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Erwachet! 1984
g84 22. 1. S. 16-19

Neue Laseranlagen installiert

HEUTE morgen sieht alles so anders aus. Auf der Straße stehen vier 200Liter-Fässer, an denen ein Schild mit der Aufschrift „No parking—October 6“a angebracht ist. Und im 6. Stockwerk des Hauptbürogebäudes der Watchtower Society befindet sich jetzt eine Öffnung, wo vorher ein Fenster war. Außerdem schloß das Gebet, das um 7.15 Uhr bei der morgendlichen Anbetung in der Watchtower-Zentrale gesprochen wurde, eine Bitte um den Segen Gottes ein zugunsten der Arbeiter und der Anlage, die heute von ihnen installiert werden soll.

Kurz nach 8 Uhr erscheint ein rotes motorisiertes Ungetüm mit mannshohen Rädern. Aus den Seiten der vorderen und der hinteren Stoßstange gleiten vier rechteckige Stahlträger mit Hydraulikfüßen an den Enden. Der Kran stemmt sich mit seinen stummelhaften Beinen fest. Unter dem Getöse des Dieselmotors richtet sich der 41 m hohe Ausleger auf.

Was hat all die besondere Betriebsamkeit heute morgen zu bedeuten? Man bereitet sich auf das Eintreffen einer neuen Anlage — Laserite-V — vor, die dazu beitragen wird, die weltweite Verbreitung der „guten Botschaft“ mit Hilfe von Druckschriften zu beschleunigen (Matthäus 24:14). Aber ist diese Laserite-V so schwer, daß ein solch großer Aufwand erforderlich ist? „Eigentlich nicht. Sie wiegt nur 1 360 Kilo einschließlich Transportzubehör“, antwortet Don Underwood, der Aufseher der Watchtower-Bauabteilung. „Am letzten Samstag haben wir einen Teil einer Druckpresse hochgehievt, der 16 300 Kilo wog.“

Worin besteht denn hier die Herausforderung? „Das Gerät ist sperrig, zerbrechlich und darf nicht gekippt werden“, fährt Don fort. „Eine solche Anlage installiert man normalerweise im Erdgeschoß, oder man benutzt einen Lastenaufzug, um sie in höhere Stockwerke des Gebäudes zu befördern. Aber in diesem Gebäude würde sie in keinen Aufzug hineinpassen. Deshalb wollen wir sie durch die Fensteröffnung schwenken, die gerade zehn Zentimeter Spielraum läßt.“ Die Anlage hat ein Gehäuse aus orange- und beigefarbenem Kunststoff in der Form eines Kastens von 3 m Länge, 1,2 m Tiefe und 1,7 m Höhe. Im Innern befindet sich eine präzisionsoptische und elektronische Ausstattung.

Besteht die Gefahr, daß der Kran die empfindliche Anlage fallen läßt? „Diese Gefahr besteht immer“, antwortet Don. „Da gibt es menschliches Versagen. Ein Hubseil könnte reißen, oder die Bremse am Kran könnte rutschen. Bei jedem Hebevorgang verspüre ich immer einen Druck im Magen, bis er sicher zu Ende geführt ist.“

Obwohl ungefähr hundert ähnliche Laseranlagen schon in Betrieb sind, wurden nur weniger als ein halbes Dutzend dieses besonderen Modells hergestellt. „Das ist die erste, von der ich weiß, daß sie in den USA aufgestellt wird. Etwa vier oder fünf sind für Europa vorgesehen“, bemerkt der Vertreter der Herstellerfirma.

Beim ersten der zwei Probeläufe manövriert Dick, der Kranführer, den Ausleger nahe an die Öffnung im 6. Stockwerk heran. Sanft reagiert der Kran, als er ihn mit einem federleichten Druck auf die zwei Bedienungshebel — einer für die rechte Hand, der andere für die linke — geschickt steuert.

Wie denkt Dick über dieses schwierige Unternehmen? „Die Handhabung der Seile und der richtige Einweiser sind das wichtigste“, sagt er. „Ich habe für die Watchtower-Leute bereits einige Male gearbeitet, und sie sind ausgezeichnete Anschläger.“ Dick ist bescheiden, denn man benötigt ebensosehr einen guten Kranführer. Und Dick ist gut.

Um 9 Uhr kommt der Lastwagen an, der die Laserite-V geladen hat. Der Monteur und die Anschläger beginnen ihre Arbeit, indem sie um das Transportgehäuse sorgfältig und sicher die Stahlseile legen; ihre Länge wird genau bemessen und wiederholt korrigiert. Das wird deshalb gemacht, damit das Auslegerende des Kranes so nahe wie möglich an die Öffnung im 6. Stockwerk herankommt.

Gegen 10.30 Uhr wird die Laserite-V sacht von der Ladefläche gehoben und über dem Bürgersteig etwas herabgelassen, damit eine letzte Überprüfung vorgenommen werden kann. Jetzt wird das Startzeichen gegeben. Langsam, aber stetig wird die Anlage hochgehievt, vorbei am ersten Stockwerk, am zweiten und schließlich hinauf zum sechsten.

Als nächstes steht ein schwieriges Manöver bevor — ähnlich dem Einfädeln einer Nadel: 1 360 Kilo müssen durch eine Öffnung mit nur wenigen Zentimetern Spielraum gleiten. Der Monteur löst eine Seite der Halteseile, so daß die Anlage durch die Öffnung im 6. Stock in die bereitstehenden „Arme“ eines speziell umgebauten Gabelstaplers gleitet.

Spontaner Beifall, begleitet von einem großen Seufzer der Erleichterung, bricht unter den Zuschauern aus, die sich an den Fenstern des Nachbargebäudes, Columbia Heights 30, eingefunden haben. Die 30jährige Erfahrung des Kranführers und die Geschicklichkeit der Anschläger werden über zwei Millionen Zeugen Jehovas und schließlich Millionen anderen zugute kommen.

Wie wird diese Anlage das bewirken? Werner Bohn, Aufseher der Watchtower-Reproduktionsabteilung, erklärt: „Zeitersparnis und verbesserte Druckqualität sind zwei unmittelbare Vorteile, die durch diese Anlage unseren Lesern zugute kommen werden.“

„Sie werden neue oder nachgedruckte Publikationen schneller als zuvor erhalten können“, fährt Werner fort. „Durch den Gebrauch der Lasertechnik können wir bei der Vorbereitung unserer Offsetdruckplatten einige Schritte umgehen. In der Tat kommt eine Textseite, die in die Laserite-V gegeben wird, in Form einer Druckplatte heraus, die sofort von unseren Druckern verwendet werden kann. Somit beschleunigen wir unseren Produktionsablauf. Zum Beispiel würde die Herstellung der Platten und das Drucken des Buches Aid to Bible Understanding mit dem Hochdruckverfahren bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen; aber mit Hilfe der Lasermethode und des Offsetdrucks kann dies in einem Viertel der Zeit bewältigt werden.“

Laserite-V ist eine Präzisionskopieranlage, die mit Laserstrahlen arbeitet. Sie erfüllt zwei grundlegende Aufgaben: elektronisches „Lesen“ (Abtasten) und „Schreiben“ (Kopieren). Mit Hilfe ihres Helium-Neon-Laserstrahls kann sie eine Seite einer Vorlage, die für den Druck vorgesehen ist, „lesen“. Was sie „liest“, schreibt sie dann mit ihrem Argon-Ionen-Laser auf lichtempfindliche Materialien. Gegenwärtig wird sie eingesetzt, um Vorlagen auf einen Fotofilm zu kopieren, der dann zur Herstellung von Offsetplatten verwendet wird. Später wird die Laserite-V Vorlagen direkt auf Offsetplatten kopieren, wodurch bei einigen Veröffentlichungen die Verwendung von Filmmaterial umgangen wird. Die Materialien, die von der Laserite-V belichtet werden, dienen zum Drucken biblischer Literatur.

Ein elektronischer „Graphiker“

Wenige Tage nach der aufsehenerregenden Installierung der Laserite-V in der Reproduktionsabteilung im 6. Stockwerk traf ein Gerät für ergänzende Arbeiten ein, der Autokon 8400. Es handelt sich hierbei ebenfalls um eine Laseranlage, ein Gerät, das viele Aufgaben herkömmlicher Kameras erfüllt, jedoch schneller, einfacher, kostengünstiger und flexibler. Mit dieser Anlage lassen sich viele Spezialeffekte erzielen, die mit herkömmlichen Kameras schwer zu erreichen sind. Autokon arbeitet nur mit Helium-Neon-Laserstrahlen, um Bilder und Titel auf Film zu kopieren oder in digitaler Form in einem Computer zu speichern, so daß sie später abgerufen werden können. Sein Laserabtastsystem „liest“ und „schreibt“ Titel sowie Fotografien und andere Arten von Bildern und überträgt alles, was es sieht, in digitale Informationen. Während Laserite-V vollständige Seiten für Offsetdruckplatten kopiert, beschleunigt Autokon die Herstellung von Titeln und Bildern, die auf den von der Laserite-V abgetasteten Seiten erscheinen.

Benutzten die ersten Christen das damals neue Kodexsystem zur Herstellung von Büchern, um die gute Botschaft zu verbreiten, so bedienen sich Christen von heute des Wunders elektronischer Drucktechnik. Es dient auch dem gleichen Zweck, nämlich „gründlich Zeugnis abzulegen für die gute Botschaft von der unverdienten Güte Gottes“ (Apostelgeschichte 20:24).

[Fußnote]

a Hier ist vom 6. Oktober 1982 die Rede.

[Kasten auf Seite 18]

Wie sie funktionieren

Das vereinfachte Schaubild auf der gegenüberliegenden Seite wird dir verstehen helfen, wie Laserite und Autokon arbeiten. Beide funktionieren ähnlich.

Zunächst sendet der Lese- oder Abtastlaser einen kohärenten Lichtstrahl (schwarze Punkte auf dem Schaubild) durch ein optisches Spiegelsystem auf einen beweglichen Ablenkspiegel. Der Ablenkspiegel lenkt den Leselaserstrahl durch ein optisches System und tastet die Oberfläche der Vorlage ab. Die Vorlage reflektiert den Leselaserstrahl in einen Konverter, der den Lichtstrahl in elektrische Signale umwandelt, die dem Modulator zugeführt werden.

Der Schreiblaser sendet einen kontinuierlichen, kohärenten Lichtstrahl (farbige Punkte auf dem Schaubild) zum Modulator. An dieser Stelle schaltet der Modulator den Schreiblaserstrahl „ein und aus“, entsprechend den vom Konverter eingehenden elektrischen Signalen. Der Schreiblaserstrahl gelangt nun durch ein optisches System auf demselben Weg wie der Leselaserstrahl zu dem beweglichen Ablenkspiegel. Von hier aus wird der Strahl durch ein zweites optisches System auf das lichtempfindliche Material — entweder Film oder Platte — geleitet, um die Darstellungen (Wörter oder Bilder) von der Vorlage zu kopieren.

Das lichtempfindliche Material kann nun, wenn es sich um Film handelt, zur Herstellung von Offsetdruckplatten verwendet werden. Nimmt man anstelle von Film lichtempfindliche Platten, kann noch mehr Zeit und Geld beim Druck unserer biblischen Literatur eingespart werden.

[Diagramm/Bild auf Seite 19]

(Genaue Textanordnung in der gedruckten Ausgabe)

Neue Lasergeräte verwenden Lichtstrahlen zum „Lesen“ und „Schreiben“

LASERITE

„LESE“LASER

„SCHREIB“LASER

MODULATOR

SPIEGEL UND OPTIK

ABLENKSPIEGEL

SPIEGEL UND OPTIK

LICHTEMPFINDLICHES MATERIAL

VORLAGE

KONVERTER

AUTOKON

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