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  • Missionare des herrschenden Königreiches Gottes
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Der Wachtturm verkündet Jehovas Königreich 1959
w59 15. 6. S. 365-371

Missionare des herrschenden Königreiches Gottes

1. Als was werden die Christen, die die Gileadschule absolviert haben, ausgesandt, doch wie werden sie von ihren Feinden an vielen Orten genannt?

NACH eurer Graduierung werdet ihr als christliche Männer und Frauen ausgesandt, um eine Mission zu erfüllen. Deshalb seid ihr alle Missionare, denn im Grunde genommen ist ein Missionar ein mit einer Mission Ausgesandter. Eine Mission ist eine Aufgabe, mit der jemand betraut wird, und sie bildet den Grund, weswegen der Betreffende ausgesandt wird. Gewöhnlich versteht man unter einem Missionar eine Person, die dazu ausgesandt wird, ihre religiösen Ansichten in einem heidnischen Lande oder einem neubesiedelten Gebiet zu verbreiten. Gestützt auf diese Tatsache, ist man dazu gekommen, unter der Bezeichnung Missionar auch bloß einen Propagandisten zu verstehen. In vielen Ländern sprechen die Feinde von Absolventen der Wachtturm-Bibelschule Gilead als von Propagandisten statt von christlichen Missionaren.

2. Weshalb ist es gut, wenn diese Graduierten die Mission, zu der sie ausgesandt worden sind, im Sinn behalten, und warum möchten wir nicht Missionare von der Art sein, von der einst Kaiser Wilhelm II. sprach?

2 Ihr werdet gut tun, stets die Mission im Sinn zu behalten, in deren Interesse ihr ausgesandt werdet. Dann werdet ihr euch von Missionaren anderer Art unterscheiden. Es gibt Missionare und Missionare. Weniger als zehn Jahre, ehe Kaiser Wilhelm II. von Deutschland sein Reich in den ersten Weltkrieg stürzte, hielt er in Bremen, Deutschland, am 22. März 1905 eine Rede. Darin ergriff er für alle Deutschen, seine Untertanen, das Wort und sagte folgendes: „Gott hat uns dazu berufen, die Welt zu zivilisieren. Wir sind die Missionare des menschlichen Fortschrittes … Wir sind das Salz der Erde.“a Wohlan — sind wir heute jenen deutschen, kaiserlichen „Missionaren des menschlichen Fortschritts“ Dank schuldig? Haben sie die Weltzivilisation so gefördert, daß jedermann einen Segen davon erhalten hat? Haben sie als das „Salz der Erde“ ihre Kraft behalten oder sie eingebüßt und die Erde ruiniert, statt sie zu bewahren? Der erste Weltkrieg und seine Nachwirkungen bis heute geben die beste Antwort darauf. Kein gesunddenkender Mensch braucht das Gefühl zu haben, er sei Missionaren des menschlichen, materialistischen Fortschritts von dieser Art in irgendeiner Nation Dank schuldig. Wir wünschen doch nicht, Missionare von dieser Art zu sein, nicht wahr?

3. Wie hat man sich der Missionare bedient, und wie haben Einheimische der Heiden darauf hingewiesen, daß sie nicht so handeln, wie sie predigen?

3 In der Vergangenheit haben britische und andere religiöse Missionare Gebiete erschlossen und das Vertrauen und Wohlwollen der darin lebenden Menschen gewonnen. Darauf aber benutzte man die Missionare als Stoßtrupps und Vorläufer für die kommerzielle Ausbeutung der Eingeborenen. Jene Missionare verloren die Lehren der Heiligen Schrift aus den Augen oder verstanden sie nie völlig, noch schätzten sie deren Maßstäbe für das christliche Leben richtig ein. Ehrlich eingestellte Eingeborene erkannten bald den Unterschied, der zwischen den Lehren und dem Wandel der Missionare und der Heiligen Schrift bestand. Auf Seite 85 des Buches Der Krieg von Harmagedon (im Jahre 1897 von Charles T. Russell verfaßt) lesen wir, wie gewisse Heiden die Christen-Bibel vor den Missionaren emporhalten und sagen: „Eure Bräuche stimmen nicht mit den Lehren eures heiligen Buches überein.“ Ein indischer Brahmane „soll einmal einem Missionar folgendes geschrieben haben: ‚Wir haben euch durchschaut. Ihr seid nicht so gut wie euer Buch. Wenn eure Volksgenossen nur so gut wären wie euer Buch, würdet ihr ganz Indien in fünf Jahren gewonnen haben.‘“

4. Welches Benehmen ist für Missionare eine üble Verhaltensweise, und wie können sie ihr christliches Amt mißbrauchen?

4 Das hilft uns verstehen, wie übel es ist, wenn ein Missionar irgendeiner sogenannten christlichen Religion den weltlichen Geist seines Heimatlandes in das fremde Land oder Gebiet verpflanzt, das christlich gemacht werden soll. Es ist auch für den Missionar schlimm, wenn er sich irgendwelchen schlechten, unsittlichen Bräuchen anpaßt, die in seinem Missionargebiet anerkannt werden und Sitte sind, aber nicht den Lehren der Bibel oder der Neuen-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas entsprechen. Ein Missionar mißbraucht sein christliches Amt, wenn er sich als Werkzeug des Handels und der Ausbeutung gebrauchen läßt, sei es nun willentlich oder durch Kompromisse oder auch unabsichtlich. Ein Missionar begibt sich nicht in ein Auslandsgebiet, um irgendwelche kommerziellen Gelegenheiten auszunutzen, die er unerwartet entdecken mag, oder um sich von der ihm von Gott gestellten Aufgabe weg- und einem eigennützigen Unternehmen zuzuwenden, das auf materiellen Gewinn abzielt. Wenn er das tut, würdigt er seine Mission herab. Er hört auf, ein christlicher Missionar zu sein. Seine Schulung war umsonst. Er enttäuscht jene, die ihn ausgesandt haben.

5. Was sagte die New York Times zum Lobe eines berühmten amerikanischen Missionars in Indien, nachdem dieser kurz vorher gestorben war?

5 Vor kurzem (am 15. Juni 1958) veröffentlichte die New York Times in ihrer redaktionellen Spalte einen Artikel, betitelt: „Was ist ein Missionar?“ Darin wurde von einem bekannten Missionar in Indien gesprochen, der in der vorangegangenen Woche gestorben war. Es wurde gesagt, daß er „einer der ausgezeichnetsten und erfolgreichsten unserer Missionare in Indien gewesen sei. Er war geachtet und bei Indern, Briten und Amerikanern beliebt, besaß das Vertrauen von Fürsten und war für die bescheidenen Dorfbewohner ein wahrer Heiliger. Hindus, Mohammedaner, Parsen, Jhats und Jains und auch Christen verehrten ihn. Mohandas K. Gandhi trat für sein Werk ein, und aus allen Teilen Indiens kam man herbei, um zu sehen, was er tat.“ Wißt ihr, ihr Missionare, wer dieser berühmte amerikanische Missionar in Indien war?

6. Weshalb wurde er, gemäß einem Leitartikel in der Times, derart geehrt, konsultiert und allgemein geliebt?

6 Weshalb wurde er denn so geehrt und geachtet, so viel konsultiert und von Leuten aller Glaubensrichtungen und Nationalitäten geliebt? Der redaktionelle Artikel in der Times antwortet darauf: „Auf der Universität für Landwirtschaft in Allahabad lehrte er die Inder [was? vielleicht die Bibel? nein, sondern] das Pflügen in Höhenlinien (Contour plowing) und die Wechselwirtschaft. Er legte Nachdruck auf die Zuchtwahl für den Viehstand. Er machte es zu seiner Lebensaufgabe, gegen den Hunger zu kämpfen. Er lehrte junge Leute, wie es sich in ihren Verhältnissen besser leben ließe und wie sie diese schließlich ändern könnten. Er lehrte mehr durch das Beispiel als durch Vorschriften. Er verstand und respektierte religiöse Glaubensansichten, die mit den seinigen nicht übereinstimmten, und man hatte Vertrauen zu ihm.“ Wir finden hier kein Wort darüber, daß er Jesus Christus nachgeahmt hätte, der von Ort zu Ort gezogen war und gelehrt und öffentlich und in den Häusern der Menschen geistige Wahrheiten gepredigt hatte, welche die Menschen zu Christen umwandeln und ihnen helfen, Leben in Gottes schnell herannahender neuer Welt zu gewinnen.

7. Was sagte die Times bezüglich des Bedarfs an solchen Missionaren, doch wer braucht keine solchen, noch schult solche, um einem entsprechenden Bedürfnis gewachsen zu sein?

7 Der Leitartikel in der Times schließt mit den Worten: „Wir brauchen mehr Missionare von dieser Art. Sie sind nicht leicht zu finden. Aber das Andenken an Dr. H. … wird eine beständige Herausforderung sein.“ Wohlan — wer braucht „mehr Missionare von dieser Art“? Nicht die Watch Tower Bible & Tract Society! Nicht die Neue-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas! Allerdings wurden viele von euch Missionaren auf der Königreichsfarm, auf deren Gelände die Wachtturm-Bibelschule Gilead liegt, nach den Schulstunden Arbeiten aufgetragen; zum Beispiel mußtet ihr Beeren pflücken oder andere landwirtschaftliche Arbeit verrichten, oder ihr mußtet im Kuhstall mithelfen. Hat euch aber die Bibelschule Gilead eine Ausbildung in bezug auf Landwirtschaft und Milchwirtschaft gegeben, die ihr für eure Aufgabe als Missionare brauchen würdet, weil mehr „Missionare von dieser Art“ in eurem Missionsgebiet benötigt werden? Nun, auch die Kommunisten Rußlands können in ihrer Wirtschaftsoffensive gegen den Westen Unterweiser von dieser Art als Missionare für den Kommunismus in rückständige Länder senden und tun es auch.

8. Auf welche Weise haben sich Kommunisten als unfähig erwiesen, den Dienst zu tun, für den Gileadmissionare geschult worden sind, und wieso sind Gileadabsolventen die Missionare, die ‚nicht leicht zu finden‘ sind?

8 Können aber solche russischen Missionare des Kommunismus, welche solche Wirtschaftsprogramme durchführen, die besondere Arbeit verrichten, für die ihr als Missionare in Gilead geschult worden seid? Einige kommunistische Spione haben es heuchlerisch versucht, um sich hinter dem Eisernen Vorhang in die Untergrundorganisation der Zeugen Jehovas einzuschleichen, aber diese Spione und Verräter haben versagt, indem sie ihr wahres Gesicht gezeigt haben. Denkt ihr Missionare, daß jener christliche Missionar, der in Indien wegen des Werkes berühmt wurde, das er in materialistischer Hinsicht verrichtet hat, wirklich eine „beständige Herausforderung“ für euch sei, auszuziehen und ebenso zu handeln? Statt daß ihr es als eine „Herausforderung“ empfindet, ist euch sein Andenken eher eine Warnung vor Dingen, die gemieden werden sollen, damit ihr euch auf die durch die Bibel festgelegte Mission spezialisieren könnt. In Wirklichkeit seid IHR die Missionare, die „nicht leicht zu finden sind“, wenn ihr euer Vaterhaus und eure Heimat verlaßt, wie ihr das getan habt, um euch nach Gilead zu begeben und euch dort intensiv schulen zu lassen. I h r seid die Missionare, die bereit sind, von der Watch Tower Society irgendwohin in die weite Welt gesandt zu werden, wo immer ihr, nach ihrem Erachten, am dringendsten benötigt werdet, um ‚Menschen aus allen Nationen zu Jüngern zu machen, indem ihr sie tauft im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und indem ihr sie lehrt, alle Dinge zu beachten, die ich [Jesus] euch geboten habe‘. — Matth. 28:19, 20, NW.

9. Was bedeutet das Wort, das mit „Missionar“ übersetzt worden ist, buchstäblich, und wem müssen die weiteren Missionare, die wir benötigen, gleichen?

9 Ihr kennt die eigentliche Mission einer Person, die im wahren Sinne des Wortes ein christlicher Missionar ist. Ihr wißt, daß dieses Wort, das (in einigen modernen Übersetzungen) mit Missionar wiedergegeben worden ist, buchstäblich „Evangelist“ heißt, wie es der Jünger Philippus und der weitgereiste Apostel Paulus waren, nämlich Überbringer des Evangeliums oder der guten Botschaft. Das Andenken an Philippus und an Paulus steht als „beständige Herausforderung“ in bezug auf das, was ein Missionar sein sollte, vor euren Augen! Wir brauchen mehr Missionare, wie sie es waren! Wir freuen uns, daß wir EUCH gefunden haben und daß ihr euch zu diesem Dienste bereit erklärtet und euch der Unterweisung und Schulung in Gilead unterzoget, um Missionare von der Art wie Philippus und Paulus und Timotheus zu sein, dem Paulus in seinen Abschiedsworten folgende Anweisung gab: „Leiste Missionararbeit, verrichte deinen Dienst gründlich.“ — 2. Tim. 4:5, NW.

10. Wieso besteht der Auftrag eines christlichen Missionars nicht in einem Programm für Wirtschaftshilfe?

10 Der Auftrag des christlichen Missionars ist nicht ein Hilfsprogramm für Wirtschaftshilfe, die verschiedenen rückständigen oder behinderten Ländern geleistet werden sollte. Wir führen ein noch viel wichtigeres Programm religiöser Hilfe durch, und zwar so, wie es in Gottes heiligem Wort umrissen ist, indem wir schafähnliche Personen aller Nationen das lehren, was Jesus in seiner Bergpredigt gelehrt hat. Das tun wir, damit sie aufhören, Schätze auf Erden für sich aufzuhäufen und sich darüber Sorgen zu machen, welche materiellen Dinge ihre Seele brauche, das heißt, was sie essen, trinken und anziehen sollten, und statt dessen darauf vertrauen, daß der himmlische Vater für diese Bedürfnisse sorgt, wenn sie fortfahren, ‚zuerst nach dem Königreich und seiner Gerechtigkeit zu trachten‘. (Matth. 6:19-33) Unsere Missionare führen dieses Werk der Erziehung und Schulung zum ewigen Leben durch. Sie suchen es direkt in der Sprache der Eingeborenen zu tun, damit sie sie verstehen und damit auch diese die Missionare verstehen können.

11. Welchen Kommentar gab die New York Times in bezug auf die erhöhte Wirkung, die erzielt wird, wenn ein Werk in der Sprache der Einheimischen durchgeführt wird?

11 Der größere Erfolg, der erzielt wird, wenn man ein Werk in der Sprache der Einheimischen durchführt, wird mehr und mehr erkannt. Ein amerikanischer Leitartikelschreiber macht die Anregung, man sollte, um der kommunistischen Herausforderung im Krieg um die Wirtschaftshilfe zu begegnen, das amerikanische Wirtschaftshilfs­programm mit kommunistischer Geschicklichkeit durchführen, indem man es in der Sprache der Eingeborenen und auf deren Lebensniveau durchführt. Dann sagt der Leitartikelschreiber weiter: „Weshalb können wir nicht Ingenieure zum Beispiel nach Burma senden, die Birmanisch sprechen können und bereit sind, ein einfaches Leben auf demselben Niveau wie die Birmanen zu führen, so wie es sowjetische Ingenieure tun? Müssen Amerikaner stets in ‚Goldenen Gettos‘ leben, was zu Neid und Haß reizt?“ — New York Times, 7. Juli 1958.

12. Inwiefern handeln diesbezüglich Gileadgraduierte nicht weniger weise als die „Söhne dieses Systems der Dinge“?

12 Auf diese Weise vorzugehen bedeutet, weise zu handeln, denn so erzielen wir den gewünschten Erfolg. Nachdem Jesus ein gewisses Gleichnis darüber gegeben hatte, wie man mit Überlegung und gut vorbereitet handeln sollte, fügte er hinzu: „Die Söhne dieses Systems der Dinge sind gegenüber ihrer eigenen Generation in praktischer Hinsicht weiser als die Söhne des Lichts.“ (Luk. 16:8, NW) Die Absolventen der Wachtturm-Bibelschule Gilead lassen es nicht geschehen, daß die Kinder dieses materialistischen Systems der Dinge weiser handeln, um materialistische Ziele zu erreichen, als die Söhne des Lichts in ihrem Missionargebiet handeln, um ihre christlichen Ziele zu erreichen, das heißt alle „anderen Schafe“ Jesu Christi, des Rechten Hirten Jehovas, aus allen Nationen einzusammeln. Entweder legen die Gileadstudenten, während sie noch in der Bibelschule Gilead sind, vorerst eine gute Grundlage, um die Sprache der Eingeborenen ihres Missionargebiets beherrschen zu lernen, oder dann unterziehen sie sich gleich nach ihrer Ankunft in ihrem Missionargebiet einer intensiven Schulung im praktischen Gebrauch der neuen Sprache. Obwohl sie behagliche, wenn auch bescheidene Missionarheime zu haben suchen, wo sie wohnen können, während sie ihre anstrengende Arbeit durchführen, pflegen sie dort doch kein Leben der Muße, indem sie die Einheimischen zu ihnen oder in ihre Königreichssäle kommen lassen, um ihnen dort die Königreichsbotschaft der Rettung mitzuteilen.

13. (a) In welchem Ausmaße lassen sich die Gileadmissionare auf das Niveau der Einheimischen herab? (b) Welchen Einfluß übt die biblische Wahrheit, welche die Missionare verbreiten, auf die gläubigen Einheimischen aus, und welche Ergebnisse zeitigt die erhaltene Schulung?

13 Ganz im Gegenteil werdet ihr euch als Missionare zu den Menschen in ihre eigenen Wohnungen begeben und werdet euch auf die Stufe des Volkes herablassen, um es mit der biblischen Wahrheit zu erreichen; das wird den Menschen Eindruck machen. Ihr werdet euch nicht durch die modernen Bequemlichkeiten, deren ihr euch in Gilead erfreutet oder deren ihr euch in einem gewissen Maße in euren Missionarheimen erfreuen mögt, verweichlichen lassen. Behaltet im Sinn, daß Jesus ebenso handelte. Er sagte: „Die Füchse haben Höhlen, und die Vögel des Himmels haben Schlafsitze, aber der Sohn des Menschen hat keine Stätte, wo er sein Haupt niederlegen kann.“ (Matth. 8:20, NW) Dadurch werden die Einheimischen, denen ihr predigt, erkennen, daß der christliche Missionar wirklich Christus nachahmt, und das wird Eindruck auf sie machen. Sie sehen, daß der Missionar den Worten der Bibel nachkommt. Sie kommen nicht dadurch zu Fall, daß ein Missionar inkonsequent handelt, was sie daran hindern würde, das Wort Gottes anzunehmen. Wenn Eingeborene die biblische Wahrheit annehmen, so wirkt sich das nicht nur als eine ihre Persönlichkeit umgestaltende Kraft aus, sondern veranlaßt sie auch, ihre Umstände und Verhältnisse zu Hause so zu verbessern, daß sie dem hohen, reinen, gesunden Maßstab der Bibel und der sichtbaren Organisation Gottes entsprechen. Außerdem lassen sie sich von den Missionaren schulen und gehen dann hin, um als geschulte Zeugen Jehovas ihren Mitmenschen, Leuten von der gleichen Sprache, die lebengebende, lebenumwandelnde Wahrheit zu predigen.

14. Was respektieren Gileadmissionare hinsichtlich der Religion anderer Menschen, doch auf welche Kompromisse lassen sie sich nicht ein, nur um den Einheimischen zu gefallen?

14 Die Gileadmissionare respektieren das Recht der einheimischen Bevölkerung, Gott so anzubeten, wie sie es tun wollen, aber sie gehen keine Kompromisse ein hinsichtlich der rechten, der biblischen Religion. Sie versprechen den Leuten nicht irgendwelche materiellen Vergünstigungen oder bieten sie ihnen an, um sie dadurch für das Christentum zu gewinnen, daß sie an ihre Selbstsucht appellieren. Sie appellieren vielmehr an die aufrichtige Liebe der Menschen zur Gerechtigkeit und Wahrheit. Sie vermischen ihre Religion nicht mit derjenigen ALLER Religionen, als ob Aufrichtigkeit in den eigenen Religionsanschauungen alles sei, was man zur Rettung benötige, und als ob wir alle schließlich ja den selben Gott anbeteten, nur unter verschiedenen Namen oder Riten. Sie stimmen der Ansicht nicht zu, daß alle Religionen eine einzige Bruderschaft bildeten und daß wir, weil es nur einen Schöpfer und Lebengeber gibt, alle Brüder seien, ungeachtet unserer religiösen Auffassung und Bräuche. Sie schließen keine Kompromisse bezüglich der Vaterschaft Gottes. Sie halten sich an die biblische Lehre, daß Gott nur der himmlische Vater jener ist, die durch Christus zu ihm kommen und sich ihm hingeben.

15. Weshalb hat der Appell an die Menschheit auf Grund der Erklärung, daß ‚alle Menschen Brüder seien‘, keine praktischen Ergebnisse gezeitigt, wie dies Redner anläßlich der Versammlungen von graduierten Studenten an der Universität von Massachusetts zeigten?

15 An die Menschheit im allgemeinen auf Grund der Lehre zu appellieren, daß Gott unterschiedslos der Vater aller Menschen sei und daß alle Menschen Brüder seien, weil sie ein und denselben Schöpfer haben, hat keinen Erfolg gezeitigt und wird nie Erfolg zeitigen. Weshalb nicht? Weil man dabei die religiöse Haltung, die Glaubensansichten und den Wandel der Menschen außer acht läßt. Heute wird die Notwendigkeit einer universellen Bruderschaft tief empfunden. Auf der Universität von Massachusetts in Amherst, Massachusetts, wurde eine Reihe Versammlungen für graduierte Studenten abgehalten. Dr. F. P. Graham, der Vertreter der Vereinten Nationen in Indien und Pakistan, gab als Redner den Ton an. Er sprach zugunsten der universellen Bruderschaft in diesem Atomzeitalter, da dies das einzige sei, was die Menschheit vor der Vernichtung durch Kernbomben retten könne. Aber Dr. Sidney Hook, Philosophieprofessor an der Universität in New York, tastete diese Theorie an und zeigte, daß sie zu keinen praktischen Ergebnissen führe, solange Gottlosigkeit bestehe. Er sagte: „Wie könnt ihr von der Bruderschaft der Menschen und der Vaterschaft Gottes sprechen, wenn etliche von denen, mit welchen ihr zu tun habt, nicht einmal an Gott glauben?“ Folglich dachte er, man hätte mehr Erfolg, das Problem auf wissenschaftlicher, statt auf religiöser Grundlage anzupacken. Und selbst wenn wir uns alle einig wären über das, was man als eine ideale Bildung bezeichnen kann, „welchen Einfluß“ — so sagte er — „hätte das auf die Schwierigkeiten, denen sich die Vereinten Nationen gegenübersehen, in Anbetracht der Unnachgiebigkeit jener Partner, die sich weigerten, den Vereinbarungen entsprechend zu leben?“ (New York Times, 15. Juli 1958) Somit erweisen sich die Ideen und Theorien der Welt, selbst jene der Christenheit, als unwirksam, als von nicht praktischem Wert.

16. Weshalb ist die Verbrüderung mit dieser Welt unmöglich, mit wem aber hat sie sich, wie die Tatsachen zeigen, als möglich erwiesen und warum?

16 Daß die Menschen eine einzige Bruderschaft bilden, ist indes möglich und praktisch durchführbar, und dies sogar in der gegenwärtigen Zeit, trotz der Unterschiede in bezug auf Rasse, Nationalität, Sprachen und Hautfarbe. Sie ist möglich — allerdings nicht auf Grund der Bande des Blutes und Fleisches, sondern durch Gottes Geist und Wort. Diese Welt kann deshalb niemals eine festverbundene menschliche Bruderschaft zwischen den Völkern, zwischen Weltlingen und Weltlingen, herbeiführen, weil sie als Vorbedingung dafür nie mit Recht Gott als ihren Vater bezeichnen kann, es sei denn, sie meine damit den Teufel, den Gott dieses Systems der Dinge. Denn als jene, die Jesus bekämpften, zu ihm sagten: „Wir haben e i n e n Vater: Gott“, erwiderte Jesus: „Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wünscht ihr zu handeln … Wer aus Gott ist, der hört auf die Worte Gottes. Deshalb hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.“ (Joh. 8:41-44, 47, NW) Wenn auch eine Bruderschaft mit dieser Welt unmöglich ist, ist sie doch mit denen möglich, die heute auf die Worte Gottes hören. Das ist der Grund, weshalb diese geistliche Bruderschaft unter der Vaterschaft Gottes, Jehovas, heute Wirklichkeit geworden ist, zur Freude der den Erdball umspannenden Neuen-Welt-Gesellschaft der Zeugen Jehovas.

17. Auf welche Weise fördern die Gileadmissionare unter Jehova Gott die wahre Bruderschaft?

17 Ihr Missionare zieht nun aus, um diese Bruderschaft unter unserem himmlischen Vater, Jehova Gott, auszudehnen. Ihr zieht aus, um Menschen zu finden, die auf die Worte Gottes hören, damit sie in diese liebevolle Bruderschaft aufgenommen werden können. Dabei müßt ihr euch aber vergewissern, daß das, was ihr diese schafähnlichen Menschen hören laßt, wirklich Gottes Worte sind, nämlich die Lehren seines heiligen Wortes, der Bibel, damit die anderen Schafe Jehova als den e i n e n himmlischen Vater und Jesus Christus als den e i n e n Führer unter Jehova anerkennen. Wenn wir alle auf dieselben Worte Gottes hören, können wir alle in Herz und Sinn eins sein. Wir können alle denselben Geist haben und das gleiche Werk durchführen.

18. Von wem werden diese Missionare in Wirklichkeit ausgesandt, und wieso haben sie ein noch viel größeres Vorrecht als einst Johannes der Täufer?

18 Das ist eure Mission, das eure Arbeit als Missionare. Und bedenkt: Ihr werdet vom bereits herrschenden Königreiche Gottes als Missionare ausgesandt! Welche Würde euch doch zuteil wird! Ja, ihr Missionare, ihr werdet als Repräsentanten einer Regierung ausgesandt, die sogar über der höchsten irdischen Regierung steht! Vor neunzehnhundert Jahren hatte Johannes der Täufer das Vorrecht, Jesus im Fleische, nämlich den voraussichtlichen König, anzukündigen. Von diesem Standpunkt aus ließ Johannes die Wüste erklingen durch die bis ins Mark dringende Ankündigung: „Das Königreich der Himmel hat sich genaht.“ Und weil Johannes diese offizielle Ehre, dieses Vorrecht, besaß, sagte Jesus, daß kein Prophet vor Johannes dem Täufer größer gewesen sei als er. (Matth. 11:11) Ihr aber, ihr Missionare, ihr seid mit der hohen Würde bekleidet, den Nationen den regierenden König Jesus Christus, nämlich Jesus Christus im Geiste, den unsterblichen, göttlichen, den Abglanz der Herrlichkeit Gottes, anzukündigen und ihn, der einen „Namen hat, der vorzüglicher“ ist als der Name aller Engel, bei ihnen einzuführen. (Heb. 1:3, 4, NW) Ein wieviel größeres Vorrecht, als selbst Johannes der Täufer besaß, besitzt doch ihr! Wie doch diese Würde eures Dienstes den Missionardienst adelt, den ihr zu leisten habt!

19. Weshalb vermindern sie ihre Würde durch ihr Wirken in den niedrigsten Wohnvierteln nicht, doch wie könnten sie sie tatsächlich degradieren?

19 Es mag sein, daß ihr unter den niedrigsten Schichten wirken müßt, in deren Wohnvierteln viele Leute eures Missionargebiets wohnen müssen — aber das beraubt euch eurer Würde nicht. Ihr vermindert oder degradiert eure Königreichswürde nicht, noch verderbt ihr sie dadurch, daß ihr euch in die elenden Hütten dieser armen Leute, von Haus zu Haus, begebt, statt zu den Gesandten der Regierungen, den Konsulaten und in die Paläste der Herrscher und der politischen Repräsentanten dieser Welt. Jesus, der jetzt herrschende König, dachte nicht, es sei unter seiner Würde, sich auf der Erde unter das niedrige, arme, umhergestoßene Volk zu begeben, noch denkt i h r das. Ihr degradiert eure Königreichswürde niemals, auch nicht inmitten der Elendsviertel, solange ihr gehorsam und in Liebe das jetzt herrschende Königreich Gottes verkündigt. Ihr könnt eure Königreichswürde nur dadurch herabmindern und besudeln, daß ihr unrecht tut, unsittliche Handlungen begeht, weltlich werdet und die erhabenen, edlen Maßstäbe des herrschenden Reiches Gottes zu stützen aufhört. Das zu tun würde bedeuten, daß ihr euren kostbaren Dienst im Interesse der göttlichen Regierung einbüßen würdet.

20. Welche Wertschätzung sollten die Missionare bei sich und bei den „anderen Schafen“ mehren und dabei welches Ziel im Auge behalten?

20 Mögt ihr dieses Dienstes nie verlustig gehen! Mögt ihr eure eigene Wertschätzung für die erhabene Würde eures Königreichsdienstes mehren, und mögt ihr auch den „anderen Schafen“, denen ihr in euren Missionargebieten dient, behilflich sein, an Wertschätzung für die theokratische Herrschaft zuzunehmen. Möge diese Wertschätzung euch stets eine Hilfe und Stütze sein, um in Treue gegenüber eurer himmlischen Regierung einen gerechten, reinen Lauf zu verfolgen. O mögt ihr daher, so wie Paulus es tat, euren Dienst ehren, indem ihr eure wahre Mission erfüllt und ihrer würdig wandelt! (Röm. 11:13) Auf diese Weise dürft ihr als Missionare alle weiterhin im königlichen Regierungsdienst bleiben, bis alle Königreiche dieser Welt zu bestehen aufhören und Gottes Königreich in der ewigen neuen Welt siegreich herrscht.

21. Welche hohe Ehre haben alle von uns heute, die sich Gott hingegeben haben, und wer ist in dieser Hinsicht außerordentlich glücklich?

21 Welch hohe Ehre haben wir doch heute — im Licht der vorausgegangenen Ansprache an die Missionare betrachtet, die graduiert wurden —, uns als wahre Evangelisten zu betätigen und der bedrängten Menschheit die beste Botschaft, die es im ganzen Universum gibt, überbringen zu können! Es ist dies die Botschaft von Gottes aufgerichtetem Königreich, das jetzt in den Himmeln herrscht und die Erde von Satans todbringender Herrschaft befreien und die Menschen guten Willens in allen Nationen durch den Samen des Weibes Gottes segnen wird. Dies ist die „ewige gute Botschaft“. Nach dem Willen Gottes, Jehovas, des großen Evangelisten, soll sie unter allen Menschen gepredigt werden. Welch erhabenes Vorrecht besitzen doch jene, die jetzt daran teilhaben! Wie außerordentlich glücklich sind doch alle jene, die, gleich den Graduierten der Missionar-Ausbildungsschule Gilead, die Angelegenheiten ihres Lebens so ordnen, daß sie ihre ganze Zeit im Dienste als Evangelisten verbringen, als Überbringer der besten Botschaft aller Zeiten, der Botschaft von Gottes Königreich, das immer und ewiglich in Herrlichkeit herrschen wird!

[Fußnote]

a The Encyclopedia Americana, Band 28, Seite 281a.

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