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  • Das andere Geschlecht
    Fragen junger Leute — Praktische Antworten, Band 2
    • TEIL 1

      Das andere Geschlecht

      In der Pause siehst du einen Jungen und ein Mädchen Hand in Hand den Flur entlanggehen. Wie fühlst du dich?

      □ Mir egal

      □ Etwas neidisch

      □ Total neidisch

      Du triffst dich mit Freunden im Kino und merkst, dass alle außer dir als Pärchen gekommen sind! Wie fühlst du dich?

      □ Kein Problem

      □ Unwohl

      □ Eifersüchtig

      Deine beste Freundin/ dein bester Freund ist neuerdings mit jemandem zusammen. Wie fühlst du dich?

      □ Ich freue mich

      □ Etwas neidisch

      □ Ich bin sauer

      Junge und Mädchen, Mädchen und Junge – wo du auch hinschaust. In der Schule, in der Fußgängerzone, einfach überall. Und jedes Mal, wenn du so ein Pärchen siehst, sehnst du dich auch nach einer Beziehung. Aber bist du schon so weit? Angenommen du bist es: Wie findest du jemanden, der zu dir passt? Und wenn ihr euch gefunden habt, was könnt ihr tun, damit ihr nicht zu weit geht? Die Kapitel 1–5 geben hilfreiche Tipps dazu.

  • Bin ich alt genug für eine Beziehung?
    Fragen junger Leute — Praktische Antworten, Band 2
    • KAPITEL 1

      Bin ich alt genug für eine Beziehung?

      „Ich fühl mich sehr unter Druck, einen Freund zu haben. Und es gibt ja auch eine Menge echt süße Jungs“ (Whitney).

      „Manche Mädchen gehen ganz schön ran, und es fällt mir nicht gerade leicht, Nein zu sagen. Aber ich weiß, was meine Eltern davon halten“ (Phillip).

      DER Wunsch, mit jemand zusammen zu sein, der für dich etwas ganz Besonderes ist – und du für ihn –, kann unglaublich stark sein, selbst wenn du noch sehr jung bist. „Ich hab schon mit 11 gedacht, ich müsste einen Freund haben“, sagt Jenifer. Und Brittany meint: „In der Schule fühlt man sich ausgegrenzt, wenn man nicht mit jemandem zusammen ist – egal mit wem.“

      Bist du schon alt genug für eine Beziehung? Um diese Frage beantworten zu können, wäre zunächst einmal etwas Grundsätzliches zu klären:

      Wann ist es eine Beziehung?

      Hier kannst du ankreuzen, wie du antworten würdest.

      Ein Mädchen und ein Junge gehen regelmäßig miteinander weg. Ist das eine Beziehung?

      □ Ja

      □ Nein

      Man fühlt sich zueinander hingezogen und simst oder telefoniert mehrmals am Tag. Kann man da von einer Beziehung sprechen?

      □ Ja

      □ Nein

      Wenn du dich mit Freunden triffst, seilen sich ein Junge und ein Mädchen immer ab. Beziehung?

      □ Ja

      □ Nein

      Die erste Frage hat dir wahrscheinlich kein großes Kopfzerbrechen bereitet. Aber bei der zweiten und dritten musstest du vielleicht erst überlegen. Wann genau kann man von einer Beziehung sprechen? Im Grunde dann, wenn man Gefühle füreinander empfindet und Kontakt pflegt. Von daher wären alle drei Fragen mit Ja zu beantworten. Ob man miteinander telefoniert oder sich trifft, ob in aller Öffentlichkeit oder heimlich – sind Gefühle im Spiel und kommuniziert man regelmäßig miteinander, ist das als Beziehung anzusehen. Bist du dafür schon reif genug? Drei Fragen sollen dir helfen, das herauszufinden.

      Warum wünschst du dir eine Beziehung?

      In vielen Kulturkreisen gilt eine Beziehung als etwas völlig Akzeptables. Allerdings sollte man dabei die ehrliche Absicht haben, festzustellen, ob man auf Dauer zueinander passen würde.

      Viele in deiner Altersgruppe sehen das wahrscheinlich ganz anders. Sie finden es einfach schön, mit jemandem zusammen zu sein, und denken nicht im Entferntesten ans Heiraten. Für manche ist ein Freund oder eine Freundin kaum mehr als eine Trophäe oder ein Vorzeigeobjekt. Oft halten solche oberflächlichen Beziehungen allerdings nicht lange. Heather sagt: „Viele Jugendliche machen schon nach ein paar Wochen wieder Schluss. Für sie sind Beziehungen nichts Dauerhaftes, womit sie schon auf Scheidung programmiert sind.“

      Bei einer Beziehung sind ganz klar Gefühle im Spiel. Deshalb ist es so wichtig, dass man es ehrlich meint. Denn: Wie würdest du es finden, wenn dich jemand schon im nächsten Moment wie ein langweilig gewordenes Spielzeug wieder fallen lässt? Chelsea gesteht: „Manchmal möchte ich nur so zum Spaß mit jemandem zusammen sein. Aber mit den Gefühlen eines anderen zu spielen ist eigentlich überhaupt nicht lustig.“

      Du bist wie alt?!

      Ab welchem Alter findest du es in Ordnung, mit jemandem zusammen zu sein? ․․․․

      Stell dieselbe Frage einmal deinen Eltern und schreib ihre Antwort auf. ․․․․

      Vermutlich ist die erste Zahl niedriger ausgefallen als die zweite. Oder auch nicht. Vielleicht gehörst du ja zu den vielen Jugendlichen, die mit einer Beziehung warten, bis sie so reif sind, dass sie genau wissen, was sie wollen. Das hat sich jedenfalls Danielle (17) vorgenommen. Sie sagt: „Noch vor zwei Jahren wären mir bei einem Partner ganz andere Dinge wichtig gewesen als heute. Eigentlich traue ich mir jetzt immer noch nicht zu, so eine Entscheidung zu treffen. Der richtige Zeitpunkt für etwas Festes ist, glaube ich, in ein paar Jahren, wenn ich weiß, was ich will.“

      Es gibt noch einen anderen Grund, warum es gut ist zu warten. Die Bibel spricht von der „Blüte der Jugend“, einer Zeit, in der intensive sexuelle Gefühle wach werden und man sich leicht verliebt (1. Korinther 7:36). In dieser Phase kann enger Kontakt mit dem anderen Geschlecht das Feuer der Leidenschaft entfachen – und schnell macht man einen Fehler. Viele Jugendliche sehen da wahrscheinlich kein Problem. Sie haben es mit sexuellen Beziehungen ziemlich eilig. Aber da brauchst du wirklich nicht mitzuhalten! (Römer 12:2). Die Bibel fordert sogar dazu auf, vor Unmoral zu „fliehen“ (1. Korinther 6:18). Wenn du mit Sex wartest, hältst du dir „Unglück“ fern (Prediger 11:10).

      Bist du schon so weit zu heiraten?

      Diese Frage lässt sich am besten durch eine Selbstprüfung beantworten. Dazu einige Überlegungen:

      Verhältnis zu anderen. Wie gehst du mit deinen Eltern und Geschwistern um? Regst du dich schnell über sie auf und wirst beleidigend oder verletzend, wenn du deine Meinung sagst? Wie sehen sie das? So wie du deine Familie behandelst, wirst du auch deinen Partner behandeln. (Lies Epheser 4:31.)

      Verhalten allgemein. Bist du eher optimistisch oder pessimistisch? Lässt du mit dir reden oder muss es immer nach deinem Kopf gehen? Bleibst du in stressigen Situationen ruhig? Bist du geduldig? Jetzt schon die „Frucht des Geistes“ in sich wachsen zu lassen ist eine gute Vorbereitung auf die Rolle als Ehepartner. (Lies Galater 5:22, 23.)

      Finanzen. Kannst du gut mit Geld umgehen? Oder machst du oft Schulden? Verlierst du schnell einen Job? Falls ja, wie kommt das? Liegt es am Job? Am Chef? An einer schlechten Angewohnheit? Oder an einem Charakterzug, der noch ein wenig zu wünschen übrig lässt? Angenommen, du kommst schon mit deinem eigenen Geld nicht aus, wie wäre es dann erst, wenn du Familie hättest? (Lies 1. Timotheus 5:8.)

      Verhältnis zu Gott. Was tust du, sofern du ein Zeuge Jehovas bist, für dein Verhältnis zu Gott? Zeigst du beim Bibellesen, beim Predigen und in den Zusammenkünften Initiative? Verdient dein zukünftiger Ehepartner nicht jemanden an seiner Seite, der im Glauben gefestigt ist? (Lies Prediger 4:9, 10.)

      Was du auf jeden Fall tun kannst

      Stell dir vor, du müsstest die Abschlussprüfung für einen Kurs ablegen, der gerade erst begonnen hat. Nicht sehr fair! Es braucht seine Zeit, bis man mit einem Fachgebiet vertraut ist und Testaufgaben lösen kann. Ähnlich wäre es, wenn du dich unter Druck fühlst, zu früh eine Beziehung anzufangen.

      Eine Beziehung ist etwas, was man nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. Bevor du so weit bist, dich auf jemand Bestimmten zu konzentrieren, brauchst du Zeit, um dich mit einem äußerst wichtigen „Fachgebiet“ vertraut zu machen: Wie man ein guter Freund wird. Begegnet dir dann später der ideale Partner, bist du auf eine feste Beziehung besser vorbereitet. Immerhin ist eine gute Ehe die Verbindung von zwei guten Freunden.

      Wenn du wartest, hast du nicht weniger Freiheit – sondern sogar mehr Freiheit, deine Jugend zu genießen (Prediger 11:9). Es gibt dir auch Zeit, dich weiterzuentwickeln und vor allem deine Beziehung zu Gott auszubauen (Klagelieder 3:27).

      Das heißt natürlich nicht, dass du keinen Umgang mit dem anderen Geschlecht haben solltest. Am besten ist immer, man unternimmt etwas als Gruppe, zusammen mit verantwortungsbewussten Erwachsenen. Tammy findet: „Das macht auch mehr Spaß. Es ist schöner, wenn man viele Freunde hat.“ Monica denkt genauso. „Sich mit mehreren zu treffen ist echt eine gute Idee“, sagt sie, „weil man so ganz unterschiedliche Leute kennenlernt.“

      Konzentrierst du dich dagegen zu früh auf eine einzige Person, sind Enttäuschungen vorprogrammiert. Lass dir also Zeit. Du kannst diese Lebensphase gut nutzen, um zu lernen, ein Freund zu sein, auf den man sich verlassen kann. Möchtest du dann irgendwann etwas Festes beginnen, kennst du dich selbst besser und weißt eher, was du von einer dauerhaften Partnerschaft erwartest.

      MEHR ZU DIESEM THEMA IN BAND 1, KAPITEL 29 UND 30

      IM NÄCHSTEN KAPITEL

      Spielst du mit dem Gedanken, hinter dem Rücken deiner Eltern Dates zu haben? Das kann mehr Probleme nach sich ziehen, als du ahnst.

      BIBELTEXT

      „Der Kluge achtet auf seine Schritte“ (Sprüche 14:15)

      TIPP

      Such dir in 2. Petrus 1:5-7 eine Eigenschaft aus, an der du für eine Beziehung und die Ehe noch arbeiten müsstest. Halte nach einem Monat Rückschau. Was hast du über diese Eigenschaft gelernt, und wie hast du das umgesetzt?

      HAST DU GEWUSST ...?

      Zahlreichen Studien zufolge lassen sich viele Brautpaare, die noch keine 20 sind, schon in den nächsten 5 Jahren wieder scheiden.

      DAS HABE ICH FEST VOR!

      Um ein guter Ehepartner zu werden, müsste ich mich verbessern in ․․․․

      Angehen werde ich das so: ․․․․

      Meinen Vater oder meine Mutter möchte ich dazu fragen: ․․․․

      WAS DENKST DU?

      ● Wann können sich Jungs und Mädchen ohne Weiteres treffen?

      ● Wie würdest du deinen Geschwistern klarmachen, dass sie für eine Beziehung noch zu jung sind?

      ● Was für Gefühle kannst du auslösen, wenn du keine ehrlichen Absichten hast?

      [Herausgestellter Text auf Seite 18]

      „Ich finde, man sollte nur mit jemandem zusammen sein, wenn einem derjenige etwas bedeutet und man sich eine gemeinsame Zukunft vorstellen kann. Es geht ja um den Menschen und nicht nur darum, dass man eine Beziehung hat” Amber

      [Bild auf Seite 16, 17]

      Wer es nicht ehrlich meint, ist wie ein Kind, das sein neues Spielzeug schon im nächsten Moment wieder fallen lässt

  • Heimliche Dates: Was ist schon dabei?
    Fragen junger Leute — Praktische Antworten, Band 2
    • KAPITEL 2

      Heimliche Dates: Was ist schon dabei?

      Jessica war hin und her gerissen. Jeremy aus ihrer Klasse interessierte sich für sie. „Er sah toll aus“, erzählt sie, „und meine Freundinnen haben gesagt, ich würde nie wieder jemand kennenlernen, der es so ehrlich meint. Viele waren hinter ihm her, aber er wollte nur was von mir.“

      Als Jeremy eine Beziehung anfangen wollte, erklärte sie ihm, sie sei eine Zeugin Jehovas und ihre Eltern hätten es nicht gern, dass sie mit jemandem zusammen ist, der nicht denselben Glauben hat. „Aber dann hatte Jeremy eine Idee“, sagt sie. „Er meinte, wir könnten uns doch heimlich treffen.“

      WIE wäre deine Reaktion, wenn jemand, der dir gefällt, so etwas vorschlagen würde? Es wird dich vielleicht überraschen, aber Jessica ging auf Jeremys Vorschlag ein. „Ich hab fest geglaubt, ich könnte ihn mit der Zeit dazu bringen, Jehova zu lieben“, sagt sie. Wie ging die Sache aus? Dazu später mehr. Aber wie gerät man eigentlich in so eine Falle?

      Die Gründe

      Warum treffen sich manche heimlich? David bringt es auf den Punkt: „Sie wissen genau, dass ihre Eltern etwas dagegen hätten. Deswegen sagen sie ihnen nichts.“ Jane nennt noch einen anderen Grund: „Man will sich nichts mehr sagen lassen, weil man sich eigentlich wie ein Erwachsener fühlt, aber nicht so behandelt wird. Also macht man einfach, was man will, und erzählt den Eltern nichts.“

      Fallen dir noch andere Motive für heimliche Dates ein? Hier kannst du sie aufschreiben.

      ․․․․․

      Natürlich ist dir klar, dass die Bibel dazu auffordert, die Eltern zu respektieren (Epheser 6:1). Und wenn deine Eltern nicht möchten, dass du mit jemandem zusammen bist, haben sie sicher ihre Gründe. Trotzdem können bei dir Gefühle aufkommen wie:

      ● Ich fühle mich als Außenseiter, weil alle Dates haben.

      ● Ich schwärme für jemand. Er hat aber nicht denselben Glauben wie ich.

      ● Ich wäre gerne mit jemandem zusammen, der auch an Jehova glaubt, bin aber noch zu jung zum Heiraten.

      Was deine Eltern dazu sagen würden, weißt du wahrscheinlich. Und tief im Innern weißt du auch, dass sie recht haben. Auf der anderen Seite geht es dir vielleicht wie Manami. Sie sagt: „Der Druck ist so groß, dass ich manchmal an meiner eigenen Überzeugung zweifle. Die andern können sich überhaupt nicht vorstellen, dass man nicht mit jemandem zusammen ist. Außerdem ist es nicht gerade schön, ein Außenseiter zu sein.“ In so einer Situation fangen manche heimlich eine Beziehung an. Wie?

      „Wir sollten niemandem etwas verraten“

      Schon in dem Wort „heimlich“ steckt eine Portion bewusste Täuschung, und genau so funktioniert es auch. Oft hält man die Beziehung geheim, indem man überwiegend per Telefon oder Internet miteinander kommuniziert. Nach außen hin gibt man sich so, als wäre da nichts, doch die E-Mails, Telefonate und SMS sprechen eine ganz andere Sprache.

      Zu den raffinierten Taktiken gehört auch, dass man ein Treffen mit mehreren arrangiert, nur um sich später absondern zu können. James sagt: „Einmal waren wir mit anderen verabredet, mussten dann aber feststellen, dass alles nur eingefädelt worden war, damit sich zwei aus der Gruppe abseilen konnten. Wir sollten niemandem etwas verraten.“

      Wie James beobachtet hat, funktionieren viele heimliche Dates nur, weil Freunde mitspielen. Dazu Carol: „Oft weiß mindestens einer Bescheid, redet aber nicht darüber, weil er denkt, er muss dichthalten.“ Manchmal wird auch rundheraus gelogen. „Damit die Sache nicht auffliegt, lügen viele ihre Eltern an, wenn sie weggehen“, sagt Beth (17). So war es auch bei Misaki (19). „Ich musste mir gute Geschichten ausdenken“, erzählt sie. „Ansonsten hab ich aber immer die Wahrheit gesagt, um mir das Vertrauen meiner Eltern nicht zu verscherzen.“

      Die Gefahren

      Falls du heimlich Dates hast oder mit diesem Gedanken spielst, solltest du dir zwei Fragen stellen:

      Wohin wird es führen? Habt ihr vor, in absehbarer Zeit zu heiraten? „Wenn man eine Beziehung anfängt, ohne dass man vorhat zu heiraten, ist das so, als würde man für etwas Werbung machen, was man gar nicht verkauft“, findet Evan (20). Wozu kann das führen? In Sprüche 13:12 steht: „Hinausgeschobene Erwartung macht das Herz krank“. Möchtest du wirklich jemandem, der dir etwas bedeutet, tief im Herzen wehtun? Und Vorsicht: Durch das Geheimhalten versperrst du deinen Eltern und anderen Erwachsenen, denen etwas an dir liegt, den Zugang zu dir. Dadurch bist du stärker der Gefahr ausgesetzt, in die Falle der Unmoral zu tappen (Galater 6:7).

      Wie denkt Jehova Gott darüber? In der Bibel heißt es: „Alle Dinge sind nackt und bloßgelegt vor den Augen dessen, dem wir Rechenschaft zu geben haben“ (Hebräer 4:13). Ob du deine eigene Beziehung geheim hältst oder jemand anders deckst – Jehova weiß längst davon. Und falls du dabei andere hinters Licht führst, ist damit nicht zu spaßen. Jehova hasst Lügen. „Eine falsche Zunge“ wird in der Bibel ausdrücklich unter die Dinge eingereiht, die er verabscheut (Sprüche 6:16-19).

      Mach Schluss damit

      Hast du eine heimliche Beziehung, wäre es auf alle Fälle gut, dich deinen Eltern oder einem im Glauben gefestigten Erwachsenen anzuvertrauen. Und falls jemand aus deinem Freundeskreis heimlich Dates hat, lass dich nicht mit hineinziehen, indem du die Sache vertuschen hilfst (1. Timotheus 5:22). Denn: Wie würdest du dich fühlen, wenn die Beziehung Folgen hätte? Wärst du dann nicht zu einem gewissen Grad mitschuldig?

      Zum Vergleich: Stell dir vor, du bist mit einem Diabetiker befreundet, der sich heimlich mit Süßigkeiten vollstopft. Du kommst dahinter, aber er fleht dich an, keinem etwas zu sagen. Was wäre dir jetzt am wichtigsten? Deinen Freund nicht zu verraten oder etwas zu unternehmen, das ihm unter Umständen das Leben rettet?

      Ähnlich ist es, wenn du von einer heimlichen Beziehung weißt. Hab keine Angst davor, dass eure Freundschaft daran zerbricht. Einem echten Freund wird irgendwann klar, dass du es für ihn getan hast (Psalm 141:5).

      Geheimsache oder Privatsache?

      Natürlich kann man Geheimhaltung nicht immer mit bewusster Täuschung gleichsetzen. Angenommen, ein junger Mann und eine junge Frau möchten sich gern näher kennenlernen, ohne dass sich das gleich herumspricht. Vielleicht wollen sie, wie Thomas es ausdrückt, „nicht mit Fragen genervt werden wie: ‚Na, wann ist es denn so weit?‘ “

      Zu viel Druck von außen kann tatsächlich schaden (Hohes Lied 2:7). Deshalb entscheiden sich manche in der Anfangsphase ganz bewusst für Diskretion (Sprüche 10:19). „So hat man mehr Zeit zu überlegen, ob es wirklich etwas Ernstes werden soll“, sagt Anna (20). „Man muss sich selber erst mal sicher sein. Dann können es die andern ja ruhig wissen.“

      Allerdings wäre es verkehrt, eure Freundschaft denen zu verheimlichen, die ein Recht darauf haben, es zu wissen – zum Beispiel eure Eltern. Falls ihr euch dazu nicht durchringen könnt, solltet ihr einmal überlegen, wieso nicht. Ist euch im tiefsten Innern klar, dass eure Eltern aus gutem Grund dagegen wären?

      „Ich wusste, was ich zu tun hatte“

      Jetzt zurück zu Jessica. Sie erfuhr von einer Jugendlichen, die dasselbe erlebt hatte, und änderte daraufhin ihre Meinung über die heimliche Freundschaft mit Jeremy: „Als ich mitbekam, wie sie sich aus der Beziehung löste, wusste ich, was ich zu tun hatte.“ Fiel es Jessica leicht, Schluss zu machen? Absolut nicht! „Er war der einzige Junge, der mir bisher etwas bedeutet hat“, gesteht sie. „Ich hab wochenlang jeden Tag geweint.“

      Jessica hatte nie aufgehört, Jehova zu lieben. Obwohl sie kurz die Orientierung verlor, wollte sie im Grunde ihres Herzens nichts Verkehrtes tun. Der Trennungsschmerz legte sich mit der Zeit. Ihr Fazit: „Ich hab jetzt ein besseres Verhältnis zu Jehova als je zuvor. Ich bin so dankbar, dass er uns immer genau zur richtigen Zeit den richtigen Weg zeigt!“

      IM NÄCHSTEN KAPITEL

      Du bist so weit, etwas Festes anzufangen, und hast auch jemand kennengelernt, der dir gefällt. Woher weißt du aber, ob ihr wirklich zusammenpasst?

      BIBELTEXT

      „Wir [wünschen] uns in allen Dingen ehrlich zu benehmen“ (Hebräer 13:18)

      TIPP

      Es muss nicht alle Welt wissen, dass sich bei euch etwas anbahnt. Aber sagt es wenigstens denen, die ein Recht darauf haben, es zu erfahren. Das sind in der Regel eure Eltern.

      HAST DU GEWUSST ...?

      Dauerhafte Beziehungen basieren auf Vertrauen. Mit einer heimlichen Freundschaft verspielst du dir das Vertrauen deiner Eltern und zerstörst das Fundament, auf dem jede Beziehung aufbauen soll.

      DAS HABE ICH FEST VOR!

      Falls ich heimlich mit jemandem zusammen bin (auch wenn er an Jehova glaubt), möchte ich jetzt ․․․․․

      Falls ich in meinem Freundeskreis von heimlichen Dates weiß, werde ich ․․․․․

      Meinen Vater oder meine Mutter möchte ich dazu fragen: ․․․․․

      WAS DENKST DU?

      ● Mit welchem der drei Punkte auf Seite 22 kannst du dich am ehesten identifizieren, wenn überhaupt?

      ● Wie kannst du damit umgehen, ohne heimlich eine Beziehung anzufangen?

      ● Wie würdest du dich verhalten, wenn du von einer heimlichen Beziehung wüsstest, und warum?

      [Herausgestellter Text auf Seite 27]

      „Ich hab diese heimliche Freundschaft abgebrochen. Es war schon hart, ihm jeden Tag in der Schule zu begegnen. Aber Jehova sieht einfach viel weiter als man selbst. Am besten, man vertraut ihm einfach.” Jessica

      [Bild auf Seite 25]

      Jemand zu decken, der heimlich Dates hat, wäre so, als würde man einen zuckerkranken Freund decken, der sich heimlich mit Kuchen vollstopft

  • Passen wir zusammen?
    Fragen junger Leute — Praktische Antworten, Band 2
    • KAPITEL 3

      Passen wir zusammen?

      Zuerst ein Test:

      Worauf würdest du momentan bei einem Partner am meisten Wert legen? Mach bei den vier Punkten, die dir am wichtigsten sind, einen ✔.

      □ Gutes Aussehen □ Enges Verhältnis zu Gott

      □ Freundlichkeit □ Vertrauenswürdigkeit

      □ Beliebtheit □ Hohe Moralbegriffe

      □ Witzige Art □ Zielstrebigkeit

      Hast du dich, als du noch jünger warst, schon einmal Hals über Kopf verliebt? Mach oben in der Liste bei dem Punkt, der dir damals am besten gefallen hat, ein ×.

      AN KEINEM dieser Merkmale ist etwas auszusetzen. Jedes hat seine Vorzüge. Aber denkst du nicht auch, dass man bei einer Teenieschwärmerei eher auf oberflächliche Eigenschaften achtet, wie in der linken Spalte?

      Mit der Zeit wirst du mehr auf innere Werte schauen, wie sie rechts aufgelistet sind. Dir wird vielleicht klar, dass man dem schönsten Mädchen in der ganzen Nachbarschaft nicht vertrauen kann oder dass der begehrteste Junge in der Klasse keine besonders hohe Moral hat. Gewinnst du an Reife, haben Äußerlichkeiten bei deiner Partnerwahl wahrscheinlich nicht mehr so einen großen Stellenwert.

      Lern dich zuerst selbst kennen

      Um entscheiden zu können, wer wirklich zu dir passt, musst du dich erst einmal selbst gut kennenlernen. Dabei sind diese Fragen eine Hilfe:

      Wo liegen meine Stärken? ․․․․․

      Was sind meine Schwächen? Wo bin ich verletzlich? ․․․․․

      Was brauche ich emotionell, und was ist mir für meine Beziehung zu Gott wichtig? ․․․․․

      Sich selbst kennenzulernen ist gar nicht so leicht. Doch diese Fragen sind eine gute Starthilfe. Je besser du dich selbst verstehst, umso besser kannst du feststellen, ob jemand deine Stärken oder deine Schwächen fördern würde.a Was, wenn du glaubst, so jemanden gefunden zu haben?

      Warum wählerisch sein?

      „Können wir uns näher kennenlernen?“ Wenn dir diese Frage gestellt wird, krampft sich bei dir entweder alles zusammen oder du würdest am liebsten Luftsprünge machen – je nachdem, von wem sie kommt. Gehen wir einmal davon aus, du sagst Ja. Wie kannst du dann in der nächsten Zeit feststellen, ob ihr überhaupt zusammenpasst?

      Nehmen wir an, du möchtest dir ein Paar neue Schuhe zulegen. Im Laden fällt dein Blick sofort auf deine Traumschuhe. Leider musst du beim Anprobieren feststellen, dass sie zu eng sind. Was jetzt? Trotzdem kaufen? Oder nach einem anderen Paar suchen? Besser wäre es natürlich, die Schuhe wieder zurückzustellen und weiterzusuchen. Sich mit Schuhen herumzuquälen, die nicht passen, macht wenig Sinn!

      So in etwa ist es auch bei der Partnerwahl. Im Lauf der Zeit wirft man immer mal wieder ein Auge auf jemanden. Doch längst nicht jeder gäbe den idealen Partner ab. Schließlich wünschst du dir ja jemanden, bei dem du dich wohlfühlst – der zu dir passt und ähnliche Ziele hat wie du (1. Mose 2:18; Matthäus 19:4-6). Denkst du jetzt an jemand Bestimmten? Wie kannst du sichergehen, dass ihr auch wirklich zusammenpasst?

      Unter die Motorhaube schauen

      Um das herauszufinden, muss man sich ein objektives Bild machen. Die Gefahr ist, dass man nur das sieht, was man sehen möchte. Darum lass dir Zeit. Versuch, Einblick in den Charakter zu gewinnen. Damit ist natürlich Mühe verbunden, aber das würde man auch nicht anders erwarten. Hierzu ein Vergleich: Angenommen, du möchtest dir ein Auto kaufen. Wie genau würdest du es unter die Lupe nehmen? Kommt es dir nur auf das Design an? Oder sollte man nicht auch einen prüfenden Blick unter die Motorhaube werfen?

      Bei der Partnerwahl steht selbstverständlich viel mehr auf dem Spiel als bei einem Autokauf. Trotzdem gehen viele in der Kennenlernphase nicht gerade in die Tiefe. Schnell zählen sie Gemeinsamkeiten auf: „Wir finden dieselbe Musik gut. Wir haben dieselben Hobbys. Wir denken über alles genau gleich!“ Hat man dagegen etwas mehr Reife, geht man, wie schon gesagt, nicht nur nach Äußerlichkeiten. Man weiß, dass es auf „die verborgene Person des Herzens“ ankommt (1. Petrus 3:4; Epheser 3:16).

      Konzentriert euch dabei nicht nur auf eure Gemeinsamkeiten, sondern achtet darauf, was passiert, wenn ihr euch nicht einig seid: Wie geht der andere mit Konflikten um? Will er immer seinen Willen durchsetzen und lässt sich dabei zu „Wutausbrüchen“ oder Schimpfwörtern hinreißen? (Galater 5:19, 20; Kolosser 3:8). Oder ist er vernünftig und kann dem Frieden zuliebe nachgeben (vorausgesetzt, es geht nicht um etwas eindeutig Verkehrtes)? (Jakobus 3:17).

      Und noch ein Punkt: Versucht der andere, dich zu manipulieren? Ist er besitzergreifend oder eifersüchtig? Kontrolliert er dich auf Schritt und Tritt? „Ich weiß von Pärchen, die andauernd streiten, weil der eine nicht ertragen kann, dass der andere nicht immer Bescheid gibt, wo er hingeht und was er macht“, sagt Nicole. „Für mich ist das ein schlechtes Zeichen“ (1. Korinther 13:4).

      Bis hierhin haben wir uns auf den Charakter und das Verhalten konzentriert. Doch genauso entscheidend ist der Ruf. Wie sehen andere denjenigen? Es wäre gut, ausgeglichene Glaubensbrüder zu fragen, die ihn näher kennen. So erfährst du, ob er „in gutem Ruf“ steht (Apostelgeschichte 16:1, 2).

      Schreib deine Beobachtungen hier auf, damit du klarer siehst, wie der andere in den erwähnten Bereichen abschneidet.

      Charakter ․․․․․

      Verhalten ․․․․․

      Ruf ․․․․․

      Eine Hilfe sind auch die Seiten 39 und 40, „Wäre er ein guter Ehemann für mich?“ und „Wäre sie eine gute Ehefrau für mich?“. Durch die Fragen, die dort gestellt werden, kannst du herausfinden, ob du mit deiner Wahl richtigliegst.

      Was ist, wenn du dir nach reiflicher Überlegung nicht mehr sicher bist? Dann stehst du vor einer schwierigen Entscheidung:

      Sollen wir Schluss machen?

      Manchmal ist ein klarer Bruch das Beste, was man tun kann. Jill hat das hinter sich. Sie erzählt: „Am Anfang hat es mir gefallen, dass mein Freund immer so besorgt war, was ich wann, wo und mit wem mache. Aber irgendwann ging das so weit, dass ich nur noch mit ihm zusammen war. Er war sogar eifersüchtig, wenn ich mit meiner Familie – vor allem mit meinem Vater – Zeit verbrachte. Als ich die Beziehung beendet hatte, fiel eine Zentnerlast von mir.“

      Sarah ging es ganz ähnlich. Mit der Zeit merkte sie, dass John, der junge Mann, den sie kennengelernt hatte, verletzend, fordernd und rücksichtslos war. „Einmal kam er drei Stunden zu spät!“, erinnert sie sich. „Als meine Mutter die Tür aufmachte, behandelte er sie wie Luft und meinte nur: ‚Los, komm! Wir sind spät dran.‘ Nicht er, sondern wir seien spät dran. Hätte er sich wenigstens entschuldigt oder eine Erklärung gehabt! Und vor allem hätte er zu meiner Mutter ruhig etwas netter sein können!“ Natürlich muss eine einzige Enttäuschung nicht gleich alles kaputt machen (Psalm 130:3). Doch als Sarah realisierte, dass Johns Rücksichtslosigkeit keine Ausnahme war, sondern die Regel, beschloss sie, einen Schlussstrich zu ziehen.

      Was, wenn du wie Jill und Sarah merkst, dass ihr doch nicht zusammenpasst? Ignoriere deine innere Stimme nicht! So schwer es auch zu akzeptieren ist, aber in diesem Fall wäre es wahrscheinlich das Beste, sich zu trennen. In Sprüche 22:3 steht: „Klug ist der, der das Unglück gesehen hat und sich dann verbirgt.“ Trifft beispielsweise eins der Warnsignale (oder mehrere) auf Seite 39 und 40 zu, ist eine Trennung angeraten – zumindest bis sich definitiv etwas geändert hat. Natürlich ist es nicht leicht, Schluss zu machen. Aber denk daran, dass die Ehe etwas Dauerhaftes ist. Deshalb: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

      Wie beibringen?

      Wie macht man Schluss? Achte zunächst auf das Wann und Wie. Dazu müsstest du darüber nachdenken, wie du in dieser Situation behandelt werden wolltest (Matthäus 7:12). Würdest du so eine Nachricht gern in Anwesenheit anderer erfahren? Sicher nicht. Es wäre auch sehr unschön, eine Freundschaft per Anrufbeantworter, SMS oder E-Mail zu beenden, es sei denn, die Umstände erfordern das. Wähle Zeitpunkt und Ort so aus, dass ihr euch richtig aussprechen könnt.

      Was kannst du im entscheidenden Moment sagen? Der Apostel Paulus forderte dazu auf, miteinander die Wahrheit zu reden (Epheser 4:25). Am besten, du trittst taktvoll, aber entschieden auf. Drück dich klar aus, warum du der Meinung bist, dass die Beziehung dir nicht guttut. Dazu muss man dem anderen aber nicht alle seine Fehler an den Kopf werfen. Statt anzugreifen („Du machst nie ...“), wählt man besser Formulierungen, die beschreiben, wie man selber empfindet („Ich brauche jemanden, der ...“, „Ich finde, wir sollten Schluss machen, weil ...“).

      Es ist jetzt nicht der Zeitpunkt, um den heißen Brei herumzureden oder einen Rückzieher zu machen. Du darfst nicht vergessen, dass du dich aus einem triftigen Grund für eine Trennung entschieden hast. Fall also nicht auf raffinierte Taktiken herein, dich umzustimmen. „Nach der Trennung spielte mein Exfreund die ganze Zeit den Deprimierten“, erzählt Lori. „Ich glaub, er wollte nur, dass ich Mitleid mit ihm habe. Klar ging mir das nahe. Aber ich hab nicht nachgegeben.“ Sei dir wie Lori darüber im Klaren, was du willst. Bleib bei deiner Entscheidung. Bleib bei deinem Nein (Jakobus 5:12).

      Trennungsschmerz

      Du musst damit rechnen, dass du dich nach der Trennung elend fühlst. Es kann sein, dass du dann wie der Psalmendichter empfindest: „Ich bin aus der Fassung gekommen, ich habe mich bis über die Maßen tief gebeugt; den ganzen Tag bin ich traurig umhergegangen“ (Psalm 38:6). Vielleicht rät man dir in guter Absicht, der Beziehung noch eine Chance zu geben. Vorsicht! Mit der Entscheidung leben musst du – nicht die anderen, selbst wenn sie es noch so gut meinen. Natürlich macht es dich traurig, dass alles so gekommen ist, aber hab keine Angst, festzubleiben.

      Der Trennungsschmerz wird irgendwann vorübergehen. Bis es so weit ist, kannst du einiges tun, um mit der Situation besser klarzukommen.

      Sprich mit jemandem, dem du vertraust, über deine Gefühle (Sprüche 15:22).b Rede mit Jehova darüber (Psalm 55:22). Halte dich beschäftigt (1. Korinther 15:58). Kapsle dich nicht ab! (Sprüche 18:1). Halte dich an Leute, die dich aufbauen. Konzentrier dich auf positive Gedanken (Philipper 4:8).

      Irgendwann wirst du sehr wahrscheinlich eine neue Freundschaft anfangen. Und dann wirst du mit Sicherheit noch gereifter an die Sache herangehen. Vielleicht wird deine Antwort auf die Frage „Passen wir zusammen?“ dann ein klares Ja sein!

      MEHR ZU DIESEM THEMA IN BAND 1, KAPITEL 31

      IM NÄCHSTEN KAPITEL

      Wo sollte man als Pärchen bei Zärtlichkeiten die Grenzen setzen?

      [Fußnoten]

      a Auch durch die Fragen in Kapitel 1 unter der Überschrift „Bist du schon so weit zu heiraten?“ kannst du mehr über dich selbst erfahren.

      b Deine Eltern oder andere Erwachsene, zum Beispiel Älteste, können dir weiterhelfen. Dabei stellst du vielleicht fest, dass sie in jungen Jahren Ähnliches durchgemacht haben.

      BIBELTEXT

      „Schon einen jungen Menschen erkennst du an seinen Taten; du siehst daran, ob er Charakter hat“ (Sprüche 20:11, Gute Nachricht Bibel)

      TIPP

      Gelegenheiten, den anderen gut kennenzulernen:

      ● Besprecht gemeinsam etwas aus der Bibel.

      ● Beobachtet, wie sich der andere bei den Zusammenkünften und beim Predigen engagiert.

      ● Helft beim Reinigen des Königreichssaals und bei Bauprojekten mit.

      HAST DU GEWUSST ...?

      Die Statistiken stimmen darin überein, dass Ehen häufiger geschieden werden, wenn die Partner nicht denselben Glauben haben.

      DAS HABE ICH FEST VOR!

      Falls ich jemanden nett finde, der einen anderen Glauben hat, werde ich ․․․․․

      Wenn ich wissen möchte, was für einen Ruf der andere hat, kann ich ․․․․․

      Meinen Vater oder meine Mutter möchte ich dazu fragen: ․․․․․

      WAS DENKST DU?

      ● Welche Qualitäten bringst du für eine Ehe mit?

      ● Welche inneren Werte sind dir bei einem Ehepartner wichtig?

      ● Welche Konflikte könnten entstehen, wenn man einen Andersgläubigen heiraten würde?

      ● Wie kannst du in der Kennenlernphase mehr über den Charakter, das Verhalten und den Ruf des anderen erfahren?

      [Herausgestellter Text auf Seite 37]

      „So wie jemand seine Familie behandelt, wird er auch dich behandeln.” Tony

      [Kasten auf Seite 34]

      Kein „ungleiches Joch“

      „Lasst euch nicht in ein ungleiches Joch mit Ungläubigen spannen“, heißt es in 2. Korinther 6:14. Der Grundsatz hinter dieser Bibelstelle leuchtet dir wahrscheinlich ein. Trotzdem kann es sein, dass du einen Andersgläubigen sympathisch findest. Wie das kommt? Manchmal ist es einfach nur die körperliche Anziehung. „Ich hab dieses Mädchen immer gesehen, wenn wir Sport hatten“, erzählt Mark. „Sie hat jedes Mal alles Mögliche versucht, um ein Gespräch anzufangen. Da ist dann ganz automatisch eine Freundschaft entstanden.“

      Weißt du, was du willst, und stehst du zu deiner religiösen Überzeugung? Bist du reif genug, dich nicht nur von Gefühlen leiten zu lassen? Dann ist dir klar, was du zu tun hast. Ist der andere auch noch so attraktiv und charmant und wirkt er noch so anständig, er wird deine Freundschaft zu Gott nicht positiv beeinflussen (Jakobus 4:4).

      Hat sich bereits etwas angebahnt, ist es natürlich nicht leicht, die Sache zu beenden. Dazu Cindy: „Ich hab jeden Tag geweint. Ständig musste ich an diesen Jungen denken, sogar bei den Zusammenkünften. Ich hab ihn so sehr geliebt, dass ich eher sterben wollte, als ihn zu verlieren.“ Schon nach kurzer Zeit merkte sie jedoch, dass ihre Mutter sie zu Recht vor einer Freundschaft mit einem Andersgläubigen gewarnt hatte. „Es ist gut, dass ich mit ihm Schluss gemacht habe. Ich vertraue voll und ganz darauf, dass Jehova genau weiß, was ich brauche, und mir das auch gibt.“

      Geht es dir ähnlich wie Cindy? Dann musst du damit nicht allein fertig werden! Vielleicht kannst du mit deinen Eltern reden. Das tat Jim, als er sich in ein Mädchen aus der Schule verliebt hatte. „Irgendwann hab ich dann endlich mit meinen Eltern geredet“, sagt er. „Das war entscheidend dafür, dass ich diese Gefühle in den Griff bekam.“ Auch die Ältesten können dir zur Seite stehen. Such dir ruhig einen aus, mit dem du über das, was du gerade durchmachst, offen reden kannst (Jesaja 32:1, 2).

      [Kasten/Bild auf Seite 39]

      Arbeitsblatt

      Wäre er ein guter Ehemann für mich?

      Grundlegendes

      □ Wie geht er mit Verantwortung um? (Matthäus 20:25, 26).

      □ Was für Ziele hat er? (1. Timotheus 4:15).

      □ Arbeitet er zurzeit auf diese Ziele hin? (1. Korinther 9:26, 27).

      □ Wie geht er mit seiner Familie um? (2. Mose 20:12).

      □ Was für Freunde hat er? (Sprüche 13:20).

      □ Worüber redet er? (Lukas 6:45).

      □ Wie denkt er über Geld? (Hebräer 13:5, 6).

      □ Welche Art Unterhaltung findet er gut? (Psalm 97:10).

      □ Woran merkt man, dass er Jehova liebt? (1. Johannes 5:3).

      Pluspunkte

      □ Arbeitet er gerne? (Sprüche 6:9-11).

      □ Kann er mit Geld umgehen? (Lukas 14:28).

      □ Hat er einen guten Ruf? (Apostelgeschichte 16:1, 2).

      □ Ist er für andere da? (Philipper 2:4).

      Warnsignale

      □ Wird er schnell wütend? (Sprüche 22:24).

      □ Versucht er, dich in etwas Unmoralisches hineinzuziehen? (Galater 5:19).

      □ Wird er schnell ausfallend oder aggressiv? (Epheser 4:31).

      □ Ist er nur mit Alkohol gut drauf? (Sprüche 20:1).

      □ Ist er eifersüchtig und egoistisch? (1. Korinther 13:4, 5).

      [Kasten/Bild auf Seite 40]

      Arbeitsblatt

      Wäre sie eine gute Ehefrau für mich?

      Grundlegendes

      □ Kann sie sich in der Familie und unter den Glaubensbrüdern unterordnen? (Epheser 5:21, 22).

      □ Wie geht sie mit ihrer Familie um? (2. Mose 20:12).

      □ Was für Freunde hat sie? (Sprüche 13:20).

      □ Worüber redet sie? (Lukas 6:45).

      □ Wie denkt sie über Geld? (1. Johannes 2:15-17).

      □ Was für Ziele hat sie? (1. Timotheus 4:15).

      □ Arbeitet sie zurzeit auf diese Ziele hin? (1. Korinther 9:26, 27).

      □ Welche Art Unterhaltung findet sie gut? (Psalm 97:10).

      □ Woran merkt man, dass sie Jehova liebt? (1. Johannes 5:3).

      Pluspunkte

      □ Arbeitet sie gerne? (Sprüche 31:17, 19, 21, 22, 27).

      □ Kann sie mit Geld umgehen? (Sprüche 31:16, 18).

      □ Hat sie einen guten Ruf? (Ruth 3:11).

      □ Ist sie für andere da? (Sprüche 31:20).

      Warnsignale

      □ Sucht sie ständig Streit? (Sprüche 21:19).

      □ Versucht sie, dich in etwas Unmoralisches hineinzuziehen? (Galater 5:19).

      □ Wird sie schnell ausfallend oder aggressiv? (Epheser 4:31).

      □ Ist sie nur mit Alkohol gut drauf? (Sprüche 20:1).

      □ Ist sie eifersüchtig und egoistisch? (1. Korinther 13:4, 5).

      [Bild auf Seite 30]

      Genauso wie nicht jeder Schuh passt, kann auch nicht jeder der ideale Partner sein

      [Bild auf Seite 31]

      Findest du es beim Autokauf wichtig, nicht nur nach der Optik zu gehen? Dann erst recht bei der Partnerwahl!

  • Leitbild: Die Sulamith
    Fragen junger Leute — Praktische Antworten, Band 2
    • Leitbild: Die Sulamith

      Die junge Sulamith weiß, dass sie in der Liebe einen klaren Kopf behalten muss. „Ich habe euch unter Eid gestellt“, sagt sie zu ihren Freundinnen, „dass ihr nicht versucht, die Liebe in mir zu wecken oder zu erregen, bis sie sich dazu geneigt fühlt.“ Sie weiß, dass Gefühle im Handumdrehen den Verstand ausschalten können. Wie leicht könnte sie sich von anderen dazu drängen lassen, auf das Werben eines Mannes einzugehen, der für sie nicht der Richtige ist! Aber auch ihre eigenen Gefühle könnten ihren Blick vernebeln. Deshalb ist und bleibt sie fest wie „eine Mauer“ (Hohes Lied 8:4, 10).

      Sind deine Ansichten über die Liebe auch schon so gereift wie bei der Sulamith? Hörst du auf deinen Verstand oder nur auf dein Herz? (Sprüche 2:10, 11). Manchmal wird man von anderen zu einer Beziehung gedrängt, obwohl man noch gar nicht so weit ist. Oder man setzt sich selber unter Druck. Kommen Sehnsüchte in dir hoch, wann immer du einen Jungen und ein Mädchen Hand in Hand gehen siehst? Würdest du in Kauf nehmen, dass derjenige, für den du dich interessierst, deinen Glauben nicht teilt? Die Sulamith hatte eine reife Ansicht über die Liebe. Du auch?

  • Wann geht man zu weit?
    Fragen junger Leute — Praktische Antworten, Band 2
    • KAPITEL 4

      Wann geht man zu weit?

      Richtig oder falsch?

      In der Kennenlernphase ist es grundsätzlich verkehrt, sich zu berühren.

      □ Richtig

      □ Falsch

      Auch ohne Geschlechtsverkehr kann man sich sexueller Unmoral schuldig machen.

      □ Richtig

      □ Falsch

      Wenn man sich keine sexuellen Freiheiten erlaubt, liebt man sich nicht wirklich.

      □ Richtig

      □ Falsch

      ÜBER dieses Thema hast du dir bestimmt schon oft Gedanken gemacht. Es ist bei einer Beziehung gar nicht so leicht, die Grenzen festzulegen. Wie hilft Gottes Wort die Frage beantworten, wann man zu weit geht? Wie nimmt die Bibel zu den drei einleitenden Aussagen Stellung?

      ● In der Kennenlernphase ist es grundsätzlich verkehrt, sich zu berühren.

      Falsch. Es gibt Zärtlichkeiten, die vom biblischen Standpunkt moralisch unbedenklich sind. Das bestätigt die biblische Geschichte von der Liebe zwischen der Sulamith und einem Hirtenjungen. Sie verhielten sich als Paar völlig korrekt, obwohl sie ganz offensichtlich gewisse Zärtlichkeiten austauschten (Hohes Lied 1:2; 2:6; 8:5). Auch heute finden es viele Paare, die fest vorhaben zu heiraten, in Ordnung, sich ihre Liebe zu zeigen, solange daran nichts Unanständiges ist.a

      Allerdings müssen Pärchen extrem vorsichtig sein. Küssen, Umarmen und überhaupt alles, was einen erregt, kann schnell zu sexuellem Fehlverhalten führen. Selbst mit den besten Vorsätzen passiert es nur zu leicht, dass man die Kontrolle über sich verliert und in etwas Unmoralisches hineinschlittert (Kolosser 3:5).

      ● Auch ohne Geschlechtsverkehr kann man sich sexueller Unmoral schuldig machen.

      Richtig. Im Griechischen gibt es den Ausdruck pornéia, der ein breites Bedeutungsspektrum hat. Er bezieht sich auf außerehelichen Geschlechtsverkehr jeder Art. Im Mittelpunkt steht dabei der Missbrauch der Geschlechtsteile. Mit pornéia ist also nicht nur Geschlechtsverkehr im eigentlichen Sinn gemeint, sondern auch die Masturbation einer anderen Person und oraler oder analer Verkehr.

      Übrigens verurteilt die Bibel nicht nur pornéia. Der Apostel Paulus schrieb: „Nun sind die Werke des Fleisches offenbar, und sie sind: Hurerei [pornéia], Unreinheit, zügelloser Wandel.“ Weiter erklärte er, dass „die, die solche Dinge treiben, Gottes Königreich nicht erben werden“ (Galater 5:19-21).

      Was ist mit „Unreinheit“ gemeint? Das griechische Wort dafür bezieht sich auf Unreinheit aller Art – in der Sprache und im Verhalten. Dazu gehört zum Beispiel, jemandem unter die Kleidung zu fassen, ihn auszuziehen oder an intimen Stellen wie den Brüsten zu streicheln. Das Streicheln der Brüste ist nach der Bibel nur etwas für Ehepaare (Sprüche 5:18, 19). Manche Jugendliche setzen sich allerdings unverfroren über Gottes Normen hinweg. Sie gehen mit voller Absicht zu weit oder suchen sich aus reiner Gier einen Partner nach dem anderen für unreine Praktiken.

      Das kann dann sogar auf „zügellosen Wandel“ hinauslaufen. Das griechische Wort, das der Apostel Paulus dafür benutzte, bedeutet Schamlosigkeit, Übermaß, Frechheit und ungezügelte Lust. Möchtest du dich mit Menschen identifizieren, die „jedes sittliche Gefühl verloren“ haben und „mit Gier jede Art Unreinheit“ praktizieren? (Epheser 4:17-19).

      ● Wenn man sich keine sexuellen Freiheiten erlaubt, liebt man sich nicht wirklich.

      Falsch. Auch wenn die breite Masse anderer Meinung ist: Davon, dass man sich bei Zärtlichkeiten zu viel herausnimmt, wird eine Beziehung nicht tiefer. Im Gegenteil, es zerstört die Achtung voreinander und das gegenseitige Vertrauen. Laura spricht aus Erfahrung: „Als meine Mutter einmal nicht zu Hause war, kam mein Freund vorbei. Angeblich wollte er nur fernsehen. Zuerst hat er bloß meine Hand gehalten. Aber dann fingen seine Hände auf einmal an zu wandern. Ich hatte Angst, ihn zu stoppen, weil ich dachte, er ist dann sauer und geht.“

      Was würdest du sagen? Lag dem Jungen wirklich etwas an Laura, oder dachte er nur an sich? Ist es ein Zeichen von Liebe, wenn dich jemand zu unreinen Praktiken verleiten will?

      Ein Junge, der seine Freundin dazu drängt, gegen ihre christliche Erziehung und ihr Gewissen zu handeln, verstößt gegen Gottes Gebote und macht sich unglaubwürdig, wenn er behauptet, sie zu lieben. Und ein Mädchen, das dabei mitmacht, lässt sich ausnutzen. Schlimmer noch: Das wäre „Unreinheit“ oder vielleicht sogar pornéia (1. Korinther 6:9, 10).b

      Wie man klare Grenzen setzt

      Wie kann man verhindern, dass man zu weit geht? Am besten, man setzt von vornherein klare Grenzen. In Sprüche 13:10 steht: „Bei denen, die sich miteinander beraten, ist Weisheit.“ Besprecht also gemeinsam, welche Zärtlichkeiten in Ordnung sind. Wartet man damit, bis die Gefühle aufgeheizt sind, ist das so, als würde man erst bei einem Wohnungsbrand einen Rauchmelder installieren.

      Natürlich ist es schwierig – und peinlich –, so ein heikles Thema anzusprechen, besonders am Anfang einer Beziehung. Doch ihr beugt dadurch ernsten Problemen vor. Grenzen, die ihr euch gut überlegt habt, sind wie ein Rauchmelder, der schon beim kleinsten Anzeichen für einen Brand losgeht. Davon abgesehen deutet eure Kommunikationsfähigkeit in dieser Sache darauf hin, dass eure Beziehung Zukunft hat. Und wenn ihr Selbstbeherrschung, Geduld und Selbstlosigkeit aufbringt, ist die Basis für ein erfülltes Sexualleben in der Ehe gegeben (1. Korinther 7:3, 4).

      Klar ist es nicht leicht, bei den biblischen Maßstäben zu bleiben. Doch das, was Jehova rät, ist immer richtig. In Jesaja 48:17 wird von ihm gesagt, dass es euch „zum Nutzen“ ist, wie er euch lehrt, und dass er euch „auf den Weg treten lässt“, den ihr gehen sollt. Jehova hat nur das Beste für euch im Sinn!

      MEHR ZU DIESEM THEMA IN BAND 1, KAPITEL 24

      IM NÄCHSTEN KAPITEL

      Mit Sex zu warten macht einen nicht unnormal. Im Gegenteil, es ist genau das Richtige. Lies selbst, warum.

      [Fußnoten]

      a In manchen Ländern gilt es als geschmacklos und schockierend, wenn Unverheiratete in der Öffentlichkeit zärtlich zueinander sind. Christen achten darauf, durch ihr Verhalten keinen Anstoß zu erregen (2. Korinther 6:3).

      b Was in diesem Absatz gesagt wird, gilt natürlich für beide Geschlechter.

      BIBELTEXT

      „Die Liebe ... benimmt sich nicht unanständig“ (1. Korinther 13:4, 5)

      TIPP

      Trefft euch mit anderen oder nehmt einen Begleiter mit. Meidet gefährliche Situationen, zum Beispiel allein in einem geparkten Auto oder einer Wohnung zu sein.

      HAST DU GEWUSST ...?

      Wenn man verlobt ist, redet man auch über intime Angelegenheiten. Doch Gespräche, die eindeutig auf sexuelle Erregung abzielen — auch am Telefon oder per SMS —, fallen unter den biblischen Begriff „Unreinheit“.

      DAS HABE ICH FEST VOR!

      Damit ich erst gar nicht in Versuchung komme, zu weit zu gehen, werde ich ․․․․․

      Wenn der andere mich dazu bringen will, etwas Verkehrtes zu tun, werde ich ․․․․․

      Meinen Vater oder meine Mutter möchte ich dazu fragen: ․․․․․

      WAS DENKST DU?

      ● Welche Grenzen würdest du beim Körperkontakt mit jemand vom anderen Geschlecht setzen?

      ● Erkläre den Unterschied zwischen pornéia, „Unreinheit“ und „zügellosem Wandel“.

      [Herausgestellter Text auf Seite 46]

      „Mein Verlobter und ich haben zusammen biblisches Material gelesen, wie man sich vor Unmoral schützt. Wir sind echt dankbar dafür, denn wir brauchten nie ein schlechtes Gewissen zu haben.” Leticia

      [Kasten auf Seite 44]

      Wir sind zu weit gegangen. Was jetzt?

      Was kannst du tun, wenn ihr euch falsch verhalten habt? Rede dir nicht ein, du wirst das schon selber in den Griff bekommen. „Ich hab immer gebetet: ,Hilf uns, dass wir so was nicht noch mal machen‘ “, sagte eine Jugendliche. „Manchmal ist es gut gegangen, aber einige Male auch nicht.“ Darum: Sprich mit deinen Eltern. Die Bibel gibt außerdem den guten Rat: „Rufe die älteren Männer der Versammlung“ (Jakobus 5:14). Diese christlichen Hirten können dir guten Rat geben und dir den richtigen Weg zeigen, wie du dein Verhältnis zu Gott wieder in Ordnung bringen kannst.

      [Bilder auf Seite 47]

      Findet ihr es sinnvoll, einen Rauchmelder erst bei einem Brand zu installieren? Dann wartet auch nicht, bis die Gefühle aufgeheizt sind, ehe ihr Grenzen festlegt.

  • Wieso ist es gut, mit Sex zu warten?
    Fragen junger Leute — Praktische Antworten, Band 2
    • KAPITEL 5

      Wieso ist es gut, mit Sex zu warten?

      „Die Versuchung, Sex zu haben, ist echt groß“ (Kelly).

      „Ich komm mir komisch vor, weil ich noch keinen Sex hatte“ (Jordon).

      „WAS, du bist noch Jungfrau?!“ Manche trifft diese Frage wie ein Schlag. Jugendliche, die noch jungfräulich sind, werden oft schief angesehen. Es überrascht daher nicht, dass so viele schon als Teenager Sex haben.

      Drang von innen, Druck von außen

      Als Christ, der nach der Bibel lebt, willst du mit sexueller Unmoral nichts zu tun haben (1. Thessalonicher 4:3). Andererseits sind die Gefühle da und es ist nicht unbedingt leicht, sie in den Griff zu bekommen. „Manchmal muss ich einfach so an Sex denken“, gibt Paul offen zu. Keine Sorge: Solche Gefühle sind im Großen und Ganzen völlig normal.

      Vielleicht wirst du aber gnadenlos verspottet oder fertiggemacht, weil du noch keinen Sex hattest, und man redet dir ein, du wärst deswegen kein richtiger Mann oder keine richtige Frau. Das ist nicht gerade lustig. „Die andern stellen Sex als aufregend und normal hin“, sagt Ellen. „Wenn man nicht mit jedem ins Bett geht, wird man komisch angeschaut.“

      Es gibt da allerdings etwas, was gern verschwiegen wird. Maria, die mit ihrem Freund geschlafen hat, erzählt: „Hinterher hab ich mich ganz schrecklich geschämt. Ich hab mich selber gehasst – und meinen Freund auch.“ So etwas kommt häufiger vor, als die meisten Jugendlichen denken. In der Realität sind voreheliche Beziehungen oft eine schmerzliche Erfahrung – mit gravierenden Konsequenzen!

      Shanda will jetzt aber wissen: „Warum haben wir Jugendlichen schon den Sexualtrieb, wenn Gott doch will, dass man bis zur Ehe wartet?“ Gute Frage. Aber dazu zwei Gegenfragen:

      Ist das sexuelle Interesse das einzige starke Gefühl, das sich bei dir bemerkbar macht? Sicher nicht. Jeder Mensch hat ein breites Spektrum von Wünschen und Gefühlen mitbekommen.

      Musst du jedem Impuls sofort folgen? Nein. Jehova hat dir auch die Fähigkeit gegeben, dein Verhalten zu steuern.

      Was heißt das konkret? Du kannst nicht unbedingt verhindern, dass bestimmte Wünsche aufkommen, aber es liegt bei dir, wie du darauf reagierst. Jedem sexuellen Impuls nachzugeben wäre genauso verkehrt und unsinnig, als würde man bei jedem Anflug von Wut auf jemanden losgehen.

      Der Missbrauch der Fortpflanzungsfähigkeit war nie von Gott gewollt. Die Bibel sagt, dass man wissen soll, wie man mit „seinem eigenen Gefäß [dem eigenen Körper] in Heiligung und Ehre“ umgeht (1. Thessalonicher 4:4). So wie es „eine Zeit zum Lieben und eine Zeit zum Hassen“ gibt, gibt es auch eine Zeit für Sex und eine Zeit, darauf zu verzichten (Prediger 3:1-8). Letzten Endes bist du Herr deiner Wünsche!

      Aber wie sollte man reagieren, wenn jemand völlig verständnislos fragt: „Bist du wirklich noch Jungfrau?“ Lass dich nicht verunsichern. Steckt dahinter die Absicht, dich fertigzumachen, kannst du sagen: „Ja, bin ich. Und weißt du was? Ich bin stolz darauf!“ Oder: „Das geht dich überhaupt nichts an“ (Sprüche 26:4; Kolosser 4:6).a Doch je nachdem, wer fragt, hast du eventuell das Gefühl, du müsstest etwas mehr zu dem Thema sagen. In so einem Fall wäre es gut, deinen biblischen Standpunkt zu erklären.

      Fallen dir noch mehr gute Antworten auf die Frage ein, ob du wirklich noch Jungfrau bist? Dann schreib sie hier auf.

      ․․․․․

      Ein kostbares Geschenk

      Wie denkt Gott über voreheliche Beziehungen? Dazu ein Vergleich: Du hast mit viel Liebe ein Geschenk ausgesucht. Doch bevor du es überhaupt überreichen kannst, hat der andere es aus purer Neugier schon ausgepackt. Würde dich das nicht ärgern? Wie muss Gott dann erst über vorehelichen Sex denken! Er möchte, dass du dir dieses Geschenk für die Ehe aufhebst (1. Mose 1:28).

      Wie kannst du mit deinen sexuellen Gefühlen umgehen? Einfach gesagt: Lerne sie zu beherrschen. Das schaffst du! Bitte Jehova um Hilfe. Gottes Geist kann dir helfen, noch mehr Selbstbeherrschung zu haben (Galater 5:22, 23). Denk daran, dass Jehova denen, die das Richtige tun, „nichts Gutes ... vorenthalten“ wird (Psalm 84:11). Gordon sagt: „Immer wenn ich dazu tendiere, Sex vor der Ehe nicht weiter tragisch zu finden, denke ich über die Folgen für meine Freundschaft mit Jehova nach. Und dann wird mir klar, dass nichts auf der Welt es wert ist, das aufs Spiel zu setzen.“

      Jungfräulichkeit ist nichts Merkwürdiges oder Unnormales. Wenn etwas degradierend, demütigend und schädigend ist, dann ist es unmoralischer Sex. Lass dir also nicht einreden, mit dir würde etwas nicht stimmen, nur weil du andere Werte hast. Mit Sex zu warten hält deine Gesundheit, dein Gefühlsleben und vor allem deine Beziehung zu Gott intakt.

      MEHR ZU DIESEM THEMA IN BAND 1, KAPITEL 24

      [Fußnote]

      a Bemerkenswerterweise schwieg Jesus, als er von Herodes befragt wurde (Lukas 23:8, 9). Bei provozierenden Fragen ist es oft am besten, man sagt einfach gar nichts.

      BIBELTEXT

      „Wenn jemand ... diese Entscheidung in seinem eigenen Herzen getroffen hat, seine Jungfräulichkeit zu bewahren, wird er gut tun“ (1. Korinther 7:37)

      TIPP

      Halte dich von Leuten mit zweifelhafter Moral fern, selbst wenn sie angeblich dieselbe religiöse Überzeugung haben wie du.

      HAST DU GEWUSST ...?

      Wer häufig den Sexualpartner wechselt, wird sein Verhalten nach einer Heirat kaum ändern. Dagegen wird jemand, der vor der Ehe fest für Gottes Moralbegriffe eintritt, seinem Ehepartner eher treu bleiben.

      DAS HABE ICH FEST VOR!

      Wenn ich mit Sex warten will, bis ich verheiratet bin, muss ich ․․․․․

      Falls meine Freunde es mir schwer machen, bei meinem Entschluss zu bleiben, werde ich ․․․․․

      Meinen Vater oder meine Mutter möchte ich dazu fragen: ․․․․․

      WAS DENKST DU?

      ● Was ist deiner Meinung nach der Grund, warum manche über Jungfräulichkeit spotten?

      ● Warum ist es gar nicht so leicht, Nein zu sagen?

      ● Welche Vorteile hat es, mit Sex bis zur Ehe zu warten?

      ● Wie würdest du diese Vorteile jüngeren Geschwistern erklären?

      [Herausgestellter Text auf Seite 51]

      „Ich weiß, dass in Gottes Königreich kein Platz für unmoralische Menschen ist. Daran zu denken ist für mich ein Schutz [Epheser 5:5].” Lydia

      [Kasten auf Seite 49]

      Arbeitsblatt

      Wie geht es wirklich weiter?

      Die Schattenseiten vorehelicher Beziehungen werden von Jugendlichen und den Medien oft geschickt verschleiert. Was denkst du, wie es in den folgenden drei Situationen wirklich weitergehen würde?

      ● In der Schule gibt ein Junge damit an, dass er schon mit etlichen Mädchen Sex hatte. Das würde Spaß machen und niemandem schaden. Wie geht es mit ihm und den Mädchen wirklich weiter? ․․․․․

      ● Ein Spielfilm endet damit, dass zwei Jugendliche ihren Gefühlen nachgeben und miteinander schlafen. Wie würde es in der Realität weitergehen? ․․․․․

      ● Du lernst einen süßen Jungen kennen, der dir ein eindeutiges Angebot macht. Es müsse ja niemand wissen. Wie würde es wirklich weitergehen, wenn du dich darauf einlassen würdest und es dann vertuschen wolltest? ․․․․․

      [Bild auf Seite 54]

      Vorehelicher Sex ist so, als würde man ein Geschenk öffnen, bevor es einem überreicht wurde

  • Leitbild: Joseph
    Fragen junger Leute — Praktische Antworten, Band 2
    • Leitbild: Joseph

      Die Lage ist ernst für Joseph. Schon mehrfach ist die Frau seines Herrn zudringlich geworden. Jetzt versucht sie es wieder! Aber Joseph lässt sich nicht verführen. Er reagiert entschlossen. „Wie ... könnte ich diese große Schlechtigkeit begehen und in Wirklichkeit gegen Gott sündigen?“, sagt er zu ihr. Als sie sich nicht abweisen lässt und ihn sogar festhalten will, läuft er einfach weg – ohne sich dafür zu schämen. Ja er rennt aus dem Haus! Joseph beweist, dass er ein Mann mit hoher Moral ist (1. Mose 39:7-12).

      Auch du kannst in eine Situation geraten, in der dich jemand verführen will. Dich dagegen zu wehren verlangt mehr als nur Willenskraft. Zuallererst muss der Wunsch da sein, deinem Schöpfer zu gefallen. Joseph hatte genau wie du sexuelle Regungen. Doch es war für ihn undenkbar, Sexualität auf eine Art auszuleben, die der Schöpfer missbilligt. Auch du musst überzeugt sein, dass unmoralisches Verhalten Jehova Gott missfällt und letzten Endes nur Kummer bringt. Versuch deshalb die gleiche hohe Moral wie Joseph zu entwickeln und beizubehalten.

  • Mein Tagebuch: Das andere Geschlecht
    Fragen junger Leute — Praktische Antworten, Band 2
    • TEIL 1

      Mein Tagebuch: Das andere Geschlecht

      Falls du vorhast, irgendwann zu heiraten, schreib die beiden Eigenschaften auf, die dir bei einem Ehepartner am wichtigsten wären, und erkläre, warum du sie so wichtig findest. Möchtest du – zumindest eine Zeit lang – Single bleiben, nenne zwei Vorteile dieser Entscheidung.

      ․․․․․

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