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  • Wer ist mein Nächster?
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Erwachet! 1986
g86 22. 1. S. 7-8

Wer ist mein Nächster?

„WER mein Nächster ist? Das ist doch klar: mein Mitmensch, jemand, der mir nahesteht, und die Menschen, die in meiner Umgebung wohnen. Sie sind meine Nächsten.“

Für einige der Zeitgenossen Jesu Christi war der Fall nicht so klar. Selbst damals gab es darüber Meinungsverschiedenheiten. Dies wird aus dem in Lukas 10:25-37 aufgezeichneten Gespräch zwischen Jesus und einem Mann, der im jüdischen Gesetz bewandert war, ersichtlich.

„Lehrer, was soll ich tun, um ewiges Leben zu ererben?“ fragte der Gesetzeskundige.

„Was steht im GESETZ geschrieben? Wie liest du?“ erwiderte Jesus.

„‚Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Sinn‘ und ‚deinen Nächsten wie dich selbst‘“, antwortete der Gesetzeskundige.

„Du hast richtig geantwortet“, sagte Jesus. „Tu das weiterhin, und du wirst Leben erlangen.“

Der Gesetzeskundige aber wollte es nicht dabei bewenden lassen. Daher fragte er: „Wer ist in Wirklichkeit mein Nächster?“

In den mündlichen Überlieferungen der jüdischen Schriftgelehrten hieß es entgegen ihrem eigenen, dem mosaischen Gesetz: „Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.“ Die Schriftgelehrten und Pharisäer lehrten, daß sich der Begriff Nächster nur auf Juden erstreckte, die das mündliche Gesetz hielten. Juden, die das nicht taten, und alle Heiden wurden nicht als Nächste, sondern als Feinde betrachtet. Solchen ketzerischen Juden und den Heiden durfte nicht geholfen werden, selbst wenn sie sich in Lebensgefahr befanden. Mit diesen Ansichten im Sinn und mit der Absicht, sich zu rechtfertigen, da er nicht alle Menschen liebte, fragte der Gesetzeskundige: „Wer ist in Wirklichkeit mein Nächster?“

Um diese Frage zu beantworten, erzählte Jesus das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter. (Die Samariter wurden als Ausländer betrachtet, und die Juden haßten sie.)

„Ein gewisser Mensch“, sagte Jesus, „ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter Räuber, die ihn auszogen und ihm auch Schläge versetzten und weggingen und ihn halb tot zurückließen.“ Ein Priester, der den Mann sah, ging auf der entgegengesetzten Seite vorüber. Ein Levit, der ihn bemerkte, handelte ebenso. „Aber ein gewisser Samariter, der des Weges zog, kam zu ihm, und als er ihn sah, wurde er von Mitleid bewegt.“ Er behandelte seine Wunden, brachte ihn in eine Herberge, zahlte für die Pflege des Verletzten und sagte dem Herbergswirt, er werde auf dem Rückweg vorbeikommen und für irgendwelche zusätzlichen Ausgaben aufkommen.

„Wer von diesen dreien“, fragte Jesus den Gesetzeskundigen, „hat sich, wie es dir scheint, als Nächster des Mannes erwiesen, der unter die Räuber fiel?“ Der Gesetzeskundige antwortete: „Derjenige, der ihm gegenüber barmherzig handelte.“ Daher forderte Jesus ihn auf: „Geh hin, und handle selbst ebenso.“

Der Priester war — wie anzunehmen ist — ein Diener Jehovas. Das trifft auch auf den Leviten zu. Und doch gingen beide an dem Verletzten vorüber. Keiner von beiden war dem Mann in seiner Not ein guter Nächster. Der Samariter, der von dem Priester und dem Leviten aufgrund ihrer Religion verachtet wurde, war derjenige, der etwas unternahm. Der Verletzte erregte sein Mitleid, und er kam ihm zu Hilfe. Er erwies sich als Nächster des Mannes. Er praktizierte Nächstenliebe.

Wer erweist sich heute als dein Nächster?

Heute denken wir bei dem Wort Nächster an Menschen in unserer Umgebung. Das griechische Wort plēsíon, das mit „Nächster“ wiedergegeben wird, bedeutet eigentlich „nahe“. Sowohl in den Hebräischen als auch in den Griechischen Schriften der Bibel hingegen wird das Wort Nächster in einem weit umfassenderen Sinn gebraucht.

Die Schriftgelehrten und die Pharisäer der Zeit Jesu beschränkten den Begriff „Nächster“ auf diejenigen, die sich an die mündlichen Überlieferungen ihrer Religion hielten. Daher erstreckte sich ihre Nächstenliebe nur auf Mitgläubige. Die Liebe Jehovas und Jesu aber wurde jedem zuteil (Matthäus 5:43-48). Das muß man auch von der Liebe der wahren Christen in der heutigen Zeit sagen können. Um nicht nur dem Namen nach Christen zu sein, müssen sie sich für alle Menschen als Nächste erweisen und gegenüber allen Nächstenliebe bekunden.

Erweckte der Samariter in dem Verletzten nicht Liebe, als er ihm gegenüber Nächstenliebe bekundete? Das ist anzunehmen, aber die Bibel sagt nichts darüber. Als Jesus zur Erde kam und für die Menschen starb, erwies auch er sich als ihr Nächster. Wurden die Menschen dadurch bewogen, ihn zu lieben, und fühlten sie sich zu ihm hingezogen? Hat Jehovas Liebe zur Menschenwelt, die sich dadurch zeigte, daß er seinen Sohn als Lösegeld zur Erde sandte, bewirkt, daß sich die Menschen zu Gott hingezogen fühlen? Bei vielen war und ist das der Fall. „Wir [lieben], weil er uns zuerst geliebt hat“ (1. Johannes 4:19; Johannes 3:16; Jakobus 4:8).

Wie kann man diese Liebe zeigen? Nicht dadurch, daß man „Herr, Herr“ sagt, sondern dadurch, daß man Gottes Willen tut, indem man anderen von seinem Königreich Zeugnis gibt (Matthäus 7:21; 1. Johannes 5:3; Jesaja 43:10-12; Apostelgeschichte 1:8). Das ist die einzige echte und bleibende Hilfe für die heutige leidende Menschheit. Diejenigen, die wie der menschenfreundliche Samariter von Mitleid bewegt sind, wenn sie die traurige und gefährliche Situation der Menschen sehen, und ihnen die heilende gute Botschaft vom Königreich Jehovas bringen, erweisen sich wirklich für alle als Nächste. Ob Mann oder Frau, jung oder alt, reich oder arm, ganz gleich, welcher Nationalität, Rasse, Religion oder Hautfarbe — niemand ist ausgenommen. Alle werden als Nächste betrachtet, denen durch die gute Botschaft vom Königreich geholfen werden kann.

Aus Nächstenliebe befolgen Jehovas Zeugen seit vielen Jahren das Gebot aus Epheser 4:25: „Ein jeder von euch [rede] mit seinem Nächsten Wahrheit.“ Millionen haben positiv darauf reagiert und selbst begonnen, diese Wahrheit zu verkündigen. Es ist die Wahrheit über Jehovas Königreich in den Händen Jesu Christi, des Friedefürsten. Es ist die Wahrheit, die zwischen Menschen Frieden schafft. Und was noch besser ist, es ist die Wahrheit, die den „Frieden Gottes“ bringt, „der alles Denken übertrifft“ (Philipper 4:7).

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