Quellen für das Arbeitsheft der Leben-und-Dienst-Zusammenkunft
7.–13. MAI
SCHÄTZE AUS GOTTES WORT | MARKUS 7–8
„Nimm deinen Marterpfahl und folge mir beständig“
nwtsty Studienanmerkung Mar 8:34
muss sich selbst verleugnen: Oder „muss alle Rechte an sich selbst aufgeben“. Das deutet an, dass jemand bereit ist, Gott über sein Leben bestimmen zu lassen und nicht mehr für sich selbst zu leben. Die griechische Wendung kann auch mit „muss zu sich selbst Nein sagen“ übersetzt werden. Diese Formulierung ist passend, da sie einschließt, zu persönlichen Vorteilen, Wünschen und Zielen Nein zu sagen (2Ko 5:14, 15). Dasselbe griechische Verb verwendet Markus, als er beschreibt, wie Petrus Jesus verleugnet (Mar 14:30, 31, 72).
14.–20. MAI
SCHÄTZE AUS GOTTES WORT | MARKUS 9–10
„Eine glaubensstärkende Vision“
nwtsty Studienanmerkung Mar 9:7
eine Stimme: Die zweite von drei Begebenheiten in den Evangelien, bei denen Jehova direkt zu Menschen spricht. (Siehe Mar 1:11 und Joh 12:28.)
Nach geistigen Schätzen graben
nwtsty Studienanmerkungen Mar 10:17, 18
Guter Lehrer: Offensichtlich gebrauchte der Mann die Worte „Guter Lehrer“ als formellen Titel. Solche ehrenvollen Titel beanspruchten normalerweise die religiösen Führer für sich, und vermutlich wollte der Mann Jesus eine ähnliche Ehre erweisen. Jesus hatte grundsätzlich nichts dagegen, als „Lehrer“ und „Herr“ bezeichnet zu werden, denn das war er auch (Joh 13:13). Doch die Ehre gab er immer seinem Vater.
Niemand ist gut außer einem: Gott: Jesus erkennt hier Jehova als den absoluten Maßstab für das Gute an, als denjenigen, der das alleinige Recht hat, zu bestimmen, was gut und böse ist. Adam und Eva wollten dieses Recht für sich beanspruchen, als sie sich anmaßten, von dem Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen. Jesus dagegen überlässt es demütig seinem Vater, Normen festzulegen. Den Maßstab für Richtig und Falsch hat Gott in seinem Wort in Form von Geboten festgehalten (Mar 10:19).
UNSER LEBEN ALS CHRIST
(Markus 10:4) Sie sagten: „Moses hat erlaubt, eine Scheidungsurkunde auszustellen und die Frau wegzuschicken.“
nwtsty Studienanmerkung Mar 10:4
Scheidungsurkunde: Oder „Entlassungszeugnis“. Das Gesetz verlangte von einem Mann, der sich scheiden lassen wollte, ein rechtsgültiges Dokument anzufertigen. Dafür musste er sich vermutlich auch an die Ältesten wenden. So wurde ihm Zeit gegeben, diese schwerwiegende Entscheidung noch einmal zu überdenken. Dadurch sollten offensichtlich übereilte Scheidungen verhindert und Frauen ein gewisser Rechtsschutz gewährt werden (5Mo 24:1). Doch zur Zeit Jesu machten es die religiösen Führer Männern leicht, sich scheiden zu lassen. Der Historiker und Pharisäer Josephus, der im 1. Jahrhundert lebte und selbst geschieden war, deutete an, ein Mann könne sich „von seiner Gattin aus irgendeinem Grunde (solcher Gründe hat man viele) scheiden lassen“.
nwtsty Studienanmerkungen Mar 10:11
sich von seiner Frau scheiden lässt: Oder „seine Frau wegschickt“. Diese Aussage Jesu, wie Markus sie wiedergibt, muss man im Kontext von Mat 19:9 sehen. Dort beinhaltet Jesu Aussage die Worte „außer wegen sexueller Unmoral“. Somit gelten Jesu Worte in Bezug auf Scheidung in allen Fällen, in denen keine sexuelle Unmoral (griechisch pornéia) vonseiten des untreuen Partners vorliegt.
begeht ihr gegenüber Ehebruch: Jesus widerspricht hier der vorherrschenden rabbinischen Lehre, ein Mann könne sich „aus jedem beliebigen Grund“ von seiner Frau scheiden lassen (Mat 19:3, 9). Der Gedanke, man könne gegenüber der Frau Ehebruch begehen, war den meisten Juden fremd. Ihre Rabbis lehrten, ein Mann könne gegenüber seiner Frau niemals Ehebruch begehen — nur Frauen konnten untreu werden. Dadurch, dass Jesus Männern dieselbe moralische Verpflichtung auferlegte wie Frauen, verlieh er Frauen Würde und einen höheren Stellenwert.
21.–27. MAI
SCHÄTZE AUS GOTTES WORT | MARKUS 11–12
„Sie hat mehr eingeworfen als alle anderen“
nwtsty Studienanmerkungen Mar 12:41, 42
Schatzkästen: Wie aus alten jüdischen Quellen hervorgeht, wurden diese Spendenkästen oder Sammelbehälter auch „Posaunen“ genannt, was auf ihre Form anspielt. Offensichtlich hatten sie oben eine kleine Öffnung, in die man die Beiträge für die verschiedenen Opfergaben warf, und wurden nach unten hin breiter. Das hier verwendete griechische Wort erscheint auch in Joh 8:20, wo es mit „dort, wo die Spendenkästen standen“ (oder „Schatzhalle“, Fn.) wiedergegeben wird. Dieser Ausdruck bezieht sich offenbar auf einen Bereich im Vorhof der Frauen. (Siehe sgd Teil 15.) Laut rabbinischer Quellen standen entlang der Mauern dieses Vorhofs 13 Schatzkästen. Man nimmt an, dass es im Tempel außerdem eine Hauptschatzkammer gab, in die man das Geld aus den Schatzkästen brachte.
zwei kleine Münzen: Wtl. „zwei Lepta“, die Pluralform des griechischen Wortes leptón, was etwas Kleines, Dünnes bezeichnet. Ein Lepton entsprach 1/128 eines Denars und war offensichtlich die kleinste Kupfer- oder Bronzemünze, die in Israel in Umlauf war. (Siehe sgd Teil 18.)
von ganz geringem Wert: Wtl. „was einem Quadrans entspricht“. Das griechische Wort kodrántēs (vom lateinischen quadrans) bezeichnet eine römische Kupfer- oder Bronzemünze im Wert von 1/64 eines Denars. Markus erklärt hier den Wert jüdischer Münzen mithilfe der römischen Währung. (Siehe sgd Teil 18.)
Nach geistigen Schätzen graben
(Markus 11:17) Er lehrte und sagte: „Steht nicht in den Schriften: ‚Mein Haus wird Gebetshaus für alle Völker genannt werden‘? Aber ihr habt es zu einer Räuberhöhle gemacht.“
nwtsty Studienanmerkung Mar 11:17
Gebetshaus für alle Völker: Von den drei Evangelisten, die Jes 56:7 zitieren, schließt Markus als einziger die Formulierung „für alle Völker“ ein (Mat 21:13; Luk 19:46). Der Tempel in Jerusalem sollte eigentlich ein Ort sein, an dem sowohl Israeliten als auch gottesfürchtige Ausländer Jehova anbeten konnten (1Kö 8:41-43). Jesus verurteilte die Juden zu Recht, da sie den Tempel für ihren Handel missbrauchten und ihn so zu einer Räuberhöhle machten. Dadurch machten sie es Menschen aus allen Völkern unnötig schwer, sich Jehova in seinem Gebetshaus zu nähern, und beraubten sie so der Möglichkeit, ein Verhältnis zu ihm aufzubauen.