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  • Jehova — derjenige, der an Macht kraftvoll ist
    Der Wachtturm 2000 | 1. März
    • Jehova — derjenige, der an Macht kraftvoll ist

      „Wegen der Fülle dynamischer Kraft, da er an Macht auch kraftvoll ist, fehlt nicht eines davon“ (JESAJA 40:26).

      1, 2. (a) Von welcher buchstäblichen Energiequelle sind wir alle abhängig? (b) Erkläre, warum Jehova der eigentliche Quell aller Kraft und Energie ist.

      KRAFT oder Energie ist etwas, was viele von uns für selbstverständlich nehmen. Zum Beispiel machen wir uns kaum Gedanken über die Elektrizität, die uns Licht und Wärme gibt oder an die wir ganz bequem irgendeines unserer elektrischen Geräte anschließen können. Höchstens ein überraschender Stromausfall macht uns bewußt, daß ohne Energie in den Städten praktisch nichts mehr funktioniert. Der größte Teil der Elektrizität, von der wir abhängig sind, stammt indirekt von der zuverlässigsten Energiequelle der Erde, von der Sonne.a Dieser Solarreaktor verbraucht jede Sekunde fünf Millionen Tonnen Kernbrennstoff, um der Erde lebenserhaltende Energie zuzuführen.

      2 Woher stammt all die Energie der Sonne? Wer errichtete dieses Kraftwerk am Himmel? Jehova Gott tat es. Mit Bezug auf ihn heißt es in Psalm 74:16: „Du selbst bereitetest den Lichtkörper, ja die Sonne.“ Jehova ist tatsächlich der eigentliche Quell aller Kraft und Energie, genauso wie er der Quell allen Lebens ist (Psalm 36:9). Seine Macht sollten wir niemals für selbstverständlich nehmen. Durch den Propheten Jesaja fordert Jehova uns auf, zu den Himmelskörpern, wie zum Beispiel der Sonne und den Sternen, aufzublicken und darüber nachzusinnen, wie sie ins Dasein gekommen sind. „Hebt eure Augen in die Höhe und seht. Wer hat diese Dinge erschaffen? Er ist es, der ihr Heer selbst der Zahl nach herausführt, der sie alle sogar mit Namen ruft. Wegen der Fülle dynamischer Kraft, da er an Macht auch kraftvoll ist, fehlt nicht eines davon“ (Jesaja 40:26; Jeremia 32:17).

      3. Welchen Nutzen ziehen wir aus den Kundgebungen der Macht Jehovas?

      3 Da Jehova an Macht kraftvoll ist, können wir darauf vertrauen, daß die Sonne uns weiterhin mit dem Licht und der Wärme versorgen wird, die wir zum Leben benötigen. Doch wir verlassen uns keineswegs nur auf die Macht Gottes, wenn es um unsere grundlegenden physischen Bedürfnisse geht. Unsere Erlösung von Sünde und Tod, unsere Zukunftshoffnung und unser Vertrauen auf Jehova — all das ist untrennbar mit der Ausübung seiner Macht verbunden (Psalm 28:6-9; Jesaja 50:2). Die Bibel ist voller Beispiele, die bezeugen, daß Jehova die Macht hat, zu erschaffen und zu erlösen, sein Volk zu retten und seine Feinde zu vernichten.

      Gottes Macht ist in der Schöpfung deutlich zu erkennen

      4. (a) Was empfand David, wenn er den Nachthimmel betrachtete? (b) Was offenbaren die Himmelskörper in bezug auf Gottes Macht?

      4 Wie der Apostel Paulus erklärte, kann die „ewigwährende Macht“ unseres Schöpfers deutlich „durch die gemachten Dinge wahrgenommen werden“ (Römer 1:20). Schon einige Jahrhunderte früher erkannte der Psalmist David, der als Hirte oft zum Nachthimmel aufgeschaut haben muß, die Erhabenheit des Universums und die Macht des Schöpfers. Er schrieb: „Wenn ich deine Himmel sehe, die Werke deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: Was ist der sterbliche Mensch, daß du seiner gedenkst, und der Sohn des Erdenmenschen, daß du für ihn sorgst?“ (Psalm 8:3, 4). Trotz seines begrenzten Wissens über die Himmelskörper begriff David, daß er höchst unbedeutend war im Vergleich zu dem Schöpfer des gewaltigen Universums. Heute wissen Astronomen sehr viel mehr über die Unermeßlichkeit des Universums und die darin wirkenden Kräfte. Sie sagen zum Beispiel, daß unsere Sonne jede Sekunde eine Energie abstrahlt, die der Explosion von 100 Milliarden Megatonnen TNT entspricht.b Lediglich ein Bruchteil dieser Energie gelangt auf die Erde; doch es ist genug, um sämtliches Leben auf unserem Planeten zu erhalten. Unsere Sonne ist aber keinesfalls der energiereichste Stern am Himmel. Einige Sterne strahlen in nur einer Sekunde so viel Energie ab wie die Sonne an einem ganzen Tag. Stellen wir uns daher vor, welche Macht demjenigen zur Verfügung steht, der diese Himmelskörper erschuf! Mit Recht erklärte Elihu: „Was den Allmächtigen betrifft, wir haben ihn nicht ergründet; er ist erhaben an Macht“ (Hiob 37:23).

      5. Welche Beweise für Jehovas Kraft oder Macht lassen seine Werke erkennen?

      5 Wenn wir wie David ‘die Werke Gottes erforschen’, werden wir überall Beweise seiner Macht sehen — Wind und Wellen, Donner und Blitz, gewaltige Flüsse und majestätische Berge (Psalm 111:2; Hiob 26:12-14). Außerdem bezeugen Tiere seine Macht oder Kraft, worauf Jehova Hiob aufmerksam machte. Zu diesen gehört der Behemoth oder das Flußpferd. Jehova sagte zu Hiob: „Seine Kraft ist in seinen Hüften . . .; seine starken Knochen sind wie schmiedeeiserne Stäbe“ (Hiob 40:15-18). Auch die furchteinflößende Kraft des Wildstiers war in biblischer Zeit allgemein bekannt, und David betete, er möge bewahrt werden vor dem „Maul des Löwen . . . und vor den Hörnern der Wildstiere“ (Psalm 22:21; Hiob 39:9-11).

      6. Was symbolisiert der Stier in der Bibel, und warum? (Siehe Fußnote.)

      6 Der Stier wird wegen seiner Kraft in der Bibel gebraucht, um Jehovas Macht zu symbolisieren.c In der Vision, die der Apostel Johannes vom Thron Jehovas erhielt, werden vier lebende Geschöpfe beschrieben, von denen eines das Gesicht eines Stiers hatte (Offenbarung 4:6, 7). Eine der vier Haupteigenschaften Jehovas, die durch diese Cherube dargestellt werden, ist eindeutig die Macht. Die anderen sind Liebe, Weisheit und Gerechtigkeit. Da die Macht solch ein wichtiges Merkmal der Persönlichkeit Gottes ist, wird ein klares Verständnis seiner Macht und der Art und Weise, wie er sie gebraucht, zu ihm eine engere Bindung entstehen lassen und uns helfen, sein Beispiel dadurch nachzuahmen, daß wir jegliche Machtbefugnisse vernünftig gebrauchen (Epheser 5:1).

      ‘Jehova der Heerscharen, der Starke’

      7. Wieso können wir sicher sein, daß das Gute über das Böse triumphieren wird?

      7 In der Bibel wird Jehova als „Gott, der Allmächtige“ bezeichnet, ein Titel, der uns daran erinnert, daß wir niemals seine Macht unterschätzen oder seine Fähigkeit bezweifeln dürfen, seine Feinde zu besiegen (1. Mose 17:1; 2. Mose 6:3). Satans böses System der Dinge mag anscheinend fest etabliert sein, doch in Jehovas Augen sind „die Nationen . . . wie ein Tropfen von einem Eimer; und wie der Staubbelag auf den Waagschalen sind sie geachtet worden“ (Jesaja 40:15). Dank solch göttlicher Macht wird das Gute zweifellos über das Böse triumphieren. Zu einer Zeit, in der die Gottlosigkeit überhandnimmt, können wir aus der Erkenntnis Trost schöpfen, daß ‘Jehova der Heerscharen, der Starke Israels’, das Böse für immer beseitigen wird (Jesaja 1:24; Psalm 37:9, 10).

      8. Über welche himmlischen Heerscharen gebietet Jehova, und welche Hinweise auf ihre Macht haben wir?

      8 Der Ausdruck „Jehova der Heerscharen“, der in der Bibel 285mal vorkommt, ist eine weitere Erinnerung an Gottes Macht. Die „Heerscharen“ beziehen sich hier auf das Heer von Geistgeschöpfen, die unter Jehovas Befehl stehen (Psalm 103:20, 21; 148:2). In einer einzigen Nacht tötete einer dieser Engel 185 000 assyrische Soldaten, die Jerusalem bedrohten (2. Könige 19:35). Wenn uns die Macht der himmlischen Heerscharen Jehovas deutlich bewußt ist, werden wir uns von Gegnern nicht so leicht einschüchtern lassen. Der Prophet Elisa war unbesorgt, als er von einem ganzen Heer eingeschlossen war, das ihn suchte, denn er konnte im Gegensatz zu seinem Diener mit den Augen des Glaubens ein gewaltiges Heer himmlischer Streitkräfte sehen, das ihm beistand (2. Könige 6:15-17).

      9. Warum sollten wir wie Jesus auf Gottes Schutz vertrauen?

      9 Jesus war sich ebenfalls der Unterstützung durch Engel bewußt, als er im Garten Gethsemane einem Pöbelhaufen gegenüberstand, der mit Schwertern und Knüppeln bewaffnet war. Nachdem Jesus Petrus aufgefordert hatte, sein Schwert wieder an seinen Platz zu stecken, erklärte er ihm, daß er seinen Vater gegebenenfalls um „mehr als zwölf Legionen Engel“ bitten könne (Matthäus 26:47, 52, 53). Wenn wir ein ähnliches Verständnis in bezug auf die himmlischen Heerscharen haben, die Gott zur Verfügung stehen, werden auch wir völlig auf die Unterstützung Gottes vertrauen. Der Apostel Paulus schrieb: „Was sollen wir nun zu diesen Dingen sagen? Wenn Gott für uns ist, wer wird gegen uns sein?“ (Römer 8:31).

      10. Zu wessen Nutzen setzt Jehova seine Macht ein?

      10 Wir haben daher allen Grund, auf Jehovas Schutz zu vertrauen. Er gebraucht seine Macht immer zum Guten und im Einklang mit seinen anderen Eigenschaften — Gerechtigkeit, Weisheit und Liebe (Hiob 37:23; Jeremia 10:12). Während Menschen in Machtstellung um persönlicher Vorteile willen oft auf Armen und Demütigen herumtrampeln, „erhebt [Jehova] aus dem Staub den Geringen“ und ist „überströmend an Macht zu retten“ (Psalm 113:5-7; Jesaja 63:1). Wie sich Maria, die wirklich bescheidene Mutter Jesu, bewußt war, setzt „der Mächtige“ seine Macht selbstlos zugunsten derjenigen ein, die ihn fürchten, er demütigt die Hochmütigen und erhöht die Niedrigen (Lukas 1:46-53).

      Jehova offenbart seinen Dienern seine Macht

      11. Welche Beweise für Gottes Macht konnten die Israeliten im Jahr 1513 v. u. Z. mit eigenen Augen sehen?

      11 Bei mehreren Gelegenheiten offenbarte Jehova seinen Dienern die ihm zur Verfügung stehende Macht. Das geschah zum Beispiel im Jahr 1513 v. u. Z. am Berg Sinai. Im Verlauf jenes Jahres hatten die Israeliten bereits eindrucksvolle Beweise für Gottes Macht gesehen. Zehn verheerende Plagen hatten die starke Hand Jehovas und die Unfähigkeit der ägyptischen Götter deutlich gezeigt. Bald danach lieferte die erstaunliche Durchquerung des Roten Meeres und die Vernichtung von Pharaos Heer einen weiteren Beweis der göttlichen Macht. Drei Monate später — am Fuß des Berges Sinai — lud Jehova die Israeliten ein, sein „besonderes Eigentum aus allen anderen Völkern“ zu werden. Sie versprachen ihrerseits: „Alles, was Jehova geredet hat, wollen wir tun“ (2. Mose 19:5, 8). Dann gab Jehova eine anschauliche Demonstration seiner Macht. Der Berg Sinai rauchte und zitterte, während es donnerte und blitzte und der laute Schall eines Horns erklang. Das Volk, das in einiger Entfernung stand, geriet in Furcht. Doch wie Moses sagte, sollte diese Erfahrung das Volk Gottesfurcht lehren, eine Furcht, die es veranlassen würde, seinem allmächtigen und allein wahren Gott, Jehova, zu gehorchen (2. Mose 19:16-19; 20:18-20).

      12, 13. Welche Umstände veranlaßten Elia, sich seiner Aufgabe zu entziehen, doch wie stärkte Jehova ihn?

      12 Mehrere Jahrhunderte später, zur Zeit Elias, wurde der Berg Sinai Zeuge einer weiteren Zurschaustellung der göttlichen Macht. Der Prophet hatte bereits das Wirken der Macht Gottes gesehen. Dreieinhalb Jahre lang ‘verschloß Gott die Himmel’ wegen der Abtrünnigkeit der Nation Israel (2. Chronika 7:13). Während der daraus resultierenden Dürre ernährten Raben Elia im Wildbachtal Kerith, und später wurden die kärglichen Mehl- und Ölvorräte einer Witwe auf wunderbare Weise vermehrt, um ihn mit Nahrung zu versorgen. Jehova befähigte Elia sogar, den Sohn dieser Witwe aufzuerwecken. In einer dramatischen Erprobung der Göttlichkeit auf dem Berg Karmel kam schließlich Feuer vom Himmel und verzehrte das Opfer Elias (1. Könige 17:4-24; 18:36-40). Trotzdem war Elia kurz darauf entmutigt, ja geriet sogar in Furcht, als Isebel drohte, ihn zu töten (1. Könige 19:1-4). Fluchtartig verließ er das Land in der Meinung, sein Werk als Prophet sei getan. Um ihn zu beruhigen und zu stärken, gab Jehova ihm freundlicherweise eine persönliche Demonstration seiner göttlichen Macht.

      13 Während sich Elia in einer Höhle verbarg, sah er eine ehrfurchteinflößende Entfaltung von drei der Kräfte, die Jehova beherrscht — ein starker Wind, ein Erdbeben und schließlich ein Feuer. Doch als Jehova zu Elia sprach, tat er es mit ‘einer ruhigen, leisen Stimme’. Er betraute ihn mit weiterer Tätigkeit und teilte ihm mit, daß es immer noch 7 000 treue Anbeter Jehovas im Land gab (1. Könige 19:9-18). Sollten wir jemals wie Elia entmutigt sein, weil unser Predigtdienst zu keinen greifbaren Ergebnissen führt, können wir Jehova darum bitten, uns „die Kraft, die über das Normale hinausgeht“, zu geben — eine Kraft, die uns stärken kann, die gute Botschaft ohne Unterlaß zu predigen (2. Korinther 4:7).

      Jehovas Macht garantiert die Erfüllung seiner Verheißungen

      14. Was offenbart Jehovas Eigenname, und was hat sein Name mit seiner Macht zu tun?

      14 Jehovas Macht steht auch in enger Verbindung mit seinem Namen und dem Ausführen seines Willens. Der einzigartige Name Jehova, der „Er veranlaßt zu werden“ bedeutet, offenbart, daß er sich selbst zum Verwirklicher von Verheißungen macht. Nichts und niemand kann Gott daran hindern, seine Vorsätze zu verwirklichen, selbst wenn Skeptiker das für völlig unrealistisch halten mögen. Wie Jesus einst zu seinen Aposteln sagte, ‘sind bei Gott alle Dinge möglich’ (Matthäus 19:26).

      15. Wie wurden Abraham und Sara daran erinnert, daß für Jehova nichts zu außergewöhnlich ist?

      15 Ein Beispiel: Jehova versprach seinerzeit Abraham und Sara, daß er ihre Nachkommen zu einer großen Nation machen würde. Doch sie blieben viele Jahre kinderlos. Beide waren schon sehr alt, als Jehova ihnen sagte, daß die Verheißung nun im Begriff war, sich zu erfüllen, und Sara lachte darüber. Darauf entgegnete der Engel: „Ist für Jehova irgend etwas zu außergewöhnlich?“ (1. Mose 12:1-3; 17:4-8; 18:10-14). Vier Jahrhunderte später, als Moses schließlich Abrahams Nachkommen — jetzt eine große Nation — in den Ebenen Moabs versammelte, erinnerte er sie daran, daß Gott seine Verheißung verwirklicht hatte. Moses sagte: „Du [lebst] noch, weil er [Jehova] deine Vorväter liebte, so daß er ihren Samen nach ihnen erwählte und dich mit seiner großen Macht vor seinen Augen aus Ägypten herausführte, um Nationen vor dir zu vertreiben, die größer und mächtiger sind als du, um dich hineinzubringen, um dir ihr Land als Erbe zu geben wie an diesem Tag“ (5. Mose 4:37, 38).

      16. Warum vertraten die Sadduzäer die irrige Auffassung, es gäbe keine Auferstehung der Toten?

      16 Jahrhunderte später rügte Jesus die Sadduzäer, weil sie nicht an die Auferstehung glaubten. Warum weigerten sie sich, der Verheißung Gottes zu glauben, er werde die Toten wieder zum Leben bringen? Jesus sagte zu ihnen: „Ihr kennt weder die Schriften noch die Macht Gottes“ (Matthäus 22:29). In der Bibel wird uns zugesichert, daß ‘alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, die Stimme des Menschensohns hören und herauskommen werden’ (Johannes 5:27-29). Wenn wir wissen, was in der Bibel über die Auferstehung gesagt wird, werden wir, weil wir auf die Macht Gottes vertrauen, davon überzeugt sein, daß die Toten auferstehen werden. Gott „wird tatsächlich den Tod für immer verschlingen, . . . denn Jehova selbst hat es geredet“ (Jesaja 25:8).

      17. An welchem künftigen Tag wird das Vertrauen auf Jehova besonders notwendig sein?

      17 In naher Zukunft wird eine Zeit kommen, in der jeder von uns ganz besonders auf Gottes rettende Macht vertrauen muß. Satan, der Teufel, wird einen Angriff auf das scheinbar schutzlose Volk Gottes unternehmen (Hesekiel 38:14-16). Gott wird dann zu unseren Gunsten seine große Macht offenbaren, und jeder wird erkennen müssen, daß er Jehova ist (Hesekiel 38:21-23). Jetzt ist die Zeit, unseren Glauben und unser Vertrauen auf Gott, den Allmächtigen, zu stärken, damit wir in dieser entscheidenden Zeit nicht zum Wanken gebracht werden.

      18. (a) Von welchem Nutzen ist es für uns, über die Macht Jehovas nachzusinnen? (b) Welche Frage wird im folgenden Artikel betrachtet?

      18 Es gibt zweifellos viele Gründe, über die Macht Jehovas nachzusinnen. Während wir die Werke unseres großen Schöpfers betrachten, fühlen wir uns demütig veranlaßt, ihn zu preisen und ihm zu danken, daß er seine Macht auf so weise und liebevolle Art gebraucht. Wir werden uns niemals eingeschüchtert fühlen, wenn wir auf Jehova der Heerscharen vertrauen. Unser Glaube an seine Verheißungen wird unerschütterlich sein. Vergessen wir des weiteren nicht, daß wir im Bild Gottes erschaffen wurden. Daher haben wir ebenfalls Macht — wenn auch nur in begrenztem Umfang. Wie können wir unseren Schöpfer bei der Ausübung unserer Macht nachahmen? Das wird im folgenden Artikel betrachtet.

      [Fußnoten]

      a Es wird allgemein angenommen, daß fossile Brennstoffe wie Öl und Kohle — die hauptsächlichen Energielieferanten der Kraftwerke — ihre Energie von der Sonne erhalten haben.

      b Im Gegensatz dazu hatte die stärkste Atombombe, die jemals getestet wurde, eine Detonationsenergie, die 57 Megatonnen TNT entsprach.

      c Bei dem in der Bibel erwähnten Wildstier handelt es sich wahrscheinlich um den Auerochsen (lateinisch: urus). Vor zweitausend Jahren lebten diese Tiere unter anderem in Gallien (heute Frankreich), und Julius Cäsar beschrieb sie wie folgt: „Diese uri sind fast so groß wie Elefanten, aber ihrer Natur, Farbe und Form nach handelt es sich um Stiere. Groß ist ihre Kraft und groß ihre Geschwindigkeit: Sie verschonen weder Mensch noch Tier, wenn sie diese erst einmal erblickt haben.“

  • „Forscht nach Jehova und seiner Stärke“
    Der Wachtturm 2000 | 1. März
    • „Forscht nach Jehova und seiner Stärke“

      „Was Jehova betrifft, seine Augen durchschweifen die ganze Erde, damit er sich stark erweist zugunsten derer, deren Herz ihm gegenüber ungeteilt ist“ (2. CHRONIKA 16:9).

      1. Was ist Macht, und wie sind die Menschen damit umgegangen?

      MACHT kann vieles bedeuten, wie zum Beispiel Herrschaft, Autorität oder Einfluß auf andere auszuüben. Das Wort kann auch die Fähigkeit ausdrücken, zu handeln oder eine Wirkung zu erzeugen. Auch buchstäbliche Macht (Kraft oder Gewalt) kann damit gemeint sein, ferner eine geistige oder sittliche Wirkung. Dem Menschen kann man kein gutes Zeugnis ausstellen, was das Ausüben von Macht betrifft. Der Historiker Lord Acton sagte mit Bezug auf Macht in den Händen von Politikern: „Macht verdirbt, und absolute Macht verdirbt absolut.“ Die neuzeitliche Geschichte ist voller Beispiele dafür, daß Lord Actons Worte im allgemeinen zutreffen. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts hat „der Mensch über den Menschen zu seinem Schaden geherrscht“ wie nie zuvor (Prediger 8:9). Verdorbene Diktatoren haben ihre Macht aufs gröbste mißbraucht und das Leben von Millionen ausgelöscht. Wird Macht nicht durch Liebe, Weisheit und Gerechtigkeit gezügelt, ist sie gefährlich.

      2. Erkläre, wie sich die anderen göttlichen Eigenschaften darauf auswirken, wie Jehova seine Macht gebraucht.

      2 Im Gegensatz zu vielen Menschen gebraucht Gott seine Macht immer zum Guten. „Was Jehova betrifft, seine Augen durchschweifen die ganze Erde, damit er sich stark erweist zugunsten derer, deren Herz ihm gegenüber ungeteilt ist“ (2. Chronika 16:9). Jehova wendet seine Macht auf kontrollierte Weise an. Seine Geduld hat ihn bisher davon zurückgehalten, die Bösen zu vernichten, damit sie Gelegenheit haben zu bereuen. Aus Liebe läßt er die Sonne über alle Arten von Menschen scheinen — über gerechte und ungerechte. Die Gerechtigkeit wird ihn schließlich dazu veranlassen, seine grenzenlose Macht zu gebrauchen, um den zunichte zu machen, der das Mittel hat, den Tod zu verursachen, das heißt Satan, den Teufel (Matthäus 5:44, 45; Hebräer 2:14; 2. Petrus 3:9).

      3. Warum ist Gottes Allmacht ein Grund dafür, ihm zu vertrauen?

      3 Die ehrfurchtgebietende Macht unseres himmlischen Vaters ist ein Grund für Vertrauen und Zuversicht — sowohl in bezug auf seine Verheißungen als auch in bezug auf den von ihm zugesagten Schutz. Ein kleines Kind fühlt sich an der Hand seines Vaters selbst unter Fremden sicher, weil es eines weiß: Sein Vater wird nicht zulassen, daß man ihm irgendwelchen Schaden zufügt. Ebenso wird uns unser himmlischer Vater, „der Eine, überströmend an Macht zu retten“, vor jedem dauerhaften Schaden bewahren, sofern wir mit ihm wandeln (Jesaja 63:1; Micha 6:8). Und als guter Vater hält Jehova immer, was er verspricht. Seine unbegrenzte Macht garantiert, daß sein ‘Wort bestimmt Erfolg haben wird in dem, wozu er es gesandt hat’ (Jesaja 55:11; Titus 1:2).

      4, 5. (a) Was brachte es König Asa ein, daß er völlig auf Jehova vertraute? (b) Was kann geschehen, wenn wir bei der Lösung unserer Probleme auf Menschen vertrauen?

      4 Warum dürfen wir niemals vergessen, daß wir von unserem himmlischen Vater beschützt werden? Weil wir ohne weiteres von den Umständen überrascht werden und dann vergessen könnten, wo wahre Sicherheit zu finden ist. Das läßt das Beispiel König Asas erkennen, eines Menschen, der im allgemeinen auf Jehova vertraute. Während Asas Herrschaft wurde Juda von einem Heer der Äthiopier angegriffen, das eine Million Mann zählte. In dem Bewußtsein der militärischen Überlegenheit seiner Feinde betete Asa: „O Jehova, was Hilfe betrifft, so macht es dir nichts aus, ob es viele oder Kraftlose sind. Hilf uns, o Jehova, unser Gott, denn auf dich stützen wir uns, und in deinem Namen sind wir gegen diese Menge gekommen. O Jehova, du bist unser Gott. Laß nicht den sterblichen Menschen Stärke gegen dich behalten“ (2. Chronika 14:11). Jehova kam der Bitte Asas nach und gab ihm einen entscheidenden Sieg.

      5 Nach vielen Jahren treuen Dienstes schwand jedoch Asas Vertrauen in Jehovas rettende Macht. Um eine militärische Bedrohung durch das nördliche Königreich Israel abzuwenden, wandte er sich an Syrien um Hilfe (2. Chronika 16:1-3). Die Bestechung des syrischen Königs Ben-Hadad führte zwar dazu, daß die Bedrohung, die Israel für Juda dargestellt hatte, verschwand, aber Asas Bund mit Syrien bewies einen Mangel an Vertrauen zu Jehova. Der Prophet Hanani fragte Asa unmißverständlich: „Sind nicht die Äthiopier und die Libyer ihrerseits eine sehr große Streitmacht gewesen an Menge, an Wagen und an Reitern; und hat er sie nicht in deine Hand gegeben, weil du dich auf Jehova gestützt hast?“ (2. Chronika 16:7, 8). Trotzdem nahm Asa diese Zurechtweisung nicht an (2. Chronika 16:9-12). Wenn wir Problemen gegenüberstehen, wollen wir nicht auf die Lösungen von Menschen vertrauen. Statt dessen wollen wir Vertrauen auf Gott beweisen, denn auf das zu vertrauen, was Menschen vermögen, wird unvermeidlich zur Enttäuschung führen (Psalm 146:3-5).

      Die Kraft zu erlangen suchen, die Jehova gibt

      6. Warum sollten wir ‘nach Jehova und seiner Stärke forschen’?

      6 Jehova kann seine Diener nicht nur beschützen, er kann sie auch stärken. Die Bibel fordert uns auf: „Forscht nach Jehova und seiner Stärke“ (Psalm 105:4). Warum? Weil wir dann, wenn wir uns Gottes Stärke zunutze machen, unsere Kraft zum Nutzen statt zum Schaden anderer gebrauchen. Nirgendwo finden wir ein besseres Beispiel dafür als in Jesus Christus, der seine vielen Wunder mit „Jehovas Kraft“ vollbrachte (Lukas 5:17). Jesus hätte darauf aus sein können, reich, berühmt oder sogar ein allen überlegener König zu werden (Lukas 4:5-7). Statt dessen gebrauchte er die Kraft, die Gott ihm gab, zum Schulen und Lehren, zum Helfen und Heilen (Markus 7:37; Johannes 7:46). Welch ein vorzügliches Beispiel für uns!

      7. Welche wichtige Eigenschaft entwickeln wir, wenn wir etwas in Gottes Kraft tun statt in unserer eigenen?

      7 Wenn wir etwas in „der Kraft . . ., die Gott darreicht“, tun, wird uns das außerdem helfen, demütig zu bleiben (1. Petrus 4:11). Menschen, die nach Macht streben, werden anmaßend. Ein typischer Fall ist der assyrische König Esar-Haddon, der prahlerisch verkündete: „Ich bin mächtig, obmächtig, ein Held, herrlich, kräftig, geehrt, gewaltig.“ Im Gegensatz dazu hat Jehova „das Schwache der Welt auserwählt, damit er das Starke beschäme“. Wenn sich ein wahrer Christ rühmt, rühmt er sich daher in Jehova, denn er weiß, daß er das, was er getan hat, nicht aus eigener Kraft vollbracht hat. ‘Uns unter die mächtige Hand Gottes zu erniedrigen’ wird zu wahrer Erhöhung führen (1. Korinther 1:26-31; 1. Petrus 5:6).

      8. Was sollten wir als erstes tun, um von Jehova Kraft zu erhalten?

      8 Wie greifen wir auf Gottes Kraft zurück? Erstens müssen wir darum beten. Jesus versicherte seinen Jüngern, daß sein Vater denen heiligen Geist geben wird, die ihn darum bitten (Lukas 11:10-13). Denken wir daran, wie Christi Jünger mit Kraft erfüllt wurden, als sie es vorzogen, Gott zu gehorchen statt den geistlichen Führern, die ihnen befohlen hatten, das Zeugnisgeben über Jesus einzustellen. Als sie zu Jehova um Hilfe beteten, wurde ihr aufrichtiges Gebet erhört, und heiliger Geist befähigte sie, die gute Botschaft weiterhin mit Freimut zu predigen (Apostelgeschichte 4:19, 20, 29-31, 33).

      9. Nenne eine zweite Quelle für geistige Stärke, und führe ein biblisches Beispiel an, das deren Wirksamkeit zeigt.

      9 Zweitens können wir aus der Bibel geistige Stärke erhalten (Hebräer 4:12). Die Macht des Wortes Gottes war in den Tagen König Josias offensichtlich. Obwohl dieser judäische König bereits heidnische Götzen aus dem Land beseitigt hatte, motivierte ihn der unerwartete Fund des Gesetzes Jehovas im Tempel, dieses Reinigungsprogramm zu verstärken.a Nachdem Josia persönlich dem Volk das Gesetz vorgelesen hatte, schloß die ganze Nation einen Bund mit Jehova, und ein weiterer, noch energischerer Feldzug gegen den Götzendienst wurde begonnen. Das vorzügliche Ergebnis der Reformen Josias war, daß man während ‘all seiner Tage nicht davon abwich, Jehova zu folgen’ (2. Chronika 34:33).

      10. Welche dritte Möglichkeit gibt es, von Jehova Kraft zu erhalten, und warum ist diese so wichtig?

      10 Drittens erhalten wir durch die christliche Gemeinschaft Kraft von Jehova. Paulus ermunterte Christen, die Zusammenkünfte regelmäßig zu besuchen — „zur Anreizung zur Liebe und zu vortrefflichen Werken“ und zur gegenseitigen Ermunterung (Hebräer 10:24, 25). Als Petrus auf wunderbare Weise aus dem Gefängnis befreit worden war, wollte er bei seinen Brüdern sein, und er ging deshalb direkt zum Haus der Mutter des Johannes Markus, wo „ziemlich viele versammelt waren und beteten“ (Apostelgeschichte 12:12). Natürlich hätten sie alle zu Hause bleiben und dort beten können. Aber sie zogen es vor, zusammenzukommen, um in dieser schwierigen Zeit gemeinsam zu beten und einander zu ermuntern. Gegen Ende der langen und gefahrvollen Reise des Paulus nach Rom traf er einige Brüder in Puteoli und später andere, die ihm entgegengereist waren. Seine Reaktion? „Als Paulus sie [die Letztgenannten] erblickte, dankte er Gott und faßte Mut“ (Apostelgeschichte 28:13-15). Es war für ihn eine Stärkung, wieder mit Mitchristen zusammenzusein. Auch wir schöpfen Kraft aus der Gemeinschaft mit unseren Glaubensbrüdern und -schwestern. Solange wir die Freiheit und die Möglichkeit haben, miteinander Gemeinschaft zu pflegen, sollten wir nicht versuchen, den eingeengten Weg, der zum Leben führt, allein zu gehen (Sprüche 18:1; Matthäus 7:14).

      11. Erwähne einige Umstände, unter denen „die Kraft, die über das Normale hinausgeht“, besonders benötigt wird.

      11 Dadurch, daß wir regelmäßig beten, das Wort Gottes studieren und Gemeinschaft mit Mitchristen pflegen, ‘erwerben wir uns weiterhin Kraft im Herrn und in der Macht seiner Stärke’ (Epheser 6:10). Wir alle benötigen zweifellos „Kraft im Herrn“. Einige leiden unter schwächenden Krankheiten, andere unter den Auswirkungen des Alters oder unter dem Verlust ihres Ehepartners (Psalm 41:3). Andere ertragen den Widerstand von seiten eines ungläubigen Ehepartners. Eltern, besonders alleinerziehende Eltern, stellen womöglich fest, welch eine strapaziöse Verantwortung es ist, einer Ganztagsarbeit nachzugehen und gleichzeitig Kinder großzuziehen. Junge Christen benötigen die Kraft, dem Gruppenzwang zu widerstehen und nein sagen zu können zu Drogen und Unsittlichkeit. Niemand sollte zögern, Jehova um „die Kraft, die über das Normale hinausgeht“, zu bitten, damit er mit solchen Herausforderungen fertig werden kann (2. Korinther 4:7).

      „Er gibt dem Müden Kraft“

      12. Wie unterstützt Jehova uns im christlichen Predigtdienst?

      12 Außerdem gibt Jehova seinen Dienern Kraft, wenn sie ihren Predigtdienst durchführen. Wir lesen in der Prophezeiung Jesajas: „Er gibt dem Müden Kraft; und dem, der ohne dynamische Kraft ist, verleiht er Stärke in Fülle. . . . die auf Jehova hoffen, werden neue Kraft gewinnen. Sie werden sich emporschwingen mit Flügeln wie Adler. Sie werden laufen und nicht ermatten; sie werden wandeln und nicht ermüden“ (Jesaja 40:29-31). Der Apostel Paulus erhielt persönlich Kraft, um seinen Dienst durchzuführen. Daher war seine Predigttätigkeit so wirkungsvoll. Er schrieb an Christen in Thessalonich: „Die gute Botschaft, die wir predigen, erging nicht allein mit Worten an euch, sondern auch mit Kraft und mit heiligem Geist“ (1. Thessalonicher 1:5). Sein Predigen und Lehren hatte die Kraft, große Veränderungen im Leben der Menschen zu bewirken, die auf ihn hörten.

      13. Was bestärkte Jeremia darin, trotz Widerstand auszuharren?

      13 Wir könnten mutlos werden, wenn wir in unserem Gebiet mit Gleichgültigkeit konfrontiert werden — in einem Gebiet, in dem wir vielleicht schon jahrelang immer wieder predigen und auf wenig Resonanz stoßen. Jeremia war ähnlich entmutigt, weil er auf Widerstand, Spott und Gleichgültigkeit stieß. „Ich werde ihn [Gott] nicht erwähnen, und ich werde nicht mehr in seinem Namen reden“, sagte er bei sich. Aber er konnte nicht schweigen. Seine Botschaft ‘erwies sich wie brennendes Feuer, eingeschlossen in seinen Gebeinen’ (Jeremia 20:9). Was gab ihm neue Kraft angesichts so vieler Widrigkeiten? „Jehova war mit mir wie ein schrecklich Mächtiger“, erklärte Jeremia (Jeremia 20:11). Da Jeremia verstand, daß seine Botschaft und der ihm von Gott übertragene Auftrag von lebenswichtiger Bedeutung waren, war er für Ermunterung von Jehova aufgeschlossen.

      Die Macht zu verletzen und die Macht zu heilen

      14. (a) Über welche Macht verfügt die Zunge? (b) Führe Beispiele an, die zeigen, welchen Schaden die Zunge anrichten kann.

      14 Nicht alle Kraft oder Macht, die wir besitzen, stammt direkt von Gott. Die Zunge zum Beispiel hat sowohl die Macht zu verletzen als auch die Macht zu heilen. „Tod und Leben sind in der Macht der Zunge“, sagte Salomo warnend (Sprüche 18:21). Die Folgen der kurzen Unterhaltung Satans mit Eva zeigen, wieviel Verheerung Worte anrichten können (1. Mose 3:1-5; Jakobus 3:5). Auch wir können mit der Zunge viel Schaden anrichten. Abfällige Bemerkungen über das Gewicht eines jungen Mädchens können es so weit bringen, daß es Magersucht entwickelt. Die gedankenlose Weitergabe einer Verleumdung könnte eine lebenslange Freundschaft zerstören. Ja, wir müssen die Zunge beherrschen.

      15. Wie können wir unsere Zunge zum Erbauen und Heilen gebrauchen?

      15 Doch genauso, wie die Zunge niederreißen kann, kann sie auch erbauen. Ein Bibelspruch lautet: „Da ist einer, der gedankenlos redet wie mit Schwertstichen, aber die Zunge der Weisen ist Heilung“ (Sprüche 12:18). Weise Christen gebrauchen die Macht der Zunge dazu, Bedrückte und Trauernde zu trösten. Mitfühlende Worte können Jugendliche ermuntern, die gegen abträglichen Gruppenzwang ankämpfen. Eine rücksichtsvolle Zunge kann älteren Brüdern und Schwestern versichern, daß sie immer noch benötigt und geliebt werden. Freundliche Worte können den Tag von Kranken erhellen. Vor allem können wir unsere Zunge dazu gebrauchen, die machtvolle Königreichsbotschaft allen zu übermitteln, die zuhören. Wir haben die Kraft, das Wort Gottes zu verkündigen, wenn wir unser Herz hineinlegen. In der Bibel heißt es: „Enthalte das Gute nicht denen vor, denen es gebührt, wann immer es in der Macht deiner Hand liegt, es zu tun“ (Sprüche 3:27).

      Der richtige Gebrauch der Macht

      16, 17. Wie können Älteste, Eltern, Ehemänner und Ehefrauen Jehova nachahmen, wenn sie entsprechend der ihnen von Gott zugewiesenen Autorität handeln?

      16 Obwohl Jehova allmächtig ist, leitet er die Versammlung mit Liebe (1. Johannes 4:8). Christliche Aufseher, die ihn nachahmen, kümmern sich liebevoll um Gottes Herde — sie gebrauchen ihre Autorität, aber sie mißbrauchen sie nicht. Es stimmt, Aufseher müssen manchmal ‘zurechtweisen, Verweise erteilen, ermahnen’, doch das sollte „mit aller Langmut und Kunst des Lehrens“ geschehen (2. Timotheus 4:2). Deshalb behalten Älteste ständig die Worte im Sinn, die der Apostel Petrus an diejenigen richtete, die in der Versammlung Autorität haben: „Hütet die Herde Gottes, die in eurer Obhut ist, nicht aus Zwang, sondern freiwillig; auch nicht aus Liebe zu unehrlichem Gewinn, sondern voll Eifer; auch nicht als solche, die über die herrschen, die Gottes Erbe sind, sondern indem ihr Vorbilder für die Herde werdet“ (1. Petrus 5:2, 3; 1. Thessalonicher 2:7, 8).

      17 Auch Eltern und Ehemännern ist von Jehova Autorität übertragen worden, und sie sollten diese Befugnis einsetzen, um ihren Angehörigen zu helfen sowie als Ernährer und Erzieher ihnen herzlich zugetan zu sein (Epheser 5:22, 28-30; 6:4). Wie das Beispiel Jesu zeigt, kann Autorität auf liebevolle Weise wirkungsvoll ausgeübt werden. Wenn Erziehungsmaßnahmen maßvoll und konsequent sind, werden Kinder dadurch nicht entmutigt (Kolosser 3:21). Eine Ehe wird gestärkt, wenn der christliche Ehemann seine Stellung als Haupt liebevoll ausübt und wenn eine christliche Ehefrau ihren Mann wirklich als Haupt respektiert, statt über den ihr von Gott eingeräumten Einflußbereich hinauszugehen, um zu dominieren oder eigene Wege zu gehen (Epheser 5:28, 33; 1. Petrus 3:7).

      18. (a) Inwiefern hilft uns das Beispiel Jehovas, unseren Zorn zu beherrschen? (b) Was sollten diejenigen, die über Autorität verfügen, denen zu vermitteln suchen, die ihrer Obhut anvertraut sind?

      18 Diejenigen, die in der Familie und in der Versammlung über Autorität verfügen, sollten sorgsam darauf bedacht sein, ihren Zorn zu beherrschen, weil Zorn nicht Liebe vermittelt, sondern Furcht einflößt. Der Prophet Nahum sagte: „Jehova ist langsam zum Zorn und groß an Kraft“ (Nahum 1:3; Kolosser 3:19). Seinen Zorn zu beherrschen ist ein Zeichen von Stärke, ihm Luft zu machen dagegen ein Beweis für Schwäche (Sprüche 16:32). Sowohl in der Familie als auch in der Versammlung muß es das Ziel sein, Liebe zu vermitteln — Liebe zu Jehova, Liebe zueinander und Liebe zu gerechten Grundsätzen. Die Liebe ist das stärkste Band der Einheit und der stärkste Beweggrund, das Rechte zu tun (1. Korinther 13:8, 13; Kolosser 3:14).

      19. Welche tröstliche Zusicherung gibt Jehova, und wie sollten wir darauf reagieren?

      19 Jehova zu kennen bedeutet, seine Macht anzuerkennen. Durch Jesaja sagte Jehova: „Hast du nicht erkannt, oder hast du nicht gehört? Jehova, der Schöpfer der äußersten Enden der Erde, ist ein Gott auf unabsehbare Zeit. Er wird nicht müde noch matt“ (Jesaja 40:28). Jehovas Macht ist unerschöpflich. Wenn wir uns auf ihn stützen statt auf uns selbst, wird er uns nicht verlassen. Er versichert uns: „Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Blicke nicht gespannt umher, denn ich bin dein Gott. Ich will dich stärken. Ich will dir wirklich helfen. Ja, ich will dich festhalten mit meiner Rechten der Gerechtigkeit“ (Jesaja 41:10). Wie sollten wir auf seine liebevolle Fürsorge reagieren? Genauso wie Jesus wollen wir das, was Jehova uns an Kraft gibt, stets gebrauchen, um zu helfen und zu erbauen. Beherrschen wir unsere Zunge, damit sie heilt, nicht verletzt. Und bleiben wir stets geistig wach, ja standhaft im Glauben, und werden wir stark in der Kraft unseres großen Schöpfers, Jehova Gott (1. Korinther 16:13).

      [Fußnote]

      a Die Juden fanden offenbar das Originalexemplar des Gesetzes Mose, das Jahrhunderte zuvor im Tempel hinterlegt worden war.

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