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  • Landminen — Wieviel Schaden richten sie wirklich an?
    Erwachet! 2000 | 8. Mai
    • Wie steht es um die Minenräumung?

      In den letzten Jahren sind intensive Anstrengungen unternommen worden, die Staaten der Welt zu einem Verbot von Landminen zu bewegen. Darüber hinaus haben manche Regierungen die gefährliche Arbeit in Angriff genommen, die gelegten Minen zu räumen. Doch dem stehen mehrere Hindernisse im Weg. Eines davon hat mit dem Faktor Zeit zu tun. Die Räumung von Minen geht nur quälend langsam vonstatten. Fachleute schätzen sogar, daß man im Durchschnitt hundertmal so lange braucht, eine Mine zu räumen, als sie zu legen. Ein weiteres Hindernis sind die Kosten. Eine einzelne Mine kostet zwischen 3 und 15 Dollar, ist sie aber einmal gelegt, kann es bis zu 1 000 Dollar kosten, sie wieder zu entfernen.

      Eine vollständige Räumung aller gelegten Minen erscheint daher praktisch unmöglich. Wollte man beispielsweise Kambodscha komplett entminen, müßte jeder einzelne Bewohner dieses Landes sein gesamtes Einkommen dafür zur Verfügung stellen, und das über mehrere Jahre hinweg. Und selbst wenn die Mittel zur Verfügung stünden, würde es Schätzungen zufolge hundert Jahre dauern, dieses Land vollständig zu entminen. Auf die ganze Erde übertragen, ist das Bild noch düsterer. Man geht davon aus, daß es beim gegenwärtigen Stand der Technik 33 Milliarden Dollar kosten und über 1 000 Jahre dauern würde, die Erde von allen Minen zu räumen.

      Zwar gibt es neuartige Konzepte für Minenräumtechniken — angefangen vom Einsatz gentechnisch veränderter Taufliegen, die Sprengstoffe aufspüren sollen, bis hin zu riesigen funkferngesteuerten Fahrzeugen, die pro Stunde eine Fläche von zwei Hektar entminen könnten. Es kann aber noch einige Zeit dauern, bis solche Verfahren im großen Stil einsatzreif sind, und wahrscheinlich werden sich das dann wieder nur die reichsten Länder leisten können.

      An den meisten Orten werden Minen daher nach wie vor auf die althergebrachte Weise geräumt: Bewaffnet mit einem Holzstück, kriecht man auf dem Bauch über den Boden und sticht Zentimeter um Zentimeter in das Erdreich. Auf diese Weise lassen sich am Tag zwischen 20 und 50 Quadratmeter entminen. Ist das nicht gefährlich? Doch! Auf jeweils 5 000 geräumte Minen kommen ein toter und zwei verletzte Minenräumer.

  • Landminen — Wieviel Schaden richten sie wirklich an?
    Erwachet! 2000 | 8. Mai
    • [Kasten auf Seite 6]

      Doppelter Profit?

      In der Geschäftswelt gilt als grundlegendes Prinzip, daß eine Firma dafür haften muß, wenn ihre Produkte Schaden anrichten. Folglich müßten, so die Argumentation von Lou McGrath, einem Sprecher der Mines Advisory Group, die Firmen, die mit der Herstellung von Landminen Profite erzielt haben, zu Entschädigungszahlungen verpflichtet werden. Statt dessen verdienen — welch Zynismus! — ausgerechnet Minenhersteller auch noch an der Minenräumung. Beispielsweise wird von einer deutschen Firma berichtet, die früher Minen produzierte und den Zuschlag für einen 100-Millionen-Dollar-Auftrag erhielt, in Kuwait Minen zu räumen. Und in Mosambik ging ein Auftrag zur Räumung von Hauptverkehrsadern in Höhe von 7,5 Millionen Dollar an ein Konsortium von drei Firmen, von denen zwei Minen entwickelt hatten.

      Nicht wenige halten es für höchst unmoralisch, daß dieselben Firmen, die Minen herstellen, auch Geld mit der Minenräumung verdienen. Ihrer Meinung nach ziehen die Landminenhersteller in gewisser Hinsicht doppelten Profit aus den Minen. Wie dem auch sei — sowohl die Herstellung als auch die Räumung von Landminen ist und bleibt ein Bombengeschäft.

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