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Das erste Wehe — HeuschreckenDie Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
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18. Welche Aufgabe mußten die Heuschrecken erfüllen, und was ereignete sich als Reaktion auf den fünften Trompetenstoß?
18 Die neuzeitlichen Heuschrecken hatten eine Aufgabe zu erfüllen. Die gute Botschaft vom Königreich mußte gepredigt werden. Irrtümer mußten bloßgestellt und verirrte Schafe gefunden werden. Die Tätigkeit der Heuschrecken ließ die Welt aufhorchen. Dem Trompetenstoß des Engels gehorchend, fuhr die Johannes-Klasse fort, bekanntzumachen, daß die Christenheit Jehovas Strafurteil verdient. Als Antwort auf den fünften Trompetenstoß wurde ein besonderer Aspekt dieses Strafurteils betont, und zwar auf einem Kongreß der Bibelforscher, der vom 25. bis 31. Mai 1926 in London abgehalten wurde. Bei dieser Gelegenheit wurde eine Resolution unterbreitet: „Ein Zeugnis an die Herrscher der Welt“, und in der Royal Albert Hall fand ein öffentlicher Vortrag statt mit dem Thema „Warum wanken die Weltmächte? — Das Heilmittel“. Beides, die Resolution und der Vortrag, wurde am nächsten Tag von einer führenden Londoner Zeitung veröffentlicht. Später verbreitete der Heuschreckenschwarm weltweit 50 Millionen Traktate, die die Resolution enthielten — wahrlich eine Qual für die Geistlichkeit! Jahre später sprachen die Leute immer noch von dieser beißenden Botschaft.
19. Welches zusätzliche Kampfmittel erhielten die symbolischen Heuschrecken, und was war darin über das in London veröffentlichte Manifest zu lesen?
19 Die symbolischen Heuschrecken erhielten auf diesem Kongreß noch weitere Kampfmittel, vor allem das neue Buch Befreiung. Es enthielt unter anderem eine biblische Abhandlung über das Zeichen, in der bewiesen wurde, daß die durch einen ‘männlichen Sohn’ dargestellte Regierung, das himmlische Königreich Christi, im Jahre 1914 geboren worden war (Matthäus 24:3-14; Offenbarung 12:1-10). Danach wurde in dem Buch das im Jahre 1917 in London veröffentlichte und von acht Geistlichen unterzeichnete Manifest angeführt. Von den Geistlichen wurde gesagt, daß sie „zu den prominentesten Predigern der Welt“ zählten. Sie vertraten die führenden protestantischen Denominationen: Baptisten, Kongregationalisten, Presbyterianer, Episkopale und Methodisten. In dem Manifest hieß es, daß „die gegenwärtige Krise auf den Abschluß der Zeiten der Nationen“ hinweisen würde und daß „die Offenbarung des Herrn jetzt jeden Augenblick erwartet werden mag“. Ja, diese Geistlichen hatten das Zeichen der Gegenwart Jesu erkannt. Wollten sie jedoch irgend etwas deswegen tun? In dem Buch Befreiung heißt es: „Das Merkwürdigste an der Sache ist aber der Umstand, daß die Männer, welche diese öffentliche Erklärung unterzeichneten, sie später selbst verwarfen und die Beweise ableugneten, die da zeigen, daß wir am Ende der Welt und am Tage der zweiten Gegenwart des Herrn leben.“
20. (a) Wofür hat sich die Geistlichkeit in bezug auf den Heuschreckenschwarm und ihren König entschieden? (b) Wer ist, wie Johannes sagt, über dem Heuschreckenschwarm, und wie lautet sein Name?
20 Die Geistlichkeit der Christenheit hat es vorgezogen, anstatt das kommende Königreich Gottes anzukündigen, auf der Seite der Welt Satans zu bleiben. Sie will von dem Heuschreckenschwarm unter seinem König nichts wissen. Über den König berichtet Johannes: „Sie haben über sich einen König, den Engel des Abgrunds. Auf hebräisch ist sein Name Abaddon [„Vernichtung“], auf griechisch aber hat er den Namen Apollyon [„Vernichter“]“ (Offenbarung 9:11). Als „Engel des Abgrunds“ und als „Vernichter“ hat Jesus wirklich ein quälendes Wehe über die Christenheit gebracht. Es wird jedoch noch mehr folgen.
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Das zweite Wehe — ReiterheereDie Offenbarung — Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe!
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1. Was ist trotz des Bemühens der Geistlichkeit, die Heuschrecken auszurotten, geschehen, und was bedeutet das Kommen zweier weiterer Wehe?
SEIT 1919 haben die in die Christenheit eindringenden sinnbildlichen Heuschrecken der Geistlichkeit großes Unbehagen bereitet. Man versuchte sie deshalb auszurotten, aber sie kamen immer wieder und wurden immer zahlreicher (Offenbarung 9:7). Das war aber noch nicht alles. Johannes schreibt: „Das eine Wehe ist vorbei. Siehe! Zwei weitere Wehe kommen nach diesen Dingen“ (Offenbarung 9:12). Der Christenheit stehen noch weitere quälende Plagen bevor.
2. (a) Was geschieht, als der sechste Engel seine Trompete bläst? (b) Was stellt die „e i n e Stimme aus den Hörnern des goldenen Altars“ dar? (c) Warum werden vier Engel erwähnt?
2 Woher kommt das zweite Wehe? Johannes schreibt: „Und der sechste Engel blies seine Trompete. Und ich hörte e i n e Stimme aus den Hörnern des goldenen Altars, der vor Gott steht, zu dem sechsten Engel sagen, der die Trompete hatte: ‚Binde die vier Engel los, die an dem großen Strom Euphrat gebunden sind‘ “ (Offenbarung 9:13, 14). Das Losbinden der Engel erfolgt als Reaktion auf die Stimme aus den Hörnern des goldenen Altars. Dieser Altar ist der goldene Räucheraltar, und schon zweimal vorher ist das Räucherwerk in den goldenen Schalen dieses Altars mit den Gebeten der Heiligen in Verbindung gebracht worden (Offenbarung 5:8; 8:3, 4). Die erwähnte e i n e Stimme stellt daher die vereinten Gebete der Heiligen auf der Erde dar. Sie bitten darum, befreit zu werden, um weiterhin mit aller Kraft tätig zu sein als Jehovas „Boten“, denn das ist die Grundbedeutung des hier mit „Engel“ wiedergegebenen griechischen Wortes. Warum aber vier Engel? Diese symbolische Zahl scheint anzudeuten, daß sie so organisiert sind, daß sich ihre Wirksamkeit über die ganze Erde erstreckt (Offenbarung 7:1; 20:8).
3. Inwiefern sind die vier Engel „an dem großen Strom Euphrat gebunden“?
3 Wie wurden diese Engel „an dem großen Strom Euphrat gebunden“? Der Strom Euphrat bildete im Altertum die nordöstliche Grenze des Landes, das Jehova Abraham verheißen hatte (1. Mose 15:18; 5. Mose 11:24). Anscheinend wurden die Engel an der Grenze des ihnen von Gott gegebenen Landes oder irdischen Tätigkeitsgebietes zurückgehalten und daran gehindert, den Dienst, den Jehova für sie vorgesehen hatte, völlig aufzunehmen. Der Euphrat spielte auch eine wichtige Rolle für die Stadt Babylon, und nach der Eroberung Jerusalems im Jahre 607 v. u. Z. waren die Israeliten dort „an dem großen Strom Euphrat gebunden“, das heißt 70 Jahre dort in Gefangenschaft (Psalm 137:1). Im Jahre 1919 befanden sich auch die geistigen Israeliten in einer Lage, in der sie eingeschränkt oder gewissermaßen „gebunden“ waren; sie fühlten sich unglücklich und baten Jehova um Führung.
4. Welchen Auftrag haben die vier Engel, und wie ist er erfüllt worden?
4 Erfreulicherweise kann Johannes berichten: „Und losgebunden wurden die vier Engel, die bereitgemacht worden sind für die Stunde und den Tag und den Monat und das Jahr, um ein Drittel der Menschen zu töten“ (Offenbarung 9:15). Jehova hat einen Zeitplan, den er genau einhält. Diese Boten sind deshalb planmäßig, genau zur festgesetzten Zeit, freigelassen worden, um das ihnen aufgetragene Werk durchzuführen. Stell dir vor, wie sehr sie sich gefreut haben müssen, als sie im Jahre 1919 aus der Knechtschaft befreit wurden und nun ans Werk gehen konnten! Ihr Auftrag bestand nicht nur darin, zu quälen, sondern auch darin, schließlich „ein Drittel der Menschen zu töten“. Das steht in Verbindung mit den Plagen, die durch die ersten vier Trompetenstöße angekündigt und von denen ein Drittel der Erde und des Meeres sowie der Geschöpfe im Meer betroffen wurden, aber auch der Wasserquellen und Flüsse und der himmlischen Lichtquellen (Offenbarung 8:7-12). Die vier Engel gehen jedoch weiter. Sie „töten“, indem sie vollständig enthüllen, daß die Christenheit geistig tot ist. Das ist durch öffentliche Erklärungen geschehen, die vom Jahre 1922 an — und auch heute noch — wie durch Trompetenstöße bekanntgemacht wurden.
5. Was entsprach im Hinblick auf die Christenheit im Jahre 1927 dem sechsten Trompetenstoß?
5 Behalten wir im Sinn, daß der sechste Engel soeben seine Trompete geblasen hat. Daraufhin fand in Toronto (Ontario, Kanada) der sechste einer Reihe von Kongressen der Internationalen Bibelforscher-Vereinigung statt. Das Programm am Sonntag, dem 24. Juli 1927, wurde über ein Netz von 53 Rundfunkstationen — das bis dahin größte Sendernetz — ausgestrahlt. So hörten wahrscheinlich viele Millionen diese gesprochene Botschaft. Zuerst verlas der Redner eine eindrucksvolle Resolution, die die Christenheit als geistig tot bloßstellte und in der unter anderem gesagt wurde: „In dieser Stunde der Verwirrung läßt Jehova Gott an die Völker die Aufforderung ergehen, das System dieses Scheinchristentums oder der ‚organisierten Christenheit‘ aufzugeben, für immer zu verlassen, sich vollständig davon abzuwenden ...; und daß die Völker die Ergebenheit und Unterwürfigkeit ihrer Herzen gänzlich Jehova Gott, seinem König und seinem Königreich zuwenden sollen.“ „Freiheit für die Völker“ war der Titel des anschließenden öffentlichen Vortrages, den J. F. Rutherford in seiner gewohnten dynamischen Art hielt, passend zu dem „Feuer und Rauch und Schwefel“, die Johannes als nächstes in der Vision sieht.
6. Wie beschreibt Johannes die Reiterheere, die er als nächstes sieht?
6 „Und die Zahl der Reiterheere war zwei Myriaden mal Myriaden; ich hörte deren Zahl. Und so sah ich die Pferde in der Vision und die darauf saßen: Sie hatten feuerrote und hyazinthblaue und schwefelgelbe Brustpanzer; und die Köpfe der Pferde waren wie Köpfe von Löwen, und aus ihren Mäulern kam Feuer und Rauch und Schwefel hervor. Durch diese drei Plagen wurde ein Drittel der Menschen getötet, von dem Feuer und dem Rauch und dem Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkamen“ (Offenbarung 9:16-18).
7, 8. (a) Unter wessen Führung stürmen diese Reiterheere vorwärts? (b) Welche Ähnlichkeiten bestehen zwischen diesen Reiterheeren und den Heuschrecken, die ihnen vorausgegangen sind?
7 Offenbar stürmen diese Reiterheere unter der Führung und Leitung der vier Engel vorwärts. Welch furchteinflößendes Schauspiel! Stell dir vor, wie dir zumute wäre, wenn du das Angriffsziel solcher Reiterheere wärst! Schon allein ihr Anblick würde dich zutiefst erschrecken. Hast du aber bemerkt, welche Ähnlichkeit zwischen diesen Reiterheeren und den zuvor erwähnten Heuschrecken besteht? Die Heuschrecken glichen Pferden; in den Reiterheeren dagegen sind Pferde. Sowohl die Heuschrecken als auch die Pferde sind an einem theokratischen Kriegszug beteiligt (Sprüche 21:31). Die Heuschrecken hatten Zähne wie Löwen; die Pferde der Reiterheere haben Köpfe wie Löwen. Sowohl die Heuschrecken als auch die Pferde sind daher mit dem mutigen Löwen, der vom Stamm Juda ist, verbunden, mit Jesus Christus, ihrem Führer, Gebieter und Vorbild (Offenbarung 5:5; Sprüche 28:1).
8 Sowohl die Heuschrecken als auch die Reiterheere beteiligen sich an Jehovas richterlicher Tätigkeit. Die Heuschrecken kamen aus dem Rauch heraus, der der Christenheit ein Wehe und ein vernichtendes Feuer ankündigte; aus den Mäulern der Pferde kommt Feuer, Rauch und Schwefel hervor. Die Heuschrecken hatten eiserne Brustpanzer, was bedeutete, daß ihre Herzen durch eine eiserne Hingabe an die Gerechtigkeit geschützt wurden; die Reiter tragen rot-, blau- und gelbfarbene Brustpanzer, die das Feuer, den Rauch und den Schwefel widerspiegeln — die tödlichen Gerichtsbotschaften, die aus den Mäulern der Pferde hervorgehen. (Vergleiche 1. Mose 19:24, 28; Lukas 17:29, 30.) Die Heuschrecken hatten Schwänze wie Skorpione, mit denen sie quälen konnten; die Pferde haben schlangenähnliche Schwänze, mit denen sie töten können. Allem Anschein nach setzen die Reiterheere die von den Heuschrecken begonnene Tätigkeit noch intensiver fort und beenden sie.
9. Was versinnbildlichen diese Reiterheere?
9 Was versinnbildlichen also diese Reiterheere? Da die gesalbte Johannes-Klasse damit begonnen hat, Jehovas Beschluß, an der Christenheit Rache zu üben, wie mit Trompeten zu verkünden und so von ihrer Gewalt, zu ‘stechen und zu verletzen’, Gebrauch zu machen, ist anzunehmen, daß die gleiche Gruppe gebraucht wird, um zu „töten“, das heißt, um bekanntzumachen, daß die Christenheit und ihre Geistlichkeit geistig vollständig tot sind, reif, von Jehova in den „Feuerofen“ geworfen bzw. für immer vernichtet zu werden. Ja, alles, was zu Babylon der Großen gehört, muß zugrunde gehen (Offenbarung 9:5, 10; 18:2, 8; Matthäus 13:41-43). Vor deren Vernichtung gebraucht die Johannes-Klasse jedoch „das Schwert des Geistes, das ist Gottes Wort“, um den todähnlichen Zustand der Christenheit bloßzustellen. Die vier Engel und die Reiter auf den Pferden geben den Auftrag zu diesem sinnbildlichen Töten ‘eines Drittels der Menschen’ (Epheser 6:17; Offenbarung 9:15, 18). Das weist auf die gute Organisation und die theokratische Leitung hin, unter der die furchteinflößende Schar von Königreichsverkündigern mit dem Herrn Jesus Christus an der Spitze in den Kampf zieht.
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