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Jetzt weiß ich, wie die Akupunktur funktioniertErwachet! 1980 | 22. November
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Wirkung. Auf meine Erkundigungen hin wurde ich daran erinnert, daß Unwissenheit oft Argwohn zur Folge hat. So wurde beispielsweise Wilhelm Röntgen, der Entdecker der nach ihm benannten Strahlen, als Quacksalber verschrien.
Bei der Akupunktur handelt es sich weder um Aberglauben noch um eine reine psychosomatische Therapie, was Berichte eines Tierarztes aus Mito (Japan) bestätigen. Dieser Tierarzt behandelt Haustiere mit vier elektrisierten Nadeln. Wie der Tierarzt berichtet, stillt diese Behandlung bei Kühen, die eine Magenoperation hatten, die starken Schmerzen danach und fördert die Genesung. Die Behandlung wird auch erfolgreich bei neugeborenen Kindern angewandt. Klinische Versuche zeigten außerdem, daß Körperteile und -funktionen reagieren, wenn Akupunktur angewandt wird. Versuche, die in Japan und in Europa durchgeführt wurden, ergaben, daß die Einführung von Nadeln an einem bestimmten Akupunkturpunkt die Produktion der roten Blutkörperchen fördern kann, so daß ihre Zahl innerhalb von 24 Stunden von einer abnormal geringen Menge auf die normale Menge ansteigt.
Der Akupunkteur, der mich „nadelte“, erklärte die Behandlung wie folgt: „Akupunktur ist einfach die Methode, die wir zur Behandlung von Krankheiten anwenden. Dem Patienten gefällt das Persönliche an dieser Behandlung, was bei der westlichen Medizin leider manchmal fehlt. Mit Hilfe der Akupunktur können wir Schmerzen lindern und Leiden beheben — mit anderen Worten, wir können jemandem, der krank ist, helfen, wieder einigermaßen gesund zu werden.“
Jetzt weiß ich, wie die Akupunktur funktioniert. (Eingesandt.)
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„Die Unwissenheit des Menschen ist riesengroß“Erwachet! 1980 | 22. November
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„Die Unwissenheit des Menschen ist riesengroß“
Der bekannte Biologe und Forschungswissenschaftler Dr. med. Lewis Thomas meint, der Mensch sollte seine Umwelt, die Schöpfung, ehrfürchtig bewundern. In der Zeitschrift „Smithsonian“, herausgegeben vom U.S. National Museum, heißt es, daß Dr. Thomas in seinen Schriften darauf aufmerksam mache, „wie wenig wir Menschen über die Welt wissen. Das, was der Mensch weiß, ist nichts im Vergleich zu dem, was er nicht weiß“, schreibt er.
In einem Interview mit der Zeitschrift „Smithsonian“ bemerkte Dr. Thomas: „Den heutigen Wissenschaftlern bereiten die Naturgesetze viel mehr Kopfzerbrechen als den Wissenschaftlern vor 100 Jahren.“ Er veranschaulichte das wie folgt: „Lord Kelvin, ein führender Physiker, der um die Jahrhundertwende lebte, sagte, daß auf dem Gebiet der Physik kaum noch etwas zu entdecken sei, und wäre er ein junger Mann, würde er sich nicht für das Physikstudium entscheiden, weil es kaum noch etwas zu erforschen gebe, außer einigen nebensächlichen Dingen. Doch seither ist die Quantentheorie, die Relativitätstheorie, die Quantenmechanik und wer weiß, was noch alles, entwickelt worden.
Ich glaube, daß diese Entwicklung nie enden wird, denn wir besitzen nun einmal einen unersättlichen Wissensdurst und sind ständig am Forschen, am Suchen, am Ergründen. Wir werden nie alle Rätsel lösen können. Ich kann mir nicht vorstellen, daß wir einmal alles wissen, so daß jeder aufatmend sagen kann: ,Jetzt verstehen wir alles.‘ Das wird für uns immer unerreichbar bleiben. ... Wir erforschen jetzt die Natur mit einer viel besseren Ausrüstung als je zuvor. Aber anstatt alles besser zu verstehen, wird uns alles noch unverständlicher.“
Timothy Ferris, der das Interview für die Zeitschrift „Smithsonian“ mit Dr. Thomas machte, erinnerte sich daran, daß Dr. Thomas in seinen Schriften erwähnt, wie der Mensch auf die Wunder, die er vor Augen habe, reagieren sollte: „Sie führen die Embryologie an und die Tatsache, daß sich das Gehirn aus einer einzigen embryonalen Zelle entwickelt, und schreiben: ,Die Menschen sollten den ganzen Tag in all ihren wachen Stunden voller Staunen miteinander über nichts anderes als über diese Zelle sprechen!‘“ Und sollte man nicht auch den staunend bewundern, der diese wunderbare Zelle geschaffen hat? (April 1980, S. 127—142).
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