Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • w87 15. 9. S. 5-7
  • Wie findet man wahre Freunde?

Kein Video für diese Auswahl verfügbar.

Beim Laden des Videos ist ein Fehler aufgetreten.

  • Wie findet man wahre Freunde?
  • Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1987
  • Zwischentitel
  • Ähnliches Material
  • Das Buch der wahren Freundschaft
  • Freundschaft auf höherem Niveau
  • Unsere besten Freunde
  • „Wohin du gehst, werde ich gehen“
    Ahmt ihren Glauben nach
  • Ruth und Noomi
    Was wir aus der Bibel lernen können
  • „Wohin du gehst, werde ich gehen“
    Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 2012
  • Ruth und Noomi
    Mein Buch mit biblischen Geschichten
Hier mehr
Der Wachtturm verkündigt Jehovas Königreich 1987
w87 15. 9. S. 5-7

Wie findet man wahre Freunde?

„EINEN Freund kann man nur haben, wenn man selbst einer ist“, schrieb der amerikanische Schriftsteller Ralph Waldo Emerson. Freundschaft beruht auf Gegenseitigkeit und erfordert den Geist des Gebens. Introvertierten und zur Selbstsucht neigenden Menschen fällt es schwer, wahre Freunde zu finden. Aber wir werden sehen, was sie tun müssen, damit es auch ihnen gelingt.

Wahre Freundschaft beruht auf Liebe, denn Liebe zieht andere an. Einigen fällt es allerdings sehr schwer, Freunde zu finden. Was kann man in einem solchen Fall tun?

„Seien Sie ein guter Zuhörer. Lassen Sie den anderen von sich selbst erzählen“, rät Dale Carnegie in seinem Buch Wie man Freunde gewinnt. Wer findet zum Beispiel bei einem geselligen Beisammensein unter Fremden Freunde? Nicht derjenige, der große Reden führt, sondern derjenige, der ein herzliches Interesse an anderen bekundet, sie zum Reden veranlaßt und ihnen wirklich zuhört. Sich den Namen und interessante Fakten aus dem Leben neuer Bekannter zu merken kann ebenfalls dazu beitragen, daß sich eine Freundschaft entwickelt.

In dem Buch Fundamentals of Interpersonal Communication (Grundlagen der zwischenmenschlichen Kommunikation) empfehlen Kim Giffin und Bobby R. Patton, aus sich herauszugehen und aufrichtig zu sein. „Damit jemand für Sie wichtig ist“, sagen sie, „müssen Sie etwas über ihn/sie wissen, was für Sie von Belang ist ... [Seien Sie] stets offen und ehrlich ... Die Antworten, die Sie Ihrem Gegenüber geben, müssen aufrichtig sein.“

Wahre Freunde sind nicht nur ehrlich, sondern auch rücksichtsvoll; sie drängen sich niemals auf und beanspruchen den anderen nicht ausschließlich für sich. Sie verstehen einander, haben ein Gespür dafür, wie der andere über bestimmte Dinge denkt, und können daher Einfühlungsvermögen bekunden. Wenn das Verhältnis inniger wird, offenbaren sie einander ihre Gefühle und werden nicht nur wahre, sondern sogar vertraute Freunde. Nicht alle wahren Freunde sind vertraute Freunde. Jesus Christus, der freundlichste Mensch, der jemals auf der Erde lebte, gewann viele Freunde, aber nur einige wenige waren wirklich vertraute Freunde (Markus 9:1-10; Lukas 8:51).

Das Buch der wahren Freundschaft

In der Bibel, dem mit Abstand besten Buch über das Thema Freundschaft, heißt es: „Ein wahrer Gefährte liebt allezeit und ist ein Bruder, der für die Zeit der Bedrängnis geboren ist“ (Sprüche 17:17). Wahre Freunde sind mitfühlend und bereit zu helfen, wenn Probleme entstehen. Hier ist ein vortreffliches Beispiel dafür — eine Begebenheit aus den Tagen des alten Israel.

Wegen einer Hungersnot zogen ein Mann und seine Frau von Juda nach Moab. Nach einiger Zeit starb er. Später heirateten die beiden Söhne die Moabiterinnen Ruth und Orpa. Dann starben auch die Söhne, und die drei Witwen waren auf sich allein gestellt. Noomi, die Mutter, beschloß, nach Juda zurückzukehren, und ihre beiden Schwiegertöchter machten sich mit ihr auf den Weg. Unterwegs drängte Noomi die jungen Frauen, zurückzugehen und sich unter ihrem eigenen Volk wieder einen Mann zu suchen. Orpa tat dies, aber Ruth bestand auf ihrem Entschluß, mit Noomi zu gehen. Warum? Nicht nur, weil sie Noomis Schwiegertochter war, sondern auch, weil sie eine wahre Freundin von ihr war. Ihre mitfühlende Natur ließ es nicht zu, die betagte, ihrer Familie beraubte Witwe allein zu lassen (Ruth 1:1-17).

Ruth bekundete echtes Einfühlungsvermögen, Freundlichkeit, Loyalität und Liebe. Diese Eigenschaften sind die feste Grundlage für eine wahre Freundschaft. Bei Ruths Verhältnis zu Noomi spielte jedoch auch noch ein anderer Faktor eine Rolle.

Freundschaft auf höherem Niveau

Als Noomi Ruth zur Rückkehr aufforderte, antwortete diese: „Dringe nicht in mich, dich zu verlassen, ... denn wohin du gehst, werde ich gehen ... Dein Volk wird mein Volk sein und dein Gott mein Gott“ (Ruth 1:16). Noomi hatte Ruth, die früher heidnische Götter angebetet hatte, geholfen, Jehova, den wahren Gott, kennen- und liebenzulernen. Ihr gemeinsamer Glaube erwies sich als ein starkes geistiges Band, das die beiden Frauen als wahre Freundinnen zusammenhielt. Und Jehova segnete sie mit einer neuen Familie, denn Ruth heiratete nach einiger Zeit Boas, einen reichen Landbesitzer in Juda. Sie hatten einen Sohn namens Obed, der der Großvater König Davids wurde (Ruth 4:13-22; Matthäus 1:5, 6).

Der geistige Faktor hebt eine Freundschaft auf ein höheres Niveau. Inwiefern? Im Fall von Ruth und Noomi beteten beide Jehova an, einen Gott, „barmherzig und gnädig, langsam zum Zorn und überströmend an liebender Güte und Wahrheit“ (2. Mose 34:6). „Gott [ist] Liebe“, und wenn wir ihn aufrichtig mit Geist und Wahrheit anbeten, wird unsere Liebe zu ihm und zu seinen anderen Geschöpfen auf jeden Fall zunehmen (1. Johannes 4:8; Johannes 4:24). Auf diese Weise verändern wir uns. Wir entwickeln ein freundschaftliches Interesse an anderen, besonders an demütigen, notleidenden Menschen aus allen Rassen. Introvertierte Personen kapseln sich weniger ab, und selbstsüchtige entwickeln Interesse an anderen. Außerdem beginnen wir, die Früchte des Geistes Gottes hervorzubringen — „Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Milde, Selbstbeherrschung“ (Galater 5:22, 23).

Diese Eigenschaften helfen uns, die unerläßliche Fähigkeit zu entwickeln, anderen ihre Schwächen und Fehler zu vergeben, und das „nicht bis zu siebenmal“, sondern, wie Jesus sagte, „bis zu siebenundsiebzigmal“ (Matthäus 18:21, 22). Viele Freundschaften scheitern an dieser Klippe. Jesus Christus predigte das oben Gesagte jedoch nicht nur, sondern er praktizierte es auch. Wie oft vergab er seinen unvollkommenen, fehlbaren Jüngern ihre Irrtümer — Petrus vergab er sogar, daß er ihn, seinen Herrn, verleugnet hatte! (Matthäus 26:69-75).

Zufolge dieser geistigen Entwicklung wird unser Freundeskreis wachsen. Schließlich werden wir feststellen, daß wir zu einer großen, weltweiten Familie von Freunden gehören. Uns wird auch bewußt werden, daß unsere Freunde ein viel höheres Niveau haben. So erzählte zum Beispiel Brian, der erst seit relativ kurzer Zeit ein Anbeter Jehovas ist, daß ihn seine früheren Freunde zum Trinken verleiteten, was dazu führte, daß er seine Frau und seine Kinder vernachlässigte. Heute kümmert er sich dagegen aufopferungsvoll um seine Familie. Brian sagte über seine vielen neuen Freunde, die alle wie er an Jehova glauben: „Wenn ich ein Problem habe, weiß ich, daß ich zum Telefon gehen und irgendeinen von ihnen anrufen kann, und er wird mir gern helfen.“

Alans Freunde sprachen gewöhnlich nur von Autos und Mädchen. Wie „oberflächlich und leer“ diese Unterhaltungen eigentlich waren, wurde ihm bewußt, als er neue Freunde fand, die ebenfalls Jehova liebten. Alan war überwältigt von ihrem „spontanen, echten, liebevollen Interesse“ an ihm.

Unsere besten Freunde

Alle diese Personen sowie Millionen weitere bilden eine weltweite, unpolitische Familie von Freunden, die keine nationalen, rassischen und sozialen Schranken kennt — eine echte Bruderschaft gleich den ersten Christen (3. Johannes 14). Dasselbe Band, das schon Ruth und Noomi zusammenhielt, eint auch die Glieder dieser Familie, nämlich die reine Anbetung Jehovas. Sie alle erkennen demütig und dankbar an, daß Jehova und Jesus Christus ihre besten Freunde sind.

„Den allmächtigen Gott und seinen Sohn als Freunde haben?“ magst du fragen. „Wie ist das möglich? Ist das nicht etwas anmaßend?“ Nun, in der Bibel heißt es: „Abraham setzte Glauben in Jehova, ... und er wurde ‚Freund Jehovas‘ genannt.“ Das war gewiß unverdiente Güte. Doch in Jehovas Wort wird gesagt: „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber erweist er unverdiente Güte“ (Jakobus 2:23; 4:6).

Vielleicht sind einige der Meinung, für ein solches Vorrecht zu sündig zu sein. Jakobus führt jedoch auch folgendes an: „Naht euch Gott, und er wird sich euch nahen. Reinigt eure Hände, ihr Sünder, und läutert euer Herz, ihr Unentschlossenen. Erniedrigt euch in den Augen Jehovas, und er wird euch erhöhen“ (Jakobus 4:8, 10).

Jesus sagte: „Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.“ Er wies auch auf die größten Gebote hin, nämlich ‘Jehova Gott mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Sinn zu lieben und den Nächsten wie sich selbst’ (Johannes 15:14; Matthäus 22:37-40). Wenn wir das tun, werden wir viele wahre Freunde haben. Außerdem werden wir dadurch die Voraussetzungen für ein weiteres großes Vorrecht erfüllen — ewiges Leben auf einer gereinigten Erde unter der Herrschaft des Königreiches Gottes (Matthäus 6:9, 10). Jesus erklärte, daß „sein [Jehovas] Gebot ewiges Leben bedeutet“ (Johannes 12:50).

Wirst du die Hilfe von Jehovas Zeugen annehmen? Es sind wirklich freundliche Menschen, die gern bereit sind, dich zu besuchen und mit dir kostenlos über diese wichtigen Dinge zu sprechen. Sie können dir außerdem helfen, viele wahre Freunde zu finden.

[Kasten auf Seite 6]

Einige Richtlinien für wahre Freundschaft

Sei wählerisch in bezug auf deinen Umgang.

Interessiere dich für andere, und sei ein guter Zuhörer.

Tue etwas mit deinen Freunden — gemeinsame Erlebnisse stärken die Freundschaft.

Sei stets ehrlich, offen und aufrichtig.

Bekunde Einfühlungsvermögen und Geduld, wenn andere in Schwierigkeiten sind.

Sei bereit zu vergeben, wenn Freunde Fehler machen oder dich erzürnen — selbst „bis zu siebenundsiebzigmal“ (Matthäus 18:22).

Sei loyal und verteidige Freunde, die verleumdet oder zu Unrecht kritisiert werden.

Die gemeinsame Anbetung Jehovas ist eine unermeßliche Stärkung der Freundschaft.

[Bild auf Seite 7]

Ruth wollte Noomi nicht verlassen, weil ihre Freundschaft eine feste geistige Grundlage hatte. Hast du solche wahren Freunde?

    Deutsche Publikationen (1950-2025)
    Abmelden
    Anmelden
    • Deutsch
    • Teilen
    • Einstellungen
    • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
    • Nutzungsbedingungen
    • Datenschutzerklärung
    • Datenschutzeinstellungen
    • JW.ORG
    • Anmelden
    Teilen