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Andere Gäste als Ersatz zum Fest versammeltDer Wachtturm 1975 | 15. Februar
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16 „Dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen im Himmel erscheinen, und dann werden sich alle Stämme der Erde wehklagend schlagen, und sie werden den Sohn des Menschen mit Macht und großer Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen. Und er wird seine Engel mit großem Trompetenschall aussenden, und sie werden seine Auserwählten von den vier Winden her versammeln, von dem einen äußersten Ende der Himmel bis zu ihrem anderen äußersten Ende“ (Matth. 24:30, 31).
17, 18. (a) Was hinsichtlich der Klasse des Mannes ohne Hochzeitskleid festzustellen wird beim Abschluß dieses Einsammlungswerkes an der Zeit sein? (b) Wie geht aus Jesu Gleichnis hervor, was dann mit dieser Klasse geschehen wird?
17 Diese Einsammlung der „Auserwählten“ würde vollendet sein, kurz bevor die „große Drangsal“ beginnt, die Jesus mit der Flut der Tage Noahs verglich (Matth. 24:21, 22, 37-41). Würde daher die Klasse, die der Mann darstellte, der kein Hochzeitskleid anhatte, zur Zeit der Besichtigung durch den himmlischen König ebenfalls als „auserwählt“ mitgenommen werden? Oder würde diese Klasse zurückgelassen werden bei „allen Stämmen der Erde“, die sich wegen der kommenden Vernichtung wehklagend schlagen? Die Klasse, die die Christenheit bildet, kann dem König keine Entschuldigung dafür vorbringen, daß sie versucht, ohne das sinnbildliche Gewand bei dem „Hochzeitsfest“ zu sein. Diese Klasse kann keinen Grund angeben, weshalb ihr gestattet werden sollte, die Freude der „Hochzeitsfeierlichkeiten“ und des „Festes“ zu genießen. Zur Zeit der letzten Besichtigung zeigt es sich, daß diese Klasse „zum Schweigen“ gebracht worden ist. Wie wird der König mit dieser Klasse verfahren? Das geht aus Jesu Gleichnis hervor:
18 „Darauf sagte der König zu seinen Dienern: ,Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die Finsternis draußen. Dort wird sein Weinen und sein Zähneknirschen sein‘“ (Matth. 22:13).
19. In was wird diese Klasse hinausgeworfen werden, und welches Vorrecht wird sie dann nicht haben dürfen?
19 Diese Klasse wird also gebunden, so daß sie überhaupt keinen Widerstand leisten kann. So wird sie in die „Finsternis draußen“ geworfen, hinaus in eine Finsternis, die nicht durch Straßenlampen oder dergleichen verringert wird. Dort wird diese Klasse, die keinerlei Erleuchtung von Gott erhält, in der „großen Drangsal“, in der Babylon die Große, nämlich das religiöse Babylon, und alle übrigen Teile dieses Systems der Dinge vernichtet werden, weinen und mit den Zähnen knirschen (Offb. 17:14-18). Diese Klasse wird von dem „Königreich der Himmel“ abgeschnitten werden und nicht an dem „Abendessen der Hochzeit des Lammes“ droben in den Himmeln teilhaben (Offb. 19:9).
VIELE EINGELADEN, WENIGE AUSERWÄHLT
20. Mit welcher Erklärung rundete Jesus sein Gleichnis ab, und bezog sie sich auf den Hinausgeworfenen?
20 Um das Gleichnis abzurunden und um zu zeigen, worauf es dabei ankommt, sagte Jesus: „Denn es sind viele eingeladen, doch wenige auserwählt“ (Matth. 22:14). Jesus sprach diese Worte nicht im Hinblick auf den Hinausgeworfenen, der das erforderliche Hochzeitskleid nicht anhattea. Dieser Mann bildete nicht den Hauptteil des Gleichnisses. Er stellte bestimmt nicht diejenigen dar, die von den „vielen“ Geladenen übrigblieben, nachdem die „wenigen“ Auserwählten von ihnen getrennt worden waren. Die Gäste, die das Hochzeitskleid tragen und die nicht aus dem „Raum für die Hochzeitsfeierlichkeiten“ hinausgeworfen werden, stellen also nicht die „wenigen“ dar, die aus der jüdischen Nation auserwählt wurden, nachdem sich die große Mehrheit der „eingeladenen“ Juden entschuldigt hatte. Wen meinte Jesus denn mit den „vielen“, die eingeladen worden waren, und wen meinte er mit den „wenigen“ Auserwählten?
21. Wer waren dann die wenigen, die auserwählt wurden, und machten sie die Gesamtzahl der beim Fest anwesenden „Gäste“ aus?
21 Die „vielen“ Geladenen waren die jüdische Nation, die in dem Gesetzesbund stand, welcher den Juden eine Hilfe bot, für Gott ein „Königreich von Priestern“ zu werden. Die „wenigen“, die auserwählt wurden, weil sie des „Königreiches der Himmel“ würdig waren, bildeten den „Überrest“ natürlicher Juden, der der Mitteilung des himmlischen Königs nachkam. Diese Juden ließen weltliche Interessen hinter sich zurück, kamen zu dem „Raum für die Hochzeitsfeierlichkeiten“ und nahmen das „Hochzeitskleid“ von dem König entgegen, zogen es an und legten sich dann zu „Tisch“. Da bis zum Jahre 36 u. Z. nur einige „wenige“ (Juden) der Mitteilung Gottes, des Königs, nachgekommen waren, hielt er es für nötig, seine „Sklaven“ an außerhalb der jüdischen „Stadt“ oder des jüdischen Staates gelegene Orte zu senden, um von den unbeschnittenen Heiden Ersatz zu holen. Das Endergebnis wäre ein Raum voller Gäste. Die „wenigen“, die den jüdischen Überrest ausmachten, waren nur ein Teil der bei dem Fest anwesenden Gäste.
22. (a) Wie zeigte Gott, daß er alle „Gäste“, die ein Hochzeitskleid anhatten, auserwählt hatte? (b) Was sollte Jesu Gleichnis hinsichtlich des Hochzeitsfestes des Königs zeigen?
22 Daher stellen alle „Gäste“, die das Hochzeitskleid anhaben, mehr als nur den „Überrest“ von Juden dar, die geistige Israeliten geworden sind. Zu den „Gästen“ gehören auch alle treuen Heiden, die an die Stelle anderer getreten sind. Gott zeigte auf passende Weise, daß er all diese „Gäste“, die ein Hochzeitskleid anhatten, auserwählt hatte, indem er sie durch seinen Sohn Jesus Christus mit seinem heiligen Geist salbte. In Jesu Gleichnis wird nirgends dargestellt und sollte auch nicht dargestellt werden, daß eine unbekannte Anzahl gesalbter Christen untreu würde und sich des „Königreiches der Himmel“ unwürdig erwiese. Jesu Gleichnis sollte zeigen, daß es dem himmlischen König trotz Schwierigkeiten gelingen würde, ein „Hochzeitsfest“ mit voller Besucherzahl zu veranstalten. Sein „Hochzeitsfest“ würde in Erfüllung seines gütigen Vorsatzes ein Erfolg sein.
23. Ließ der König, Jehova, von seinen „Sklaven“ zu viele voraussichtliche „Gäste“ herbeiholen, oder wie ging er vor?
23 Die ganze Zeit hindurch wußte der König, Jehova, wie viele Liegeplätze er an der Festtafel haben würde. Er ließ daher von seinen „Sklaven“ nicht zu viele voraussichtliche „Gäste“ herbeiholen. Er ließ seine Sklaven nur die zur Belegung aller vorhandenen Plätze erforderliche Zahl von Gästen bringen. Zu seiner Zeit ließ er von seinen „Sklaven“ einen Überrest der ursprünglich eingeladenen Juden holen. Danach ließ er aus allen Nationen der unbeschnittenen Heiden den erforderlichen Ersatz kommen. Nach und nach sollten alle Plätze eingenommen werden.
24. (a) Was wird in Jesu Gleichnis hinsichtlich des hinausgeworfenen Mannes nicht gezeigt? (b) Warum ist es in der Erfüllung des Gleichnisses nicht nötig, Ersatz für die Klasse des Hinausgeworfenen herbeizuholen?
24 Eines wird in Jesu Gleichnis nicht gezeigt. Was denn? Daß der König — nachdem der Mann, der kein Hochzeitskleid anhatte, hinausgeworfen worden war — einen Sklaven ausgesandt hätte, um Ersatz für diesen Mann zu holen. Bestimmt sandte der König keinen Sklaven in die Nacht hinaus, „in die Finsternis draußen“, um Ersatz für den Hinausgeworfenen zu suchen. Welcher Mensch würde zu dieser Stunde der Nacht außerhalb der Stadt auf den „Straßen“ sein? Der König erkannte die (zu Tische liegenden) Gäste an, die ein Hochzeitskleid anhatten, und das Fest nahm nun mit all diesen Gästen ohne den Hinausgeworfenen, der kein Hochzeitskleid angehabt hatte, seinen Verlauf. In der heutigen Erfüllung des letzten Teils des Gleichnisses Jesu besteht keine Notwendigkeit, Ersatz für die Christenheit und ihre Anhängerschaft herbeizuholen. Die Christenheit hat lediglich versucht, an die Festtafel zu gelangen, ohne den göttlichen Erfordernissen zu entsprechen. Ihr Anspruch dabeizusein überzeugt nicht.
25. (a) Wer läßt also den Ruf oder die Einladung ergehen, und wie? (b) Wie werden die Gäste „auserwählt“, und was müssen die Auserwählten tun?
25 Jehova, der König, läßt den Ruf oder die Einladung ergehen. Wie bei Kornelius, dem ersten zum Christentum bekehrten Heiden, sieht Gott erst das Herz desjenigen an, dem er seine Aufmerksamkeit schenkt. Aufgrund der vielversprechenden Herzenseinstellung dessen, der dem Ruf folgt, läßt Gott ihm dann die nötige Hilfe zukommen. So empfängt der Betreffende die biblische Unterweisung über die Hoffnung des himmlischen Königreiches. Daher ergeht nicht an all die Hunderte von Millionen, denen „diese gute Botschaft vom Königreich“ gepredigt wird, die Einladung Gottes, dem geistigen „Hochzeitsfest“ beizuwohnen (Matth. 24:14; 28:19, 20). Den meisten wird nur „Zeugnis“ vom Königreich gegeben. Diejenigen, die wirklich „eingeladen“ werden und die Gottes Erfordernissen entsprechen, werden dann „auserwählt“, indem Gott sie mit heiligem Geist salbt, damit sie Miterben mit Jesus Christus werden (2. Kor. 1:21; 1. Joh. 2:20, 27). Nachdem sie somit auserwählt worden sind, müssen sie sich bis ans Ende als treu erweisen (Offb. 17:14; 2:10).
26. Was erleben die auserwählten „Gäste“ jetzt auf Erden, und was werden die Treuen nach der großen Drangsal erleben?
26 Die ganze Menschenwelt befindet sich heute, in der „Zeit des Endes“ dieses Systems der Dinge, in Schwierigkeiten. Aber die treuen auserwählten „Gäste“ in dem hell erleuchteten „Raum für die Hochzeitsfeierlichkeiten“ erleben die Freuden und Segnungen ihrer Anerkennung durch den König. Nachdem sie an ihrer christlichen Lauterkeit festgehalten haben, und zwar bis die nahende „große Drangsal“ vorüber ist, durch die das Ende des weltlichen Systems der Dinge kommt, werden sie zu dem „Abendessen der Hochzeit des Lammes“ droben in den Himmeln zugelassen werden (Offb. 19:7, 9). Daß sie die „Braut“ Christi bilden werden, ist zweifellos der Grund, weshalb die Braut des Sohnes des Königs nicht erwähnt wird und in Jesu Gleichnis nicht vorkommtb. Alle 144 000 auserwählten, treuen Glieder der Brautversammlung werden dort mit ihrem Bräutigam das Mahl einnehmen.
SYMBOLISCHE BRAUTJUNGFERN
27. Wer schließt sich dem Überrest der Brautversammlung jetzt auf Erden an, und wie ehren sie den König und seinen Sohn, den Bräutigam?
27 In Verbindung mit einer Hochzeit und mit Hochzeitsfeierlichkeiten sind auch Brautjungfern zu erwarten. Nun, in Psalm 45:13-15 findet sich der prophetische Hinweis, daß solche Brautjungfern zugegen sein würden. Heute, da die Brautversammlung Christi nahezu vollständig ist, schließen sie sich dem „Überrest“ dieser Versammlung an. Natürlich erwarten diese symbolischen Brautjungfern nicht, mit dem „Überrest“ in den Himmel zu kommen, aber sie ehren den himmlischen König und seinen Sohn, den Bräutigam, und bekunden gebührende Achtung vor dem Überrest der Brautversammlung. In Offenbarung 7:9-17 wird gezeigt, daß es eine zahllose „große Volksmenge“ dieser Gefährtinnen geben würde.
28. Wem hilft die „große Volksmenge“ jetzt, und welchen Lohn wird sie von ihrem Ewigvater empfangen?
28 Sie freuen sich über die Verwirklichung dieses eindrucksvollen Merkmals des Vorsatzes Gottes, und liebevoll helfen sie dem Überrest der Brautklasse. Sie beteiligen sich ehrerbietig daran, den himmlischen König in seinem geistigen Tempelpalast anzubeten und ihm zu dienen. Von ihm werden sie durch seinen Sohn, den Bräutigam, ihren Ewigvater, mit ewigem Leben gesegnet werden (Jes. 9:6, 7). Unter dem Königreich des dann vermählten Sohnes Gottes werden sie sich auf einer paradiesischen Erde endloser Segnungen erfreuen.
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● Wie die Vereinigten Bibelgesellschaften bekanntgaben, ist die Bibel jetzt ganz oder teilweise in 1 526 Sprachen erhältlich. 1973 erschien sie in 26 weiteren Sprachen. Das biblische Lehrbuch Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt, das im Jahre 1968 von der Wachtturm Bibel- und Traktat-Gesellschaft veröffentlicht wurde, hat jetzt eine Auflage von 74 Millionen Exemplaren in 91 Sprachen erreicht. Ein weiteres Bibelstudienhilfsmittel, das Buch Wahrer Friede und Sicherheit — woher zu erwarten? (1973), ist jetzt in 14 Sprachen erhältlich; über 16 Millionen Exemplare sind davon gedruckt worden.
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