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Ich suchte Anleitung bei JehovaJahrbuch der Zeugen Jehovas 2017
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Ein paar Tage später zogen wir nach Dschwari. Vom allerersten Tag an hatte ich Arbeit. Sie wurde außergewöhnlich gut bezahlt. Zusätzlich bot mir mein neuer Chef an, in ein großes Haus zu ziehen, das der Firma gehörte. Bald darauf fragten mich die Brüder, ob ich mithelfen könne, die Literatur heimlich zu drucken. Im Haus war mehr als genug Platz, also sagten wir zu.
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„Bei Gott sind alle Dinge möglich!“Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2017
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„Bei Gott sind alle Dinge möglich!“
Natela Grigoriadis
GEBURTSJAHR: 1960
TAUFE: 1987
KURZPORTRÄT: Natela nutzte bald nach ihrer Taufe ihre Erfahrungen und Kontakte als Vertriebsleiterin, um das Drucken im Untergrund voranzubringen
ENDE der 80er-Jahre hatte bei den Zusammenkünften nur der Studienleiter einen Wachtturm, oft sogar nur einen handgeschriebenen. Daher schlug ich einem der Ältesten, Genadi Gudadse, vor, dass wir versuchen könnten, selbst Zeitschriften zu drucken.
Bisher war eine kleine Menge an Publikationen mit einem selbstgebauten Mimeografen (Vervielfältigungsapparat) hergestellt worden. Um aber regelmäßig Zeitschriften herzustellen, benötigte man einen besseren Mimeografen, eine erfahrene Schreibkraft, eine Schreibmaschine und laufend Nachschub an Matrizenpapier. Das Papier und jegliche Druckausrüstung wurden jedoch staatlich registriert und kontrolliert.
Durch meine Arbeit kannte ich aber jemand, der an entsorgte Schreibmaschinen kommen konnte. So erhielt ich ein Gerät, das nicht mehr der staatlichen Kontrolle unterlag. Meine Schwester, eine Schreibkraft, unterstützte uns ebenfalls. Die Brüder bauten einen neuen Mimeografen, außerdem machten sie eine Bezugsquelle für Matrizenpapier ausfindig. Alles fügte sich gut zusammen und so hielten wir bald unsere erste selbstgedruckte Ausgabe des Wachtturms in Georgisch in den Händen.
Doch eines Tages gab es ein neues Problem. Genadi sagte zu mir: „Wir brauchen eine andere Quelle für Matrizenpapier.“ Er hatte zwar in einem von der Regierung betriebenen Büro Pakete mit Papier entdeckt, konnte sie aber nicht kaufen, da er von der Polizei beobachtet wurde. Könnten wir da irgendwie rankommen? Ich rief immer wieder: „Unmöglich!“ Genadi sagte jedoch entschlossen: „Sag doch nicht: ‚Unmöglich!‘ Bei Gott sind alle Dinge möglich“ (Mat. 19:26).
Darüber dachte ich am nächsten Tag auf dem Weg zu dem Büro ständig nach. Ich war ganz schön nervös. Dank Jehovas Hilfe traf ich dort jedoch auf eine freundliche Schreibkraft, die mir bei meiner Anfrage an den Büroleiter half — es war übrigens ihr Ehemann. Schon bald kaufte ich dort regelmäßig Matrizenpapier. Von da an hatten wir nie wieder Nachschubprobleme.
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