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  • Warum die Zunahme an Selbstmorden?
    Erwachet! 1975 | 22. November
    • Warum die Zunahme an Selbstmorden?

      WARUM? WARUM? WARUM? Unzählige Male stellte sich die junge Witwe diese Frage, nachdem ihr Mann sich erhängt hatte. Er hätte so vieles gehabt, um sein Leben lebenswert zu machen: ein Kind, das gerade geboren worden war, eine anmutige Frau, viele gute Freunde, eine gutbezahlte Arbeit. Jeder wußte, daß er eine Zuhörerschaft mit seinen musikalischen Fähigkeiten bezaubern konnte, und trotz seiner Jugend hatte er am Ort großes Ansehen genossen.

      Es hatte nicht den geringsten Hinweis gegeben, daß er des Lebens müde war. Und doch nahm er sich das Leben. Die Hinterbliebenen, besonders seine Frau, müssen nun eine gewaltige Last tragen — nicht nur den Verlust des Ehemannes, sondern auch die öffentliche Schande, die mit dem Wort Selbstmord oft verbunden ist.

      Wahrscheinlich hast du den Kummer, der über diese Frau gekommen ist, noch nie miterlebt. Man sollte sich aber dennoch mit dem Thema Selbstmord beschäftigen, da sich immer mehr Menschen das Leben nehmen. Nach Berichten der Weltgesundheits­organisation begehen weltweit jeden Tag 1 000 Menschen Selbstmord — alle 86 Sekunden einer. Nach offiziellen Angaben kam es 1973 in den USA zu 25 000 Selbstmorden. Doch diese Zahlen zeigen nur einen Teil der vollen Wahrheit.

      Man nimmt an, daß nur einer von zehn Selbstmordversuchen gelingt. In anderen Worten: Es kann 1973 in den USA 250 000 Selbstmord­versuche gegeben haben. Auch sind die für Selbstmorde angegebenen Zahlen zu niedrig. Auf den Todesurkunden erscheint oft aus religiösen oder anderen Gründen — zum Beispiel, um nicht die Auszahlung der Lebensversicherung zu verwirken — „Herzanfall“ als Todesursache. Bei vielen Fällen von Ertrinken und bei vielen Autounfällen handelt es sich offensichtlich in Wirklichkeit um Selbstmord.

      Bei welchen Bevölkerungsgruppen gibt es einen Anstieg? Weshalb?

      Selbstmorde sind nichts Neues. Doch bei bestimmten Gruppen treten sie jetzt besonders häufig auf. Weshalb?

      Es heißt beispielsweise, daß unter alten Leuten, die oft sehr einsam sind, Selbstmorde häufiger vorkommen. Unter den Schwarzen kommt es bei den Männern zwischen 20 und 35 Jahren zu doppelt so vielen Selbstmorden wie unter den Weißen derselben Gruppe. Dr. H. Hendin, Verfasser des Buches Black Suicide (Selbstmord unter Schwarzen), führt dies auf „die in den schwarzen Ghettos vorherrschende Frustration und Erbitterung“ zurück. Der Frustration wird auch für den Anstieg bei den berufstätigen Frauen die Schuld gegeben. Bei Jugendlichen haben Selbstmorde „epidemische Ausmaße“ erreicht. Als Gründe geben die Fachleute Probleme in der Schule, im Elternhaus und im Verhältnis zum anderen Geschlecht an.

      Sind dies aber die wahren oder die einzigen Gründe? Es stimmt zwar, daß viele alte Leute einsam sind, doch ist dies durchaus nichts Neues. Es gibt sehr viele Frauen, die sich schwer zwischen Beruf und Familie entscheiden können; doch nur wenige begehen Selbstmord. Und haben nicht junge Leute schon immer Probleme in der Schule, im Elternhaus und mit ihrem Freund oder ihrer Freundin gehabt? Zwar trägt jeder dieser Gründe seinen Teil zum heutigen Selbstmordproblem bei, doch ist damit noch nicht alles aufgezeigt. Es muß weitere Ursachen geben.

      Und die gibt es. Durch das Stadtleben haben die alten Leute den Anschluß an das gesellschaftliche Leben verloren. Moderne soziale Bestrebungen treiben Frauen und Schwarze dazu an, „etwas zu erreichen“, koste es, was es wolle; sonst würde man sie beiseite schieben. Die Jugend, der es an Disziplin mangelt, wendet sich dem Alkohol und Drogen zu. Darüber hinaus verherrlichen Film und Fernsehen die Gewalt und tragen dazu bei, daß man das Leben nicht mehr sehr hoch achtet. Die Gefahr einer Massenvernichtung durch Atomwaffen droht der ganzen Menschheit. Die Welt scheint an allen Fronten in Verzweiflung und in Schwierigkeiten geraten zu sein. Und am schwerwiegendsten ist, daß die Menschen das Gefühl haben, es gebe niemanden, an den sie sich um Hilfe wenden könnten.

      Den Kirchen schenkt man kein Vertrauen mehr. Sie haben den Menschen schon zu lange erzählt, die Bibel sei ein Buch der Mythen. Der Einfluß, den die Religion einmal hatte, schwindet rapide. Die Kirchen haben es nicht vermocht, in den Menschen die Eigenschaften hervorzubringen, die man braucht, um dem Druck unserer Zeit standzuhalten.

      Wenn im persönlichen Leben Krise auf Krise folgt und diese vor dem Hintergrund der größeren Krisen betrachtet werden, denen die ganze Menschheit gegenübersteht, steigt in vielen Menschen ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit auf. Sie haben keinerlei Zuflucht.

      Natürlich liegt jeder Fall anders. Die Forscher sind sich nicht darüber einig, welche besondere Kombination von Umständen einen Menschen letzten Endes dazu führt, Hand an sich zu legen. Gibt es einen Hinweis darauf, daß jemand vorhat, Selbstmord zu begehen? Die Ärzte sind bemüht, Gemeinsamkeiten herauszufinden, doch sie sind schwer festzustellen. Einige planen ihren Selbstmord in allen Einzelheiten, andere hingegen handeln impulsiv. Manche verhalten sich auffällig und sind unberechenbar, bevor sie sich umbringen, aber andere überkommt plötzlich eine große innere Ruhe.

      In den meisten Fällen hingegen liegt keine längere Geisteskrankheit vor. Der Tod dieser Menschen kommt — wie bei dem eingangs erwähnten jungen Mann — für jeden völlig überraschend.

      Was man tun kann

      Besonders bestürzt sind natürlich die Hinterbliebenen. Sie können nicht verstehen, wie der Betreffende „auf so etwas kommen konnte“. Aber er konnte es wahrscheinlich selbst nicht verstehen. Allerdings haben viele „normale“ Menschen Momente, in denen sie gegen die Vernunft angehen. In einem Artikel der Zeitung National Observer hieß es: „Die Krise im Leben eines Menschen, die zu seinem Selbstmord führt, durchzieht nicht sein ganzes Leben. Das ist oft eine Sache von Minuten oder Stunden.“ Unglücklicherweise trifft es sich dann, daß jemand, den Selbstmordgedanken überkommen, auch eine Gelegenheit hat, seine Absicht in die Tat umzusetzen.

      Freunde und Verwandte haben oft das Gefühl, sie seien irgendwie mitverantwortlich. „Ich hätte mich liebevoller seiner annehmen müssen“, sagen sie vielleicht. Das bringt den Toten natürlich nicht mehr zum Leben; dennoch prägt uns diese Einsicht eines ganz deutlich ein: Man muß mehr auf die oft unausgesprochenen emotionellen Bedürfnisse anderer achten.

      Doch letzten Endes ist es der Selbstmörder, der vor dem Lebengeber die Verantwortung für seine Tat übernehmen muß. Selbst wenn die anderen die Gründe für die Tat nicht kennen, seine Tat war verkehrt. Manchen fällt es schwer, dies zu verstehen. Jehova wird aber von der Rechtmäßigkeit seines Gesetzes über die Heiligkeit des Lebens nicht abrücken (2. Mose 20:13; Röm. 13:9).

      Die Hinterbliebenen können indessen fest darauf vertrauen, daß er auch barmherzig ist und Verständnis hat. Nur er allein kennt die vielschichtigen persönlichen und sozialen Ursachen, die einem sonst gesunden Menschen solche Qualen bereiten können, daß er meint, sich selbst das Leben nehmen zu müssen. Aus der Bibel geht hervor, daß ‘der Richter der ganzen Erde tun wird, was recht ist’ (1. Mose 18:25).

      Jeder tut gut daran, seine innere Festigkeit zu stärken, so daß er nicht eines Tages meint, Selbstmord sei der beste Weg zur Lösung der Probleme des Lebens. Entwickle echte Liebe zu Gott und Achtung vor dem Leben. Lerne sein Wort kennen; es zeigt dir, daß man dem Druck unserer Zeit wirklich widerstehen kann (Matth. 7:24-27). Mache den Angehörigen eines Selbstmörders das Leben nicht noch schwerer. Sei entschlossen, ihnen beizustehen, ebenfalls an den Einen zu glauben, dem keine der Gedanken und Absichten des Herzens verborgen sind.

  • Mir lag mehr daran, im Rennen um das Leben zu gewinnen
    Erwachet! 1975 | 22. November
    • Mir lag mehr daran, im Rennen um das Leben zu gewinnen

      ICH wurde im Jahre 1947 in Eritrea (Afrika) geboren. Zwei Jahre später starb meine Mutter. Darauf kam ich zu meinem Großvater, einem Priester der orthodoxen Kirche.

      Als ich älter wurde, beschäftigte ich mich hauptsächlich mit Religion. Ich hatte den Wunsch, ebenfalls Priester zu werden. Daher schickte mich mein Großvater auf ein Seminar, wo ich dafür ausgebildet werden sollte.

      Ich betete häufig zu Gott, er möge mir helfen, mein Ziel, Priester zu werden, zu erreichen. Ich bat um ein Zeichen, das mich erkennen ließe, daß meine Gebete erhört würden. Als ich kein Zeichen erhielt, war ich enttäuscht. Mit der Zeit kam ich sogar zu der Überzeugung, daß es gar keinen Gott gebe.

      Im Jahre 1960 beschloß ich daher, meinen Plan, Priester zu werden, aufzugeben. Um nach Hause zu gelangen, mußte ich vier Tage zu Fuß gehen. Jeder kann sich vorstellen, wie mein Großvater reagierte, als ich nach Hause kam. Aber ich blieb bei meinem Entschluß, das Studium aufzugeben, und wandte mich anderen Dingen zu.

      Karriere als Radfahrer

      Ich fand Arbeit als Fahrradmechaniker. Von da an begann ich, mich mehr und mehr für das Radfahren zu interessieren. Sollte ich vielleicht Rennfahrer werden? Das wurde nun mein Wunsch. Aber ich konnte mich an keinem Rennen beteiligen, weil ich kein Fahrrad besaß und auch kein Geld hatte, mir eines zu kaufen. Daher beschloß ich, mir ein Fahrrad selbst zu basteln.

      Mit diesem selbstgebauten Fahrrad fuhr ich mein erstes Rennen. Ich gewann es nicht, aber ich fuhr so gut, daß mir der Trainer einer Gruppe von Rennfahrern, der mich beobachtet hatte, ein Fahrrad schenkte, so daß ich damit am nächsten Rennen, das auf dem Programm stand, teilnehmen konnte. Kurz danach fuhr ich ein Rennen in Asmara, der Hauptstadt von Eritrea, und wurde Sieger.

      Unter der Leitung eines italienischen Trainers fuhr ich in Eritrea vier Jahre lang Rennen. Immer wieder siegte ich. Insgesamt gewann ich 40 Pokale und 10 Medaillen. Die Leute begannen mich nun „Riese“ zu nennen, teils weil ich groß bin und teils wegen meiner Siege. Man kannte mich unter diesem Spitznamen besser als unter meinem richtigen Namen.

      Mein Ruf drang nun auch ins Ausland, und ich wurde eingeladen, in Italien, Spanien, Frankreich, Jugoslawien, Deutschland und Mexiko Rennen zu fahren. Aus vielen dieser Rennen ging ich als Sieger hervor. Allein in Italien gewann ich 30 Pokale und 20 Medaillen.

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