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  • Warum müssen wir umziehen?
  • Erwachet! 1994
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Erwachet! 1994
g94 22. 2. S. 25-27

Junge Leute fragen sich:

Warum müssen wir umziehen?

Du kommst von der Schule nach Hause und freust dich schon auf ein ausgefülltes Wochenende — du hast vor, einen Tag am Strand zu verbringen, Ball zu spielen und dir mit einer Lektüre einen gemütlichen Abend zu machen. Doch als deine Mutter von der Arbeit kommt, siehst du ihr an, daß etwas nicht stimmt. „Man hat mich vor die Wahl gestellt: Entweder ich stimme der Versetzung zu, oder ich verliere meinen Arbeitsplatz“, sagt sie. „Sieht so aus, als müßten wir umziehen.“ Von einer Sekunde auf die andere bist du völlig niedergeschlagen.

FALLS ihr gerade vorhabt umzuziehen, seid ihr nicht die einzigen. In manchen Industrieländern ist ein Umzug für viele Familien nichts Außergewöhnliches mehr. Zum Beispiel schätzt das Statistische Bundesamt der Vereinigten Staaten, daß der Durchschnittsamerikaner 12mal in seinem Leben den Wohnsitz wechselt. Jährlich machen etwa 12 Millionen amerikanische Jugendliche einen stressigen Umzug mit. Allerdings trösten dich solche Statistiken wahrscheinlich wenig, wenn ihr es seid, die umziehen müssen. Vielleicht kannst du es gar nicht fassen, daß ihr umziehen werdet. „Warum müssen wir umziehen?“ fragst du dich womöglich ganz frustriert.

Familien, die umziehen

Häufig bleibt einer Familie in dieser Angelegenheit keine Wahl. In biblischer Zeit mußten Elimelech und Noomi mit ihren Kindern ins Nachbarland Moab fliehen, weil Israel von einer Hungersnot heimgesucht wurde (Ruth 1:1, 2). Heute befinden sich viele Eltern in einer ähnlichen Notlage. Aufgrund von Dürre und Raubbau an der Natur sehen sich Millionen Menschen in den Entwicklungsländern gezwungen, in überfüllte Städte, in Lager von Hilfsorganisationen oder in andere Länder zu ziehen. In westlichen Ländern hat die Rezession zur Schließung zahlreicher Fabriken und Unternehmen geführt. Einst ertragreiches Agrarland wirft heute nichts mehr ab; Arbeitsplätze sind knapp geworden. Daher bleibt deinen Eltern möglicherweise nichts anderes übrig, als in eine wohlhabendere Gegend zu ziehen.

Doch nicht alle Familien wechseln den Wohnsitz, um der Armut zu entgehen. Eine Beförderung oder ein Standortwechsel des Arbeitsplatzes, das Auseinanderbrechen einer Ehe, schlechte Gesundheit, ein zu rauhes Klima — oft entscheiden sich Familien aus diesen Gründen für einen Umzug. Der Soziologe John D. Kasarda nennt eine weitere häufige Ursache: „Man ist der Auffassung, daß Städte heutzutage gefährlichere Lebensräume sind. Vor allem Drogen haben dazu geführt, daß die Zahl der Eigentumsdelikte und der Verbrechen an Personen sprunghaft angestiegen ist.“ Deswegen meinen einige, das Leben in Stadtrandgebieten oder in Kleinstädten sei sicherer.

In biblischer Zeit verließ Abraham sein komfortables Zuhause in Ur, um den Interessen Gottes zu dienen (1. Mose 12:1; Hebräer 11:8). Ähnlich verhält es sich auch heute. Einige Familien unter Jehovas Zeugen sind in Gegenden gezogen, wo noch mehr Verkündiger der guten Botschaft benötigt werden (Matthäus 24:14). Andere besuchen benachbarte Versammlungen, in denen Aufseher oder Dienstamtgehilfen benötigt werden. Das mag zwar keinen Wohnungswechsel mit sich bringen, aber eine Anpassung an andere Menschen und neue Umstände.

Ganz gleich, warum ihr euren Wohnsitz verlegt, wahrscheinlich war es nicht deine Idee. Und vielleicht bist du nicht gerade glücklich darüber.

Gemischte Gefühle

Nicht jeder Umzug ist unbedingt etwas Negatives. Der 12jährige Justin verzieht bei dem Gedanken an sein vorheriges Zuhause in einer Großstadt das Gesicht. „Es war schrecklich“, sagt er. „In der Nachbarschaft kam es oft zu Gewalttätigkeiten. Man konnte sich keine 50 Meter von der Wohnung entfernen, ohne Angst vor Jugendbanden haben zu müssen. Die Leute blieben zu Hause und schlossen sich ein. Ich hab’ das gehaßt. Als ich erfuhr, daß wir aufs Land übersiedeln, hab’ ich mich riesig gefreut.“

Der Gedanke, Freunde und die bekannte Umgebung zu verlassen, mag allerdings gemischte Gefühle hervorrufen. So ging es Anita, als sie erfuhr, daß sie mit ihren Eltern wegziehen würde. „Den größten Teil meines Lebens hatte ich auf einem amerikanischen Militärstützpunkt in England verbracht“, erinnert sie sich. „Ich verstand mich eher als Engländerin, nicht als Amerikanerin. Als ich zehn war, erfuhr ich, daß mein Vater in die Vereinigten Staaten versetzt werden würde, nach New Mexiko, also in die Wüste! Zuerst wußte ich nicht, was ich davon halten sollte. Ich fand es aufregend, gleichzeitig aber auch beunruhigend. Ich wollte mich von meinen Freunden nicht trennen. Das war das Schlimmste an der ganzen Sache.“

Warum ein Umzug eine Belastung ist

Es scheint so, als reagierten heutzutage vor allem junge Menschen sensibel auf die mit einem Umzug verbundenen Belastungen. In Reader’s Digest hieß es: „Wie Fachleute für psychische Krankheiten sagen, ist selbst ein Umzug, der Vorteile mit sich bringt, eine schmerzvolle, emotionell belastende Erfahrung.“

Allein die mit einem Wohnungswechsel verbundene Aufregung und Spannung stellt eine Belastung dar. Unvermeidbare Verzögerungen und Verschiebungen können die Anspannung noch verstärken. In der Bibel lesen wir: „Hinausgeschobene Erwartung macht das Herz krank“ (Sprüche 13:12). Selbst wenn jeder sich darauf freut, „kann ein Umzug bei einigen Familienmitgliedern große Trauer und innere Unruhe hervorrufen“, hieß es in der Zeitschrift Parents. „Dem ist so, weil das Abschiednehmen Gefühle des Verlusts entstehen und eine Ungewißheit über das Unbekannte aufkommen läßt.“ Es ist also nichts Ungewöhnliches daran, wenn einen unangenehme Gefühle überkommen — man ist geschockt, zornig, enttäuscht sowie deprimiert.

In dem Buch The Teenager’s Survival Guide to Moving heißt es: „Mit einem Umzug ändert sich nicht nur die Anschrift. Auf vielen wichtigen Gebieten deines Lebens gehen damit Änderungen einher — du wirst eine andere Schule besuchen, neue Lehrer und Freunde haben, und deine Freizeitgestaltung wird anders aussehen. Eine Umstellung ist nie einfach, selbst dann nicht, wenn sie eine Verbesserung mit sich bringt.“ Die Sozialarbeiterin Myra Herbert behauptet, häufiges Umziehen könne dazu führen, daß Kinder „sitzenbleiben und unglücklich sind“. Denn Kinder, deren Wohnort sich oft ändert, „erhalten ständig neue Lehrpläne, und irgendwann geben sie auf, vor allem wenn ihnen das Lernen sowieso schwerfällt“. Sie fügt hinzu, daß es für Jugendliche „besonders schwierig ist“, ihre Freunde zurückzulassen.

Den Umzug bewältigen

Es ist daher verständlich, daß du bei dem Gedanken an den Umzug gereizt, empfindlich oder ärgerlich wirst. Negativen Gefühlen Raum zu geben macht jedoch alles nur noch schlimmer. Du tust besser daran, zu lernen, die Dinge positiv zu betrachten. Negative Empfindungen wie Unruhe oder Traurigkeit sind unter diesen Umständen ganz normal. In der Regel verlieren sie sich mit der Zeit. Versuche, dich zwischenzeitlich auf die positiven Seiten des Umzugs zu konzentrieren.

Anita, die zuvor erwähnt wurde, ist heute 15 Jahre alt; in der Zwischenzeit ist sie noch einmal umgezogen. „Der Umzug war für mich jedesmal eine traurige Angelegenheit“, erinnert sie sich. „Aber dann dachte ich immer über die positiven Seiten nach — ich würde andere Leute und interessante Gegenden kennenlernen.“ Sie fühlt sich nun in ihrem neuen Zuhause wohl und hat sich gut eingelebt.

Doch so sehr du dich auch anstrengst, manchmal dauern die negativen Gefühle an. In diesem Fall solltest du sie nicht ignorieren. Denn immerhin kann „ein Geist, der niedergeschlagen ist“, deiner Gesundheit schaden (Sprüche 17:22). Vielleicht mußt du dir mehr Ruhe gönnen, dich öfter körperlich betätigen oder dich gesünder ernähren. Parallel dazu mag ein Gespräch über deine Gefühle nötig sein, insbesondere mit deinen Eltern (Sprüche 23:26). Erzähle ihnen von deinen Befürchtungen und Sorgen.

Bist du zum Beispiel traurig, weil du dich aus Platzgründen von einigen liebgewordenen Sachen trennen mußt? Oder denkst du, so kurz vor den Prüfungen wäre der Umzug viel zu stressig? Was immer du auch zu beanstanden hast, Sprüche 13:10 erinnert an folgendes: „Durch Vermessenheit verursacht man nur Streit, aber bei denen, die sich miteinander beraten, ist Weisheit.“ Unter Umständen machen deine Eltern einige Zugeständnisse. Wenn nicht, dann werden sie zumindest mit dir mitfühlen und dich beruhigen und unterstützen.

Laß nicht zu, daß Gerüchte und Horrorgeschichten über dein neues Zuhause deine Bemühungen, positiv zu bleiben, vereiteln. In Sprüche 14:15 lesen wir: „Ein Unerfahrener glaubt jedem Wort, aber der Kluge achtet auf seine Schritte.“ Finde die Tatsachen selbst heraus. Anita erzählt: „Ich ging in die Bücherei und suchte nach Hintergrundinformationen über den Ort, in den wir zogen, und die dortige Kultur.“ Wenn du nicht zu weit weg wohnst, kannst du dir dein neues Zuhause vielleicht schon einmal vor dem Umzug anschauen. Das kann viel dazu beitragen, deine Zweifel auszuräumen und dich auf den Umzug einzustellen.

Das Abschiednehmen wird dir natürlich nicht leichtfallen. „Bevor du wegziehst“, wird in dem Buch The Teenager’s Survival Guide to Moving vorgeschlagen, „suche noch einmal deine Lieblingsplätze auf ... und sage ihnen ganz einfach auf Wiedersehen.“ Vielleicht möchtest du dir ein Foto- oder ein Sammelalbum anlegen, um deine Erinnerungen aufzubewahren. Noch wichtiger ist es, sich von seinen Freunden zu verabschieden. Versichere ihnen, daß es mit eurer Freundschaft nicht vorbei ist. Der Apostel Johannes griff zu „Papier und Tinte“, um mit denen, die ihm lieb waren, in Kontakt zu bleiben, und das kannst auch du tun (2. Johannes 12). Mit etwas Anstrengung und Energie können selbst diejenigen ihre Freundschaft aufrechterhalten, die durch viele Kilometer voneinander getrennt sind.

Im Lauf der Zeit werden deine Abschiedstränen trocknen, und du wirst die Herausforderung, dich in deinem neuen Zuhause einzuleben, annehmen; das ist das Thema des Artikels in unserer nächsten Ausgabe.

[Bild auf Seite 26]

Warum nicht schon vor dem Umzug Informationen über dein neues Zuhause sammeln?

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