-
Höhepunkte des vergangenen JahresJahrbuch der Zeugen Jehovas 2000
-
-
Zu Beginn des Dienstjahres teilte das Zweigbüro im Kongo (Kinshasa) der leitenden Körperschaft mit, daß als Folge des Bürgerkriegs Hilfsgüter für über 200 000 Menschen benötigt würden. Sofort wurde dafür gesorgt, daß die Zweige in Großbritannien, Belgien, Frankreich, der Schweiz und Südafrika Lebensmittel verschickten und Gelder bereitstellten, mit denen in anderen afrikanischen Ländern weitere Hilfsgüter gekauft werden konnten. Über 75 Tonnen Hilfsgüter wurden von Zeugen Jehovas in Europa gesammelt und auf dem Luftweg verschickt.
Aber die Kämpfe im Kongo dauerten an. Es kam zu neuen Krisensituationen. Am 7. Februar 1999 erhielt die Bethelfamilie in der Weltzentrale in New York folgende Mitteilung über die Situation in der Demokratischen Republik Kongo: „Infolge des Bürgerkriegs sind 30 000 Verkündiger im Osten des Landes auf Hilfsgüter angewiesen. Das Zweigbüro in Kinshasa kann auf Grund des Krieges keinen Kontakt zu den Brüdern dort herstellen. Die leitende Körperschaft hat jedoch ihre Zustimmung dazu gegeben, daß Belgien mit dem Flugzeug Hilfsgüter dorthin schickt. Die erste Ladung wird noch während dieser Woche in die Region geflogen werden, eine zweite Hilfsaktion beginnt am 20. Februar. Zur Unterstützung der zweiten Hilfsaktion wird auch ein Ärzteteam mitfliegen.“ Brüder aus Europa arbeiteten mit 11 offiziell ernannten Hilfskomitees zusammen, die von Zeugen Jehovas aus dem Osten Kongos gebildet wurden.
Etliche Flüchtlinge waren in die Nachbarländer geflohen. So waren Tausende ins benachbarte Sambia geflohen. Die Hilfsorganisationen dort leisteten viel Hilfe; die Zeugen ergänzten diese Hilfe durch Decken, Kleidung, Küchenutensilien und landwirtschaftliche Geräte. Als ein älterer Bruder eine Decke erhielt, wurde er ohnmächtig. Er hatte nie zuvor eine neue Decke geschenkt bekommen. Auf dem Weg nach Sambia entdeckte ein Kreisaufseher unter einem Baum einen behinderten Bruder. Er setzte ihn auf sein Fahrrad und schob ihn. Wenn es zu steil wurde, glitt der Bruder vom Fahrrad herunter und ging — die Knie und Hände durch Reifenfetzen geschützt — unter großen Anstrengungen auf allen vieren weiter, bis sie oben waren. Irgendwann kamen sie sicher in Kaputa (Sambia) an. Der Zweig versorgte alle Flüchtlinge mit Literatur in Suaheli, die sie für die Versammlungszusammenkünfte benötigten. Im April konnten Brüder aus dem Zweigbüro mit über 2 000 Flüchtlingen eine Zusammenkunft abhalten und sie liebevoll im Glauben stärken. Die Flüchtlinge — sowohl Erwachsene als auch Kinder — sangen, zumeist ohne Liederbuch, aus voller Kehle Lieder wie „Jehova sorgt für das Entrinnen“, „Jehova ist uns Zuflucht“, „Hab Dank, Herr Jehova“ und „Gott hat ein Paradies verheißen“.
-
-
Höhepunkte des vergangenen JahresJahrbuch der Zeugen Jehovas 2000
-
-
[Bilder auf Seite 14]
Oben links: In Belgien werden Hilfsgüter für Afrika verladen. Unten: Flüchtlinge aus dem Kongo hören ermunternde Worte und stimmen von ganzem Herzen in den Lobgesang für Jehova ein.
-