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Wer auf eine Auferstehung hoffen kannDer Wachtturm 1965 | 1. Mai
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Wer auf eine Auferstehung hoffen kann
„Und das Meer gab diejenigen Toten heraus, die darin waren, und der Tod und der Hades gaben diejenigen Toten heraus, die darin waren ... Und Tod und Hades wurden in den Feuersee geschleudert. Dies bedeutet den zweiten Tod: der Feuersee.“ — Offb. 20:13, 14.
1, 2. (a) Welche Macht hat des Menschen großer Feind, und wer ist dieser Feind? (b) Durch wen und zufolge welcher Handlungsweise des Betreffenden wird er zunichte gemacht werden?
DES Menschen großer Feind hat die Macht, den Tod zu verursachen. Er wird nun aber bald zunichte gemacht werden. Seine Vernichtung ist eine der wunderbaren Auswirkungen, die der vor 1900 Jahren erfolgte Tod Jesu Christi haben wird. Vor jener Zeit war Jesus der herrliche himmlische Sohn Gottes. Er demütigte sich aber unter die mächtige Hand seines himmlischen Vaters, gab seine himmlische Herrlichkeit auf und wurde durch die Macht Gottes als ein Mensch von Fleisch und Blut, als ein Nachkomme des Patriarchen Abraham und des Königs David von Jerusalem, geboren. Durch seine Mutter, eine jüdische Jungfrau namens Maria, die von König David abstammte, wurde er gleichsam ein Kind Abrahams. Am Passahtag des Jahres 33 unserer Zeitrechnung starb Jesus. Die Juden schlachteten an jenem Tag das Passahlamm; Jesus dagegen ließ sich von den irdischen Dienern des Teufels, dessen, „der das Mittel hat, den Tod zu verursachen“, wie ein Lamm selbst schlachten. Über die Befreiung, die sein Tod bewirkt, lesen wir:
2 „Da nun die ‚Kinder‘ an Blut und Fleisch Anteil haben, hat auch er in ähnlicher Weise an denselben teilgenommen, damit er durch seinen Tod den zunichte mache, der das Mittel hat, den Tod zu verursachen, das heißt den Teufel, und damit er alle jene in Freiheit setze, die aus Todesfurcht ihr Leben lang der Sklaverei unterworfen waren. Denn er nimmt sich tatsächlich überhaupt nicht der Engel an, sondern er nimmt sich des Samens Abrahams an.“ — Hebr. 2:14-16.
3. Wo hinab kam Jesus Christus durch seinen Opfertod, und wie erfüllte sich Psalm 16:10 an ihm?
3 Jesus Christus wurde somit in den Scheol oder Hades, in das allgemeine Grab der Menschen, die tot im Staube der Erde ruhen, hinabgebracht, um dem Willen Gottes gemäß ein Opfer darzubringen. Gott, der Allmächtige, ließ jedoch nicht zu, daß der Scheol seinen treuen Sohn für immer festhielt und dessen Fleisch in der Gedächtnisgruft allmählich verweste. Am dritten Tag ließ Gott Jesus Christus von den Toten auferstehen und erfüllte dadurch die von König David niedergeschriebenen Worte gemäß Psalm 16:10. Der christliche Apostel Paulus führte Psalm 16:10 an und sagte: „Daher sagt er auch in einem anderen Psalm: ‚Du wirst nicht zulassen, daß dein dir loyal Ergebener die Verwesung sieht.‘ Denn David einerseits diente in seiner eigenen Generation dem ausdrücklichen Willen Gottes und entschlief im Tode, wurde zu seinen Vorvätern gelegt und sah die Verwesung. Andererseits sah der, den Gott auferweckt hat, die Verwesung nicht.“ — Apg. 13:35-37.
4. Warum wird Jesus Christus den Teufel, der den Tod verursachen kann, zunichte machen können, und wie wird er es tun?
4 Gott, der Allmächtige, ließ Jesus Christus als eine Geistperson aus dem Scheol auferstehen, die weit mächtiger ist als Satan, der Teufel, „der das Mittel hat, den Tod zu verursachen“. Der auferstandene Jesus Christus wird diesen Teufel zu der von Gott bestimmten Zeit zunichte machen. Er wird ihn und alle seine Dämonenengel binden und sie in einem Abgrund gefangensetzen, von wo aus sie nichts gegen die Tausendjahrherrschaft Jesu Christi, des gesalbten Königs Gottes, unternehmen können.
5. (a) Wann wird das geschehen, und was wird auf diese Weise entfliehen? (b) Welche Vision über den Gerichtstag wird sich dann erfüllen?
5 Das wird unmittelbar nach der Schlacht von Harmagedon geschehen, in der des Teufels irdische Organisation der politischen Herrscher von dem im Himmel kriegführenden Jesus Christus und seinen Engeln geschlagen wird. (Offb. 19:11 bis 20:3) Auf diese Weise entfliehen der symbolische Himmel und die symbolische Erde vor Gottes großem weißen Thron des Gerichts, um einem „neuen Himmel“ und einer „neuen Erde“ Platz zu machen. (Offb. 20:11; 21:1) Dann wird sich folgende Vision des christlichen Apostels Johannes erfüllen: „Ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vor dem Throne stehen, und Buchrollen wurden geöffnet. Aber eine andere Buchrolle wurde geöffnet; es ist die Buchrolle des Lebens. Und die Toten wurden nach jenen Dingen gerichtet, die in den Buchrollen geschrieben sind, gemäß ihren Taten. Und das Meer gab diejenigen Toten heraus, die darin waren, und der Tod und der Hades gaben diejenigen Toten heraus, die darin waren, und sie wurden als einzelne gerichtet gemäß ihren Taten.“ — Offb. 20:12, 13.
6. Wieso gehören die 144 000 Nachfolger Christi nicht zu den in dieser Vision Erwähnten?
6 Nach Offenbarung 20:13 gab „das Meer ... diejenigen Toten heraus, die darin waren, und der Tod und der Hades gaben diejenigen Toten heraus, die darin waren“. Die 144 000 Fußtapfennachfolger Jesu Christi, die in Hebräer 2:16 als der „Same Abrahams“ bezeichnet werden, durch den alle Nationen auf unserer Erde einen ewigen Segen erlangen werden, gehören nicht zu den hier Erwähnten. (Offb. 7:3-8; 14:1, 3; 1. Mose 12:3; 22:18) Vor 1900 Jahren gab der Hades oder Scheol den toten Jesus Christus heraus, und die 144 000 treuen Nachfolger, die seine geistigen Brüder sind, werden ihm gleichgemacht, indem sie an der sogenannten „ersten Auferstehung“ teilhaben.
7, 8. (a) Wann begann ihre Auferstehung? (b) Wie wird ihre Auferstehung in Offenbarung 20:4-6 dargestellt?
7 Wie die Bibel andeutet, begann ihre Auferstehung im Jahre 1918 n. Chr. oder dreieinhalb Jahre nach dem Zeitpunkt, da Jesus Christus als himmlischer König auf den Thron erhoben und gekrönt worden war, um inmitten seiner Feinde seine Herrschaft anzutreten. (Ps. 110:1, 2; Hebr. 10:12, 13; Offb. 14:13) Bevor wir daher im zwanzigsten Kapitel der Offenbarung von den Toten lesen, die das Meer sowie der Tod und der Hades herausgeben, lesen wir über die Auferstehung der 144 000 geistigen Nachfolger Jesu Christi folgendes:
8 „Ich sah Throne, und da waren solche, die sich auf sie setzten, und es wurde ihnen Macht zu richten gegeben. Ja, ich sah die Seelen derer, die mit dem Beil hingerichtet worden waren wegen des Zeugnisses, das sie für Jesus abgelegt und weil sie über Gott gesprochen hatten, und jene, die weder das wilde Tier noch sein Bild angebetet und das Kennzeichen nicht auf ihre Stirn und auf ihre Hand empfangen hatten. Und sie kamen zum Leben und herrschten als Könige mit dem Christus für tausend Jahre. (Die übrigen der Toten kamen nicht zum Leben bis die tausend Jahre zu Ende waren.) Das ist die erste Auferstehung. Glücklich und heilig ist, wer an der ersten Auferstehung teilhat; über diese hat der zweite Tod [veranschaulicht durch den Feuersee] keine Gewalt, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und werden als Könige die tausend Jahre mit ihm herrschen.“ — Offb. 20:4-6, 14; 21:8.
DIE „ERSTE AUFERSTEHUNG“
9. (a) Heißt das, daß die 144 000 Miterben Christi nicht in den Hades oder Scheol kommen? (b) Was wird gemäß den in Matthäus 16:18 aufgezeichneten Worten, die Jesus zu Petrus sprach, die 144 000 nicht überwältigen?
9 Wenn wir sagen, die obenerwähnten 144 000 Miterben Jesu Christi gehörten nicht zu den Toten, von denen in Offenbarung 20:13 die Rede ist, wollen wir damit nicht sagen, diese 144 000 kämen beim Tod nicht in den Hades oder Scheol oder würden, wenn sie im Meer ertränken und ihre Leichen nicht gefunden und nicht auf dem trockenen Land begraben würden, nicht dem Tod im Meer anheimfallen. Um an der „ersten Auferstehung“ teilzuhaben, müssen sie aus dem Hades oder dem Tod im Meer auferweckt werden. Das gab Jesus Christus deutlich zu verstehen, als er seinen zwölf Aposteln erklärte, er werde seine Kirche oder Versammlung auf sich selbst als der Felsengrundlage aufbauen; er sagte: „Auf diesen Felsen [petra] will ich meine Versammlung bauen, und die Tore des Hades werden sie nicht überwältigen.“ (Matth. 16:18) Nach seiner Auferstehung sagte Jesus in der Vision, die der Apostel Johannes hatte: „Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige; und ich wurde ein Toter, doch siehe, ich lebe für immer und ewiglich, und ich habe die Schlüssel des Todes und des Hades.“ „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt: Wer siegt, der wird keinesfalls vom zweiten Tod Schaden erleiden“, demnach also auferstehen. — Offb. 1:17, 18; 2:11.
10. (a) Wie bricht Jesus Christus die Macht des Todes und des Hades in Verbindung mit seinen 144 000 Miterben? (b) Was lesen wir von den 144 000 in Verbindung mit dem Gericht in Offenbarung 20:4?
10 Der auferstandene Jesus Christus wird den Teufel, „der das Mittel hat, den Tod zu verursachen“, zunichte machen. Da er die Schlüssel des Todes und des Hades hat, wird er nicht zulassen, daß der Hades die Versammlung seiner 144 000 treuen geistigen Brüder überwältigt. Nachdem er 1914 n. Chr. zum König erhoben wurde, brach er die Macht des Todes und des Hades und befreite die toten Glieder seiner Versammlung, um sie an der „ersten“, einer unsichtbaren, geistigen Auferstehung teilhaben zu lassen. Durch diese Auferstehung werden die 144 000 als seine Miterben mit ihm im Himmel vereinigt, um die tausend Jahre, in denen Satan, der Teufel, gebunden und im Abgrund sein wird, mit ihm zu herrschen und als Priester und Richter zu amten. Sie gehören nicht zu jenen, von denen gesagt wird, sie stünden vor dem „großen weißen Thron“, um gerichtet zu werden. Von ihnen lesen wir in Offenbarung 20:4, sie hätten sich auf Throne gesetzt und „Macht zu richten“ empfangen. Ihr Tod im Hades wird somit nicht zu einem endlosen, ewigen Tod, der durch den Ausdruck „der zweite Tod“ gekennzeichnet wird.
11, 12. Wie versicherte Jesus (gemäß Johannes 6:39-54) seinen Jüngern, daß Tod und Hades sie nicht für immer überwältigen würden?
11 Jesus Christus versicherte seinen treuen Jüngern wiederholt, daß sie nicht für immer vom Tod und vom Hades überwältigt würden. Als Gottes Werkzeug, durch das sie auferweckt werden sollten, würde er dafür sorgen, daß sie, sofern sie in Treue zu ihm sterben würden, nicht ewig tot blieben. Er sagte:
12 „Dies ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, daß ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern daß ich es am letzten Tage auferstehen lasse. Denn dies ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und Glauben an ihn ausübt, ewiges Leben habe, und ich will ihn am letzten Tage auferstehen lassen. Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, der Vater, der mich gesandt hat, ziehe ihn; und ich will ihn am letzten Tage auferstehen lassen ... Wenn ihr nicht das Fleisch des Sohnes des Menschen eßt und sein Blut [durch Glauben] trinkt, so habt ihr kein Leben in euch selbst. Wer sich von meinem Fleisch nährt und mein Blut trinkt, hat ewiges Leben, und ich werde ihn am letzten Tage auferstehen lassen.“ — Joh. 6:39, 40, 44, 53, 54.
13. Was bewies Jesus in Verbindung mit seinem Freund Lazarus, und wie?
13 Schon als Jesus Christus auf der Erde war, bewies er, daß er die Toten einst auferwecken kann. Er rief seinen geliebten Freund Lazarus wieder ins Leben zurück, der schon vier Tage im Scheol gewesen war. Kurz zuvor hatte Jesus zu Martha, der Schwester des Lazarus, gesagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer Glauben an mich ausübt, wird zum Leben kommen, auch wenn er stirbt; und jeder, der lebt und Glauben an mich ausübt, wird überhaupt nie sterben.“ Danach ließ Jesus den Stein, der vor der Gedächtnisgruft lag, wegnehmen. Dann rief er Lazarus ins Leben zurück und forderte ihn auf, aus der Gruft herauszukommen. Durch dieses Wunder erhielt Martha ihren Bruder Lazarus schneller zurück, als sie es erwartet hatte, denn sie hatte zu Jesus gesagt: „Ich weiß, daß er auferstehen wird, in der Auferstehung am letzten Tage.“ — Joh. 11:24-44.
14. Was geschah mit Lazarus später? Was erhoffen wir jedoch für ihn?
14 Natürlich starb Lazarus wieder, und zwar sehr wahrscheinlich als treuer Jünger Jesu Christi. Somit kehrte er zum Scheol oder Hades zurück. Als Glied der treuen Christenversammlung kann er vom Hades jedoch nicht überwältigt werden, denn der Hades konnte ihn schon an dem Tage, als Jesus nach Bethanien kam, um Lazarus aus seinem viertägigen Todesschlaf aufzuwecken, nicht überwältigen. Doch nun wird Lazarus, nachdem er von dem als König in Gottes Königreich herrschenden Jesus Christus mit den übrigen Gliedern der Christenversammlung aus dem Hades auferweckt wurde, nie mehr sterben. — Joh. 11:26.
15. Was wird durch den Ausdruck „erste Auferstehung“ in bezug auf die Auferstehung als solche angedeutet, und wie bestätigt das 1. Korinther 15:20-23?
15 Der Ausdruck „erste Auferstehung“ in Offenbarung 20:5, 6 weist darauf hin, daß die Auferstehung als solche nach einer bestimmten Ordnung vor sich geht. Das lassen auch die Worte nach 1. Korinther 15:20-23 deutlich erkennen, in denen von der Auferstehung der 144 000 Nachfolger Christi die Rede ist, die als herrliche himmlische Geistgeschöpfe auferstehen werden. Diese Verse lauten: „Nun aber ist Christus von den Toten auferweckt worden, der Erstling derer, die im Tode entschlafen sind. Denn da der Tod durch einen Menschen gekommen ist, kommt auch die Auferstehung der Toten durch einen Menschen. Denn so wie in Adam alle sterben, so werden auch in dem Christus alle lebendig gemacht werden. Jeder aber in seiner eigenen Rangordnung: Christus, der Erstling, danach jene, die dem Christus angehören während seiner Gegenwart.“
16. Wie weist auch das zwanzigste Kapitel der Offenbarung auf eine Ordnung in bezug auf die Auferstehung hin?
16 Das zwanzigste Kapitel der Offenbarung weist ebenfalls auf eine bestimmte Ordnung hin, indem es zeigt, daß die 144 000 Miterben Jesu Christi, die durch die erste Auferstehung glücklich gemacht werden, zuerst zum Leben kommen, während alle übrigen Toten, die die Gelegenheit erhalten, ewig auf der Erde zu leben, später aus dem Meer und dem Hades befreit werden.
„EINE BESSERE AUFERSTEHUNG“
17. Auf wen bezieht sich der in Hebräer 11:35 erscheinende Ausdruck „bessere Auferstehung“?
17 In Hebräer 11:35 lesen wir folgende interessante Äußerung über Menschen, die vor dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi lebten: „Frauen erhielten ihre Toten durch Auferstehung; andere Männer aber wurden gefoltert, weil sie keine Erlösung durch ein Lösegeld annahmen, um eine bessere Auferstehung zu erlangen.“
18. Von wessen mutigen Taten berichtet das elfte Kapitel des Hebräerbriefes, und wie zeigt es, daß ihre Auferstehung mit Sicherheit zu erwarten ist?
18 Dieser Vers gehört zu einem Kapitel, das uns von den mutigen Taten „einer so großen Wolke von Zeugen“ berichtet, die mit Johannes dem Täufer endete und mit dem ersten treuen Zeugen Jehovas, mit Abel, dem jüngeren Bruder Kains, des Sohnes Adams und Evas, begann. (Hebr. 11:4 bis 12:1) Die Auferstehung dieser gottesfürchtigen Männer und Frauen der alten Zeit ist mit Sicherheit zu erwarten, denn der christliche Schreiber von Hebräer, Kapitel 11, beweist, daß sie davon überzeugt waren, daß „Gott imstande sei, ... sogar von den Toten aufzuerwecken“, und am Schluß dieses Kapitels sagt er zu den christlichen Lesern seines Briefes: „Und doch empfingen alle diese, obwohl ihnen durch ihren Glauben Zeugnis gegeben wurde, die Erfüllung der Verheißung nicht, da Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hat, damit sie nicht ohne uns vollkommen gemacht würden.“ — Hebr. 11:19, 35, 39, 40.
19. In welchem Sinne geht ihre Auferstehung nicht „ohne uns“ (die 144 000) vor sich?
19 Die 144 000 treuen Nachfolger Jesu Christi werden bei ihrer Auferstehung von den Toten, wie einst Jesus Christus selbst, „vollkommen gemacht“. Ohne diese Christen, das heißt, bevor sie im Himmel „vollkommen gemacht“ sind, kann die Auferstehung der „Wolke von Zeugen“ der vorchristlichen Zeit nicht vor sich gehen. Dem ist so, weil die 144 000 Miterben Jesu Christi an der „ersten Auferstehung“ teilhaben, einer Auferstehung, die die erste Auferstehung ist, nicht nur was die Zeit, sondern auch was den Rang und die Wichtigkeit anbelangt.
20. (a) Wird ihre Auferstehung „eine bessere Auferstehung“ sein als die der 144 000? (b) In welchem Sinne wird sie „besser“ sein?
20 Die „bessere Auferstehung“ der „Wolke von Zeugen“ der alten Zeit wird somit nicht besser sein als die Auferstehung der 144 000 Erben des himmlischen Königreiches Gottes. Sie wird besser sein als die Auferstehung der Menschen, die von den Propheten Elia und Elisa von den Toten auferweckt wurden. Ja, sie wird auch besser sein als die Auferstehung derer, die Jesus Christus und seine Apostel auferweckten.a Wieso? Weil alle, die von diesen Dienern Gottes ins Leben zurückgerufen wurden, im Fleische wieder sterben und in den Hades oder Scheol zurückkehren mußten. Warum? Weil damals die Herrschaft des himmlischen Königreiches Gottes unter Jesus Christus, dem Sohne Gottes, noch nicht begonnen hatte und die „Zeiten der Nationen“, die Erde zu regieren, erst im Jahre 1914 n. Chr. ablaufen sollten. Die „bessere Auferstehung“ der „Wolke von Zeugen“ der alten Zeit wird unter Gottes himmlischem Königreich, das inzwischen aufgerichtet worden ist, vor sich gehen. Wenn Jesus Christus, der himmlische König, die „Schlüssel des Todes und des Hades“ anwendet und diese Zeugen der alten Zeit aus dem Hades oder Scheol hervorbringt, werden sie nicht mehr sterben müssen. Warum nicht?
21. Warum werden jene Zeugen der alten Zeit nach ihrer Auferstehung nicht mehr sterben müssen?
21 Wegen ihres unerschütterlichen gottgefälligen Glaubens und Gehorsams bleibt ihr Name in der „Buchrolle des Lebens“ stehen, und sie gelangen allmählich zu menschlicher Vollkommenheit. Schließlich werden sie mit ewigem Leben in menschlicher Vollkommenheit auf unserer Erde, die dann in ein Paradies umgewandelt sein wird, belohnt werden. Sie werden nicht „in den Feuersee geschleudert“, das heißt in den „zweiten Tod“. Da sie schon als gläubige Menschen auferstehen werden, sollten sie um so leichter zur Vollkommenheit voranschreiten können.
22. Was wurde Daniel gemäß Daniel 12:13 verheißen, und wann wird sich diese Verheißung erfüllen?
22 Da war zum Beispiel der Prophet Daniel. „Im dritten Jahr des Königs Kores aus Persien“ übermittelte der Engel Gottes Daniel eine wunderbare Prophezeiung über die „Zeit des Endes“. Am Schluß dieser Prophezeiung sagte er zu Daniel: „Du aber, Daniel, gehe hin, bis das Ende komme; und ruhe, daß du aufstehest zu deinem Erbteil am Ende der Tage!“ (Dan. 10:1 bis 12:13, Lu)b Daniel gehört ohne Zweifel zu denen, die nach Hebräer 11:33 „der Löwen Rachen verstopften“. Er wird unter Gottes Königreich durch eine Auferstehung zu seinem Erbteil „aufstehen“. — Hes. 14:14, 20; 28:3; Matth. 24:15.c
23. (a) Wohin kam Abel bei seiner Ermordung? (b) Was wird mit denen geschehen, deren Gedächtnisgrüfte vor oder seit der Flut verschwunden sind?
23 Als der erste dieser „Wolke von Zeugen“ der alten Zeit, nämlich Abel, von seinem Bruder Kain getötet wurde und man ihn dann begrub, kam er in den Scheol. Ob er in einer Gedächtnisgruft beigesetzt wurde, sagt die Bibel nicht. (Matth. 23:35; Luk. 11:51; Hebr. 12:24; 1. Mose 4:8-11) Bestimmt waren für die Menschen, die in der Zeit von den Tagen Abels an bis zur weltweiten Flut der Tage Noahs gestorben waren, viele Gedächtnisgrüfte gemacht worden, aber die meisten wurden durch diese verheerende Flut zerstört. Doch der allwissende Gott, Jehova, kennt alle, die vor der Flut in den Scheol oder Hades kamen, sowohl die „Gerechten“ (wie Abel und Henoch) als auch die „Ungerechten“, und erinnert sich ihrer auch. Er wird veranlassen, daß der Hades oder Scheol unter seinem von Jesus Christus regierten Königreich alle diese Toten herausgeben wird. Dasselbe gilt auch für die vielen Gräber und Gedächtnisgrüfte, die seit jener Flut im Jahre 2370 v. Chr. verschwunden sind.
GEHENNA, „DAS TAL HINNOM“
24, 25. (a) An was für einen anderen Ort sollten bestimmte Leute gemäß den Worten Jesu beim Tod kommen, und was sollte das für sie bedeuten? (b) Wer waren diese Leute nach den Worten Jesu in Matthäus 23:13-33?
24 Als Jesus im Jahre 33 unserer Zeitrechnung von dem „gerechten Blut“ sprach, „das auf der Erde vergossen worden ist, vom Blut des gerechten Abel an bis zum Blut Sacharjas“, sagte er von einigen seiner Zeitgenossen, sie würden beim Tod in die Gehenna, also nicht in den Hades oder Scheol kommen. Darum sprach er über sie auch ein „Wehe“ aus. Wer waren denn diese Leute? Nach Matthäus, Kapitel 23, kennzeichnete sie Jesus mit folgenden Worten:
25 „Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! weil ihr das Königreich der Himmel vor den Menschen verschließt; denn ihr selbst geht nicht hinein, noch erlaubt ihr, daß jene hineingehen, die sich auf dem Weg dorthin befinden. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! denn ihr reist über das Meer und das trockene Land, um einen einzigen Proselyten zu machen, und wenn er es wird, macht ihr ihn zu einem Gegenstand für die Gehenna, doppelt so schlimm als ihr selbst. Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! denn ihr baut die Gräber der Propheten und schmückt die Gedächtnisgrüfte der Gerechten, und ihr sagt: ‚Hätten wir in den Tagen unserer Vorväter gelebt, so wären wir nicht mit ihnen Teilhaber am Blut der Propheten gewesen.‘ Somit legt ihr gegen euch selbst Zeugnis davon ab, daß ihr Söhne derer seid, die die Propheten ermordet haben ... Schlangen, Otternbrut, wie solltet ihr dem Gericht der Gehenna entfliehen?“ — Matth. 23:13-15, 29-33.
26. Warum waren diese Leute „zu einem Gegenstand für die Gehenna“ geworden oder ihrem Gericht verfallen, und wie zeigte Jesus das in seinen weiteren Worten?
26 Jene religiösen Personen, die „zu einem Gegenstand für die Gehenna“ geworden und dem „Gericht der Gehenna“ verfallen waren, waren die reuelosen jüdischen Schriftgelehrten und Pharisäer sowie ihre Proselyten. Sie bekundeten keine Reue und weigerten sich, in das Königreich der Himmel hineinzugehen. Jesus bestätigte dies, indem er dann sagte: „Siehe, darum sende ich Propheten und Weise und öffentliche Unterweiser zu euch. Einige von ihnen werdet ihr töten und an den Pfahl bringen, und einige von ihnen werdet ihr in euren Synagogen geißeln und von Stadt zu Stadt verfolgen, damit alles gerechte Blut über euch komme, daß auf der Erde vergossen worden ist, vom Blute des gerechten Abel an bis zum Blut Sacharjas, des Sohnes Barachias‘, den ihr zwischen dem Heiligtum und dem Altar ermordet habt. Wahrlich ich sage euch: Dies alles wird über diese Generation kommen.“ — Matth. 23:34-36.
27. Wie zeigt die Apostelgeschichte, daß einige dieser Leute dem Gericht der Gehenna entflohen?
27 Einige Pharisäer bereuten jedoch und hörten auf, das Königreich der Himmel zu verschließen; einer von ihnen war Saulus von Tarsus, der der christliche Apostel Paulus wurde. (Apg. 7:58; 8:1-3; 9:1-30; 22:1-5; 23:6; Phil. 3:4-6) In Apostelgeschichte 2:10 und 8:27-39 ist von beschnittenen Proselyten die Rede, und Apostelgeschichte 6:7 lautet: „Die Zahl der Jünger mehrte sich in Jerusalem fortgesetzt sehr; und eine große Menge Priester begann dem Glauben gehorsam zu sein.“ Sie gaben die religiöse Heuchelei auf und hielten danach treu am christlichen Glauben fest. Auf diese Weise gelang es ihnen, dem Gericht der Gehenna, dem sie einst verfallen waren, zu entfliehen. Sie bewiesen, daß sie keine „Schlangen“, keine „Otternbrut“ waren, daß sie nicht den Teufel zu ihrem religiösen Vater hatten und nicht von der „Urschlange, welche der Teufel und Satan ist“, abstammten. — Joh. 8:44; Offb. 20:2.
28. Wovon wird das griechische Wort Gehenna abgeleitet, und wie lautet die buchstäbliche Übersetzung des ursprünglichen Ausdrucks?
28 Was ist jedoch unter dem Ort, Gehenna genannt, zu verstehen, oder was versinnbildlicht er? Mit dem griechischen Wort „Gehenna“ wird der hebräische Ausdruck Gei-Hinnom, „Tal Hinnom“, wiedergegeben. Die Silbe „Ge“ in dem griechischen Wort Gehenna steht für das hebräische Wort Gai (ניא), das „Tal“ bedeutet, und die Nachsilbe „henna“ steht für Hinnom, den Namen eines Mannes, der in den Tagen des Richters Josua lebte.
29. Was war die ursprüngliche Gehenna, und was kennzeichnete sie gemäß Josua 15:8 und 18:16?
29 Dieses Tal Hinnom oder Hinnomtal wird in der Bibel zum erstenmal in Josua 15:8 als Bezeichnung der Grenze zwischen dem Gebiet der Stämme Juda und Benjamin erwähnt und mit Jerusalem in Verbindung gebracht: „Die Grenze stieg das Tal des Sohnes Hinnoms hinauf, nach der Südseite der Jebusiter, das ist Jerusalem; und die Grenze stieg zu dem Gipfel des Berges hinauf, welcher vor dem Tale Hinnom [hebräisch Gei-Hinnom; lateinisch Ge-Ennom], gegen Westen, am Ende der Talebene der Rephaim, gegen Norden liegt.“ In der griechischen Septuaginta wird es an dieser Stelle mit Pharanx Onom, das heißt Kluft (Schlucht, Senke) von Onom, wiedergegeben. Das Tal Hinnom oder Hinnomtal wird in Verbindung mit der Gebietsgrenze des Stammes Benjamin auch in Josua 18:16 erwähnt.
30. Wie wurde die Gehenna mit der Zeit von den Israeliten mißbraucht, und wie wurde sie für diesen Mißbrauch ungeeignet gemacht?
30 Das Tal Hinnom, das westlich und südwestlich der alten Stadt Jerusalem lag, wurde mit der Zeit von den abtrünnigen Juden mißbraucht. In 2. Chronika 28:3 lesen wir über König Ahas von Jerusalem folgendes: „Er räucherte im Tale des Sohnes Hinnoms [Gai-benenom, LXX], und er verbrannte seine Söhne im Feuer.“ (Siehe ferner 2. Chronika 33:6; Jeremia 7:31, 32; 32:35.) Der treue König Josia befand es für gut, dieses Tal Hinnom zu verunreinigen, weil man dort dem falschen Gott Baal huldigte und ihm Menschenopfer darbrachte. In 2. Könige 23:10 lesen wir über Josia: „Er verunreinigte [entweihte, AB] das Topheth, welches im Tale der Söhne Hinnoms lag, damit niemand mehr seinen Sohn oder seine Tochter dem [falschen Gott] Molech durchs Feuer gehen ließe.“d Der neuzeitliche Name dieses Tales ist Wadi el-Rababi.
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Zweiter TeilDer Wachtturm 1965 | 1. Mai
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Zweiter Teil
1. Was war die Gehenna in den Tagen Jesu, und zum Sinnbild welcher Strafe wurde sie?
DIE Gehenna oder das Tal Hinnom wird in den Christlichen Griechischen Schriften zwölfmal erwähnt. Als Jesus Christus auf der Erde lebte, war die Gehenna ein Ort, an dem ständig ein Feuer brannte, ein Tal außerhalb der Mauern Jerusalems, und somit ein Ort auf der Erdoberfläche. Sie wurde zu einem Sinnbild der schlimmsten Strafe, die einen Menschen treffen kann. Nach Matthäus 5:22 sagte Jesus zum Beispiel in der Bergpredigt: „Ich sage euch, daß jeder, der seinem Bruder fortgesetzt zürnt, dem Gerichtshof wird Rechenschaft geben müssen; wer aber ein unaussprechliches Wort der Verachtung [Raka] an seinen Bruder richtet, wird dem höchsten Gerichtshof Rechenschaft geben müssen, während jeder der sagt ‚du verächtlicher Tor!‘, der feurigen Gehenna verfallen sein wird.“ Demnach betrachtete Jesus die „feurige Gehenna“ als Strafe dritten Grades oder als schlimmste Strafe. Warum? Weil derjenige, der einen anderen einen verächtlichen Tor nannte und zur Strafe in die feurige Gehenna kam, zu Tode gebracht, aber nicht begraben wurde. Seine Leiche wurde von den Flammen der Gehenna verzehrt, und die Asche wurde nicht gesammelt, um in einer Urne aufbewahrt zu werden. Er kam daher nach der Veranschaulichung Jesu nicht in den Hades.
2, 3. Was geschah nach Matthäus 5:29, 30 mit der Leiche eines Sünders?
2 Wie wir einige Verse später lesen, zeigte Jesus in der Bergpredigt dann weiter, daß der Leichnam des Sünders in die Gehenna geworfen wird wie in einen Verbrennungsofen. Nach Matthäus 5:29, 30 sagte Jesus:
3 „Wenn nun dein rechtes Auge dich straucheln macht, so reiß es aus und wirf es von dir weg. Denn es ist dir nützlicher, daß dir eines deiner Glieder verlorengeht, als daß dein ganzer Leib in die Gehenna gestürzt wird. Und wenn deine rechte Hand dich straucheln macht, so hau sie ab und wirf sie von dir weg [nicht: quäle sie]. Denn es ist nützlicher, daß dir eines deiner Glieder verlorengeht, als daß dein ganzer Leib in die Gehenna komme.“
4. In welchem Sinne sprach Jesus bei dieser Gelegenheit von der Gehenna, und wie wird dies gezeigt?
4 Aus diesen Worten ersehen wir, daß Jesus die damalige Gehenna außerhalb der Mauern Jerusalems als Sinnbild gebrauchte. Er wollte damit nicht sagen, seine Nachfolger sollten buchstäblich ein Auge ausreißen oder buchstäblich die rechte Hand abhauen. Er sprach vielmehr von etwas Kostbarem, das uns veranlassen könnte, mit dem rechten Auge oder der rechten Hand zu sündigen. Wenn er also das Auge und die rechte Hand als Sinnbilder gebrauchte, muß er auch von der Gehenna in symbolischem, nicht in buchstäblichem Sinne gesprochen haben.
5. Was stellte Jesus gemäß Matthäus 18:8, 9 dem Sturz in die symbolische Gehenna gegenüber?
5 Es gilt zu beachten, daß Jesus den Sturz in die Gehenna dem Eingang ins Leben gegenüberstellt. Das zeigt, daß es in der symbolischen Gehenna kein Leben gibt. Nach Matthäus 18:8, 9 sagte Jesus: „Wenn nun deine Hand oder dein Fuß dich straucheln macht, so hau sie ab, und wirf sie von dir weg; es ist besser für dich, verstümmelt oder lahm ins Leben einzugehen, als mit zwei Händen oder zwei Füßen in das ewige Feuer geworfen zu werden. Auch wenn dein Auge dich straucheln macht, so reiß es aus und wirf es von dir weg [nicht: quäle es]; es ist besser für dich, einäugig ins Leben einzugehen, als mit zwei Augen in die feurige Gehenna geworfen zu werden.“ In dieser „feurigen Gehenna“ brennt, symbolisch gesprochen, das „ewige Feuer“.
6, 7. (a) Was trug außer dem Feuer in der Gehenna außerhalb Jerusalems noch zur Vernichtung bei? (b) Wie geht das aus den Worten Jesu gemäß Markus 9:43-48 hervor?
6 Jesus erinnert uns daran, daß es in der Gehenna außerhalb Jerusalems auch Würmer oder Maden gab, natürlich nicht im Feuer, sondern auf den verwesenden organischen Stoffen, die in der Nähe des Feuers lagen. Es waren keine Regenwürmer, wie die, die in der Erde wühlen und sich von begrabenen Menschenleichen nähren. Es waren die gleichen wie die, an denen König Herodes Agrippa I. starb, von dem wir in Apostelgeschichte 12:23 lesen: „Da schlug ihn der Engel Jehovas augenblicklich, weil er nicht Gott die Ehre gab; und er wurde von Würmern zerfressen und verschied.“ Jesus gebrauchte dasselbe griechische Wort (skólex), als er sagte:
7 „Wenn deine Hand dich je straucheln macht, so hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben einzugehen, als mit zwei Händen in die Gehenna zu fahren, in das Feuer, das nicht ausgelöscht werden kann. Und wenn dein Fuß dich straucheln macht, so hau ihn ab; es ist besser für dich, lahm in das Leben einzugehen, als mit zwei Füßen in die Gehenna geworfen zu werden. Und wenn dein Auge dich straucheln macht, so wirf es weg; es ist besser für dich, einäugig in das Königreich einzugehen, als mit zwei Augen in die Gehenna geworfen zu werden, wo ihre Made [skólex] nicht stirbt und das Feuer nicht ausgelöscht wird.“ — Mark. 9:43-48; Jes. 66:24.
8. Zum Sinnbild welchen Ortes wurde die Gehenna, und was sagt M’Clintock und Strongs Cyclopædia über sie?
8 Fiel also ein Leichnam, der in die Gehenna außerhalb Jerusalems geworfen wurde, nicht bis in das mit Schwefel vermischte Feuer hinab, so wurde er von den Maden verzehrt, die den Eiern entschlüpften, welche Fliegen auf die verwesenden Leichen abgelegt hatten. Die Gehenna war somit ein Ort vollständiger Vernichtung oder Zerstörung, an den man die Leichen derer warf, die man nicht für würdig hielt, in einem gekennzeichneten Grab oder einer Gedächtnisgruft bestattet zu werden. M’Clintock und Strongs Cyclopædia (Band 3, Seite 764) sagt über die Gehenna folgendes:
Wegen dieser Greuel wurde das Tal von Josia verunreinigt (2. Könige 23:10); danach wurde es die allgemeine Müllgrube der Stadt, in die man Leichen von Verbrechern, Tierkadaver und allen möglichen Unrat warf. Nach späteren, allerdings nicht ganz zuverlässigen Quellen wurde alles, was brennbar war, durch Feuer zerstört. Da die Schlucht sehr tief und eng war, vielleicht auch wegen des Feuers, das ständig darin brannte, und weil man alles, was verweste oder was die heilige Stadt hätte entweihen können, in sie hinabwarf, wurde sie später zum Sinnbild des Ortes der ewigen Strafe, „wo ihr Wurm nicht stirbt und ihr Feuer nicht verlöscht“, in dem sich nach Ansicht der Talmudisten das Tor der Hölle befand: „Zwei Palmen stehen im Tal Hinnom, zwischen denen ein Rauch aufsteigt ... und das ist die Pforte der Gehenna.“a
WAS SIE VERSINNBILDLICHT
9. (a) Was sagte Jesus gemäß Matthäus 10:28 und Lukas 12:4, 5 über die Gehenna? (b) Was geschieht, wenn Gott sowohl Leib als Seele vernichtet?
9 Wir haben nun gesehen, was verschiedene Nachschlagewerke über die Gehenna sagen. Was sagte aber Jesus Christus, der Sohn Gottes, über sie? Was bedeutet es für einen Menschen, von Gott, dem Allmächtigen, zur Strafe in die symbolische Gehenna geworfen zu werden? Jesus beantwortete diese Frage deutlich, als er seine zwölf Apostel als Missionare aussandte. Er sagte zu ihnen: „Und werdet nicht furchtsam vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als Leib in der Gehenna vernichten kann.“ (Matth. 10:28) Bei einer anderen Gelegenheit sagte Jesus zu einer Volksmenge von vielen Tausenden: „Ferner sage ich euch, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts weiter zu tun vermögen. Ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten Gewalt hat, in die Gehenna zu werfen. Ja, ich sage euch, diesen fürchtet.“ (Luk. 12:4, 5) Wenn Gott, der Allmächtige, Leib und Seele eines Menschen vernichtet, was bleibt dann noch übrig? Nichts; es ist eine vollständige, endgültige Vernichtung, und darum ist diese Vernichtung von Leib und Seele eine ewige Strafe. Es gibt aus ihr keine Auferstehung.
10. In welchem Sinne ist das „Feuer“ der symbolischen Gehenna ein „ewiges Feuer“?
10 Jesus gebrauchte die Gehenna somit als ein Sinnbild vollständiger, endgültiger Vernichtung, einer Vernichtung, die so endgültig ist wie die Vernichtung durch Feuer. Darum wird das Feuer der symbolischen Gehenna als ein „ewiges Feuer“ bezeichnet. Das bedeutet, daß es immer eine solche Gehenna geben wird; sie wird diejenigen, die in ihr sind, nie herausgeben; sie wird im Gegensatz zum adamischen Tod und zum Hades nie geleert und nie beseitigt werden. (Offb. 20:13) Bildlich gesprochen, wird das Feuer in der symbolischen Gehenna nie erlöschen, sondern wird in alle Ewigkeit der Hinrichtung jener dienen, die sich gegen Gott auflehnen.
11. Wieso gibt es aus der symbolischen Gehenna keine Auferstehung?
11 Da die symbolische Gehenna der Ort ewiger Vernichtung ist, stellt Jesus den Sturz in die Gehenna mit Recht dem Eingang ins Leben gegenüber. Wie könnte also jemand, der in die symbolische Gehenna kommt, in der Gott sowohl Leib als Seele vernichtet, auferstehen und die Gelegenheit erhalten, in Gottes himmlischem Königreich oder in dem unter seinem Königreich hier auf Erden wiederhergestellten Paradies ewig zu leben? Aus der symbolischen Gehenna gibt es keine Auferstehung.
12, 13. (a) Wie viele können durch die unbeherrschte Zunge „in Brand gesetzt“ werden, und was besudelt sie? (b) Was kann sie (wie die Gehenna) ebenfalls herbeiführen?
12 Da die feurige Gehenna Vernichtung bedeutet, bringt sie der Jünger Jakobus in seinen folgenden Worten mit der unbeherrschten menschlichen Zunge in Verbindung: „Nun, die Zunge ist ein Feuer [wie ein kleines Feuer, das eine große Waldung in Brand setzt]. Die Zunge stellt sich unter unseren Gliedern als eine Welt der Ungerechtigkeit dar, denn sie besudelt den ganzen Leib und setzt das Rad des natürlichen Lebens in Brand, und sie wird durch die Gehenna in Brand gesetzt.“ — Jak. 3:6.
13 Demnach sollte die ganze Menschenwelt, nicht nur eine bestimmte Einzelperson, über die Zunge wachen, denn die ganze Welt ist in Ungerechtigkeit geboren. Die Zunge kann durch die Propaganda, die sie von Mund zu Mund verbreitet, eine ganze Menschenwelt in Brand setzen und sie veranlassen, ungerecht zu handeln. Sie besudelt nicht nur den Mund, in dem sie sich bewegt, sondern den ganzen Leib des betreffenden Menschen. Jemand mag eine sehr schöne Gestalt haben, wenn er aber seine Zunge nicht beherrscht, so wird der gute Eindruck, den sein anziehendes Äußeres erweckt, dadurch verwischt, und zwar besonders in den Augen Gottes, denn wir werden, wie Jesus sagte, durch unsere Worte gerechtgesprochen und durch unsere Worte gerichtet. (Matth. 12:37) Wie die Gehenna, so kann auch die Zunge die endgültige Vernichtung herbeiführen.
14. Wozu kann jemand, dessen Zunge „durch die Gehenna in Brand gesetzt“ wird, verurteilt werden?
14 Unbedachte Worte, die den ganzen Leib des Sprechenden beflecken und ihn gleichsam zu einer verderblichen Handlung entzünden, können den ganzen Lebenslauf des Betreffenden beeinflussen. Jakobus 3:8 sagt treffend: „Die Zunge aber, kein einziger Mensch vermag sie zu zähmen. Ein widerspenstiges, schädliches Ding voll todbringenden Giftes ist sie.“ Die Zunge kann, wenn „durch die Gehenna in Brand gesetzt“, bewirken, daß Gott den Betreffenden dazu verurteilt, in die symbolische Gehenna zu kommen, weil eine solche Zunge einen schlechten Herzenszustand verrät. — Siehe Psalm 5:9; Römer 3:13.
DAS „LAND OHNE RÜCKKEHR“
15. (a) Wie wird das, was durch die Gehenna dargestellt wird, in der Offenbarung versinnbildlicht? (b) Wie wirkte sich der Feuer- und Schwefelregen vom Himmel auf Sodom und Gomorra aus?
15 Im letzten Buch der Bibel, „Eine Offenbarung an Johannes“ genannt, kommt das Wort „Gehenna“ nicht vor. In diesem Buch wird das, was durch die Gehenna dargestellt wird, durch „den Feuersee ..., der mit Schwefel brennt“, durch den „Feuer- und Schwefelsee“, „den Feuersee“ oder den „See ..., der mit Feuer und Schwefel brennt“, versinnbildlicht. (Offb. 19:20; 20:10, 14, 15; 21:8) Wir wissen, wie Feuer und Schwefel auf brennbare Stoffe wirken. Wie wir in 1. Mose 19:24 lesen, ließ Jehova in den Tagen Abrahams und dessen Neffen Lot „auf Sodom und auf Gomorra Schwefel und Feuer regnen ... aus dem Himmel“. Wie sich das auf Sodom und Gomorra auswirkte, erfahren wir aus folgenden Worten Jesu: „An dem Tage aber, da Lot aus Sodom herauskam, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und vernichtete sie alle.“ — Luk. 17:29.
16. (a) Wieso waren im Falle Sodoms Feuer und Schwefel mit einem See verbunden? (b) Welche vorübergehende und welche endgültige Wirkung hatte der Feuer- und Schwefelregen auf jene Menschen?
16 Sodom lag übrigens in der Nähe des Toten Meeres oder des Salzmeeres. Das Tote Meer ist ein großer Binnensee, in dem nichts Lebendes existieren kann. Das unterstützt den Gedanken, daß der buchstäbliche Feuer- und Schwefelregen, der auf die Städte jener Gegend herabfiel, alles Leben vollständig auslöschte. Wie in der Offenbarung ist also auch in diesem Fall ein See, in dem nichts Lebendes existieren kann, mit Feuer und Schwefel verbunden. Die Menschen, auf die damals der Feuer- und Schwefelregen herabfiel, mögen, solange sie bei Bewußtsein waren, gequält worden sein, doch schließlich wurden sie durch das Feuer und den Schwefel vernichtet.b Eine solche Vernichtung, der Qualen vorausgehen, ist in Offenbarung 14:10, 11 und in Psalm 11:5, 6 gemeint, wo Feuer und Schwefel offensichtlich in symbolischem Sinne erwähnt werden.
17. Was wird auf die Streitkräfte Gogs von Magog herabregnen, und wie wird sich das auswirken?
17 Zu den Mitteln, die Gott zur Vernichtung der Streitkräfte Gogs vom Lande Magog anwenden wird, wenn diese Jehovas wiederhergestelltes Volk angreifen, gehören nach Hesekiel 38:22 unter anderem auch „Feuer und Schwefel“. Diese Elemente mögen die feindlichen Streitkräfte Gogs eine Zeitlang peinigen und quälen, aber letzten Endes werden sie deren Tod herbeiführen und sie vernichten. Das wird auch im folgenden Kapitel (Hesekiel 39:11-20) bestätigt, denn dort wird beschrieben, wie die Leichen der Streitkräfte Gogs von Magog bis auf den letzten Knochen beseitigt werden.
18. Wie geht aus Offenbarung 20:14 der Unterschied zwischen dem Hades oder Scheol und dem Feuer- und Schwefelsee hervor?
18 All das läßt unmißverständlich erkennen daß der Hades oder Scheol etwas anderes ist als die Gehenna und der „See ..., der mit Feuer und Schwefel brennt“. Wie könnte sonst in Offenbarung 20:14 gesagt werden: „Und Tod und Hades wurden in den Feuersee geschleudert“? Durch die Worte: „Dies bedeutet den zweiten Tod: der Feuersee“, zeigt dieser Vers auch, was mit dem „Feuersee“ gemeint ist.
19. (a) Gibt der zweite Tod (der „Feuersee“) diejenigen wieder heraus, die in ihn geschleudert werden? (b) Was versinnbildlicht somit die Gehenna oder der Feuer- und Schwefelsee?
19 Demnach wird dem Tod, den alle Menschen von Adam ererbt haben, im „zweiten Tod“ ein Ende gemacht. Er wird im „zweiten Tod“ nicht ewig gequält, sondern vernichtet. Auch der Hades wird im „zweiten Tod“ nicht ewig gequält, sondern in diesem symbolischen „Feuersee“ für immer vernichtet. Dieser „Feuersee“ oder „zweite Tod“ gibt „Tod und Hades“, die in ihn geschleudert werden, nie mehr heraus. Daher ist die Gehenna oder der See, der mit Feuer und Schwefel brennt, ein biblisches Sinnbild der ewigen oder vollständigen Vernichtung, aus der es keine Auferstehung gibt. Aus diesem Grunde mögen einige der Auferstandenen, die der ererbte Tod und der Hades herausgeben, später „in den Feuersee geschleudert“ werden und den „zweiten Tod“ erleiden, weil ihre Namen nicht in das Buch des Lebens eingeschrieben werden. — Offb. 20:15.
20. (a) Wohin werden das „wilde Tier“ und der „falsche Prophet“ geschleudert, wann und für wie lange kommen sie dorthin? (b) Was wird dadurch versinnbildlicht?
20 Gemäß Offenbarung 19:20 werden das symbolische „wilde Tier“ und der „falsche Prophet“ im kommenden „Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen“, „in den Feuersee geschleudert, der mit Schwefel brennt“. Das geschieht unmittelbar vor der Zeit, da der Teufel oder Satan und seine Dämonen gebunden und für die tausend Jahre der Herrschaft Christi in den Abgrund geworfen werden. Am Ende der tausend Jahre befinden sich das symbolische „wilde Tier“ und der „falsche Prophet“ immer noch in diesem symbolischen „Feuer- und Schwefelsee“, und sie werden auch nicht daraus befreit, wenn Satan und seine Dämonen aus dem Abgrund losgelassen werden, um die Menschen irrezuführen. Das symbolische „wilde Tier“ und der „falsche Prophet“ werden aus diesem Vernichtungsort, dem „zweiten Tod“, nie losgelassen, ja, sie werden sich dann noch dort befinden, wenn alle, die später in den „Feuersee“ geschleudert werden, mit ihnen vereinigt werden. (Offb. 20:10, 15) Das symbolische „wilde Tier“ und der „falsche Prophet“ werden demnach im kommenden „Krieg des großen Tages Gottes“, dem Krieg von Harmagedon, für immer vernichtet und können nicht hoffen, jemals wieder auferweckt zu werden.
21. (a) Wohin wird Satan, der Teufel, geschleudert, nachdem er für kurze Zeit aus dem Abgrund losgelassen wurde, und wie erfüllt sich dadurch Hebräer 2:14 vollständig? (b) Wie wird dieser Ort ewiger Strafe in Matthäus 25:41 sinnbildlich dargestellt?
21 Am Ende der erfolgreichen Tausendjahrherrschaft Christi über die erlöste Menschheit, werden Satan und seine Dämonen aus dem Abgrund losgelassen. Dadurch hört dieser Abgrund zu bestehen auf, er wird entleert. Während der kurzen Zeit, da Satan und seine Dämonen die Freiheit genießen, werden sie möglichst viele von den irdischen Untertanen des Königreiches Gottes irrezuführen suchen, um sie in die Vernichtung zu stürzen. Danach werden sie jedoch in den „zweiten Tod“ geschleudert, wo das „wilde Tier“ und der „falsche Prophet“ schon die ganze Zeit waren. (Offb. 20:1-3, 7-10) Auf diese Weise verwirklicht Jehova Gott durch seinen opferbereiten Sohn Jesus Christus sein herrliches Vorhaben, damit dieser „durch seinen Tod den zunichte mache, der das Mittel hat, den Tod zu verursachen, das heißt den Teufel“. (Hebr. 2:14) Diese Strafe der „ewigen Vernichtung“ wird durch „das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bereitet ist“, versinnbildlicht, in das gemäß den in Matthäus 25:31-33, 41, 46 aufgezeichneten Worten Jesu in Harmagedon auch die verfluchten, mit Böcken verglichenen Menschen gesandt werden.
EINER AUFERSTEHUNG NICHT WÜRDIG
22, 23. (a) Mit welchen Worten warnte Jesus die jüdischen Religionsführer, und wie nahmen sie seine Warnung auf? (b) Zeigten die Worte, die Stephanus an den Sanhedrin in Jerusalem richtete, daß jene Richter die Warnung Jesu beherzigt hatten?
22 Als Jesus Christus vor 1900 Jahren auf der Erde war, warnte er die damalige jüdische Generation vor der Gefahr, in die symbolische Gehenna zu kommen, das heißt endgültig vernichtet zu werden. Er sagte zu den heuchlerischen religiösen Führern der Juden, sie würden die Heiden, die sie zu Proselyten machten, zu einem „Gegenstand für die Gehenna“ machen, „doppelt so schlimm“ wie sie selbst. Er nannte die heuchlerischen jüdischen Schriftgelehrten und Pharisäer Schlangen und Otternbrut und kennzeichnete sie dadurch als Kinder Satans, des Teufels, der „Urschlange“. Dann fragte er sie, wie sie, die Gottes Königreich und dessen Verkündiger fortgesetzt bewußt bekämpften, „dem Gericht der Gehenna entfliehen“ könnten. (Matth. 23:13-15, 29-36) Sie verübten weiterhin die lügnerischen, mörderischen Taten ihres „Vaters“, des Teufels. (Joh. 8:44) Stephanus, ein Mann „voll Glaubens und heiligen Geistes“, sagte vor Gericht zu den jüdischen Richtern, kurz bevor man ihn tötete, folgendes:
23 „Ihr Halsstarrigen und an Herzen und Ohren Unbeschnittenen, allezeit widersteht ihr dem heiligen Geist; wie eure Vorväter taten, so tut auch ihr. Welchen von den Propheten haben eure Vorväter nicht verfolgt? Ja, sie töteten jene, die über das Kommen des Gerechten im voraus Ankündigung machten, dessen Verräter und Mörder ihr jetzt geworden seid, ihr, die ihr das Gesetz empfingt, wie es von Engeln übermittelt wurde, es aber nicht gehalten habt.“ — Apg. 6:5; 7:51-60.
24. (a) Wohin kamen die reuelosen jüdischen Religionsführer beim Tod, und gibt es für sie eine Möglichkeit, auferweckt zu werden? (b) Wer kam gemäß Matthäus 15:12-14 mit ihnen dorthin?
24 Jene jüdischen Religionsführer, die nicht bereuten und nicht aufhörten, dem heiligen Geist zu widerstehen und Gottes messianisches Königreich zu bekämpfen sowie seine Verkündiger zu verfolgen, entflohen „dem Gericht der Gehenna“ nicht. Sie kamen beim Tod, wann immer er eintrat, in die Gehenna. Sie werden daher an der irdischen Auferstehung unter Gottes Königreich nicht teilhaben. Sie mögen feierlich beerdigt worden sein, aber sie kamen nicht in den Hades oder Scheol. Gott ließ sie „dem Gericht der Gehenna“ nicht entfliehen. Sie waren „blinde Leiter“, und die durch ihre Religion verblendeten Juden und Proselyten, die diese heuchlerischen blinden Leiter in ihrer Handlungsweise unterstützten, endeten mit diesen in der Gehenna. Nach den Worten Jesu, die wir in Matthäus 15:12-14 lesen, fallen beide, der Leiter und der Geleitete, „in eine Grube“. Sie kommen in den „zweiten Tod“, und das Opfer Christi bewirkt für sie keine Auferstehung von den Toten. Christus starb nicht für die, die in die Gehenna kommen. — Matth. 23:16, 17, 19, 24, 26.
25, 26. (a) Welche Frage erhebt sich in bezug auf die gesamte über die ganze Erde zerstreute damalige jüdische Generation? (b) Von wem sollte gemäß den Worten Jesu in Matthäus 12:39-42 jene Generation verurteilt werden?
25 Und wie steht es mit der damals (im ersten Jahrhundert n. Chr.) lebenden jüdischen Generation, die über die ganze seinerzeit bewohnte Erde zerstreut war? Hatten alle Juden, die damals keine Christen wurden und nicht die himmlische Hoffnung erlangten, an einer Gemeinschaftsverantwortung teil, durch die sie dazu verurteilt worden wären, beim Tod in die Gehenna zu kommen, und so einer Auferstehung unwürdig geworden wären? Um uns zu helfen, die richtige Antwort auf diese Frage zu erhalten, verglich Jesus jene jüdische Generation mit anderen Menschen, zum Beispiel mit dem Propheten Jona und der Königin von Scheba, indem er sagte:
26 „Eine böse und ehebrecherische Generation sucht fortwährend nach einem Zeichen, doch wird ihr kein Zeichen gegeben werden, ausgenommen das Zeichen Jonas, des Propheten. Denn gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des mächtigen Fisches war, so wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein. Männer von Ninive werden im Gericht [krisis] mit dieser Generation aufstehen [anastesontai] und werden sie verurteilen; denn sie bereuten auf das hin, was Jona predigte, doch siehe, hier ist mehr als Jona! Die Königin des Südens wird im Gericht mit dieser Generation zum Auftreten veranlaßt werden und wird sie verurteilen; denn sie kam von den Enden der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören, doch siehe, mehr als Salomo ist hier!“ — Matth. 12:39-42; Luk. 11:29-32.
27. Was muß, auch gemäß anderen Bibeltexten, mit den Niniviten aus Assyrien geschehen, damit sie das tun können?
27 Damit die „Männer von Ninive“ im Gericht als Zeugen aufstehen oder vortreten können, müssen sie von den Toten auferstehen. Ninive war die königliche Hauptstadt des alten assyrischen Reiches. Wir erinnern uns, daß uns Hesekiel 32:21 sagt: „Dort ist Assur [Assyrien, NW] und seine ganze Schar; rings um ihn her ihre Gräber.“ Da der Hades oder Scheol am Tage des Gerichts (Offb. 20:11-15) alle Toten, die in ihm sind, herausgeben wird, muß das bedeuten, daß die toten Niniviten während der Tausendjahrherrschaft Jesu Christi aus ihren Gräbern hervorkommen und auf der Erde auferstehen werden.
28. Werden die Niniviten jene jüdische Generation verurteilen, ohne daß diese aufersteht, und wie werden sie sie verurteilen?
28 Wenn wir die Worte Jesu genauer betrachten, stellen wir fest, daß er sagte, die Männer von Ninive würden im Gericht „mit dieser Generation“, nicht gegen diese Generation, aufstehen. Das deutet an, daß nicht alle Juden der in den Tagen Jesu und seiner Apostel lebenden Generation beim Tod dem „Gericht der Gehenna“ verfielen. Gottes Barmherzigkeit ließ sie in den Hades oder Scheol kommen, obwohl sie nicht als zum Christentum Bekehrte starben. Sie werden genauso auferweckt werden wie die Assyrer und Niniviten, um im Gericht mit diesen zusammen vor dem „großen weißen Thron“ zu stehen. Dann werden jene Niniviten allein durch die Handlungsweise, die sie in den Tagen Jonas, im achten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, an den Tag legten, die Juden der Tage Jesu verurteilen. Warum? Weil die assyrischen Niniviten aufgrund der Predigt Jonas, des Propheten Jehovas, bereuten, obwohl sie keine jüdischen Proselyten wurden, während die Juden aufgrund der Predigt Jesu Christi, eines weit größeren, bedeutenderen Menschen als Jona, nicht bereuten.
29. (a) Verhängen die Niniviten dadurch, daß sie die Juden verurteilen, über sie die Strafe, in die Gehenna zu kommen? (b) Wie wird es sich dann zeigen, ob diese Juden zu einer Auferstehung zur Verurteilung hervorkamen oder nicht?
29 Die Niniviten werden auf diese Weise die Juden jener Generation wegen ihres Unglaubens und ihrer Herzenshärte verurteilen. Sie werden sie aber nicht zur Strafe in die Gehenna schicken. Das können nur der himmlische Richter, Jehova Gott, und sein Vertreter, Jesus Christus, tun. Durch das, was die Juden jener verurteilten Generation dann in den noch verbleibenden Jahren der Millenniumsherrschaft Christi auf der Erde tun werden, beweisen sie, ob sie es verdienen, dazu verurteilt zu werden, in die Gehenna oder den „Feuersee“, den „zweiten Tod“, zu kommen, oder ob sie es verdienen, daß ihr Name in das „Buch des Lebens“ eingetragen werde. Dadurch beweisen sie auch, ob sie zu einer Auferstehung des Lebens oder zu einer Auferstehung zur Verurteilung aus dem Hades oder Scheol hervorkamen. — Joh. 5:28, 29.
30. (a) Durch wen wird jene jüdische Generation auch noch verurteilt werden? (b) Was muß mit der Königin von Scheba geschehen, damit sie das tun kann?
30 Jene Juden der Tage Jesu werden aber außer von den Männern der assyrischen Stadt Ninive noch von einer anderen Seite ähnlich verurteilt werden, nämlich von der „Königin des Südens“. Nach 1. Könige 10:1-10 und 2. Chronika 9:1-9 handelt es sich bei dieser Königin um die Königin von Scheba. Ihr Land, Scheba oder das Land der Sabäer, lag mehr als tausend Kilometer südlich von Jerusalem, in Südwestarabien, wahrscheinlich in dem heute als Jemen bekannten östlichen Gebiet. Ihr Land oder Volk wird in Hesekiel, Kapitel 31 und 32, wo die Nationen, deren Tote im Scheol oder Hades sein sollen, aufgeführt werden, nicht genannt, aber ihr Land gehörte zu diesem umfassenden Gebiet. Diese Königin des Südens oder von Scheba wird „im Gericht mit dieser Generation [nicht gegen sie] zum Auftreten veranlaßt werden“. Das setzt voraus, daß sie aufersteht, und es wäre nicht vernünftig, anzunehmen, daß sie als einzige ihres Volkes während der Tausendjahrherrschaft Christi im Gericht vor dem „großen weißen Thron“ aufsteht. Die Königin des Südens und ihr Volk befinden sich wie alle anderen Völker, die Hesekiel anführt, im Scheol oder Hades und werden deshalb auferstehen.
31. (a) Wieso verurteilte die Handlungsweise der Königin des Südens die jüdische Generation der Tage Jesu? (b) Wie wird sich das am Gerichtstag auf sie auswirken?
31 Die Königin des Südens wird inmitten der zu ihrem Volk gehörenden Auferstandenen die jüdische Generation der Tage Jesu besonders durch ihre Handlungsweise, die sie tausend Jahre vor Jesu Lebzeiten an den Tag legte, verurteilen. Sie kam unter den damaligen Verkehrsverhältnissen weit her, um die Weisheit des Königs Salomo zu hören und seine Werke in Jerusalem zu sehen. Das veranlaßte sie schließlich, den Gott des Königs Salomo anzuerkennen. Jesus Christus war jedoch ein weit größerer und weit bedeutenderer Mensch als König Salomo, und dennoch hörten die meisten zur damaligen Generation gehörenden Juden nicht auf seine himmlische Weisheit. Dieser Gegensatz zwischen ihnen und der Königin des Südens wird am Gerichtstag während der Tausendjahrherrschaft Christi unter anderem zu ihrer Demütigung beitragen. Es sollte ihnen helfen, sich der Tausendjahrherrschaft des größeren Salomo gehorsam zu unterstellen.
32. Welche Frage erhebt sich mit Bezug auf König Salomo selbst, und wie klären die Worte nach 1. Könige 11:43 und 2. Chronika 9:31 diese Frage?
32 Der Königin von Scheba wird die Gunst gewährt werden, an der Auferstehung aus dem Scheol oder Hades teilzuhaben. Wie steht es aber mit König Salomo, den sie besuchte? David, sein Vater, wird in Hebräer 11:32 als einer der anerkannten Zeugen Jehovas der alten Zeit angeführt. Salomo, der weiseste König der alten Zeit und der Schreiber dreier Bibelbücher, wird dort jedoch nicht erwähnt. Einige Zeit nachdem die Königin von Scheba ihn besucht hatte ließ er sich von seinen Hunderten von Frauen und Nebenfrauen so sehr beeinflussen, daß er sich von Gott abwandte und dem törichten heidnischen Götzenkult verfiel. (1. Kö. 11:1-18; Neh. 13:25, 26; Röm. 1:25) Doch sowohl in 1. Könige 11:43 als auch in 2. Chronika 9:31 wird gesagt: „Salomo legte sich zu seinen Vätern [Vorvätern, NW], und man begrub ihn in der Stadt seines Vaters David.“ Da sich Salomo bei seinem Tode somit zu seinen Vorvätern, zu denen auch David gehörte, legte, muß er in den Scheol oder Hades gekommen sein. Folglich hat er auch die Aussicht, unter dem Königreich des größeren Salomo von dort hervorgebracht zu werden. — Vergleiche 5. Mose 31:16; 2. Samuel 7:12; 1. Könige 1:21; 2. Könige 20:21.
[Fußnoten]
a Auf Seite 18 des alphabetischen Anhangs zum Neuen Testament von Benjamin Wilson (The Emphatic Diaglott) lesen wir:
„GEHENNA, das in der allgemein gebräuchlichen Bibelübersetzung [King James Version] mit Hölle wiedergegebene griechische Wort kommt zwölfmal vor. Es ist die griechische Schreibweise der hebräischen Wörter, die mit ‚das Tal Hinnom‘ wiedergegeben werden. Dieses Tal wurde auch Tophet, das heißt etwas Verabscheuungswürdiges, ein Greuel, genannt. An diesen Ort warf man allerlei Unrat sowie Tierkadaver und die Leichen von hingerichteten Verbrechern, die man nicht begrub. Ein ständiges Feuer wurde unterhalten, um diese zu verbrennen ... Der im Neuen Testament erscheinende Ausdruck Gehenna versinnbildlicht somit Tod und endgültige Vernichtung; an keiner Stelle bezeichnete er einen Ort ewiger Qual.“
M’Clintock und Strongs Cyclopædia sagt unter HINNOM folgendes:
„Von Josephus erfahren wir, daß hier der letzte furchtbare Kampf zwischen den Juden und den Römern ausgefochten wurde (Geschichte des Jüdischen Krieges, VI, 8, 5), und nach der Belagerung der Stadt warf man offenbar auch die Leichen in dieses Tal hinab (V, 12, 7) ... die meisten Kommentatoren schließen sich Buxtorf, Lightfoot und anderen an, die der Meinung sind, man habe dort ein ständiges Feuer unterhalten, um Leichen von Verbrechern sowie Tierkadaver und andere brennbare Stoffe zu zerstören; die Quellen, die im allgemeinen als Stütze dieser Annahme angeführt werden, stellen jedoch keinen ausreichenden Beweis dar ...“ — Band 4 (Ausgabe 1891), Seite 266.
b Da der menschliche Körper aus über 90 Prozent Wasser besteht, erfordert es ein Feuer von vulkanischer Hitze, ein Feuer, das eine Temperatur von 1600 bis 2700 °C erreicht, um ihn zu vernichten. Wir können uns daher denken, warum man dem Feuer, das in der Gehenna außerhalb der Mauern des alten Jerusalem brannte, Schwefel zusetzte: Die Leichen, die man dorthin warf, sollten so schnell und so vollständig wie möglich vernichtet werden.
Dr. Wilton Krogman, Professor für biologische Anthropologie an der pennsylvanischen Universität in Philadelphia, Pennsylvanien, sagte, er habe einmal beobachtet, wie eine Leiche in einem Verbrennungsofen unter den günstigsten Hitze- und Verbrennungsverhältnissen und unter genauer Kontrolle bei 1100 °C über acht Stunden gebrannt habe. Er habe aber immer noch fast jeden Knochen sehen und als menschlichen Knochen erkennen können. Die Knochen seien allerdings kalziniert, seien aber noch nicht zu Asche oder Stauberde geworden. Erst bei mehr als 1600 °C habe er gesehen, wie ein Knochen flüssig geworden und verdampft sei. — Siehe „Der rätselhafte Feuertod“ von Allan W. Eckert, erschienen in der Zeitschrift True The Man’s Magazine vom Mai 1964, Seiten 33, 105—112.
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Warum wir auf das prophetische Wort vertrauenDer Wachtturm 1965 | 1. Mai
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Warum wir auf das prophetische Wort vertrauen
WENN du in der Bibel liest, kannst du nicht umhin, anzuerkennen, daß die Prophezeiungen der Bibel — wenn sie wahr sind — wunderbar und von außerordentlicher Bedeutung sind. Vielleicht sagst du, sie verdienten ein höchst intensives Studium und vollste Aufmerksamkeit. Jesus und seine Apostel vertrauten völlig auf das prophetische Wort und glaubten unterschiedslos an alle Prophezeiungen der Heiligen Schrift. (Joh. 17:17; 2. Tim. 3:16; 2. Petr. 1:19, 20) Das prophetische Wort war in ihrem Leben ein beherrschender Faktor. Nicht alle haben diesen Glauben. Du kannst aber diesen auf einer gesunden Grundlage beruhenden Glauben, der nichts mit blinder Leichtgläubigkeit zu tun hat, erwerben. (Hebr. 11:1) Wie kann man dieses sichere Vertrauen auf das prophetische Wort erlangen?
Von der Echtheit einer Prophezeiung überzeugt man sich am besten dadurch, daß man sie im Lichte der Zeit und der Zeitumstände betrachtet. Die Bibel lädt zu dieser Prüfung ein. (1. Joh. 4:1; Jes. 45:11) Um eine solche Prüfung vornehmen zu können, bedürfen wir eines Maßstabes; verschiedene
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