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  • Unser Herz — ein erstaunliches Organ
    Der Wachtturm 1984 | 1. September
    • Unser Herz — ein erstaunliches Organ

      „ICH werde dich lobpreisen, weil ich auf furchteinflößende Weise wunderbar gemacht bin. Deine Werke sind wunderbar, wie meine Seele es sehr wohl weiß“ (Psalm 139:14). Diese von Dankbarkeit zeugenden Worte des Psalmisten David gehen uns sicherlich zu Herzen, denn der Schöpfer hat unseren Körper wirklich auf eine Weise gemacht, die Staunen und Ehrfurcht erregt.

      So sagte der Nobelpreisträger Alexis Carrel in seinem Buch Der Mensch — das unbekannte Wesen über das Blut, den „Strom des Lebens“, der durch unsere Arterien und Venen fließt: „Es trägt jeder Zelle die ihr angemessene Nahrung zu und dient zugleich als ein Hauptabfluß, der die Abfallprodukte aus den lebenden Geweben beseitigt. Es enthält daneben chemische Stoffe und Zellen, die imstande sind, ein Organ wenn nötig wiederherzustellen. Wenn es solche Aufgaben zu erfüllen gibt, beträgt sich der Blutstrom etwa wie ein Sturzbach, der mit Hilfe der von ihm mitgetriebenen Erdschollen und Bäume die an seinen Ufern gelegenen Häuser ausbessern wollte“ (S. 85). Stell dir vor, die Nahrung und die Abfallprodukte werden von ein und demselben Strom befördert, ohne daß sich beide Funktionen gegenseitig beeinträchtigen! Welches Organ bewirkt denn, daß dieser Strom des Lebens durch unseren Körper fließt? Das Herz.

      Das Herz offenbart wirklich die Weisheit des Schöpfers. Es ist ein faustgroßes muskulöses Hohlorgan. Bei Männern wiegt es etwa 310 Gramm und bei Frauen etwa 260 Gramm. Es besteht aus vier Abteilungen, dem rechten und dem linken Vorhof sowie der rechten und der linken Herzkammer. Dem rechten Vorhof wird das Blut aus dem Körperkreislauf zugeführt. Während er sich füllt, wird das Blut in die darunterliegende Kammer und von dort aus in die Lunge gepumpt. Eine Reihe von Herzklappen verhindern den Rückfluß des Blutes, während es weitergepumpt wird. In der Lunge gibt das Blut Kohlendioxyd ab und nimmt gleichzeitig den lebensnotwendigen Sauerstoff auf. Danach gelangt es zum linken Vorhof. Von dort wird es in die linke Herzkammer und dann in den Körperkreislauf gepumpt, um alle Körperzellen mit Nährstoffen zu versorgen und die verschiedenen Abfallprodukte aufzunehmen.

      Es gibt also tatsächlich zwei Pumpen und zwei Kreisläufe. Die etwas kleinere rechte Herzseite sorgt für den Blutkreislauf in der Lunge (kleiner oder Lungenkreislauf), und die vom Aufbau her größere und stärkere linke Herzseite pumpt das Blut in den ganzen Körper (großer oder Körperkreislauf). Alles in allem besitzt der Mensch etwa 97 000 Kilometer Blutgefäße — Arterien, Venen und Kapillaren.

      Von der Struktur her gesehen, besteht der Herzmuskel aus den am kompliziertesten miteinander verwobenen Muskelfasern im menschlichen Körper. Wenn ein Mann mit äußerster Geschwindigkeit rennt, ermöglicht dieser einzigartige Muskel seinem Herzen, doppelt so hart zu arbeiten wie jeder andere seiner Muskeln. Alle anderen Muskeln ermüden nach kurzer Zeit, doch der Herzmuskel arbeitet von der Wiege bis zur Bahre unaufhörlich. Hier sollte man allerdings anmerken, daß das Herz nach jedem Schlag eine kurze Ruhepause hat. Bei einem Neugeborenen schlägt es etwa 150mal in der Minute, doch mit dem Heranreifen verlangsamt sich die Herztätigkeit auf durchschnittlich 72 Schläge in der Minute.a In einer Lebenszeit von 70 Jahren schlägt das Herz rund vier-Milliarden-mal. Während dieser Zeit pumpt es etwa 174 Millionen Liter Blut. Das Herz kann doppelt so schnell wie sonst schlagen, wenn wir eine anstrengende Tätigkeit ausüben, und es schlägt ebenfalls schneller, wenn wir uns aufregen, ärgern oder fürchten, um uns auf „Angriff oder Flucht“ vorzubereiten.

      Eine weitere sehr bemerkenswerte Tatsache ist, daß das Herz seine eigene Energie herstellt. Für die mechanische Tätigkeit des Magens bei der Verdauung ist das autonome Nervensystem zuständig, und es ist auch verantwortlich für die Peristaltik des Darms, durch die die Abfallstoffe des Körpers weitertransportiert und schließlich ausgeschieden werden. Das Herz hingegen hat seine eigene Energiequelle, den Schrittmacher — eine Erkenntnis, die man noch nicht sehr lange besitzt. Daher schlägt das Herz eines Fetusses, bevor es mit Nerven versehen ist. Man hat auch festgestellt, daß das Herz weiterschlägt, wenn es aus dem Körper entfernt wird, und das besonders, wenn es mit Blut versorgt wird.

      Sicherlich verdient dieses lebenswichtige, hart arbeitende Organ eine gute Behandlung. Dazu gehören die richtige Ernährung, die notwendige Ruhe sowie körperliche Ertüchtigung, damit es stark bleibt. Tabak sollte ganz und gar gemieden werden. Außerdem sollte man in bezug auf die Freuden des Lebens ausgeglichen und mäßig sein.

      Da das Herz ein solch lebenswichtiges Organ ist, wird es häufig in der Bibel erwähnt. Wie wir jedoch sehen werden, wird darin eher auf die sinnbildliche als auf die buchstäbliche Bedeutung des Herzens Nachdruck gelegt.

  • Das „Herz“ in Gottes Wort, der Bibel
    Der Wachtturm 1984 | 1. September
    • Das „Herz“ in Gottes Wort, der Bibel

      ES BESTEHT kein Zweifel darüber, daß der Mensch dem Herzen mehr Aufmerksamkeit schenkt als jedem anderen Organ des Körpers. Sowohl in der Poesie als auch in der Prosa ist unzählige Male darüber geschrieben worden. Daher überrascht es nicht, daß das Herz auch in Gottes Wort hervorsticht. Tatsächlich wird es darin fast tausendmal auf die eine oder andere Weise erwähnt. Was verstehen wir eigentlich unter dem Wort „Herz“?

      Es ist nicht ungewöhnlich, daß ein Wort in der Bibel auf verschiedene Weise, das heißt mit unterschiedlichen Bedeutungsschattierungen, gebraucht wird. Beachten wir zum Beispiel, wie die Begriffe „Himmel“ und „Geist“ in der Bibel angewandt werden. Manchmal beziehen sich die „Himmel“ auf die Ausdehnung oder Atmosphäre über der Erde, wo die Vögel fliegen (1. Mose 1:26). Das gesamte Universum mit den für uns sichtbaren und den für uns unsichtbaren Sternen wird bisweilen als „die Himmel“ bezeichnet (Psalm 19:1). In 2. Petrus 3:7 wird anscheinend auf die politischen „Himmel“ Bezug genommen. An einigen Stellen ist mit den „Himmeln“ indessen die eigentliche Wohnstätte der Geistgeschöpfe gemeint, die Jehovas Organisation bilden (Offenbarung 12:12). Es kann sich dabei auch — wie in 2. Petrus 3:13 — um das himmlische Königreich handeln.

      Ähnlich verhält es sich mit dem Wort „Geist“. Mitunter wird von Jehova Gott, Jesus Christus und den Engeln als von Geistpersonen gesprochen (Johannes 4:24; 1. Korinther 15:45; Hebräer 1:13, 14). Die Lebenskraft, die allen Geschöpfen innewohnt, wird ebenfalls als „Geist“ bezeichnet (Prediger 12:7). Gelegentlich wird die motivierende Kraft eines Menschen „Geist“ genannt, wie z. B. in Sprüche 25:28. Am häufigsten wird aber von Jehovas wirksamer Kraft als dem „Geist“ oder dem „heiligen Geist“ gesprochen (1. Mose 1:2; Sacharja 4:6; Markus 13:11).

      Wie steht es nun mit dem „Herzen“? In 2. Mose 28:30 ist mit dem hebräischen Wort für „Herz“ das buchstäbliche Organ gemeint. Jehova Gott gebot Aaron, das Brustschild der Rechtsprechung über seinem Herzen zu tragen. Das war das buchstäbliche menschliche Herz. Ebenfalls offensichtlich buchstäblich zu verstehen ist Psalm 45:5, wo es heißt: „Deine Pfeile sind scharf ... im Herzen der Feinde des Königs.“

      Dann wiederum wird der Begriff Herz gebraucht, um auf das Zentrum oder die Mitte einer Sache hinzuweisen. In Hesekiel 27:25-27 finden wir dreimal den Ausdruck „Herz des offenen Meeres“, der zweifellos mitten auf dem Meer bedeutet. Auch sagte Jesus vorher, er werde drei Tage und drei Nächte „im Herzen der Erde“, das heißt „inmitten“ der Erde, sein (Matthäus 12:40).

      Das Herz wird auch mit Gefühlen wie Freude, Kummer oder Betrübnis in Verbindung gebracht. Wir lesen in 1. Könige 8:66, daß bei der Einweihung des Tempels Salomos ‘ganz Israel erfreut und frohen Herzens war wegen all des Guten, das Jehova für David, seinen Knecht, und für Israel, sein Volk, vollbracht hatte’. In Nehemia 2:2 wird berichtet, daß König Artaxerxes Nehemia fragte, warum er so betrübt aussehe, da er doch nicht krank sei. „Das ist nichts als Betrübnis des Herzens“, schlußfolgerte der König.

      Außerdem wird das Herz mit unserer inneren Haltung, unserer Einstellung, in Verbindung gebracht; man kann hochmütig und stolz oder bescheiden und demütig sein. In Sprüche 16:5 heißt es: „Jeder, der stolzen Herzens ist, ist für Jehova etwas Verabscheuungswürdiges.“ Dagegen sagte Jesus gemäß Matthäus 11:29: „Ich bin mild gesinnt und von Herzen demütig.“

      Von Eigenschaften wie Güte, Tugend, Schlechtigkeit und Bosheit heißt es, daß sie dem Herzen innewohnen. In Jeremia 7:24 lesen wir zum Beispiel, daß die Israeliten „in den Ratschlägen, in dem Starrsinn ihres schlechten Herzens“ wandelten. Gemäß Matthäus 12:34, 35 zeigte Jesus, daß im Herzen sowohl Gutes als auch Böses vorhanden sein kann.

      Das Herz spielt beim Glauben eine Rolle, denn Paulus stellte gemäß Römer 10:10 fest: „Mit dem Herzen übt man Glauben zur Gerechtigkeit, mit dem Munde aber legt man eine öffentliche Erklärung ab zur Rettung.“

      Es ist der Sitz der Beweggründe. In 2. Mose 35:21 wird berichtet, daß die Israeliten mit ihren Gaben für die Stiftshütte herbeikamen, „jeder, dessen Herz ihn drängte“. Gemäß Hebräer 4:12, 13 ist Jehovas Wort wie ein scharfes Schwert und ist imstande, „die Gedanken und Absichten des Herzens zu beurteilen“. Ja, das Herz eines Menschen ist der Sitz der Beweggründe und beeinflußt den Sinn zum Guten oder zum Bösen. In 2. Mose 31:6 finden wir ein Beispiel, wie Gottes Diener durch das Herz veranlaßt wurden, mit Weisheit zu handeln, denn dort heißt es: „In das Herz eines jeden, der weisen Herzens ist, lege ich bestimmt Weisheit, damit sie wirklich alles machen, was ich dir geboten habe.“

      Vor allem stehen jedoch die beiden Gefühle Liebe und Haß mit dem Herzen in Verbindung. Den Israeliten wurde geboten: „Du sollst deinen Bruder in deinem Herzen nicht hassen“ (3. Mose 19:17). Wir lesen auch, daß die Ägypter in ihrem Herzen die Israeliten haßten (Psalm 105:25). Andererseits schrieb Paulus: „Das Ziel dieses Auftrages ist tatsächlich Liebe aus reinem Herzen“ (1. Timotheus 1:5). Petrus rät uns: „Da ihr nun eure Seelen durch euren Gehorsam gegenüber der Wahrheit ... geläutert habt, so liebt einander inbrünstig von Herzen“ (1. Petrus 1:22).

      Die Heilige Schrift spricht auch davon, daß wertvolle Erfahrungen im Herzen aufbewahrt werden. So heißt es in Lukas 2:51 von Maria: „Seine Mutter bewahrte alle diese Dinge [Jesus betreffend] in ihrem Herzen“ (Pattloch-Bibel; Schäfer/Adler).

      Welche Vielfalt an Funktionen und Fähigkeiten doch dem Herzen zugeschrieben wird! Können sie alle vom buchstäblichen Herzen ausgehen? Wohl kaum! Dies wird durch Sprachen angezeigt, die deutlich zwischen dem buchstäblichen und dem sinnbildlichen Herzen unterscheiden. Zum Beispiel schreiben sowohl die Chinesen als auch die Japaner das Wort für das buchstäbliche Herz mit zwei Schriftzeichen, die „Herz-Organ“ bedeuten. Doch für Eigenschaften, die mit dem Herzen zu tun haben, gebrauchen sie nur das erste dieser Schriftzeichen in Verbindung mit anderen Elementen, wodurch es Teil eines komplizierteren Schriftzeichens wird, z. B. bei Wörtern wie Liebe, Haß, Absicht und Ausharren. (Siehe das Kästchen.) So wird deutlich zwischen dem physischen Organ einerseits und den Beweggründen und Gefühlen einer Person andererseits unterschieden, obwohl zwischen beidem eine Beziehung besteht.

      Es ist aufschlußreich, wie auch auf andere Organe des Körpers in der Heiligen Schrift Bezug genommen wird. Die Hebräischen Schriften, hauptsächlich der Pentateuch, nehmen über 20mal auf die buchstäblichen Nieren Bezug. Wiederholt lesen wir in Verbindung mit den Tieropfern, die das Gesetz vorschrieb, von ‘den zwei Nieren und dem Fett’ (2. Mose 29:13, 22; 3. Mose 3:4, 10, 15; 4:9; 7:4). Damit sind eindeutig die buchstäblichen Nieren gemeint. Auch der Psalmist David hatte zweifellos die buchstäblichen Nieren im Sinn, als er schrieb: „Du selbst brachtest meine Nieren hervor; du hieltest mich abgeschirmt im Leibe meiner Mutter“ (Psalm 139:13).

      Sprach der Prophet Jeremia hingegen von den buchstäblichen Nieren, als er gemäß Jeremia 11:20 erklärte, daß Jehova ‘die Nieren und das Herz prüft’? Konnte David an die buchstäblichen Nieren gedacht haben, als er sagte: „In der Tat, während der Nächte haben mich meine Nieren zurechtgewiesen.“ (Psalm 16:7)? Sicherlich können uns die buchstäblichen Nieren nicht zurechtweisen. Was meinte er also? Wirft nicht Jeremia 12:2 Licht auf die Sache, wenn es dort heißt: „Du hast sie gepflanzt; sie haben auch Wurzel gefaßt. Sie gehen ständig vorwärts; sie haben auch Frucht hervorgebracht. Nahe bist du in ihrem Munde, doch weit entfernt von ihren Nieren.“? Ist es nicht so, daß die „Nieren“ hier auf die tiefsten Empfindungen eines Menschen hinweisen? Diese Schriftstelle ist anscheinend eine Parallele zu dem Text aus Jesaja 29:13, den Jesus gemäß Matthäus 15:7, 8 zitierte: „Ihr Heuchler, treffend hat Jesaja von euch prophezeit, als er sagte: ‚Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, doch ihr Herz ist weit entfernt von mir.‘“ Zweifellos wollte Jesus hier zum Ausdruck bringen, was für Menschen diese Gesetzlosen tief in ihrem Innern waren.

      Ein weiteres Beispiel ist das griechische Wort für die Eingeweide, splánchna. In Apostelgeschichte 1:18 wird es in buchstäblichem Sinne verwandt. Dort heißt es von Judas: „Dieser nun erwarb sich mit dem Lohn für Ungerechtigkeit ein Feld, und kopfüber stürzend, barst er krachend mitten entzwei, und alle seine Eingeweide wurden verschüttet.“ Dieses griechische Wort erscheint zwar 11mal in den Christlichen Griechischen Schriften, doch nur an dieser Stelle bezieht es sich auf die buchstäblichen Eingeweide. In Lukas 1:78 wird es mit „innig“ wiedergegeben und in 2. Korinther 6:12, 7:15, Philipper 2:1, Kolosser 3:12 und Philemon 7 mit „inniger Zuneigung“. In 1. Mose 43:30 und 1. Könige 3:26 kommt das entsprechende hebräische Wort rachamím vor. In der Bibelübersetzung von M. Buber und F. Rosenzweig (9. Aufl., 1976) wurde es mit „Eingeweid[e]“ übersetzt, doch es bezieht sich in Wirklichkeit auf die „inneren Empfindungen“, und so wird es auch in der Neuen-Welt-Übersetzung wiedergegeben.

      Das gleiche trifft sowohl auf das hebräische Wort als auch auf das griechische Wort zu, die beide in unserer Bibel mit „Herz“ wiedergegeben werden. Verhältnismäßig selten ist das buchstäbliche Herz gemeint, zum Beispiel in 2. Mose 28:30 und Psalm 45:5. Doch an fast tausend anderen Stellen, wo in der Bibel das Wort „Herz“ vorkommt, wird es offensichtlich in übertragenem Sinne gebraucht. Das heißt nicht, daß zwischen dem buchstäblichen und dem sinnbildlichen Herzen keine Beziehung besteht. Ganz im Gegenteil. Zum Beispiel kann emotionaler Streß eine schädliche Auswirkung auf das buchstäbliche Herz haben, Krankheiten hervorrufen und sogar den Tod herbeiführen. Aber offensichtlich muß zwischen dem Organ Herz und dem sinnbildlichen Herzen unterschieden werden. W. E. Vine sagte: „Das Herz wird in übertragenem Sinne für die verborgenen Quellen des persönlichen Lebens gebraucht“ (An Expository Dictionary of New Testament Words, Bd. II, S. 206, 207).

      All das Vorhergehende zeigt unmißverständlich, daß das hebräische und das griechische Wort für „Herz“ von den Bibelschreibern verwandt wurden, um auf eine Reihe von Gefühlen und Eigenschaften hinzuweisen, die den inneren Menschen ausmachen. Gottes Wort hält uns vor Augen, wie wichtig es ist, auf unser Verlangen, unser Sehnen und unsere Beweggründe achtzugeben, und hilft uns so, Gott „mit ungeteiltem Herzen“ zu dienen. Es rüstet uns für jedes gute Werk aus (1. Chronika 28:9; 2. Timotheus 3:17). In dieser Hinsicht enthält Gottes Wort viel guten Rat.

      [Übersicht auf Seite 6]

      (Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

      Chinesische Schriftzeichen, die das Herz beschreiben

      [Abbildung: Chinesisches Schriftzeichen] Herz, gewöhnlich in übertragenem Sinne

      [Abbildung: Chinesisches Schriftzeichen] Herz-Organ, buchstäblich

      Beachte, wie das grundlegende Schriftzeichen bei Eigenschaften vorkommt, die mit dem Herzen in Verbindung stehen:

      [Abbildung: Chinesisches Schriftzeichen] Liebe

      [Abbildung: Chinesisches Schriftzeichen] Haß

      [Abbildung: Chinesisches Schriftzeichen] Vergebung

      [Abbildung: Chinesisches Schriftzeichen] Traurigkeit

      [Abbildung: Chinesisches Schriftzeichen] Kummer

      [Abbildung: Chinesisches Schriftzeichen] Absicht

      [Abbildung: Chinesisches Schriftzeichen] Zorn

      [Abbildung: Chinesisches Schriftzeichen] Ausharren

      [Bild auf Seite 5]

      Das Herz wird mit den Gefühlen, der inneren Haltung, dem Glauben, den Beweggründen und den Empfindungen des Menschen in Verbindung gebracht

  • „Wer hat den Sinn Jehovas erkannt“?
    Der Wachtturm 1984 | 1. September
    • „Wer hat den Sinn Jehovas erkannt“?

      „Denn ‚wer hat den Sinn Jehovas erkannt, oder wer ist sein Ratgeber geworden‘?“ (RÖMER 11:34; JESAJA 40:13, Septuaginta).

      1. (a) Welche herausfordernde Frage aus Jesaja 40:13 zitierte Paulus? (b) Welches Schlüsselwort lautet in seinem Zitat anders als im hebräischen Originaltext?

      VOR mehr als 2 700 Jahren wurde der Nation Israel die herausfordernde Frage vorgelegt, die ein ehemaliger jüdischer Pharisäer später in einem Brief zitierte: „Denn ‚wer hat den Sinn Jehovas erkannt, oder wer ist sein Ratgeber geworden‘?“ (Römer 11:34). Die Frage wurde vom Apostel Paulus zitiert, und zwar gemäß der Wiedergabe von Jesaja 40:13 in der griechischen Septuaginta, einer Übersetzung, in der für das im hebräischen Originaltext verwendete Wort „Geist“ das Wort „Sinn“ (nus) gebraucht wird.

      2. Was verstehen wir unter dem „Sinn“ des Menschen? Veranschauliche es.

      2 Was bedeutet der inspirierte Ausdruck „Sinn Jehovas“? Im Falle von uns Menschen stehen die Wörter Sinn und Verstand für unsere Denkvorgänge. Wir können zum Beispiel in unserem Sinn den Entschluß fassen, dieselbe „Gesinnung [zu haben] ..., die auch in Christus Jesus war“ (Philipper 2:5; siehe auch 1. Mose 11:6). Unsere geistigen Fähigkeiten sind denen irgendeines Tieres weit überlegen.

      3—5. (a) Was geht aus Jesaja 55:8, 9 in bezug auf den „Sinn“ Jehovas hervor? (b) Wieso ist es kein Wunder, daß sich Paulus zu dem Ausruf in Römer 11:33 bewogen fühlte? (c) Was meinte Paulus mit seinen Worten in Römer 11:34? (d) Wieso konnten vorchristliche Bibelschreiber den „Sinn“ Jehovas nicht erkennen?

      3 Die Gedanken Jehovas, des Schöpfers, sind wiederum dem Denken und den Vorstellungen unvollkommener Menschen unermeßlich weit überlegen. Auf diese wichtige Tatsache macht Jehova in der Prophezeiung Jesajas (55:8, 9) aufmerksam, wo es heißt: „‚Denn eure Gedanken sind nicht meine Gedanken, noch sind meine Wege eure Wege‘ ist der Ausspruch Jehovas. ‚Denn wie die Himmel höher sind als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.‘“ Für seine menschlichen Geschöpfe, besonders für diejenigen, die in einem Bundesverhältnis mit ihm stehen, hat Jehova etwas weit Besseres vorgesehen, als wir uns hier auf der Erde je ausmalen könnten. Es verwundert daher nicht, daß sich der „Apostel für die Nationen“ nach der Besprechung eines einzigartigen Merkmals der Vorkehrung Jehovas und der Art und Weise ihrer Verwirklichung zu dem Ausruf gedrängt fühlte: „O Tiefe des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unerforschlich sind seine Gerichte und unausspürbar seine Wege!“ (Römer 11:13, 33). Bestimmt hat noch kein Mensch Gottes Wege im voraus für ihn ‘ausgespürt’. Deshalb sagt der inspirierte Apostel weiter: „Denn ‚wer hat den Sinn Jehovas erkannt, oder wer ist sein Ratgeber geworden‘?“ (Römer 11:34). In der englischen Ausgabe der Jerusalemer Bibel lautet diese Stelle: „Wer könnte je den Sinn des Herrn erkennen? Wer könnte je sein Ratgeber sein?“

      4 Mit diesen Worten wollte der Apostel nicht sagen, daß ein Mensch die Gedanken Gottes nicht verstehen könne, nachdem dieser sie geoffenbart habe. Nein. Denn Gott hat uns Menschen seine Gedanken auf den Seiten seines inspirierten Wortes, der Heiligen Schrift, enthüllt. Paulus meinte damit, daß, bevor Gott einen Gedanken oder einen Vorsatz faßt, kein Mensch aufgrund seiner eigenen Denkfähigkeit je auf denselben Gedanken kommen oder ihn entwickeln könnte. Bevor Gott eine Sache offenbart hat, kommt kein Mensch von selbst darauf. Es hat also kein Mensch den „Sinn“ Jehovas erkannt, bevor Gott das offenbarte, was in der Bibel steht — keiner der vorchristlichen Schreiber der ersten 39 Bücher der Heiligen Schrift, nicht einmal Moses, durch den die Israeliten das Gesetz erhielten.

      5 Keiner konnte zum Beispiel verstehen, was Jehova mit Abraham und seinem Samen im Sinn hatte, und keiner konnte verstehen, was all das mit den Ereignissen im ersten Jahrhundert u. Z. zu tun hatte.

      Jehovas „Sinn“, was den „Ölbaum“ betrifft

      6. (a) Welche Verheißung hatte Paulus in Römer, Kapitel 11 besprochen? (b) Inwiefern war Abraham sehr begünstigt, und weshalb?

      6 Bis Vers 34 des 11. Kapitels hatte der Apostel Paulus im Brief an die Römer den vorhergesagten „Samen Abrahams“ besprochen. Gemäß Moses’ Aufzeichnungen in 1. Mose 12:3 und 22:17, 18 hatte Jehova Gott verheißen, den betagten Patriarchen Abraham durch seine Nachkommen oder seinen „Samen“ zu segnen; in diesem Samen oder mittels dieses Samens würde der Gott Abrahams alle Familien und Nationen der Erde zu der von ihm bestimmten Zeit segnen. Welch eine wunderbare Verheißung! Und welch ein Lohn für Abrahams Glauben und Gehorsam, Erbe dieser Verheißung zu werden!

      7. (a) Was wird durch die verschiedenen Teile des symbolischen „Ölbaumes“ dargestellt? (b) Welche Aussicht bestand für die „Zweige“? (c) Was hatte Jehova bezüglich des „Samens“ in seinem „Sinn“, das noch geoffenbart werden mußte?

      7 Der Apostel vergleicht das, was Jehova ursprünglich im Sinn hatte, mit der Entwicklung eines Ölbaumes, eines Baumes, der in seinem Heimatland, Israel, überall zu finden war. Diesem Bild entsprechend, war Abraham die Wurzel des symbolischen Ölbaumes. Der Baumstamm, der sozusagen aus Abraham, der sinnbildlichen Wurzel, hervorging, wurde von seinem geliebten Sohn Isaak, seinem Enkel Jakob oder Israel und den 12 Söhnen Jakobs, den Vätern der 12 Stämme Israels, gebildet. Dem Fleische nach waren alle Nachkommen dieser 12 Patriarchen Zweige des sinnbildlichen Ölbaumes. Als solchen stand in erster Linie ihnen in Aussicht, der verheißene „Same Abrahams“ zu werden, durch den gemäß Jehovas liebevollem Vorsatz oder „Sinn“ alle Familien und Nationen der Erde gesegnet würden. Sie wußten aber nicht, daß es sich bei diesem „Samen“ nicht um einen fleischlichen Samen handeln sollte, der buchstäblich von dem Patriarchen Abraham abstammen würde; es sollte ein geistiger „Same“ sein. Bei seinem Vater würde es sich demnach um jemand handeln, der größer wäre als Abraham, höher als er. Es sollte niemand anders sein als Jehova Gott selbst, der große Lebengeber. Wer war nun das Hauptglied dieses „Samens“?

      8. (a) Inwiefern war Jesus größer als Isaak? (b) Warum waren das Opfer Jesu und Jesu himmlische Auferstehung notwendig, damit alle Familien der Erde gesegnet werden können?

      8 Es handelte sich um jemand, der größer war als Isaak, der Sohn, den Abraham im hohen Alter erhielt. Es war der „Mensch, Christus Jesus“, ein Nachkomme Isaaks, der aber größer war als dieser und größer als dessen Sohn Jakob oder Israel und die 12 Söhne Jakobs, die 12 Grundlagen des Volkes Israel (1. Timotheus 2:5). Das Kind, das den Namen Jesus erhielt, war der „Sohn Gottes“, denn es wurde im Leib seiner jungfräulichen Mutter Maria durch den Geist Jehovas gezeugt. In Wirklichkeit wurde sein Leben aus dem geistigen Bereich in den Mutterleib Marias übertragen, und Joseph, ihr Mann, war nur der menschliche Pflegevater Jesu (Lukas, Kapitel 1—3). Aber Jesus gelangte, als er als Mensch auf der Erde war, nicht in die Stellung, in der er die Familien und Nationen der Erde segnen sollte. Aufgrund seines vollkommenen, sündenlosen menschlichen Opfers, das er im Jahre 33 u. Z. auf Golgotha, außerhalb von Jerusalem, darbrachte, kann er zwar zum Segen der ganzen Menschheit dienen, doch Jehova Gott, sein himmlischer Vater, mußte ihn am dritten Tag erst von den Toten auferwecken und ihn später als einen Geistsohn in den Himmel zurückkehren lassen. Von da aus segnet er alle Familien und Nationen der Erde.

      9. (a) Welche größere Bedeutung nimmt der symbolische Ölbaum jetzt an? (b) Wie viele geistige Zweige gibt es, und wieso wissen wir das? (c) Zu welchem Verständnis verhilft uns Galater 3:28, 29 in bezug auf diese „Zweige“?

      9 Von diesem Standpunkt aus gesehen, nimmt das Gleichnis des Apostels vom Ölbaum eine neue und viel größere Bedeutung an. Die „Wurzel“ dieses geistigen Ölbaumes ist Jehova Gott, der große Lebengeber aller, derjenige, der größer ist als der Patriarch Abraham. Der einziggezeugte Sohn dieses größeren Abraham ist Jesus Christus, der größer ist als Isaak. Dieser größere Isaak ist das Haupt der Christenversammlung, deren Glieder durch den Geist Jehovas, des größeren Abraham, gezeugt worden sind. Sie sind die geistigen Zweige, die aus dem theokratischen Ölbaum hervorsprießen, und gemäß Offenbarung 7:1-8 und 14:1-3 soll ihre Zahl schließlich 144 000 betragen. Deshalb lesen wir in Galater 3:28, 29: „Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Sklave noch Freier, da ist weder Mann noch Weib; denn ihr alle seid e i n e r in Gemeinschaft mit Christus Jesus. Überdies, wenn ihr Christus angehört, seid ihr wirklich Abrahams Same, Erben hinsichtlich einer Verheißung.“

      10. (a) Wer waren die ersten, die die Aussicht hatten, geistige Zweige zu werden? (b) Wer von ihnen wurde „gerettet“, und welche Prophezeiung zitierte Paulus, um dies zu veranschaulichen?

      10 „Zweige“ im geistigen Ölbaum zu werden stand in erster Linie den fleischlichen Juden der Tage Jesu in Aussicht, da sie als Jesu fleischliche Brüder natürliche Nachkommen des Patriarchen Abraham waren. Sie standen unter dem Gesetzesbund, den der größere Abraham durch den Mittler Moses mit ihnen geschlossen hatte. Jesus Christus kam zu niemand anders auf die Erde als zu den „verlorenen Schafen des Hauses Israel“ (Matthäus 10:6). Die ersten, die Zweige dieses geistigen Ölbaumes wurden, dessen Wurzel Jehova Gott ist, waren fleischliche Juden, nämlich die 12 treuen Apostel Jesu Christi und Tausende weiterer Juden nach dem Fleische. Von den fleischlichen Juden wurde aber, wie in Jesaja 10:22 vorhergesagt, nur ein kleiner „Überrest“ „gerettet“, um der Same des größeren Abraham zu werden und als einzelne Erben der „Verheißung“ Gottes. Der Apostel Paulus zitierte diese Prophezeiung in Römer 9:27.

      11. (a) Wann wurden voraussichtliche „Zweige“ ausgebrochen? (b) Wie wurden nun „Zweige“ eines wilden Ölbaumes eingepfropft, und in welchen Ölbaum?

      11 Das Herausbrechen voraussichtlicher „Zweige“ des „Samens Abrahams“ begann mit der Bekehrung beschnittener Samariter und wurde dreieinhalb Jahre nach dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi, des größeren Isaak, voll wirksam. Zu diesem Zeitpunkt wurden die ersten nichtjüdischen, unbeschnittenen Gläubigen, der römische Hauptmann Kornelius und seine Angehörigen und gläubigen Freunde, vom Apostel Petrus bekehrt, und nachdem sie von Jehovas Geist gezeugt und damit gesalbt worden waren, wurden sie getauft (Apostelgeschichte, Kapitel 10). So wurden die „Zweige“ eines wilden Ölbaumes in den geistigen Ölbaum eingepfropft, dessen lebengebende „Wurzel“ Jehova Gott ist.

      12. (a) Was geschah, wenn ausgebrochene „Zweige“ bereuten? Veranschauliche es. (b) Wofür war das ein Beispiel? (c) Was für eine Reaktion ähnlich der des Paulus sollte eine solche Offenbarung des „Sinnes“ Jehovas bei uns auslösen?

      12 Doch wenn natürliche Juden, „Zweige“, die „ausgebrochen“ wurden, sich wie Aquila und Priscilla die Sache überlegten und bereuten, wurden sie sozusagen wieder in das geistige Vorrecht „eingepfropft“, das die jüdische Nation aufgrund ihres Unglaubens gegenüber Jesus Christus, dem größeren Isaak, verloren hatte (Apostelgeschichte 18:1-4, 26; Römer 16:3; 1. Korinther 16:19). Das war ein Beispiel für die liebende Güte Jehovas, des größeren Abraham. Diese bewundernswerte Großzügigkeit seitens Jehovas gegenüber den fleischlichen Juden, die er um ihrer Vorfahren willen immer noch liebte, bewog den Apostel zu dem Ausruf: „O Tiefe des Reichtums und der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!“ Regt uns diese Offenbarung des „Sinnes“ Jehovas nicht ebenfalls zu einer tiefempfundenen Dankbarkeit an?

      Gott mit ganzem Herzen und mit ganzem Sinn lieben

      13, 14. (a) Wie sorgte Gott für das „Gesetz“, und zu welchem Zweck? (b) Was sagte Jesus über dieses Gesetz, und von welchem „Herzen“ sprach er in Verbindung damit? (c) Welche zwei Gebote zitierte Jesus, und warum sollten wir sie halten?

      13 Jehova Gott schloß durch den Propheten Moses als Mittler einen Bund mit dem Volk Israel, dem natürlichen Samen des Patriarchen Abraham. Das war im Jahre 1513 v. u. Z. in der Wildnis der Sinaihalbinsel, und zwar am Berg Sinai. Dort gab er den Israeliten sein Gesetz. In bezug auf dieses Gesetz schrieb der Apostel Paulus: „Folglich ist das ‚Gesetz‘ unser Erzieher geworden, der zu Christus führt, damit wir zufolge des Glaubens gerechtgesprochen werden könnten“ (Galater 3:24). Nun, was sagte Christus Jesus über das durch Moses gegebene Gesetz? Als man ihn fragte, welches „das größte Gebot“ im Gesetz sei, antwortete er: „‚Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen [griechisch: kardía] und mit deiner ganzen Seele [psychēʹ] und mit deinem ganzen Sinn [diánoia].‘ Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite, ihm gleiche, ist dieses: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‘ An diesen zwei Geboten hängt das ganze ‚Gesetz‘ und die ‚Propheten‘“ (Matthäus 22:35-40). Hier wird das Herz in Verbindung mit dem Sinn erwähnt, was zeigt, daß es sich um das „Herz“ in bildlichem Sinne handeln muß.

      14 Jesus zitierte aus 5. Mose 6:5: „Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen [hebräisch: leváv] und deiner ganzen Seele [néphesch] und deiner ganzen Tatkraft.“ Und in 3. Mose 19:18 ist zu lesen: „Du sollst deinen Mitmenschen lieben wie dich selbst. Ich bin Jehova.“ Jesus bezeichnete also diese beiden Gebote als das größte und das zweitgrößte Gebot des mosaischen Gesetzes. Wir stehen heute zwar nicht unter dem mosaischen Gesetz, doch jene grundlegenden Forderungen sind nicht veraltet, und wir sollten ihnen daher nachkommen.

      15. (a) Was veranlaßt das buchstäbliche Herz zu arbeiten, und was ist seine Funktion? (b) In welchem Verhältnis steht das buchstäbliche Herz zum Gehirn und zum Sinn?

      15 Wir wissen, daß das buchstäbliche Herz vom „Geist des Lebens“ angetrieben wird (Offenbarung 11:11; 1. Mose 7:22). Diese Lebenskraft veranlaßt das Herz, das Blut in alle Teile des menschlichen Körpers zu pumpen, auch in das Gehirn. Jehova Gott sagte: „Die Seele [néphesch] von jeder Art Fleisch ist sein Blut durch die Seele darin. Demzufolge sprach ich zu den Söhnen Israels: ‚Ihr sollt nicht das Blut von irgendeiner Art Fleisch essen, weil die Seele von jeder Art Fleisch sein Blut ist‘“ (3. Mose 17:14). Damit der ganze Körper leben kann, muß das buchstäbliche Herz das lebenerhaltende Blut in alle Körperteile pumpen, sei es, daß der Blutkreislauf durch das von Gott stammende natürliche Herz aufrechterhalten wird oder durch ein Herz, das aus dem Körper eines anderen transplantiert worden ist, oder durch ein gefühlloses, nichtfleischliches, mechanisches Herz. Auf diese Weise gelangt das Blut zum Gehirn, dessen Denkfähigkeit dadurch angeregt wird, so daß der Sinn funktioniert. Das zeigt deutlich, daß das buchstäbliche Herz das Gehirn ernährt, indem es ihm Blut zuführt, das die aktive Lebenskraft, den „Geist des Lebens“, enthält. Ungeachtet dessen, ob man bei Bewußtsein ist oder nicht, pumpt das Herz ständig Blut zum Gehirn und in alle anderen Körperteile.

      16. (a) Was ist gemäß der Bibel das sinnbildliche Herz? (b) Was erfordert es von uns, Jehova mit „ganzem Herzen“ zu lieben? (c) Wie können wir zeigen, daß wir ihn mit unserem ganzen „Sinn“ lieben?

      16 Betrachten wir aber nicht nur das aus lebenden Zellen bestehende buchstäbliche Herz. In der Bibel steht das Herz auch für den Sitz der Beweggründe und der Gefühle. Dabei handelt es sich um das sinnbildliche Herz, das eigentlich unser innerstes Ich bedeutet. In 1. Petrus 3:4 wird es als „die verborgene Person des Herzens“ (Neue-Welt-Übersetzung), der „verborgene i n n e r e Mensch“ (Bruns) oder „der im Herzen (=tief innerlich) verborgene Mensch“ (Menge) bezeichnet. Mit „ganzem Herzen“ müssen wir also Jehova Gott lieben. Es wird uns auch geboten, Jehova Gott mit unserer ganzen Seele zu lieben, mit unserem ganzen Sein. Das erfordert von uns, daß wir den einen lebendigen und wahren Gott, den Allmächtigen, mit unserer ganzen Tatkraft lieben und unsere ganze Energie aufwenden, um in der heutigen Zeit des „Abschlusses des Systems der Dinge“ den geoffenbarten Willen Gottes zu tun und sein Werk völlig auszuführen (Matthäus 24:3). Außerdem sollten wir den Gott der Bibel mit unserem ganzen „Sinn“, unserer ganzen Denkfähigkeit, lieben (Markus 12:29-31).

      17. (a) Welche Zusicherung haben wir, wenn wir Jehova mit unserem ganzen Herzen und unserem ganzen Sinn lieben? (b) Wie wirkt sich der Friede Gottes gemäß Philipper 4:7 auf unser Herz und unseren Sinn aus?

      17 Es versteht sich von selbst, daß Jehova Gott unsere Gebete dann gern erhören wird, wenn wir unsere Liebe zu ihm mit unserem ganzen Herzen und unserem ganzen Sinn zum Ausdruck bringen. Diese Zusicherung wird uns vor Kummer und Sorgen bewahren. Wir werden uns eines Friedens erfreuen, den die heutige unruhige Welt nicht besitzt und nicht verstehen kann. Warum? Weil, wie der Apostel Paulus den geliebten Christen im alten Philippi (Griechenland) versicherte, „der Friede Gottes, der alles Denken [griechisch: nun] übertrifft, ... euer Herz [kardías] und eure Denkkraft [noēʹmata; „Sinn“, Elberfelder Bibel; Rösch] durch Christus Jesus behüten“ wird (Philipper 4:7). So wird in unserem sinnbildlichen Herzen nicht voreilig ein falscher Beweggrund aufkommen und keine seelische Unruhe entstehen, und unsere Denkkraft oder unser Sinn wird nicht verwirrt sein oder irregeleitet werden. Der Christ wird seinen Lauf im Einklang mit der von Gott inspirierten Bibel und mit der Hilfe Christi Jesu, des Führers, fortsetzen.

      Kannst du die folgenden Fragen beantworten?

      ◻ Was ist mit dem „Sinn“ Jehovas gemeint?

      ◻ Wie gebrauchte Paulus den theokratischen Ölbaum, um den „Sinn“ Jehovas zu veranschaulichen?

      ◻ Was ist das sinnbildliche „Herz“?

      ◻ Welche Rolle spielen das „Herz“ und der „Sinn“, wenn wir Gott lieben?

      [Bild auf Seite 9]

      Der theokratische Ölbaum: Ungehorsame jüdische „Zweige“ wurden abgehauen und durch bekehrte Samariter und Unbeschnittene aus den Nationen ersetzt

      [Bild auf Seite 11]

      Das buchstäbliche Herz pumpt das lebenerhaltende Blut zum Gehirn

  • Sich nach dem heute geoffenbarten „Sinn“ Jehovas ausrichten
    Der Wachtturm 1984 | 1. September
    • Sich nach dem heute geoffenbarten „Sinn“ Jehovas ausrichten

      1. Welche Nation löste das fleischliche Israel ab, und in welchen Bund wurde sie aufgenommen?

      DER Sohn Gottes hat den Propheten Moses abgelöst, den Mittler des Gesetzesbundes, des Bundes, der zwischen Gott und dem fleischlichen Israel geschlossen wurde. Jesus Christus ist der ernannte Mittler des vorhergesagten neuen Bundes Jehovas geworden. Dieser Bund wurde mit der Nation geschlossen, die das fleischliche Israel ablöste und ein geistiges Israel ist, „das Israel Gottes“ (Galater 6:16). Die Zehn Gebote und alle anderen damit zusammenhängenden Gesetze des Bundes, der durch den unvollkommenen Menschen Moses vermittelt worden war, wurden schriftlich festgehalten, aber nicht auf das Herz und in den Sinn der beschnittenen fleischlichen Juden oder Israeliten geschrieben. Jehova Gott, der diesen Mangel in bezug auf das mosaische Gesetz erkannte, sagte durch den Propheten Jeremia die Schließung eines neuen Bundes voraus, was in Jeremia 31:31-34 aufgezeichnet worden ist.

      2. (a) Wie wurde Jesus zum Mittler des neuen Bundes? (b) Wann wurde dieser Bund wirksam?

      2 Jesus Christus besiegelte diesen verheißenen „neuen Bund“ mit seinem eigenen Blut, als er außerhalb von Jerusalem an gebrochenem Herzen am Marterpfahl starb. In der Nacht zuvor, als er im Gehorsam gegenüber dem mosaischen Gesetz mit seinen treuen Aposteln das letzte Passah feierte, reichte er ihnen den Becher Wein und gab ihm eine neue Bedeutung, indem er sagte: „Dieser Becher bedeutet den neuen Bund kraft meines Blutes, das zu euren Gunsten vergossen werden wird“ (Lukas 22:20; 1. Korinther 11:23-26). So wurde er zum Mittler dieses neuen Bundes, der sich als ein „besserer Bund“ erwies als der Gesetzesbund (Hebräer 8:6; 9:11-28). Seitdem Jesus den Wert seines vollkommenen Blutes im Jahre 33 u. Z. im Himmel dargebracht hat, dient er als der Mittler für diejenigen Jünger, die Jehova in den neuen Bund aufnimmt (1. Timotheus 2:5, 6).

      3. Wohin schreibt Jehova gemäß Hebräer 10:15, 16 die Gesetze dieses Bundes?

      3 In Hebräer 10:15, 16, wo der Apostel Paulus von dem neuen Bund spricht, zitiert er die Prophezeiung Jeremias gemäß der griechischen Septuaginta-Übersetzung und schreibt: „Überdies gibt uns auch der heilige Geist Zeugnis, denn nachdem er gesagt hat: ‚„Dies ist der Bund, den ich in bezug auf sie schließen werde nach jenen Tagen“, spricht Jehova. „Ich will meine Gesetze in ihr Herz [kardías] legen, und ich werde sie in ihren Sinn [diánoian] schreiben.“‘“

      4. (a) Worin unterscheidet sich das sinnbildliche Herz vom Sinn? (b) Worauf richten Christen, die im neuen Bund stehen, gemäß Psalm 119 Herz und Sinn? (c) Wann und wie wurde damit begonnen, Gottes Gesetze in das Herz und den Sinn zu schreiben?

      4 In Übereinstimmung mit der Funktion des sinnbildlichen Herzens und des Sinnes würden Christen, die durch Christus, den Mittler, in den neuen Bund aufgenommen werden, Jehovas Gesetze mit dem Herzen lieben und dadurch angetrieben werden, ihnen zu gehorchen. Sie würden sich auch stets an diese göttlichen Gesetze erinnern. Es wäre so, wie der Psalmist sich ausdrückte: „Wie liebe ich doch dein Gesetz! Den ganzen Tag befasse ich mich damit [„beschäftigt es mein Denken“, Die Bibel in heutigem Deutsch]“ (Psalm 119:97). Am Pfingsttag des Jahres 33 u. Z. wurde damit begonnen, die Gesetze Jehovas in das sinnbildliche Herz der wartenden Jünger Christi zu legen und sie in ihren Sinn zu schreiben. Damals wurde der heilige Geist auf sie ausgegossen, und sichtbare „Zungen wie von Feuer“ erschienen über ihren Häuptern, und diese 120 Jünger fingen an, in fremden Sprachen zu sprechen, die sie nicht studiert oder gelernt hatten. In der Tat ein Wunder! Zufolge des Zeugnisses, das den dort versammelten Augenzeugen gegeben wurde, ließen sich 3 000 Personen, die an Jesus als den Christus oder Messias glaubten, taufen und wurden durch ihn als ihren Mittler in den neuen Bund aufgenommen (Apostelgeschichte, Kapitel 2; Joel 2:28-32).

      5. Welche Personen stehen heute im neuen Bund, und was beweist, daß sie „Zweige“ sind?

      5 Heute, 1 900 Jahre danach, gibt es einen Überrest des „Israels Gottes“, dessen Glieder den Beweis dafür liefern, daß sie in den neuen Bund aufgenommen und mit heiligem Geist getauft worden sind. Sie beweisen, daß die Gesetze Jehovas in ihr sinnbildliches Herz gelegt und in ihren Sinn geschrieben worden sind. Sie erfüllen die Voraussage ihres Mittlers, die in Matthäus 24:14 und Markus 13:10 aufgezeichnet worden ist. Sie sind „Zweige“ in dem geistigen Ölbaum, den der Apostel Paulus in Römer, Kapitel 11 beschrieb, und bringen viel Frucht hervor.

      6. (a) Welcher weitere Aspekt des „Sinnes“ Jehovas ist im Jahre 1935 enthüllt worden? (b) Auf welche Weise liefern die „anderen Schafe“ überzeugende Beweise für ihre Liebe zu Gottes „Gesetz“, das für die heutige Zeit gültig ist?

      6 Ein weiterer Aspekt des „Sinnes“ Jehovas ist im Jahre 1935 auf dem Kongreß der Zeugen Jehovas in Washington (D. C.) enthüllt worden. Was war im „Sinn“ Jehovas bezüglich der in Offenbarung 7:9-17 vorhergesagten „großen Volksmenge“? Diese große Schar von Lobpreisern Jehovas und seines Lammes, Jesus Christus, die in Gottes sinnbildlichem Tempel dient, begann 1935, in Erscheinung zu treten. Den 840 Personen, die sich am Samstag, den 1. Juni in Washington taufen ließen, sind bis heute weitere hinzugefügt worden. Es gibt jetzt auf der ganzen Erde mehr als zweieinhalb Millionen dieser „anderen Schafe“ des vortrefflichen Hirten, Jesus Christus, die sich regelmäßig mit den geistgezeugten Teilhabern des neuen Bundes versammeln und sich an dem in Matthäus 24:14 vorhergesagten Werk des Zeugnisgebens für das Königreich beteiligen (Johannes 10:16). Wie der Psalmist liefern sie den überzeugenden Beweis, daß sie das für den „Abschluß des Systems der Dinge“ gültige „Gesetz“ Jehovas lieben und daß sein „Gesetz“ etwas ist, womit sie sich in ihrem Sinn und in ihrem Herzen beschäftigen.

      Rettung durch Glauben und Bekennen

      7, 8. (a) Hängt die Rettung lediglich von Kopfwissen ab? (b) Was wird in Römer 10:5-10 über das Zusammenwirken des sinnbildlichen Herzens und des Sinnes gesagt?

      7 Die Rettung zu erlangen, sei es im himmlischen Königreich Jehovas oder im irdischen Paradies unter der Tausendjahrherrschaft Jesu Christi, hängt nicht lediglich von Kopfwissen ab, ist also nicht nur Sache des Sinnes. Das macht der Apostel Paulus in Römer 10:5-10 deutlich. Dort spricht er von Christen, die ein natürliches, fleischliches Herz hatten, kein transplantiertes oder gar künstliches Herz. Er setzt seinen Gedankengang wie folgt fort:

      8 „Denn Moses schreibt, daß der Mensch, der die Gerechtigkeit des ‚Gesetzes‘ getan hat, durch sie leben wird. Die Gerechtigkeit aber, die aus Glauben kommt, redet so: ‚Sage nicht in deinem Herzen: „Wer wird in den Himmel hinaufsteigen?“, nämlich um Christus herabzuholen, oder: „Wer wird in den Abgrund hinabsteigen?“, nämlich um Christus von den Toten heraufzuholen.‘ Sondern was sagt sie? ‚Das Wort ist dir nahe, in deinem eigenen Munde und in deinem eigenen Herzen‘, das heißt das ‚Wort‘ des Glaubens, das wir predigen. Denn wenn du dieses ‚Wort in deinem eigenen Munde‘, daß Jesus Herr ist, öffentlich verkündest und in deinem Herzen Glauben übst, daß Gott ihn von den Toten auferweckt hat, wirst du gerettet werden. Denn mit dem Herzen übt man Glauben zur Gerechtigkeit, mit dem Munde aber legt man eine öffentliche Erklärung ab zur Rettung.“

      9. (a) Worauf kommt es an, wenn man gerettet werden möchte, und warum antwortest du so? (b) Was muß ein Christ wirklich im Herzen glauben? (c) Welche Haltung nahmen die Athener ein, und warum?

      9 Das zeigt, daß nicht nur der Verstand oder der Sinn berührt wird, sondern daß es tiefer gehen muß. Es ist nicht lediglich mit der Aufnahme von Informationen getan und deren Einordnung im Sinn, so daß man etwas auswendig hersagen kann. Nicht der Sinn, der über Erkenntnis verfügt, ist ausschlaggebend, sondern bei Gott spielt die Motivation eine Rolle. Ein Christ sollte von seinem sinnbildlichen Herzen angeregt werden zu glauben. Er sollte mit ganzem Herzen an die Auferstehung Christi glauben, weil er tiefe Dankbarkeit für dieses Wunder empfindet, das Gott, der Allmächtige, gewirkt hat. Es handelt sich dabei um etwas, was weder Christus selbst noch irgendein anderer Mensch für ihn tun konnte — die Auferweckung des Sohnes Gottes auf einer himmlischen Lebensstufe (2. Korinther 4:13). Wir wissen, daß einige von den verstandesbetonten Athenern in den Tagen des Apostels Paulus „zu spotten“ geneigt waren, als sie von einer „Auferstehung der Toten“ hörten, während andere in dieser Frage nicht sofort ein Urteil fällten, sondern sagten: „Wir wollen dich hierüber noch ein andermal hören.“ Ihr mit Erkenntnis angefüllter Sinn hinderte sie daran, den Aufschluß anzunehmen, obwohl er auf Tatsachen beruhte. Nur einige wurden gläubig und verbanden sich mit Paulus (Apostelgeschichte 17:21, 32-34).

      10. (a) Welche Anregung muß vom Herzen ausgehen? (b) Welche zwei Forderungen stellt Jehova?

      10 Das Herz muß einen also anregen zu glauben. Ja, mit dem Herzen muß man Glauben ausüben. Wenn das der Fall ist, wird der Gläubige von seinem Herzen, dem innersten Ich, dazu angeregt, mit dem Munde ein öffentliches Bekenntnis abzulegen. Er muß von ganzem Herzen Glauben ausüben. Dann wird die durch das gläubige Herz angeregte öffentliche Erklärung mit dem Munde folgen. Wenn sich ein Gläubiger zum Zeichen dafür, daß er sich Jehova Gott durch Jesus Christus hingegeben hat, im Wasser taufen läßt, legt er eine öffentliche Erklärung ab, die zur Rettung führt. Jehova Gott erforscht nicht nur das sinnbildliche Herz, um festzustellen, ob dort ein zur Tat anspornender Glaube vorhanden ist, sondern er erwartet auch die öffentliche Erklärung.

      Aufgrund eines „ungeteilten Herzens“ loyal bleiben

      11. (a) Wie konnte David Jehova gegenüber loyal bleiben? (b) Wie konnte David trotz seiner Sünde im Gebet Worte wie in Psalm 86:11 äußern? (c) Wer hat das vortreffliche Beispiel Davids nachgeahmt?

      11 David, der in alter Zeit lebte, wurde wie alle Menschen in Vergehen hervorgebracht und in Sünde empfangen, doch er blieb seinem Gott, Jehova, gegenüber loyal, weil sein sinnbildliches Herz „ungeteilt“ mit dem Gott des Volkes Israel war (Psalm 51:5). Ein Beweis dafür ist in 1. Könige 15:3 zu finden, wo es heißt: „Es erwies sich, daß sein [Abijams] Herz nicht ungeteilt mit Jehova, seinem Gott, war wie das Herz Davids, seines Vorvaters.“ Zugegeben, David beging mit der Frau Urias, des Hethiters, eine abscheuliche Sünde, doch bereute er sie aufrichtig, und sein Herz erwies sich als ungeteilt und unerschütterlich in seiner Ergebenheit gegenüber Jehova, seinem Gott (1. Könige 15:4, 5). Mit gutem Grund konnte David im Gebet die Bitte äußern: „Einige mein Herz, deinen Namen zu fürchten“ (Psalm 86:11). Er gab den Königen, die ihm im Amt folgten, ein ausgezeichnetes Beispiel. Und König Asa war in dieser Hinsicht ein Nachahmer Davids, denn wir lesen in 1. Könige 15:14, daß „Asas Herz ungeteilt mit Jehova war alle seine Tage“.

      12. Wozu ist Mut und Ehrlichkeit erforderlich, und inwiefern bekundete Hiskia beides?

      12 Gewiß erfordert es viel Mut und Ehrlichkeit mit sich selbst, Gott, den Allerheiligsten, den Erforscher der Menschenherzen, inständig um Barmherzigkeit und liebevolle Rücksichtnahme zu bitten. Aber Hiskia, ein israelitischer König, tat dies. Als er eine Krankheit hatte, die mit Sicherheit tödlich ausgegangen wäre, wenn Gott nicht eingegriffen hätte, betete er: „Ich bitte dich, o Jehova, denke doch daran, wie ich vor dir in Wahrhaftigkeit und mit ungeteiltem Herzen gewandelt bin; und was gut war in deinen Augen, habe ich getan“ (Jesaja 38:3).

      13. Was sollten gesalbte Christen gemäß dem Beispiel Jesu stets im Sinn behalten?

      13 Angesichts eines solchen Beispiels sollten die gesalbten Christen von heute, die in den Bund mit Jesus Christus, den „Bund ... für ein Königreich“ im Himmel, aufgenommen worden sind, stets die Verpflichtung im Sinn behalten, „mit ungeteiltem Herzen“ vor Jehova zu wandeln. Als Jesus Christus, ein vollkommener Mensch, auf der Erde war, wandelte er wie sein königlicher Vorfahr David „mit ungeteiltem Herzen“ vor Jehova, seinem himmlischen Vater. Deshalb war es Jehova Gott, der Könige einsetzt, wohlgefällig, ihm die Herrschaft im himmlischen Königreich zu übertragen, damit er dort als „König der Könige und Herr der Herren“ zusammen mit seinen loyalen Jüngern herrsche, die untergeordnete Könige und Herren sein werden (Lukas 22:29; Offenbarung 19:16).

      14. Warum sind die „anderen Schafe“ in die „e i n e Herde“ unter dem „e i n e n Hirten“ gebracht worden?

      14 Die Glieder der aus Christi „anderen Schafen“ bestehenden „großen Volksmenge“ erwarten, die ersten Untertanen der Tausendjahrherrschaft Jesu Christi und seiner 144 000 Mitherrscher zu sein (Offenbarung 7:9, 10; Johannes 10:16; Offenbarung 14:1; 20:4-6). Seit dem ereignisreichen Jahr 1935 haben sie sich mit dem Überrest der Königreichserben verbunden, die mit ungeteiltem Herzen vor Jehova wandeln. Da diese „anderen Schafe“ des vortrefflichen Hirten, Jesus Christus, auch bestrebt sind, vor Jehova „mit ungeteiltem Herzen“ zu wandeln, bilden sie jetzt mit dem Überrest der Königreichserben „e i n e Herde“ unter dem „e i n e n Hirten“, Jesus Christus. Weil sie mit einem geeinten, ungeteilten Herzen ihre Lauterkeit bewahren, werden sie das Vorrecht haben, an der Rechtfertigung der universellen Souveränität Jehovas teilzuhaben, des Gottes, dessen Zeugen sie sind (Jesaja 43:10, 12).

      15. Wofür können wir heute alle dankbar sein?

      15 Auf diese Weise richten wir uns alle als Jünger des Sohnes Gottes, unseres vortrefflichen Hirten, nach dem „Sinn“ Jehovas aus, wie er seinen ihm hingegebenen, getauften Anbetern heute geoffenbart wird. Wie dankbar sollten wir doch Gott, dem Höchsten, dafür sein, daß er uns enthüllt hat, was zuerst ihm in den „Sinn“ kam — nicht Menschen aus Fleisch und Blut! Aus diesem Grund fühlen wir uns veranlaßt, über Jehovas herrlichen Vorsatz ebenso zu denken wie er selbst.

      16, 17. (a) Was geht aus 1. Korinther 2:16 in bezug auf den „Sinn“ Jehovas und den „Sinn“ Christi hervor? (b) Was läßt Philipper 2:5-8 in bezug auf den „Sinn“ Christi erkennen?

      16 Wir schätzen, was für uns in 1. Korinther 2:16 aufgezeichnet worden ist, nämlich: „Denn ‚wer hat den Sinn Jehovas kennengelernt, daß er ihn unterweise‘? Wir aber haben Christi Sinn.“ Das hier gebrauchte griechische Wort für „Sinn“ ist in beiden Fällen nus.

      17 Es besteht kein Zweifel darüber, daß der „Sinn“ Christi nach dem „Sinn“ Jehovas ausgerichtet war. Die inspirierten Worte aus Philipper 2:5-8 helfen uns, sogar in den „Sinn“ des Sohnes Gottes hineinzuspähen, was die Zeit seiner vormenschlichen Existenz betrifft, denn wir lesen an dieser Stelle: „Bewahrt diese Gesinnung in euch [„hegt in euch dasselbe Sinnen“, Rießler-Storr], die auch in Christus Jesus war, der, obwohl er in Gottesgestalt existierte, keine gewaltsame Besitzergreifung in Betracht zog, nämlich um Gott gleich zu sein. Nein, sondern er entäußerte sich selbst und nahm Sklavengestalt an und wurde den Menschen gleich. Mehr als das, als er in seiner Beschaffenheit als ein Mensch erfunden wurde, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode an einem Marterpfahl.“

      18. Was mußte der Sohn tun, um sich nach dem „Sinn“ des Vaters auszurichten?

      18 Jehova Gott hat im Sinn, die Menschheit vom ewigen Tod zu erlösen, und der einziggezeugte Sohn Gottes war bereit, sich diesbezüglich nach dem Sinn seines himmlischen Vaters auszurichten, obwohl dies für ihn große Leiden auf der Erde bedeutete.

      19. (a) Worauf können wir unser sinnbildliches Herz in Verbindung mit dem „Sinn“ Jehovas richten? (b) Was in Verbindung mit dem „Sinn“ Christi müssen wir heute ausführen?

      19 Wenn wir uns heute nach dem „Sinn“ Jehovas ausrichten wollen, müssen wir uns wie Christus ebenfalls entsprechend demütigen und uns bedingungslos dem Willen Jehovas unterwerfen. Das verpflichtet uns, Zeugen Jehovas zu sein, und wir sollten von einem liebevollen und loyalen Herzen (kardía) angeregt werden, das auszuführen, was Jesus Christus, weit vorausblickend, im Sinn hatte, als er sagte: „Diese gute Botschaft vom Königreich wird auf der ganzen bewohnten Erde gepredigt werden, allen Nationen zu einem Zeugnis“, bis das Ende kommt (Matthäus 24:14; Markus 13:10).

      20. (a) Was führt heute zu einer weltweiten Einheit im Handeln? (b) Über welchen Erfolg freut sich heute die geeinte Herde des Volkes Gottes?

      20 Alle Gott hingegebenen, getauften Zeugen des Höchsten sollten bezüglich dieses Dienstvorrechtes heute „gleichen Sinnes“ sein (Philipper 4:2). Das führt zu einer weltweiten Einheit im Handeln. Weil wir uns so verhalten, hat Jehova Gott sowohl die aus Christi „anderen Schafen“ bestehende „große Volksmenge“ als auch den gesalbten Überrest der Königreichsmiterben Christi mit dem wundervollen Erfolg gesegnet, den wir heute weltweit bei der Einsammlung aller „anderen Schafe“ und bei dem Schlußzeugnis erleben, das der ganzen Menschheit vor dem glorreichen Sieg Jehovas und der Rechtfertigung seiner universellen Souveränität in Har-Magedon gegeben wird (Offenbarung 16:16).

      Einige Wiederholungsfragen

      ◻ Welche Rolle spielen das „Herz“ und der „Sinn“ für Jehova beim Schreiben des „Gesetzes“ des neuen Bundes?

      ◻ Welche beiden Dinge sind für die Rettung wichtig?

      ◻ Inwiefern hilft uns ein „ungeteiltes“ Herz, loyal zu bleiben?

      ◻ Wie können wir zeigen, daß wir sowohl den „Sinn“ Jehovas als auch den „Sinn“ Christi haben?

      [Bild auf Seite 15]

      Jehova hat das „Gesetz“ seines neuen Bundes in Herz und Sinn der Gesalbten geschrieben. Freudig schließen sich ihnen heute die „anderen Schafe“ im heiligen Dienst an.

      [Bild auf Seite 17]

      Hiskias Herz war „ungeteilt“, als er eine schwere Krankheit hatte. Dazu sind auch wir in der Lage.

  • Die „Nieren“ und das „Herz“ in der Heiligen Schrift
    Der Wachtturm 1984 | 1. September
    • Die „Nieren“ und das „Herz“ in der Heiligen Schrift

      DIE buchstäblichen Nieren liegen tiefer als das buchstäbliche Herz. Gemäß einer Definition sind die Nieren der Sitz der Gefühle, der Zuneigung und der Leidenschaft eines Menschen. In dem Werk Webster’s New Collegiate Dictionary werden die Nieren mit dem „Temperament“ einer Person in Verbindung gebracht.a Gemäß Offenbarung 2:23 sagte der auferweckte, verherrlichte Jesus Christus: „Ich ... bin [es], der die innersten Gedanken [„die Nieren“, New World Translation, Ausgabe 1971] und Herzen erforscht, und ich will euch, jedem einzelnen, gemäß euren Taten geben.“ (Siehe auch Jeremia 11:20, New World Translation, Ausgabe 1963, Fußnote.) Die Nieren und das Herz sind unterschiedliche Organe und liegen an unterschiedlichen Stellen im Körper. Die buchstäblichen Nieren liegen unterhalb des buchstäblichen Herzens. Beide Organe reagieren auch unterschiedlich auf verschiedene Reize. Solche Reaktionen haben eine bestimmte Bedeutung. Aufgrund dieser Reaktionen kann deshalb auf verschiedene Eigenschaften geschlossen werden, die anzeigen, was für eine Person der Betreffende ist. Wird sein buchstäbliches Herz bei einer bestimmten Sache angeregt, schneller zu schlagen, oder läßt sie ihn sozusagen kalt? Werden seine Nieren zu einer ungewöhnlichen Zeit und auf unnatürliche Weise zur Tätigkeit angeregt? Der Erforscher der Herzen und der Nieren ist in der Lage, solche Reaktionen zu deuten, und kann daraus genau erkennen, was für eine Person der Betreffende ist.

      In Psalm 16:6-8 schreibt David: „Die Meßschnüre selbst sind mir gefallen an lieblichen Orten. Wahrlich, mein eigener Besitz hat sich für mich als angenehm erwiesen. Ich werde Jehova segnen, der mir Rat gegeben hat. In der Tat, während der Nächte haben mich meine Nieren zurechtgewiesen. Ich habe Jehova beständig vor mich gestellt. Weil er zu meiner Rechten ist, werde ich nicht zum Wanken gebracht werden.“ Inwiefern würden Davids Nieren ihn in den Nächten zurechtweisen, wenn er wach wäre? Nun, hätte David irgendwelche Zweifel darüber gehabt, wie Jehova über ihn dachte, für was für eine Person Jehova ihn in Wirklichkeit hielt, so hätten ihm seine sinnbildlichen Nieren zu einer richtigen Einschätzung dessen verholfen, was Jehova mit ihm vorhatte. Deshalb sagte David weiter: „Denn du wirst meine Seele nicht im Scheol lassen. Du wirst nicht zugeben, daß dein Loyalgesinnter die Grube sehe“ (Psalm 16:10).

      David wird natürlich zu Jehovas bestimmter Zeit aus dem Grab oder dem Scheol auferstehen. Der Apostel Petrus wandte aber am Pfingsttag des Jahres 33 u. Z., 50 Tage nach der Auferstehung Jesu Christi, Psalm 16:10 unter Inspiration auf Jesus Christus an, indem er gemäß Apostelgeschichte 2:25-28 sagte: „David sagt nämlich mit Bezug auf ihn: ‚Ich hatte Jehova beständig vor meinen Augen; denn er steht zu meiner Rechten, damit ich niemals erschüttert werde. Deswegen wurde mein Herz fröhlich, und meine Zunge frohlockte. Und auch mein Fleisch wird in Hoffnung wohnen; denn du wirst meine Seele im Hades nicht verlassen, noch wirst du zugeben, daß dein Loyalgesinnter die Verwesung sehe. Du hast mir die Wege des Lebens kundgetan, du wirst mich mit Fröhlichkeit erfüllen mit deinem Angesicht.‘“

      Ein fröhliches Herz belebte den Psalmisten David, und auch den großen gegenbildlichen David, Jesus Christus, ließ ein fröhliches Herz während seines Erdenlebens aktiv werden. Das buchstäbliche Herz beeinflußt auch den Körper, worauf in Sprüche 14:30 mit den Worten hingewiesen wird: „Ein gelassenes Herz ist das Leben des fleischlichen Organismus.“ Das Herz Jesu Christi, des größeren David, konnte sogar in herausfordernden Situationen, ja selbst unter Verfolgung und bei körperlicher Mißhandlung ruhig bleiben und durch regelmäßiges Schlagen den Blutkreislauf aufrechterhalten, bis er am Hinrichtungspfahl an gebrochenem Herzen starb (Psalm 69:20).

      In Hebräer 4:12 heißt es: „Das Wort Gottes ... ist imstande, die Gedanken und Absichten des Herzens zu beurteilen.“ Das bedeutet, daß das „Herz“ etwas ist, was zu Gedanken und Absichten anregt, die dann vom „Wort Gottes“ beurteilt werden.

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