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    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1999
    • Haß auf wahre Christen — nicht nur in der Vergangenheit

      Am letzten Abend vor seinem Tod sagte Jesus Christus zu seinen Aposteln: „Weil ihr nun kein Teil der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt auserwählt habe, deswegen haßt euch die Welt. ... Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen“ (Joh. 15:19, 20). Man mußte also damit rechnen, daß die Verfolgung der Zeugen Jehovas in Deutschland selbst nach dem Zusammenbruch von Hitlers Drittem Reich nicht ganz und gar zum Stillstand käme. Auch dort, wo von kommunistischen Regimen erlassene Verbote abgeschafft wurden, haben die Menschen zwar generell mehr persönliche Freiheit, aber die Verfolgung der Zeugen Jehovas hat nicht aufgehört. Sie hat lediglich andere Formen angenommen (2. Tim. 3:12).

      An Stelle der früheren Verfolger des Volkes Jehovas traten jetzt Abtrünnige auf den Plan, um ihre ehemaligen christlichen Glaubensbrüder zu schlagen (Mat. 24:48-51). Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre machten diese Abtrünnigen stärker von sich reden und brachten immer mehr bösartige Anklagen vor. Moderatoren verschiedener Talk-Shows stellten die Abtrünnigen als „Experten“ für Jehovas Zeugen vor. Manche aufrichtige Menschen fanden es jedoch nicht richtig, Jehovas Zeugen auf Grund von Aussagen verärgerter Aussteiger zu beurteilen. Nach einer solchen Talk-Show rief ein junger Mann im Büro der Gesellschaft in Selters an und erzählte, der interviewte Zeuge habe vor ein paar Jahren mit ihm die Bibel studiert. Aus persönlichen Gründen hatte der junge Mann das Studium eingestellt. Als er nun die Fernsehsendung sah und seinen früheren Unterweiser wiedererkannte, reagierte er ziemlich ungehalten. Er fragte: „Wie kann er nur so etwas behaupten? Er weiß doch, daß das nicht stimmt, was er über die Zeugen sagt.“ Das Resultat war, daß der junge Mann sein Bibelstudium wiederaufnahm, diesmal mit einem Ältesten der Ortsversammlung.

      Selbstverständlich gibt es viele Leute, die grundsätzlich alles glauben, was sie im Fernsehen hören oder in der Zeitung lesen. Wegen der Häufigkeit solcher Attacken gegen Jehovas Zeugen in den Medien verfaßte die Gesellschaft eine 32seitige Broschüre speziell zu dem Zweck, diese Flut irreführender Propaganda einzudämmen. Betitelt ist sie Jehovas Zeugen — Menschen aus der Nachbarschaft. Wer sind sie?

      Die Broschüre enthält Fakten aus einer Umfrage von 1994, an der nahezu 146 000 Zeugen Jehovas in Deutschland teilnahmen. Die Ergebnisse widerlegen eindeutig viele falsche Auffassungen über die Zeugen. Eine Religion für alte Frauen? 4 von 10 Zeugen Jehovas in Deutschland sind männlichen Geschlechts, und das Durchschnittsalter liegt bei 44 Jahren. Eine Religion mit Anhängern, die man als Kind einer Gehirnwäsche unterzog? 52 Prozent sind als Erwachsene zu den Zeugen gegangen. Eine Religion, die Familien zerstört? 19 Prozent der Zeugen Jehovas sind unverheiratet, 68 Prozent verheiratet, 9 Prozent verwitwet und nur 4 Prozent geschieden, und von diesen wiederum war ein beträchtlicher Anteil bereits vor dem Übertritt zu den Zeugen Jehovas geschieden. Eine kinderfeindliche Religion? Fast 4 Fünftel der verheirateten Zeugen sind Eltern. Menschen mit unterdurchschnittlicher Intelligenz? Ein Drittel der Zeugen spricht mindestens eine Fremdsprache, und 69 Prozent informieren sich regelmäßig über das aktuelle Geschehen. Eine Religion, die ihren Anhängern die Freude am Leben nimmt? Im Lauf einer Woche bringt jeder Zeuge im Schnitt 14,2 Stunden mit verschiedenen Freizeitaktivitäten zu. Gleichzeitig räumen Jehovas Zeugen geistigen Belangen Priorität ein, denn sie setzen durchschnittlich 17,5 Stunden in der Woche für religiöse Aktivitäten ein.

      Ein Fall, dem in der Broschüre besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird, handelt von dem „kleinen Oliver“. Kurz nach seiner Geburt im Jahr 1991 entdeckten Ärzte ein Loch in seinem Herzen. Olivers Mutter leitete zur gegebenen Zeit eine Operation in die Wege und suchte, entsprechend ihrer religiösen Überzeugung, Ärzte aus, die bereit waren, ohne Blut zu operieren. Gegner verdrehten jedoch die Tatsachen, um Jehovas Zeugen in Mißkredit zu bringen. Selbst nachdem die Operation erfolgreich ohne Bluttransfusion verlaufen war, brachte eine Zeitung den Fall groß heraus und stellte die Sache so hin, als sei Oliver trotz der Opposition einer „fanatischen“ Mutter durch „lebensrettendes Blut“ gerettet worden. Diese krasse Falschdarstellung wurde in der Broschüre widerlegt.

      Ursprünglich war die Broschüre nur für Personen gedacht, die Fragen hatten zu falschen Anklagen gegen die Zeugen. 1996 gestaltete man jedoch die Umschlagseite neu — auf der Rückseite wurde ein kostenloses Heimbibelstudium angeboten — und verbreitete 1 800 000 Exemplare in ganz Deutschland.

      Tatsachenmaterial für die Medien bereitgestellt

      Im selben Jahr unternahm man noch etwas gegen die unaufhörlichen Versuche von Gegnern, mit Hilfe der Medien Jehovas Zeugen verzerrt darzustellen. Walter Köbe wurde zum Vorsitzenden eines Komitees ernannt, das für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Er erklärt: „Die massive Kampagne unserer Gegner hat eine kontrollierte Entgegnung in Form zugänglicher Informationen erforderlich gemacht.“ Man suchte Mitarbeiter, die für eine effektive Öffentlichkeitsarbeit in Frage kämen. In Seminaren wurden sie geschult. Das Land wurde in 22 Regionen aufgeteilt, und 1998 gab es Hunderte geschulte Mitarbeiter, die in den jeweiligen Regionen anfallende Aufgaben wahrnahmen. Großen Wert legt man auf persönlichen Kontakt mit Redakteuren und Journalisten.

      Die Arbeit dieser Abteilung umfaßt auch die Vorbereitung öffentlicher Aufführungen der Videodokumentation Standhaft trotz Verfolgung — Jehovas Zeugen unter dem NS-Regime. Die Welturaufführung der deutschen Fassung fand am 6. November 1996 in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück statt, wo viele Zeugen Jehovas interniert waren. Die Presse und namhafte Historiker waren zugegen.

      Bis zum 1. September 1998 waren bei den 331 öffentlichen Aufführungen des Videos insgesamt mehr als 269 000 Besucher gezählt worden. Das Publikum setzte sich nicht nur aus Zeugen Jehovas zusammen, sondern auch aus Vertretern der Presse, der Regierung und der Öffentlichkeit. Hunderte von Zeitungen berichteten in durchweg positiven Artikeln über die Veranstaltungen. 176 dieser Videopräsentationen waren von einer öffentlichen Ausstellung über die NS-Verfolgung der Zeugen Jehovas begleitet.

      Immer mehr Medienvertreter gehen mit der Aussage eines Journalisten einig, der im November 1993 in der Meißner Zeitung schrieb: „Wer also der Auffassung ist, Jehovas Zeugen folgten blind oder leichtgläubig irgendwelchen Lehren der Bibel ohne Lebensnähe, wird überrascht sein zu erfahren, wie genau sie über die Kenntlichmachung ihres Vorbildes Jesus Christus Bescheid wissen und diese Kenntnis in ein sinnvolles Leben umsetzen können.“

  • Deutschland
    Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1999
    • [Bild auf Seite 139]

      Mittel, um einer Flut von Fehlinformationen entgegenzuwirken

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