Die Menschenwelt durch Blut retten
„‚Blut des Bundes‘, das zugunsten vieler zur Vergebung der Sünden vergossen werden wird.“ — Matth. 26:28.
1. Von wem stammen die Worte: „Des Fleisches Leben ist im Blute.“?
„DES Fleisches Leben ist im Blute.“ Von wem stammen diese Worte? Nicht von Hippokrates, dem griechischen Philosophen und Arzt, der im fünften Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung lebte und der als der „Vater der Heilkunde“ bezeichnet wird. (Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1906) Sie stammen auch nicht von Mohammed, dem Propheten des Islams, der im siebenten Jahrhundert unserer Zeitrechnung lebte und der verschiedenes über das Essen sagte.a Sie stammen aber auch nicht von Moses, dem hebräischen Propheten, der im sechzehnten und fünfzehnten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung gelebt hat. Sie stammen von keinem Geringeren als von dem großen Lebengeber selbst, der das Blut des Menschen geschaffen und das Leben in das Blut hineingelegt hat. Er hat diese Worte über tausend Jahre bevor Hippokrates auf der Insel Kos geboren wurde gesprochen.
2, 3. Wieso war es angebracht, daß er diese Worte äußerte, und wem diktierte er sie?
2 Bestimmt war es angebracht, daß der Schöpfer des roten Lebensstroms des Menschen diese wissenschaftlich zuverlässigen Worte sprach. Der Prophet Moses schrieb sie lediglich nieder, als sie ihm von Gott in der Wüste Sinai in Arabien im Jahre 1512 v. u. Z. diktiert wurden. Im dritten Buche Mose, auch Levitikus genannt, lesen wir gemäß der Übersetzung von Rießler, Storr:
3 „Und der Herr [Jehova] sprach zu Moses also: ‚Rede ... Des Fleisches Leben ist im Blute. Für den Altar habe ich es euch gegeben, um euch selbst Sühne zu schaffen. Denn Blut schafft Sühne durch das Leben.‘“ — 3. Mose 17:1, 2, 11.
4. Zu welcher Zeit hatte man die lebenerhaltenden Eigenschaften des Blutes bereits erkannt? Welcher Brauch ist hierfür ein Beweis, und hatte Gott davon Kenntnis genommen?
4 Wer wollte die göttlichen Worte, daß in dieser wichtigen Flüssigkeit unseres Körpers Leben ist, bestreiten? Niemand wird es mit Erfolg tun können. Diese kostbare Flüssigkeit strömt normalerweise alle dreiundzwanzig Sekunden einmal durch unseren Körper, um den verschiedenen Geweben lebenswichtige Elemente zuzuführen. Die lebenerhaltenden Eigenschaften dieser Flüssigkeit in unseren Arterien, Venen und Kapillaren wurden schon früh erkannt, denn es wird berichtet, daß „schon im alten Ägypten Blutübertragungen vorgenommen wurden“. Wenn diese in Ägypten schon üblich waren, als der Prophet Moses sein Volk im Jahre 1513 v. u. Z. aus Ägypten herausführte, dann war es seinem Gott bestimmt nicht entgangen. An diesen ägyptischen Brauch dachte Gott wahrscheinlich, als er Moses’ Volk sein Gesetz über das Blut und dessen richtige Verwendung gab. — The Encyclopedia Americana, Band 4, Seite 113, Ausgabe 1929.
5, 6. (a) Wie zeigt der Bericht über die Ermordung Abels die Beziehung zwischen Blut und Leben? (b) Wer hat dieses Verbrechen im Namen der Religion unzählige Male wiederholt, und wie geht dies aus dem letzten Buch der Bibel hervor?
5 Die lebenvermittelnde und lebenerhaltende Eigenschaft des Blutes ist von allen Bibelschreibern, vom ersten (Moses) bis zum letzten (dem Apostel Johannes), richtig erkannt worden. Gerade weil das Leben im Blute ist, sagten sie von jemandem, der widerrechtlich getötet worden war, sein Blut sei vergossen worden. Denken wir zum Beispiel an die Ermordung des gottesfürchtigen Abel durch seinen eifersüchtigen Bruder Kain. Gott, der Kain für den Mörder erklärte, sagte zu Kain, der sein Verbrechen vertuschen wollte: „Was hast du getan! Horch! Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Erdboden her.“ (1. Mose 4:10) Dieses Verbrechen, zu dem die Religion oder die richtige Form der Gottesanbetung Anlaß gegeben hatte, ist vom Weltreich der falschen Religion, das der Apostel Johannes Babylon die Große nennt, millionenfach nachgeahmt worden. Das letzte Buch der Bibel macht dieses schon lange bestehende Weltreich der falschen Religion für das viele Menschenblut verantwortlich, das im Namen der Religion weltweit vergossen worden ist. Es vergleicht dieses religiöse Weltreich mit einer unmoralischen Frau und sagt:
6 „Auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben, ein Geheimnis: ‚Babylon die Große, die Mutter der Huren und der abscheulichen Dinge der Erde.‘ Und ich sah, daß das Weib trunken war vom Blute der Heiligen und vom Blute der Zeugen Jesu.“ „Ja, in ihr wurde das Blut von Propheten und Heiligen und von all denen gefunden, die auf der Erde hingeschlachtet worden sind.“ — Offb. 17:1-6; 18:24.
7. Wieso kann gesagt werden, Babylon die Große habe dem Kannibalismus gefrönt, und welche Frage erhebt sich, wenn man bedenkt, wie viele Menschenleben sie geopfert hat?
7 Nach dieser prophetischen Darstellung frönt dieses symbolische Weib, Babylon die Große, dem Kannibalismus, denn es wird von ihr gesagt, sie sei „trunken“ von Menschenblut. Die babylonische Religion der Welt will aber doch angeblich Menschenleben für die Ewigkeit retten. Ist die Darstellung des kannibalischen Groß-Babylon in Gottes Wort denn übertrieben? Keineswegs, wenn man bedenkt, wie viele Menschenleben im Namen der Religion schon geopfert worden sind, ja sogar im Namen Gottes, den man vermessen mit solchem Blutvergießen verbunden hat. Wir fragen daher: Wird Gott die Religion für all das vergossene Blut je zur Rechenschaft ziehen?
8. (a) Wie konnte Menschenblut wegen seiner Verbindung mit Leben zu Recht nützlich verwendet werden? (b) Welche Worte des Lukas ermahnen zur Vorsicht gegenüber Medizinern?
8 Sowohl in der Bibel als auch in der Welt wird das Blut mit Leben in Verbindung gebracht und als Sinnbild des Lebens gebraucht. Da das Blut, selbst in den Augen Gottes, diese Eigenschaft und diesen Wert besitzt, könnte Menschenblut mit Recht gebraucht werden, um anderen, ja sogar der ganzen Welt, Leben zukommen zu lassen. Aber wie soll das geschehen? Wer wird das mit Hilfe dieses Mittels tun? Heute sind viele Menschen der Meinung, die Anhänger des Hippokrates, für die „der Eid des Hippokrates“b bindend ist und die alle möglichen modernen ärztlichen Methoden anwenden, sogar die Methode, „den Lebenssaft“ einem Patienten direkt in den Körper zu spritzen, seien diejenigen, die das tun. Wer ein solches Vertrauen zu den nach dem neuesten Stand des Wissens ausgebildeten Ärzten hat, mißachtet den zur Vorsicht mahnenden Bericht in der Bibel. Es handelt sich dabei um einen Fall, der sich vor neunzehnhundert Jahren zutrug. Über diesen Fall berichtet ein Arzt, ein Bibelschreiber namens Lukas, den der christliche Apostel Paulus ‘Lukas, den geliebten Arzt’, nennt. (Kol. 4:14) Lukas beschreibt ihn als den Fall einer „Frau, die seit zwölf Jahren mit einem Blutfluß behaftet war, und die bei niemand hatte Heilung finden können“. — Luk. 8:43-48.
9. Was sagt Markus über den gleichen Fall?
9 Eine eingehendere Schilderung dieses Falles stammt von Markus, dem Freund des Lukas. Markus schreibt: „Nun war da eine Frau, die zwölf Jahre mit einem Blutfluß behaftet war, und sie war von vielen Ärzten vielen Schmerzen ausgesetzt worden und hatte ihr ganzes Vermögen verbraucht, und es hatte ihr nichts genützt, sondern es war vielmehr schlimmer geworden.“ Aber sowohl Markus als auch der Arzt Lukas berichten, daß diese verzweifelte Frau durch ein Wunder geheilt wurde, und zwar indem sie lediglich von hinten das äußere Kleid Jesu Christi, des großen Heilers, anrührte. Markus schreibt: „Sogleich vertrocknete der Quell ihres Blutes, und sie fühlte es an ihrem Leibe, daß sie ... geheilt worden war.“ — Mark. 5:25-34.
„LEBENRETTENDE ÄRZTE“
10. Wie ließ der Britische Ärzteverein durch eine Erklärung, die er 1965 abgab, erkennen, daß er Gottes Gesetz über das Blut für todbringend erachtet?
10 Heute verkündigt jedoch die Presse, Gottes Gesetz über das Blut habe Tod zur Folge, und sie bezeichnet diejenigen, die heute die ärztliche Kunst ausüben, als „lebenrettende Ärzte“. Die Londoner Zeitung Daily Herald schrieb am 26. Februar 1965 über den Britischen Ärzteverein: „Diese Ärzteorganisation sagte, es sei die ‚höchste Pflicht‘ eines Arztes, das Leben eines Patienten zu retten. Jeder Arzt, der mit einem Gerichtsverfahren rechnen müsse, weil er versuche, ein Leben dadurch zu retten, daß er gegen den Wunsch der Eltern operiere, könne mit der Unterstützung dieser Organisation rechnen.“
11. Was sagen viele Mediziner, wenn sie Gottes Gesetz in der Bibel mit der heutigen medizinischen Wissenschaft vergleichen, und welche Auffassung haben Evolutionisten über das Blut?
11 Die meisten dieser Männer, die als Lebensretter gepriesen werden und die unter dem Eindruck stehen, sie hätten zufolge ihres Berufes die Pflicht, das jetzige Leben anderer Menschen zu retten, denken, durch den Fortschritt, den die Medizin gemacht habe, sei das in der Heiligen Schrift niedergelegte Gesetz Gottes ungültig und unwissenschaftlich geworden und es sei heute nicht mehr bindend, weil es so alt sei. Sie sagen: „Die Bibel wurde doch vor neunzehnhundert Jahren vollendet. Was wußten also jene Bibelschreiber über die Medizin im Vergleich zu dem, was wir heute darüber wissen, heute, da wir die Technik mit der Medizin vereinen, um Menschenleben zu retten?“ Sind diese Männer Anhänger der Evolutionslehre, die den biblischen Schöpfungsbericht ablehnen und gierig nach dieser Lehre greifen, so haben sie keinen Respekt vor dem Gesetz Gottes, sondern legen ihre eigenen ethischen Grundsätze fest. Nach ihrer Auffassung wurde das Blut nicht vom Schöpfer des Menschen geschaffen, sondern es hat sich entwickelt.
12. Welche Auffassung haben andere über das Blut, und worauf stützen sie ihre Schlußfolgerung?
12 Freie Menschen sind jedoch berechtigt, eine eigene Meinung zu haben und sie zu äußern. Es gibt Personen, die der Auffassung sind, das Blut sei nicht das Ergebnis einer blinden, zufälligen Entwicklung, das ohne die Mitwirkung einer Person oder eines Geistes zustande gekommen sei, sondern das unvergleichliche Werk eines allmächtigen Gottes. Ihre Auffassung ist in Wirklichkeit nichts anderes als die streng logische Schlußfolgerung, die sie aus unwiderlegbaren Tatsachen gezogen haben. Wir werden an einen Artikel erinnert, der vor dem blutigen Ersten Weltkrieg geschrieben wurde, und zwar von Dr. med. William Hanna Thomson, der in hervorragender Weise jahrelang mit den New Yorker Krankenhäusern verbunden war. Dr. Thomson schrieb in diesem Artikel, der in der New York Times veröffentlicht wurde:
13, 14. (a) Was zeigt, daß ein Molekül des Hämoglobins unseres Blutes nicht zufällig entstehen konnte? (b) Wovon wird die Kompliziertheit des Hämoglobins noch in den Schatten gestellt, und was stellt die heutige Wissenschaft in bezug auf die Frage über den Ursprung des Lebens jetzt fest?
13 „Jedes Tier auf der Erde, das rotes Blut hat, muß, um leben zu können, in seinen roten Blutkörperchen den bestimmten Stoff haben, Hämoglobin genannt. Ein Molekül des Hämoglobins muß folgende Atome im richtigen Verhältnis besitzen: 1130 Wasserstoffatome, 712 Kohlenstoffatome, 214 Stickstoffatome, 245 Sauerstoffatome, 2 Schwefelatome und 1 Eisenatom, also insgesamt 2304 Atome. Wäre das Eisenatom in seinem eigentümlichen Verhältnis zu den übrigen nicht vorhanden (,maskiert‘, wie einige Physiologen sagen), könnte das Tier weder Sauerstoff aufnehmen noch Kohlensäure abgeben, in anderen Worten, es könnte nicht atmen. Ich fragte einmal einen bekannten Wissenschaftler deutscher Abstammung, der in Deutschland studiert hatte und der sich mit physiologischer Chemie befaßte, ob sich diese Atome zufällig zu einem Hämoglobinmolekül vereinigt hätten. Darauf erwiderte er kurz: ,Nein, nicht zufällig.‘
14 Aber die Kompliziertheit des Hämoglobins wird von der Kompliziertheit der chemischen Stoffe, die die chemische Forschung bei der Untersuchung der Infektionsabwehr gegen Infektionskrankheiten entdeckt hat, weit in den Schatten gestellt ... Die heutige Wissenschaft stellt jetzt fest, daß die Frage über den Ursprung des Lebens immer unergründlicher wird, je mehr darüber ermittelt wird.“ — The Watch Tower vom 1. Juli 1911, Seiten 198, 199.
15. Was läßt eindeutig erkennen, daß das Blut unmöglich das Ergebnis einer Entwicklung sein kann?
15 Die Beschaffenheit und Zusammensetzung des Blutes und die Tatsache, daß es der Träger des Lebens ist, lassen erkennen, daß es unmöglich das Ergebnis einer leblosen, geistlosen und zwecklosen Entwicklung sein kann. Diese Merkmale des Blutes setzen eindeutig die schöpferische Tätigkeit eines lebenden, intelligenten, planmäßig und zweckvoll wirkenden Gottes voraus, des Schöpfers des Menschen.
16. (a) Was an den roten Blutkörperchen beweist, daß es einen Schöpfer geben muß? (b) Wann sprach Gott schon über das Blut, und wie oft ist in seinem Wort davon die Rede?
16 Man denke nur an die Form und an die funktionelle Leistung der roten Blutkörperchen. Nur ein Mathematiker von größtem Format konnte sie schaffen und ihre Funktion festlegen. Daher ist jedes einzelne der 30 Billionen roten Blutkörperchen in den Blutgefäßen des Durchschnittsmenschen ein unwiderlegbarer Beweis dafür, daß es einen Schöpfer gibt, der auch den Menschen gemacht hat. Er weiß besser, wie wichtig dieser rote Lebenssaft ist, und kennt seine Eigenschaften und seinen Zweck besser als der fortschrittlichste Arzt. Fünftausendachthundert Jahre vor 1918, dem Jahr, in dem ein Professor der Medizin an der Universität Chicago zum erstenmal Konservenblut übertrug, sprach Gott zum ersten Menschen, der geboren wurde, nämlich zu Kain, über das Blut, und zwar nachdem dieser seinen jüngeren Bruder Abel heimlich erschlagen hatte. (1. Mose 4:10, 11) Seit jener Zeit hat Gott noch vieles über das Blut zu sagen gehabt. In seinem geschriebenen Wort, das aus 66 Büchern mit insgesamt 1189 Kapiteln besteht, wird das Blut von 1. Mose bis Offenbarung (Authorized Version) 447mal erwähnt.c
17. (a) Wer ist der größte Arzt, wie das durch Jesus Christus veranschaulicht wurde? (b) Wie spricht er heute als Autorität zu uns?
17 Gott bevollmächtigte seinen Sohn Jesus Christus, Wunderheilungen zu vollbringen, nicht durch Medikamente, Arzneien oder Operationen, sondern indem er die Kranken auf der Stelle heilte — er brachte zum Beispiel sofort einen chronischen Blutfluß zum Stillstand, machte Blinde sehend, Taube hörend und Stumme redend, machte Körperbehinderte gesund, heilte Aussätzige, weckte Tote auf und stellte deren Gehirn wieder her. Das beweist, daß Gott, der Schöpfer, der größte Arzt ist. Er weiß mehr über den menschlichen Körper und dessen Bau und wie er wiederherzustellen und zu beleben ist als die tüchtigsten Ärzte von heute. Er ist in diesen Fragen die unfehlbare, absolute Autorität. Wir wollen ihn sprechen lassen! Er soll gehört werden! Wenn er spricht, können wir alle lernen und daraus Nutzen ziehen. Er spricht jetzt durch sein inspiriertes, unwandelbares geschriebenes Wort zu uns. Was sagt es?
18. Warum bestand im Garten Eden keine Notwendigkeit für ein Gesetz, das den Blutgenuß verbot?
18 Die Menschen essen, um zu leben. Wann hat Gott, der Schöpfer, den Menschen erlaubt, das Fleisch von Tieren zu essen? Bei der Erschaffung des ersten Menschen hat er es nicht getan, sondern erst vor 4335 Jahren. Im paradiesischen Garten in Eden wurde dem vollkommenen Mann und der vollkommenen Frau geboten, Obst, Nüsse und Gemüse zu essen und davon zu leben. (1. Mose 1:29, 30) Es bestand daher keine Notwendigkeit für ein Gesetz, das verbot, von Tierblut zu leben.
19. (a) Gestattete Gott Adam, Blut zu essen, nachdem er ihn aus dem Garten Eden ausgetrieben hatte? (b) Was zeigt, ob Abel das Blut der Opfertiere trank?
19 Sogar als Gott den Menschen aus dem Garten Eden austrieb, weil er sich gegen ihn empört und weil er gesündigt hatte, indem er die verbotene Frucht aß, gebot Gott nicht, daß der Mensch von jenem Zeitpunkt an Tierfleisch essen sollte, sondern Gott sagte zum Menschen: „Du sollst die Pflanzen des Feldes essen. Im Schweiße deines Angesichts wirst du Brot essen, bis du zum Erdboden zurückkehrst, denn von ihm [nicht von einem Tier, durch einen Entwicklungsvorgang] wurdest du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren.“ (1. Mose 3:18, 19, NW) Jahre später, als Abel, der zweite Sohn Adams, Jehova Gott einige Schafe opferte, wurde das Blut dieser Opfertiere vergossen, doch Abel trank es nicht. Daher nahm Gott sein Opfer an. — 1. Mose 4:3-11.
GOTTES GESETZ GEGEN DEN BLUTGENUSS
20. Was tat Noah unmittelbar nach dem Verlassen der Arche?
20 Mehr als 1500 Jahre später, in den Tagen des gottesfürchtigen Noah und seiner drei verheirateten Söhne, brachte Gott die große Wasserflut über die Erde. Mindestens 180 Tage lang waren die Erde und ihre Berge vollständig mit Wasser bedeckt. (1. Mose 7:11 bis 8:5) Monate später, als die acht Menschen, die die Sintflut in der wasserdichten Arche überlebt hatten, die Arche verließen, brachte Noah Jehova Gott von allen reinen Landtieren und Vögeln sofort ein Opfer dar. Aber Noah und seine Familie tranken weder vom Blut der Opfertiere, noch aßen sie etwas von deren Fleisch.
21. Welches Gesetz erließ Gott damals, und in welchen Worten legte er es Noah dar?
21 Das war Gott wohlgefällig. Er segnete sie und sagte zu ihnen, sie sollten die ganze Erde mit ihren Nachkommen füllen. Dann erließ Gott, wie schon für Adam und Eva in Eden, ein Gesetz über die Nahrung, die die künftige Menschheitsfamilie, auch wir heute, zu sich nehmen sollte. Er sagte: „Jedes sich regende Tier, das am Leben ist, diene euch zur Speise. Wie im Falle der grünen Pflanzen gebe ich euch das alles. Nur Fleisch mit seiner Seele — seinem Blut — sollt ihr nicht essen. Und außerdem werde ich das Blut eurer Seele, das eure, zurückfordern. Von der Hand jedes lebenden Geschöpfes werde ich es zurückfordern.“ (1. Mose 8:18 bis 9:5, NW) Danach erschien der erste Regenbogen, und Gott schloß einen ewigen Bund, durch den er sich verpflichtete, nie mehr eine weltweite Flut über die Menschheit zu bringen. — 1. Mose 9:8-17.
22. (a) Was zeigt also, daß das göttliche Gesetz, das den Blutgenuß verbot, nicht in Verbindung mit dem mosaischen Gesetz erlassen wurde? (b) Warum blieb Gottes Gesetz das den Blutgenuß verbot, nach dem Jahre 33 u. Z. in Kraft und warum ist es heute noch gültig?
22 Damals gab es noch keine Hebräer, keine Israeliten, keine Juden, und auch die Beschneidung war unbekannt. Anwesend waren nur die Vorväter des semitischen, japhetitischen und hamitischen Zweiges der Menschheitsfamilie. Das war im Jahre 2369 v. u. Z. oder 856 Jahre bevor Jehova Gott dem Propheten Moses das Gesetz gab, das die Zehn Gebote einschloß, damit er es der Nation Israel vortrage. Das göttliche Gesetz, das den Menschen verbot, Tierblut zu genießen, wurde also nicht in Verbindung mit dem Gesetz Gottes, das im Jahre 1513 v. u. Z. dem Moses übergeben wurde, erlassen. Das gibt uns die Gewißheit, daß sich das Gesetz Gottes über diese wichtige Sache nicht nur auf die Hebräer, Israeliten oder Juden beschränkte und auch nicht beschränkt. Dieses Gesetz wurde im Jahre 33 u. Z., als Gott das mosaische Gesetz an den Todespfahl Jesu Christi nagelte und es aufhob, nicht ungültig. (Kol. 2:13, 14; Eph. 2:13-15) Dieses Gesetz aus den Tagen Noahs ist heute noch für die ganze Menschheit so gewiß gültig, wie es gewiß ist, daß sie weiterhin Fleisch von Landtieren und Vögeln genießt, und wie es gewiß ist, daß sie nicht in den Garten Eden und zu einer ausschließlichen Pflanzenkost zurückgekehrt ist. — 1. Mose 1:29, 30; 2:15-17.
23, 24. (a) Was empfahl der Jünger Jakobus den apostolischen Christen, das zeigt, daß sie das Gesetz, das Gott Noah gegeben hatte, immer noch anerkannten? (b) Wieso ließ der Wortlaut jener Verordnung erkennen, daß der heilige Geist dabei mitgewirkt hatte?
23 Sowohl Christen und Juden als auch Nichtchristen und Nichtjuden stehen unter jenem Speisegesetz, das dem Noah, unserem gemeinsamen Vorfahren, nach der Sintflut gegeben wurde. Die apostolischen Christen des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung anerkannten diese Tatsache und machten sie beharrlich geltend. Sechzehn Jahre nachdem das mosaische Gesetz, sinnbildlich gesprochen, als erfüllt und aufgehoben an den Todespfahl Christi genagelt worden war, empfahl der christliche Jünger Jakobus den Aposteln und anderen älteren Brüdern auf dem Konzil zu Jerusalem, den nichtjüdischen Christen zu schreiben, „daß sie sich von Dingen enthalten, die durch Götzen befleckt sind, und von Hurerei und von Erwürgtem und von Blut“. Die Empfehlung, sich „des Fleisches erdrosselter Tiere und des Blutgenusses“ (An American Translation) zu enthalten, stammte nicht nur vom Jünger Jakobus, sondern sie wurde auch von Gottes heiligem Geist eingegeben. Diese gewichtige Tatsache geht deutlich aus dem Wortlaut der Verordnung an die nichtjüdischen Christen hervor. Sie lautete:
24 „Die Apostel und die älteren Brüder den Brüdern ..., die aus den Nationen sind: Grüße! ... Denn der heilige Geist und wir selbst haben es für gut befunden, euch keine weitere Bürde aufzuerlegen als folgende notwendigen Dinge: euch der Dinge zu enthalten, die Götzen geopfert wurden, sowie des Blutes und des Erwürgten und der Hurerei. Wenn ihr euch vor diesen Dingen sorgfältig bewahrt, wird es euch wohlgehen. Bleibt gesund!“ — Apg. 15:19-29.
25. (a) Wie lange beachteten gemäß geschichtlichen Aufzeichnungen wahre Christen diese Verordnung von Jerusalem? (b) Warum halten Jehovas Zeugen sie heute noch ein?
25 Etliche Jahre später, nach der dritten Missionsreise des Apostels Paulus, zeigte der Jünger Jakobus durch seine Worte, die er an Paulus richtete, daß diese Verordnung des Konzils zu Jerusalem für nichtjüdische Christen immer noch gültig war. (Apg. 21:18-26) Wie aus den Schriften der Kirchenschriftsteller der ersten drei Jahrhunderte hervorgeht, hielten die Christen diese damals veröffentlichte Verordnung gegen den Blutgenuß jahrhundertelang ein. Besonders seit der Zeit des katholischen Heiligen Augustinus hat die Christenheit diese inspirierte Verordnung außer acht gelassen, und in medizinischen Kreisen der Christenheit betrachtet man sie nicht mehr als bindend für Christen.d Wer setzte denn diese Verordnung außer Kraft? Gott jedenfalls nicht, denn unter seiner Inspiration wurde sie von seiner treuen Organisation in Jerusalem veröffentlicht. Sie wurde auch nicht durch die Aufhebung des mosaischen Gesetzes außer Kraft gesetzt. Aus diesem schriftgemäßen Grund halten Jehovas christliche Zeugen diese Verordnung weiterhin ein und enthalten sich nicht nur der Hurerei und des Götzendienstes, sondern auch des Blutes.
DIE RETTUNG DURCH BLUT VORGESCHATTET
26. (a) Was zeigt, daß die Verordnung von Jerusalem in der Frage, wem das Blut gehört, mit dem mosaischen Gesetz übereinstimmte? (b) Welcher Sünde machte sich ein Jude schuldig, der Opferblut vergoß, es aber Jehova nicht darbrachte?
26 Jene Verordnung des Konzils zu Jerusalem wurde viele Jahre nachdem Jesus Christus sein Blut am Todespfahl auf Golgotha vergossen hatte herausgegeben. Aber durch diese Verordnung ließ Gott klar erkennen, daß er das, was er in seinem durch Moses gegebenen Gesetz verkündigt hatte, immer noch aufrechterhielt, nämlich, daß das Blut der Menschen und Tiere Gott, dem Schöpfer, gehört. Das ist nur recht, weil er doch der Quell des Lebens ist und weil er das Leben der Menschen und Tiere in das Blut gelegt und es zum Hauptträger des Lebens gemacht hat. Deshalb galt es als Mord, wenn ein Mann in Israel ein Tier schlachtete, um es zu opfern, und es nicht Jehova darbrachte: „Selbigem Manne soll Blut zugerechnet werden: Blut hat er vergossen, und selbiger Mann soll ausgerottet werden aus der Mitte seines Volkes.“ Er mußte getötet werden. (3. Mose 17:3, 4) Deshalb gebot Jehova auch, daß der Priester das Blut der Opfertiere an den Fuß des Opferaltars gieße. (3. Mose 4:7, 18, 25, 34; 8:15; 9:9) Das Blut war, wie das Leben, heilig, und es mußte auch so behandelt werden.
27, 28. (a) Welche Eigenschaft hat das Blut nach dem Gesetz, das Gott den Israeliten gab, und wozu kann es deshalb verwendet werden? (b) Wie geht dies aus 3. Mose 17:11-14 hervor?
27 Nach dem Gesetz, das Gott dem alten Israel gab, sowie nach dem Gesetz, das er dem treuen Noah gab, ist nicht nur der Lebensstrom der Opfertiere heilig, sondern auch der der reinen Tiere, die von den Menschen gejagt wurden, um sie zu essen. In jedem Fall handelte es sich um Lebensblut, das heilig ist, und deshalb konnte es für einen heiligen Zweck verwendet werden. Da die Strafe für Sünde der Tod ist und da die Seele oder das Leben im Blut ist, kann das Blut dazu verwendet werden, die Sünde zu tilgen und die Strafe, die Sünde nach sich zieht, nämlich den Tod, abzuwenden. Wir brauchen nicht über die Bedeutung dieses Gesetzes zu streiten; es besagt ganz klar:
28 „Denn die Seele des Fleisches ist im Blute, und ich habe es euch auf den Altar gegeben, um Sühnung zu tun für eure Seelen; denn das Blut ist es, welches Sühnung tut durch die Seele [oder das Leben]. Darum habe ich zu den Kindern Israel gesagt: Niemand von euch soll Blut essen; auch der Fremdling, der in eurer Mitte weilt, soll nicht Blut essen. Und jedermann von den Kindern Israel und von den Fremdlingen, die in eurer Mitte weilen, der ein Wildbret oder einen Vogel erjagt, die gegessen werden, soll ihr Blut ausfließen lassen und es mit Erde bedecken. Denn die Seele alles Fleisches: sein Blut, das ist seine Seele; und ich habe zu den Kindern Israel gesagt: Das Blut irgend welches Fleisches sollt ihr nicht essen, denn die Seele alles Fleisches ist sein Blut; jeder, der es isset, soll ausgerottet werden.“ — 3. Mose 17:11-14; vergleiche 5. Mose 12:16, 23-27.
29. (a) Auf welch wunderbare Weise kann Gott den Lebensstrom im menschlichen Körper verwenden? (b) Als was kann die Verwendung von Blut, das für etwas anderes als für den von Gott vorgesehenen Zweck gebraucht wird, bezeichnet werden, und warum trifft dies auf die Verwendung von Blut zu therapeutischen Zwecken zu?
29 Weil das Blut, das vom Herzen durch den Körper gepumpt wird, Lebenswert besitzt, kann Jehova Gott es auf wunderbare Weise dazu verwenden, die Menschenwelt zu erretten, damit sie ewig leben kann. Das Blut steht somit im Zusammenhang mit dem ewigen Leben für die ganze Menschheit. Es ist so bedeutungsvoll, daß ein Angehöriger der Vorbildnation Israel, der Blut genoß, getötet werden oder daß er sich — in bestimmten Fällen — nach besonderen Vorschriften reinigen mußte. (3. Mose 17:15, 16; 7:26, 27) Wer diesen kostbaren Lebensstrom für etwas anderes verwendet als für den von Gott vorgesehenen Zweck, mißbraucht ihn. Er verwendet ihn zweckwidrig. Dieser Grundsatz gilt für die Verwendung von Blut zu therapeutischen Zwecken; er galt schon zur Zeit der alten Ägypter und gilt auch heute noch. Warum? Weil die Ärzte keine ordinierten Priester Gottes sind, die an seinem heiligen Altar dienen und ihm nach göttlichen Anweisungen Menschenblut darbringen. Schon vor langer Zeit traf Gott Vorkehrungen, um die Menschenwelt durch Blut zu retten, und er benötigt ihre sogenannte wissenschaftliche Verwendung des Blutes nicht. Ihre Verwendung des Blutes im Namen der Medizin ist nicht nach Gottes Willen.
[Fußnoten]
a In dem Buch „Der Koran — allgemein der Alkoran des Mohammed genannt“, eine Übersetzung, herausgegeben von William Teggs & Company, London (1850), lesen wir unter der Überschrift: „2. Kapitel, Die Kuh; zum Teil in Mekka und zum Teil in Medina geoffenbart. Im Namen Gottes, des Allbarmherzigen“, auf Seite 20, Zeilen 18—23, folgendes: „O wahrhaft Gläubige! Genießt von dem Guten, das wir euch zur Nahrung gegeben haben, und dankt Gott dafür, wenn ihr ihm dient. Wahrlich, er hat euch verboten, das zu essen, was verendet ist, und Blut und Schweinefleisch und das, worüber nicht Gottes Name angerufen worden ist. Wer aber aus Not gezwungen, nicht vor Begierde und ohne böse Absicht davon genießt, der hat keine Sünde begangen, denn Gott ist gnädig und barmherzig.“
In einer Fußnote zu dem Wort „anrufen“ sagt das Buch: „Deswegen sagen die Mohammedaner beim Schlachten eines Tieres stets Bismi..llah oder Im Namen Gottes; geschieht dies nicht, so denken sie, es sei unstatthaft, davon zu essen.“
b Ein Satz im Eid des Hippokrates lautet: „An niemand werde ich ein tödlich wirkendes Gift abgeben, auch dann nicht, wenn man mich darum bittet, ich werde auch keinen solch verwerflichen Rat erteilen.“
Ein weiterer Satz lautet: „Ebensowenig werde ich einem Weib ein Mittel zur Vernichtung des keimenden Lebens geben.“
Siehe Dr. Immanuel Jacobovits’ Buch Jewish Medical Ethics (Standesmoral der jüdischen Ärzte), herausgegeben 1959 (3. Auflage, 1967), Seiten 124, 172, 208—210.
c In den meisten neuzeitlichen Übersetzungen nur 446mal, weil in den ältesten griechischen Handschriften in Apostelgeschichte 17:26 das Wort „Blut“ fehlt.
d Siehe Ewiges Leben — in der Freiheit der Söhne Gottes, veröffentlicht von der Watch Tower Society (1967), Seiten 331—333.