Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • Der historische Jordan
    Der Wachtturm 1963 | 15. Juli
    • noch nicht nutzt. Es gab aber eine Zeit, da es dicht bevölkert war. Allein in der Umgebung von Beth-Sean ist man an 130 Stellen auf Spuren menschlicher Siedlungen gestoßen. Die Fruchtbarkeit des Tales ist besonders im Frühling zu beobachten. — Hohesl. 2:11, 12.

      Das Tal ist ein wahres Vogelparadies. Während man dem Gesang der Steppennachtigall lauscht, kann man den prächtig blau- und rotgefiederten Eisvogel wie einen Pfeil über den Fluß fliegen sehen oder einen großen grauen Würger beobachten, der für seine nächste Mahlzeit einen Käfer auf einen Stachel an einem Dornstrauch spießt. Ein Kormoran schleudert einen Fisch in die Luft, und ein Pelikan schnappt ihn flink, bevor er wieder herunterkommt. Da das Tal genügend Süßwasser und Nahrung liefert, ist es für Zugvögel ein idealer Korridor zwischen Osteuropa und Afrika und wird daher von über vierhundert verschiedenen Vogelarten benutzt. Welche Fülle von Nahrung es bietet, berichtet H. B. Tristram. Er sah, wie Tausende von Heuschrecken (noch in flügellosem Zustand) an den Bäumen hochkrabbelten, selbst deren Rinde abfraßen und dann, von den hinter ihnen herkommenden Schwärmen verdrängt, in den Fluß fielen, wo „ganze Scharen des gewöhnlichen Jordanfisches in geschlossenen Reihen schon darauf warteten, die köstlichen Leckerbissen zu verzehren, die ihnen stundenlang buchstäblich in den Mund fielen“.b

      FLUSSÜBERGÄNGE

      In biblischen Zeiten benutzte man als Übergang über den Jordan gewöhnlich eine der mindestens fünfzig Furten. An einigen, wo das Wasser vielleicht nur knapp ein Meter tief war, konnte man den Fluß durchwaten, während man an anderen mit dem Pferd übersetzen mußte. Die besten Furten sind meistens an einem Unterbruch in den steilabfallenden Ufern und an dichtem Gestrüpp zu erkennen. Sie waren daher leicht zu bewachen. Die Männer von Jericho verfolgten die Kundschafter, die Rahab versteckt hatte, bis an die Furten des Jordan, und die unter Jephta kämpfenden Männer von Gilead prüften hier die Hinübergehenden durch das Wort „Schibboleth“. (Jos. 2:7, 16, 22, 23; Ri. 12:1-6) Die Bewachung der Furten trug zu dem Sieg, den Ehud nach dem Tod des Königs Eglon über die Moabiter errang, und auch zu der vollständigen Vernichtung der Midianiter bei, die vor der dreihundertköpfigen Streitschar Gideons flohen. — Ri. 3:28, 29; 7:24, 25.

      Als Jehova für Elia und Elisa die Wasser des Jordan teilte, damit sie trockenen Fußes hinübergehen könnten, brauchten sie keine Furt zu benutzen (2. Kö. 2:7, 8, 13, 14), und als Zedekia vor Nebukadnezar floh, wurde er, noch ehe er die Furt von Jericho erreichte, eingeholt und gefangengenommen. — 2. Kö. 25:4, 5.

      Von Brücken über den Fluß wird bis in die Zeit der Römer nichts berichtet, und obwohl zwischen Jericho und Damije (dem biblischen Adam) einst primitive Fähren verkehrten, ist nicht gesagt, daß David eine solche Fähre benutzte, wie man das gestützt auf einige Wiedergaben von 2. Samuel 19:18 annehmen müßte.

      Der erstaunlichste Jordanübergang war aber bestimmt der des Volkes Israel unter Josua vor dem Einzug in das Verheißene Land. Schon Anfang April, etwa sechs Wochen vor der Ernte im Hügelland, ist im Tal die Gerstenernte vorbei. Das Schneewasser des Hermon hat seinen Weg durch die Seen im Oberlauf zurückgelegt und füllt nun das Zor bis zum Rand. Der Jordan schwillt zu einem reißenden, tiefen Strom an, der an Stellen, wo das Ufer niedrig ist, mehrere hundert Meter breit wird. (Jos. 3:15) Die starken Männer von Gad, die den Fluß später einmal unter solchen Verhältnissen durchschwammen, vollbrachten bestimmt eine rühmliche Tat. — 1. Chron. 12:15.

      Wenn man sich die gewaltige Menge der Israeliten, die mit Frauen und Kindern über den Jordan zogen, vorstellt, dann erkennt man, was für ein gewaltiges Wunder das war. Jehova wirkte dieses Wunder durch seine Macht. Das von oben herabfließende Wasser floß einfach nicht mehr weiter, so daß das Volk „auf dem Trockenen“ hinüberziehen konnte. (Jos. 3:16, 17) Vielleicht wurde der Fluß weiter oben zu der Zeit gerade auf irgendeine Weise gestaut und der Übergang dadurch ermöglicht. Zu einer solchen Stauung soll es im Dezember 1267 gekommen sein, als durch einen gewaltigen Erdrutsch das Wasser sechzehn Stunden vollständig abgestoppt wurde. Der arabische Geschichtsschreiber Nowairi erwähnt dieses Naturereignis in seinem Bericht, in dem er schildert, wie der Sultan Beybars während der Kreuzzüge eine Brücke über den Jordan baute, um seine Truppen überzusetzen. Er berichtet, daß das Wasser um „Lanzenlänge“ gestiegen sei und einige Brückenpfeiler weggespült habe. Der Fluß führte damals zufolge des Winterregens Hochwasser. Wir sollten uns jedoch davor hüten, den Übergang der Israeliten nur auf natürliche Weise zu erklären, wie Josephus es tut, der berichtet, das Volk habe den Fluß zu einer Zeit durchwatet, da er wenig Wasser geführt habe. — Jüdische Altertümer, Buch 5, Kapitel 1, 3.

      JERICHO UND DAS TOTE MEER

      Lot wählte das Jordangebiet bestimmt, weil er erkannte, daß es sehr fruchtbar war, und das war es auch, solange man es terrassierte, bewässerte und richtig bebaute. (1. Mose 13:10, 11) Die Archäologin Kathleen Kenyon sagte: „Der Blick von Jericho nach Osten, mit den Palmen- und Bananenhainen der Oase im Vordergrund, ist etwas vom Schönsten, was ich je gesehen habe.“ Diese Haine trugen auch den Römern reiche Ernten ein. Neunundvierzig Dattelarten gediehen in dieser Gegend. Jericho mit seiner berühmten Quelle und seinem Wasserleitungssystem war ein blühender Winterkurort. Die Bezeichnung „Palmenstadt“ war damals schon sehr passend und ist es heute noch. — 5. Mose 34:3; 2. Chron. 28:15.

      In den Jahren 1939 bis 1948 bewässerte man das Land der Siedlung Bet Haarava in der Nähe des Toten Meeres mit dem Süßwasser des Jordan, um das Salz wegzuschwemmen, und heute ist diese Gegend in ganz Israel für ihre Tomaten bekannt, die das ganze Jahr hindurch gedeihen. Welch ein fruchtbares Tal!

      Hast du jemals Wolken 150 Meter unter dem Meeresspiegel gesehen? Dieser ungewöhnliche Anblick bietet sich einem über dem schönen, in einer wilden Landschaft gelegenen Toten Meer, das das Ende des historischen Jordan bildet. Seit Jahren fließen täglich rund sieben Millionen Tonnen Wasser in das Tote Meer, und ebensoviel verdunstet täglich, so daß der 393 Meter unter dem Mittelmeerspiegel liegende Wasserspiegel ziemlich konstant bleibt. Der Salzgehalt seines Wassers ist jedoch etwa fünfmal so groß als der des Ozeans.

      Das ist der historische Jordan! Der Schauplatz wunderbarer Ereignisse in der Geschichte. Das Volk Israel und die Propheten Elia und Elisa gingen trockenen Fußes hinüber. Aber das bedeutendste Ereignis, das sich am Jordan zutrug, war die Taufe Jesu Christi.

  • Unbedingter Gehorsam
    Der Wachtturm 1963 | 15. Juli
    • Unbedingter Gehorsam

      James J. Navagh, Bischof der Diözese Ogdensburg, New York, sagte in einer Ansprache, die er auf dem 67. Jahreskongreß der Kolumbusritter hielt, der katholische Gläubige sollte den Anweisungen der Kirche bedingungslos gehorchen. Zur Bestätigung führte er folgenden Ausspruch eines katholischen Gelehrten an: „Wenn du glaubst, etwas sei weiß, und die Kirche sagt, es sei schwarz, dann glaube, daß es schwarz ist.“

Deutsche Publikationen (1950-2025)
Abmelden
Anmelden
  • Deutsch
  • Teilen
  • Einstellungen
  • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
  • Nutzungsbedingungen
  • Datenschutzerklärung
  • Datenschutzeinstellungen
  • JW.ORG
  • Anmelden
Teilen