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  • „Hört meine Verteidigung“
    Legt gründlich Zeugnis ab für Gottes Königreich
    • Also führte er Paulus am nächsten Tag vor das oberste Gericht der Juden, den Sanhedrin, der dafür extra eine Sitzung anberaumte.

      RECHTSKÄMPFE IN NEUERER ZEIT

      Wie der Apostel Paulus schöpfen Jehovas Zeugen auch heute alle verfügbaren Rechtsmittel aus, um frei predigen zu können. Die „Verteidigung und gesetzliche Befestigung der guten Botschaft“ liegt ihnen wirklich am Herzen (Phil. 1:7).

      In den 20er- und 30er-Jahren verhaftete man Hunderte Zeugen wegen der Verbreitung biblischer Literatur. Beispielsweise waren 1926 in Deutschland 897 Gerichts­verfahren anhängig. Deshalb musste im deutschen Zweigbüro eine Rechtsabteilung eingerichtet werden. In den Vereinigten Staaten wurden in den 30er-Jahren jedes Jahr Hunderte von Brüdern verhaftet, weil sie von Haus zu Haus gepredigt hatten. 1936 stieg die Zahl auf 1149. Um Rechtsberatung bieten zu können, richtete man dann auch dort eine Rechtsabteilung ein. Von 1933 bis 1939 wurden in Rumänien 530 Gerichts­verfahren gegen Zeugen Jehovas angestrengt. Viele Berufungsfälle beim dortigen Obersten Gerichtshof gingen aber zu ihren Gunsten aus. In zahlreichen anderen Ländern gab es eine ähnliche Entwicklung.

      Zu Rechtsfällen kam es oft, wenn Christen aus Gewissens­gründen etwas nicht mitmachten, das ihre Neutralität verletzt hätte (Jes. 2:2-4; Joh. 17:14). Sie wurden fälschlich der Anstiftung zum Aufruhr bezichtigt, was manchmal zum vollständigen Verbot führte. Im Lauf der Jahre mussten jedoch viele Staaten anerkennen, dass Jehovas Zeugen keine Gefahr für sie sind.g

      g Mehr zu den juristischen Erfolgen von Jehovas Zeugen in verschiedenen Ländern in dem Buch Gottes Königreich regiert!, Kapitel 15 und in dem Buch Jehovas Zeugen – Verkündiger des Königreiches Gottes, Kapitel 30.

      „Ich bin ein Pharisäer“ (Apg. 23:1-10)

      16, 17. (a) Wie erging es Paulus vor dem Sanhedrin? (b) Wie bewies Paulus in dieser Situation Demut?

      16 Paulus setzte zu seiner Verteidigung vor dem Sanhedrin an: „Männer, Brüder, ich habe bis zum heutigen Tag mit einem vollkommen reinen Gewissen vor Gott gelebt“ (Apg. 23:1). Weiter kam er nicht. Der Bericht sagt: „Darauf befahl der Hohe Priester Ananias denen, die neben ihm standen, ihm auf den Mund zu schlagen“ (Apg. 23:2). Das war in doppelter Hinsicht ein Schlag ins Gesicht. Paulus wurde hier als Lügner hingestellt, bevor man die Sachlage überhaupt angehört hatte – ein klarer Fall von Vorverurteilung! Da ist es irgendwie verständlich, dass er zurückgab: „Gott wird dich schlagen, du getünchte Wand. Sitzt du da und willst nach dem Gesetz über mich urteilen, während du gleichzeitig das Gesetz brichst, indem du befiehlst, mich zu schlagen?“ (Apg. 23:3).

      17 Manche waren sichtlich schockiert. Nicht wegen der Sache an sich, sondern wegen der Reaktion von Paulus. Sie fragten: „Beschimpfst du den Hohen Priester Gottes?“ Paulus zeigte dann, was Demut und Achtung vor dem Gesetz bedeuten. Er sagte: „Ich wusste nicht, Brüder, dass er der Hohe Priester ist. In den Schriften steht ja: ‚Du sollst über einen Vorsteher deines Volkes nicht abfällig reden‘“ (Apg. 23:4, 5; 2. Mo. 22:28).d Nun versuchte es Paulus mit einer anderen Strategie. Da sich der Sanhedrin aus Pharisäern und Sadduzäern zusammensetzte, erklärte er: „Männer, Brüder, ich bin ein Pharisäer, ein Sohn von Pharisäern. Wegen der Hoffnung auf die Auferstehung der Toten stehe ich vor Gericht“ (Apg. 23:6).

      Ein Geistlicher schaut sich einen Bibelvers in seiner Bibel genau an, als ein Bruder mit ihm über die Wahrheit spricht.

      Im Gespräch mit Andersgläubigen suchen wir wie Paulus einen gemeinsamen Nenner

      18. Warum bezeichnete sich Paulus als Pharisäer? Können wir manchmal ähnlich vorgehen wie er?

      18 Wieso bezeichnete sich Paulus als Pharisäer? Weil er „ein Sohn von Pharisäern“ war. Er kam aus einer Familie, die zu dieser Sekte gehörte, und galt daher für viele noch als solcher.e Und wie kam er dazu, sich beim Thema Auferstehung mit ihnen auf eine Ebene zu stellen? Sie glaubten, dass der Mensch eine unsterbliche Seele hat und die Seele der Gerechten in einen anderen Körper übergeht. Paulus glaubte dagegen an die Auferstehung, wie Jesus sie lehrte (Joh. 5:25-29). Nichts­desto­weniger hatte er mit den Pharisäern den Glauben gemeinsam, dass mit dem Tod nicht alles aus ist – ganz im Gegensatz zu den Sadduzäern, die diese Vorstellung ablehnten. Wenn wir uns mit Katholiken oder Protestanten unterhalten, können wir es wie Paulus machen. Wir könnten sagen, dass wir wie sie an Gott glauben. Auch wenn sie dabei an eine Dreieinigkeit denken, wir aber an den Gott der Bibel, gibt es doch einen gemeinsamen Nenner: den Glauben an die Existenz eines Gottes.

      19. Wieso geriet im Sanhedrin plötzlich alles außer Kontrolle?

      19 Der Hohe Rat war nun in zwei Lager gespalten. „Da brach ein ziemlicher Tumult aus, und einige Schriftgelehrte von der Partei der Pharisäer standen auf und begannen heftig zu argumentieren. Sie sagten: ‚Wir finden nichts Unrechtes an diesem Menschen, aber wenn ein Geist oder ein Engel mit ihm gesprochen hat …‘“ (Apg. 23:9). Dass jetzt auch noch Engel ins Spiel gebracht wurden, ging den Sadduzäern entschieden zu weit. Sie glaubten nämlich nicht an Engel. (Dazu auch der Kasten „Sadduzäer und Pharisäer“.) Der Tumult eskalierte derart, dass der römische Militär­befehlshaber erneut einschreiten und Paulus herausholen musste (Apg. 23:10).

  • „Hört meine Verteidigung“
    Legt gründlich Zeugnis ab für Gottes Königreich
    • d Möglicherweise sah Paulus nicht mehr gut und hat deshalb den Hohen Priester nicht erkannt. Oder er war schon so lange von Jerusalem weg, dass er nicht wusste, wie der amtierende Hohe Priester überhaupt aussah. Vielleicht verstellten ihm auch einfach die Leute den Blick und er konnte nicht sehen, wer den Befehl gab.

      e Als die Apostel und die Ältesten im Jahr 49 darüber berieten, ob sich Nichtjuden an das Gesetz Mose halten mussten, waren auch „einige von der Sekte der Pharisäer“ dabei, „die gläubig geworden waren“ (Apg. 15:5). Offensichtlich hat man diese Christen noch mit ihrer früheren Religion assoziiert.

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