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Warum die vielen Regeln?Erwachet! 2006 | Dezember
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Kommunikation, die funktioniert
Ob du nun mehr Freiheiten haben möchtest oder einfach mit derzeit bestehenden Einschränkungen besser klarkommen willst: Der Schlüssel liegt in guter Kommunikation. Gut möglich, dass nun jemand meint: „Aber ich hab doch schon versucht mit meinen Eltern zu reden, es funktioniert einfach nicht!“ Wenn du so empfindest, dann frag dich: „Könnte ich vielleicht lernen, besser zu kommunizieren?“ Kommunikation ist ein wichtiges Mittel, das dir hilft, entweder das zu bekommen, was du dir wünschst, oder aber besser zu verstehen, warum dir der Wunsch abgeschlagen wird. Dabei ist es eigentlich nur logisch, dass man, wenn man die Rechte eines Erwachsenen haben möchte, auch lernen sollte, erwachsen zu kommunizieren.
Werde immer besser Herr deiner Gefühle. In der Bibel heißt es: „All seinen Geist lässt ein Unvernünftiger herausfahren, aber wer weise ist, hält ihn bis zuletzt ruhig“ (Sprüche 29:11). Sich immer nur zu beschweren ist nicht unbedingt das, was gute Kommunikation ausmacht. Dadurch handelst du dir vielleicht nur eine weitere Strafpredigt ein. Schmollen, Gejammer oder kindische Wutanfälle sind also nichts für dich. Und wie sehr dir auch danach ist, mit Türen zu knallen oder durch das Haus zu poltern: Wenn deine Eltern dir etwas verboten haben, wird dir so ein Benehmen höchstens noch mehr Regeln einbringen — auf keinen Fall aber mehr Freiheiten.
Versuche, die Bedenken deiner Eltern zu verstehen
Versuche, die Sache aus der Sicht deiner Eltern zu sehen. Tracy wohnt noch bei ihrer allein erziehenden Mutter. Ihr hat es weitergeholfen, sich zu fragen: „Was möchte meine Mutter mit ihren Regeln eigentlich erreichen?“ Ihre Antwort? „Sie will mir damit helfen, ein besserer Mensch zu werden“ (Sprüche 3:1, 2). Dich so in deine Eltern hineinzuversetzen kann dir helfen, ihnen zu erklären, wie du es von deiner Warte aus siehst. Ein Beispiel: Angenommen, sie wollen dich nur ungern zu einem bestimmten Treffen gehen lassen. Anstatt darüber zu streiten, könntest du sie fragen: „Und was wäre, wenn jemand mitkommt, der vernünftig ist und dem ihr vertraut?“ Deine Eltern werden dir vielleicht nicht jeden Wunsch erfüllen, aber wenn du ihre Bedenken verstehen lernst, sind deine Chancen viel größer, eine akzeptable Alternative vorzuschlagen.
Verhalte dich so, dass das Vertrauen deiner Eltern zu dir wachsen kann. Das lässt sich gut mit dem Anwachsen eines Bankguthabens vergleichen: Man muss etwas auf ein Konto einzahlen, sonst kann man später nichts abheben! Überzieht man ein Konto, zahlt man Zinsen. Und wenn man es mit dem Überziehen übertreibt, kann das Konto schließlich sogar komplett geschlossen werden. Mehr Freiheiten werden dir nur dann eingeräumt, sprich ausgezahlt, wenn du vorher durch verantwortungsvolles Verhalten „eingezahlt“ hast.
Sieh die Sache ganz nüchtern. Deine Eltern haben nun einmal die Aufsichtspflicht für dich. Deshalb spricht die Bibel vom „Gebot deines Vaters“ und vom „Gesetz deiner Mutter“ (Sprüche 6:20). Du brauchst aber nicht zu denken, dass Hausregeln dir das ganze Leben verderben. Ganz im Gegenteil! Wenn du dich deinen Eltern unterordnest, verspricht Jehova, dass es dir im Endeffekt gut geht (Epheser 6:1-3).
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