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    Der Wachtturm 1963 | 1. August
    • (Hebr. 11:17, 18, NW; 1. Mose 12:2, 3; 15:18; 21:12) Könnte aber eine solche Nation hervorgebracht werden, wenn Isaak tot wäre? Unmöglich! Dennoch forderte Gott Abraham auf, Isaak zu töten. Widersprach er sich dadurch nicht selbst? Wie ging Abraham darauf ein?

      Die Bibel verrät uns nicht, wie es Abraham zumute war, als er sich zur Opferstätte begab, oder was in seinem Innern vor sich ging, als er seinen Sohn band, ihn auf den Altar legte und dann das Messer erhob, um ihn zu opfern. Man kann sich die seelischen Qualen, die er gelitten haben muß, jedoch gut vorstellen. Dennoch war er, wie Paulus zeigt, zuversichtlich. War ihm nicht von Jehova verheißen worden, daß sein Sohn Isaak zu einer großen Nation gemacht werde? Könnte sich also diese Verheißung anders erfüllen als dadurch, daß Isaak auferweckt würde? Ja, Abraham „urteilte, daß Gott auch aus den Toten zu erwecken vermöge“ — nicht erst in der neuen Welt, sondern zu der von ihm bestimmten Zeit, damit sich seine Verheißung an Isaak erfülle. — Hebr. 11:19.

      Was bewirkte Paulus bei den hebräischen Christen dadurch, daß er diese Begebenheit anführte? Nahmen sie daran Anstoß? Wandten sie sich von Jehova ab, weil er von Abraham so etwas verlangt hatte? Nein! Im Gegenteil, ihr Glaube wurde gestärkt, und sie fühlten sich gedrängt, Jehova, ihrem großen Lebengeber, zu dienen. Sie lernten daraus, daß der Gehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes wichtiger ist als die Bewahrung des Lebens, ein Grundsatz, den auch Jesus lehrte, als er sagte: „Wer irgend sein Leben erretten will, wird es verlieren; wer aber irgend sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es erretten.“ — Luk. 9:24.

      Welche Zuversicht und welches Vertrauen zu Jehova lernen wir doch aus diesem Beispiel! Selbst in Todesgefahr oder, was vielleicht noch schlimmer ist, selbst beim Tode eines lieben Angehörigen kann der Christ auf Jehova vertrauen, und Jehova wird ihm Kraft geben. Paulus will uns also damit sagen, wir sollten uns an Abraham ein Beispiel nehmen, ihn nachahmen und den gleichen Glauben haben wie er. Dann werden wir Jehova wohlgefallen und mit ewigem Leben in seiner neuen Welt belohnt werden. — Hebr. 11:6.

      Als Jehova Abraham aufforderte, seinen Sohn zu opfern, wollte er dadurch aber nicht nur Abrahams Glauben prüfen. Er bezweckte damit noch etwas anderes. Er schuf damals ein prophetisches Bild, durch das er nicht etwa veranschaulichen wollte, was irdische Eltern mit ihren Kindern tun sollten, sondern durch das er zeigen wollte, was er selbst für gläubige Menschen zu tun gedachte. Er veranschaulichte es auf eine Weise, die menschlichen Eltern ans Herz rühren und sie erkennen lassen sollte, daß das, was Gott für sie tat, nichts Geringes war. Johannes 3:16 (AB) sagt: „So sehr liebte Gott die Welt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengehe, sondern ewiges Leben habe.“ Wie sehr liebte er sie? So sehr, daß man heute schon vor dem Gedanken, das tun zu müssen, was Gott tat, zurückschreckt.

      Ließ sich Jehova aber wirklich durch Liebe veranlassen, seinen Sohn Jesus zu opfern? Jawohl, denn Milliarden von Menschen hätten weiterhin sterben müssen, wenn er nicht dafür gesorgt hätte, daß sie von Sünde und Tod befreit werden können. Ihre Errettung forderte nach Gottes gerechtem Gesetz jedoch ein Lösegeld. (5. Mose 19:21; Ps. 51:5; 49:6, 7) Statt sie nun einfach ihrem Geschick zu überlassen, gab Jehova in seiner Liebe sein kostbarstes Gut, seinen einziggezeugten Sohn, hin, der sie vom sicheren Tode retten sollte. War das nicht das größte Opfer, der höchste Ausdruck der Liebe? Würde ein Mensch, der dieses Beispiel nachahmte, nicht hochgeehrt?

      Angenommen, ein Feuer oder eine Überschwemmung bedrohte Hunderte von Menschen, und ein Mann und sein Sohn wären in der Lage, ihnen zu helfen. Bewiesen sie nicht ihre Liebe zu ihren Freunden und Nachbarn, wenn sie alles daran setzten, sie zu retten? Gälte es nicht als Heldentat, wenn der Sohn bei diesem Rettungswerk, durch das Hunderte am Leben blieben, selbst umkäme? Ganz bestimmt. Das Opfer, das Jehova Gott brachte, indem er seinen Sohn hingab, war noch weit größer. Aber er verlor seinen Sohn nicht für immer, denn er rief ihn wieder ins Leben zurück, indem er ihn von den Toten auferweckte und damit bestätigte, daß Abraham zu Recht davon überzeugt war, daß er Isaak auferwecken würde.

      Wie sollte uns also dieses prophetische Drama, in dem Abraham eine wichtige Rolle spielte, berühren? Wir sollten daraus lernen, so zu handeln wie Abraham, der seinem großen Lebengeber bedingungslos gehorchte. Jehova ist unser Schöpfer, und sollte der Gehorsam seinem Gesetz gegenüber uns das Leben kosten, so können wir uns darauf verlassen, daß er die Macht hat, uns wieder ins Leben zurückzurufen. Diese Begebenheit sollte uns also keinesfalls von Jehova abstoßen, sondern eher bewirken, daß wir ihn noch mehr lieben, denn er hat uns dadurch auf eine gutverständliche Art gezeigt, was er selbst für uns getan hat.

  • Fragen von Lesern
    Der Wachtturm 1963 | 1. August
    • Fragen von Lesern

      ● In Apostelgeschichte 11:8 lesen wir, daß Petrus sagte: „Keineswegs, Herr! denn niemals ist Gemeines oder Unreines in meinen Mund gekommen.“ Heißt das, daß sich Petrus damals immer noch an die Speisevorschriften des Mosaischen Gesetzes hielt? — R. M., Vereinigte Staaten.

      Die Bibel zeigt deutlich, daß das Mosaische Gesetz, das gewisse Tiere als rein und andere als unrein bezeichnete, durch den Tod Jesu Christi aufgehoben wurde. „Er [Jehova] vergab uns huldvoll all unsere Übertretungen und tilgte die aus Verordnungen bestehende, gegen uns gerichtete handschriftliche Urkunde, die wider uns war, und er hat sie weggeräumt, indem er sie an den Marterpfahl nagelte.“ — Kol. 2:13, 14, NW.

      Wenn man bedenkt, welch große Änderungen die Aufhebung des Gesetzes für die Nachfolger Christi mit sich brachte, wundert man sich auch nicht, daß es einige Zeit dauerte, bis sie sich darüber völlig klar waren. Darum hat Petrus damals offenbar immer noch nichts gegessen, was nach dem Gesetz unrein war, obwohl seit dem Tod Christi schon über drei Jahre vergangen waren. Auch dürfen wir nicht vergessen daß er unter Juden lebte. Hätte er die Speisevorschriften des Gesetzes so ohne weiteres außer acht gelassen, so hätte er vielleicht ebenfalls einen Aufruhr heraufbeschworen wie Paulus, als einige Juden von ihm sagten, er habe den Tempel entweiht, indem er einen Unbeschnittenen hineingeführt habe. — Apg. 21:27-32.

      Als Petrus damals von Jehova erfuhr, daß auch Heiden in den geistigen Leib Christi aufgenommen würden, folgerte er bestimmt, daß es nun auch keine unreinen Speisen mehr geben würde. Daß die ersten Christen diese Wahrheiten erst nach und nach verstanden, geht auch aus dem 15. Kapitel der Apostelgeschichte hervor, in dem berichtet wird, daß die Apostel und die älteren Männer in Jerusalem zusammenkamen, um in Fragen über die Beschneidung, den Genuß von Fleisch, das den Götzen geopfert worden war, usw. zu entscheiden. Es mag auch nicht verkehrt sein zu erwähnen, daß, wenn Gott seinen Dienern damals, als es in der Christenversammlung noch inspirierte Apostel gab, seinen Willen nur allmählich verständlich machte, er ihn auch heute seinen Dienern auf der Erde, der Klasse des „treuen und verständigen Sklaven“ und ihren Gefährten, den „anderen Schafen“, nur allmählich verständlich macht. — Matth. 24:45-47; Joh. 10:16; Spr. 4:18.

      ● Warum berichten Matthäus und Markus, daß Jesu Umgestaltung sechs Tage, nachdem er seinen Jüngern etwas Bestimmtes verheißen hatte, stattgefunden habe, während nach Lukas acht Tage vergangen sein sollen? — J. S., Vereinigte Staaten.

      Offenbar rechneten Matthäus und Markus den ersten und letzten Tag nicht. Sie rechneten lediglich die sechs ganzen Tage, die von dem Zeitpunkt an, da Jesus seinen Aposteln die Verheißung gegeben hatte, und der Umgestaltung selbst vergingen. (Matth. 17:1; Mark. 9:2) Es gilt zu beachten, daß Lukas nicht genau sagt, wieviel Zeit verging. Nach seinem Bericht geschah

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