Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK
Wachtturm
ONLINE-BIBLIOTHEK
Deutsch
  • BIBEL
  • PUBLIKATIONEN
  • ZUSAMMENKÜNFTE
  • g75 8. 10. S. 7-10
  • Wo liegen die Wurzeln des Problems?

Kein Video für diese Auswahl verfügbar.

Beim Laden des Videos ist ein Fehler aufgetreten.

  • Wo liegen die Wurzeln des Problems?
  • Erwachet! 1975
  • Zwischentitel
  • Ähnliches Material
  • Der „Umwelt“-Faktor
  • Der biologische Faktor — Vererbung
  • Ein weiterer biologischer Faktor — der Stoffwechsel
  • Persönlichkeitsdefekte
  • Das Problem des inneren Gleichgewichts
    Erwachet! 1975
  • Die verschiedenen Formen der Geisteskrankheit
    Erwachet! 1975
  • Wenn die Seele leidet — was man wissen sollte
    Erwachet! 2014
  • Wie man die geistige Gesundheit wiedergewinnen kann
    Erwachet! 1975
Hier mehr
Erwachet! 1975
g75 8. 10. S. 7-10

Wo liegen die Wurzeln des Problems?

ERFREUST du dich einer guten geistigen Gesundheit? Wenn ja, dann hast du Grund, dankbar zu sein. Dennoch wäre es für dich von Vorteil, einige der wichtigsten Faktoren kennenzulernen, die den Verlust dieses kostbaren Gutes bewirken können. Es genügt nicht, zu wissen, daß Belastungen wie ein Unglücksfall, eine schwere Krankheit und Arbeitslosigkeit eine Geisteskrankheit auszulösen vermögen. Solche Faktoren können das Auftreten einer Geisteskrankheit nur zur Folge haben, wenn eine Prädisposition vorhanden ist, die zur Störung des inneren Gleichgewichts beiträgt.

Die Faktoren, die die Menschen zu Geisteskrankheiten prädisponieren, können in drei hauptsächliche Kategorien aufgeteilt werden: 1. soziales Gefüge oder „Umwelt“ (Beziehungen zu den Mitmenschen, wirtschaftliche Verhältnisse usw.), 2. biologische Faktoren (Vererbung, Stoffwechsel usw.) und 3. Persönlichkeitsdefekte.

Der „Umwelt“-Faktor

Wegen des Stresses und der Belastungen des modernen Lebens kann von der Umwelt gesagt werden, sie spiele bei den geistigen Erkrankungen eine große Rolle. Diese Tatsache wird von vielen anerkannt. Das Buch Life Stress and Mental Health (Lebensstreß und geistige Gesundheit) von Langner und Michael setzt sich ausschließlich mit diesem Thema auseinander. Auch in einem Aufsatz von Dr. Karl Evang (früherer Generaldirektor des Gesundheitswesens in Norwegen) ist zu lesen: „Obwohl zahlreiche Menschen imstande sind, einigen der gefürchtetsten körperlichen Krankheiten zu widerstehen, scheint fast jeder Mensch geistigen Erkrankungen gegenüber empfänglich zu sein, falls die Belastung und der Druck stark genug und das soziale Klima entsprechend ungünstig ist.“

Auch in The Schizophrenias—Yours and Mine (Die Schizophrenie des einzelnen und der Allgemeinheit) wird diese Tatsache anerkannt. Wir lesen: „Was kann ein Schizophrener tun, um den Streß zu vermindern?“ Als Antwort heißt es: „Auf eine verlassene Insel ziehen oder Einsiedler werden!“ Aber dann wird weiter ausgeführt: „Allerdings wird es immer schwieriger ..., geeignete Orte dafür zu finden.“

Die Belegschaft der einsamen Wetterstation auf dem Mount Washington (New Hampshire), wo das schlechteste Wetter der Welt sein soll, ist ein Beweis dafür, daß es der geistigen Gesundheit förderlich ist, wenn man von dem Druck des modernen Lebens befreit ist. Einer der dort tätigen Männer erklärte, warum sie gern auf der Wetterstation sind. Er sagte: „Dort steht man nicht unter Druck; es gibt keinen Verkehr, keinen Chef, der einen ständig treibt. Jeder von uns hat eine besser bezahlte Stelle aufgegeben, um diese Arbeit hier anzunehmen. Die Leute denken, wir seien verrückt geworden, aber das stimmt nicht. ... Wir haben Frieden mit der Welt.“

Weitere Umwelteinflüsse, die die Menschen zu Geisteskrankheiten prädisponieren können, sind Feindseligkeit, zerrüttete Familienverhältnisse, Armut und Rassendiskriminierung. Ferner gehören in diese Kategorie Selbstsucht, Ambitionen und Habsucht der Eltern, Eigenschaften, die sich wahrscheinlich schädigend auf die Kinder auswirken.

Wenn der Mensch älter wird, beginnt er in einer „Umwelt“ zu leben, die sehr wohl die Wurzel einer Geisteskrankheit werden kann. Wie die charakteristische „Umwelt“ älter werdender Menschen aussieht, die sich so schädigend auswirkt, wird von Dr. Evang wie folgt beschrieben: „Das Fehlen einer sinnvollen Tätigkeit, das Gefühl, vergessen zu sein, die Isolierung vom Rest der Gesellschaft in Altersheimen, das plötzliche Sinken des Einkommens — das sind nur einige der Belastungen, die das Älterwerden mit sich bringt.“ Ein bekannter amerikanischer Psychiater erklärte sogar, daß der „Altersverfall“ eher solchen Umwelteinflüssen zuzuschreiben sei als dem Verfall des Körpers.

Der biologische Faktor — Vererbung

Aber obschon viele Menschen unter ungünstigen Bedingungen leben, tritt doch nur bei einem verhältnismäßig kleinen Teil als Folge davon eine Geisteskrankheit auf. Warum tritt eine solche Krankheit als Folge dieser Umstände nur bei diesen wenigen und nicht auch bei anderen auf?

Das hängt sehr wahrscheinlich mit der Vererbung zusammen. Es gibt Menschen, die eine Anlage für eine Geisteskrankheit haben. Ihnen fehlen von Geburt an die nötigen Voraussetzungen, um mit diesen Belastungen fertig zu werden. Man könnte sie mit Personen vergleichen, die als Kind armer Eltern geboren wurden, im Vergleich zu solchen, die als Kind reicher Eltern zur Welt kamen. Bei Personen, die als Kind armer Eltern geboren wurden, ist die Gefahr, daß sie Schulden machen oder Wohlfahrtsempfänger werden, weit größer als bei Personen, die als Kind reicher Eltern geboren wurden. So gibt es auch Menschen, die in bezug auf die Psyche „arm“ geboren wurden und deshalb Gefahr laufen, in psychischer Hinsicht „Schulden“ zu machen und an irgendeiner Form von geistiger Störung zu erkranken.

Diese Veranschaulichung und diese Schlußfolgerung werden durch folgende Worte Dr. David Rosenthals gestützt: „Schizophrenie kann sich meist nur dann entwickeln, wenn eine ererbte Anlage dafür vorhanden ist. Doch ohne schwere Umweltbelastungen mag die Krankheit selbst bei Personen, die eine Anlage dafür haben, nicht zum Ausbruch kommen.“

Untersuchungen haben ergeben, daß die Gefahr, an Schizophrenie zu erkranken, größer ist, je näher man mit einem Schizophrenen verwandt ist. Wenn Vater oder Mutter schizophren ist, muß mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu sechs damit gerechnet werden, daß auch das Kind schizophren wird. Sind beide Elternteile schizophren, ist die Wahrscheinlichkeit, daß das Kind schizophren wird, vier zu sechs.

Einer Gruppe von Psychiatern gelang es, nachzuweisen, daß Schizophrenie eine biologische Ursache haben kann, indem sie zwei normalen Gefangenen, die sich freiwillig für diesen Versuch zur Verfügung gestellt hatten, Blut von Schizophrenen einspritzten. Kurz nach der Einspritzung verfiel der eine Gefangene in einen Zustand, den man als Stupor bezeichnet, und hatte Halluzinationen. Der andere wurde paranoid. Er glaubte, jeder spreche über ihn. Nach etwa zwei Stunden wurden sie wieder normal.

Zu ähnlichen Ergebnissen ist die psychiatrische Forschung in bezug auf die Depression gekommen. So wird berichtet, daß „sich die Beweise dafür häufen, daß einige Formen der Depression erblich sind und ... daß das Risiko, an ,primärer‘ Depression [die plötzlich auftritt] zu erkranken, bei Personen, die in der Familie jemand haben, der an dieser Krankheit leidet, zehnmal größer ist“. Es gibt Psychiater, die den Standpunkt vertreten, es liege an einer Abweichung in der Körperbiochemie oder an Störungen im Gehirnstoffwechsel.

Ein weiterer biologischer Faktor — der Stoffwechsel

Heute interessiert man sich immer mehr für die Rolle, die eine falsche Ernährung bei der Entstehung einer Geisteskrankheit spielt, weil sich eine falsche Ernährung schädlich auf den Stoffwechsel auswirken kann. Im vergangenen Jahr hat z. B. Dr. J. F. Greden in einem Krankenhaus in Washington, D. C. (Walter Reed Army Medical Center), psychiatrische Forschungen in dieser Richtung betrieben. Er vermutete, daß große Mengen Koffein, das in Kaffee, Tee, Kopfschmerztabletten und in anderen allgemein gebrauchten Erzeugnissen wie Kolagetränken enthalten ist, die Ursache gewisser Geisteskrankheiten sind. In einer Rede anläßlich der Jahresversammlung der Amerikanischen Gesellschaft für Psychiatrie sagte er:

„Bestimmten Patienten nützt es mehr, wenn ihnen eine Droge — Koffein — entzogen wird, als wenn man ihnen eine verabreicht.“ Er bezeichnete gewisse Fälle als „Koffeinismus“ und erklärte, daß er Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Halluzinationen, Muskelzuckungen, Erbrechen und Diarrhöe zur Folge haben könne. Er erwähnte jedoch, daß es Leute gebe, die täglich fünfzehn und mehr Tassen Kaffee trinken könnten, ohne daß es sich nachteilig auf ihre Gesundheit auswirke, während sich bei anderen schon zwei Tassen nachteilig bemerkbar machten.

Von ähnlicher Bedeutung sind die Forschungsergebnisse des britischen Psychiaters Richard Mackarness. Er ist der Ansicht, daß es sich in vielen Fällen um eine psychosomatische Erscheinung handelt, allerdings nicht in dem Sinne, daß der Geist körperliche Erkrankungen hervorruft, sondern der Körper geistige. Wie? Durch Allergie. Er berichtet von Patienten, die immer wieder in ein Krankenhaus oder in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden mußten, dann aber geheilt wurden, als sie ein gewisses Nahrungsmittel, gegen das sie allergisch waren, mieden. Die Allergie dieser Patienten betraf ganz verschiedene Nahrungsmittel.

Persönlichkeitsdefekte

Außer den Umweltfaktoren und den biologischen Faktoren gibt es noch den Faktor, den man als Persönlichkeitsdefekt bezeichnet. Solche Defekte entstehen meist, wenn die Eltern es bei der Kindererziehung an Liebe und Konsequenz fehlen lassen.

Welche Rolle die Eltern bei der Formung solch defekter Persönlichkeiten spielen können, wird in dem Buch Mental Health/Mental Illness (Geistige Gesundheit/Geisteskrankheit) von L. E. Martin hervorgehoben. Der Autor schreibt, daß in vielen Fällen die Eltern erst merken, in welcher Richtung sich ihre Kinder entwickelt haben, wenn diese mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Er schreibt ferner, daß die Eltern zur Entwicklung von Persönlichkeitsdefekten beitragen, wenn ihnen Äußerlichkeiten wichtiger sind als grundlegende Werte und wenn sie selbst schlechte charakterliche Eigenschaften aufweisen. Der Psychiater Dr. Robbins vom Hillside-Krankenhaus in New York teilt diesen Standpunkt. Auch er ist der Meinung, daß eine gute Kindererziehung eine wichtige Voraussetzung für geistige Gesundheit bildet; fehlt es an einer solchen Erziehung, sind psychiatrische Probleme die Folge. Er schreibt: „Die kleinen Patienten, die wir im Hillside-Krankenhaus haben, sind schnell frustriert und bestehen darauf, daß ihre Wünsche sofort befriedigt werden. Wenn sie ins Krankenhaus kommen, wollen sie sich nicht ändern, sondern sie versuchen, ihren Willen durchzusetzen.“ Diese Ausführungen schildern offensichtlich nichts anderes als das Verhalten total verwöhnter Kinder.

Es kann auch sein, daß sich Streß bei Erwachsenen schädlich auswirkt, weil bei ihnen Persönlichkeitsdefekte vorhanden sind. Die Depression ist ein Symptom, das besonders häufig in einer modernen Kultur auftritt, in der die Arbeit nicht mehr als etwas Ehrbares gilt, als etwas, was Zufriedenheit zur Folge hat. Nicht immer sind die Arbeitsbedingungen heutzutage belastender als früher, aber das Problem liegt oft darin, daß die Arbeitnehmer heute höhere Anforderungen an die Arbeit stellen. Die Arbeit soll nicht nur dazu dienen, sich sein Brot zu verdienen, sondern sie soll auch das Ego befriedigen.

Da die Geisteskrankheiten ein solch kompliziertes Gebiet sind, ist es verständlich, daß auch die Meinungen darüber, wie man sie behandeln sollte, weit auseinandergehen. Welche Methoden werden angewandt, und sind sie erfolgreich?

    Deutsche Publikationen (1950-2025)
    Abmelden
    Anmelden
    • Deutsch
    • Teilen
    • Einstellungen
    • Copyright © 2025 Watch Tower Bible and Tract Society of Pennsylvania
    • Nutzungsbedingungen
    • Datenschutzerklärung
    • Datenschutzeinstellungen
    • JW.ORG
    • Anmelden
    Teilen