. Welche Begebenheiten während des Dienstes Jesu zeigen, daß er bereit war, Frauen tiefe geistige Wahrheiten zu lehren?

      3 Jesus gibt das vollkommene Beispiel dafür, wie Männer ein herzliches und dennoch reines Verhältnis zu Frauen haben können. Er unterhielt sich nicht nur mit Frauen, sondern lehrte sie auch tiefe geistige Wahrheiten. Ja, die allererste Person, der sich Jesus offen als Messias zu erkennen gab, war eine Frau und dazu noch eine Samariterin (Johannes 4:7, 25, 26). Darüber hinaus zeigt die Begebenheit mit Martha und Maria deutlich, daß Jesus im Gegensatz zu den religiösen Führern der Juden nicht der Meinung war, Frauen hätten nicht das Recht, ihren Herd vorübergehend zu verlassen, um ihre Erkenntnis zu vertiefen. Maria hatte damals „das gute Teil erwählt“, indem sie geistige Dinge an die erste Stelle setzte (Lukas 10:38-42). Doch einige Monate später, als ihr Bruder gestorben war, war nicht Maria, sondern Martha mehr darauf bedacht, den Herrn zu treffen. Wie begeistert sind wir selbst heute noch, wenn wir das tiefe geistige Gespräch über die Auferstehungshoffnung nachlesen, das Jesus und Martha miteinander führten! (Johannes 11:20-27). Welch ein Vorrecht Martha hatte!

      Frauen, die Jesus dienten

      4, 5. Wer außer seinen Aposteln begleitete Jesus in seinem Dienst in Galiläa, und wie dienten sie ihm?

      4 Auf seinen Reisen durch das Land nahm Jesus auch die Dienste von Frauen an. Markus erwähnt in seinem Evangelium „Frauen, ... die ihn [Jesus] gewöhnlich begleiteten und ihm dienten, als er in Galiläa war“ (Markus 15:40, 41). Wer waren diese Frauen, und auf welche Weise dienten sie Jesus? Wir kennen nicht den Namen aller, aber Lukas nennt einige und erklärt, wie sie Jesus dienten.

      5 Lukas schreibt: „Kurz danach begann er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zu ziehen, wobei er predigte und die gute Botschaft vom Königreich Gottes verkündigte. Und die Zwölf waren mit ihm und einige Frauen, die von bösen Geistern und Krankheiten geheilt worden waren: Maria, die sogenannte Magdalene, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren, und Johanna, die Frau Chusas, des Beauftragten des Herodes, und Susanna und viele andere Frauen, die ihnen mit ihrer Habe dienten“ (Lukas 8:1-3). Jesus war damit einverstanden, daß diese Frauen ihm nachfolgten und mit ihrer Habe für seine eigenen materiellen Bedürfnisse und die seiner Apostel sorgten.

      6. (a) Wer begleitete Jesus auf seiner letzten Reise nach Jerusalem? (b) Wer hielt sich bis zum Tode Jesu in seiner Nähe auf, und wie wurden einige von ihnen belohnt? (c) Was ist, vom Standpunkt der Überlieferungen des Judaismus aus gesehen, bemerkenswert an dem Bericht aus Johannes 20:11-18?

      6 Als Jesus hingerichtet wurde, „sahen dort viele Frauen, die Jesus von Galiläa her begleitet hatten, um ihm zu dienen, aus einiger Entfernung zu; unter ihnen befanden sich Maria Magdalene, auch Maria, die Mutter des Jakobus und des Joses“ (Matthäus 27:55, 56). Somit hielten sich viele treue Frauen zur Zeit des Todes Jesu in seiner Nähe auf. Bemerkenswert ist auch, daß Frauen die ersten Zeugen seiner Auferstehung waren (Matthäus 28:1-10). Das an sich war ein Schlag gegen die Überlieferungen der Juden, denn im Judaismus hatten Frauen nicht das Recht zur Zeugenaussage. Lies einmal, während du das im Sinn behältst, Johannes 20:11-18, und versuche dir vorzustellen, wie ergriffen Maria Magdalene gewesen sein muß, als der auferweckte Herr ihr erschien, sie beim Namen nannte und sie als Zeugin benutzte, um seinen Jüngern mitzuteilen, daß er wirklich lebte.

      Treue Christinnen nach Pfingsten

      7, 8. (a) Wieso wissen wir, daß bei der Ausgießung des heiligen Geistes zu Pfingsten auch Frauen anwesend waren? (b) Wie beteiligten sich Christinnen an der anfänglichen Ausbreitung des Christentums?

      7 In dem Obergemach in Jerusalem waren nach Jesu Himmelfahrt auch gottesfürchtige Frauen zusammen mit den treuen Aposteln anwesend (Apostelgeschichte 1:12-14). Daß sich unter denen, auf die zu Pfingsten der heilige Geist ausgegossen wurde, Frauen befanden, liegt auf der Hand. Wieso? Weil Petrus, als er das Geschehen erklärte, aus Joel 2:28-30 zitierte, wo ausdrücklich „Töchter“ und „Mägde“ bzw. „Sklavinnen“ erwähnt werden (Apostelgeschichte 2:1, 4, 14-18). Geistgezeugte, gesalbte christliche Frauen gehörten somit zur Christenversammlung von ihrer Gründung an.

      8 Frauen spielten eine wichtige, wenn auch nicht führende Rolle bei der Ausbreitung des Christentums. Maria, die Mutter des Markus und Tante des Barnabas, stellte ihr offensichtlich großes Haus der Versammlung in Jerusalem zur Verfügung (Apostelgeschichte 12:12). Und dazu war sie gerade zu der Zeit bereit, als erneut eine Christenverfolgung aufflammte (Apostelgeschichte 12:1-5). Die vier Töchter des Evangeliumsverkündigers Philippus hatten das Vorrecht, christliche Prophetinnen zu sein (Apostelgeschichte 21:9; 1. Korinther 12:4, 10).

      Wie Paulus zu Frauen eingestellt war

      9. Welchen Rat gab Paulus in bezug auf christliche Frauen in seinem ersten Brief an die Korinther, und welchen göttlichen Grundsatz zu beachten, ermunterte er Frauen?

      9 Mitunter wird der Apostel Paulus der Misogynie beschuldigt, das heißt der Geringschätzung gegenüber Frauen oder der Frauenfeindlichkeit. Zugegeben, Paulus bestand darauf, daß Frauen an dem ihnen in der Christenversammlung zugedachten Platz bleiben sollten. Bei Versammlungszusammenkünften sollten sie normalerweise nicht lehren (1. Korinther 14:33-35). Wenn eine Christin in einer Zusammenkunft sprach, weil kein männlicher Christ anwesend war, oder unter dem Einfluß des heiligen Geistes prophezeite, mußte sie eine Kopfbedeckung tragen. Diese war „ein Zeichen der Befugnis“, das heißt ein sichtbarer Beweis dafür, daß die Frau die von Gott angeordnete Leitung durch ein Haupt anerkannte (1. Korinther 11:3-6, 10).

      10. Wessen haben einige den Apostel Paulus beschuldigt, doch was zeigt, daß diese Beschuldigung falsch ist?

      10 Paulus fand es anscheinend für nötig, die frühen Christen an diese theokratischen Grundsätze zu erinnern, damit bei den Versammlungszusammenkünften ‘alle Dinge anständig und nach Anordnung geschahen’ (1. Korinther 14:40). Heißt das aber, daß er ein Frauenfeind war, wie einige behaupten? Nein. Denn bestellte Paulus nicht im letzten Kapitel seines Briefes an die Römer herzliche Grüße an neun Christinnen? Zeigte er nicht tiefe Wertschätzung für Phöbe, Priska (Priscilla), Tryphäna und Tryphosa, wobei er die beiden letzteren als „Frauen, die im Herrn hart arbeiten“, bezeichnete? (Römer 16:1-4, 6, 12, 13, 15). Und schließlich war es Paulus, der unter Inspiration schrieb: „Ihr alle, die ihr in Christus getauft worden seid, habt Christus angezogen. Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist weder männlich noch weiblich; denn ihr alle seid e i n e r in Gemeinschaft mit Christus Jesus“ (Galater 3:27, 28). Es steht außer Frage, daß Paulus seine christlichen Schwestern liebte und schätzte, Lydia eingeschlossen, die in einer Zeit der Prüfung beispielhafte Gastfreundschaft bekundete (Apostelgeschichte 16:12-15, 40; Philipper 4:2, 3).

      Hart arbeitende Frauen heute

      11, 12. (a) Wie erfüllt sich Psalm 68:11 heute buchstäblich? (b) In welcher Lage befinden sich viele unserer Schwestern, und warum benötigen sie unsere Zuneigung und unsere Gebete?

      11 In der Christenversammlung gibt es heute viele Christinnen, „die im Herrn hart arbeiten“. Ja, wie die Berichte zeigen, sind „die Verkündigerinnen der guten Botschaft ... ein großes Heer“; sie machen den Großteil des Zeugenheeres aus, dessen sich Jehova in der gegenwärtigen Zeit des Endes bedient (Psalm 68:11). Diese hart arbeitenden Christinnen haben sich einen guten Namen erworben, denn sie mühen sich ab, um ihrer Rolle als Ehefrau, Mutter, Hausfrau, Ernährerin und christliche Dienerin Gottes gerecht zu werden.

      12 Nicht wenige dieser vortrefflichen Schwestern haben einen ungläubigen Ehemann. Mit dieser Situation müssen sie 24 Stunden am Tag fertig werden. Einige mühen sich bereits jahrelang ab, gute Ehefrauen zu sein und gleichzeitig die Anforderungen zu erfüllen, die an loyale Diener Jehovas gestellt werden. Es ist nicht leicht gewesen, doch haben sie ausgeharrt, stets in der Hoffnung, daß durch ihren vorzüglichen christlichen Lebenswandel ihre Männer „ohne ein Wort gewonnen werden mögen“ (1. Petrus 3:1, 2). Indes benötigen solche treuen Schwestern bestimmt die brüderliche Zuneigung und die Gebete der anderen in der Christenversammlung. Ihr „stiller und milder Geist“ ist „in den Augen Gottes von großem Wert“, und daß sie standhaft die Lauterkeit bewahren, ist in unseren Augen etwas Kostbares (1. Petrus 3:3-6).

      13. Warum kann von unseren Schwestern, die als Pioniere dienen, gesagt werden, daß sie „im Herrn hart arbeiten“, und wie sollten sie von ihrer Versammlung betrachtet werden?

      13 Von den Schwestern, die als Pioniere dienen, kann mit Sicherheit gesagt werden, daß sie „im Herrn hart arbeiten“. Eine ganze Reihe von ihnen führen einen Haushalt, sind verheiratet und haben Kinder zu versorgen, außer daß sie ihren Predigtdienst verrichten. Manche gehen einer Teilzeitbeschäftigung nach, um für ihre materiellen Bedürfnisse aufkommen zu können. All das erfordert gute Organisation, Entschlossenheit, Beharrlichkeit und viel harte Arbeit. Diese Christinnen sollten die Liebe und Unterstützung derer verspüren können, die aufgrund ihrer Verhältnisse nicht in der Lage sind, so viele Stunden wie ein Pionier im Zeugniswerk einzusetzen.

      14. (a) Welches Beispiel für Ausdauer wird erwähnt? (b) Welche anderen christlichen Frauen verdienen Lob, und warum? Führe dir bekannte Beispiele an.

      14 Einige Christinnen haben im Pionierdienst außergewöhnliche Ausdauer bewiesen. Grace Lounsbury aus Kanada nahm den Pionierdienst 1914 auf. Im Jahr 1918 mußte sie wegen Krankheit ausscheiden, aber 1924 kehrte sie in den Vollzeitdienst zurück. Zur Zeit der Abfassung dieses Artikels ist sie trotz ihrer 104 Jahre immer noch Pionier. Viele Schwestern, die in den 40er Jahren in der Wachtturm-Bibelschule Gilead als Missionarinnen ausgebildet worden sind, dienen immer noch treu in ihrer Missionarzuteilung oder als Mitglieder der Bethelfamilie in Brooklyn oder in einem der Zweige der Watch Tower Society. Alle diese Christinnen, ja alle Schwestern, die sich im Betheldienst einsetzen, bekunden einen Geist der Selbstaufopferung und geben ein gutes Beispiel. Hast du ihnen schon einmal gesagt, daß du sie schätzt?

      Die Frauen reisender Aufseher

      15, 16. Welche Gruppe christlicher Frauen verdient es besonders, von uns herzlich gelobt zu werden, und warum?

      15 Die Frauen reisender Aufseher bilden eine weitere Gruppe von Christinnen, die es verdienen, herzlich gelobt und ermuntert zu werden. Jene liebevollen Schwestern sind bereit, ihren Mann zu begleiten, während er von Versammlung zu Versammlung reist oder von Kreis zu Kreis, um die Brüder geistig zu erbauen. Die meisten von ihnen verzichten auf die Bequemlichkeiten einer eigenen Wohnung; sie schlafen jede Woche in einem anderen — und nicht immer guten — Bett. Aber sie nehmen gern das an, was ihnen die Brüder anbieten. Sie geben ihren Glaubensschwestern ein gutes Beispiel.

      16 Diese Christinnen sind auch für ihren Mann eine unschätzbare Unterstützung, so wie die gottesfürchtigen Frauen, die Jesus nachfolgten und „ihn gewöhnlich begleiteten und ihm dienten“ (Markus 15:41). Sie können nicht viel Zeit mit ihrem Mann allein verbringen, der immer „reichlich beschäftigt [ist] im Werk des Herrn“ (1. Korinther 15:58). Einige von ihnen, wie zum Beispiel Rosa Szumiga aus Frankreich, die den Vollzeitdienst 1948 aufgenommen hat, packen die Koffer für ihren Mann und reisen mit ihm schon 30 oder 40 Jahre. Sie sind bereit, für Jehova und für ihre Brüder und Schwestern Opfer zu bringen. Sie verdienen es, daß wir sie schätzen, sie lieben und für sie beten.

      Die Frauen der Ältesten

      17, 18. (a) Welche Eigenschaften sollten die Frauen von Brüdern aufweisen, die in Dienststellungen eingesetzt worden sind? (b) Welche Opfer für Jehova und für ihre Brüder zu bringen, sind die Frauen von Ältesten bereit, und wie können andere Frauen ihrem Mann eine Hilfe sein?

      17 Als der Apostel Paulus die Erfordernisse für Brüder aufzählte, die zu Ältesten oder Dienstamtgehilfen ernannt werden können, erwähnte er auch Frauen, indem er schrieb: „Frauen müssen ebenfalls ernsthaft sein, nicht verleumderisch, mäßig in den Gewohnheiten, treu in allen Dingen“ (1. Timotheus 3:11). Natürlich gilt dieser allgemeine Rat allen christlichen Frauen. Aber in Anbetracht des Zusammenhangs sollte er offensichtlich auf vorbildliche Weise von den Frauen der Brüder beachtet werden, die in Dienststellungen eingesetzt worden sind.

      18 Glücklicherweise trifft das auf viele Tausende von Frauen zu, die mit einem christlichen Aufseher verheiratet sind. Sie sind mäßig in den Gewohnheiten und sind vernünftig gekleidet. Sie sind ernsthaft, was die christliche Lebensweise betrifft, achten gewissenhaft auf das, was sie sagen, und bemühen sich aufrichtig, in allen Dingen treu zu sein. Sie sind bereit, Opfer zu bringen, indem sie damit einverstanden sind, daß ihr Mann für Versammlungsangelegenheiten Zeit einsetzt, die er sonst mit ihnen verbringen würde. Diese treuen Christinnen verdienen es, von uns herzlich geliebt und ermuntert zu werden. Vielleicht könnten mehr Brüder nach Vorrechten in unseren vielen Versammlungen streben, wenn sich ihre Frau demütig bereit erklären würde, zum Wohl aller solche Opfer zu bringen.

      Treue „ältere Frauen“

      19. Warum werden viele „ältere Frauen“ in ihrer Versammlung sehr geschätzt, und wie sollten wir zu ihnen eingestellt sein?

      19 Unsere Rückschau auf Frauen, die in der Bibel erwähnt werden, hat uns geholfen zu erkennen, daß sich Frauen des Glaubens durch ihr Alter nicht davon abhalten lassen, Jehova zu dienen. Das bewiesen beispielsweise Sara, Elisabeth und Anna. Heute gibt es viele Christinnen vorgerückten Alters, die gute Beispiele des Glaubens und des Ausharrens sind. Zudem können sie taktvoll die Ältesten unterstützen, indem sie jüngeren Schwestern beistehen. Gestützt auf ihre langjährigen Erfahrungen, können sie jüngeren Frauen weisen Rat geben, wozu die Bibel sie auch ermächtigt (Titus 2:3-5). Mitunter muß einer älteren Schwester selbst Rat erteilt werden. Dann sollte der Älteste, der es tut, ‘ihr wie einer Mutter bittend zureden’. Älteste sollten ‘Witwen ehren’ und nötigenfalls materielle Hilfeleistung für sie organisieren (1. Timotheus 5:1-3, 5, 9, 10). Unsere lieben älteren Schwestern sollten sich ganz bestimmt erwünscht und geschätzt fühlen.

      Mitherrscher Christi

      20. Welches überragende Vorrecht haben viele christliche Frauen erhalten, und warum können die anderen Schafe darüber glücklich sein?

      20 Aus der Heiligen Schrift geht eindeutig hervor, daß ‘es bei Gott keine Parteilichkeit gibt’ in bezug auf Rasse oder Geschlecht (Römer 2:10, 11; Galater 3:28). Und das trifft auch bei der Auswahl derer zu, die mit seinem Sohn in der Königreichsregierung verbunden sein werden (Johannes 6:44). Wie dankbar die große Volksmenge anderer Schafe sein kann, daß viele treue Frauen aus der frühen Christenversammlung, wie Maria, die Mutter Jesu, Maria Magdalene, Priscilla, Tryphäna und Tryphosa, heute an der Königreichsregierung teilhaben und diese Regierung dadurch bereichern, daß sie mit den Empfindungen und Erfahrungen von Frauen völlig vertraut sind! Welch liebevoller Weitblick und welche Weisheit von seiten Jehovas! (Römer 11:33-36).

      21. Wie sind wir heute zu „Frauen, die im Herrn hart arbeiten“, eingestellt?

      21 Wir können heute die Liebe und Wertschätzung nachempfinden, die der Apostel Paulus den Frauen gegenüber bekundete, die, wie er schrieb, „für die gute Botschaft Seite an Seite mit mir gestritten haben“ (Philipper 4:3) Alle Zeugen Jehovas erachten es als eine Freude und als ein Vorrecht, Seite an Seite mit dem ‘großen Heer von Verkündigerinnen der guten Botschaft’ tätig zu sein, ja mit „Frauen, die im Herrn hart arbeiten“ (Psalm 68:11; Römer 16:12).

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