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  • Den Geist der Opferbereitschaft wiederbeleben
    Der Wachtturm 1969 | 15. Oktober
    • 12. (a) Worauf muß jemand, der ein Christ werden möchte, außerdem noch verzichten? (b) Wie helfen uns die Worte des Apostels Paulus, die richtige Ansicht zu erlangen?

      12 Das Leben eines Christen erfordert aber noch aus einem anderen Grund Opferbereitschaft: wegen der Meinung, die man von uns haben wird, wenn bekannt wird, daß wir uns dem Volk Jehovas angeschlossen haben. Jeder möchte in einem guten Ruf stehen. Wer möchte schon, daß andere auf ihn herabblicken, und das noch ungerechterweise? Wer aber als Diener Gottes bekannt wird, gewinnt kein Ansehen in dieser Welt. Er muß also bereit sein, darauf zu verzichten. Es ist nicht leicht, Verachtung zu ertragen. In 1. Korinther 4:13 heißt es: „Wir sind wie der Kehricht der Welt geworden, der Abschaum aller Dinge, bis jetzt.“ Paulus beschreibt die Art von Menschen, die die Wahrheit in der Regel annehmen, und die Meinung, die die Welt im allgemeinen von Jehovas Dienern hat, treffend in folgenden Worten: „Denn ihr seht eure Berufung durch ihn, Brüder, daß nicht viele, die dem Fleische nach Weise sind, berufen wurden, nicht viele Mächtige, nicht viele von vornehmer Geburt; sondern Gott hat das Törichte der Welt auserwählt, damit er die Weisen beschäme; und Gott hat das Schwache der Welt auserwählt, damit er das Starke beschäme; und Gott hat das Unedle der Welt auserwählt und das, worauf man herabblickt, die Dinge, die nicht sind, um die Dinge, die sind, zunichte zu machen, damit sich vor Gott kein Fleisch rühme. Ihm aber ist es zu verdanken, daß ihr Gemeinschaft habt mit Christus Jesus, welcher uns zur Weisheit von Gott geworden ist sowie zur Gerechtigkeit und Heiligung und Erlösung durch Loskauf; damit es so sei, wie geschrieben steht: ‚Wer sich rühmt, der rühme sich in Jehova.‘“ — 1. Kor. 1:26-31.

      ES IST NICHT LEICHT, SICH SELBST ZU VERLEUGNEN

      13. (a) Finden es einige schwierig, sich zu ändern? (b) Wie sollte man statt dessen eingestellt sein?

      13 Einige finden es schwierig, sich so weit zu ändern, daß sie anders sind als die Welt. Es ist für sie ein zu großes Opfer. Das ist aber nicht richtig. Man sollte im Gegenteil die Gelegenheit ergreifen, um deutlich zu zeigen, warum man anders ist. Das Anderssein ist für uns kein Hindernis, sondern bietet uns Gelegenheit, für unseren Glauben einzustehen. Gerade jugendliche Christen, die noch in die Schule gehen, haben oft Gelegenheit, für das, was sie als richtig erkannt haben, einzutreten und dadurch ein wirksames Zeugnis abzulegen. Das mag zwar für dich bedeuten, daß du die verschiedenen Modetorheiten nicht mitmachst, den üblichen Partys fernbleibst, auf die allgemeine Beliebtheit verzichtest und von einer Hochschulbildung absiehst. Doch dadurch magst du einigen, die gerechtigkeitsliebend sind, ein ermunterndes Beispiel geben. Mütter und Hausfrauen mögen von ihren Nachbarinnen nicht immer für voll genommen werden, doch das ist nicht so wichtig. Wichtig ist, daß man kompromißlos für die Wahrheit eintritt, ganz gleich, was andere darüber denken oder sagen mögen. Dasselbe gilt auch für Väter und Ehemänner an ihrem Arbeitsplatz.

      14. Wie betrachten einige die Selbstverleugnung?

      14 Einige finden es nicht nur schwierig, sondern halten es für unmöglich, sich ändern zu können. Sie studieren vielleicht eine Zeitlang mit einem Zeugen Jehovas und geben dann das Studium auf. Sie wissen genau, daß es die Wahrheit ist; aber sie haben auch erkannt, was sie alles aufgeben müßten, und sie glauben, sie seien dazu nicht imstande. Andere haben sich sogar Gott hingegeben, haben sich taufen lassen und haben Gott eine Zeitlang treu gedient, sind dann aber abgefallen. Treue ist auf diesem Weg der Selbstverleugnung unerläßlich, wenn man zur Reife voranschreiten möchte. Der Apostel Paulus verlor deswegen einen seiner Reisegefährten. „Denn Demas hat mich verlassen, weil er das gegenwärtige System der Dinge geliebt hat.“ (2. Tim. 4:10) Wie schade ist es doch, wenn das geschieht, nachdem jemand solch gute Fortschritte gemacht hat!

      15. Gibt es eine Entschuldigung dafür, wenn jemand vom Weg der Opferbereitschaft oder Selbstverleugnung abkommt?

      15 Wer ist aber schuld, wenn jemand den christlichen Weg der Selbstverleugnung verläßt und sich wieder auf den weltlichen Weg der Genußsucht begibt? Bestimmt nicht Gott. Er läßt nicht zu, daß die Versuchungen so groß werden, daß der Abfall unvermeidlich ist. Im Gegenteil, in 1. Korinther 10:13 heißt es: „Keine Versuchung hat euch ergriffen, ausgenommen eine allgemein menschliche. Gott aber ist treu, und er wird nicht zulassen, daß ihr über das hinaus versucht werdet, was ihr ertragen könnt, sondern mit der Versuchung wird er auch den Ausweg schaffen, damit ihr sie zu erdulden vermögt.“ Jehova hilft, er legt niemandem Hindernisse in den Weg. Es gibt ohne Zweifel viele Versuchungen, die jemand veranlassen könnten, den Weg der Opferbereitschaft oder Selbstverleugnung zu verlassen und in die materialistische Welt zurückzukehren. Gott ist jedoch nicht schuld, wenn dies geschieht.

      16. (a) Wann sollte mit der Erziehung zur Selbstverleugnung begonnen werden? (b) Wie denken manche Eltern hierüber? Welches ist jedoch die beste Einstellung?

      16 Wann sollte man mit der Selbstverleugnung beginnen? Je früher, je besser. Die Kindheit ist dafür die beste Zeit. Eltern, die ihren Kindern nützliche Arbeiten im Haus und um das Haus herum auftragen, erzielen die besten Ergebnisse. Sie sollten sie nicht mit unnötigen Dingen beschäftigen, sondern ihnen etwas zu tun geben, was der ganzen Familie zugute kommt und wodurch sie lernen, Verantwortung zu übernehmen. Manche Eltern, die in ihrer Kindheit hart arbeiten mußten und nicht viel vom Leben hatten, wollen, daß es ihren Kindern besser geht. Sie sagen, ihre Kinder müßten nicht auf das verzichten, worauf sie hätten verzichten müssen. Sie mußten sich in ihrer Kindheit vielleicht mit schäbigen Kleidern begnügen, hatten nur wenig oder überhaupt kein Spielzeug, mußten viel arbeiten und hatten stets ein sehr einfaches Essen. Es ist aber nicht nötig, daß das Kind es in jeder Hinsicht besser haben muß. Es soll richtig gekleidet sein, in vernünftigem Maße spielen können und gesundes Essen bekommen. Warum ihm aber keine Arbeit geben? Zuviel Freizeit ist für ein Kind keineswegs gut. Ein solches Kind wird nicht richtig erzogen und nicht richtig auf das Leben eines tatkräftigen, opferbereiten Dieners Jehovas vorbereitet. Es ist nicht leicht, eingefleischte Gewohnheiten abzulegen, und Faulheit kann tatsächlich zur Gewohnheit werden. Mit welchen Folgen? „Die Begierde des Faulen tötet ihn, denn seine Hände weigern sich, zu arbeiten.“ — Spr. 21:25.

      17. (a) Wie denken viele Eltern, die in ihrer Kindheit genügsam sein mußten, heute? (b) Was mag unter Umständen etwas vom Wertvollsten sein, was Eltern ihren Kindern mit auf den Weg geben können?

      17 Viele Eltern, die in ihrer Jugend hart arbeiten und auf manches verzichten mußten, sprechen heute noch gern davon. Sie wissen, daß dies in mancher Beziehung gut für sie war; sie sind froh, eine solche Erziehung genossen zu haben und unter solchen Verhältnissen aufgewachsen zu sein. In Sprüche 22:6 lesen wir die Aufforderung: „Erziehe den Knaben seinem Wege gemäß; er wird nicht davon weichen, auch wenn er alt wird.“ Eltern, wenn ihr eure Söhne und Töchter zur Opferbereitschaft erzieht, gebt ihr ihnen wahrscheinlich etwas vom Wertvollsten mit auf den Weg. Denkt auch daran, daß eure mündliche Belehrung durch euer Beispiel unterstützt werden sollte.

      18. (a) Wovor warnte Gott die Israeliten? (b) Was können wir daraus lernen?

      18 Vom Weg der Selbstverleugnung wieder abzukommen ist nicht schwer. Gott wußte, daß der unvollkommene Mensch von Natur dazu neigt abzugleiten. Um sein Volk, die Israeliten, davor zu bewahren, warnte er sie vor den Folgen, die der materielle Überfluß in dem „Land, das von Milch und Honig“ floß, für sie haben könnte. Nachdem sie die Widerwärtigkeiten der vierzigjährigen Wüstenwanderung ertragen hatten, wurde ihnen gesagt: „Hast du gegessen und bist satt geworden, so sollst du Jehova, deinen Gott, für das gute Land preisen, das er dir gegeben hat. Hüte dich, daß du Jehovas, deines Gottes, nicht vergessest, so daß du nicht beobachtest seine Gebote und seine Rechte und seine Satzungen, die ich dir heute gebiete! damit nicht, wenn du issest und satt wirst und schöne Häuser baust und bewohnst, und dein Rind- und Kleinvieh sich mehrt, und Silber und Gold sich dir mehren, und alles, was du hast, sich mehrt, dein Herz sich erhebe, und du Jehovas, deines Gottes, vergessest, der dich aus dem Lande Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft, herausführte.“ (5. Mose 8:10-14) Ja, wer in materieller Hinsicht reich wird, kann Gott leicht vergessen. Er beginnt, auf sich zu vertrauen, und vertraut nicht mehr auf Jehova. Er gleitet immer mehr ab und gibt die Wahrheit schließlich ganz auf. Das meinte Jesus unter anderem, als er sagte: „Wahrlich, ich sage euch, daß es für einen Reichen schwierig sein wird, in das Königreich der Himmel einzugehen. Wieder sage ich euch: Es ist leichter für ein Kamel, durch ein Nadelöhr zu gehen, als für einen Reichen, in das Königreich Gottes einzugehen.“ (Matth. 19:23, 24) Wer ein treuer Diener Jehovas bleiben möchte, muß im Erwerben irdischen Reichtums äußerst vorsichtig sein. Irdischer Reichtum trägt gewöhnlich nicht zur Förderung des Geistes christlicher Opferbereitschaft bei. Das geht auch aus den Worten hervor, die Gott an die Israeliten richtete.

      19. Welchen guten Ausgleich gibt es zu irdischen Gütern?

      19 Jeder Mensch hat ein bestimmtes Maß an Zeit und Kraft. Wenn er diese beiden wertvollen Dinge vorwiegend dazu gebraucht, reich zu werden oder seine irdischen Güter zu verwalten, kann er sich nicht mehr mit geistigen Dingen befassen. Er verwendet dann seine ganze Zeit und Kraft für materielle Dinge, und sein Geist ist während dieser Zeit mit unnützen Dingen beschäftigt. Geistig gesinnt wird man nur, wenn man sich mit geistigen Dingen befaßt. Von den Gütern dieser Welt nicht soviel zu besitzen, sondern nur das Nötige zu haben, kann in mancher Hinsicht ein Segen sein. (Spr. 30:8) Es verbleibt einem dann mehr Zeit und Kraft für die Königreichsinteressen, und man kann sich auch intensiver damit befassen.

      20, 21. Was bedeutet es, daß die empfohlenen Dienstvorkehrungen nicht mehr so starr sind wie früher, und was bedeutet es nicht?

      20 Hat aber die Gesellschaft in den letzten Jahren den Versammlungen nicht empfohlen, in Verbindung mit dem Zeitplan für die Predigttätigkeit und in bezug auf andere Dienstangelegenheiten anpassungsfähiger zu sein, und wurde nicht gesagt, die Versammlungen sollten für die Verkündiger keine starren Regeln aufstellen oder unabänderliche Vorkehrungen treffen, sondern die Brüder könnten sich dann am Dienst beteiligen, wenn es für sie am günstigsten sei? Ist nicht deutlich darauf hingewiesen worden, daß man zum Beispiel am Sonntag ohne weiteres Nachbesuche oder Heimbibelstudien durchführen kann und sich nicht unbedingt am Dienst von Haus zu Haus zu beteiligen braucht? Zeigt das nicht, daß wir uns nicht zu zwingen brauchen, in den Dienst zu gehen, wenn wir keine Lust haben, und daß wir uns nicht so sehr zu verausgaben brauchen, da das Predigt- und Lehrwerk so oder so durchgeführt werden wird?

      21 Wenn wir der Sache auf den Grund gehen, stellen wir fest, daß diese Anregungen nicht gemacht wurden, damit die Verkündiger ihre Hände erschlaffen lassen, sondern damit die Vorkehrungen so getroffen werden, daß jeder nach Belieben noch mehr leisten kann. Es ermöglicht es dem einzelnen, mehr Initiative im Dienste Jehovas zu entwickeln, und Paulus sagte: „Denn ihr wißt, daß ihr den gebührenden Lohn, das Erbe, von Jehova empfangen werdet. “ (Kol. 3:23, 24) Viele Diener Gottes, die den Geist dieser Anregungen erfaßt haben, verbringen heute nicht nur mehr Zeit im Predigtdienst, sondern sind auch leistungsfähiger geworden. Wir sollten als Gott hingegebene Christen weiterhin opferbereit sein, ja wir sollten es in Wirklichkeit noch mehr sein.

      22. Zu welchem Schluß kommen wir in bezug auf die Opferbereitschaft oder Selbstverleugnung?

      22 Der Weg der Opferbereitschaft oder Selbstverleugnung ist kein leichter Weg. Man muß sich anstrengen und wachsam sein. Da wir aber wissen, wer uns eingeladen hat, diesen Weg zu gehen, und da wir auch wissen, welcher Lohn uns in Aussicht steht, können wir sagen, daß es sich lohnt, ihn zu gehen. Die richtige Einstellung dazu und die entsprechende Wertschätzung dafür wirken sich für alle, die auf diesem Weg bleiben, zum Segen aus.

  • Opfer, die Gott annehmbar sind
    Der Wachtturm 1969 | 15. Oktober
    • Opfer, die Gott annehmbar sind

      1. Was empfand Jehova, wenn ihm seine Diener in alter Zeit Opfer darbrachten?

      IN ALTER Zeit hatte Gott Wohlgefallen an den Opfern, die seine Diener ihm in rechter Weise darbrachten. Nach der Vernichtung der Bösen in der Sintflut baute Noah Jehova einen Altar und brachte ihm darauf Brandopfer dar. Wir lesen darüber: „Und Jehova begann einen beruhigenden Wohlgeruch zu riechen.“ (1. Mose 8:21, NW) Dieses Opfer war ihm offenbar sehr wohlgefällig. So war es auch mit den Opfern, die ihm sein Volk im Lande Israel darbrachte, sofern es dabei seine Vorschriften beachtete.

      2. Wurden alle Opfer von Gott günstig aufgenommen? Begründe deine Antwort.

      2 Andererseits läßt uns aber der Bibelbericht darüber nicht im Zweifel, daß Jehova nicht alle Opfer günstig aufnahm. Als Saul, Israels erster König, dem Wort Jehovas in Verbindung mit den Amalekitern nicht gehorchte, sondern Agag, ihren König, und das Beste von ihrem Klein- und Rindvieh unter dem Vorwand verschonte, diese Tiere hätten ein vorzügliches Opfer ergeben, sagte Samuel: „Hat Jehova Lust an Brandopfern und Schlachtopfern, wie daran, daß man der Stimme Jehovas gehorcht? Siehe, Gehorchen ist besser als Schlachtopfer, Aufmerken besser als das Fett der Widder. Denn wie Sünde der Wahrsagerei ist Widerspenstigkeit, und der Eigenwille wie Abgötterei und Götzendienst. Weil du das Wort Jehovas verworfen hast, so hat er dich verworfen, daß du nicht mehr König seiest.“ — 1. Sam. 15:21-23.

      3. Wie betrachtete Jehova die Opfer, die ihm in den Tagen Maleachis dargebracht wurden?

      3 Nach der Rückkehr der Israeliten aus der Babylonischen Gefangenschaft, nämlich in den Tagen Maleachis, stellte Gott fest, daß sich sowohl das Volk als auch die Priester wegen der Opfer, die sie auf dem Altar in seinem Tempel darbrachten, schuldig machten. Als die Priester fragten: „Womit haben wir dich verunreinigt?“, antwortete Gott: „Damit daß ihr saget: Der Tisch Jehovas ist

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