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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1953
w53 1. 6. S. 323-324

„Sie sagen es, aber tun es nicht“

JESUS sagte einmal über die religiösen Führer seiner Tage: „Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf Moses Stuhl gesetzt. Daher tut all die Dinge, die sie euch sagen, und beobachtet sie, aber tut nicht nach ihren Werken, denn sie sagen es, aber tun es nicht.“ (Matth. 23:2, 3, NW) Sind die religiösen Führer unserer Tage vielleicht anders? Laßt uns sehen.

Gewisse protestantische Geistliche der Vereinigten Staaten leisten dem Grundsatz, Kirche und Staat zu trennen, viel Lippendienst. Sie klagen jedes Durchbrechen dieser Wand seitens anderer laut an, wie z. B. die Absicht des ehemaligen Präsidenten Truman, einen Gesandten zum Vatikan zu entsenden. Aber respektieren sie jene Trennungswand zwischen Kirche und Staat, wenn ihre eigenen Interessen mit einer solchen Einstellung in Konflikt geraten? Sie tun es nicht. Das Programm der „Freigegebenen Zeit“, auf Grund dessen Schulkinder von den öffentlichen Schulen befreit sind, damit sie irgendwo anders Unterricht erhalten können, ist ein treffendes Beispiel hierfür. Dieses Programm durchbricht die Trennwand, insofern es die Staatsmaschinerie des Schulzwanges benutzt, Klassen für religiöse Organisationen einzurichten.

Offensichtlich handelt es sich bei dieser Streitfrage nicht bloß darum, ob für religiösen Unterricht Vorsorge getroffen werden soll oder nicht, da die Geistlichen, die das Programm der „Freigegebenen Zeit“ fördern, nicht befriedigt sind, wenn die Schulen eine Stunde früher aus sind, so daß jene, die es wünschen, sich zu Religions-Häusern zum Empfang von Unterricht begeben können; denn sie wissen sehr gut, daß sie sich nicht auf die Kinder verlassen können, die freiwillig zu den Orten gehen sollten, wo solche Klassen geführt werden. Nur um die Schule zu schwänzen, werden sich die Kinder religiösem Unterricht unterwerfen. Auf diese Weise haben wir eine Einheit von Kirche und Staat, indem der Staat Unterrichtsklassen für die Kirche schafft. Die Geistlichen predigen anderen Trennung von Kirche und Staat; doch setzen sie dies in die Tat um? Sie tun es nicht.

Das ist nicht einmal alles. Indem sie das Programm der „Freigegebenen Zeit“ befürworten, zeigen sie nicht nur Inkonsequenz in ihren Bekenntnissen über die Trennung zwischen Kirche und Staat, sondern verletzen auch den Grundsatz, der von dem Einen erklärt wird, dem sie zu folgen behaupten, nämlich Christus Jesus. Er sagte einmal: „Alles daher, was ihr wollt, daß Menschen euch tun, sollt ihr ihnen gleicherweise tun.“ (Matth. 7:12, NW) Wie dies also?

Das Programm der „Freigegebenen Zeit“ bestraft alle, die religiöse Klassen nicht besuchen, insofern, als aller lebensnotwendiger Unterricht eingestellt wird, so daß jene, die die religiösen Klassen besuchen, nichts vermissen werden. So steht die Sache: entweder religiösen Unterricht nehmen oder eine Stunde verschwenden. Wenn die Mehrheit der Schüler den religiösen Unterricht nähme, so würde es wirklich eine Ungerechtigkeit bedeuten, und der Schaden wäre alles andere als unwesentlich. Aber was sollen wir sagen, wenn 90 Prozent der Schüler eine Stunde verschwenden müssen, so daß 10 Prozent den Nutzen religiösen Unterrichts während der Unterrichtszeit haben können, wie es in Chicago, Illinois, der Fall ist; oder wenn 98 Prozent eine Stunde verschwenden müssen, so daß zwei Prozent durch diese Einrichtung Nutzen ziehen können, wie es in einer Grundschule in Westchester Land im Staate New York der Fall ist, wo von 500 Schülern nur 10 den religiösen Unterricht besuchen? Mit welchen Argumenten kann man es rechtfertigen, daß 490 Schüler eine Stunde verschwenden, nur damit 10 andere den Vorzug des Programms der „Freigegebenen Zeit“ haben können?

In vielen Fällen haben sich die Einwände der Eltern als nutzlos erwiesen. Der Druck seitens der Geistlichkeit ist so groß, daß Schulbehörden, Schulleiter und Rektoren Angst haben, die Lage abzuändern, und nicht einmal Schullehrer wagen, sich über die Sache zu äußern. Ist das Gerechtigkeit? Ist das brüderliche Liebe? Ist das wahres Christentum? Heißt das, den Menschen das tun, was man wünscht, von anderen getan zu bekommen?

Daß das Programm der „Freigegebenen Zeit“ die Moral verbessert, ist fraglich. Zuverlässige Statistiken zeigen, daß etwa vierzig Prozent der Schüler, die für religiösen Unterricht frei bekommen, verfehlen, sich dementsprechend zu benehmen. Und wenn wir die Zeit in Betracht ziehen, die gebraucht wird, um von der Schule zu der Stätte zu gehen, wo religiöser Unterricht erteilt wird, bleiben nur 30 oder 45 Minuten von einer Stunde übrig. Wieviel von religiösen Grundsätzen und Lehren kann in 30 bis 45 Minuten pro Woche gelehrt werden?

Angesichts solcher Tatsachen nahm die letzte Sitzung des Weißen Hauses, bei der im Dezember 1950 über Kinder und über die Jugend beraten wurde und an der 4 620 Delegierte teilnahmen, die Dreiviertel der Gesamtbevölkerung der Vereinigten Staaten vertraten, mit einer Zwei-zu-Eins-Stimme die folgende Resolution an: „Da wir erkennen, daß Wissen und Verständnis über religiöse und ethische Auffassungen für die Entwicklung geistiger Werte als wesentlich gilt und daß nichts von größerer Bedeutung für die Moral und geistige Gesundheit unserer Nation ist als das Werk religiöser Erziehung in unseren Heimen und Familien und unserer Belehrungen durch die organisierte Religion, bekräftigen wir nichtsdestoweniger streng den Grundsatz der Trennung von Kirche und Staat, der der Schlüssel zu unserer amerikanischen Demokratie ist, und erklären uns unentwegt gegen die Benutzung öffentlicher Schulen direkt oder indirekt für religiöse Erziehungszwecke.“

Mrs. Agnes E. Meyer, eine prominente Erzieherin aus den Vereinigten Staaten, die das Vorhergehende kommentierte, hatte das Folgende im Atlantic Monthly, Ausgabe vom März 1952, zu sagen: „Das Kind wäre seiner vollen Entwicklung beraubt, wenn es in seinen jungen Jahren keine Anleitung gegenüber der Anerkennung der religiösen Ansichten über das Leben erhielte. Aber die Lehre, um wirksam zu sein, muß im Heim und im Familienleben in Zusammenarbeit mit den Kirchen durchgeführt werden. … Da die Kirchen in ihrer vornehmlichen Mission, die Familie zu stärken und die Kinder während ihres für Eindrücke höchst empfindlichen und formbaren Alters zu erreichen, gefehlt haben, suchen sie jetzt den Weg abzukürzen durch das Programm der ‚Freigegebenen Zeit‘, welches über Nacht die moralischen Schäden der Kinder, die während der ganzen Kindheit vernachlässigt wurden, heilen soll.“ Die soeben erwähnte Tatsache wird durch den Nachrichtenartikel unterstrichen, der in dem New Yorker Journal-American vom 8. November 1952 erschien, wonach ein achtjähriger Knabe in Newport, England, seinen 17 Tage alten Bruder mit einer Milchflasche tötete.

Die Abhilfe für Jugendverbrechen liegt nicht darin, daß die Geistlichkeit das eine sagt, und das andere tut; sie liegt nicht in dem unchristlichen und undemokratischen Programm der „Freigegebenen Zeit“. Die Abhilfe liegt darin, daß Eltern Gottes Gebote beachten:

„Jehova, unser Gott, ist nur ein Jehova! Und du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollen auf deinem Herzen sein. Und du sollst sie deinen Kindern einschärfen.“ — 5. Mose 6:4-7

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