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„Wer ist würdig, die Buchrolle zu öffnen?“Die Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
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20. Welches Loblied erklingt nun für das Lamm?
20 Wie reagieren andere Glieder der himmlischen Heerscharen der Organisation Jehovas auf dieses neue Lied? Johannes ist begeistert, zu sehen, daß sie mit den 24 Ältesten von ganzem Herzen übereinstimmen: „Und ich sah, und ich hörte eine Stimme vieler Engel rings um den Thron und die lebenden Geschöpfe und die Ältesten, und ihre Zahl war Myriaden mal Myriaden und Tausende mal Tausende, die mit lauter Stimme sprachen: ‚Das Lamm, das geschlachtet wurde, ist würdig, die Macht und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Herrlichkeit und Segen zu empfangen‘ “ (Offenbarung 5:11, 12). Was für ein beeindruckendes Loblied!
21. Wird dadurch, daß das Lamm gepriesen wird, Jehovas Souveränität oder seine Stellung geschmälert? Erkläre es.
21 Bedeutet das, daß Jesus Jehova Gott gewissermaßen ersetzt hat und die ganze Schöpfung nun ihm und nicht dem Vater Lobpreis darbringt? Keineswegs. Dieses Loblied ist vielmehr in Übereinstimmung mit dem, was der Apostel Paulus schrieb: „Gott [hat] ihn [Jesus] auch zu einer übergeordneten Stellung erhöht und ihm gütigerweise den Namen gegeben, der über jedem anderen Namen ist, so daß sich im Namen Jesu jedes Knie beuge, derer, die im Himmel, und derer, die auf der Erde, und derer, die unter dem Erdboden sind, und jede Zunge offen anerkenne, daß Jesus Christus Herr ist zur Verherrlichung Gottes, des Vaters“ (Philipper 2:9-11). Jesus wird hier gepriesen wegen des Anteils, den er daran hat, die wichtigste Streitfrage vor der ganzen Schöpfung zu klären — die Streitfrage, bei der es um die Rechtfertigung der rechtmäßigen Souveränität Jehovas geht. Auf diese Weise wurde der Vater in der Tat verherrlicht.
Eine anschwellende Hymne
22. Am Singen welcher Hymne beteiligen sich Stimmen aus dem irdischen Bereich?
22 In der von Johannes beschriebenen Szene jubeln die himmlischen Heerscharen Jesus mit Melodien zu, wodurch sie zum Ausdruck bringen, daß sie seine Treue und seine Herrschergewalt, die er im Himmel hat, anerkennen. In ihrem Gesang werden sie von Stimmen aus dem irdischen Bereich begleitet, und auch diese lobpreisen den Vater und den Sohn. Wie bei den Menschen die Leistungen eines Sohnes den Eltern zur Ehre gereichen können, so trägt der treue Lauf Jesu in der ganzen Schöpfung „zur Verherrlichung Gottes, des Vaters“, bei. Johannes fährt also fort: „Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde und auf dem Meer ist, und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: ‚Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei der Segen und die Ehre und die Herrlichkeit und die Macht für immer und ewig‘ “ (Offenbarung 5:13).
23, 24. (a) Woraus ist zu schließen, wann die Hymne im Himmel zu erklingen beginnt und wann auf der Erde? (b) Wie wird der Klang der Hymne im Laufe der Jahre immer lauter?
23 Seit wann wird diese einzigartige Hymne gesungen? Es wurde damit früh am Tag des Herrn begonnen. Als Satan und seine Dämonen aus dem Himmel geworfen wurden, konnte „jedes Geschöpf ... im Himmel“ in dieses Loblied einstimmen. Und wie aus Berichten hervorgeht, haben sich seit 1919 immer mehr Personen auf der Erde — anfänglich nur wenige tausend, doch bis zum Jahr 2005 weit über sechs Millionen — ebenfalls dem Gesang zum Lobpreis Jehovas angeschlossen.b Wenn Satans irdisches System vernichtet worden ist, wird „jedes Geschöpf ... auf der Erde“ zum Lobpreis Jehovas und seines Sohnes singen. Zu Gottes bestimmter Zeit wird die Auferstehung zahlloser Millionen Toter stattfinden, und dann wird „jedes Geschöpf ... unter der Erde“, das im Gedächtnis Gottes ist, die Gelegenheit erhalten, in die Hymne einzustimmen.
24 Millionen Menschen „vom äußersten Ende der Erde“, vom „Meer“ und von den „Inseln“ singen schon heute in Verbindung mit Jehovas weltweiter Organisation ein neues Lied (Jesaja 42:10; Psalm 150:1-6). Dieses freudige Loblied wird am Ende des Millenniums, wenn die Menschheit vollkommen gemacht worden ist, ein Crescendo erreichen. Danach wird die alte „Schlange“, der Erzbetrüger Satan, vernichtet werden, womit sich 1. Mose 3:15 vollständig erfüllt; und als glorreicher Höhepunkt wird die gesamte belebte Schöpfung, sowohl die geistige als auch die irdische, in Einheit singen: „Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei der Segen und die Ehre und die Herrlichkeit und die Macht für immer und ewig.“ Im ganzen Universum wird es keine Dissonanz geben.
25. (a) Wozu werden wir angespornt, wenn wir den Bericht des Johannes über die universelle Hymne lesen? (b) Welches gute Beispiel geben uns die vier lebenden Geschöpfe und die 24 Ältesten am Ende der Vision?
25 Was für eine schöne Zeit das sein wird! Ja, das, was Johannes hier beschreibt, läßt unser Herz höher schlagen und spornt uns an, in den Gesang der himmlischen Heerscharen zum Lobpreis Jehovas Gottes und Jesu Christi aus tiefster Seele mit einzustimmen. Sind wir jetzt nicht mehr denn je entschlossen, damit fortzufahren, rechte Werke zu vollbringen? Wenn wir das tun, können wir erwarten, daß wir — jeder einzelne von uns — mit Jehovas Hilfe den glorreichen Höhepunkt miterleben und in dem universellen Chor mitsingen werden. Natürlich stimmen die vier lebenden Cherubgeschöpfe und die auferstandenen gesalbten Christen völlig miteinander überein, denn die Vision endet mit den Worten: „Und die vier lebenden Geschöpfe sprachen ferner: ‚Amen!‘, und die Ältesten fielen nieder und beteten an“ (Offenbarung 5:14).
26. Woran sollten wir glauben, und was zu tun, schickt sich das Lamm an?
26 Mögest du, lieber Leser, zu denen gehören, die an das Opfer des Lammes, des ‘Würdigen’, glauben und von Jehova — dem, „der auf dem Thron sitzt“ — gesegnet werden, weil sie ihn anbeten und ihm demütig dienen, so gut sie können. Die Johannes-Klasse wird dir gern darin beistehen und für das nötige „Maß an [geistigem] Speisevorrat zur rechten Zeit“ sorgen (Lukas 12:42). Doch siehe! Das Lamm schickt sich an, die sieben Siegel zu öffnen. Wir wollen sehen, welche begeisternden Dinge uns enthüllt werden.
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Vier Reiter galoppierenDie Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
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1. Wie enthüllt Jehova Johannes den Inhalt der geheimnisvollen Buchrolle, die Jesus öffnet?
SIND wir, die wir in dieser kritischen Zeit leben, nicht alle an ‘den Dingen, die in kurzem geschehen sollen’, brennend interessiert? Ganz gewiß, denn wir sind alle davon betroffen. Schließen wir uns daher Johannes an, der jetzt sieht, wie Jesus die geheimnisvolle Buchrolle öffnet. Interessanterweise braucht Johannes sie nicht zu lesen. Warum nicht? Weil ihm ihr Inhalt „in Zeichen“ durch eine Reihe von Szenen voll packender Handlungen übermittelt wird (Offenbarung 1:1, 10).
2. (a) Was sieht und hört Johannes, und woran erinnert ihn das Aussehen des Cherubs möglicherweise? (b) An wen ist die Aufforderung des ersten Cherubs gerichtet, und wie begründest du deine Antwort?
2 Hören wir nun, was Johannes sagt, während Jesus das erste Siegel der Buchrolle öffnet: „Und ich sah, als das Lamm eines der sieben Siegel öffnete, und ich hörte eines von den vier lebenden Geschöpfen wie mit Donnerstimme sagen: ‚Komm!‘ “ (Offenbarung 6:1). Es ist die Stimme des ersten Cherubs, dessen löwenähnliches Aussehen den Apostel möglicherweise daran erinnert, daß Jehovas Organisation bei der Vollstreckung seiner gerechten Urteilssprüche mutig vorgehen wird. An wen ist die Aufforderung gerichtet? Sie kann nicht Johannes angehen, denn er ist bereits eingeladen worden, sich diese prophetischen Szenen anzuschauen (Offenbarung 4:1). Durch die „Donnerstimme“ werden andere zur Beteiligung an der ersten von vier aufregenden Episoden herbeigerufen.
Das weiße Pferd und sein ruhmwürdiger Reiter
3. (a) Was beschreibt Johannes nun? (b) Was muß das weiße Pferd gemäß der biblischen Symbolik darstellen?
3 Johannes (sowie die eifrige Johannes-Klasse und ihre heutigen Gefährten) erhält das Vorrecht, ein spannendes Drama zu sehen. Johannes sagt: „Und ich sah, und siehe, ein weißes Pferd; und der darauf saß, hatte einen Bogen; und es wurde ihm eine Krone gegeben, und er zog aus, siegend und um seinen Sieg zu vollenden“ (Offenbarung 6:2). Ja, auf den donnerähnlichen Ruf „Komm!“ stürmt ein weißes Pferd heran. In der Bibel ist das Pferd oft ein Sinnbild des Krieges (Psalm 20:7; Sprüche 21:31; Jesaja 31:1). Das strahlende Weiß dieses Pferdes (wahrscheinlich ein prächtiger Zuchthengst) deutet auf makellose Heiligkeit hin. (Vergleiche Offenbarung 1:14; 4:4; 7:9; 20:11.) Das ist sehr passend, denn es veranschaulicht eine Kriegführung, die in Jehovas heiligen Augen rein und gerecht ist. (Siehe ferner Offenbarung 19:11, 14.)
4. Wer ist der Reiter des weißen Pferdes? Erkläre es.
4 Wer ist der Reiter dieses Pferdes? Er hat einen Bogen, also eine Angriffswaffe, und es wird ihm auch eine Krone gegeben. Die einzigen Gerechten, die man am Tag des Herrn mit Kronen auf ihren Häuptern sieht, sind Jesus und die Klasse, die durch die 24 Ältesten dargestellt wird (Daniel 7:13, 14, 27; Lukas 1:31-33; Offenbarung 4:4, 10; 14:14).a Es ist unwahrscheinlich, daß einer der 24 Ältesten so dargestellt würde, als empfange er aufgrund seines eigenen Verdienstes eine Krone. Somit kann dieser Reiter niemand anders sein als Jesus Christus. Johannes sieht ihn im Himmel, und zwar in dem historischen Moment (im Jahre 1914), in dem Jehova verkündet: „Ich, ja ich, habe meinen König eingesetzt“ und ihm sagt, zu welchem Zweck, nämlich, „daß ich Nationen zu deinem Erbe gebe“ (Psalm 2:6-8).b Beim Öffnen des ersten Siegels zeigt Jesus, wie er sich als neugekrönter König zu Gottes bestimmter Zeit zum Krieg aufmacht.
5. Inwiefern stimmen die Worte des Psalmisten mit der Beschreibung des Reiters aus Offenbarung 6:2 überein?
5 Diese Szene stimmt treffend mit Psalm 45:4-7 überein, wo zu dem von Jehova inthronisierten König gesagt wird: „Und in deiner Pracht zieh hin zum Erfolg; fahre einher in der Sache der Wahrheit und Demut und Gerechtigkeit, und deine Rechte wird dich in furchteinflößenden Dingen unterweisen. Deine Pfeile sind scharf — Völker fallen fortwährend unter dir — im Herzen der Feinde des Königs. Gott ist dein Thron auf unabsehbare Zeit, ja für immer; das Zepter deines Königtums ist ein Zepter der Geradheit. Du hast Gerechtigkeit geliebt, und du haßt Bosheit. Darum hat dich Gott, dein Gott, mit dem Öl des Frohlockens gesalbt, mehr als deine Mitgenossen.“ Es ist anzunehmen, daß Johannes, der diese prophetische Beschreibung kannte, wußte, daß sie sich auf die Tätigkeit Jesu als König bezog. (Vergleiche Hebräer 1:1, 2, 8, 9.)
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