-
Den Völkern eine reine Sprache zuwendenDer Wachtturm 1950 | 15. November
-
-
und Ehrlichkeit sowie der religiöse Eifer solcher Übersetzer werden sie antreiben, derartiges so weit als möglich mit ihrer Übersetzung zu verweben. Und wenn sie ihre Übersetzung nicht auf Grund der Ursprachen, des Hebräischen, Aramäischen und Griechischen, vornehmen, sondern bloss auf Grund einer Übersetzung, die schon eine besondere religiöse Färbung aufweist, so gereicht dies noch mehr zur Verderbtheit der Übersetzung. Dies hindert die Benutzer der betreffenden Übersetzung daran, die reine Sprache der göttlichen Botschaft der Rettung zu sprechen.
17. Wie kann sich ein Leser vor einer gefärbten Übersetzung schützen?
17 Gerade wie die Erforscher der Bibel im alten Beröa, Griechenland, die Schriften täglich erforschten, um zu sehen, ob das Gepredigte schriftgemäss und somit wahr sei, selbst wenn es von einer Persönlichkeit kam, wie der Apostel Paulus sie war, ebenso kann der Leser einer neuzeitlichen Übersetzung sich selbst vor der religiösen Färbung einer Übersetzung schützen. Auf welche Weise? Indem er religiöse Überlieferungen zerhaut und hinabgräbt bis zu den Urquellen, und dies mit Hilfe all der modernen Hilfsmittel, die er zu diesem Zwecke besitzt: Wörterbücher über alte Sprachen, Bibelkonkordanzen, die neuesten Grammatiken über alte Sprachen usw. Er kann Irrtümer entdecken, indem er Schriftvers mit Schriftvers vergleicht, um irgendwelche Inkonsequenzen in der Übersetzung festzustellen, und wird darauf, wenn möglich, bis auf den Originaltext zurückgehen.
18. Was benötigt also ein Übersetzer, um Gott zur Errettung zu dienen?
18 So benötigt denn ein Bibelübersetzer mehr als nur religiöse Inbrunst und Ehrlichkeit. Er muss frei sein von den religiösen Überlieferungen der einflussreichen, populären Systeme sowie von allgemein anerkannten heidnischen Philosophien dieser Welt. Er muss die ursprünglichen Schriften der inspirierten Schreiber so nehmen, wie sie etwas aussagen, in dem Bemühen, nicht den Beweis für neuzeitliche religiöse Lehren, sondern für den ‚Glauben zu finden, der ein für allemal den Heiligen überliefert worden ist‘. Besonders muss er daran denken, dass die biblischen Original-Schriften von Gottes wirksamer Kraft oder von seinem Geist inspiriert worden sind. Er sollte daher beten, der Geist möge ihn, nicht inspirieren, sondern ihm beim Übersetzen helfen und ihn leiten. Denn dieser Geist ist „der Geist der Wahrheit“, und Gott ist bereitwilliger, ihn seinen geistlichen Kindern zu geben, als ein irdischer Vater seinen natürlichen Kindern gute Gaben geben will. (Joh. 16:13; Luk. 11:13) Der Übersetzer sollte nicht daran denken, sich einen Namen zu machen, indem er seinen Namen mit der Übersetzung verbindet. Er sollte aufgehen in dem Verlangen, die „reine Sprache“ der Wahrheit Gottes darzulegen, damit Leser seiner Übersetzung den Namen Gottes, der Jehova ist, anrufen und sich den Menschen anschliessen können, die im einmütigen Dienste für diesen einen wahren Gott andere Sprachen und Dialekte reden. Auf diese Weise dient der Übersetzer dem Vorhaben Gottes, und er wirkt im Interesse seiner eigenen Errettung sowie der Errettung derer, welche die Übersetzung benutzen.
-
-
Neue-Welt-Übersetzung der Christlichen Griechischen SchriftenDer Wachtturm 1950 | 15. November
-
-
Neue-Welt-Übersetzung der Christlichen Griechischen Schriften
1. Wie wurde die erste geschriebene Übersetzung der Heiligen Schrift gemacht?
DIE erste geschriebene Übersetzung der Heiligen Schrift wurde vom hebräischen Kanon in die griechische Gemeinsprache gemacht und als die griechische Septuaginta-Version (LXX) bekannt.a Die Jünger Christi, die Griechisch schrieben, zitierten aus dieser Übersetzung in ihren inspirierten Schriften. Die griechische Septuaginta wurde zu Anfang des dritten Jahrhunderts vor Christus in Alexandria, Ägypten, begonnen, da ein grosser Prozentsatz der dortigen Einwohner damals Griechisch sprechende Juden waren. Bei den Hebräern in Jerusalem hatten sich Vorurteile gegenüber geschriebenen Übersetzungen des heiligen Kanons der Schrift herausgebildet, weil sie dachten, die Schrift sei zu heilig, als dass sie eine Missdeutung erleiden dürfte, was in einer fremden Übersetzung natürlich zu erwarten war. Trotz diesem hebräischen Vorurteil wurde die Arbeit an der Übersetzung drei Jahrhunderte lang fortgesetzt, offenbar durch alexandrinische und nicht palästinische Juden und unter der Protektion des ägyptischen Herrschers und von hebräischen Schriftrollen, die möglicherweise aus Palästina eingeführt worden waren. Wiewohl eine religiöse Überlieferung auf der Inspiration der Septuaginta beharrt, gibt es doch weder innere noch äussere Beweise zur Stütze dieser Behauptung. Diese Übersetzung bildete das, was als die vorchristlichen Griechischen Schriften bezeichnet werden mag. Sie erwies sich für die Griechisch sprechende Christengemeinde aus dem ersten Jahrhundert sowie für Übersetzer der Hebräischen Schriften selbst als sehr wertvoll. Diese griechische Übersetzung und nicht die hebräische Bibel selbst war die Schriftsammlung, die im Laufe des christlichen Missionarwerkes westwärts durch Europa benutzt wurde.
2. Wann war der Bibelkanon vollendet? Wann und wie wurden seine Bücher gesammelt und veröffentlicht?
2 Um das Ende des ersten Jahrhunderts n. Chr. war die offizielle Sammlung (der Katalog) oder der Kanon der inspirierten Schriften der Jünger Christi vollendet. Da diese in Griechisch verfasst waren, bilden sie das, was wir zu Recht als die Christlichen Griechischen Schriften bezeichnen können. Was die Inspiration betrifft, stehen sie mit den Hebräischen (Aramä’ischen) Schriften auf gleicher Stufe, und sie ergänzen diese ehemaligen Schriften zur Bildung der vollständigen Bibel. Somit war der Kanon oder die offizielle Sammlung der inspirierten Bücher der Heiligen Schrift um das Ende des ersten Jahrhunderts n. Chr. vollendet.b Die geschriebene Übersetzung der Heiligen Schrift folgte zur bestimmten Zeit im Verein mit dem Missionarwerk der Urchristen, und zwar im Gehorsam gegen den Befehl Christi, Jünger zu machen aus allen Nationen. Die Bücher des hebräischen Kanons waren in Jerusalem schon vor dessen Zerstörung (70 n. Chr.) gesammelt worden, und nun, während des zweiten Jahrhunderts, wurden die Bücher der inspirierten Christlichen Griechischen Schriften gesammelt, und man machte sich an Übersetzungen heran. Übersetzungen in Altlatein erschienen. Teile der Schrift, wie zum Beispiel die vier Evangeliumsberichte und die Briefe des Apostels Paulus, wurden zur bequemen Handhabung und Benutzung in Kodexform zusammengebracht gleichwie die Bücher unserer Tage. Das Einbinden der Bücher in Deckel auf diese Art erwies sich als eine markante Spezialität der Christengemeinde in der Buchindustrie jenes frühen zweiten Jahrhunderts.
3. Was war die erste gedruckte Bibel? Wer machte jene Übersetzung?
3 Gegen Ende des vierten Jahrhunderts begann Eu-se’bi-us Hi-e-ro’ny-mus, der gewöhnlich als „Sankt Hi-e-ro’ny-mus“ bekannt ist, seine Arbeit als Übersetzer. Im Jahre 383 stellte er seine neue lateinische Übersetzung der Evangeliumsberichte von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes her, und im Jahre 405 vollendete er seine vollständige Übersetzung der Bibel vom Hebräischen und Griechischen ins Lateinische. Trotzdem weit und breit Einspruch dagegen erhoben wurde, trug die lateinische Übersetzung des Hi-e-ro’ny-mus den Sieg davon und wurde für die nächsten tausend Jahre die Bibel der westlichen Christenheit. Sie wurde als die lateinische Vulgata oder die „allgemeine lateinische Ausgabe“ bekannt. Die erste Bibel, die Johann Gutenberg in Mainz, Deutschland, aus der Druckpresse brachte, war diese lateinische Vulgata.
4. Was für Übersetzungen wurden nötig, als das Latein ausstarb? Wie wurde dem Bedarf entsprochen?
4 Mit der Zeit aber starb Latein als Sprache des gewöhnlichen Volkes aus, und Volkssprachen lateinischen Ursprungs und auch teutonische Sprachen entwickelten sich. Das Bedürfnis nach Bibelübersetzungen in der Sprache des Volkes wurde dringender, und viele handschriftliche oder Manuskript-Übersetzungen entstanden. Ehe das Drucken erfunden war, ums Jahr 1456, gab es verschiedene deutsche Übersetzungen der Bibel oder von Teilen derselben. Die erste Bibel, die in einer modernen Sprache gedruckt werden sollte, war eine deutsche Übersetzung von einem unbekannten Verfasser, und sie wurde im Jahre 1466 von Johann Mentel in Strassburg gedruckt. Die Zeit fehlt uns jedoch, die Herstellung der Bibel in allen andern Sprachen zu beschreiben oder auch nur zu erwähnen.
UNSEKTIERERISCHE BIBELGESELLSCHAFT
5. Welchem Werk ist die Wachtturm-Gesellschaft von Anfang an geweiht gewesen? Wie und warum hat sie biblische Übersetzungen benutzt?
5 Von der Zeit ihrer Gründung an hat die Watch Tower Bible & Tract Society die King James-Version (englische Bibel) von 1611 als ihre grundlegende Übersetzung zum Bibelstudium benutzt. Unser Hauptziel ist dabei gewesen, dem Volke die reinen biblischen Lehren im Licht der sich entfaltenden Prophezeiung klar zu machen. Wir suchen mit dem heller werdenden Licht der Wahrheit voranzuschreiten und frei zu werden von all den verdunkelnden Traditionen der Menschen und heidnischen Philosophien dieser Welt. Bei der Gründung der Gesellschaft im Jahre 1881 wurde diese Watch Tower Tract Society genannt, um ihren Zweck anzuzeigen, die offenbarten Wahrheiten der Bibel zu verbreiten. (The Watchtower, April 1881) Im Jahre 1884 wurde sie als Zion’s Watch Tower Tract Society eingetragen, 1896 jedoch Watch Tower Bible & Tract Society genannt. Ihrem Namen getreu, hat sie sich damit befasst, Bibeln zu verbreiten, und auch Bücher, Traktate und andere Schriften zur Ausbreitung christlicher Erkenntnis zu veröffentlichen, die sich auf den Felsengrund der Lehren des Wortes Gottes stützen. Ihre biblische Erziehung des Volkes ist eine unsektiererische gewesen, und nur diese Art einer Erziehung gewährt einem Christen die Freiheit, religiöse Traditionen und weltliche Philosophien zu zerhauen und zurückzugehen zu dem „Glauben, der ein für allemal den Heiligen überliefert worden ist“. So haben denn die englischen Publikationen der Watch Tower Society von der Zeit an, da die Zeitschrift The Watchtower im Jahre 1879 veröffentlicht zu werden begann, bis heute mehr als siebzig verschiedene Bibelübersetzungen in Englisch und andern Sprachen zitiert, daraus angeführt und sich darauf bezogen. Somit hat die Gesellschaft den Wert all dieser anerkannt und hat von dem Guten in allen Gebrauch gemacht, wie es zur Darlegung der wahren Botschaft Gottes und zur Beseitigung religiöser Verwirrung nötig geworden ist.
6. Wann erst wurde die Gesellschaft eine bibeldruckende Gesellschaft? Wie?
6 Im Jahre 1902 gelangte die Watch Tower Society in den Besitz ihrer ersten Platten einer Bibelausgabe und konnte eine bibeldruckende Gesellschaft werden. Es waren dies die Platten einer betonten Übersetzung der Christlichen Griechischen Schriften, welche als „The Emphatic Diaglott“ bekannt ist. Diese war erstmals im Jahre 1864 von ihrem Verfasser, Benjamin Wilson, einem Zeitungsredaktor von Geneva, Illinois, veröffentlicht worden, der niemals mit der Watch Tower Bible & Tract Society verbunden war. Diese betonte Übersetzung wies einige beachtenswerte Merkmale auf, die zu einem besseren Verständnis der Wahrheit gereichten. Jedoch wurde The Emphatic Diaglott erst am 21. Dezember 1926 auf den eigenen Druckpressen der Gesellschaft gedruckt und im eigenen Betrieb gebunden.
7. Wie kam die Gesellschaft dazu, die ganze Bibel zu drucken und herauszugeben?
7 Dies führte schliesslich zu dem Wunsch der Gesellschaft, die vollständige Bibel auf ihren Pressen zu drucken. Durch den Zweiten Weltkrieg wurde das Bedürfnis nach einer unabhängigen Veröffentlichung der Bibel selbst noch grösser. Im Tumult jenes weltweiten Krieges gelang es der Gesellschaft, Platten der vollständigen King James-Bibel zu kaufen. Am 18. September 1942 wurde der Theokratische Neue-Welt-Kongress der Zeugen Jehovas mit seiner Schlüsselversammlung in Cleveland, Ohio, eröffnet. Dort sprach der Präsident der Gesellschaft über das Thema „,Das Schwert des Geistes‘ präsentieren“, und als Höhepunkt gab er diese erste vollständige Bibel frei, die auf unsern Druckpressen gedruckt worden war. In ihrem Anhang fanden sich manche hilfreichen Angaben, die zur Verwendung beim Bibelstudium beigegeben worden waren. An Amerika wurden sogleich 35 000 Exemplare verabfolgt, und seither sind 700 000 Exemplare dieser Watch Tower-Ausgabe in vielen Ländern verbreitet worden.
8. Welche weitere Bibelübersetzung druckte die Gesellschaft als nächstes und gab eine Auflage frei, und wie?
8 Eine ausgezeichnete Bibelübersetzung des zwanzigsten Jahrhunderts ist die American Standard Version [Amerikanische Standard-Bibel]. Ausser den vielen Verbesserungen, die sie der englischen King James-Bibel gegenüber aufweist, hat sie den beachtlichen und lobenswerten Vorzug, den Namen Gottes an den 6823 Stellen, wo er in den Hebräischen Schriften vorkommt, mit „Jehova“ wiederzugeben. Nach langen Verhandlungen und zufolge einer finanziellen Übereinkunft konnte die Watch Tower Society im Jahre 1944 die Benutzung der Platten der vollständigen Amerikanischen Standard-Bibel erwerben, um diese Übersetzung auf ihren Pressen mit einem besonders vorbereiteten Anhang als Bibelstudienhilfe zu drucken. Am 10. August 1944 erfreute der Präsident der Gesellschaft in Buffalo, Neuyork, der Schlüsselstadt von 17 gleichzeitigen
-