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  • Probleme im „Paradies“
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Erwachet! 1982
g82 8. 2. S. 6-8

Probleme im „Paradies“

WIR möchten nicht versäumen, dir vor Augen zu führen, daß es auf diesen Inseln, die zwar paradiesisch schön sind, auch Probleme gibt. Hast du beispielsweise eine Abneigung gegen Insekten? Hoffentlich nicht, denn hier gibt es viele — Stechmücken, Fliegen und auch Ameisen, besonders die kleinen roten Stachelameisen.

Ein weiteres Problem besteht darin, daß wir nicht immer blauen Himmel haben, sondern manchmal auch furchtbare Wirbelstürme. Diese treten überall im westlichen Pazifik auf. In den letzten Jahren haben solche Stürme besonders auf den Marianen schlimm gehaust. Da viele Häuser hier aus Holz sind und nur ein Wellblechdach haben, vermochten sie dem Sturm nicht standzuhalten — der Wind hatte eine solche Kraft, daß er sogar kleine Splitter durch dicke Baumstämme trieb. Allerdings werden jetzt immer häufiger Häuser aus Beton gebaut.

Nebenbei bemerkt, gibt es hier auch mindestens einen tätigen Vulkan, den Mount Pajaros. Ferner darf man die Erdbeben nicht vergessen. Ja, auch Erdbeben sind hier keine Seltenheit. Glücklicherweise sind es meist nur schwache Beben, aber gelegentlich gibt es auch stärkere. Im Jahre 1902 zerstörte ein Erdbeben die Mehrzahl der Betonhäuser in Agana, der Hauptstadt von Guam, und hob die ganze Insel um 60 Zentimeter.

Natürlich kannst du unter einem Moskitonetz schlafen, kannst den Ameisen aus dem Wege gehen, kannst Vorsichtsmaßnahmen gegen Wirbelstürme ergreifen und dich während eines Vulkanausbruchs und während eines Erdbebens vernünftig verhalten. Schwieriger jedoch mag es mit den tropischen Pilzen sein. In dem warmen, feuchten Klima können Kleider und Schuhe über Nacht schimmlig werden. Aber es gibt noch weitere Probleme, die nicht so ohne weiteres zu lösen sind.

Verschmutzung im „Paradies“

Die Luft in Mikronesien ist immer noch herrlich sauber, doch von dem blaugrünen Wasser kann man das nicht immer sagen. Es gibt hier noch keine Müllbeseitigung, und in vielen Distrikten wird der Müll einfach an der Küste abgelagert, damit das Flutwasser ihn wegspüle. Das hat zur Folge, daß die Bevölkerung, die Fische vom Riff ißt, sich Parasiten zuzieht, Ruhr, Durchfall oder ein Magenleiden. Manche werden auch von dem Wasser krank, das sie trinken. Das Trinkwasser stammt in den seltensten Fällen von den kristallklaren Wasserfällen, vielmehr wird häufig das vom Dach herabfließende Regenwasser gesammelt und als Trinkwasser benutzt. An den meisten Orten gibt es aber keine Apotheke, in der man Arznei gegen diese Beschwerden holen könnte.

Zu den zweifelhaften Errungenschaften des 20. Jahrhunderts gehört auch die „Lärmverschmutzung“ — mancherorts ist die friedliche Stille dahin. Auf einer Insel, die einen Umfang von knapp 20 Kilometern hat, hört man Tag und Nacht aus kleinen Lieferwagen laute Diskomusik. Besonders in den wunderschönen mondhellen Nächten fahren diese Wagen, vollgepackt mit jungen Leuten, die zu der Diskomusik singen, bis zum Tagesanbruch auf der Insel hin und her. Jetzt hört man fast auf allen Inseln Diskomusik, sowohl in den kleinen Restaurants als auch in den Hotels, besonders an den Wochenenden, und das bis in die frühen Morgenstunden hinein.

Auf einigen Inseln wird sogar die Landschaft ruiniert, indem der seit undenklichen Zeiten abgelagerte Vogelmist, der zum großen Teil aus Phosphat besteht, abgebaut wird. Auf Nauru und der Nachbarinsel Ocean Island (jetzt Banaba) sowie auf Angaur (Palau) sind schon sehr große Mengen dieses kostbaren Düngers abgebaut worden. Auf Banaba wurde ein solcher Raubbau getrieben, daß die Bevölkerung auf die Barrikaden ging, und ein Skandal wurde aufgedeckt, in den sogar Mitglieder des englischen Unterhauses verwickelt waren.

Auf Nauru geht der Phosphatabbau munter weiter, obwohl man annimmt, daß die Lager bis zum Ende des Jahrhunderts erschöpft sein werden. Wenn nichts unternommen wird, droht Nauru eine häßliche Wüste zu werden.

Unheil im „Paradies“

Der Phosphatabbau bringt den Nauruanern wenigstens Geld. Wie ergeht es aber der Bevölkerung in Distrikten, in denen kein Phosphat abgebaut wird und wo es keine anderen Verdienstmöglichkeiten gibt? Leider ist dort die Armut weit verbreitet. Vielfach haben die Leute auch wenig zu essen. Von einer industriellen Entwicklung kann keine Rede sein; die Bevölkerung lebt zur Hauptsache vom Fischfang.

Auf allen mikronesischen Inseln wird viel Spiritismus getrieben. Der eine oder andere Tourist mag die „Geisterhäuser“, in denen die Geister wohnen sollen, interessant finden, aber die Bevölkerung, die diesem Geisterglauben anhängt, leidet sehr darunter. Die Leute fürchten sich vor den Geistern, denn sie werden gelehrt, daß sie Krankheit und Tod verursachen, wenn sie nicht besänftigt werden. Auch Zauberei wird praktiziert; Liebes- und Haßamulette sind immer noch in Gebrauch.

Ein weiteres Problem ist die Trunkenheit, insbesondere unter den Arbeitslosen. Es kommt oft vor, daß der betrunkene Mann Frau und Kinder schlägt oder daß Verbrechen begangen werden. Erstaunlich ist auch, wie hoch hier die Selbstmordziffer ist. Vor kurzem begingen auf einer kleinen Insel mit 3 000 Einwohnern in nur drei Monaten acht Jugendliche Selbstmord. Um wirklich glücklich zu sein, ist offensichtlich mehr erforderlich, als auf einer schönen Insel zu wohnen.

Ferner leiden die Menschen auch hier wie in anderen Gebieten der Welt unter ihren jahrtausendealten Feinden, Krankheit und Tod. Diese verbreiten Trauer und Schmerz in einem Gebiet, das sonst in mancher Hinsicht ein Paradies ist.

Angst im „Paradies“

Vieles, was sich in der Welt ereignet, flößt der hiesigen Bevölkerung Angst ein. Die Mikronesier sind schon von vier verschiedenen Großmächten regiert worden, und jede hat sie in irgendeiner Weise bedrückt. Im Zweiten Weltkrieg wurde hier erbittert gekämpft, und Spuren dieser Kämpfe sind heute noch auf diesen schönen Inseln zu sehen. Verrostete Rümpfe halb versunkener Schiffe, Überreste abgeschossener Flugzeuge, zerfallende Flakgeschütze, von Pflanzen überwucherte Geschützrohre, die aus muffigen Höhlen hervorschauen, tiefe Löcher in den Feldern und auf den Straßen — alles stumme Zeugen der Schrecken, die diese Inseln vor wenigen Jahrzehnten erlebt haben.

Nach dem Krieg äußerte ein Politiker aus dem Trukdistrikt, in dem eine der schlimmsten und blutigsten Seeschlachten ausgefochten worden war, die Bitte: „Sollten die Vereinigten Staaten je wieder einen Krieg führen wollen, dann bitte nicht mehr im Trukdistrikt!“ Dieser Mann hatte mit eigenen Augen gesehen, daß die Straße, die rings um eine der Inseln führt, vom Blut der Bombenopfer rot gefärbt war und daß die Flutwasser rot von Menschenblut waren. Noch zwei Jahre nach der Schlacht wurde Öl, das von den versenkten Schiffen stammte, an die Küste gespült.

Werden solche Bitten beherzigt? Anscheinend nicht. Auf dem Atoll Kwajalein, das zu den Marshallinseln gehört, sind als Gegengewicht gegen die Präsenz russischer U-Boote, die in der Nähe kreuzen sollen, und der Kriegsschiffe, die die amerikanischen militärischen Einrichtungen ausspionieren möchten, Raketen aufgebaut worden. Weil Guam an einer strategisch wichtigen Stelle im Pazifik liegt, wird es von US-Militärstreitkräften bewacht.

Im Jahre 1946 wurden sich die liebenswürdigen Bewohner Mikronesiens bewußt, daß sie im Atomzeitalter lebten, denn damals machten die Vereinigten Staaten auf Bikini, das zu den Marshallinseln gehört, Atombombenversuche. Wegen der Strahlengefahr darf die Bevölkerung immer noch nicht dahin zurückkehren. Vielleicht muß sie noch viele Jahre warten. England und Frankreich haben ihre Kernwaffen auf anderen lieblichen Inseln im Pazifik ausprobiert.

Vor kurzem löste ein neues Projekt einen Sturm der Entrüstung aus. Japan schlug vor, chemische Abfälle und Atommüll, in Behälter verpackt, in der Nähe von Guam im Pazifik zu versenken. Aber vorläufig wird dieses Projekt nicht verwirklicht werden, weil sich die Regierung von Guam dagegengestellt hat.

Wir möchten nicht mißverstanden werden. Diese Inseln sind wirklich wunderschön, und sie zu besuchen würde dir bestimmt Freude bereiten. Noch immer geht die Sonne über dem blauen Meer auf und hinter den sich sanft im Passat wiegenden Palmen unter. Die mit dunkelgrünem Urwald überkleideten Berge, die tosenden Wasserfälle und die Sandstrände sind immer noch vorhanden. Aber die Probleme — viele davon vom Menschen selbst verursacht — verhindern, daß diese Inseln in jeder Hinsicht ein Paradies sind.

Bedeutet das, daß man nie hoffen kann, einmal in einem echten Paradies zu leben, das landschaftlich wunderschön ist und in dem der Mensch nichts zerstört, in dem alle Menschen von Herzen aneinander interessiert sind und in dem man ein wirklich sinnvolles Leben führen kann?

[Bilder auf Seite 6]

Stachelameisen

Wirbelstürme

Vulkane

[Bilder auf Seite 7]

Nächtlicher Lärm

Raubbau

Spiritismus

[Bilder auf Seite 8]

Trunkenheit

Spuren des Krieges

Alter und Krankheit

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