Wir beobachten die Welt
Malawi und die Religionsfreiheit
◆ Als der Staatschef von Malawi Hastings Kamuzu Banda, vor kurzem Nashville (Tennessee) besuchte, besichtigte er auch das adventistische Krankenhaus Riverside. Dort sagte ein Verwaltungsmitglied, das zu den Adventisten des Siebenten Tages gehört: „Wir danken Ihnen dafür, daß Sie in Malawi allen Religionsgemeinschaften die Freiheit gewähren, Gott nach dem Diktat ihres Gewissens anzubeten.“ Doch später strafte Banda selbst diese Worte Lügen, als er zu Pressevertretern sagte: „Ich habe ihnen [den Adventisten] klargemacht, daß ich es vorziehe, auf presbyterianische Art in den Himmel zu kommen. Aber obschon ich Presbyterianer bin, ist in Malawi keine Denomination verboten, ausgenommen die Zeugen Jehovas.“ Dem Artikel war ein Bild Präsident Bandas beigefügt, und darunter hieß es: „Betonte die Glaubensfreiheit“ (The Tennessean, 1. Mai 1978, S. 15).
Professoren und Mitglieder der Studentenverwaltung der Universität von Indiana protestierten gegen die Absicht, Banda zum Ehrendoktor zu ernennen. Wie der Indianapolis Star schreibt, warfen sie ihm vor, „die Verletzung der Menschenrechte und der Grundrechte, ja sogar die Ermordung von Zeugen Jehovas befohlen oder stillschweigend hingenommen zu haben“. Ferner wurde aus einem am 1. Februar vom amerikanischen Außenministerium herausgegebenen Bericht angeführt: „Malawi verletzt die international anerkannten Menschenrechte vor allem dadurch, daß eine große Anzahl von Bürgern sowie einige Ausländer ohne Gerichtsverfahren willkürlich in Haft behalten werden.“ Die Professoren erwähnten auch, daß Banda sich den Titel „Seine Exzellenz, der alleswissende Sieger“ beigelegt hat.
Die in Bloomington (Indiana) erscheinende Zeitung Sunday Herald-Times berichtete, daß eine Delegation der Zeugen Jehovas jener Stadt mit T. Jake Muwamba, dem UN-Delegierten Malawis und diplomatischen Vertreter dieses Landes bei den Vereinigten Staaten, zusammentraf, aber nicht, um gegen die Unterdrückung ihrer Mitchristen in Malawi zu protestieren, sondern um, wie die Delegation erklärte, „ihre Sorge um ihre ,Brüder‘ in seinem Heimatland in Afrika zum Ausdruck zu bringen“.
Als Banda von Reportern gefragt wurde, warum er Jehovas Zeugen unterdrücke, äußerte er die falsche Behauptung: „Sie bezahlen keine Steuern. ... Sie halten überhaupt nichts von der Regierung.“ Dabei ist weltweit bekannt, daß Jehovas Zeugen ehrlich sind und die Gesetze befolgen. Auch bezahlen sie gewissenhaft ihre Steuern und gehorchen so dem Gebot Jesu, dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist (Mark. 12:17, Luther).
Killersatelliten
◆ Die atomaren Supermächte arbeiten nach Auffassung des Stockholmer Institutes für internationale Friedensforschung Sipri bereits jetzt am „Krieg der Sterne“ der Zukunft. In einem vor kurzem veröffentlichten Buch, betitelt „Äußerer Weltraum — Kampffeld der Zukunft“, ließ das internationale Institut verlauten, daß sowohl die Vereinigten Staaten als auch die Sowjetunion Killersatelliten entwickeln würden, um jeweils Himmelsspione des anderen Landes zerstören oder einfangen zu können. Beide Mächte würden auch Todesstrahlen erforschen, die ein feindliches Raumschiff „vaporisieren“ oder „verdampfen“ lassen können. In dem Buch heißt es auch, daß ursprünglich der äußere Weltraum als Zone des Friedens gedacht gewesen sei, doch in den vergangenen Jahren hätten rund 60 Prozent der Weltraumstarts in den USA und der UdSSR militärische Satelliten in eine Erdumlaufbahn gebracht. Das Atomwaffenverbot im äußeren Weltraum verbiete den Supermächten nicht, die Pläne für Killersatelliten voranzutreiben und letztlich ein Raketenabwehrsystem im Weltraum zu installieren. Wie die Zeitung St. Galler Tagblatt weiter meldet, haben die USA eine riesige Weltraumfähre gebaut, die 18 Meter breite Türen öffnen kann und somit das Einfangen und Aussetzen von Weltraumobjekten erlaubt.
Auch in Ungarn ist die Bibel gefragt
◆ Im März 1978 wurde in ganz Ungarn eine Aktion „Bibeln zum halben Preis“ durchgeführt. Man rechnete damit, daß höchstens 10 000 Stück der neu übersetzten und in Budapest gedruckten ungarischen Bibel zum halben Preis verkauft würden. Doch schon nach kurzer Zeit waren 40 000, größtenteils von Personen, die zu den Kirchen keine Beziehung haben, gekauft worden.
Warum verboten?
◆ Vor kurzem brachte die BBC (London) in ihrem Afrika-Dienst einen Bericht von Elizabeth Blunt über das Verbot der Zeugen Jehovas in Angola. Sie sagte, daß die Zeugen nicht verboten worden seien, weil sie sich dem Staat widersetzt hätten. „Vielmehr wurden sie verboten, weil sie, obschon sie die Gesetze bereitwillig halten, Gott gegenüber loyal sind und es ablehnen, sich an der Politik zu beteiligen. ... In den afrikanischen Ländern, in denen ein Einparteiensystem besteht und in denen von allen Bürgern erwartet wird, daß sie eine Parteimitgliedskarte besitzen, sich am Aufbau des Landes aktiv beteiligen und ihre Loyalität dem Staat gegenüber demonstrieren, sind Jehovas Zeugen verboten und werden des öfteren verfolgt, obschon sie als einzelne in der Regel stille, vernünftige und fleißige Leute sind.“
Kritik an der Biorhythmus-Theorie
◆ Verfechter der Biorhythmus-Theorie behaupten, daß die körperlichen Aktivitäten, das Gefühlsleben und die intellektuellen Leistungen des Menschen in wellenförmigen Phasen verlaufen würden. Sie glauben berechnen zu können, an welchem Tag die Leistungsbereitschaft eines Menschen am größten ist, wenn sie sein Geburtsdatum kennen. Andere, die diese Theorie kritisieren, sehen darin einen Widerspruch zu dem freien Willen des Menschen. Eine Bestätigung dieser Auffassung liefert Arthur M. Louis, Mitglied der Redaktion der Zeitschrift Fortune. In seinem Bericht, den die Zeitschrift Psychology Today veröffentlichte, heißt es, daß er aufgrund seiner Analyse der Biorhythmuskurven von Sportlern keine wesentliche Beziehung zwischen deren Leistungen und ihren Kurven feststellen konnte. Ein Verfechter der Biorhythmus-Theorie behauptete zum Beispiel, daß der Baseballspieler Reggie Jackson bei den US-Meisterschaftsspielen schlecht abschneiden würde, weil sie zu einer Zeit stattfinden würden, wenn alle drei seiner entscheidenden Zyklen ihren Tiefpunkt hätten. Doch der Baseballspieler zeigte eine Leistung, die zu den besten in der Geschichte des Baseballs gehört: drei Homeruns am letzten Tag! (Der Homerun ist ein Treffer, der es dem Schläger ermöglicht, nach Berühren der ersten, zweiten und dritten Base das Schlagmal wieder zu erreichen.) So wurde seine Mannschaft Sieger in den Meisterschaftsspielen.