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Erwachet! 1999
g99 8. 3. S. 22-24

Costa Ricas geheimnisvolle Steinkugeln

VON UNSEREM KORRESPONDENTEN IN COSTA RICA

SCHON vor sechzehnhundert Jahren stellten die Ureinwohner im südwestlichen Costa Rica verschiedene massive Steinkugeln her. Ihr Durchmesser reicht von nur 10 Zentimetern bis hin zu 2,5 Metern. Sie sind so vollkommen geformt, daß es einen reizt zu erfahren, wie sie hergestellt wurden und welchen Zweck sie erfüllten.

Steinkugeln hat man noch in mehreren anderen Ländern gefunden, zum Beispiel in Chile, Mexiko und den Vereinigten Staaten. Aber die Steinkugeln in Costa Rica sind einzigartig. Die Kugeln sind von hervorragender Qualität, zum Teil vollkommen rund und mit einer glatten Oberfläche. Nicht selten findet man sie in Gruppen von 20 oder mehr vor. Von besonderem Interesse ist der Umstand, daß viele geometrisch angeordnet sind, etwa als Dreieck, Rechteck oder als Gerade. Diese Anordnungen sind oft zum Nordpol hin ausgerichtet.

Diverse Kugeln sind im Delta des Diquis entdeckt worden. Weitere hat man in der Nähe der südlichen Städte Palmar Sur, Buenos Aires und Golfito gefunden, in der nördlichen Provinz Guanacaste und im zentralen Hochbecken. Aus den Artefakten, auf die man in der Nähe der Kugeln gestoßen ist, läßt sich auf deren Alter schließen. Archäologen schätzen, daß einige dieser geheimnisvollen Steine aus dem Jahr 400 u. Z. datieren. Die Mehrzahl stammt aus der Zeit um 800 bis 1200 u. Z. Einige hat man unweit von Anlagen gefunden, die man für Behausungen hält, oder in unmittelbarer Nähe von Gräbern. Im Lauf der Jahre sind einige Kugeln von Menschen zerstört worden, die in ihrem Innern verborgene Schätze vermuteten. Dennoch werden in einem Katalog des Nationalmuseums von Costa Rica etwa 130 noch existierende Steinkugeln aufgeführt. Und es gibt noch viele, die nicht katalogisiert sind. Diese alten Kugeln zu zählen ist nicht einfach, weil viele von ihrem ursprünglichen Platz entfernt wurden und nun Privatbesitz verschönern wie Gärten und Kirchen. Zweifellos sind viele noch unentdeckt im Erdboden oder im dichten Dschungel verborgen.

Wie wurden die Steinkugeln hergestellt? Das ist ein Geheimnis. Man muß sich wohl gewisser mechanischer Verfahren bedient haben, um derart präzise arbeiten zu können. Nach den vielen Statuen jener Zeit zu urteilen, waren die Hersteller der Kugeln geschickte Bildhauer. Außerdem sind die Goldartefakte, die bis in das Jahr 800 u. Z. zurückgehen, ein Beweis dafür, daß die Bildhauer mit hohen Temperaturen zu arbeiten verstanden. Einer Theorie zufolge entfernte man beim Herstellen der Kugeln die äußeren Gesteinsschichten durch Erhitzen auf eine hohe Temperatur und anschließende Abkühlung. Der letzte Schliff wurde den Kugeln womöglich durch das Polieren mit Sand oder mit Leder gegeben.

Wie eine Wissenschaftlerin erklärte, sind die größeren Kugeln „von den hervorragendsten Handwerkern hergestellt worden, und sie sind der Vollkommenheit so nahe, daß die Messungen des Durchmessers mit Meßschnur und Lot keinerlei Unregelmäßigkeiten erkennen ließen“. Diese Genauigkeit weist darauf hin, daß die Einheimischen über mathematische Kenntnisse und fortschrittliche Methoden des Steinbehauens verfügten und daß sie Werkzeuge verwendeten. Da sie aber allem Anschein nach keine geschriebene Sprache hatten, gibt es keine Aufzeichnungen über die genaue Vorgehensweise.

Die Kugeln bestehen zumeist aus einem Granitgestein. Der nächste Granitsteinbruch, von dem man weiß, lag in den Bergen, etwa 40 bis 50 Kilometer vom Diquisdelta entfernt. Wie bewegten die Steinhauer die schweren Steine von der Stelle? Falls sie im Steinbruch behauen wurden, hätten die Steinhauer den Abwärtstransport sorgfältig überwachen müssen. Man muß sich nur einmal vorstellen, wie schwierig es war, solche Kolosse ohne modernes Gerät über so große Entfernungen fortzubewegen! Was wiegen die Kugeln denn? Einige bringen es auf über 16 Tonnen!

Wäre der Granit vor dem Behauen fortgeschafft worden, so hätte der Würfel, den man gebraucht hätte, um eine Kugel von 2,5 Meter Durchmesser herzustellen, an die 3 Meter Seitenlänge gehabt und über 24 Tonnen gewogen. Um den Transport zu ermöglichen, hätten die Ureinwohner wahrscheinlich eine breite, ebene Straße mitten durch den dichten Urwald bauen müssen. Gewiß keine geringe Leistung! Andere Kugeln bestehen aus einem Kalkstein, der an den Stränden nahe der Diquismündung vorkommt. Das läßt vermuten, daß die Steine rund 50 Kilometer flußaufwärts geflößt wurden. Auch auf der Isla del Caño, die etwa 20 Kilometer vor der Pazifikküste liegt, hat man eine Anzahl Kugeln gefunden.

Der ursprüngliche Zweck dieser Kugeln läßt sich nicht mit Sicherheit bestimmen. Vielleicht zeigten sie den Rang eines Stammeshäuptlings oder die Bedeutung eines Dorfs an. Denkbar ist auch, daß es sich um religiöse oder zeremonielle Symbole handelte. Möglicherweise wird die archäologische Forschung den Steinkugeln von Costa Rica eines Tages ihre Geheimnisse entlocken.

[Karte auf Seite 22, 23]

(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

Costa Rica

[Bildnachweis]

Mountain High Maps® Copyright © 1997 Digital Wisdom, Inc.

[Bild auf Seite 23]

Größe einer Steinkugel im Vergleich zu einer Lokomotive

[Bildnachweis]

Courtesy of National Museum of Costa Rica

[Bilder auf Seite 24]

Steinkugeln auf dem Gelände des Nationalmuseums von Costa Rica

Größte bisher entdeckte Steinkugel mit über 2,5 Meter Durchmesser

[Bildnachweis]

Courtesy of National Museum of Costa Rica

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