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  • Mir lag mehr daran, im Rennen um das Leben zu gewinnen
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Erwachet! 1975
g75 22. 11. S. 26-28

Mir lag mehr daran, im Rennen um das Leben zu gewinnen

ICH wurde im Jahre 1947 in Eritrea (Afrika) geboren. Zwei Jahre später starb meine Mutter. Darauf kam ich zu meinem Großvater, einem Priester der orthodoxen Kirche.

Als ich älter wurde, beschäftigte ich mich hauptsächlich mit Religion. Ich hatte den Wunsch, ebenfalls Priester zu werden. Daher schickte mich mein Großvater auf ein Seminar, wo ich dafür ausgebildet werden sollte.

Ich betete häufig zu Gott, er möge mir helfen, mein Ziel, Priester zu werden, zu erreichen. Ich bat um ein Zeichen, das mich erkennen ließe, daß meine Gebete erhört würden. Als ich kein Zeichen erhielt, war ich enttäuscht. Mit der Zeit kam ich sogar zu der Überzeugung, daß es gar keinen Gott gebe.

Im Jahre 1960 beschloß ich daher, meinen Plan, Priester zu werden, aufzugeben. Um nach Hause zu gelangen, mußte ich vier Tage zu Fuß gehen. Jeder kann sich vorstellen, wie mein Großvater reagierte, als ich nach Hause kam. Aber ich blieb bei meinem Entschluß, das Studium aufzugeben, und wandte mich anderen Dingen zu.

Karriere als Radfahrer

Ich fand Arbeit als Fahrradmechaniker. Von da an begann ich, mich mehr und mehr für das Radfahren zu interessieren. Sollte ich vielleicht Rennfahrer werden? Das wurde nun mein Wunsch. Aber ich konnte mich an keinem Rennen beteiligen, weil ich kein Fahrrad besaß und auch kein Geld hatte, mir eines zu kaufen. Daher beschloß ich, mir ein Fahrrad selbst zu basteln.

Mit diesem selbstgebauten Fahrrad fuhr ich mein erstes Rennen. Ich gewann es nicht, aber ich fuhr so gut, daß mir der Trainer einer Gruppe von Rennfahrern, der mich beobachtet hatte, ein Fahrrad schenkte, so daß ich damit am nächsten Rennen, das auf dem Programm stand, teilnehmen konnte. Kurz danach fuhr ich ein Rennen in Asmara, der Hauptstadt von Eritrea, und wurde Sieger.

Unter der Leitung eines italienischen Trainers fuhr ich in Eritrea vier Jahre lang Rennen. Immer wieder siegte ich. Insgesamt gewann ich 40 Pokale und 10 Medaillen. Die Leute begannen mich nun „Riese“ zu nennen, teils weil ich groß bin und teils wegen meiner Siege. Man kannte mich unter diesem Spitznamen besser als unter meinem richtigen Namen.

Mein Ruf drang nun auch ins Ausland, und ich wurde eingeladen, in Italien, Spanien, Frankreich, Jugoslawien, Deutschland und Mexiko Rennen zu fahren. Aus vielen dieser Rennen ging ich als Sieger hervor. Allein in Italien gewann ich 30 Pokale und 20 Medaillen.

Obschon ich nun zu den schnellsten Rennfahrern der Welt zählte, war ich dennoch nicht wirklich zufrieden und auch nicht glücklich. Mit mir war eine seltsame Wandlung vor sich gegangen. Mein Interesse am Sport begann nachzulassen. Ich hatte erkannt, daß es wichtigere Dinge gab als das Rennfahren.

Dann kam endlich die Gelegenheit, auf die ich jahrelang gewartet hatte: die Panafrikanischen Spiele, eine Art afrikanische Olympiade. Sie sollten im Januar 1973 in Lagos (Nigeria) stattfinden. Es war schon immer mein sehnlichster Wunsch gewesen, an solchen Spielen teilzunehmen. Aber so merkwürdig es klingen mag, jetzt wollte ich eigentlich nicht mehr.

Die äthiopische Regierung schickte mir jedoch zehn Telegramme, in denen sie mich bat, Äthiopien bei den Spielen zu vertreten. Schließlich beschloß ich, doch teilzunehmen, aber ich nahm mir fest vor, danach den Sport aufzugeben. Bei diesen Spielen gewann ich zwei Goldmedaillen, die eine für den Sieg bei einem normalen Radrennen mit mehreren Konkurrenten und die andere beim Zeitfahren. Aber dann erklärte ich entschieden, daß ich nicht mehr fahren würde.

Kurz darauf erfuhr auch der Kaiser von Äthiopien, Haile Selassie, von meinem Entschluß und bestellte mich, als ich Ende Januar von Lagos zurückkehrte, zu einer Audienz. Sie dauerte etwa eine halbe Stunde. Er versuchte, mich zu überreden, den Sport nicht aufzugeben, sondern weitere Rennen zu fahren und so Äthiopien Ehre zu machen. Er versprach mir Land und Reichtum. Auch machte er mir das Angebot, Trainer von Rennfahrern zu werden. Doch ich lehnte ab.

Manch einer wird jetzt fragen, warum ich diesen Entschluß faßte und warum mein Interesse am Radfahren erloschen war.

Ein wichtigeres Rennen

Ich hatte erkannt, daß eine andere Art von Rennen befriedigender war und größeren Lohn einbrachte als Radrennen. Im Jahre 1960, als ich mein Priesterstudium abbrach, hörte ich zum erstenmal von einem meiner Verwandten in Asmara, daß in der Bibel verheißen wird, Gott werde ein neues, gerechtes System schaffen (2. Petr. 3:13). Damals beeindruckte mich diese Aussicht wenig, weil ich während meines Priesterstudiums von der Religion enttäuscht worden war. Außerdem interessierte ich mich zu jener Zeit bereits für das Rennfahren.

Ungefähr zehn Jahre danach erklärte ich mich bereit, unter der Anleitung eines Zeugen Jehovas in Äthiopien die Bibel zu studieren. Ich begann auch, die christlichen Zusammenkünfte der Zeugen Jehovas zu besuchen. Als ich dann einmal nach Italien fuhr, um ein Rennen zu fahren, nahm ich dort mit einer Versammlung der Zeugen Jehovas Kontakt auf. Ich besuchte ihre Zusammenkünfte und studierte mit wachsendem Interesse die Bibel.

Jetzt beeindruckte mich die Tatsache tief, daß Gott vorhat, ein neues System zu schaffen, und daß er jetzt Menschen, die die Vernichtung der alten Welt überleben und die Segnungen dieses neuen Systems empfangen werden, auf diese Zeit vorbereitet (1. Joh. 2:17). Allmählich erkannte ich, wie wichtig es ist, jetzt für dieses neue System zu leben, es zum Ziel des Lebens zu machen und anderen davon zu erzählen. Da ich Rennfahrer aus Leidenschaft war, beeindruckten mich die Worte des Apostels Paulus, die in 1. Korinther 9:24-27 stehen, ganz besonders:

„Ihr wißt doch, daß an einem Wettlauf viele Läufer teilnehmen. Aber nur einer von ihnen kann den Preis gewinnen. Lauft so, als ob ihr den Preis gewinnen wolltet. Jeder Sportler, der trainiert, unterwirft sich strengen Regeln. Er tut es, um einen Kranz zu erhalten, der verwelkt. Aber wir tun es für einen Kranz, der nicht verwelkt. Darum laufe ich geradewegs auf die Ziellinie zu. ... Ich möchte nicht andere zum Wettkampf auffordern und selbst als untauglich ausgeschieden werden“ (NT 68).

Diese Beschreibung des Apostels Paulus traf in einem gewissen Sinne auf mich zu. Aber ich beteiligte mich an einem falschen Rennen. Ich fuhr, um einen Preis zu gewinnen, der von geringem Wert war — Ruhm und Reichtum dieser Welt. Dann wurde es mir klar, daß es möglich ist, an dem christlichen Rennen teilzunehmen, um als Preis das ewige Leben zu gewinnen.

Als die Panafrikanischen Spiele vorüber waren, begann ich an der öffentlichen Predigttätigkeit teilzunehmen und anderen über den Vorsatz Gottes, ein neues, gerechtes System zu schaffen, zu erzählen. Ich weiß noch ganz genau, wann ich zu predigen anfing: am 1. Februar 1973, etwa fünfzehn Tage nach den beiden Siegen, die ich bei den Panafrikanischen Spielen errang.

Welche Freude bereitet es mir jetzt, meine körperlichen Kräfte statt für Rennen, die einen vergänglichen Preis, einen Kranz, der verwelkt, eintragen, für ein Rennen einzusetzen, das einem als Preis ewiges Leben eintragen kann, welches Jehova Gott allen gibt, die ihn beständig lieben! (Jak. 1:12). (Eingesandt.)

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