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Erwachet! 1980
g80 22. 10. S. 15

Wenn eine Katastrophe hereinbricht

Augenzeugenbericht über die verheerenden Auswirkungen, die die schweren Regenfälle in Kalifornien Anfang des Jahres auf eine Straße hatten

Die Divina-Vista-Straße bot am Samstag, dem 16. Februar 1980, gewiß keinen „göttlichen“ Anblick. Es war 16.45 Uhr. Den ganzen Tag lang regnete es bereits wolkenbruchartig, nachdem die Unwetter der vergangenen neun Tage schon 43 Zentimeter Regen auf Monterey Park, einen Vorort von Los Angeles, herabgeschüttet hatten. Ich blickte aus dem Fenster. Unser Sonnendach hing tief durch; das Geländer stand schief. Der Hügel auf der anderen Straßenseite begann nachzugeben und gefährdete die tiefer liegenden Häuser.

Plötzlich kamen Rettungsfahrzeuge der Polizei mit heulenden Sirenen die Straße herauf. Mit einem Hubschrauber trafen Ärzte ein, zwei Feuerwehrwagen kamen die Straße heraufgerast, und ein Krankenwagen fuhr hinterher. Der Divina Vista Drive war ein reißender Strom von Wasser und Schlamm geworden. Ein Lautsprecherwagen fuhr an das obere Straßenende, und aus dem Lautsprecher dröhnte es: „Verlassen Sie alle ihre Häuser!“

Draußen schüttete es noch, und die Strömung auf der Straße war so reißend, daß uns die Feuerwehrmänner auf die andere Seite tragen mußten. Wir fuhren mit dem Krankenwagen den Hügel hinunter, doch bevor wir unten ankamen, wurde die Straße durch einen mehr als einen Meter hohen Erdrutsch blockiert. Es war kein Weiterkommen möglich, bis Bulldozer einen Weg für den Krankenwagen gebahnt hatten. Wir brauchten eine Stunde, um 60 Meter zurückzulegen.

Unser Haus war nicht so schwer betroffen wie einige andere. Ein Haus wurde von Schlammassen durchschlagen, die den Kühlschrank auf die Straße schoben. Aus einem zerbrochenen Fenster hing die Couch heraus. Trümmer von Fernsehgeräten, ein Eßtisch, ein Waschbecken und ein Bügelbrett waren teilweise im Schlamm begraben. Weiter oben auf der Straße hatten die Schlammassen die Wände eines Hauses eingedrückt. Das Dach landete unten auf der Straße. Alle Möbel standen im Vorgarten des Hauses auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

In dem Haus daneben arbeiteten zwei Männer gerade oben auf der Treppe ihres zweistöckigen Hauses. Plötzlich ein schreckliches Donnern, und schon erfaßten Schlammassen einen von ihnen und drückten ihn unter ein Auto, wo er bis zum Kopf begraben wurde. Nachbarn gruben ihn aus. Er war noch am Leben.

Trotz allem war es herzerfreuend, zu sehen, wie durch die Katastrophe die Nachbarn einander näherkamen. Interessant war, daß sie nun auch erkannten, von welch untergeordneter Bedeutung materielle Dinge sind. Einer der Nachbarn sagte: „Es ist ein schreckliches, elendes Gefühl — alles, was man sich während seines Lebens angehäuft hat, kann man in einem Augenblick verlieren.“ Ein anderer sagte: „Wenn man so etwas selbst erlebt, dann bekommt man eine ganz andere Einstellung. Ich werde mir wohl nie wieder über irgendwelche unbedeutenden Dinge Sorgen machen.“ Noch ein anderer sagte: „Wenn man dem Tod so nahe ist, dann kommt es nur darauf an, daß man am Leben bleibt.“

Rettungsmannschaften arbeiteten in 12-Stunden-Schichten. Die Hälfte von ihnen war ständig im Einsatz. Auf dieser einen Straße wurden 10 Personen verletzt, darunter vier Feuerwehrleute und drei Polizisten. Die Mitarbeiter des California Conservation Corps verteilten 495 Rollen Kunststoffabdeckmaterial, 12 000 Sandsäcke und 160 Tonnen Sand, um Erdrutsche zu verhindern. Insgesamt wurden in Monterey Park 50 Häuser beschädigt, davon 15 stark beschädigt und fünf völlig demoliert. Die Schäden werden auf 2,5 Millionen Dollar geschätzt.

Jetzt sind Gerichtsverfahren anhängig, denn die geschädigten Parteien suchen Schadenersatz. Wer ist für die Katastrophe verantwortlich? Die Beklagten, darunter die Stadt Monterey Park, werden argumentieren, die wolkenbruchartigen Regenfälle und die daraus entstandenen Schäden seien ein Fall von „höherer Gewalt“. Richtiger wäre es jedoch, die Schuld bei den Menschen zu suchen. Die Bauherren lassen mit Bulldozern auf natürlichen Hügeln Erdreich abtragen, um Grundstücke zu schaffen, und stellen dann dort Häuser auf. Böschungen aus festgestampftem Füllschutt werden geschaffen, und der ganze Hügel wird geschwächt. Wenn es dann lange Zeit heftig regnet, rutscht der beschädigte Hügel ab. (Eingesandt.)

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