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Die Wahrheitssuche beginnt . . .Jahrbuch der Zeugen Jehovas 2017
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Im Frühling des Jahres 1972 zogen Wladimir und seine Familie Richtung Westen nach Sochumi an die Schwarzmeerküste. Wladimir erzählt: „Die Versammlung dort wuchs sehr schnell. Wir fühlten uns in geistiger Hinsicht reich und waren voller Dankbarkeit für Jehovas Segen.“ Bereits in diesem Frühling fand in Sochumi das erste Gedächtnismahl statt und es waren 45 Personen anwesend.
„Ich spitzte die Ohren“
In Sochumi nahmen Anfang 1973 einige die Wahrheit schnell an. Babuza Dschedschelawa, die mittlerweile schon über 90 Jahre alt ist, war eine der Ersten. Sie erinnert sich: „Einmal bemerkte ich vier Frauen, die in eine lebhafte Diskussion verwickelt waren. Zwei davon waren Nonnen, die anderen Zeuginnen Jehovas, wie sich später herausstellte.“ Es waren Ljuba, die Frau von Wladimir Gladjuk, und Itta Sudarenko, eine sehr eifrige Pionierin aus der Ukraine.
Babuza Dschedschelawa 1979 und 2016
Babuza weiß noch genau, wie es war, als sie zufällig das Gespräch mithörte: „Ich spitzte die Ohren. Mit jedem Wort wuchs meine Begeisterung.“ Als sie hörte, dass Gott einen Namen hat, schaltete sie sich sofort in die Unterhaltung ein; sie wollte wissen, wo der Name in der Bibel zu finden sei. Da sie so viele Fragen hatte, unterhielten sie sich drei Stunden lang.
Babuza befürchtete, sie würde den Zeugen Jehovas nicht wieder begegnen: „Sie wollen jetzt einfach gehen und mich hier zurücklassen?“
„Keine Angst, wir lassen Sie nicht allein! Nächsten Samstag kommen wir wieder“, antworteten die Schwestern.
Als der Samstag endlich da war, kamen die beiden Schwestern zu Babuzas großer Freude tatsächlich. Sie begannen sofort ein Bibelstudium mit ihr. Danach wollte Babuza wieder sichergehen, mit ihnen in Kontakt zu bleiben. Sie sagte sich: „Ich habe Gottes Volk gefunden — jetzt darf ich die Verbindung auf keinen Fall verlieren.“
Babuza ließ sich etwas einfallen: „Ich hatte schon mitbekommen, dass Ljuba verheiratet war. Darum fragte ich Itta, ob auch sie einen Mann habe, und sie sagte nein. Da rief ich: ‚Dann zieh bei mir ein! Ich habe zwei Betten und eine Lampe in der Mitte. Wir können also in der Bibel lesen und darüber sprechen, sogar wenn es dunkel ist.‘ “ Itta nahm die Einladung an und zog bei Babuza ein.
Babuza sagt über diese Zeit: „Manchmal lag ich nachts wach und dachte über das nach, was ich gelernt hatte. Wenn mir dann plötzlich eine Frage durch den Kopf schoss, weckte ich Itta und sagte: ‚Itta, hol deine Bibel, ich muss dich was fragen!‘ Sie rieb sich den Schlaf aus den Augen und antwortete: ‚Gut, meine Liebe.‘ Sie schlug ihre Bibel auf und zeigte mir die Antwort.“ Schon drei Tage nachdem Itta eingezogen war, zog es Babuza hinaus — sie wollte anderen von der guten Botschaft erzählen.
Eine gute Freundin von Babuza war Natela Tschargeischwili. Babuza berichtet: „Ich fürchtete, dass Reichtum es ihr schwer machen würde, die Lehren der Bibel zu akzeptieren. Aber zum Glück hatte ich mich geirrt! Von unserem ersten Gespräch an war sie Feuer und Flamme für die Wahrheit.“ Schon bald sprachen beide eifrig mit Freunden, Kollegen und Nachbarn über ihre Hoffnung.
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Durch Zusammenkünfte stärker im GlaubenJahrbuch der Zeugen Jehovas 2017
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Waren mehrere Interessierte so weit, sich taufen zu lassen, organisierten die Brüder extra dafür eine heimliche Zusammenkunft. So war es auch im August 1973 an der Küste des Schwarzen Meeres bei Sochumi. Dort wollten sich 35 taufen lassen, aber dazu kam es gar nicht. Die Polizei unterbrach das Programm und verhaftete einige Brüder und Schwestern, unter ihnen auch Wladimir Gladjuk.
Doch sobald Wladimir und die anderen Brüder wieder frei waren, nahmen sie Kontakt zu allen auf, die sich taufen lassen wollten. Zwei Tage nach dem ersten Versuch konnten sie dann endlich getauft werden. Wladimir erzählt: „Wir haben Jehovas Hilfe förmlich gespürt. Nach der Taufe haben wir uns dann alle gemeinsam im Gebet bei ihm bedankt.“
Gegnerschaft beschleunigte das Werk
Zwei Tage nach der Taufe wurde Wladimir Gladjuk wieder verhaftet. Später wurden er, Itta Sudarenko und Natela Tschargeischwili zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Darüber waren die Verkündiger zwar traurig, aber sie wollten — wenn auch vorsichtiger — unbedingt weiterpredigen.
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