Sie spüren die Dringlichkeit
„BEGEISTERND, einfach begeisternd!“ „Jetzt kann ich mir vorstellen, wie es zu Pfingsten 33 u. Z. gewesen sein muß!“ „Darauf haben wir schon seit Jahren gewartet!“ „Das Ende des gegenwärtigen Systems der Dinge ist sehr, sehr nahe, das wissen wir alle!“ So äußerten sich einige Beobachter in der Brooklyner Zentrale der Zeugen Jehovas. Worüber? Über die vermehrte Tätigkeit ihrer Mitzeugen in der ganzen Welt. Gottes Diener spüren den Geist der Dringlichkeit, der heute, in der denkwürdigsten Zeit der Geschichte, durch ihre Reihen weht.
Es scheint, als würden plötzlich überall auf der Erde Menschen erkennen, welch schwierigen und furchterregenden Problemen unsere Generation gegenübersteht, und als würden sie einsehen, daß nur Gott diese Probleme lösen kann. Sie wollen wissen, was sein Wort sagt. Demzufolge werden die bibelerklärenden Schriften der Zeugen Jehovas heute von Personen gelesen, die sich früher nie Zeit dazu genommen hätten, und Tausende wohnen ihren Zusammenkünften bei, die dies früher nicht getan haben.
Etwas, was zu diesem großen Aufschwung im Predigtwerk beigetragen hat, sind die Bücher Hat sich der Mensch entwickelt, oder ist er erschaffen worden? und Die Wahrheit, die zu ewigem Leben führt. Diese interessanten und praktischen Hilfsmittel zum Bibelstudium haben dem Werk der Zeugen Jehovas einen starken Auftrieb gegeben. Die Kraft, die sie aber hauptsächlich zu vermehrter Tätigkeit antreibt, ist Gottes Geist. Jehova läßt durch seinen dynamischen heiligen Geist seine Diener erkennen, daß die Zeit drängt, und sie widmen daher seinem Werk mehr Zeit und Kraft. Ja, Jehova Gott spornt seine Diener heute wie nie zuvor an vorwärtszugehen, und sie gehen vorwärts!
DIE BERICHTE ZEIGEN, DASS SIE DIE DRINGLICHKEIT SPÜREN
Es ist wirklich begeisternd, die Berichte über das Wachstum der Zeugen Jehovas in den verschiedenen Ländern zu lesen. Im Jahre 1942 zum Beispiel gab es auf dem ganzen afrikanischen Kontinent nur 10 070 Zeugen; heute verkündigen dort über 180 000 die gute Botschaft von Gottes Königreich. In Asien gab es im Jahre 1942 nur 406 Zeugen, die von ihrem Glauben Zeugnis ablegten; heute sind es 21 698. In Europa gab es im Jahre 1942 nur 22 796 Zeugen; heute predigen dort jedoch 387 147. Auf den verschiedenen Inseln des Pazifischen und Atlantischen Ozeans, des Karibischen Meeres und des Mittelmeeres gab es 1942 nur etwa 5 500 Zeugen; heute sind es über 113 000. In Nord- und Südamerika predigten im Jahre 1942 nur etwa 76 000 Zeugen; heute vertreten dort weit über 500 000 das Königreich Gottes. Dieses Wachstum ist aber noch nicht beendet, denn im ersten Monat des neuen Dienstjahres berichteten 24 der über die ganze Erde verstreuten 94 Zweigbüros der Watch Tower Bible and Tract Society über eine weitere Zunahme in den Ländern, die ihrer Aufsicht unterstellt sind.
Obwohl die Zahl der Zeugen Jehovas im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent gestiegen ist, haben sie auch eine erstaunliche Zunahme in bezug auf die Zahl der Stunden, die sie dem Predigtwerk widmeten, erreicht, was zeigt, daß sie die Dringlichkeit dieses von Gott verordneten Werkes wirklich spüren. Sie haben der Predigttätigkeit im vergangenen Jahr die erstaunliche Zahl von 208 666 762 Stunden gewidmet, fast 25 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Das ist nicht nur darauf zurückzuführen, daß so viele mehr tätig waren. Auch werden sie nicht bezahlt. Nachdem eine Frau auf den Falklandinseln einige Diapositive über die großen Kongresse der Zeugen gesehen hatte, rief sie aus: „Keine Organisation könnte so viele Leute bezahlen.“ Wie läßt sich dies denn erklären? Der Wunsch, in der kurzen noch verbleibenden Zeit ihr möglichstes zu tun, treibt die Zeugen zu vermehrter Tätigkeit an. — Ps. 110:3.
Da Jehovas Zeugen darauf bedacht sind, ihre Zeit dem wichtigsten Werk, das in unserem Zeitalter durchgeführt wird, zu widmen, führten sie im vergangenen Jahr bei Personen, die mehr über die Bibel wissen wollten, 89 903 578 Nachbesuche durch. Das waren über 23 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Beachtenswert ist ferner, daß sie kostenlos jede Woche 977 503 Bibelstudien durchführten, 110 494 mehr als im Vorjahr. Wer wollte diesem Geist der Bereitschaft, in diesen gefahrvollen Zeiten mehr als das Übliche zu tun, widerstehen!
VIELE, DIE DIE DRINGLICHKEIT SPÜREN, HABEN IHREN DIENST AUSGEDEHNT
Einer der besten Beweise dafür, daß Gottes Volk die Dringlichkeit der Zeit immer mehr spürt, sind die Vielen, die es so eingerichtet haben, daß sie sich ständig oder während der Ferien vorwiegend dem Predigtwerk widmen. Im vergangenen Jahr taten dies über 10 000 mehr als im Vorjahr. Das bedeutete für manche Mutter und manchen Vater, für viele jüngere und viele ältere Personen manches Opfer.
In Kuba, wo Jehovas Zeugen verfolgt werden und ihre Predigttätigkeit deshalb unter großen Schwierigkeiten durchführen, widmet zum Beispiel ein Familienvater durchschnittlich jeden Monat 154 Stunden dem Predigtwerk. Gemäß seinen persönlichen Aufzeichnungen sprach er im vergangenen April mit 408 Personen über Gottes Königreich. Dieser Zeuge sorgt noch für eine fünfköpfige Familie. Auf der anderen Seite der Erdkugel, in Indonesien, sorgt ein Zeuge für seine Frau und seine fünf Kinder und nutzt nebenbei jede Gelegenheit, um zu predigen.
Tausende und aber Tausende richteten es so ein, daß sie dem Werk Gottes mehr Zeit widmen konnten. So machte sich zum Beispiel ein Zeuge in den Fünfzigerjahren mit seiner Frau und zwei anderen Reisegefährtinnen, von denen die eine siebenundsechzig und die andere fünfzehn Jahre alt war, auf, um in einem entlegenen Gebiet auf der Insel Réunion zu predigen. Die vier legten die Strecke in dieses Gebiet, wo es keine Straße gibt, zu Fuß zurück. Mit einem Rucksack auf dem Rücken, einem Koffer in der einen Hand und einer großen Tasche voll bibelerklärender Schriften in der anderen wanderten sie zehn Kilometer weit einem Fluß entlang aufwärts und durchwateten den Fluß vierzehnmal. Sie sprachen mit einem jeden, dem sie begegneten. Auf der ganzen Reise legten sie etwa 160 Kilometer zu Fuß zurück. Obwohl sie körperlich sehr müde waren, als sie wieder nach Hause kamen, fühlten sie sich geistig überaus erfrischt, weil sie dem Ruf, die „gute Botschaft“ in einem Gebiet zu predigen, wo Hilfe dringend not tat, gefolgt waren.
Beachtenswert ist auch, wie junge Menschen den Geist Gottes, der zu vermehrter Tätigkeit anspornt, auf sich wirken lassen. Auf den Fidschiinseln bemühen sich drei Kinder von vierzehn, zwölf und zehn Jahren stets, nach dem Mittagessen so schnell wie möglich wieder in die Schule zurückzukehren, um mit den Kindern, die mehr über die Bibel wissen möchten, darüber zu sprechen. Ihre Liebe zu ihren Klassenkameraden und ihr Interesse an ihnen hat dazu geführt, daß jedes von ihnen nun zwei Bibelstudien durchführt. Ja, selbst ihr achtjähriger Bruder führt schon ein Heimbibelstudium durch. Ihre Mutter leitet vier und ihr Vater sieben Studien. Das heißt also, daß diese Familie insgesamt achtzehn Bibelstudien durchführt. Welche Begeisterung!
Wie sehr den Zeugen daran gelegen ist, Menschen zu finden, die an der Bibel interessiert sind, zeigt folgende Begebenheit: Eine Zeugin in Österreich hatte im Bus eine interessierte Frau kennengelernt. Da sie deren Adresse nicht kannte, mußte sie viermal in das Dorf zurückkehren, in dem die Frau wohnte, bis sie sie schließlich fand. Sie begann ein Bibelstudium mit ihr. Ein Mann in Mexiko, der in einer Fabrik saubermacht, spricht ebenfalls über die Bibel. Eines Tages begann er mit dem Ingenieur des Betriebes ein Gespräch über die biblische Wahrheit. Heute ist dieser ein Zeuge Jehovas. Stell dir im Geiste jenen eifrigen Zeugen in Deutschland vor, der wegen einer Querschnittslähmung an den Rollstuhl gefesselt ist. Er spricht auf der Straße mit allen, die bereit sind, stehenzubleiben und zuzuhören. Er schreibt Briefe, in denen er die biblische Wahrheit darlegt, und führt zu Hause Bibelstudien durch. Hinter dem Eisernen Vorhang predigen Tausende von Zeugen Jehovas in Parks, an Bushaltestellen, im Wartezimmer von Ärzten und bei jeder anderen günstigen Gelegenheit. Überall wird Gott lobgesungen, und viele stimmen in den Lobgesang ein.
Das Jahrbuch der Zeugen Jehovas 1969 ist voll von Berichten über ihre Erlebnisse. Wenn man es liest, merkt man, daß der Geist der Bereitschaft, mehr zu tun, durch die ganze Organisation weht wie nie zuvor. Jehovas Zeugen haben offensichtlich erkannt, daß das Predigtwerk, das heute durchgeführt wird, nie wiederholt werden wird und daß sie die Gelegenheit, sich daran zu beteiligen, jetzt ergreifen müssen, daß sie es nicht aufschieben dürfen. Sie fühlen, daß sich in der unmittelbaren Zukunft große Dinge ereignen werden. Ja, sie werden sehen, wie sich der Rest der göttlichen Prophezeiung über diese „letzten Tage“ vor ihren Augen erfüllt. Jehova hat in den vergangenen Jahren seine Organisation darauf vorbereitet, sich der großen Menge Menschen, die sich ihr jetzt anschließt, anzunehmen. Er hat seine Organisation gestärkt, damit sie die geistigen Bedürfnisse dieser Menschen stillen kann. Möchtest du dich mit dieser Gesellschaft christlicher Diener Gottes verbinden und dich an diesem großen Predigtwerk beteiligen? Warum sie nicht ausfindig machen? — Gal. 6:10.
Alle, die sich heute von Gottes Geist beeinflussen lassen, werden in Zukunft mit Freude, nicht mit Bedauern auf die Vergangenheit zurückblicken. Wie unaussprechlich glücklich wird sie doch die Gewißheit machen, anderen geholfen zu haben, ewiges Leben in Gottes neuer Ordnung zu erlangen. Ja, alle, die jetzt die Dringlichkeit spüren und entsprechend handeln, werden mit wunderbaren Segnungen belohnt werden.