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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1977
w77 1. 1. S. 16-20

Das Vorrecht des heiligen Dienstes schätzen

„Jehova, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du heiligen Dienst darbringen“ (Matth. 4:10).

1—4. (a) In wessen Dienst zu stehen und persönliche Opfer zu bringen, betrachten viele Menschen als eine Ehre, und als was betrachtet man sie in der Welt? (b) In welcher Lage befindet sich aber die Menschheit immer noch?

IN DEN vergangenen Jahrhunderten haben es Männer und Frauen als eine hohe Ehre betrachtet, sich für ein verdienstvolles Werk einzusetzen, für ein Werk, das nach ihrer Meinung einem guten Zweck diente.

2 In den Augen von Millionen Menschen gibt es nichts Bedeutenderes, als dem Vaterland zu dienen. Die Hingabe des eigenen Lebens für das Vaterland gilt als die „Krönung des Opfersinns“.

3 Es gibt aber auch Personen, die über die Grenzen ihres Landes hinausgeblickt und sich in den Dienst der ganzen Menschheit gestellt haben, wobei Nationalität oder Rasse der Menschen für sie keine Rolle spielen. Sie haben ihr Können und ihre Mittel eingesetzt, ja sogar ihre Gesundheit und Kraft geopfert, um der Menschheit Gutes zu tun — um beispielsweise Mittel zu finden, die im Kampf gegen Krankheiten angewandt werden können, oder um den Armen und Unterdrückten zu helfen. Solche Männer und Frauen sind lobend als „Wohltäter der Menschheit“ oder als „Philanthropen“ bezeichnet worden. Den berühmteren unter ihnen hat man ein Denkmal gesetzt, oder man hat öffentliche Gebäude und Straßen nach ihnen benannt, um ihre Taten und Opfer zu verewigen.

4 Aber trotz all dieser Dienste gibt es heute kein Land auf der Erde, das sich nicht mit schwierigen Problemen auseinandersetzen muß. In vielen Ländern grassieren Verbrechen und Korruption. In den meisten befinden sich die Institutionen fast immer in einer Krise. Im gesamten betrachtet, ist die Menschheit ein krankes, verwirrtes und sterbendes Geschlecht (Matth. 9:36; Röm. 8:22).

5. An was für einem Dienst sind echte Jünger Christi Jesu interessiert, und wovon können sie fest überzeugt sein?

5 Wahre Christen sollten gern bereit sein zu dienen, denn Dienstbereitschaft ist das A und O des Christentums. Als Zeugen Jehovas sind wir jedoch an einem Dienst interessiert, der weit ehren- und verdienstvoller ist als irgendein anderer Dienst, den Menschen leisten können. Dieser Dienst mag uns sehr viel kosten — Zeit, Mühe, Opfer, ja sogar das Leben. Er trägt uns von seiten der Welt kein Lob ein; auch werden keine Denkmäler zu unseren Ehren errichtet und keine Straßen nach unserem Namen benannt. Dennoch wissen wir eines: Es ist ein lohnender Dienst. Ja, wir wissen und wir sind fest davon überzeugt, daß wir an dem Dienst teilnehmen dürfen, der dem besten Zweck dient. An einem edlen Dienst, durch den am meisten Gutes, das unvergänglich sein wird, bewirkt werden kann, und zwar für die ganze Welt. Bei diesem Dienst handelt es sich um den Dienst, den wir unserem erhabenen Schöpfer, Jehova Gott, leisten dürfen — wahrlich, ein heiliger Dienst. Er ist — wie ‘die herrliche Erkenntnis Gottes durch das Angesicht Christi’ — ein wunderbarer Schatz (2. Kor. 4:6-10, 16-18).

WARUM BESSER?

6. Warum ist dieser „heilige Dienst“ besser als jeder andere Dienst, den wir leisten könnten?

6 Warum ist dieser Dienst besser als jeder andere Dienst, den wir leisten könnten? Weil er dazu beiträgt, daß Angehörige aller Rassen und Nationen die Verwirklichung von all dem erleben, wonach sich die Menschheit von jeher gesehnt hat und was bisher immer ein Traum geblieben ist: eine Erde, auf der Frieden herrscht, auf der niemand hungert, niemand arm oder krank ist und niemand bedrückt wird. Außerdem trägt er noch dazu bei, daß sie etwas erleben, worauf die meisten Menschen nicht zu hoffen wagen: die Befreiung vom Tod (Röm. 8:18-21; Hebr. 2:15).

7—9. (a) Wie bewies Gottes Sohn, daß er diesen „heiligen Dienst“ für besser hielt als irgendeinen weltlichen Dienst? (b) Welches ist somit der wichtigste Grund, weshalb wir diesen Dienst mehr als jeden anderen Dienst schätzen sollten?

7 Das ist durch keine menschliche Regierung und keine philanthropischen oder humanitären Bemühungen zu erreichen. Unabhängig von Gott und von seinem Vorsatz läßt sich das nicht verwirklichen. Deshalb hat Jesus Christus, der Sohn Gottes, es abgelehnt, sich von einer begeisterten Volksmenge, die erkannte, daß er auf humanitärem Gebiet sehr viel Gutes tun könnte, zum König seines Vaterlandes machen zu lassen (Joh. 6:15, 25-27). Deshalb wies Jesus auch das Angebot ab, die Macht über alle Regierungen der Erde zu übernehmen, denn der, der sie ihm anbot, wollte alles völlig ohne Gott tun. Der Preis, den er von Jesus dafür forderte, war ein Akt der Anbetung. Aber nicht Gott, sondern den, der ihm das Angebot machte, sollte er dafür anbeten. Jesu Antwort lautete: „Geh weg, Satan! Denn es steht geschrieben: ,Jehova, deinen Gott, sollst du anbeten, und ihm allein sollst du heiligen Dienst darbringen‘“ (Matth. 4:8-10).

8 Wenn wir bedenken, wem wir dienen, so haben wir noch mehr Grund, diesen heiligen Dienst als etwas Kostbares zu betrachten. Personen, die in einer Monarchie leben, sehen es als etwas Großes an, als eine Ehre, eine Stellung am Hof zu erhalten, und sind dann stolz, sagen zu können: „Ich stehe im Dienst des Königs.“ Wieviel erhabener und köstlicher ist es, sagen zu können: „Ich stehe im Dienst des Schöpfers des Himmels und der Erde, des höchsten Wesens, des Souveräns des ganzen Universums.“!

9 Ja, es befriedigt uns, zu wissen, daß unser „heiliger Dienst“ für die Menschheit viel Gutes bewirkt und noch bewirken wird. Doch es befriedigt uns noch mehr, zu wissen, daß dadurch der Name Gottes, des Höchsten, geehrt wird. Weil Gott in seiner Liebe schon so viel für uns getan hat und in Zukunft noch tun wird, verdient er es mehr als irgend jemand anders, daß wir ihm hingebungsvoll und dankbar dienen. Wir haben das Leben und alles andere, was wir besitzen und woran wir uns erfreuen, von ihm erhalten (Ps. 104:1, 14, 15, 24).

10. Welche wunderbare Belohnung sollte uns in diesem „heiligen Dienst“ anspornen?

10 Gott verheißt uns nicht, uns in Anerkennung unseres Dienstes ein Denkmal zu setzen, das schließlich nur verfallen würde, sondern er verheißt uns Leben, Leben in einer gerechten neuen Ordnung, in der Frieden herrschen wird und in der die Menschen gesund und glücklich sein werden. Er verheißt einer zahllosen Volksmenge aus allen Nationen und Völkern, sie in der großen Drangsal, die jetzt rasch näher kommt, am Leben zu erhalten und ihr dann das Vorrecht zu schenken, in einer neuen Ordnung, die er schaffen wird, zu leben. Der Apostel Johannes durfte in einer prophetischen Vision die Menschen sehen, die die große Drangsal überleben werden, und er schrieb über sie in Offenbarung 7:14, 15: „Das sind die, die aus der großen Drangsal kommen, und sie haben ihre langen Gewänder gewaschen und sie in dem Blut des Lammes weiß gemacht. Darum sind sie vor dem Throne Gottes; und Tag und Nacht bringen sie ihm in seinem Tempel heiligen Dienst dar.“

11, 12. (a) Wer behauptet heute, Gott „heiligen Dienst“ darzubringen? (b) Welche Verhältnisse ziehen aber diese Behauptung in Zweifel?

11 Was gibt uns die Gewähr dafür, daß der „heilige Dienst“, den wir Gott darbringen, ihm auch wohlgefällig ist? Den Kirchen der Christenheit gehören jetzt fast eine Milliarde Menschen an. Sie meinen, dem Gott der Bibel zu dienen. Millionen beschnittener Juden unterstützen ihre Synagogen und Rabbiner und sind überzeugt, daß sie Gott auf die rechte Weise anbeten. Weitere Milliarden Menschen in der ganzen Welt dienen den Göttern nichtchristlicher Religionen.

12 Aber wenn wir sehen, welche Verhältnisse auf religiösem und sittlichem Gebiet in den verschiedenen Ländern herrschen, müssen wir uns fragen, ob ihre Anschauungen vielleicht verkehrt sind. Wo ist der Beweis dafür, daß sie sich durch den Glauben an das „Blut des Lammes“ gereinigt haben und Jünger geworden sind, was mit dem Glauben untrennbar verbunden ist? Haben sie sich davor bewahrt, ein Teil der Welt zu werden? Haben sie sich davor bewahrt, sich durch geschlechtliche Unmoral, durch Lügen und durch Stehlen zu beflecken, und helfen sie persönlich anderen, Gottes Wort zu verstehen? Helfen sie neuen Jüngern, Jehova Gott, dem Allmächtigen, „heiligen Dienst“ darzubringen? (Joh. 15:27 bis 16:3; Apg. 24:13, 14).

13, 14. Warum ist es so wichtig, zu wissen, was unter echtem „heiligem Dienst“ zu verstehen ist und was nicht?

13 Wir müssen die richtige Antwort kennenlernen, denn wenn diese religiösen Menschen im Irrtum sind, kann das Ende ihres Weges nur eine furchtbare Enttäuschung sein. Alles deutet darauf hin, daß dieses Ende kurz bevorsteht.

14 In der bevorstehenden Drangsal wird Jesus Christus sich niemandem zuwenden und niemanden beschützen, der Gott nicht wie er „heiligen Dienst“ darbringt. Er sagte: „Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: ,Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen prophezeit und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Machttaten vollbracht?‘ Und doch will ich ihnen dann bekennen: Ich habe euch nie gekannt! Weichet von mir, ihr Täter der Gesetzlosigkeit“ (Matth. 7:22, 23). Wer Gott nicht richtig dient, bringt in Wirklichkeit keinen „heiligen Dienst“ dar, und er darf nicht hoffen, in der bevorstehenden großen Drangsal, die der gerechten neuen Ordnung Gottes vorausgeht, am Leben erhalten zu werden.

DIE BEDEUTUNG DES AUSDRUCKS „HEILIGER DIENST“ ERMITTELN

15, 16. Welcher Unterschied besteht zwischen dem griechischen Ausdruck, der mit „heiligen Dienst darbringen“ wiedergegeben wird (latreuo), und dem, der mit „dienen“ (diakonéo) wiedergegeben wird?

15 Die Bibel ermöglicht es uns, zu ermitteln, woraus der „heilige Dienst“ besteht, den Gott mit seiner Gutheißung und seinem Schutz belohnen wird. In dem Bericht darüber, wie Jesus die Versuchung zurückwies, wird das griechische Verb latreuo gebraucht (Matth. 4:10), nicht das griechische Wort diakonéo, das in vielen Übersetzungen mit „dienen“ wiedergegeben wird. Worin liegt der Unterschied?

16 Während sich beide Wörter auf Dienst beziehen, wird das Wort diakonéo stets auf den Dienst angewandt, den ein Mensch einem anderen persönlich erweist (Luk. 12:37). Das Wort latreuo dagegen wird in der Bibel ausschließlich auf den Dienst angewandt, der Gott oder, wie in einigen Fällen, angeblichen, das heißt falschen Göttern dargebracht wird (Apg. 7:42; Röm. 1:25).

17, 18. (a) Mit welchen Worten weist der Apostel Paulus auf den „heiligen Dienst“ hin, der in vorchristlichen Zeiten dargebracht wurde? (b) Beschränkt sich der „heilige Dienst“ des Christen auf bestimmte Orte oder auf eine bestimmte Klasse innerhalb der Versammlung?

17 Aus der Bibel geht hervor, daß auf der Erde dem wahren Gott schon „heiliger Dienst“ dargebracht wurde, bevor Christus Jesus zur Erde kam und das Christentum gegründet wurde. Ein Beweis dafür sind die Worte des Apostels Paulus in Hebräer 8:5, wo er über die israelitischen Priester schreibt, daß sie „den heiligen Dienst in einer sinnbildlichen Darstellung und einem Schatten der himmlischen Dinge“ verrichteten, als sie in der Stiftshütte dienten, indem sie Gott opferten (Hebr. 9:1, 6; 10:2; 13:10).

18 Beschränkt sich somit der „heilige Dienst“ des Christen auf einen bestimmten Ort oder auf bestimmte Orte oder auf eine bestimmte Klasse oder Gruppe ähnlich den Priestern im alten Israel? Nein, denn selbst bei den Israeliten wurde nicht nur von den Priestern, die eingesetzt waren, um in der Stiftshütte zu dienen, erwartet, daß sie „heiligen Dienst“ verrichteten. Das ganze Volk Israel hatte das Vorrecht und die Pflicht, einen solchen Dienst darzubringen (2. Mose 3:12; Apg. 7:6, 7; Röm. 9:4).

19, 20. Wieso konnte der Apostel Paulus sagen, daß die zwölf Stämme Israels damals Gott „inbrünstig Nacht und Tag heiligen Dienst“ darbrachten?

19 Als sich der Apostel Paulus vor König Agrippa verantworten mußte, sagte er, daß nicht nur der Stamm Levi mit der aaronischen Priesterschaft, sondern alle „zwölf Stämme“ des Volkes Israel immer noch hofften, zur Erfüllung der Verheißung zu gelangen, die Gott ihren Vorvätern gegeben hatte. Und wie bekundeten sie diese Hoffnung? Gemäß Apostelgeschichte 26:7 sagte Paulus, daß sie sie kundtaten, „indem sie ihm [Gott] inbrünstig Nacht und Tag heiligen Dienst“ darbrachten. Wie taten sie dies?

20 Aus Lukas 2:37 geht hervor, daß die Prophetin Anna es zum Beispiel tat, indem sie „niemals im Tempel fehlte und Nacht und Tag mit Fasten und Flehen heiligen Dienst darbrachte“. Sie war regelmäßig bei den öffentlichen Gottesdiensten im Tempel anwesend. Aber nicht alle Juden wohnten in Jerusalem. Vielen war es deshalb nicht möglich, so häufig im Tempel zu sein. Doch die Juden in ganz Israel konnten, wie Paulus sagte, ‘Tag und Nacht dienen’ — und viele taten es auch —, indem sie Eifer für den Gesetzesbund und dessen Satzungen zeigten, den Zehnten ihrer Erträge für den Tempeldienst ablieferten, indem sie opferten und das Morgen- und das Abendgebet verrichteten und indem sie auch regelmäßig die Synagogen besuchten, wo Gottes Wort besprochen wurdea.

21, 22. Weshalb dreht sich der „heilige Dienst“ heute nicht um einen Gesetzesbund und dessen Opfer?

21 Bildet heute ein solcher Gesetzesbund und dessen Opfer den Mittelpunkt des „heiligen Dienstes“ für Gott? Nein, denn das alles war, wie der Apostel sagte, nur ‘eine sinnbildliche Darstellung und ein Schatten’ künftiger größerer Dinge (Hebr. 8:5). Und gemäß Hebräer 9:9, 10 sagte er über die in der Stiftshütte dargebrachten Opfer: „Sie waren rechtliche Erfordernisse, die das Fleisch betrafen, und wurden bis zu der bestimmten Zeit der Richtigstellung der Dinge auferlegt.“ (Vergleiche Philipper 3:3.)

22 Die „Zeit der Richtigstellung der Dinge“ kam mit Christus Jesus. Er erfüllte die „Schatten“ des Gesetzes (Hebr. 10:1-4). Als das Lamm Gottes hat er „sich selbst ohne Makel Gott dargebracht“, indem er sein Leben als vollkommenes Opfer dahingab, als ein Opfer, das nicht wiederholt zu werden braucht. Die Worte des Apostels in Hebräer 9:14 zeigen, daß das vergossene Blut Christi zufolge unseres Glaubens „unser Gewissen von toten Werken reinigen [kann], damit wir dem lebendigen Gott heiligen Dienst darbringen können“.

DAS MUSTER FÜR DEN HEILIGEN DIENST DES CHRISTEN

23. Warum wurden viele Juden von Gott nicht beschützt, als Jerusalem eingenommen wurde, obwohl sie ihm Tag und Nacht „heiligen Dienst“ dargebracht hatten?

23 Die vielen Juden, die zur Zeit des Apostels Paulus Gott Nacht und Tag dienten, sicherten sich dadurch trotzdem seinen Schutz nicht und blieben in der von Gottes Sohn vorhergesagten Drangsal, die im ersten Jahrhundert über Jerusalem kam, nicht am Leben. Warum wurde ihr Dienst nicht mit göttlichem Schutz belohnt? Paulus sagte über sie: „Sie [haben] Eifer für Gott ..., aber nicht gemäß genauer Erkenntnis“ (Röm. 10:2). Sie erkannten nicht, daß sich viele Prophezeiungen der Bibel an Christus Jesus erfüllten und daß Gott durch ihn die Art und Weise jeglichen künftigen „heiligen Dienstes“ für sich, Gott, festlegte. Sie verloren die Tatsache aus den Augen, daß das Herz bei dem Bemühen, Gott wohlzugefallen, die Schlüsselstellung innehat, und ließen ihr Herz gegenüber Gottes Führung und Leitung unempfänglich werden (5. Mose 10:12-14, 16; Matth. 15:8). Wenn wir nicht wollen, daß es uns ähnlich ergeht wie diesen Juden, müssen wir jetzt soviel wie möglich über Gottes Sohn kennenlernen, damit der Dienst, den wir Gott darbringen, für ihn annehmbar sein wird.

24, 25. (a) Auf welch verschiedene Weise zeigte Jesus, was „heiliger Dienst“ ist? (b) Wie bewies er sein Mitleid mit den Menschen?

24 Jesus Christus sagte über sein Kommen zur Erde: „Dazu bin ich geboren worden und dazu bin ich in die Welt gekommen, damit ich für die Wahrheit Zeugnis ablege“ (Joh. 18:37). Das tat er, indem er mutig die Wahrheit redete. Die letzten dreieinhalb Jahre seines Lebens beschäftigte er sich ausschließlich damit, die gute Botschaft von Gottes Königreich überall in Israel zu verkündigen. Aber er mußte mehr tun als nur über die Wahrheit reden. Er mußte auch entsprechend leben. Er mußte beweisen, daß das Wort Gottes wahr ist, indem er alles, was darin über ihn prophezeit war, tat und so lebte, daß die Menschen seinen Vater und die Wege und Maßstäbe seines Vaters kennen- und verstehen lernen konnten (Joh. 1:14, 18). Er achtete sorgsam auf seinen Lebenswandel, damit er keine Schmach auf den Namen Gottes brachte, dessen Heiligung ihm über alles ging (Matth. 6:9).

25 Wie sein Vater, so empfand auch Jesus mit seinen Zeitgenossen ein tiefes, von Herzen kommendes Mitleid. Wir lesen in der Bibel: „Als er die Volksmengen sah, empfand er Mitleid mit ihnen, weil sie zerschunden waren und umhergestoßen wurden wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Matth. 9:36). Er tröstete sie mit der guten Botschaft vom Königreich. Auch redete er nicht nur oder hielt nicht nur Vorträge, sondern er tat auch etwas für die Menschen, er tat ihnen Gutes. Nachdem er zu einer großen Volksmenge gesprochen hatte, die zu ihm gekommen war, um ihn zu hören, sagte er: „Ich habe Mitleid mit der Volksmenge, denn schon drei Tage sind sie bei mir geblieben, und sie haben nichts zu essen; und wenn ich sie hungrig nach Hause gehen lasse, werden sie unterwegs ermatten.“ Darauf gab er allen durch ein Wunder zu essen (Mark. 8:2, 3). Als ein Leprakranker voller Überzeugung zu Jesus sagte, daß er ihn heilen könne, wenn er nur wolle, entgegnete Jesus: „Ich will es“ und heilte ihn auf der Stelle (Mark. 1:40, 41).

26. Was veranlaßte Jesus hauptsächlich zu diesen menschenfreundlichen Taten?

26 Warum tat Jesus diese Werke, durch die er den leidenden Menschen half? Tat er sie, weil er ein Philanthrop oder Menschenfreund war? Nein, er tat diese guten Werke, um eine solide Grundlage für den Glauben an die gute Botschaft zu schaffen und daran, daß sie wirklich von Gott stammte. Er wies als Beweis dafür, daß er wirklich von Gott gesandt worden war, nicht nur auf seine Worte hin, sondern auch auf seine Werke. Warum sollten die Menschen ihn als Messias annehmen, wenn er nicht durch seine Werke zeigte, daß er die Eigenschaften Gottes besaß, des Gottes, den er ihnen nahebringen wollte? (Joh. 10:37, 38).

27. Wozu sollten wir nun entschlossen sein, wenn wir das Vorrecht des „heiligen Dienstes“ schätzen?

27 Wenn wir möchten, daß unser Dienst Gott wohlgefällt, müssen wir Christus nachahmen. Wir wissen, wieviel Gutes bewirkt werden kann, wenn wir in diesem Dienst aufgehen. Setzen wir ihn daher beharrlich fort, und wir werden sehen, daß Gott uns unterstützen und uns helfen wird, alle Schwierigkeiten und jeden Widerstand zu überwinden. Möge er uns erhören, wenn wir ihn mit den Worten Sacharjas darum bitten, ‘uns das Vorrecht zu gewähren, nachdem wir aus den Händen der Feinde befreit worden sind, ihm ohne Furcht heiligen Dienst darzubringen mit Loyalität und Gerechtigkeit vor ihm alle unsere Tage’ (Luk. 1:74, 75).

[Fußnote]

a Zu den Worten des Paulus aus Apostelgeschichte 26:7 wird in The Pulpit Commentary gesagt: „Dienen (latreuon); d. h. dienen durch Anbetung, Gebete, Opfer und dergleichen.

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