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Die für die Christenheit bestimmten Plagen JehovasDie Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
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36. Was geschieht, als der vierte Engel seine Trompete bläst?
36 „Und der vierte Engel blies seine Trompete. Und geschlagen wurde ein Drittel der Sonne und ein Drittel des Mondes und ein Drittel der Sterne, damit ein Drittel derselben verfinstert werde und der Tag während seines dritten Teils keine Beleuchtung habe und die Nacht desgleichen“ (Offenbarung 8:12). Die neunte Plage, die über Ägypten kam, war buchstäbliche Finsternis (2. Mose 10:21-29). Doch welche symbolische Finsternis plagt die Menschen heute?
37. Wie beschrieben der Apostel Petrus und der Apostel Paulus den geistigen Zustand derer, die sich außerhalb der Christenversammlung befanden?
37 Der Apostel Petrus sagte zu Glaubensbrüdern, sie seien bildlich gesprochen in Finsternis gewesen, ehe sie Christen geworden seien (1. Petrus 2:9). Paulus gebrauchte ebenfalls das Wort „Finsternis“, um den geistigen Zustand derer zu beschreiben, die sich außerhalb der Christenversammlung befanden (Epheser 5:8; 6:12; Kolosser 1:13; 1. Thessalonicher 5:4, 5). Wie steht es aber mit den Angehörigen der Christenheit, die behaupten, an Gott zu glauben, und die sagen, daß sie Jesus als ihren Retter anerkennen?
38. Der vierte Engel macht mit einer Trompete welche Tatsache über das „Licht“ der Christenheit bekannt?
38 Jesus erklärte, wahre Christen seien an ihren Früchten zu erkennen und viele, die behaupten würden, seine Nachfolger zu sein, seien „Täter der Gesetzlosigkeit“ (Matthäus 7:15-23). Jeder, der die Früchte des Drittels der Welt sieht, das die Christenheit umfaßt, muß zugeben, daß sie in tiefer geistiger Finsternis tappt (2. Korinther 4:4). Sie verdient Tadel, denn sie gibt vor, christlich zu sein. Daher ist es angebracht, daß der vierte Engel mit einer Trompete bekanntmacht, daß das „Licht“ der Christenheit in Wirklichkeit Finsternis ist und daß ihre „Licht“quellen babylonisch und nicht christlich sind (Markus 13:22, 23; 2. Timotheus 4:3, 4).
39. (a) Was würde gemäß einer Resolution, die auf einem Kongreß im Jahre 1925 angenommen wurde, das Irrlicht der Christenheit bewirken? (b) Welche weitere Bloßstellung erfolgte 1955?
39 In Übereinstimmung mit dieser Bekanntmachung aus dem Himmel nahm Gottes Volk, das sich am 29. August 1925 in Indianapolis (Indiana, USA) in großer Zahl zu einem Kongreß versammelt hatte, eine in offener Sprache abgefaßte Resolution an, betitelt „Botschaft der Hoffnung“. Die Resolution brachte man in mehreren Sprachen als Traktat heraus, und wiederum wurden 50 Millionen Exemplare verbreitet. Darin wurde das Irrlicht beschrieben, auf das die profitgierigen Finanzleute, die politischen Führer und die Geistlichkeit gemeinsam hinwiesen, wodurch „die Völker in Finsternis“ gerieten. Und es machte auf Gottes Königreich aufmerksam, das einzige Mittel, durch das die Hoffnung der Menschen, „die Segnungen des Friedens, der Wohlfahrt, der Gesundheit, des Lebens, der Freiheit und der ewigen Glückseligkeit“ zu erlangen, erfüllt wird. Die kleine Gruppe gesalbter Christen mußte mutig sein, damit sie der riesigen Organisation der Christenheit solche Botschaften überbringen konnte. Doch sie hat dies von den 1920er Jahren an bis heute fortgesetzt getan. In jüngerer Zeit, im Jahre 1955, wurde die Klasse der Geistlichkeit durch die Verbreitung einer Broschüre, die den Titel trug Christenheit oder Christentum — was ist „das Licht der Welt“? und die in vielen Sprachen veröffentlicht wurde, wiederum bloßgestellt. Heute ist die Heuchelei der Christenheit so offensichtlich, daß dies vielen Personen schon selbst aufgefallen ist. Doch Jehovas Volk hat nicht aufgehört, die Christenheit als das bloßzustellen, was sie ist: ein Königreich der Finsternis.
Ein fliegender Adler
40. Welchen Zustand, in dem sich die Christenheit befindet, deckten die ersten vier Trompetenstöße auf?
40 Die ersten vier Trompetenstöße deckten zweifellos den trostlosen und lebensgefährlichen Zustand auf, in dem sich die Christenheit befindet. Es wurde ans Tageslicht gebracht, daß ihr Teil der „Erde“ Jehovas Strafgericht verdient. Revolutionäre Regierungen, die man in Ländern der Christenheit und in anderen Ländern einsetzte, wurden als schädlich für das Glaubensleben bloßgestellt. Der gefallene Zustand der Geistlichkeit der Christenheit wurde entlarvt, und die geistige Finsternis, in der sie sich im allgemeinen befand, wurde enthüllt, so daß alle es erkennen konnten. Die Christenheit ist in der Tat der tadelnswerteste Teil des Systems der Dinge, das Satan gehört.
41. Was sieht und hört Johannes, als die Folge der Trompetenstöße unterbrochen wird?
41 Was wird noch offenbar? Bevor wir auf diese Frage eine Antwort erhalten, wird die Folge der Trompetenstöße unterbrochen. Johannes beschreibt, was er als nächstes sieht: „Und ich sah, und ich hörte einen Adler, der in der Mitte des Himmels flog, mit lauter Stimme sagen: ‚Wehe, wehe, wehe denen, die auf der Erde wohnen, wegen der übrigen Trompetenstöße der drei Engel, die im Begriff sind, ihre Trompeten zu blasen!‘ “ (Offenbarung 8:13).
42. Was wird durch den fliegenden Adler möglicherweise dargestellt, und welche Botschaft überbringt er?
42 Ein Adler fliegt hoch am Himmel, so daß er in großem Umkreis gesehen werden kann. Seine Sehfähigkeit ist außergewöhnlich gut, und er kann weit in die Ferne sehen (Hiob 39:29). Eines der vier lebenden Cherubgeschöpfe, die sich beim Thron Gottes befanden, wurde als ein fliegender Adler dargestellt (Offenbarung 4:6, 7). Ob es sich dabei nun um diesen Cherub oder um einen anderen Diener Gottes, der Weitblick hat, handelt, er verkündigt laut eine machtvolle Botschaft: „Wehe, wehe, wehe!“ Mögen die Bewohner der Erde aufmerken, wenn die drei übrigen Trompetenstöße, die mit je einem der drei Wehe im Zusammenhang stehen, zu hören sind.
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Das erste Wehe — HeuschreckenDie Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
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1. Wer unterstützt die Engel, während sie die Trompete erschallen lassen, und was kündigt der fünfte Trompetenstoß an?
DER fünfte Engel macht sich zum Blasen seiner Trompete bereit. Vier himmlische Trompeten sind bereits geblasen worden, und vier Plagen sind gegen ein Drittel der Erde gerichtet gewesen, das in Jehovas Augen am verwerflichsten ist — die Christenheit. Ihr todkranker Zustand ist enthüllt worden. Während Engel die Trompeten erschallen lassen, werden sie von Verkündigern auf der Erde unterstützt. Nun ist der fünfte Engel im Begriff, das erste Wehe anzukündigen, es ist noch furchteinflößender als das, was vorausgegangen ist. Es steht in Zusammenhang mit einer furchtbaren Heuschreckenplage. Doch wollen wir zuerst andere Bibeltexte näher prüfen, so daß wir besser verstehen, worum es bei dieser Plage geht.
2. In welchem Bibelbuch wird eine ähnliche Heuschreckenplage beschrieben, wie sie Johannes sieht, und wie wirkte sie sich auf das alte Israel aus?
2 In dem Bibelbuch Joel, das im neunten Jahrhundert v. u. Z. geschrieben wurde, wird eine Insektenplage, bei der auch Heuschrecken auftraten, beschrieben, die der von Johannes gesehenen Plage gleicht (Joel 2:1-11, 25).a Sie hatte den Zweck, den abtrünnigen Israeliten große Qualen zu bereiten, bewirkte aber auch, daß einzelne Juden bereuten und in Jehovas Gunst zurückkehrten (Joel 2:6, 12-14). Zu jener Zeit würde Jehova seinen Geist auf „Fleisch von jeder Art“ ausgießen, und furchteinflößende Zeichen sowie beängstigende Wunder würden „dem Kommen des großen und furchteinflößenden Tages Jehovas“ vorausgehen (Joel 2:11, 28-32).
Eine Plage im ersten Jahrhundert
3, 4. (a) Wann erfüllte sich Joel, Kapitel 2, und wie? (b) Welche sinnbildliche Heuschreckenplage gab es im ersten Jahrhundert u. Z., und wie lange dauerte die Plage?
3 Joel, Kapitel 2 hatte im ersten Jahrhundert eine Erfüllung. Zu Pfingsten 33 u. Z. wurde heiliger Geist ausgegossen, und die ersten Christen wurden damit gesalbt, was sie befähigte, „die großen Dinge Gottes“ in vielen Sprachen zu reden. Darauf versammelte sich eine große Volksmenge. Der Apostel Petrus hielt den erstaunten Zuhörern eine Ansprache, wobei er Joel 2:28, 29 zitierte und erklärte, daß sie Zeugen von der Erfüllung dieses Textes seien (Apostelgeschichte 2:1-21). Doch es gibt keinen Bericht darüber, daß es damals eine buchstäbliche Insektenplage gegeben hätte, die einigen Qualen bereitet und andere zur Reue geführt hätte.
4 Gab es in jenen Tagen eine sinnbildliche Plage? Ja, die gab es. Es kam zu dieser Plage, weil die kurz davor gesalbten Christen rastlos predigten.b Durch sie lud Jehova die Juden, die auf sie hörten, ein, zu bereuen und Segnungen von ihm zu empfangen (Apostelgeschichte 2:38-40; 3:19). Die Personen, die die Einladung annahmen, empfingen in einem bemerkenswerten Maß seine Gunst. Aber für die, die die Einladung nicht annahmen, wurden die Christen des ersten Jahrhunderts wie ein verheerender Heuschreckenschwarm. Beginnend in Jerusalem, zogen sie durch ganz Judäa und Samaria. Bald waren sie überall und quälten die ungläubigen Juden, indem sie öffentlich Jesu Auferstehung und alles, was sie einschloß, verkündigten (Apostelgeschichte 1:8; 4:18-20; 5:17-21, 28, 29, 40-42; 17:5, 6; 21:27-30). Sie setzten dieses Quälen fort bis zu dem „furchteinflößenden Tag“ im Jahre 70 u. Z., als Jehova das römische Heer gegen Jerusalem sandte, um die Stadt zu zerstören. Nur die Christen, die den Namen Jehovas im Glauben anriefen, wurden gerettet (Joel 2:32; Apostelgeschichte 2:20, 21; Sprüche 18:10).
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