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Auf geistigem Gebiet weiterhin Fortschritte machenDer Wachtturm 1998 | 1. Oktober
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Nehmen wir Anthony, der sich in jungen Jahren taufen ließ. „Ich war in unserer Familie das erste Kind, das sich taufen ließ“, berichtet er. „Nach meiner Taufe umarmte meine Mutter mich besonders herzlich. Nie zuvor hatte ich sie glücklicher gesehen. Alle waren in Hochstimmung, und ich fühlte mich so stark.“ Doch es gab noch eine andere Seite der Medaille. „Über einen längeren Zeitraum hatte sich in unserer Versammlung kein Jugendlicher taufen lassen“, erklärt Anthony. „Ich war daher richtig stolz auf mich und bildete mir auf meine Kommentare und Aufgaben in den Zusammenkünften etwas ein. Ehre und Anerkennung von Menschen waren für mich wichtiger, als Jehova zu preisen. Ich hatte eigentlich kein enges Verhältnis zu ihm.“
Wie Anthony haben sich einige mehr aus dem Wunsch heraus taufen lassen, Menschen zu gefallen, als aus Liebe zu Jehova. Dennoch erwartet Gott, daß die Betreffenden ihr Versprechen, ihm zu dienen, halten. (Vergleiche Prediger 5:4.) Häufig gelingt das aber nicht ohne persönliche Bindung zu Gott. Anthony erinnert sich: „Die große Freude, die ich empfand, als ich mich taufen ließ, war nur von kurzer Dauer. Nicht einmal ein Jahr danach machte ich mich eines schweren Fehlverhaltens schuldig und mußte von den Ältesten der Versammlung zurechtgewiesen werden. Wegen wiederholten Fehlverhaltens wurde ich schließlich aus der Versammlung ausgeschlossen. Sechs Jahre nachdem ich mich Jehova hingegeben hatte, wurde ich verhaftet und wegen Mordes eingesperrt.“
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Auf geistigem Gebiet weiterhin Fortschritte machenDer Wachtturm 1998 | 1. Oktober
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Wie war es bei Anthony? „Ich dachte an die Zeit zurück, als ich so viele geistige Ziele hatte, die sich alle darauf konzentrierten, den Willen Jehovas zu tun“, erinnert er sich. „Das war schmerzlich. Aber trotz all des Schmerzes und der Enttäuschung kam mir Jehovas Liebe zum Bewußtsein. Es dauerte eine Weile, bis ich in der Lage war, zu Jehova zu beten; aber ich tat es; ich schüttete ihm mein Herz aus und bat ihn um Vergebung. Ich fing auch wieder an, in der Bibel zu lesen, und war überrascht, wieviel ich vergessen hatte und wie wenig ich in Wirklichkeit über Jehova wußte.“ Anthony muß zwar für sein Vergehen noch den Rest seiner Gefängnisstrafe verbüßen, doch er erhält Hilfe von Glaubensbrüdern am Ort und ist auf dem Weg, sich in geistiger Hinsicht zu erholen. Voller Dankbarkeit sagt Anthony: „Dank der Hilfe Jehovas und seiner Organisation ist es mir möglich, die alte Persönlichkeit abzulegen, und ich bemühe mich jeden Tag, die neue Persönlichkeit anzuziehen. Mein Verhältnis zu Jehova ist für mich jetzt von größter Wichtigkeit.“
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