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Erwachet! 1982
g82 22. 6. S. 6-7

Warum sich die Religionen militärisch engagieren

Religion — Fördert sie den Krieg oder den Frieden?

ANGESICHTS der Tatsache, daß sich die Religionen tatsächlich militärisch engagieren, erhebt sich zwangsläufig die Frage: Warum? Viele Leute sind der Meinung, es sei nicht die Schuld der Religionen, sondern der Personen, die nicht nach den Lehren ihrer Religion handelten. Sie meinen, daß es Frieden geben könnte, wenn mehr Leute das, was ihre Religion lehre, in die Tat umsetzen würden.

Das mag zum Teil stimmen, doch darf man nicht übersehen, daß viele, die an einem Religionskrieg teilnehmen, mit einem solchen Fanatismus kämpfen, daß sie andere Soldaten weit in den Schatten stellen.

Die Lehre vom „heiligen“ oder „gerechten“ Krieg hat im Laufe der Jahrhunderte einen starken Einfluß auf die Anhänger vieler Religionen ausgeübt. Bemerkenswerte Beispiele dafür sind die Kreuzzüge der Christenheit und der heilige Krieg des Islam. Diejenigen, die zu den Kreuzzügen aufriefen, stützten sich gewöhnlich auf die Bibel. Historiker berichten aber: „In der Urkirche war die Ansicht weit verbreitet, daß Krieg organisierte Sünde sei, mit der die Kirche und die Nachfolger Christi nichts zu tun haben konnten“ (Encyclopædia of Religion and Ethics von James Hastings).

Später setzten sich jedoch prominente kirchliche Persönlichkeiten wie Augustinus und Thomas von Aquin für einen „gerechten“ Krieg ein. „Augustinus (zu Beginn des 5. Jahrhunderts) schuf die erste große Synthese zwischen christlichem Glauben und dem Führen von Kriegen“, schrieb Robert Culver, Professor der Theologie, in der Zeitschrift Christianity Today. Diese „Lehre ist bis heute für alle großen Zweige der Kirche verbindlich geblieben“.

Die Lehre vom „gerechten“ Krieg beginnt mit der Prämisse, daß der Staat von Gott das Recht und die Macht hat, Ruhe und Ordnung in einer unvollkommenen Gesellschaft aufrechtzuerhalten, wenn nötig durch Zwangsmittel — Polizei, Gerichte, Gefängnisse und Galgen. Das berechtigt ihn auch, die Armee, die Marine und alles andere einzusetzen, um Angriffe abzuwehren.

Es ist ohne weiteres verständlich, warum eine solche Lehre den Beifall der herrschenden Klasse fand. Aber auch das Volk nahm sie an, weil der einzelne dadurch der Last enthoben wird, selbst eine Gewissensentscheidung zu treffen. Er braucht lediglich das zu tun, was ihm von seiten des Staates befohlen wird. Seine Unterstützung mag bei ihm sogar das Gefühl hervorrufen, er tue Gottes Willen oder Gott sei auf seiner Seite. Empfindet sozusagen nicht jeder Soldat so im Krieg?

Falsche Auffassung über das tausendjährige Königreich

„Das Streben nach dem tausendjährigen Königreich, oft angeregt durch messianische Führerpersönlichkeiten, hat revolutionistische Bewegungen entstehen lassen, von denen viele zu bedeutenden politischen und sozialen Erneuerungen führten“, schrieb Gunter Lewy in dem Buch Religion and Revolution.

Ein besonders interessantes und aufschlußreiches Beispiel ist die Taipingrebellion (1850 bis 1864) in China, das damals von ausländischen Mächten unterdrückt wurde und auch mit inneren Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Die Taipingbewegung war eine merkwürdige Mischung aus Konfuzianismus und christlichem Gedankengut. Der Anführer, Hung-Hsiu-ch’üan, behauptete, ein Sohn Gottes und Bruder Jesu zu sein und von Gott zur Erde gesandt worden zu sein, um das Taiping Tien-kuo, das Himmelskönigreich des großen Friedens, zu errichten. Die Bewegung breitete sich schließlich in 16 der 18 Provinzen aus, eroberte rund 600 Städte, besetzte auch Nanking und machte es zur „Himmelsresidenz“ auf der Erde. Sie wurde „die größte Massenbewegung der Geschichte vor der Moderne“ genannt, und als sie zerschlagen wurde, kamen vermutlich bis zu 40 Millionen Menschen ums Leben.

Solche Bewegungen gab es auch zu anderen Zeiten und in anderen Ländern, so zum Beispiel die Makkabäer und die Zeloten des Judaismus, die politisch tätigen buddhistischen Mönche Birmas und Ceylons, die Fünfmonarchisten der puritanischen Revolution des 17. Jahrhunderts in England und die moslemischen Mahdisten im Sudan, die für die berüchtigte Belagerung Khartums verantwortlich waren. Diese Liste könnte noch weiter fortgeführt werden.

Religiöse Führer treten dafür ein, daß die verschiedenen Religionen gemeinsam für den Weltfrieden arbeiten. Anscheinend glauben sie, daß der Friede gesichert werden könnte, wenn ihre unterschiedlichen religiösen Auffassungen auf einen Nenner zu bringen wären. Die Tatsachen zeigen indessen, daß nur wenige Kriege einzig und allein wegen religiöser Fragen ausgefochten werden. Bei den eigentlichen Kriegsgründen handelt es sich vielmehr hauptsächlich um soziale, wirtschaftliche, territoriale, politische und andere Fragen. Aber anstatt solche Kriege zu verhindern, mischt sich die Religion in die Auseinandersetzungen ein, und unter dem Einfluß irregeführter Geistlicher werden die Massen der „Gläubigen“ so fanatisiert, daß sie zu den Waffen greifen.

Die Religion fördert offensichtlich nicht den Frieden. Doch wie steht es mit Gottes Wort, der Bibel? Fördert sie den Frieden?

[Kasten auf Seite 6]

„Religionskriege werden meist mit fanatischer Begeisterung und großer Grausamkeit geführt. Wenn wegen territorialer Streitfragen oder aus wirtschaftlichen Motiven gekämpft wird, so wird einmal der Punkt erreicht, wo sich der Kampf nicht mehr lohnt, und es kommt zu einem Kompromiß. Wird aber aus religiösen Gründen gekämpft, so hält man eine Verständigung für Sünde“ (Roger Shinn, Professor für Sozialethik am Union Theological Seminary).

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